PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005022063A1 16.11.2006
Titel Verfahren und Einrichtung zur elektrischen Ansteuerung eines Ventils mit einem mechanischen Schließelement
Anmelder Conti Temic microelectronic GmbH, 90411 Nürnberg, DE
Erfinder Leipnitz, Klaus, 90542 Eckental, DE
DE-Anmeldedatum 12.05.2005
DE-Aktenzeichen 102005022063
Offenlegungstag 16.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.11.2006
IPC-Hauptklasse F16K 31/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Das Verfahren und die Einrichtung dienen zur elektrischen Ansteuerung eines Ventils (2) mit einem mechanischen Schließelement (4) mittels eines elektrischen Stromes (I). Letzterer wird mittels eines pulsweitenmodulierten PWM-Signals (SP) erzeugt, das eine PWM-Periodendauer (TPWM) und ein Tastverhältnis aufweist. Ein Tastverhältnissignal (TV) setzt sich aus einem Grundanteil (SG) und einem Überlagerungsanteil (SÜ) mit einer Überlagerungsperiodendauer (TÜ) zusammen, innerhalb der das Tastverhältnis (TV) zwischen einem hohen und einem niedrigen Tastverhältniswert umgeschaltet wird. Es wird überprüft, ob die Addition des Grundanteils (SG) und des ursprünglichen Überlagerungsanteils (SÜ) einen fiktiven Tastverhältniswert von kleiner als Null oder von größer als Eins liefert. Falls ja wird eine Korrektur vorgenommen, indem der niedrige Tastverhältniswert auf mindestens Null und der hohe Tastverhältniswert angehoben wird bzw. der hohe Tastverhältniswert auf höchstens Eins und der niedrige Tastverhältniswert abgesenkt wird und indem eine Tastverhältnisdauer vom Beginn der Überlagerungsperiodendauer (TÜ) bis zum Umschalten zwischen den beiden Tastverhältniswerten als ein ganzzahliges Vielfaches der PWM-Periodendauer (TPWM) eingestellt wird. Bei der Korrektur wird der Mittelwert des Tastverhältnissignals (TV) nicht verändert.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur elektrischen Ansteuerung eines Ventils mit einem mechanischen Schließelement. Bei dem Verfahren wird das Schließelement mittels eines in einer Spule fließenden elektrischen Stromes bewegt, und der elektrische Strom mittels eines pulsweitenmodulierten PWM-Signals erzeugt, das eine vorgegebene PWM-Periodendauer und ein Tastverhältnis aufweist. Die Einrichtung umfasst einen PWM-Generator zur Erzeugung eines pulsweitenmodulierten PWM-Signals, das eine vorgegebene PWM-Periodendauer und ein Tastverhältnis aufweist, und auf Basis dessen eine Einspeisung eines elektrischen Stromes in eine mit dem Schließelement zusammenwirkende Spule erfolgt.

Ein derartiges Verfahren und eine derartige Einrichtung kommen beispielsweise in der Automobiltechnik zum Einsatz. Bei dem Ventil kann es sich um ein Hydraulikventil zur Steuerung eines hydraulischen Systems handeln. Die mechanische Verstellung des Schließelements erfolgt mittels des PWM-Signals. Das Schließelement hat eine gegenüber der Gleitreibung stärker ausgeprägte Haftreibung, so dass der sogenannte Stick-Slip-Effekt auftreten kann. Um dies zu verhindern, wird einem für die Grundstellung des Schließelements verantwortlichen Grundanteil im Tastverhältnis des PWM-Signals ein Überlagerungsanteil hinzugefügt, der das Schließelement in eine zyklische Bewegung, um die Grundstellung versetzt. Es kann aber zu Betriebszuständen kommen, bei denen der für die kontinuierliche Bewegung des Schließelements verantwortliche Überlagerungsanteil nicht mit der Amplitude vorgesehen werden kann, die eigentlich zur Vermeidung des Stick-Slip-Effekts erforderlich wäre.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs bezeichneten Art so anzugeben, dass eine zur Vermeidung des Stick-Slip-Effekts ausreichende Bewegung des Schließelements gewährleistet ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit denen im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

Falls einer der fiktiven Tastverhältniswerte bei Zugrundelegung des ursprünglich vorgesehenen Überlagerungsanteils außerhalb der zulässigen Grenzen zwischen Null und Eins liegt, wird erfindungsgemäß das Tastverhältnissignal und insbesondere der Überlagerungsanteil korrigiert. Es wurde erkannt, dass ein Abrücken von einem symmetrischen Überlagerungsanteil mit gleicher positiver und negativer Amplitude die Möglichkeit eröffnet, trotz der Korrektur eine im Wesentlichen unveränderte mechanische Bewegung des Schließelements zu erzielen. Um außerdem im Wesentlichen auch eine Mittelwertneutralität dieser Korrektur zu gewährleisten, wird ein Überlagerungsumschaltzeitpunkt, zu dem zwischen dem hohen und dem niedrigen Tastverhältniswert umgeschaltet wird, von der Mitte der Überlagerungsperiodendauer (= symmetrischer Fall) auf einen anderen Zeitpunkt verschoben. Als besonders effizient hat es sich dabei herausgestellt, den korrigierten Überlagerungsumschaltzeitpunkt so zu wählen, dass er mit einem Rasterpunkt des durch die PWM-Periodendauer gebildeten Rasters zusammenfällt. Dadurch können insbesondere die anderen Parameter des Verfahrens, wie beispielsweise die PWM-Periodendauer, unverändert beibehalten werden. Ein geringfügiges Abweichen von der Idealerweise angestrebten exakten Mittelwertneutralität kann durch die üblichen Rundungs- oder Berechnungsgenauigkeiten hervorgerufen werden.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den von Anspruch 1 abhängigen Ansprüchen.

Die Variante nach Anspruch 2 bietet die Möglichkeit zur Überwachung der Ventilansteuerung und insbesondere auch zur Anpassung an sich ändernde Vorgaben. Insbesondere der Grundanteil kann nämlich mit der Zeit variieren, beispielsweise wenn der von einer übergeordneten Steuer- oder Regeleinheit vorgegebene Sollwert Schwankungen unterworfen ist.

Die gemäß Anspruch 3 zusätzlich vorgesehene Tiefpassfilterung filtert die PWM-Frequenz und zumindest teilweise auch die Überlagerungsfrequenz aus dem Messwert. Dadurch vereinfacht sich die Regelung, die andernfalls gegen den aus Regelungssicht als Störgröße wirkenden Überlagerungsanteil im Messwert arbeiten würde.

Bei der gemäß Anspruch 4 vorgesehenen Maßnahme ergibt sich ein korrigierter Überlagerungsumschaltzeitpunkt, der nahest möglich an der Mitte der Überlagerungsperiodendauer liegt und damit einer bevorzugten symmetrischen Überlagerung mit gleichlangen Zeitspannen für die beiden Tastverhältniswerte am nächsten kommt.

Die Variante nach Anspruch 5 ermöglicht eine einfache Einstellung der niedrigen und hohen Tastverhältniswerte und ist insbesondere auch mittelwertneutral. Dies bedeutet, dass der über eine Überlagerungsperiodendauer ermittelte arithmetische Mittelwert des Tastverhältnissignals abgesehen von den üblichen Rundungs- oder Berechnungsungenauigkeiten nicht wesentlich verändert wird.

Die Maßnahme gemäß Anspruch 6 bietet im Wesentlichen die gleichen Vorteile, die bereits im Zusammenhang mit Anspruch 4 genannt worden sind.

Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Einrichtung der eingangs bezeichneten Art so anzugeben, dass eine zur Vermeidung des Stick-Slip-Effekts ausreichende Bewegung des Schließelements gewährleistet ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Einrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 7 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Einrichtung ergeben sich aus den von Anspruch 7 abhängigen Ansprüchen. Die erfindungsgemäße Einrichtung und ihre Ausgestaltungen bieten im Wesentlichen die gleichen Vorteile, die bereits im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und dessen Varianten beschrieben worden sind.

Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigt:

1 ein Ausführungsbeispiel einer Einrichtung zur elektrischen Ansteuerung eines Ventils in Blockschaltbilddarstellung,

2 ein PWM-Signal sowie ein Tastverhältnissignal, die beide in der Einrichtung gemäß 1 vorkommen, und

3 und 4 korrigierte Tastverhältnissignale.

In 1 ist ein Ausführungsbeispiel einer Ansteuereinrichtung 1 zur Ansteuerung eines Hydraulikventils 2, das Bestandteil eines nicht näher gezeigten Hydraulikkreislaufes in einer Kupplungsansteuerung eines Kraftfahrzeug-Getriebes ist, dargestellt. Das Hydraulikventil 2 umfasst eine Spule 3 und ein mechanisch bewegbares Schließelement 4, die nach dem elektrodynamischen Tauchspulenprinzip zusammenwirken.

Die Ansteuereinrichtung 1 umfasst einen Regelkreis mit einem Regler 5, einem Addierer 6, einem PWM-Generator 7, einem als MOSFET-Endstufe ausgebildeten Treiber 8, einem Strommesser 9 sowie mit einem Tiefpass 10. Der zwischen dem Regler 5 und dem PWM-Generator 7 angeordnete Addierer 6 ist außerdem mit einer Überlagerungseinheit 11 verbunden. Der Regler 5 weist einen Eingang 12 auf. Die Überlagerungseinheit 11 hat zwei Eingänge 13 und 14. Die Eingänge 12 bis 14 sind zur Einspeisung von Sollwerten, die von einer übergeordneten, nicht näher dargestellten Steuer- oder Regeleinheit stammen, bestimmt. Die Überlagerungseinheit 11 ist außerdem auch an einen Ausgang 15 des Reglers 5 angeschlossen. Der Regler 5 enthält neben dem Eingang 12 einen weiteren Eingang 16, an den ein Rückkopplungszweig des Regelkreises angeschlossen ist.

Anstelle des weiteren Eingangs 16 kann auch ein dem Regler 5 vorgeschalteter Addierer/Substrahierer vorgesehen sein, in dem eine Differenz zwischen dem Sollwert und einem mittels des Rückkopplungszweiges zurückgeführten Signal gebildet wird. Das Ergebnis dieser Differenz wird dann dem Regler 5 am Eingang 12 zugeführt.

Eine weitere Alternative betrifft die Verbindung zwischen dem Ausgang 15 des Reglers 5 und der Überlagerungseinheit 11. Anstelle der in 1 gezeigten direkten Verbindung kann auch der nicht näher bezeichnete Ausgang des Addierers 6 mit einem Eingang der Überlagerungseinheit 11 verbunden sein.

Die in 1 gezeigten Teileinheiten der Ansteuereinrichtung 1 können als physikalisch getrennte (elektronische) Baugruppen oder aber als Software-Module, die auf einer Recheneinheit (beispielsweise einem Mikro-Prozessor) ablaufen, ausgeführt sein. Eine Mischform ist ebenfalls möglich. Im Ausführungsbeispiel sind der Treiber 8 und der Strommesser 9 gesonderte elektronische Baugruppen, wohingegen die übrigen Teileinheiten als Software-Module in einer nicht näher dargestellten Recheneinheit implementiert sind.

Im Folgenden wird auch unter Bezugnahme auf die in den 2 bis 4 dargestellten Diagramme die Funktionsweise der Ansteuereinrichtung 1 beschrieben.

Ein in der Spule 3 fließender Strom I bewirkt eine Positionsänderung des Schließelements 4, so dass der Öffnungsgrad des Hydraulikventils 2 eingestellt werden kann. Um den Stick-Slip-Effekt zu vermeiden, wird das Schließelement 4 in eine zyklische Bewegung um eine im Wesentlichen konstante oder zumindest nur vergleichsweise langsam veränderliche Grundstellung versetzt.

Sowohl die Grundstellung als auch die zyklische Bewegung werden mittels eines Ansteuersignals SA bewirkt, mit dem die Spule 3 beaufschlagt wird und das vom Treiber 8 auf Basis eines pulsweitenmodulierten PWM-Signals SP erzeugt wird. Das Ansteuersignal SA und das PWM-Signal SP haben im Wesentlichen die gleiche Signalform.

Das beispielhaft im unteren Diagramm von 2 über der Zeit t aufgetragene PWM-Signal SP hat eine PWM-Frequenz fPWM, deren Kehrwert eine PWM-Periodendauer TPWM ist. Innerhalb der PWM-Periodendauer TPWM wird zu einem Umschaltzeitpunkt zwischen einer Einschaltphase und einer Ausschaltphase umgeschaltet. Ein Tastverhältnis ergibt sich als Quotient der Dauer der Einschaltphase zu der PWM-Periodendauer TPWM.

Das Tastverhältnis des vom PWM-Generator 7 erzeugten PWM-Signals SP ist nicht konstant. Es variiert zyklisch und wird je nach Momentanwert eines am Eingang des PWM-Generators 7 anstehenden Tastverhältnissignals TV eingestellt. Dieser Zusammenhang ist in den beiden Diagrammen von 2 wiedergegeben, wobei im oberen Diagramm ein beispielhaftes Tastverhältnissignal TV und im unteren Diagramm ein daraus resultierendes PWM-Signal SP gezeigt sind.

Das Tastverhältnissignal TV hat einen rechteckförmigen Signalverlauf, der mit einer Überlagerungsperiodendauer TÜ um ein mittleres Tastverhältnis TVM schwankt. Es wechselt zwischen einem niedrigen Tastverhältniswert TVL und einem hohen Tastverhältniswert TYH. Das Tastverhältnissignal TV bestimmt die jeweilige Dauer der Einschaltphase des PWM-Signals SP. Dementsprechend dauert die Einschaltphase bei Vorliegen des hohen Tastverhältniswertes TVH länger als bei Vorliegen des niedrigen Tastverhältniswertes TVL. Diese Variation der Dauer der Einschaltphase im PWM-Signal SP hat keinen Einfluss auf den Mittelwert des PWM-Signals SP sowie des daraus abgeleiteten elektrischen Stroms I und der letztendlich resultierenden Bewegung des Schließelements 4, da sich die Variation zyklisch mit der Überlagerungsperiodendauer TÜ wiederholt.

Wie aus dem oberen Diagramm von 2 ersichtlich, umfasst das Tastverhältnissignal TV einen im Wesentlichen konstanten oder nur sehr langsam zeitlich veränderlichen Grundanteil und einen periodischen Überlagerungsanteil. Es wird mittels Addition eines vom Regler 5 am Ausgang 15 zur Verfügung gestellten Grundsignals SG und eines von der Überlagerungseinheit 11 erzeugten Überlagerungssignals SÜ im Addierer 6 gebildet.

Das Überlagerungssignal SÜ wird auch als Dither-Signal bezeichnet. Es wird in der Überlagerungseinheit 11 aufgrund der an den Eingängen 13 und 14 vorgegebenen Werten für einen Überlagerungsstrom IÜ bzw. für eine Überlagerungsfrequenz fÜ entsprechend dem Kehrwert der Überlagerungsperiodendauer TÜ ermittelt. Diese Vorgaben bestimmen letztendlich, mit welcher Geschwindigkeit und mit welcher Amplitude die Bewegung des Schließelements 4 erfolgt. Die an den Eingängen 13 und 14 gemachten Vorgaben hängen vom Typ des Hydraulikventils 2 ab. Zusätzlich können diese Vorgaben auch unter Berücksichtigung weiterer Parameter, wie beispielsweise der Umgebungstemperatur, getroffen werden. Üblicherweise liegt die Überlagerungsfrequenz fÜ im Bereich zwischen einigen 10 Hz und einigen 100 Hz. Im Ausführungsbeispiel sind 300 Hz vorgesehen. Die Überlagerungsperiodendauer TÜ ist insbesondere ein vom Typ des Hydraulikventils 2 abhängiges ganzzahliges Vielfaches der PWM-Periodendauer TPWM. Deren Kehrwert, also die PWM-Frequenz fPWM, liegt typischerweise im Bereich einiger kHz. Im Ausführungsbeispiel sind 3 kHz vorgesehen.

Das für die Grundstellung des Schließelements 4 verantwortliche Grundsignal SG wird aus dem am Eingang 12 anstehenden Sollstrom IS abgeleitet. Hierzu wird im Regler 5 ein Vergleich mit der auf den Eingang 16 zurückgeführten Größe, die ein Maß für den in der Spule 3 fließenden Strom I ist, angestellt.

Die am Eingang 16 anstehende Größe ergibt sich aus einer Messung des elektrischen Stromes I mittels des Strommessers 9 und einer Filterung dieses Messwerts M im Tiefpass 10. Die Grenzfrequenz des Tiefpasses 10 ist niedrig genug, um die PWM-Frequenz fPWM vollständig und die Überlagerungsfrequenz fÜ zumindest teilweise aus dem Messwert M herauszufiltern. Andererseits ist sie groß genug, um die Dynamik des Regelkreises nicht zu stark zu beeinflussen.

Das Ansteuersignal SA ruft in der Spule 3 einen elektrischen Strom I hervor, dessen zeitlicher Verlauf aufgrund der Spulenträgheit nicht identisch mit dem des PWM-Signals SP ist. Aber auch der Strom I enthält einen im Wesentlichen konstanten Grundanteil und einen mit der Überlagerungsfrequenz fÜ periodisch schwankenden Überlagerungsanteil. Aufgrund der Massenträgheit des Schließelements 4 und auch aufgrund der Spulenträgheit kann die mechanische Verstellbewegung des Schließelements 4 der vergleichsweise hohen PWM-Frequenz fPWM nicht folgen. Dagegen ist die Überlagerungsfrequenz fÜ niedrig genug, um eine dementsprechende zyklische Bewegung des Schließelements 4 hervorzurufen, die dem unerwünschten Stick-Slip-Effekt entgegenwirkt.

In 2 sind symmetrische Verhältnisse gezeigt. Dies bedeutet, dass der niedrige und der hohe Tastverhältniswert TVL bzw. TVH um den gleichen Wert, nämlich um die Amplitude TVÜ des Überlagerungssignals SÜ, vom mittleren Tastverhältnis TVM beabstandet liegen. Die Amplitude TVÜ errechnet sich gemäß aus dem Vorgabewert für den Überlagerungsstrom IÜ und einem ohmschen Spulenwiderstand R sowie einer Versorgungsspannung UB, wobei in einer zulässigen Näherung nur die statischen Verhältnisse der Spule 3, also nur deren ohmscher Widerstand R, zugrunde gelegt sind.

Auch in Richtung der Zeitachse weist das Tastverhältnissignal TV eine Symmetrie auf. Der hohe und der niedrige Tastverhältniswert TYH bzw. TVL werden jeweils während einer Hälfte der Überlagerungsperiodendauer TÜ angenommen. Somit ergibt sich ein als Quotient der Dauer des hohen Tastverhältniswerts TVH und der Überlagerungsperiodendauer TÜ gebildetes Überlagerungsverhältnis &agr; von 0,5.

Es gibt Betriebszustände der Ansteuereinrichtung 1, bei denen die bevorzugte in 2 gezeigte symmetrische Form des Tastverhältnissignals TV nicht möglich ist. Bei bestimmten Vorgaben für den Überlagerungsstrom IÜ und den Sollstrom IS kann – zumindest theoretisch – ein Tastverhältnissignal TV resultieren, dessen niedriger oder hoher Tastverhältniswert TVL bzw. TVH außerhalb des möglichen Wertebereichs zwischen Null und Eins liegt. Wie aus 2 ersichtlich, sind die beiden Extremfälle durch eine Einschaltphase gekennzeichnet, die entweder komplett verschwindet oder die komplette Zeitspanne der PWM-Periodendauer TPWM einnimmt.

Um dennoch einen Betrieb der Ansteuereinrichtung 1 bei Vorgabewerten für den Sollstrom IS und den Überlagerungsstrom IÜ zu ermöglichen, die zu einem – fiktiven – Tastverhältnis außerhalb der zulässigen Grenzen führen, wird eine Korrektur mit einem Wechsel auf einen asymmetrischen Signalverlauf des Tastverhältnissignals TV vorgesehen. Beispiele hierzu sind in den Diagrammen von 3 und 4 dargestellt. Ein fiktiver Signalverlauf 17des ursprünglich aufgrund der Vorgabewerte resultierenden Tastverhältnissignals TV ist jeweils in strichlierter Linienführung gezeigt, während für korrigierte Signalverläufe 18 und 19 durchgezogene Linien vorgesehen sind. In den gezeigten Beispielen unterschreitet der fiktive Signalverlauf 17 jeweils den unteren Grenzwert von Null.

Die Korrektur wird am Überlagerungssignal SÜ in der Überlagerungseinheit 11 vorgenommen. Zur Durchführung dieser Korrektur und der vorgeschalteten Prüfung, ob die zulässigen Grenzwerte über- oder unterschritten werden, wird der Überlagerungseinheit 11 das am Ausgang 15 des Reglers 5 aktuell anstehende Grundsignal SG zugeführt.

Grundsätzlich können diese im Ausführungsbeispiel in der Überlagerungseinheit 11 durchgeführte Prüfung und Korrektur aber auch an anderer Stelle, beispielsweise im Addierer 6 oder in einer eingangsseitig im PWM-Generator 7 vorgesehenen Untereinheit, stattfinden.

Bei der Korrektur ist zu berücksichtigen, dass die Grundstellung und die zyklische Bewegung des Schließelements 4 möglichst unverändert bleiben und entsprechend der gewünschten Vorgabewerte für den Sollstrom IS und den Überlagerungsstrom IÜ eingestellt werden. Daraus ergibt sich die Bedingung nach einer mittelwertneutralen Korrektur. Das mittlere Tastverhältnis TVM darf also nicht verändert werden.

Bei dem in 3 gezeigten Korrekturansatz werden der niedrige Tastverhältniswert TVL und der hohe Tastverhältniswert TVH, die beide aufgrund der Vorgabewerte gemäß Gleichung (1) und insbesondere noch ohne Korrektur ermittelt werden, um einen gleichen Tastverhältniskorrekturwert TVK gemäß TVK = TVÜ – TVM(2) soweit auf einen korrigierten niedrigen bzw. hohen Tastverhältniswert TVLK bzw. TVHK angehoben, dass der korrigierte niedrige Tastverhältniswert TVLK gerade Null wird. Der Absolutabstand zwischen den beiden Tastverhältniswerten TVL und TVH einerseits sowie TVLK und TVHK andererseits bleibt gleich, so dass auch die zyklische Bewegung des Schließelements 4 nach wie vor im gleichen Umfang gewährleistet ist.

Um auch die Forderung nach der Mittelwertneutralität zu erfüllen, werden die Zeitspannen, während derer der korrigierte niedrige und hohe Tastverhältniswert TVLK bzw. TVHK angenommen werden, verändert. Aus der Mittelwertbedingung &agr;K1·(TVM + TVÜ + TVK)+(1 – &agr;K1 )·0 = TVM(3) folgt eine Korrektur des symmetrischen Überlagerungsverhältnisses &agr; mit dem Wert 0,5 auf ein korrigiertes Überlagerungsverhältnis &agr;K1 wobei Gleichung (2) berücksichtigt ist.

Der gemäß Gleichung (4) ermittelte Wert für das korrigierte Überlagerungsverhältnis &agr;K1 fällt im Allgemeinen nicht in das Raster der PWM-Periodendauer TPWM.

Bei dem in 4 gezeigten Korrekturansatz wird eine Rasterkonformität gezielt eingestellt, indem die Zeitspanne, während der der korrigierte niedrige oder hohe Tastverhältniswert TVLK bzw. TVHK angenommen wird, als ein ganzzahliges Vielfaches der PWM-Periodendauer TPWM gewählt wird. Ein so korrigiertes Überlagerungsverhältnis &agr;K2 nimmt demnach die Form an, wobei mit n eine natürliche Zahl bezeichnet ist. Die Rasterkonformität ist günstig, da sich die Ansteuereinrichtung 1 dadurch einfacher realisieren lässt. Eine bei der Korrektur mit berücksichtigte Rasterkonformität erübrigt nämlich eine ansonsten gegebenenfalls erforderliche Anpassung weiterer Parameter, wie beispielsweise der PWM-Periodendauer TPWM.

Das korrigierte Überlagerungsverhältnis &agr;K1 gemäß Gleichung (4) gibt eine obere Grenze an, bis zu der der korrigierte niedrige Tastverhältniswert TVLK einen Wert ≥ 0 annimmt. In Verbindung mit Gleichung (5) ergibt sich damit für die ganze Zahl n folgende Bedingung:

Aufgrund des beim Korrekturansatz gemäß 4 vorgesehenen Wechsels vom Überlagerungsverhältnis &agr;K1 auf das rasterkonforme Überlagerungsverhältnis &agr;K2 sind auch das niedrige und das hohe korrigierte Tastverhältniswert TVLK bzw. TVHK gemäß 3 zu ändern, um die Bedingung der Mittelwertneutralität einzuhalten. Ausgehend von den Verhältnissen gemäß

3 ergeben sich der niedrige und der hohe korrigierte Tastverhältniswert TVLK bzw. TVHK beim Korrekturansatz gemäß 4 dann zu: beziehungsweise

wobei die Gleichungen (2), (4) und (5) berücksichtigt sind.

Die vorstehend anhand der 3 und 4 beschriebenen Korrekturansätze lassen sich analog auf den Fall übertragen, dass der fiktive Signalverlauf 17 nicht den unteren Grenzwert von Null unterschreitet, sondern den oberen Grenzwert von Eins überschreitet.


Anspruch[de]
Verfahren zur elektrischen Ansteuerung eines Ventils (2) mit einem mechanischen Schließelement (4), bei dem

a) das Schließelement (4) mittels eines in einer Spule (3) fließenden elektrischen Stromes (I) bewegt wird,

b) der elektrische Strom (I) mittels eines pulsweitenmodulierten PWM-Signals (SP) erzeugt wird, das eine vorgegebene PWM-Periodendauer (TPWM) und ein Tastverhältnis aufweist,

c) das Tastverhältnis mittels eines Tastverhältnissignals (TV) eingestellt wird, das sich additiv aus einem Grundanteil (SG) und einem Überlagerungsanteil (SÜ) mit einer Überlagerungsperiodendauer (TÜ) zusammensetzt, innerhalb der das Tastverhältnissignal (TV) zwischen einem hohen und einem niedrigen Tastverhältniswert (TVH; TVL; TVHK, TVLK) umgeschaltet wird,

d) überprüft wird, ob die Addition des Grundanteils (SG) und des ursprünglich vorgesehenen Überlagerungsanteils (SÜ) einen fiktiven niedrigen Tastverhältniswert (TVL) von kleiner als Null oder einen fiktiven hohen Tastverhältniswert (TVH) von größer als Eins liefert, und bejahendenfalls eine Korrektur vorgenommen wird, indem

d1) der niedrige Tastverhältniswert (TVL) auf mindestens Null und der hohe Tastverhältniswert (TVH) auf einen korrigierten hohen Tastverhältniswert (TVHK) angehoben wird bzw. der hohe Tastverhältniswert (TVH) auf höchstens Eins und der niedrige Tastverhältniswert (TVL) auf einen korrigierten niedrigen Tastverhältniswert (TVLK) abgesenkt wird, und

d2) eine Tastverhältnisdauer vom Beginn der Überlagerungsperiodendauer (TÜ) bis zum Umschalten zwischen den beiden korrigierten Tastverhältniswerten (TVLK, TVHK) als ein ganzzahliges Vielfaches der PWM-Periodendauer (TPWM) eingestellt wird,

wobei die Korrektur so vorgenommen wird, dass der arithmetische zeitliche Mittelwert (TVM) des Tastverhältnissignals (TV) nicht wesentlich verändert wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundanteil (SG) ermittelt wird, indem ein Messwert (M) des in der Spule (3) fließenden elektrischen Stromes (I) bestimmt und im Rahmen einer Regelung mit einem vorgebbaren Sollwert (IS) verglichen wird. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Messwert (M) einer Tiefpassfilterung unterzogen wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tastverhältnisdauer auf das größtmögliche ganzzahlige Vielfache der PWM-Periodendauer (TPWM) eingestellt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der korrigierte niedrige und hohe Tastverhältniswert (TVLK, TVHK) gemäß eingestellt werden, falls die Überprüfung ergibt, dass der fiktive niedrige Tastverhältniswert kleiner als Null ist, wobei mit TVM der Grundanteil, mit TVÜ die Amplitude des ursprünglich vorgesehenen Überlagerungsanteils, mit TÜ die Überlagerungsperiodendauer, mit TPWM die PWM-Periodendauer und mit n eine natürliche Zahl bezeichnet ist. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die natürliche Zahl n auf den größten Wert, der die Bedingungen erfüllt, eingestellt wird. Einrichtung zur elektrischen Ansteuerung eines Ventils (2) mit einem mechanischen Schließelement (4), umfassend

a) einen PWM-Generator (7) zur Erzeugung eines pulsweitenmodulierten PWM-Signals (SP), das eine vorgegebene PWM-Periodendauer (TPWM) und ein Tastverhältnis aufweist, und auf Basis dessen eine Einspeisung eines elektrischen Stromes (I) in eine mit dem Schließelement (4) zusammenwirkende Spule (3) erfolgt, und

b) eingangsseitig an den PWM-Generator (7) angeschlossene Bereitstellungsmittel (5, 6, 11) zur Bereitstellung eines das Tastverhältnis bestimmenden Tastverhältnissignals (TV), wobei

b1) die Bereitstellungsmittel (5, 6, 11) einen Addierer (6) enthalten, um das Tastverhältnissignal (TV) aus einem Grundanteil (SG) und einem Überlagerungsanteil (SÜ) mit einer Überlagerungsperiodendauer (TÜ) zu erzeugen, innerhalb der das Tastverhältnissignal (TV) zwischen einem hohen und einem niedrigen Tastverhältniswert (TVH, TVL; TVHK, TVLK) wechselt,

b2) die Bereitstellungsmittel (5, 6, 11) Korrekturmittel (11) enthalten, die ausgelegt sind

b21) zur Prüfung, ob die Addition des Grundanteils (SG) und des ursprünglich vorgesehenen Überlagerungsanteils (SÜ) einen fiktiven niedrigen Tastverhältniswert (TVL) von kleiner als Null oder einen fiktiven hohen Tastverhältniswert (TVH) von größer als Eins liefert,

b22) zur Wertanpassung mittels Anhebens des niedrigen Tastverhältniswerts (TVL) auf mindestens Null und des hohen Tastverhältniswerts (TVH) auf einen korrigierten hohen Tastverhältniswert (TVHK) bzw. zur Wertanpassung mittels Absenkens des hohen Tastverhältniswerts (TVH) auf höchstens Eins und des niedrigen Tastverhältniswerts (TVL) auf einen korrigierten niedrigen Tastverhältniswert (TVLK), und

b23) zur Einstellung einer Tastverhältnisdauer vom Beginn der Überlagerungsperiodendauer (TÜ) bis zum Umschalten zwischen den beiden korrigierten Tastverhältniswerten (TVLK, TVHK) als ein ganzzahliges Vielfaches der PWM-Periodendauer (TPWM),

wobei die Wertanpassung der Tastverhältniswerte (TVLK, TVHK) und die Einstellung der Tastverhältnisdauer den arithmetischen zeitlichen Mittelwert (TVM) des Tastverhältnissignals (TV) nicht wesentlich verändern.
Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Be- reitstellungsmittel (5, 6, 11) einen Regler (5) zum Vergleich eines Messwerts (M) des in der Spule (3) fließenden elektrischen Stromes (I) mit einem vorgebbaren Sollwert (IS) enthalten. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tiefpass (10) zur Filterung des Messwerts (M) vorgesehen ist. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrekturmittel (11) ausgelegt sind zur Einstellung der Tastverhältnisdauer auf das größtmögliche ganzzahlige Vielfache der PWM-Periodendauer (TPWM) Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrekturmittel (11) ausgelegt sind zur Einstellung des korrigierten niedrigen und hohen Tastverhältniswerts (TVLK, TVHK) gemäß falls die Überprüfung ergibt, dass der fiktive niedrige Tastverhältniswert kleiner als Null ist, wobei mit TVM der Grundanteil, mit TVÜ die Amplitude des ursprünglich vorgesehenen Überlagerungsanteils, mit TÜ die Überlagerungsperiodendauer, mit TPWM die PWM-Periodendauer und mit n eine natürliche Zahl bezeichnet ist. Einrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrekturmittel (11) ausgelegt sind zur Einstellung der natürlichen Zahl n auf den größten Wert, der die Bedingungen erfüllt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com