PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202006010751U1 26.10.2006
Titel Reitsattel
Anmelder Diekhans, Heinz, 48231 Warendorf, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Aktenzeichen 202006010751
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 26.10.2006
Registration date 21.09.2006
Application date from patent application 12.07.2006
IPC-Hauptklasse B68C 1/02(2006.01)A, F, I, 20060712, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft einen Reitsattel entsprechend des Oberbegriffes des Hauptanspruches.

Reitsättel sind in der Regel mit einem Traggerüst ausgestattet, der häufig als Sattelbaum ausgestattet ist, der für die erforderliche Stabilität des Reitsattels sorgt und im wesentlichen aus den beiden jeweils seitlich zur Wirbelsäule des Pferdes angeordneten Längsholmen, sogenannten Trachten besteht, die in der Regel in ihrem vorderen und hinteren Bereich miteinander verbunden sind. Zur weiteren Stabilität weisen Reitsättel häufig im vorderen Bereich des Sattelbaums ein sogenanntes Kopfeisen auf, dessen Weite die sogenannte Kammerweite des Reitsattels bestimmt.

An der Unterseite dieses Traggerüstes für den Reitsattel sind dann gewöhnlich noch Sattelkissen angeordnet, die unmittelbar auf dem Pferd aufliegen.

Untersuchungen haben ergeben, dass es im Kontaktbereich zwischen Sattel einerseits und Pferd andererseits u. a. zu Druckspitzen kommen kann, die zu unerwünschten Druckstellen am Pferd führen können. Diese Druckstellen können z. B. zu einer unerwünschten mangelhaften Ausbildung der Pferdemuskulatur führen, die zu einer falschen Haltung des Pferdes führen können; zum anderen kann sich eine durch diese Druckspitzen verursachte Fehlhaltung des Pferdes auch ungünstig auf die Haltung des Reiters auswirken.

Im Bereich der Sattelkissen gibt es bereits Ansätze, z. B. durch eine besondere Ausbildung dieser Kissen auf eine möglichst gleichmäßige Druckverteilung des über den Sattel auf das Pferd übertragenen Kräfte hinzuwirken; dennoch ist es möglich, dass es bei den bekannten Sätteln zu der Ausbildung von punktuell unerwünscht hohen Auflagedrücken auf dem Pferdekörper im Bereich der Sattelauflage kommt.

Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Reitsattel derart auszubilden, dass die Bildung von hohen auf das Pferd übertragenen Drücken im Bereich des Sattels sicher vermieden wird. Diese der Neuerung zugrundeliegende Aufgabe wird durch Lehre des kennzeichnenden Teils des Hauptanspruches gelöst.

Mit anderen Worten ausgedrückt wird ein Reitsattel vorgeschlagen, dessen Traggerüst, also im wesentlichen dessen Sattelbaum bzw. Kopfeisen, mit einem zusätzlichen Druckverteilungskörper an der dem Pferd zugewandten Unterseite ausgestattet ist, der bereits im Bereich dieses Traggerüstes zu einer Vergleichmäßigung der auf das Pferd wirkenden Druckbelastungen führt. Dies kann z. B. dadurch erreicht werden, dass der Druckverteilungskörper zu einer Verbreiterung der Auflagefläche der Traggerüstunterseite führt, oder es werden markante Höhenunterschiede der Unterseite des Traggerüstes durch diesen Druckverteilungskörper ausgeglichen, die z. B. im Bereich des Kopfeisens gegeben sein können, um auch durch diese „Höhennivellierung" der Unterseite des Traggerüstes bzw. durch die Verringerung der „Rauhigkeit" der Traggerüstunterseite zu einer Eliminierung von Druckbelastungsspitzen auf das Pferd hinwirken zu können.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Neuerung sind in den Unteransprüchen erläutert.

In vorteilhafter Ausgestaltung ist der Druckverteilungskörper zwischen Traggerüst einerseits und Sattelkissen andererseits angeordnet, um bereits die in das Sattelkissen eingeleiteten Druckbelastungen möglichst gleichmäßig auszubilden.

Vorteilhafte Ausgestaltung kann der Druckverteilungskörper auf dem Kopfeisen ausgebildet sein, um wiederum hierdurch Druckspitzen, die auf den Pferdekörper wirken könnten, zu eliminieren bzw. der Druckverteilungskörper könnte auch am Rand des Kopfeisens ausgebildet sein, um hierdurch den durch das Kopfeisen gebildeten Höhenunterschied zu weiteren Teilen des Traggerüstes, wie z. B. den sogenannten Trachten zu verringern oder gänzlich auszuschließen.

Der Druckverteilungskörper kann z. B. einteilig z. B. als Platte ausgebildet sein oder auch mehrteilig, so dass er z. B. auf den beiden Trachten des Sattelbaumes angeordnet sein kann.

Der Druckverteilungskörper kann z. B. aus Kunststoff bestehen wie z. B. Polycarbonat und auch aus weiteren geeigneten Materialien, wie z. B. Leder, dass in seiner Stärke derart ausgebildet sein kann, dass es entsprechende Höhenunterschiede an der Unterseite des Traggerüstes auszubilden in der Lage ist und/oder durch seine Stärke auch die Funktion einer Druckverteilungsschicht übernehmen kann.

Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung ist in den Zeichnungen dargestellt, wobei

1 die Unterseite eines Sattels mitsamt seinem Traggerüst darstellt und

2 zeigt ein Detail aus 1.

Bezugnehmend auf 1 weist ein Reitsattel 1 in der Regel ein Traggerüst auf, dass in diesem Ausführungsbeispiel als Kopfeisen 2 ausgebildet ist sowie aus entsprechenden Trachten 3, 4, d. h. Seitenholmen, die jeweils bei aufgelegtem Reitsattel 1 links und rechts der Wirbelsäule des Pferdes angeordnet sind. In diesem Ausführungsbeispiel sind die Trachten 3, 4 aus Metall hergestellt, können jedoch z. B. auch aus Kunststoff oder Holz ausgebildet sein. Die Trachten 3, 4 sind in diesem Ausführungsbeispiel in ihrem vorderen Ende durch das Kopfeisen 2 miteinander verbunden und können häufig auch an ihren hinteren Enden verbunden sein, um hierdurch den sogenannten Sattelbaum zu komplettieren. Selbstverständlich ist der hier dargestellte Reitsattel 1 nur ein Ausführungsbeispiel und es können selbstverständlich auch obere Sattelbäume mit der Neuerung versehen werden.

Der in 1 dargestellte Reitsattel 1 ist lediglich teilweise dargestellt und es ist so zu verstehen, dass an der Unterseite noch ein Bezug aus Leder vorhanden ist sowie Sattelkissen, die den Kontakt zum Körper des Tieres herstellen.

An den Trachten 3, 4 sind sogenannte Nagelstrupfen 5, 6 angeordnet.

Um eine möglichst glatte, d. h. möglichst wenig Höhenunterschiede aufweisende Unterseite des Traggerüstes zu erhalten, werden in diesem Ausführungsbeispiel mehrere Druckverteilungskörper 7a bis 7d verwandt. Die Druckverteilungskörper 7a und 7b werden zwischen den Nagelstrupfen 5, 6 und dem Kopfeisen 7 eingesetzt an den Trachten 3, 4, um hierdurch die Höhenunterschiede zwischen Kopfeisen 2 und Trachten 3, 4 einerseits sowie die Höhenunterschiede zwischen den Trachten 3, 4 und den Nagelstrupfen 5, 6 zu egalisieren, d. h. auszugleichen, so dass die Unterseite des Traggerüstes durch die Verwendung der Druckverteilungskörper 7a und 7b im wesentlichen im Hinblick auf das Relief der Unterseite ausgeglichen und glatt ist, um hierdurch eine besonders große bzw. ebene Auflagefläche in Richtung Pferd auszubilden. Die Druckverteilungskörper 7a und 7b werden daher im Kreuzungsbereich des Kopfeisens 2 mit den Trachten 3, 4 eingesetzt.

Das Gleiche gilt für die Druckverteilungskörper 7c und 7d, die den Höhenunterschied zwischen Kopfeisen 2 einerseits und der Sattelschicht 8 zumindest angleichen.

Somit wird bereits an der Unterseite des Traggerüstes für einen Reitsattel 1, d. h. in der Regel an der Unterseite des Sattelbaums/Kopfeisen bereits eine Entstehung starker Niveau-Unterschiede und hierdurch bedingter Druckspitzen sicher verhindert und die in Richtung des Pferdes zusätzlich angeordneten (nicht dargestellten) Sattelkissen führen zu einer weiteren Verteilung auftretender Druckbelastungen, so dass letztendlich starke Druckspitzen, die auf das Pferd wirken könnten, sicher vermieden werden.

Die in der Zeichnung dargestellten Druckverteilungskörper 7a bis 7d bestehen aus Leder und sind mit Nieten an das Traggerüst des Reitsattels 1 befestigt. Jedoch können sie auch durch weitere Befestigungsarten, wie z. B. Verkleben mit dem Traggerüst des Sattels verbunden sein. Die Dicke der Lederschicht der Druckverteilungskörper 7a und 7b ist in vorteilhafter Weise entsprechend der Dicke bzw. Höhe des Kopfeisens 2.

Selbstverständlich können die Druckverteilungskörper auch aus weiteren geeigneten Materialien bestehen, wie z. B. Kunststoffen, so z. B. Polycarbonat und ggf. auch aus Metall.

Der Druckverteilungskörper kann auch über die gesamte Länge der Trachten 3, 4 ausgebildet sein, und er kann mehrteilig ausgebildet sein oder einteilig. So z. B. kann der Druckverteilungskörper eine einteilige Platte sein, die an der Unterseite des Traggerüstes des Reitsattels 1 angeordnet ist und hierdurch eine besonders einfache Herstellung ermöglicht sowie eine ideale, gleichmäßige Unterseite des Traggerüstes des Reitsattels 1 zur Verringerung von Druckspitzen. Über die Druckverteilungskörper können auch die als Auflage für das Pferd dienende Unterseite des Traggerüstes verbreitet werden, so daß z. B. eine ganze Platte verwandt werden kann, die zu einer gleichmäßigen Druckverteilung auf das Pferd beiträgt.


Anspruch[de]
Reitsattel mit einem die Stabilität des Reitsattels gewährenden Traggerüst, gekennzeichnet durch mindestens einen Druckverteilungskörper (7a bis 7d), der an der Unterseite des Traggerüstes angeordnet ist zugunsten einer verbreiterten bzw. im Hinblick auf evtl. Höhenunterschiede nivellierten Unterseite des Traggerüstes. Reitsattel gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet durch den zwischen dem Traggerüst und einem Sattelkissen angeordneten Druckverteilungskörper (7a bis 7d). Reitsattel gemäß Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch den auf einem Kopfeisen (2) angeordneten Druckverteilungskörper. Reitsattel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den mindestens an einem Rand des Kopfeisens (2) angeordneten Druckverteilungskörper (7a bis 7d). Reitsattel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den unterhalb von Trachten (3, 4) ausgebildeten Druckverteilungskörper. Reitsattel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den einteilig ausgebildeten Druckverteilungskörper. Reitsattel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch den zwei- oder mehrteilig ausgebildeten Druckverteilungskörper (7a bis 7d). Reitsattel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den als Platte ausgebildeten Druckverteilungskörper. Reitsattel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den aus Kunststoff, insbesondere Polycarbonat, ausgebildeten Druckverteilungskörper. Reitsattel gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den aus Leder ausgebildeten Druckverteilungskörper (7a bis 7d).






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com