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Dokumentenidentifikation DE202005009317U1 23.11.2006
Titel Kran
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202005009317
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 23.11.2006
Registration date 19.10.2006
Application date from patent application 14.06.2005
IPC-Hauptklasse B66C 23/687(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kran mit einer um eine aufrechte Achse drehbaren Drehbühne, einem an der Drehbühne um eine liegende Wippachse wippbar angelenkten Ausleger, sowie einer Abspannvorrichtung zur Abspannung des Auslegers, wobei die Abspannvorrichtung zwei gegenüber der Wippebene des Auslegers geneigte, vorzugsweise etwa V-förmig aufspreizbare Abspannstützen aufweist, die über Abspannmittel mit dem Ausleger verbindbar sind.

Um bei Kranen, insbesondere Teleskopkranen, trotz immer längerer Ausleger größere Traglasten zu erreichen, werden Auslegerabspannungen eingesetzt, bei denen Abspannseile von der Auslegerspitze oder einem Kragen eines der Teleskopauslegerschüsse über Abspannstützen geführt werden, die im Bereich des Fußpunktes des Auslegers abgefangen sind. Um hierbei nicht nur die in der Wippebene wirkenden Kräfte durch eine angehängte Last und das Eigengewicht des Auslegers, sondern auch seitliche Kräfte quer zur Wippebene abfangen zu können, wurde bereits vorgeschlagen, solche Abspannungen räumlich auszubilden, d. h. die Abspannstützen V-förmig aufgespreizt anzuordnen, so daß die Abspannseile auch solche seitlichen Kräfte auf den Ausleger abfangen können, wie dies z. B. die EP 1 215 161 A1 oder die EP 1 065 166 A1 zeigt. Die Abspannstützen sitzen bei diesen Lösungen regelmäßig auf der Oberseite des Anlenkschusses der Teleskopausleger im Bereich von dessen Kragen. Dabei können die Abspannstützen zum Zwecke des Transports aus der aufgespreizten Betriebsstellung in eine an den Ausleger angeklappte Transportstellung gebracht werden, wofür regelmäßig Hydraulikzylinder eingesetzt werden, die einerseits an den Abspannstützen und andererseits an dem Auslegeranlenkschuß angelenkt sind. Die entsprechende Lagerung der Abspannstützen sowie der Aufrichtzylinder erfordern jedoch regelmäßig besondere Maßnahmen an dem Anlenkschuß. Zudem erreichen solche Abspannvorrichtungen bei Großkranken mit höchsten Traglasten ihre Grenzen.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Kran der genannten Art zu schaffen, der Nachteile des Standes der Technik vermeidet und letzteren in vorteilhafter Weise weiterbildet. Vorzugsweise soll eine verbesserte Abspannvorrichtung geschaffen werden, die in den verschiedenen Auslegerstellungen eine bestmögliche Abspannung des Auslegers erreicht und zudem eine günstige Ballastierung des Krans erlaubt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Kran gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Erfindungsgemäß sind also die Abspannstützen der Abspannvorrichtung nicht an dem Ausleger angeordnet. Vielmehr sind die beiden Abspannstützen nach Art einer Derrick-Einrichtung an der Drehbühne des Krans gelagert. Die Lagerkräfte der Abspannstützen werden hierdurch nicht mehr in den Ausleger eingeleitet, sondern unmittelbar an der Drehbühne abgefangen. Mit einer solchen V-förmigen Derrick-Einrichtung können einerseits auch seitliche Kräfte auf den Ausleger abgefangen werden, andererseits ergeben sich durch die Anordnung der Abspannstützen auf der Drehbühne beachtliche Möglichkeiten, gerade bei Großkranen die Ballastierung zu verbessern und die Ballastkräfte günstig in die Abspannung einzuleiten.

Insbesondere können die an der Drehbühne gelagerten Abspannstützen dazu genutzt werden, einen Derrick-Ballast anzuhängen. Die Abspannstützen können vorteilhafterweise gegenüber einer vertikalen Ebene, die sich senkrecht zur Wippebene des Krans erstreckt, d. h. nach vorne zum Ausleger und nach hinten vom Ausleger weg in verschiedene Abspannstellungen geschwenkt werden, wodurch sich der Hebelarm der Abspannung verändert. Vorteilhafterweise können die Abspannstützen hierbei so weit nach hinten geschwenkt werden, daß sie über die Drehbühne überstehen, so daß an ihnen ein hinter der Drehbühne angeordneter Derrick-Ballast angehängt werden kann. Hierdurch können beträchtliche Traglasten abgefangen werden.

In Weiterbildung der Erfindung kann der Ausleger des Krans in seiner Wippstellung über die Abspannvorrichtung verstellt werden. Die Abspannvorrichtung bildet also eine Derrick-Einrichtung, über die der Kran einerseits abgespannt und andererseits der Ausleger auf- und niedergewippt werden kann. In Weiterbildung der Erfindung sind hierzu die Abspannmittel zwischen den Abspannstützen und dem Ausleger im Kranbetrieb längenveränderbar, insbesondere mittels Seilwinden einholbar und abspulbar, so daß durch eine Verkürzung der Abspannmittel zwischen den Abspannstützen und dem Ausleger letzterer aufgewippt und durch Verlängerung der effektiven Abspannmittellänge zwischen Abspannstützen und Ausleger letzterer niedergewippt werden kann. Gegebenenfalls kann auch eine Verstellung der Abspannstützen selbst zum Auf- und Niederwippen des Auslegers genutzt werden. Werden die Abspannstützen gegenüber der Drehbühne nach hinten geschwenkt, erfährt der Ausleger bei gleichbleibender Abspannmittellänge eine Aufwippbewegung, während durch Nachvorneschwenken der Abspannstützen der Ausleger zumindest ein Stück weit niedergewippt werden kann. Vorteilhafterweise erfolgt also die Neigungsverstellung des Auslegers über die Abspannung.

Um hierbei auch mit der räumlichen Ausbildung der Abspann- bzw. Derrick-Vorrichtung eine symmetrische Abspannung des Auslegers sicherzustellen, ist in Weiterbildung der Erfindung eine Synchronisiereinrichtung zur Synchronisation der Verstellung der beiden Abspannmittel und/oder der Verstellung der beiden Abspannstützen vorgesehen. Insbesondere kann die Steuerung der Seilwinden, mit Hilfe derer die Abspannmittel aufgespult und abgespult werden, über Seillängenmesser und/oder Abspannstützen-Stellungssensoren sicherstellen, daß der Ausleger stets symmetrisch zur Wippebene, d. h. links und rechts gleichmäßig abgespannt wird.

Vorteilhafterweise kann der Ausleger auch unabhängig von der Abspann- bzw. Derrick-Einrichtung auf- und niedergewippt werden. Hierzu kann ein Wippzylinder vorgesehen sein, der einerseits an dem Ausleger und andererseits an der Drehbühne angelenkt ist. Hierdurch kann der Ausleger auch ohne Abspannvorrichtung zum Heben kleinerer Lasten genutzt werden, d. h. der Kranbetrieb ist für kleinere Lasten auch ohne die Abspannvorrichtung möglich. Die kann insbesondere zur Selbstmontage der Abspannvorrichtung genutzt werden, wie noch beschrieben wird.

Die beiden an der Drehbühne angelenkten Abspannstützen können vorteilhafterweise mittels Abspannzylinder vor- und zurückgeschwenkt werden, die einerseits an jeweils einer der Abspannstützen und andererseits an der Drehbühne bzw. einem drehbühnenfesten Anlenkpunkt angelenkt sind.

Zusätzlich oder alternativ können die beiden Abspannstützen auch in ihrer Neigung gegenüber der Wippebene verändert werden. Insbesondere können die Abspannstützen in verschieden stark aufgespreizte Betriebsstellungen gebracht werden, um hierdurch das Verhältnis der seitlichen Abspannung zur Abspannung in der Wippebene verändert zu können. Insbesondere können die beiden Abspannstützen dann, wenn der Ausleger des Krans in steile Wippstellungen gebracht wird, weiter seitlich aufgespreizt werden, während sie für flachere Wippstellungen des Auslegers weiter zusammengeschwenkt werden können. Dies kann mit einer Schwenkbewegung der Abspannstützen nach vorne und hinten kombiniert werden, um gleichzeitig den Ballastradius zu beeinflussen. Insbesondere kann vorgesehen sein, daß die Abspannstützen für flachere Wippstellungen des Auslegers nach hinten in eine weniger stark gespreizte Betriebsstellung gebracht werden vorzugsweise derart, daß sie über die Drehbühne nach hinten auskragen und an ihnen ein Derrickballast angehängt werden kann. Für steilere Wippstellungen des Auslegers können die Abspannstützen weiter nach vorne zum Ausleger hin in eine steilere Abspannstellung geschwenkt werden, in der sie stärker aufgespreizt sind. Hierdurch kann für steilere Wippstellungen des Auslegers eine stärkere seitliche Abspannung erreicht werden, die die in Steilstellungen besonders relevanten seitlichen Belastungen gut abfangen kann. In den flacheren Wippstellungen des Auslegers sind hingegen die Ballastkräfte in der Wippebene maßgebender. Auch hier kann jedoch noch eine gewisse seitliche Abspannung vorteilhaft sein, die durch den geringeren Spreizwinkel der Abspannstützen immer noch erreicht wird.

Die Veränderbarkeit der Winkelstellung der Abspannstützen gegenüber der Wippebene kann auch dazu genutzt werden, die Abspannstützen in eine zum Ausleger im wesentlichen parallele Montage- und/oder Transportstellung zu bringen, in der die Abspannstützen bei abgewipptem Ausleger im wesentlichen parallel neben diesem zu liegen kommen.

Um die Lagerung der Abspannstützen einfach zu halten, können diese in vorteilhafter Weise um eine einzige Schwenkachse schwenkbar gelagert sein. Um die vorgenannte Veränderung des Spreizwinkels der Abspannstützen zu erreichen, können die Schwenkachsen der beiden Abspannstützen gegenüber der Wippebene spitzwinklig geneigt sein.

In Weiterbildung der Erfindung sind die Abspannstützen von der Drehbühne lösbar. Hierdurch können sie von dem Kranoberwagen abgenommen und gegebenenfalls separat verladen transportiert werden. Hierbei wäre es grundsätzlich möglich, die Abspannstützen einzeln von der Drehbühne abbolzbar auszubilden.

In Weiterbildung der Erfindung sind die Abspannstützen jeweils an einem Rahmen schwenkbar angelenkt, der mit der Drehbühne lösbar starr verbindbar ist. Beide Abspannstützen könnten hierbei an einem gemeinsamen Rahmen angelenkt sein, der von der Drehbühne abbolzbar sind. In Weiterbildung der Erfindung jedoch sind die Abspannstützen jeweils an einem eigenen Rahmen angelenkt, so daß sie separat abnehmbar sind. Um auch Querkräfte abfangen zu können, sind die Rahmen vorteilhafterweise jeweils durch zumindest eine Dreipunktanlenkung mit der Drehbühne verbindbar.

Um die Montage zu vereinfachen, ist jede Abspannstütze zusammen mit dem dieser jeweils zugeordneten Abspannzylinder, einer Abspannwinde und dem zugehörigen Rahmen als Einheit von der Drehbühne lösbar. Vorteilhafterweise ist hierzu der Abspannzylinder zum Verschwenken der Abspannstützen einerseits an dem lösbaren Rahmen und andererseits an der jeweiligen Abspannstütze angelenkt. Die Abspannwinde ist vorteilhafterweise an der Abspannstütze selbst und/oder dem die Abspannstütze lagernden Rahmen gelagert.

Um die Selbstmontage der Abspannstützen zu erleichtern, sind die beiden Abspannstützen in Weiterbildung der Erfindung derart angeordnet, daß der Ausleger zwischen den beiden Abspannstützen hindurch wippbar ist.

Bei der Selbstmontage der Abspannstützen kann dabei folgendermaßen vorgegangen werden:

Zunächst Aufwippen des Kranauslegers ohne Abspannvorrichtung, Aufnahme der Abspannvorrichtung durch den Ausleger bzw. das von diesem ablaufende Hubseil und Heben der jeweiligen Abspannstütze auf die Drehbühne, sodann Festbolzen der jeweiligen Abspannstütze, Abwippen des Auslegers, Anschlagen des Abspannmittels, Aufrichten der Abspannstützen über den Abspannzylinder und sodann Aufwippen des Auslegers in die Betriebsstellung über die Abspannvorrichtung.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und zugehöriger Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

1: eine schematische Seitenansicht eines Teleskopkrans mit einer Abspannvorrichtung nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung,

2: eine schematische Seitenansicht des Kranes aus 1, wobei die Abspannstützen der Abspannvorrichtung nach hinten über die Drehbühne des Krans hinaus geschwenkt wurden, um einen zusätzlichen Ballast aufzunehmen,

3: eine Frontansicht des Krans aus den vorhergehenden Figuren bei abgewipptem Ausleger, die die seitliche Spreizstellung der Abspannstützen zeigt,

4: eine schematische Darstellung der Selbstmontage der Abspannstützen mit Hilfe des Kranauslegers an der Drehbühne des Krans, und

5: eine schematische Seitenansicht des Krans aus 5 mit abgewipptem, einteleskopiertem Ausleger und daran angeklappter Abspannstützen für die Transport- bzw. Montagestellung.

Der in den Figuren gezeigte Teleskopkran 1 umfaßt einen als LKW ausgebildeten Unterwagen 2, auf dem eine Drehbühne 3 um eine aufrechte Achse 4 drehbar gelagert ist. An der Drehbühne 3 ist ein Teleskopausleger 5 um eine liegende Wippachse 6 auf- und niederwippbar angelenkt. In der gezeichneten Ausführung umfaßt der Teleskopausleger 5 einen Anlenkschuß 7 sowie mehrere daraus austeleskopierbare Teleskopschüsse 8, 9 und 10. Es versteht sich jedoch, daß gegebenenfalls weniger oder mehr Teleskopschüsse vorgesehen und auch weitere Auslegeranbauteile wie Gitterspitzen, Wippspitzen und dergleichen vorgesehen sein können.

Zum Auf- und Niederwippen des Teleskopauslegers 5 ist ein Wippzylinder 11 einerseits an dem Anlenkschuß 7 und andererseits an der Drehbühne 3 angelenkt. Ein Drehbühnenballast 12 ist an die Drehbühne 3 anbolzbar (vgl. 1).

Der Teleskopausleger 5 ist durch eine räumliche Abspannvorrichtung 13 abgespannt, die gleichzeitig eine Derrick-Einrichtung zum Auf- und Niederwippen des Teleskopauslegers 5 und zur Aufnahme eines Derrickballastes 14 (vgl. 2) vorgesehen ist.

Die Abspannvorrichtung 13 umfaßt zwei Abspannstützen 15, die nicht an dem Teleskopausleger 5, sondern an der Drehbühne 3 bzw. einem damit starr verbindbaren Rahmen 16 schwenkbar angelenkt sind. Die Abspannstützen 15 sind dabei in der gezeichneten Ausführung jeweils teleskopierbar ausgebildet, es könnten jedoch auch starre Stützen vorgesehen sein.

Über die Abspannstützen 15 läuft jeweils ein Abspannseil 17, das von einer an dem Rahmen 16 gelagerten Abspannseilwinde 18 zum Spannen, Abspulen und Einholen des jeweiligen Abspannseiles 17 abläuft, über eine Umlenkrolle 19 an der Spitze der Abspannstütze 15 umgelenkt wird und an dem Kragen eines der Teleskopschüsse 9 oder gegebenenfalls auch einem anderen Auslegerteil angeschlagen ist (vgl. 1).

Die Abspannstützen 15 können dabei durch jeweils einen Abspannzylinder 20 verschwenkt werden, der einerseits an dem Rahmen 16 und andererseits an der jeweiligen Abspannstütze 18 angelenkt ist.

Wie 3 zeigt, sind die Abspannstützen 15 dabei jeweils um eine Schwenkachse 21 schwenkbar an dem Rahmen 16 gelagert, die gegenüber der Wippebene 23 unter dem Schwenkachsenwinkel 22 (vgl. 3) spitzwinklig geneigt ist und sich in der gezeichneten Ausführungsform in einer Ebene senkrecht zur genannten Wippebene 23 erstreckt. Hierdurch ist es möglich, mit nur einer Schwenkachse die Abspannstützen 18 aus einer zum abgewippten Teleskopausleger 5 im wesentlichen parallelen Transport- bzw. Montagestellung, wie sie 5 zeigt, in die in 3 gezeigte aufgespreizte Betriebsstellung zu schwenken. In der in den 1 und 3 gezeigten Betriebsstellung nehmen die Abspannstützen 15 zwischen sich einen V-Winkel von etwa 80° ein. Es versteht sich jedoch, daß andere Winkelstellungen möglich sind, insbesondere dann, wenn nach einer nicht gezeigten Ausführung der Erfindung der V-Winkel zwischen den Abspannstützen in ihrer Betriebsstellung einstellbar ist, beispielsweise durch eine zweite Abspannstützenschwenkachse parallel zur Wippebene.

Über die Abspannzylinder 20 können die beiden Abspannstützen 15 in mehrere Betriebsstellungen gebracht werden. Wie 2 zeigt, können die Abspannstützen 15 insbesondere derart weit nach hinten von dem Teleskopausleger 5 weggeschwenkt werden, daß die Abspannstützen 15 über das hintere Ende der Drehbühne bzw. den daran angebolzten Drehbühnenballast 12 auskragen. Hierdurch kann an den Abspannstützen 15 der zusätzliche Derrickballast 14 hinter der Drehbühne 3 bzw. hinter dem daran angebolzten Drehbühnenballast 12 angehängt werden, um die Traglast weiterzusteigern.

Durch die in 3 gezeigte Schwenkbarkeit der Abspannstützen 15 um nur jeweils eine Schwenkachse 21 verändert sich hierbei in vorteilhafter Weise beim Vor- und Zurückschwenken der Abspannstützen 15 der Spreizwinkel zwischen den Abspannstützen. In der in 2 gezeigten nach hinten geschwenkten Stellung ergibt sich zwischen den Abspannstützen 15 ein kleinerer V-Winkel als in der aufrechten, in 1 gezeigten Betriebsstellung der Abspannstützen 15. Hierdurch ergeben sich in vorteilhafter Weise für verschiedene Ausleger- und Abspannstellungen verschiedene Abspanngeometrien. Insbesondere sind die Abspannstützen 15 bei steileren Auslegerstellungen, wie sie 1 zeigt, in denen die Abspannstützen wegen der geringeren Ausladung ebenfalls aufrechter gestellt sind, stärker aufgespreizt, wodurch der Ausleger in den Steilstellungen, in denen die seitlichen Kräfte an Bedeutung gewinnen, besser seitlich abgespannt ist. In den flacheren Auslegerstellungen, bei denen die Abspannstützen, wie 2 zeigt, nach hinten geschwenkt werden, um einen zusätzlichen Ballast anhängen zu können, sind die Abspannstützen weniger stark aufgespreizt, wodurch eine größere Ausladung für den angehängten Derrickballast erreicht wird und die bei flacherem Ausleger maßgeblich werdenden Vertikalkräfte besser abgefangen werden können. Nichtsdestotrotz sind die Abspannstützen 15 auch in der in 2 gezeigten, nach hinten geneigten Stellung noch leicht V-förmig gespreizt, wodurch sie auch hier die seitlichen Kräfte auf den Ausleger abfangen können.

Über die Rahmen 16 ist jede der Abspannstützen 15 mit dem zugehörigen Abspannzylinder 20 und der zugehörigen Seilwinde 18 zu einer Montageinheit zusammengefaßt. Durch Lösen der Verbolzungen des jeweiligen Rahmens 16 kann diese Einheit von der Drehbühne abgenommen werden. Beim Transport ergibt sich eine maximale Transportbreite von 2,50 m.

Wie 4 veranschaulicht, ist eine Selbstmontage der Abspannvorrichtung 13 durch den Teleskopausleger 5 möglich:

Mittels einer am Lasthaken 24 angehängten Traverse 25 mit einem angehängten Gegengewicht 26 können die beiden Hälften der Abspannvorrichtung 13 von dem Kran 1 selbst montiert werden. Zunächst wird hierbei durch Aufwippen des Teleskopauslegers 5 durch den Wippzylinder 11 der Teleskopausleger 5 über den am Boden oder auf einem LKW abgelegten Abspannstützen 15 positioniert. Die jeweilige Einheit aus Rahmenhälfte 16, Abspannseilwinde 18, Abspannzylinder 20 und Abspannstütze 15 wird angehoben und durch entsprechende Wippbewegungen des Teleskopauslegers 5 über der Drehbühne 3 positioniert, wie dies 4 zeigt. Sitzt der jeweilige Rahmen 16 an den vorgesehenen Montagepunkten, wird er dort an der Drehbühne 3 verbolzt. Durch eine an der Drehbühne 3 vorgesehene Stütze 27 (vgl. 5) liegt die Abspannstütze auf der Drehbühne 3 auf. Sodann wird dann durch Ausfahren des Abspannzylinders 20 die jeweilige Abspannstütze 15 austeleskopiert. In der austeleskopierten Stellung kann die Abspannstütze 15 sodann verriegelt werden.

Das jeweilige Abspannseil 11 wird mit dem in der Traglasttabelle der Kransteuerung vorgegebenen Kragen bzw. Kopfstück des jeweiligen Teleskopschusses verbolzt (vgl. 5). Danach wird der Abspannzylinder 20 eingefahren, wodurch sich die auf der Stütze 27 abgelegte Abspannstütze 17 selbsttätig aufrichtet. Hierbei wird die Abspannseilwinde 18 abgespult.

Es versteht sich, daß mit der zweiten Abspannstütze 17 entsprechend vorgegangen wird.

Haben die beiden Abspannstützen 15 ihre vorgesehene Betriebsstellung erreicht, wird der Wippzylinder 11 des Teleskopauslegers 5 in Schwimmstellung geschaltet, so daß die Kolben und Ringfläche miteinander verbunden sind. Der Teleskopausleger 5 kann sodann über die beiden Abspannseile 17 und die Abspannseilwinden 18 auf- und auch wieder abgewippt werden. Über eine Synchronisiereinrichtung wird hierbei sichergestellt, daß sowohl die beiden Abspannseilwinden 18 als auch die beiden Abspannstützen 15 zueinander absolut synchronisiert sind, so daß sich stets exakt gleiche Abspannungslängen ergeben und der Teleskopausleger 5 stets symmetrisch abgespannt wird. Diese Synchronisation erfolgt hierbei vorteilhafterweise über die Steuerung der Abspannwinden 18 und der Abspannzylinder 20 unter Zuhilfenahme von Längengebern an den Abspannzylindern 20 und Abspulseillängenmessern, die den jeweiligen Abspannseilen 17 zugeordnet sind.

Im Betrieb ergeben sich sodann die Möglichkeiten der Verstellung der Abspannstützen 15, wie sie die 1 und 2 verdeutlichen.


Anspruch[de]
Kran mit einer um eine aufrechte Achse (4) drehbaren Drehbühne (3), einem an der Drehbühne (3) um eine liegende Wippachse (6) wippbar angelenkten Ausleger (5), sowie einer Abspannvorrichtung (13) zur Abspannung des Auslegers (5), wobei die Abspannvorrichtung (13) zwei gegenüber der Wippebene (23) des Auslegers (5) geneigte, vorzugsweise etwa V-förmig aufspreizbare Abspannstützen (15) aufweist, die über Abspannmittel (17), insbesondere -seile, mit dem Ausleger (5) verbindbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Abspannstützen (15) nach Art einer Derrick-Einrichtung an der Drehbühne (3) des Krans gelagert sind. Kran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Abspannmittel (17) zwischen den Abspannstützen (15) und dem Ausleger (5) im Kranbetrieb längenveränderbar, insbesondere mittels Seilwinden (18) einholbar und abspulbar sind und/oder die Abspannstützen (15) gegenüber der Drehbühne (3) vor- und zurückschwenkbar sind, so daß der Ausleger (5) durch Verstellung der Abspannvorrichtung (13) auf- und niederwippbar ist. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Ausleger (5) mittels zumindest eines Wippzylinders (11), der einerseits am Ausleger (5) und andererseits an der Drehbühne (3) angelenkt ist, auf- und niederwippbar ist. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Synchronisiereinrichtung zur Synchronisation der Verstellung der Abspannmittel (17) und/oder der Verstellung der Abspannstützen (15) vorgesehen ist. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Abspannzylinder (20) zum Verschwenken der Abspannstützen (15) vorgesehen sind, die einerseits an jeweils einer der Abspannstützen (15) und andererseits an einem drehbühnenfesten Anlenkpunkt angelenkt sind. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die beiden Abspannstützen (15) in eine Stellung, in der sie über das dem Ausleger (5) abgewandte Ende der Drehbühne (3) hinaus auskragen, schwenkbar sind und/oder ein Derrickballast (14) an den Abspannstützen (15) anhängbar ist. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die beiden Abspannstützen (15) derart gelagert sind, daß sie in ihrer Neigung gegenüber der Wippebene (23) des Auslegers (5) veränderbar sind. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die beiden Abspannstützen (15) für verschiedene Schwenkstellungen der Abspannstützen (15) gegenüber einer zur Wippebene (23) des Auslegers (5) senkrechten Ebene in verschiedene Winkelstellungen gegenüber der genannten Wippebene (23) bringbar sind, insbesondere derart, daß in einer zurückgeschwenkten Abspannstellung für flache Auslegerwippstellungen die Abspannstützen (15) einen kleineren Spreizwinkel zwischen sich einschließen als in steileren Abspannstellungen für steilere Auslegerwippstellungen. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die beiden Abspannstützen (15) derart schwenkbar gelagert sind, daß sie aus einer V-förmig aufgespreizten Betriebsstellung in eine zum abgewippten Ausleger etwa parallele Montage- und/oder Transportstellung schwenkbar sind. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die beiden Abspannstützen (15) jeweils um eine zur Wippebene (23) des Auslegers (5) spitzwinklig geneigte Schwenkachse schwenkbar sind. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abspannstützen (15) von der Drehbühne (3) lösbar sind. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abspannstützen (15) jeweils an einem Rahmen (16) schwenkbar angelenkt sind, der mit der Drehbühne (3) lösbar starr verbindbar ist. Kran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei jede Abspannstütze (15) zusammen mit einem ihr jeweils zugeordneten Abspannzylinder (20), einer Abspannwinde (18) und dem zugehörigen Rahmen (16) als Montageeinheit von der Drehbühne (3) lösbar ist. Kran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Abspannzylinder (20) an dem lösbaren Rahmen (16) einerseits und der jeweiligen Abspannstütze (15) andererseits angelenkt ist. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abspannstützen (15) derart angeordnet sind, daß der Ausleger (5) zwischen den beiden Abspannstützen (15) hindurch wippbar ist. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abspannstützen (15) längenveränderbar, insbesondere teleskopierbar, ausgebildet sind.






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