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Dokumentenidentifikation DE202006012386U1 16.11.2006
Titel Elektrofilter zum Abscheiden von Partikeln aus einem Gasstrom
Anmelder Pentenrieder, Franz J., 82319 Starnberg, DE
DE-Aktenzeichen 202006012386
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 16.11.2006
Registration date 12.10.2006
Application date from patent application 11.08.2006
IPC-Hauptklasse B03C 3/51(2006.01)A, F, I, 20060811, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Elektrofilter zum Abscheiden von Partikeln aus einem Gasstrom, mit einer Sprühelektrode und einer Niederschlagselektrode, die mit einer Hochspannungsquelle verbindbar sind und zwischen denen ein mit Partikeln beladenes Gas hindurchführbar ist, wobei die Sprühelektrode in einem von der Hochspannungsquelle erzeugten elektrischen Feld Ladungsträger emittiert, durch welche die Partikel aufgeladen werden, so daß sie zu der Niederschlagselektrode wandern.

In einem solchen Elektrofilter erfolgt die Partikelabscheidung durch die Wirkung elektrostatischer Kräfte. Die an den beiden Elektroden anliegende hohe Spannung bewirkt eine Koronaentladung. Durch diese Koronaentladung bilden sich an der Sprühelektrode Gasionen, die sich an den Partikeln anlagern, so daß diese aufgeladen werden und dann aufgrund der Coulomb-Kraft im Wesentlichen quer zur Strömungsrichtung des Gases zur Niederschlagselektrode transportiert und so aus dem Gasstrom ausgeschieden werden.

Elektrofilter dieser Art sind seit Langem bekannt und werden in großem Umfang z.B. zur Reinigung von Rauchgasen eingesetzt. Einschlägiger Stand der Technik findet sich beispielsweise in DE 102 45 902 A1 und DE 37 23 545 A1, in denen auch der Mechanismus des Reinigungsvorgangs erläutert wird. Als Stand der Technik ist ferner die Literaturstelle Görner – Hübner (Hrsg.) "Gasreinigung und Luftreinhaltung", Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002 (ISBN 3-540-42006-1), Seiten F-32 bis F-41, zu nennen.

Bei herkömmlichen Elektrofiltern sind die Sprühelektroden häufig relativ langgestreckte Gebilde und bestehen vorzugsweise aus einem oder mehreren feinen Drähten, deren Durchmesser sehr klein ist, um einerseits die Koronaentladung zu begünstigen und andererseits eine Abscheidung von Partikeln an der Sprühelektrode zu verhindern. Solche dünnen Drähte sind relativ empfindlich und damit störanfällig. Außerdem ist ihre Halterung nicht unproblematisch, da sie zumindest an ihren beiden Enden hochspannungsfeste Durchführungen erfordern, falls man sie nicht frei hängend anordnet und an ihrem freien Ende mit einem Gewicht belastet, wobei eine solche Anordnung mit der Einschränkung verbunden ist, daß der Elektrofilter vertikal ausgerichtet sein muß.

Durch die Gebrauchsmusterschrift DE 20 2005 012 579 U1 ist ein Elektrofilter bekannt, der hier Abhilfe schaffen soll, und im Wesentlichen dadurch gekennzeichnet ist, daß die Sprühelektrode aus einem rotationssymmetrischen tellerförmigen Gebilde besteht, dessen axiale Länge klein ist im Vergleich zu seinem Durchmesser und das im Wesentlichen koaxial im Querschnitt des Gasstroms angeordnet ist. Da die vorliegende Erfindung auf diesem Stand der Technik ausbaut, sei er hier unter Bezugnahme auf 1 der anliegenden Zeichnungen kurz erläutert.

Ein wesentliches Merkmal des Elektrofilters von 1 besteht in der Ausbildung der mit 1 bezeichneten Sprühelektrode als tellerförmiges Gebilde, bei dem es sich im vorliegenden Fall um eine Tellerbürste handeln kann, die ein preiswertes handelsübliches Bauteil ist. Die Tellerbürste 1 ist an dem abgewinkelten freien Ende 3 eines Tragarms 2 angebracht, der z.B. mittels einer Schraubverbindung 4, 5 in der Wandung eines von dem zu reinigenden Gas durchströmten Rohrs 6 befestigt ist. Dieses Rohr 6 bildet in dem dargestellten Ausführungsbeispiel gleichzeitig die Niederschlagselektrode. Der Gasstrom ist durch Pfeile 11 angedeutet. Die Länge des Tragarms 2 ist im Wesentlichen gleich dem Radius der rohrförmigen Abgasleitung, so daß das abgewinkelte freie Ende 3 des Tragarms 2 und damit die Sprühelektrode 1 koaxial im Querschnitt der rohrförmigen Abgasleitung angeordnet sind.

Durch den Tragarm 2 verläuft eine elektrisch leitfähige Verbindung, über die die Sprühelektrode 1 mit einem Pol (z.B. Pluspol) einer Hochspannungsquelle 7 elektrisch verbunden ist, deren anderer Pol (z.B. Minuspol) mit der als Niederschlagselektrode fungierenden Wandung des Rohrs 6 in Verbindung steht. Der Tragarm 2 wird außerdem von einem durchgehenden Kanal 8 durchdrungen, der unterhalb der Sprühelektrode 1 in Auslassöffnungen mündet und durch den ein Luftstrom zum Reinigen der Sprühelektrode 1 geschickt werden kann. Durch diesen Luftstrom können Partikel, die sich an der Sprühelektrode ablagern, mühelos entfernt werden.

Im Betrieb des Elektrofilters, wenn die Hochspannungsquelle 7 ein elektrisches Feld zwischen der Sprühelektrode 1 und der Niederschlagselektrode 6 ausbildet, findet an den feinen Drahtenden der als Tellerbürste ausgebildeten Sprühelektrode eine starke Koronaentladung statt, durch die die in dem Gasstrom enthaltenen Partikel in bekannter Weise aufgeladen werden, so daß sie aufgrund der Coulomb-Kraft im Wesentlichen quer zur Strömungsrichtung des Gases zu der Niederschlagselektrode wandern, an dieser anhaften und so aus dem Gasstrom ausgeschieden werden. Die an der Niederschlagselektrode haftenden Partikel können mit üblichen bekannten Mitteln entweder periodisch oder kontinuierlich ausgetragen werden.

Im Stand der Technik erfolgt das Austragen der an der Niederschlagselektrode haftenden Partikel z.B. dadurch, daß die Wandung der Niederschlagselektrode periodisch abgeklopft wird, so daß die Partikel in einen darunter befindlichen Aufnahmeraum fallen, aus dem sie dann entfernt werden können. In der oben genannten Literaturstelle Görner – Hübner ist diese Art der Abreinigung ausführlich angesprochen. Durch das US-Patent 4 185 971 ist ein elektrostatischer Abscheider bekannt mit einer geneigt oder horizontal angeordneten zylindrischen Niederschlagselektrode, die drehbar gelagert ist, sowie mit einer Vorrichtung zum Entfernen der an der Niederschlagselektrode abgeschiedenen Partikel, die zahlreiche Schaber aufweist, mit denen die an der Innenfläche der Niederschlagselektrode haftenden Partikel abgeschabt und ausgetragen werden. Die Schaber sind entweder an einer feststehenden oder oszillierend bewegbaren Stange befestigt, so daß eine Drehung der Niederschlagselektrode eine Relativbewegung zwischen ihnen und der Innenwandung der Niederschlagselektrode bewirkt, oder sie sind an Förderbändern befestigt, die sich parallel zur Achsenrichtung der Niederschlagselektrode bewegen und über außerhalb der Niederschlagselektrode angeordnete Riemenscheiben zurückgeführt werden. Diese Konstruktion ist offensichtlich sehr aufwendig und kommt deshalb allenfalls für Großanlagen in Betracht. Das Gleiche gilt für Niederschlagselektroden, die die Partikel nach Art eines Förderbands in den Außenraum fördern und dort von rotierenden Bürsten abgekehrt werden (DE 38 32 879 A1) oder eine Staubabscheidevorrichtung, bei der sowohl die Sprühelektrode als auch die Niederschlagselektrode als Hohlraumelektroden ausgebildet sind, deren Hohlräume mit einem Druckfluid beaufschlagbar sind, das die Elektroden von Ablagerungen reinigt (DE 196 13 720 A1).

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Elektrofilter mit einer Niederschlagselektrode zur Verfügung zu stellen, die einen sehr kompakten Aufbau besitzt und ein effizientes Austragen der abgeschiedenen Partikel ermöglicht.

Die in dem oben genannten Gebrauchsmuster beschriebene tellerförmige Sprühelektrode bewirkt aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Ausdehnung in Richtung des Gasstroms, daß der Abscheidungsvorgang auf einer relativ kurzen Wegstrecke des Gasstroms stattfindet.

Ausgehend von einem Elektrofilter zum Abscheiden von Partikeln aus einem Gasstrom, mit einer Sprühelektrode und einer Niederschlagselektrode, die mit einer Hochspannungsquelle verbindbar sind und zwischen denen ein mit Partikeln beladenes Gas hindurchführbar ist, wobei die Sprühelektrode in einem von der Hochspannungsquelle erzeugten elektrostatischen Feld Ladungsträger emittiert, durch welche die Partikel aufgeladen werden, so daß sie zu der wenigstens einen Niederschlagselektrode wandern, wobei die Sprühelektrode aus einem rotationssymmetrischen, im Wesentlichen tellerförmigen Gebilde besteht, dessen Achse zumindest annähernd mit der Mittellinie des Gasstroms zusammenfällt und dessen axiale Länge im Vergleich zu ihrem Durchmesser gering ist, wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe dadurch gelöst, daß die Niederschlagselektrode von den äußeren Mantelflächen wenigstens zweier rotationssymmetrischer Körper gebildet wird, die drehbar gelagert und mit Drehantriebsmitteln ausgestattet sind und die mit ihren der Sprühelektrode jeweils zugewandten Flächenbereichen einen im Wesentlichen rohrförmigen Durchgang für den Gasstrom begrenzen, und daß auf den der Sprühelektrode abgewandten Seiten der genannten Körper Abstreifelemente zum Abstreifen von an den Mantelflächen anhaftenden Partikeln vorgesehen sind, die unter Spannung an den Mantelflächen anliegen.

Die Erfindung macht sich den Umstand zunutze, daß der Bereich, in welchem die Partikel abgeschieden werden, wie oben erwähnt, aufgrund der tellerförmigen Gestaltung der Niederschlagselektrode räumlich konzentriert ist, und benutzt als Niederschlagselektrode nicht die Innenwandung eines rohrförmigen Körpers oder die Wandungen von räumlich ausgedehnten Platten, sondern die äußeren Mantelflächen von rotationssymmetrischen Körpern, die mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit gedreht werden, wobei die Partikel auf den Abschnitten der Mantelflächen abgelagert werden, die im Verlauf der Drehbewegung den Sprühelektroden zugewandt sind, und von den Mantelflächen entfernt werden, wenn die betreffenden Flächenabschnitte auf der der Sprühelektrode abgewandten Seite an den Abstreifelementen vorbeiwandern.

Die rotationssymmetrischen Körper können gerade kreiszylindrische Walzen sein, deren Drehachsen parallel zur Richtung des Gasstroms auf einer Kreislinie angeordnet sind, in deren Zentrum sich die Sprühelektrode befindet. Wenn die Zahl der Walzen zumindest gleich sechs ist, approximieren sie mit ihren der Sprühelektrode jeweils zugewandten Innenseiten recht gut eine kreiszylindrische Fläche, so daß die Weglängen für die elektrische Entladung relativ gleichmäßig sind.

Die Abstreifelemente können in diesem Fall aus Seil- oder Bandabschnitten bestehen, die die der Sprühelektrode abgewandten Seiten der Mantelflächen der Walzen über deren gesamte axiale Länge mit einer halben helixförmigen Windung umschlingen und durch Federelemente so vorgespannt sind, daß sie mit einer vorbestimmten Kraft gegen die Mantelflächen der Walzen drücken. Wenn die Drehantriebsmitteln, die z.B. an den Enden der Walzen angebrachte Zahnritzel umfassen, die mit einer Antriebskette oder einem Zahnkranz in Eingriff stehen, die Walzen mit einer an den jeweiligen Anwendungsfall angepaßten Geschwindigkeit drehen, werden die Partikel aus dem Gasstrom auf den der Sprühelektrode zugewandten Seiten der Mantelflächen abgelagert und können bei weiterer Drehung von den an der Rückseite angreifenden Seil- oder Bandabschnitten abgestreift werden, so daß sie nach unten z.B. in eine ringförmige Rinne fallen, aus der sie mit Hilfe von an der Antriebskette oder dem Zahnkranz befestigten Mitnehmerelementen zu einer Austragöffnung gefördert werden.

Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform kann die Niederschlagselektrodenanordnung aus zwei rotationssymmetrischen Körper besteh, deren Drehachsen quer zur Richtung des Gasstroms verlaufen und eine Fläche definieren, in deren Zentrum sich die Sprühelektrode befindet, wobei der axiale Querschnitt der Körper konkav ist, so daß ihre der Sprühelektrode zugewandten Mantellinien einen Kreis approximieren. Die Mantellinien können Kreisbogenstücke bilden, sie können jedoch auch einen Polygonzug bilden, der ein Kreisbogenstück approximiert. Die Anordnung der die Niederschlagselektrodenanordnung bildenden rotationssymmetrischen Körper quer zur Richtung des Gasstroms hat den Vorteil, daß sie in einem kastenförmigen Gehäuse so gelagert sein können, daß ihre Drehantriebswellen aus den Seitenflächen des Gehäuses hinausragen und sie von außerhalb des Gehäuses angeordneten Drehantriebsmitteln gedreht werden können. Dadurch wird der Drehantrieb erleichtert, da die Antriebsmittel außerhalb des Gasstroms liegen, so daß sie weder von der Temperatur des Gasstroms noch von den mitgeführten Partikeln beeinträchtigt werden können.

Der Gasstromeinlaß und der Gasstromauslaß an dem Gehäuse können rechtwinklig zueinander, z.B. an der Unterseite bzw. einer der Seiten des Gehäuses, angeordnet sein, so daß die Richtung des Gasstroms innerhalb des Gehäuses um etwa 90° umgelenkt wird. Die Sprühelektrode kann dann an einem von der Oberseite des Gehäuses in den Raum zwischen den beiden rotationssymmetrischen Körpern hineinragenden Tragarm angebracht sein. Dies hat den Vorteil, daß der Tragarm für die Halterung der Sprühelektrode relativ lang sein kann und zumindest teilweise durch einen Teil des Gasstroms verläuft, der von Partikeln bereits weitgehend befreit ist, so daß eventuelle Isolationsprobleme verringert werden.

Eine Weiterbildung des Elektrofilters gemäß der Erfindung sieht vor, daß auf den Seiten der Deckflächen desjenigen der rotationssymmetrischen Körper, der sich auf der Seite des Gasstromauslasses befindet, jeweils eine kreisrunde Scheibe befestigt ist, durch welche die Lücke zwischen den beiden Körpern geschlossen und die Abscheidungsfläche insgesamt vergrößert wird.

Falls die Niederschlagselektrodenanordnung, wie beschrieben, von zwei Körpern mit konkavem axialem Querschnitt gebildet wird, können die Abstreifelemente einfache Schaber sein, deren Konturen an die konkave Kontur der Mantelflächen angepaßt sind und die auf der der Sprühelektrode abgewandten Seite an den Mantelflächen und gegebenenfalls an den genannten Scheiben angreifen.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand der anliegenden Zeichnungen näher erläutert.

1 zeigt den Elektrofilter, der den Gegenstand des oben erwähnten Gebrauchsmusters DE 20 2005 012 579 U1 bildet und bereits beschrieben wurde,

2 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer Niederschlagselektrodenanordnung für einen Elektrofilter gemäß der Erfindung,

3 zeigt eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels einer Niederschlagselektrodenanordnung für einen Elektrofilter gemäß der Erfindung in einer perspektivischen Ansicht,

4 zeigt die Anordnung von 3 in einer Ansicht von unten.

Die in 2 dargestellte Niederschlagselektrodenanordnung besteht aus einer Anzahl von (im Beispiel aus acht) geraden kreiszylindrischen Walzen 13, deren Mantelflächen in ihrer Gesamtheit die eigentliche Niederschlagselektrode bilden. Die Walzen 13 sind in einer oberen und einer unteren Ringplatte 14 bzw. 15 drehbar gelagert und mit (nicht dargestellten) Drehantriebsmitteln verbunden, die z.B. an den unteren Enden der Walzen angebrachte Ritzel umfassen, die mit einer (ebenfalls nicht dargestellten) Antriebskette oder mit einem Zahnkranz in Eingriff stehen. In dem zentralen Bereich zwischen den Walzen 13 ist eine (nicht dargestellte) tellerförmige Sprühelektrode angeordnet, die z.B. der Sprühelektrode 1 von 1 entspricht. Auf den der Sprühelektrode abgewandten Seiten der Walzen sind Abstreifelemente in Form von Seilabschnitten 16 angeordnet, die die Mantelflächen der Walzen über deren gesamte axiale Länge mit einer halben helixförmigen Windung umschlingen und durch Federelemente 17 so vorgespannt sind, daß sie mit einer vorbestimmten Kraft gegen die Mantelflächen der Walzen drücken.

Die in 2 dargestellte Niederschlagselektrodenanordnung ist als Ganzes in einem Rohr angeordnet, das von einem mit abzuscheidenden Partikeln beladenen Gasstrom durchströmt wird. Wenn die (nicht dargestellte) Sprühelektrode und die Niederschlagselektrodenanordnung mit einer Hochspannungsquelle verbunden werden, werden die in dem durchströmenden Gas enthaltenen Partikel auf den der Sprühelektrode zugewandten Innenseiten der Walzen 13 abgelagert und bei der weiteren Drehung der Walzen 13 von den an deren Rückseite angreifenden Abstreifelementen abgestreift, so daß sie nach unten z.B. in eine (nicht dargestellte) kreisringförmige Rinne fallen, aus der sie zu einer Austragöffnung gefördert werden.

Bei dem Ausführungsbeispiel von 3 und 4 besteht die Niederschlagselektrodenanordnung aus zwei rotationssymmetrischen Drehkörpern 18 und 19, die einen konkaven axialen Querschnitt besitzen, so daß ihre der Sprühelektrode zugewandten Mantellinien einen Kreis approximieren. Die Drehkörper 18 und 19 sind mit ihren Drehachsen 20 und 21 in einem kastenförmigen Gehäuse 22 drehbar gelagert. Die beiden Drehachsen 20 und 21 definieren eine ebene Fläche, in deren Zentrum sich eine Sprühelektrode 23 befindet, die an einem von der Oberseite des Gehäuses 22 in den Raum zwischen den beiden Drehkörpern 18 und 19 hinragenden Tragarm 24 angebracht ist. Diese Anordnung hat, wie oben bereits erwähnt wurde, den Vorteil, daß der Tragarm 24 relativ lang sein kann und zumindest teilweise durch einen Teil des Gasstroms verläuft, der von Partikeln bereits weitgehend befreit ist.

Durch den Tragarm 24 verläuft, analog zu der Anordnung von 1, die Hochspannungszuleitung für die Sprühelektrode 23. An der Oberseite des Gehäuses 22 ist ein entsprechender Hochspannungsanschluss 25 angedeutet.

An der Unterseite des Gehäuses 22 ist ein Einlaßstutzen 26 angebracht, durch den ein Rohr 31 für die Zuführung des Gasstroms gesteckt ist. An einer Seitenfläche des Gehäuses 22 befindet sich ein Auslaßstutzen 27 für den Gasstrom, so daß die Richtung des Gasstroms innerhalb des Gehäuses 22 um etwa 90° umgelenkt wird.

Auf den beiden Deckflächen des Drehkörpers 18, der sich auf der Seite des Auslaßstutzens 27 befindet, ist jeweils eine kreisrunde Scheibe 28 befestigt, die die Lücke zwischen den Flanschen der beiden Drehkörpern 18 und 19 schließt die Abscheidungsfläche insgesamt vergrößert. Die Abstreifelemente bestehen bei diesem Ausführungsbeispiel aus Schabern 29 und 30, deren Kontur an die konkave Kontur der Mantelflächen der Drehkörper 18 und 19 angepaßt ist und die auf der der Sprühelektrode 23 abgewandten Seite an den Mantelflächen und an den Scheiben 28 angreifen.

Die Mantellinien der Drehkörper 18 und 19 bilden im vorliegenden Beispiel einen Polygonzug und begrenzen im Bereich der Sprühelektrode 23 zusammen mit den Scheiben 28 eine oktogonale Fläche, die den kreisförmigen Querschnitt des Rohrs 31 sehr gut approximiert, wie dies aus 4 erkennbar ist, die die Anordnung von 3 in einer Ansicht von unten zeigt.

Wenn zwischen der Sprühelektrode 23 und den Drehkörpern 18, 19, die zusammen mit den Scheiben 28 die Niederschlagselektrode bilden, ein Hochspannungsfeld wirksam ist und die Drehkörper 18 und 19 im Uhrzeigersinn bzw. im Gegenuhrzeigersinn gedreht werden, werden die in dem Gasstrom enthaltenen Partikel auf den Mantelflächen der Drehkörper 18, 19 und den Innenseiten der Scheiben 28 abgelagert. Im Verlauf der weiteren Umdrehung der Drehkörper 18, 19 werden diese Partikel von den Schabern 29 und 30 abgestreift und fallen nach unten auf den Boden des Gehäuses 22.

Der Elektrofilter mit der vorangehend beschriebenen Niederschlagselektrodenanordnung wurde an einer Verbrennungsanlage für holzartige Brennstoffe praktisch erprobt, wobei ein Abscheidegrad erreicht wurde, der die für derartige Anlagen behördlich festgelegten Mindestwerte erheblich überschritt.


Anspruch[de]
Elektrofilter zum Abscheiden von Partikeln aus einem Gasstrom,

mit einer Sprühelektrode (23) und einer Niederschlagselektrode (13; 18, 19 28), die mit einer Hochspannungsquelle verbindbar sind und zwischen denen ein mit Partikeln beladenes Gas hindurchführbar ist, wobei die Sprühelektrode (23) in einem von der Hochspannungsquelle erzeugten elektrostatischen Feld Ladungsträger emittiert, durch welche die Partikel aufgeladen werden, so daß sie zu der wenigstens einen Niederschlagselektrode (13; 18, 19 28) wandern,

wobei die Sprühelektrode (23) aus einem rotationssymetrischen, im Wesentlichen tellerförmigen Gebilde besteht, dessen Achse zumindest annähernd mit der Mittellinie des Gasstroms zusammenfällt und dessen axiale Länge im Vergleich zu ihrem Durchmesser gering ist,

dadurch gekennzeichnet,

daß die Niederschlagselektrode von den äußeren Mantelflächen wenigstens zweier rotationssymmetrischer Körper (13; 18, 19 28) gebildet wird, die drehbar gelagert und mit Drehantriebsmitteln ausgestattet sind und die mit ihren der Sprühelektrode (23) jeweils zugewandten Flächenbereichen einen im Wesentlichen rohrförmigen Durchgang für den Gasstrom begrenzen,

und daß auf den der Sprühelektrode (23) abgewandten Seiten der genannten Körper Abstreifelemente (16; 29, 30) zum Abstreifen von an den Mantelflächen anhaftenden Partikeln vorgesehen sind, die unter Spannung an den Mantelflächen anliegen.
Elektrofilter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannten rotationssymmetrischen Körper (13) gerade kreiszylindrische Walzen sind, deren Drehachsen parallel zur Richtung des Gasstroms und auf einer Kreislinie angeordnet sind, in deren Zentrum sich die Sprühelektrode (23) befindet. Elektrofilter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehantriebsmittel an jeweils einem Ende jeder Walze befestigte Zahnritzel umfassen, die mit einer Antriebskette oder einem Zahnkranz in Eingriff stehen. Elektrofilter nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahl der Walzen gleich sechs oder größer ist. Elektrofilter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstreifelemente (16) aus Seil- oder Bandabschnitten bestehen, die die der Sprühelektrode abgewandten Seiten der Mantelflächen der Walzen über deren gesamte axiale Länge mit einer halben helixförmigen Windung umschlingen. Elektrofilter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die die Abstreifelemente bildenden Seil- oder Bandabschnitte durch Federelemente so vorgespannt sind, daß sie mit einer vorbestimmten Kraft gegen die Mantelflächen der Walzen drücken. Elektrofilter nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

daß zwei der genannten rotationssymmetrischen Körper (18, 19) vorgesehen sind, deren Drehachsen quer zur Richtung des Gasstroms verlaufen und eine Fläche definieren, in deren Zentrum sich die Sprühelektrode (23) befindet,

und daß der axiale Querschnitt der Körper konkav ist, so daß ihre der Sprühelektrode zugewandten Mantellinien einen Kreis approximieren.
Elektrofilter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantellinien einen Polygonzug bilden. Elektrofilter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantellinien ein Kreisbogenstück bilden. Elektrofilter nach einem der Ansprüche 6 bis 9,

dadurch gekennzeichnet,

daß die beiden rotationssymmetrischen Körper (18, 19) in einem kastenförmigen Gehäuse (22) so gelagert sind, daß ihre Drehantriebswellen aus den Seitenflächen des Gehäuses hinausragen und sie von außerhalb des Gehäuses angeordneten Drehantriebsmitteln gedreht werden können,

daß das Gehäuse an seiner Unterseite einen Gasstromeinlaß aufweist und der Gasstromauslaß an einer der Seiten des Gehäuses vorgesehen ist, so daß die Richtung des Gasstroms innerhalb des Gehäuses um etwa 90° umgelenkt wird,

und daß die Sprühelektrode an einem von der Oberseite des Gehäuses in den Raum zwischen den beiden rotationssymmetrischen Körpern hineinragenden Tragarm angebracht ist.
Elektrofilter nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Seiten der Deckflächen desjenigen der rotationssymmetrischen Körper, der sich auf der Seite des Gasstromauslasses befindet, jeweils eine kreisrunde Scheibe (28) befestigt ist, durch welche die Lücke zwischen den beiden Körpern geschlossen und die Abscheidungsfläche insgesamt vergrößert wird. Elektrofilter nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstreifelemente Schaber (29, 30) sind, deren Konturen an die konkave Kontur der Mantelflächen angepaßt ist und die auf der der Sprühelektrode abgewandten Seite an den Mantelflächen und gegebenenfalls an den genannten Scheiben (28) angreifen.






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