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Dokumentenidentifikation DE102005012809A1 16.11.2006
Titel Fluggastbrücke
Anmelder Kubatzki, Klaus, Dipl.-Ing. (FH), 85521 Riemerling, DE
Erfinder Kubatzki, Klaus, Dipl.-Ing. (FH), 85521 Riemerling, DE
DE-Anmeldedatum 17.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005012809
Offenlegungstag 16.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2006
IPC-Hauptklasse B64F 1/305(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Fluggastbrücke für das Zusteigen von Fluggästen in und das Aussteigen von Fluggästen aus einem Flugzeug mit einem lenkbaren Fahrgestell, mindestens einem teleskopierbaren Zugangstunnel, und mindestens einem Hubwerk zur Neigungs- und/oder Höhen-Verstellung des mindestens einen Zugangstunnels.

Aus der US 3,747,147 geht ein auf dem Rollfeld quer zur Flugzeuglängsachse verfahrbares Gerüst mit daran angebrachten Zugangstunnels hervor. Ein Verschwenken oder ein freies Verfahren des Gerüsts ist nicht vorgesehen.

Die DE-OS 100 010 46 zeigt eine um die Hochachse verschwenkbare Fluggastbrücke, die auch neigungsverstellbar ist. Eine freie Verfahrbarkeit auf dem Rollfeld ist nicht gegeben.

Eine weitere Fluggastbrücke ist aus der DE-OS 18 14 165 bekannt. Diese Fluggastbrücke stützt sich über ein selbstfahrendes Auflager am Rollfeld ab. Im Verfahrbereich dieses Auflagers kann das Rollfeld nicht genutzt werden und muß frei bleiben. Weiter kann die bekannte Fluggastbrücke nicht an einem Flügel des Flugzeugs vorbei verfahren werden.

Eine andere Fluggastbrücke ist aus der US 3 728 754 bekannt. Diese Druckschrift beschreibt einen aufgeständerten, höhenverstellbaren Tunnel, von dem neigungsverstellbare Zugangstunnel abzweigen. Ein Teil des Rollfelds kann aufgrund der Ständer für den Tunnel nicht genutzt werden. Weiter handelt es sich um eine starre Konstruktion, die nur eine geringe Flexibilität aufweist.

Die bekannten Fluggastbrücken können nicht sequenziell an beliebigen Abfertigungspositionen auf dem Rollfeld genutzt werden und zugleich für das Boarding an allen Türen (nahezu) sämtlicher bekannter Verkehrsflugzeuge für das Zusteigen und Aussteigen von Fluggästen eingesetzt werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Fluggastbrücke bereitzustellen, die eine Einsetzbarkeit an sämtlichen Abfertigungspositionen eines Flughafens sowie an sämtlichen für den Einsatz bekannter Fluggastbrücken geeigneten Verkehrsflugzeugen gewährleistet, wobei gleichzeitig geringstmögliche Boarding-Zeiten erzielbar sein sollen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Fluggastbrücke der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass auf einem lenkbaren Fahrgestell mindestens ein Hubwerk vorhanden ist, das den Zugangstunnel abstützt und eine Neigungs- und Höhenverstellung des Zugangstunnels ermöglicht. Durch die Neigungsverstellung und damit Höhenanpassung des Zugangstunnels können Türen auf unterschiedlichen Höhen des Flugzeugs bedient werden. Hierdurch ergibt sich eine hohe Flexibilität.

In einer bevorzugten Ausführung ist zusätzlich ein zweites Hubwerk vorhanden, sodass mittels individueller Hubhöhen-Einstellung die Neigung und/oder die Höhe des Zugangstunnels unabhängig voneinander verstellbar sind.

In einer bevorzugter Ausführung sind sämtliche Fahrwerke der Fluggastbrücke lenkbar ausgeführt, wodurch eine hohe Manövrierbarkeit insbesondere beim Andocken an ein Flugzeug bzw. beim Andocken vom Flugzeug erzielt wird.

Es ist weiterhin möglich, den Zugangstunnel über die Tragfläche eines Flugzeugs zu bewegen, so dass sämtliche Türen des Flugzeugs genutzt werden können.

Der Zugangstunnel ist höhenverstellbar ausgebildet. In bevorzugter Ausführung ist diese Höhenverstellung ohne eine Änderung der Neigung des Zugangstunnels darstellbar. Dies ermöglicht das Andocken an den Türen des Flugzeugs auf unterschiedlichen Höhen, ohne dass die Neigung des Zugangstunnels einen bestimmten Wert überschreitet.

Weiter kann der Zugangstunnel in eine Stellung verfahren werden, bei der sein der Flugzeugtür abgewandtes Ende höher liegt als das Ende mit dem Fluggastbrückenkopf. Er ist in dieser Stellung zum Flugzeug hin nach unten geneigt. Es ist auch ein Verfahren in eine entgegengesetzte Stellung möglich. Das Ende mit dem Fluggastbrückenkopf liegt dann oberhalb des dem Flugzeug abgewandten Endes des Zugangstunnels.

Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der Zugangstunnel teleskopierbar ausgebildet. Die resultierende Längenverstellbarkeit ermöglicht eine optimale Anpassung an unterschiedliche Flugzeugtypen.

Nachstehend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben, die schematisch in der Zeichnung dargestellt sind. Gleiche oder funktionsidentische Bauteile sind hierbei mit denselben Bezugszeichen versehen. Dabei zeigt:

13 drei unterschiedliche Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen Fluggastbrücke mit jeweils drei unabhängig voneinander lenkbaren Fahrwerken;

4 eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Fluggastbrücke mit zwei Hubwerken in Scheren-Bauweise;

5 verschiedene Ausführungsformen einer Fluggastbrücke mit zwei Auslegern;

6 eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fluggastbrücke mit zweiteiligem Fahrgestell;

1 zeigt eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Fluggastbrücke 100 mit einem teleskopierbaren Zugangstunnel 1, mit drei Fahrwerken 3 in Geradeausstellung, und mit Fluggastbrückenkopf 12 zum Andocken an ein Flugzeug.

In dieser Stellung der Fahrwerke 3 kann die Fluggastbrücke mit maximaler Auslegungs-Geschwindigkeit zwischen verschiedenen Abfertigungspositionen eines Flughafens verfahren werden.

2 zeigt dieselbe Ausführungsform wie 1, jedoch mit allen drei Fahrwerken 3 in eingelenkter Position mit verschiedenen Lenkwinkeln, so dass die Fluggastbrücke 100 in einem Kreisbogen um den Punkt P verschwenkt wird. Diese Verschwenkung ist schematisch mit den Pfeilen angedeutet.

3 zeigt ebenfalls dieselbe Ausführungsform wie 1 und 2, jedoch mit allen drei Fahrwerken 3 in mit gleichem Lenkwinkel eingelenkter Position, so dass die Fluggastbrücke 100 schrägparallel zu ihrer Längsachse verfahren wird. Diese Verfahrung ist schematisch mit den Pfeilen angedeutet.

4 zeigt dieselbe Fluggastbrücke wie die 1 bis 3, jedoch in seitlicher Ansicht, mit zwei unabhängig verstellbaren Hubwerken 7 u. 8, einem dreiteiligen teleskopierbaren Zugangstunnel 1, dem Fahrgestell 2 sowie drei Fahrwerken 3.

5 zeigt eine Fluggastbrücke analog zu den 1 bis 4, jedoch zusätzlich mit einem nach unten ausklappbaren Tunnelboden 5 mit ausgeklapptem Tunnelboden-Element 6, ferner mit dem schematisch angedeuteten Steuerelement 11, das über Umlenkrollen eine Koppelung des Fahrwerks 3a mit dem Fluggastbrückenkopf 12 ergibt. Ferner sind Abstütz-Elemente 9 vorhanden.

6 zeigt eine Ausführung der erfindungsgemäßen Fluggastbrücke mit einem zweiteiligen Fahrgestell, das aus dem Fahrgestell 2 sowie dem Traggestell 4 besteht.

Alle Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Fluggastbrücke 100 verwenden ein Fahrgestell, mittels dessen die Fluggastbrücke schnell an jede Abfertigungsposition eines Flughafens verfahrbar ist. Gleichzeitig kann die erfindungsgemäße Fluggastbrücke 100 ohne weiteres über den Flügel eines Flugzeugs hinweg verschwenkt und anschließend in die Boarding-Position abgesenkt werden. Ferner ist eine Koppelung mit vorhandenen Fluggastbrücken möglich. Weiter kann die erfindungsgemäße Fluggastbrücke aufgrund der Verstellmöglichkeiten der Hubwerke 7, 8 an eine Vielzahl unterschiedlicher Flugzeugtypen und Flugzeuggrößen angepaßt werden. Es sind sämtliche Türen eines Flugzeugs nutzbar, so dass die Boarding-Zeiten wesentlich verkürzt werden.

100
Fluggastbrücke
1
Zugangstunnel
2
Fahrgestell
3
Fahrwerk
3a
hinteres Fahrwerk
4
Traggestell
5
Tunnelboden
6
Tunnelboden-Element
7, 8
Hubwerke
9
Abstütz-Element
10
Räder
11
Steuer-Element
12
Fluggastbrückenkopf


Anspruch[de]
Fluggastbrücke,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Fluggastbrücke 100 fahrbar ist, und

a) mindestens ein Zugangstunnel 1, und

b) ein, vorzugsweise in Längsrichtung ausziehbares, Fahrgestell 2, und

c) mindestens ein Hubwerk 7 zur Neigungsverstellung und/oder Höhenverstellung des besagten mindestens einen Zugangstunnels 1,

vorhanden sind.
Fluggastbrücke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Hubwerk 7 auf einem horizontal drehbaren bzw. schwenkbaren Traggestell 4 angebracht ist. Fluggastbrücke nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der besagten Zugangstunnels 1 zwei unabhängig voneinander arbeitende Hubwerke 7, 8 besitzt. Fluggastbrücke nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tunnelboden 5 mindestens eines Zugangstunnels 1 an einem oder an beiden Enden ein klappbares Boden-Element 6 besitzt, wobei besagtes klappbares Boden-Element 6 nach unten ausgeklappt wird. Fluggastbrücke nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tunnelboden 5 mindestens eines Zugangstunnels 1 teilweise oder in seiner gesamten Länge gestuft ausgeführt ist, vorzugsweise mit einer parallelogrammartigen, simultan erfolgenden Winkelverstellung aller Stufen. Fluggastbrücke nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Zugangstunnel 1 in Längsrichtung teleskopierbar ist. Fluggastbrücke nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das die Fluggastbrücke 100 sich über mindestens drei Fahrwerke 3 auf der Fahrbahn abstützt. Fluggastbrücke nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrwerke 3 als Einzelradfahrwerke oder/und als Mehrradfahrwerke ausgeführt sind. Fluggastbrücke nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu besagten mindestens drei Fahrwerken 3 mindestens ein nach unten ausfahrbares Abstütz-Element 9 vorhanden ist. Fluggastbrücke nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Traggestell 4 in das Fahrgestell 2 integriert ist. Fluggastbrücke nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontalen und/oder vertikalen Schwenkgeometrien der Fluggastbrücke 100 so ausgelegt sind, dass mindestens ein geometrischer Punkt P an einem Ende des mindestens einen Zugangstunnels 1 beim horizontalen und/oder vertikalen Verschwenken des besagten mindestens einen Zugangstunnels 1 genau in seiner räumlichen Position verbleibt. Fluggastbrücke nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein, vorzugsweise als Kette ausgeführtes, Steuerelement 11 vorhanden ist, wobei besagtes Steuerelement 11 beim Verschwenken des Zugangstunnels 1 eine Koppelung zwischen Fluggastbrückenkopf 12 und hinterem Fahrwerk 3a bei der Rotation um die Hochachse bewirkt






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