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Dokumentenidentifikation DE102004025888B4 09.11.2006
Titel Gassackmodul für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem
Anmelder TRW Automotive GmbH, 73553 Alfdorf, DE
Erfinder Ritter, Philipp, 73525 Schwäbisch Gmünd, DE;
Werner, Nico, 73553 Alfdorf, DE
Vertreter Prinz und Partner GbR, 80335 München
DE-Anmeldedatum 27.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004025888
Offenlegungstag 29.12.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.11.2006
IPC-Hauptklasse B60R 21/23(2006.01)A, F, I, 20060524, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gassackmodul für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aufgrund der steigenden Anforderungen für Fahrzeuginsassen-Rückhaltesysteme in bezug auf das Entfaltungsverhalten und die Rückhaltewirkung des Gassacks in verschiedenen Unfallszenarien besteht ein Bedarf an einem kostengünstigen Gassackmodul mit einem Gassack, der sich an die Gegebenheiten des jeweiligen Fahrzeugtyps anpassen läßt und eine zuverlässige Rückhaltefunktion gewährleistet.

Aus der US 5 609 363 ist ein gattungsgemäßes Gassackmodul zum Schutz eines rechten und eines mittleren Beifahrers bekannt, bei dem ein externes Fangband eine unerwünschte übermäßige „Drehung" (Ausschlagen) des seitlichen Gassackabschnitts verhindert, der für den mittleren Beifahrer vorgesehen ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gassackmodul mit einem Gassack zu schaffen, der schnell befüllbar ist und einen effizienten Schutz bietet.

Dies wird gemäß der Erfindung durch ein Gassackmodul der eingangs genannten Art mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht. Diese Maßnahmen verhindern ein auf den Insassen gerichtetes lineares Entfalten des Gassacks und erlauben eine im Vergleich zu bekannten Gassäcken vorteilhafte, auf das Interieur des Fahrzeugs abgestimmte Formgebung des Gassacks. Die erfindungsgemäße Schlaufenform des Gassacks weist gegenüber einem herkömmlichen Gassack ein deutlich kleineres zu befüllendes Volumen auf.

Das Positioniermittel kann an einem Gehäuse, an einer Gasgeneratoreinheit oder an einer Gaslanze des Gassackmoduls befestigt sein.

Besonders vorteilhaft ist die Schlaufenform bei einem Gassack, der mehrere hintereinanderliegende Kammern aufweist. Einzelne Kammern können sich an Fahrzeugkomponenten wie etwa der Frontscheibe oder dem Armaturenbrett oder auch gegenseitig abstützen, so daß sich eine stabile Anordnung des Gassacks für eine optimale Rückhaltewirkung ergibt.

Die Form des aufgeblasenen Gassacks kann durch wenigstens ein weiteres Positioniermittel beeinflußt werden, das sich innerhalb einer Kammer oder zwischen zwei Kammern erstreckt.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist die Form des Gassacks so ausgelegt, daß sich ein Teil des Gassacks im aufgeblasenen Zustand zwischen den Knien des Insassen und einen den Fußraum des Fahrzeugs begrenzenden Bereich erstreckt, um einen zusätzlichen Schutz für die Knie des Insassen zu bieten.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und aus den beigefügten Zeichnungen, auf die Bezug genommen wird. In den Zeichnungen zeigen:

1 eine Draufsicht auf einen ausgebreiteten Gassack eines erfindungsgemäßen Gassackmoduls;

2 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Gassackmoduls mit aufgeblasenem Gassack;

3 eine Draufsicht auf den Gassack aus 2; und

4 eine Vorderansicht des Gassacks aus 2.

In 1 ist ein Gassack 10 eines erfindungsgemäßen Gassackmoduls 12 (siehe 2) im ausgebreiteten Zustand dargestellt. Der Gassack 10 besteht aus zwei im wesentlichen deckungsgleichen Gewebezuschnitten, die übereinander angeordnet und randseitig miteinander vernäht oder auf sonstige Weise miteinander verbunden sind. Die Form des Gassacks 10 läßt auch eine Herstellung zu, bei der der Gassack 10 in einem Stück gewebt wird.

Der Gassack 10 weist einen ersten Abschnitt mit einer Einblasöffnung 14 und einen dem ersten Abschnitt entgegengesetzten zweiten Abschnitt auf, an dem außenseitig ein Ende eines breiten Fangbandes 16 befestigt ist. Der Gassack 10 ist durch verengte Zwischenabschnitte in mehrere hintereinanderliegende Kammern 18, 20, 22 unterteilt. Die Kammern 18, 20, 22 können aber auch durch geeignete Nähte oder dergleichen abgegrenzt sein.

An kritischen Stellen sind die Gewebezuschnitte durch Gewebelagen oder andere Einlagen verstärkt. Zur Leckagenminimierung wird der Gassack 10 zunächst beschichtet oder laminiert und anschließend umgestülpt. Nach dem Umstülpen wird dann das Fangband 16 am Gassack 10 angenäht oder auf andere Weise befestigt. Die Gewebezuschnitte können z.B. aus Polyamid (insbesondere Pa 6.6), das sich durch eine hohe Festigkeit und Thermoresistenz auszeichnet, oder aus Polypropylen, das nicht hygroskopisch und gut beschichtbar ist, gebildet sein. Der Gassack 10 läßt sich problemlos mittels eines maschinellen Verfahrens auf eine auf das jeweilige Gassackmodul 12 abgestimmte Größe und Form zusammenfalten.

Das Fangband 16 besteht bei diesem Ausführungsbeispiel aus einem anderen Material als der Gassack 10 und ist nach Gesichtspunkten wie Reißfestigkeit und Elastizität ausgewählt. Es ist aber auch möglich, das Fangband 16 aus dem gleichen Material wie das für den Gassack 10 verwendete auszubilden. Das nicht mit dem Gassack 10 verbundene freie Ende des Fangbands 16 wird beim Zusammenbau des erfindungsgemäßen Gassackmoduls 12 an einem Gehäuse, einer Gasgeneratoreinheit oder einer Gaslanze des Gassackmoduls 12 befestigt.

2 zeigt den Gassack 10 nach seiner Entfaltung aus einem beifahrerseitig angeordneten Gassackmodul 12 im aufgeblasenen Zustand. Die Kammern 18, 20, 22 werden gemäß ihrer Anordnung nacheinander befüllt, d.h. die erste Kammer 18 wird direkt mit dem vom Gasgenerator des Gassackmoduls bereitgestellten Gas befüllt, die zweite Kammer 20 mit Gas aus der ersten Kammer 18 usw. Die Befestigung des als Positioniermittel dienenden Fangbands 16 am Gassackmodul 12 verhindert dabei eine zum Insassen hin gerichtete lineare Entfaltung des Gassacks 10. Es ergibt sich vielmehr eine kompakte Schlaufenform, bei der zwischen den drei eng aneinanderliegenden Kammern 18, 20, 22 ein in Seitenansicht dreiecksähnlicher Mittelabschnitt 24 frei bleibt.

Wie in 2 weiter zu erkennen ist, stützt sich die dem Fahrzeuginsassen zugewandte zweite Kammer 20 an der ersten Kammer 18 und an der dritten Kammer 22 des Gassacks 10 ab, wobei sich die erste und dritte Kammer 18, 22 ihrerseits wiederum an der Frontscheibe 26 bzw. am Armaturenbrett 28 des Fahrzeugs abstützen. Somit steht dem Insassen ein stabiles Gassackpolster für die Rückhaltung zur Verfügung.

In 2 ist auch beispielhaft eine im Bereich der zweiten Kammer 20 gebildete Abströmöffnung 30 des Gassacks 10 gezeigt, die in der Nähe der die beiden Gewebezuschnitte verbindenden Naht angeordnet sein kann. Bei einem einstückig gewebten Gassack 10 kann die Abströmöffnung 30 beim Weben hergestellt werden.

Die 3 und 4 zeigen den Gassack 10 von oben bzw. aus Sicht des Beifahrers.

Eine Befüllung des Gassacks 10 ist grundsätzlich auch seitlich, d.h. von einer oder von beiden Seiten (bezüglich der Fahrzeuglängsrichtung) möglich. Bei einer Befüllung mittels einer Gaslanze können die einzelnen Kammern 18, 20, 22 auch direkt befüllt werden.

Im Inneren des Gassacks 10 können weitere Positioniermittel vorgesehen sein, die sich innerhalb einer Kammer oder zwischen zwei Kammern erstrecken.

Bei einer nicht gezeigten Ausführungsform erstreckt sich wenigstens eine der Kammern des Gassacks 10 zwischen den Knien des Insassen und einem den Fußraum des Fahrzeugs begrenzenden Bereich, so daß der Gassack 10 auch für einen Schutz der Knie des Insassen sorgt.


Anspruch[de]
Gassackmodul für ein Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystem, mit einem Gassack (10), der einen fest mit dem Gassackmodul (12) verbundenen ersten Abschnitt aufweist, wobei außerhalb des Gassacks (10) ein Positioniermittel (16) angeordnet ist, das einerseits mit dem Gassack (10) und andererseits mit dem Gassackmodul (12) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Positioniermittel (16) an einem Ende so mit einem bezüglich des ersten Abschnitts entgegengesetzten zweiten Abschnitt des Gassacks (10) verbunden ist, daß der Gassack (10) im aufgeblasenen Zustand eine Schlaufenform einnimmt. Gassackmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Positioniermittel (16) an einem Gehäuse, an einer Gasgeneratoreinheit oder an einer Gaslanze des Gassackmoduls (12) befestigt ist. Gassackmodul nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gassack (10) mehrere hintereinanderliegende Kammern (18, 20, 22) aufweist. Gassackmodul nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gassack (10) drei eng aneinanderliegende Kammern (18, 20, 22) aufweist und im aufgeblasenen Zustand eine Schlaufenform einnimmt, bei der zwischen den Kammern ein in Seitenansicht dreiecksähnlicher Mittelabschnitt (24) frei bleibt. Gassackmodul nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Inneren des Gassacks (10) wenigstens ein weiteres Positioniermittel vorgesehen ist, das sich innerhalb einer Kammer oder zwischen zwei Kammern erstreckt. Gassackmodul nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Form des Gassacks (10) so ausgelegt ist, daß sich wenigstens eine der Kammern (18, 20, 22) im aufgeblasenen Zustand des Gassacks (10) zwischen den Knien des Insassen und einem den Fußraum des Fahrzeugs begrenzenden Bereich erstreckt.






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