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Dokumentenidentifikation DE202006010489U1 30.11.2006
Titel Schienenfahrzeug
Anmelder Buck, Martin, Dipl.-Ing., 27404 Zeven, DE
Vertreter Glawe, Delfs, Moll, Patentanwälte, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202006010489
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.11.2006
Registration date 26.10.2006
Application date from patent application 06.07.2006
IPC-Hauptklasse B60M 7/00(2006.01)A, F, I, 20060706, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65G 1/04(2006.01)A, L, I, 20060706, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein mit einem Antrieb versehenes Schienenfahrzeug, das von einer zwischen den Enden der Schiene angeordneten Zwischenstelle in beiden Richtungen verfahrbar ist und über eine Gliederkette von der Zwischenstelle her mit Energie versorgt ist, wobei ein Ende der Gliederkette fest an der Zwischenstelle angebracht ist.

Wird eine Gliederkette für den Antrieb verwendet, so kann damit die Energieversorgung des Schienenfahrzeugs für den Antrieb verbessert oder unter Umständen sogar erst möglich gemacht werden. Die Stromleitung, Hydraulikschläuche oder Pneumatikschläuche werden dabei durch die Gliederkette geführt. Die Glieder der Kette sind beweglich aneinander befestigt, wobei die Gliederkette mehr oder weniger stark aufgerollt und mehr oder weniger stark gestreckt werden kann. Es ist zwar möglich, die Gliederkette von der aufgerollten. Stellung in eine gestreckte Stellung zu bewegen. Die Konstruktion der Gliederkette erlaubt es aber nicht, dass diese Biegung dann über die gestreckte Stellung hinaus, also in Richtung eines Aufrollens in der entgegengesetzten Richtung verformt wird. Auf jeden Fall würde eine solche Krümmung nach beiden Seiten aber die Lebensdauer des darin befindlichen Kabels, der Druckluftleitung oder anderer Energieübertragungselemente stark verringern.

Wird das Schienenfahrzeug von einem Ende seiner Bahn mit Energie über eine Gliederkette versorgt, so macht dies keine Schwierigkeiten, da die Gliederkette immer nur mit einer in eine Richtung weisenden Krümmung aufgerollt und abgerollt wird. Findet aber die Energieversorgung von einer Zwischenstelle her statt, so muss die Gliederkette zumindestens an der Stelle, an der sie an der Zwischenstelle angelenkt ist, einmal in die eine Richtung und einmal in die andere Richtung gekrümmt werden.

Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eine Schienenfahrzeugs der eingangs genannten Art, bei dem die Gliederkette auch bei Energieversorgung von der Zwischenstelle her nur in eine Richtung von der gestreckten Stellung gekrümmt wird.

Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, dass die Gliederkette auf einem Drehteller in der Zwischenstelle auf- und abwickelbar angeordnet ist, dass das andere Ende der Gliederkette an einem sich mit dem Drehteller drehenden Mittelelement fest angebracht ist, dass eine zweite auf dem Drehteller über oder unter der ersten Gliederkette angeordnete Gliederkette mit ihrem einen Ende fest mit dem Mittelelement und mit dem anderen Ende fest mit dem Schienenfahrzeug verbunden ist, wobei die Windungen der ersten Gliederkette zusammengezogen werden, wenn die zweite Gliederkette abgewickelt wird, und dass der Drehteller mit einem Drehmoment vorgespannt ist, das in der Richtung wirkt. In der die erste Gliederkette aufgewickelt wird.

Es werden also statt einer Gliederkette zwei Gliederketten für die Energieübertragung verwendet. Die Gliederketten sind dabei fest an der Zwischenstelle, dem Mittelelement und dem Schienenfahrzeug befestigt, so dass hier kein winkelmäßig bewegbarer Anschluss vorgesehen sein muss.

Der Drehteller und die darauf befindlichen Teile der Gliederkette sind fest an der Zwischenstelle angeordnet. Bewegt sich das Schienenfahrzeug von der Zwischenstelle weg, so wird die zweite Gliederkette gegen die Vorspannung des Drehmoments, das in Richtung des Aufwickelns der zweiten Gliederkette wirkt, abgewickelt. Der Drehteller dreht sich dabei. Es ist aber kein Schleifkontakt oder eine sonstige bewegliche Verbindungsstelle zwischen der zweiten Gliederkette und der Energiequelle an der Zwischenstelle erforderlich. Die zweite Gliederkette ist vielmehr fest mit dem Mittelelement verbunden, an dem die erste Gliederkette fest angebracht ist, die dann fest mit der Energiequelle an der Zwischenstelle verbunden ist. Die erste Gliederkette ist zunächst locker aufgewickelt, d. h., sie befindet sich mehr oder weniger am Umfang des Drehtellers. Wird dann die zweite Gliederkette abgewickelt und der Drehteller entsprechend gedreht, werden die Windungen der ersten Gliederkette fester gezogen, d. h., die Windungen werden mehr nach innen bewegt. Bewegt sich der Wagen zurück, so wird der Drehteller in der umgekehrten Richtung gedreht, so dass sich die erste Gliederkette wieder weiter nach außen auf dem Drehteller bewegt. Das entsprechende gilt, wenn das Schienenfahrzeug zur anderen Seite bewegt wird.

Bei allen diesen Bewegungen wird verhindert, dass die Gliederkette über ihre gestreckte Stellung in die andere Richtung ausgelenkt wird, als dies im aufgewickelten Zustand der Fall ist.

Vorteilhafterweise wird das vorspannende Drehmoment durch ein Gewicht erzeugt.

Die Gliederkette kann zum Übertragen von der elektrischen Energie, Hydraulikfluid oder Druckluft ausgebildet sein. Zusätzlich kann sie auch mit Leitungen zur Signalübertragung und Steuerung versehen sein.

Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist das Schienenfahrzeug entlang einer Zahnstange antreibbar. Das Schienenfahrzeug besitzt dann ein entsprechendes von dem Motor angetriebenes Zahnrad. Der Vorteil dabei ist, dass durch die Drehung des Zahnrades eine exakte Ortsbestimmung möglich ist, wodurch die Steuerung des Maschinenfahrzeugs auf einfache Weise sehr genau vorgenommen werden kann.

Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Zwischenstelle auf einem Wagen angeordnet ist, der senkrecht zur Schienenrichtung zu parallel damit verlaufenden Schienen befahrbar ist.

Zweckmäßigerweise wird der Wagen nach Ausrichtung der Schienen in diesem Falle durch mechanischen Formschluß arretiert, damit das Schienenfahrzeug von dem Wagen auf die betreffende Schiene verfahren werden kann. Die Ausrichtung und Arretierung kann durch Hydraulikmittel, Druckluft, elektromagnetisch oder mit Hilfe von Keilmitteln erfolgen.

Vorteilhafterweise sind die Schienen in mehreren Etagen übereinander angeordnet und der Wagen anhebbar und mit den Schienen in verschiedenen Etagen ausrichtbar und arretierbar. Dies ermöglicht es, dass das Schienenfahrzeug Teil eines Regalsystems zum Lagern von Paletten ist, wie es aus der DE 201 07 533 U1 bekannt ist. Ein solches System weist nebeneinander und übereinander angeordnete Fächer zum Aufnehmen von Paletten auf, die mit Schienen verbunden sind. Die Schienen enden in Gängen, in denen der Wagen in Längsrichtung vor eine entsprechende Schiene bewegbar ist. Ist der Wagen dort arretiert, kann mit dem Schienenfahrzeug auf die Schienen in das Fach hineingefahren werden, um dort Paletten abzuladen oder zu entnehmen.

Die Erfindung betrifft auch ein Regalsystem zum Fördern und Lagern von Paletten mit einem Gestell mit einer Mehrzahl von nebeneinander und stockwerkartig übereinander angeordneten mit Schienen versehenen Lagerfächern, in denen eine Palette oder hintereinander mehrere Paletten mithilfe eines Schienenfahrzeugs abgestellt werden können, mit wenigstens einem Wagen, mit dem das Schienenfahrzeuge vor ein Lagerfach oder eine Reihe von Lagerfächern bewegbar ist und von dort in das Lagerfach/die Lagerfächern auf den Schienen hinein- und aus denselben heraus bewegbare ist, das sich dadurch auszeichnet, dass es eine Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 15 aufweist.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer vortelihaften Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen bspw. beschrieben. Es zeigen in schematischer Darstellung:

1 das mit einem Antrieb versehene Schienenfahrzeug der Erfindung perspektivischer Darstellung in einer ersten Stellung; und

2 im vergrößerten Maßstab eine andere Stellung des Schienenfahrzeugs.

An einer mit Schienen 2 versehenen Zwischenstelle 1 ist ein Drehteller 3 angeordnet, auf dem lose (in den Figuren am Rand des Drehtellers 3) eine erste Gliederkette 4 aufgewickelt ist. Diese ist einerseits am Außenumfang mit der Zwischenstelle 1 starr verbunden und an ihrem anderen Ende an einem Mittelelement 5 starr befestigt, das sich mit dem Drehteller 3 dreht. Über der ersten Gliederkette 4 ist eine zweite Gliederkette 6 angeordnet, die mit einem Ende ebenfalls am Mittelelement 5 starr befestigt ist und mit dem anderen Ende bei 7 an einem Wagen 8 fest befestigt ist. Die Energiezufuhr für den nicht gezeigten Motor des Wagens 8 erfolgt über die erste Gliederkette 4, das Mittelelement 5 und die zweite Gliederkette 6. Wird der Wagen 8 in 1 nach rechts verfahren, so wird die Gliederkette 6 gegen ein nicht gezeigtes vorspannendes Drehmoment abgewickelt, der Drehteller 3 dreht sich im Uhrzeigersinn, und die erste Gliederkette 4 wird aufgewickelt. Bewegt sich der Wagen 8 in 1 nach links zur Mittelstellung, die in 2 gezeigt ist, so wird die Gliederkette 6 aufgewickelt, der Drehteller 3 dreht sich im Gegenuhrzeigersinn, und die erste Gliederkette 4 bewegt sich wieder zum Rand des Drehtellers 3. Bewegt sich der Wagen 8 in 1 weiter nach links. über die Zwischenstelle 1 hinaus, so treten dieselben Verhältnisse auf.

Das Schienenfahrzeug 8 bewegt sich wie erwähnt auf den Schienen 2, die in den Figuren im Bereich der Zwischenstelle 1 als unterbrochen dargestellt sind. Dies ermöglicht es, dass für die erwähnten Anwendungen im Regellager die Zwischenstelle 1 ein Wagen ist, der vor verschiedene Schienen 2 gefahren werden kann, damit das Schienenfahrzeug 8 in die Fächer zum Einfügen oder Entnehmen von Paletten verfahren werden kann. Die Erfindung kann auch in einem Fall angewendet werden, bei dem der Wagen 1 mit einem Vertikalförderer in verschiedenen Stockwerke gefahren werden kann.


Anspruch[de]
Mit einem Antrieb versehenes Schienenfahrzeug, das von einer zwischen den Enden der Schiene angeordneten Zwischenstelle in beiden Richtungen verfahrbar ist und über eine Gliederkette von der Zwischenstelle her mit Energie versorgt wird, wobei ein Ende der Gliederkette fest an der Zwischenstelle angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Gliederkette (4) auf einem Drehteller (3) in der Zwischenstelle (1) auf- und abwickelbar angeordnet ist, dass das andere Ende der Gliederkette (4) an einem sich mit dem Drehteller (3) drehenden Mittelement (5) fest angebracht ist, dass eine zweite auf dem Drehteller (1) über oder unter der ersten Gliederkette (4) angeordnete Gliederkette (6) mit ihrem einen Ende fest mit dem Mittelelement (5) und mit dem anderen Ende fest mit dem Schienenfahrzeug (8) verbunden ist, wobei die Windungen der ersten Gliederkette (4) zusammengezogen werden, wenn die zweite Gliederkette (6) abgewickelt wird, und dass der Drehteller (3) mit einem Drehmoment vorgespannt ist, das in der Richtung wirkt, in der die erste Gliederkette (6) aufgewickelt wird. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehmoment durch ein Gewicht erzeugt wird. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gliederketten (4, 6) zum Übertragen von elektrischer Energie ausgebildet sind. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gliederketten (4, 6) zum Übertragen von Hydraulikfluid ausgebildet sind. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gliederketten (4, 6) zum Übertragen von Druckluft ausgebildet sind. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gliederketten (4, 6) zum Übertragen von Signalen ausgebildet sind. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenstelle (19) auf einem Wagen angeordnet ist, der senkrecht zur Schienenrichtung zu parallel damit verlaufenden Schienen (2) verfahrbar ist. Schienenfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagen nach Ausrichtung mit Schienen (2) durch mechanischen Formschluß arretierbar ist. Schienenfahrzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagen nach Ausrichtung mit Schienen (2) durch Hydraulikmittel arretierbar ist. Schienenfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagen nach Ausrichtung mit Schienen (2) durch Druckluft arretierbar ist. Schienenfahrzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagen nach Ausrichtung mit Schienen (2) elektromagnetisch arretierbar ist. Schienenfahrzeug nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagen nach Ausrichtung mit Schienen (2) durch Keilmitteln arretierbar ist. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass es entlang einer Zahnstange antreibbar ist. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass Schienen (2) in mehreren Stockwerken übereinander angeordnet sind und der Wagen anhebbar ist und mit den Schienen (2) in verschiedenen Etagen ausrichtbar und arretierbar ist. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass es Teil eines Regalsystems zum Lagern von Paletten ist. Regalsystem zum Fördern und Lagern von Paletten mit einem Gestell mit einer Mehrzahl von nebeneinander und stockwerkartig übereinander angeordneten mit Schienen versehenen Lagerfächern, in denen eine Palette oder hintereinander mehrere Paletten mithilfe eines Schienenfahrzeugs (8) abgestellt werden können, mit wenigstens einem Wagen (Zwischenstelle 1), mit dem das Schienenfahrzeug (8) vor ein Lagerfach oder eine Reihe von Lagerfächern bewegbar ist und von dort in das Lagerfach/die Lagerfächern auf den Schienen hinein- und aus denselben heraus bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 15 aufweist.






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