PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202006012184U1 30.11.2006
Titel Wetterunabhängige Reinigungsvorrichtung
Anmelder Weber, Hugo, 86480 Waltenhausen, DE
Vertreter Patentanwälte Munk, 86150 Augsburg
DE-Aktenzeichen 202006012184
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.11.2006
Registration date 26.10.2006
Application date from patent application 07.08.2006
IPC-Hauptklasse E04D 13/00(2006.01)A, F, I, 20060807, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A01N 59/20(2006.01)A, L, I, 20060807, B, H, DE   A01N 59/16(2006.01)A, L, I, 20060807, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Reinigungsvorrichtung für dem Wetter ausgesetzte Oberflächen wie beispielsweise Dächer, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Derartige Reinigungsvorrichtungen sind aus verschiedenen eigenen Schutzrechten bekannt. Dabei ging die Entwicklung bisher immer dahin, Reinigungsvorrichtungen aus möglichst hochwertigem Kupfer, d.h. möglichst reinem Kupfer herzustellen und für eine möglichst schutzschichtfreie Kupferoberfläche zu sorgen, damit das Kupfer mit natürlicher Feuchtigkeit reagieren kann, wie dies beispielsweise in der WO 2005/07 1181 und WO 2004/018 794 beschrieben ist. Die an die jeweilige Dachziegelform angepasste Kupferblechplatte wurde dabei sogar mit Befestigungsmitteln aus Kupfer an dem Dach befestigt, um die Reaktionsfläche der Reinigungsvorrichtung, sprich die Kupferoberfläche der jeweiligen Platte noch zu vergrößern. Weitere Maßnahmen zur Vergrößerung der Kupferoberfläche betrafen mehrlagige Schichtungen von Kupferblech auf der Basis-Kupferplatte der Reinigungsvorrichtung, wie in der EP 1 389 659 B1 beschrieben. Dabei wurde erkannt, dass es auch eine große Rolle spielt, das Kupfermaterial an den Reaktionsoberflächen möglichst lange der natürlichen Feuchtigkeit auszusetzen, wie dies in den Spalten zwischen den Kupferlagen gemäß EP 1 389 659 B1 schon der Fall war. Weitere Verbesserungen in dieser Richtung betrafen Kupferlagen aus Lochblechen sowie eine bewegliche Verbindung der einzelnen Kupferlagen aneinander, so dass das in den Spalt zwischen dem Kupfer eindringende Wasser möglichst lang darin gehalten wird. Auch bei anderen Erscheinungsformen von Dachreinigungsvorrichtungen des Anmelders kam es immer darauf an, eine möglichst, große Kupferoberfläche der natürlichen Feuchtigkeit auszusetzen, wie beispielsweise bei der Reinigungsvorrichtung gemäß deutschem Gebrauchsmuster DE 203 211 44.8, bei dem das Kupfer in Form von einem Gebinde mit einer großen Außenoberfläche vorgesehen war.

Während bei diesen Dechreinigungsvorrichtungen unter den meisten Umweltbedingungen ein im Verhältnis zum jeweiligen Preisleistungsverhältnis zufrieden stellendes Resultat hinsichtlich der Dachreinigung zuverlässig und über lange Zeit erzielt wird, sind in letzter Zeit auch Entwicklungen bekannt geworden, deren Effekt begrenzt war, z.B. ein spannungsunterstütztes Dachreinigungssystem gemäß DE 10 2004 036 979 A1. Dabei sind zwei Kupferplatten durch einen dünnen Spalt voneinander getrennt angeordnet und galvanisch miteinander gekoppelt, wenn Regenwasser in den Spalt eindringt. Um jedoch das Wasser in dem Spalt eine gewisse Zeit zu halten ist es nötig, dass die Dicke des Spalts im Bereich der Kapillarwirkung bleibt, d.h. höchstens wenige Zehntel-Millimeter beträgt. Damit ist der Spalt jedoch zu dünn, um einen Durchfluss zu erzielen, weil das im Spalt befindliche Wasser einen derartigen Staudruck erzeugt, dass das nachfolgende Wasser über die äußere der beiden Kupferlagen hinweg fließt. Zudem kommt es bei den üblichen Temperaturschwankungen auf Hausdächern schnell zu einem Materialverzug, der wegen der geringen Spaltdicke zwangsläufig zum Kurzschluss der Anlage führt. Selbst wenn kein Materialverzug auftreten sollte, wird das von der den Pluspol bildenden Kupferplatte abgetragene Material nicht so homogen wie dort am Minuspol angelagert, so dass es im Lauf der Zeit zu einem Materialaufbau an der den Minuspol bildenden Kupferplatte kommt, und damit zwangsläufig über die Zeit zum Kurzschluss der Anlage.

Eine weitere Dachreinigungsvorrichtung ist in der US 3,566,832 gezeigt, welche ein Gehäuse umfasst, in dem eine Chemikalie untergebracht ist, z.B. ein Metalloxyd, oder ein Bleichmittel, welches sich unter dem Einfluss von Feuchtigkeit nach und nach auflöst und durch die Perforierung des Gehäuses austritt.

Ausgehend von dem vorstehend genannten eigenen Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Reinigungsvorrichtung für der Witterung ausgesetzte Flächen; wie beispielsweise Dächer zu schaffen, mit der die erzielbare Reinigungswirkung unabhängiger von den Umweltbedingungen an dem jeweiligen Einsatzort der Reinigungsvorrichtung wirkt.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Erfindungsgemäß enthält die Reinigungsvorrichtung dabei nicht nur ein Reaktionsmaterial, welches im Zusammenwirken mit natürlicher Feuchte einen fungiziden bzw. antibakteriellen und schmutzentfernenden Effekt hat, sondern ferner ein Schwefelmaterial, mit dem das Reaktionsmaterial zu einer Sulfatverbindung, beispielsweise einem Metallsulfat oder – sulfid reagieren kann.

Denn, wie der Erfinder erkannt hat, beruht die antibakterielle, fungizide und schmutzentfernende Wirkung von Reaktionsmaterialien der im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschriebenen Art darauf, dass in natürlicher Feuchte heutzutage aufgrund der Luftverschmutzung und ähnlichem Schwefel enthalten ist – wie aus der öffentlichen Diskussion zum Thema saurem Regen hinlänglich bekannt- und dieser Schwefel in Form einer sauren Lösung vorliegt, welche Reaktionsmaterialien der gattungsgemäßen Art wie beispielsweise Kupfer, Zink odgl. angreift und mit ihnen zu Kupfersulfat reagiert, welches ein hochgiftiges Pflanzengift, Bakterizid und Fungizid ist.

In Gegenden, in denen die natürliche Feuchte aber einen geringeren Schwefelgehalt aufweist, wie beispielsweise in küstennahen Bereichen, kommt die die Dachreinigung auslösende Reaktion bei klassischen Dachreinigungsvorrichtungen der eingangs beschriebenen Art daher nur schleppend in Gang und bleibt hinsichtlich ihrer Reinigungskraft hinter den gesteckten Zielen zurück. Da die Reinigungsvorrichtung auf erfindungsgemäße Weise zusätzlich ein Schwefelmaterial abgibt, welches mit dem Reaktionsmaterial zu einer Sulfatverbindung bzw. zu einem Metallsulfat reagieren kann, gelingt es jedoch, auch in solchen Gegenden für eine hinsichtliche Reinigungskraft und Reinigungsdauer ausreichende Dachreinigung zu sorgen. Auch in Gegenden mit hoher Schwefelbelastung im Niederschlag führt der Eigenschwefel der Reinigungsvorrichtung auf vorteilhafte Weise zu einer schnelleren und nachhaltigeren Dachreinigung. Darüber hinaus macht der Eigenschwefelanteil die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung auch in Gegenden einsetzbar, in denen nur sehr begrenzt Niederschläge fallen und daher die natürliche Feuchte optimal für die Dachreinigung ausgenutzt werden muss.

Es sei darauf hingewiesen, dass neben oder alternativ zu dem Schwefelmaterial im Rahmen der Erfindung auch jedwedes weitere Zusatzmaterial eingesetzt werden kann, welches unter Feuchtigkeitseinfluss mit dem Reaktionsmaterial der gattungsgemäßen Art, also beispielsweise einem Kupfer- und/oder Zinkmaterial oberflächenreinigende Verbindungen bildet, also ein Fungizid, Bakterizid, Pflanzengift, eine Säure oder Lauge.

Das Reaktionsmaterial ebenso wie das Schwefelmaterial ist dabei so in der Reinigungsvorrichtung enthalten, dass es im Lauf der Zeit nach und nach abgegeben wird, d.h. dass die Reinigungswirkung über einen jahre- bzw. jahrzehntelangen Zeitraum erzielt wird, also so, dass das Reaktionsmaterial und das Schwefelmaterial durch einwirkende Feuchte nicht sofort vollständig ausgewaschen wird, sondern lediglich in Spuren, dafür aber unter Feuchtigkeitseinfluss kontinuierlich abgegeben wird. Das Schwefelmaterial kann dabei auch so beschaffen sein, dass es mit dem Reaktionsmaterial zu einer Sulfidverbindung reagiert, da sich Sulfidverbindungen unter Feuchtigkeitseinfluss in Sulfatverbindungen umwandeln.

Vorteilhafte Weiterbildungen sind dabei Gegenstand der Unteransprüche. Dabei lassen sich im Rahmen der Erfindung alle beanspruchten Merkmale in jedweder sinnvoll erscheinenden Kombination verwenden.

Beim Aufbau der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung sowie bei der Auswahl des Reaktionsmaterials und des Schwefelmaterials, seinem Aggregatzustand sowie seinem Vorliegen in elementarer Form, als Verbindung oder als Stoffgemisch kann dabei im Rahmen der Erfindung variiert werden, so lange die oben stehend beschriebenen Wirkungen erzielt werden.

So könnte beispielsweise eine Reinigungsvorrichtung mehrere Lagen Kupfer- oder Zinkblech aufweisen, zwischen denen das Schwefelmaterial angeordnet ist. In diesem Fall könnte das Schwefelmaterial beispielsweise aus einem pulverisierten, schwefelhaltigen Mineral oder elementarem Schwefel bestehen, welches mit Hilf eines Bindemittels zu einer Lage verbunden ist, die jeweils zwischen zwei der Bleche angeordnet sein kann. Dabei kann es ausreichen, wenn an den Rändern der Bleche die Feuchtigkeit an den mit dem Schwefelmaterial ausgefüllten Spalten angreift, um genügend Schwefelmaterial und Reaktionsmaterial aus der Reinigungsvorrichtung herauszuwaschen, um die Dachreinigungswirkung zu erzielen. Es wäre aber ebenso denkbar, die Schwefelmateriallage mit geeigneten Maßnahmen wasserduchlässig zu machen, beispielsweise indem das Schwefelmaterial mit einem geeigneten Bindemittel gesintert wird, so dass die Feuchtigkeit in die Sinterporen der Schwefelmateriallage eindringen kann. Ebenso wäre es denkbar, den Spalt mit dem Schwefelmaterial auszuschäumen. Ferner wäre es denkbar, nicht den gesamten Spalt zwischen den Kupferlagen auszufüllen, sondern Kanäle freizulassen, in die die Feuchtigkeit eindringen kann, um so die von der Feuchtigkeit benetzbare Oberfläche zu vergrößern. Ferner wäre es denkbar, die Kupferbleche und/oder die Schwefelmateriallage mit Löchern bzw. einer Perforierung zu versehen, so dass die Feuchtigkeit die Schwefelmateriallage an einer größeren Oberfläche benetzen kann. Ebenso denkbar wäre es, das Schwefelmaterial als Gebinde, Gewirke, Geflecht odgl. zwischen die Kupferbleche einzubringen, so dass Wasser zwischen den Schwefelmaterialfäden hindurch laufen kann, oder ein solches Vlies, Gebinde, Gewirke, Geflecht odgl. aus einem vorzugsweise saugfähigen Trägermaterial oder aus dem Reaktionsmaterial herzustellen und mit einer Paste, einem Lack odgl. einzulassen, welche schwefelmaterialhaltig ist.

Weiterhin wäre es beispielsweise denkbar, die Reinigungsvorrichtung ganz als Gebinde, Gewirke, Geflecht odgl. aus Reaktionsmaterialfäden, beispielsweise Kupferfäden odgl. und einer darauf aufgetragenen Paste, Lack odgl. aus dem Schwefelmaterial herzustellen. Das mit der Paste versehene Gebinde, Gewirke, Geflecht odgl. könnte dabei auch in einem Gehäuse untergebracht sein, welches wiederum aus einem Trägermaterial, dem Reaktionsmaterial oder dem Schwefelmaterial bestehen kann.

Weiterhin wäre es denkbar, ein Gehäuse aus dem Reaktionsmaterial, also beispielsweise aus mit einer geeigneten Perforierung versehenen Kupferblechen herzustellen, welches mit dem Schwefelmaterial in Form von kristallinen oder mineralischen Brocken gefüllt ist.

Darüber hinaus könnte die Reinigungsvorrichtung auch aus einem Materialträger bestehen, welcher gleichzeitig das Schwefelmaterial und das Reaktionsmaterial enthält. So könnte beispielsweise ein Blech aus einer Kupfer- Schwefellegierung oder einer Legierung, welche neben anderen Bestandteilen Kupfer- und/oder Zinkanteile und Schwefelmaterial enthält, auf dem Dach angebracht werden. Genauso gut könnte dieses Blech aber auch verwendet werden, um das Gehäuse, welches mit dem Schwefelmaterial gefüllt ist, herzustellen, oder die Blechlagen, zwischen denen das Schwefelmaterial angeordnet ist. In einem solchen Gehäuse, bzw. zwischen solchen Blechen kann dabei nicht nur Schwefelmaterial angeordnet sein, sondern zusätzlich ebenso Kupfermaterial bzw. ein sowohl Schwefel- als auch Reaktionsmaterial enthaltendes Material, wie beispielsweise ein schwefelhaltiges Kupfererz in gemahlener und mit Bindemittel versehener Form, Metall- bzw. Kupfer- oder Zinkspäne und Schwefelpulver in Bindemittel eingelassen bzw. miteinander verklebt oder gesintert, ein mit einem schwefelhaltigen Überzug versehenes Kupfergestrick, Gewölle odgl. etc.. Ebenso wäre es denkbar, eine Aufnahme aus einem nicht reaktiven Trägermaterial, also ein Gehäuse oder zwei Bleche zwischen denen eine Lage Material angeordnet werden kann, vorzusehen, welche mit einem Material gefüllt ist, welches sowohl Reaktionsmetall bzw. Kupfer als auch Schwefelmaterial enthält. So könnte beispielsweise in einem Kunststoffgehäuse, welches auf geeignete Art perforiert ist, ein zum Auswaschen geeignet zerkleinertes, schwefelhaltiges Kupfererz eingebracht sein. Weiterhin wäre es denkbar, zwischen zwei geeignet perforierten Kunststofffolien beispielsweise einen Sinterkörper einzubringen, in den schwefelhaltige und kupferhaltige Materialanteile eingesintert sind.

Ebenfalls wäre es denkbar, die Reinigungsvorrichtung aus einem Kupferblech herzustellen, in welchem Schwefelverunreinigungen eingeschlossen sind.

Bevorzugt ist dabei eine Reinigungsvorrichtung, die insgesamt mindestens 0,6 Gewichtsprozent Schwefel enthält. Versuche haben ab dieser Schwelle Resultate gezeigt. Die Reinigungswirkung der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung setzt jedoch dann besonders schnell ein, wenn der Schwefelgehalt auf über 5 Gewichtsprozent gesteigert wird, beispielsweise über 25 Gewichtsprozent.

In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform könnte die Reinigungsvorrichtung mit einer Berieselungsanlage versehen sein, mit welcher der bzw. die auf dem Dach angebrachten Körper mit einer Flüssigkeit berieselt werden können. Die Reinigungsvorrichtung wird auf diese Weise noch stärker vom Wetter unabhängig, so dass die Reinigungswirkung auch während langer Trockenperioden und/oder in Gegenden mit trockenem Klima erzielt werden können. In diesem Zusammenhang könnte das Schwefelmaterial zumindest zum Teil auch in flüssigem Aggregatszustand vorliegen, beispielsweise als schwefelhaltige Lösung in einem Tank, welche mit der Berieselungsanlage auf den bzw. die auf dem Dach angebrachten Körper aufgebracht werden, also beispielsweise auf dort angebrachte Platten aus Kupferblech. Ebenso wäre es denkbar, eine reaktionsmaterial- und schwefelhaltige Lösung auf die auf dem Dach angebrachten Körper auszurieseln, wobei die auf dem Dach angebrachten Körper nicht nur Reaktionsmaterial enthalten können, sondern auch Schwefelmaterial, wie beispielsweise in den weiter oben beschriebenen Ausführungsformen. Unter Umständen wäre es sogar möglich, eine schwefel- und/oder schwefel- kupferhaltige Lösung in einen Sinterkörper einzuspritzen oder den Sinterkörper mit einem schwefelhaltigen Gas zu begasen, bevor er zum Teil einer auf dem Dach bzw. der dem Wetter ausgesetzten Oberfläche angebrachten Reinigungsvorrichtung gemacht wird.

Dabei versteht es sich von selbst, dass die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung als Dachfirstelement zum Anbringen auf einem Dachfirst, als Dachziegelelement zum Anbringen aus einem Dachziegel, sowie aus einer Mehrzahl dieser Elemente, einer optionalen Berieselungsanlage dafür sowie einem optionalen Tank bestehen kann. Ebenfalls wäre es denkbar, dass die Reinigungsvorrichtung aus Reinigungselementen besteht, die aus einem unterschiedlichen Material bestehen. So könnte beispielsweise in Schuppenlage nebeneinander quer über ein Dach abwechseln eine Lage Kupferblech und eine Lage eines Schwefelmaterialträgers angeordnet sein.

Die mit den aus den Schutzrechten des Erfinders bekannten Reinigungsvorrichtungen erzielbaren Vorteile lassen sieh dabei weiter verbessern, wenn diese prinzipiell bekannten Reinigungsvorrichtungen mit dem Schwefelmaterial bzw., dem Schwefelmaterialträger ausgestattet werden.

Im Zusammenhang mit den Figuren wird daher erläutert, wie bestehende Reinigungsvorrichtungen des Erfinders erfindungsgemäß weitergebildet werden. Es zeigen:

1 eine Reinigungsvorrichtung für einen Dachfirstziegel im Längsschnitt;

2 eine Reinigungsvorrichtung zum Aufbringen auf einen Dachziegel im Längsschnitt und

3 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung im Längsschnitt.

Zunächst wird Bezug genommen auf die 1, welche eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung zum Auflegen auf einen Dachfirstziegel 3 zeigt. Die Reinigungsvorrichtung weist vier Lagen Kupferblech 1.1 bis 1.4 auf, die den Dachfirstziegel 3 auf der Oberseite weitgehend umfassen, wobei jede Lage sich über beide Seiten des Dachfirstziegels erstreckt. Die einzelnen Lagen weisen hierbei gestanzte Ausbuchtungen auf, die als Abstandshalter zwischen den einzelnen Lagen wirken. An der Unterseite der jeweiligen Lagen sind Wulste 8 aufgekantet, gegen die sich die jeweils darüber liegende Lage mit ihrer Längsseite abstützen kann. Durch die Formgestaltung der einzelnen Kupferblechlagen mit den ausgestanzten Ausbuchtungen der Noppen oder Löcher als Abstandshalter werden zwischen den Lagen Zwischenräume 14 erzeugt, in denen Sinterkörper 7 aus einem schwefelhaltigen Sintermaterial Platz finden. Über Öffnungen 6 und vorzugsweise auch über eine Perforierung der Kupferblechlagen kann Regen- und/oder Tauwasser in die Zwischenräume zwischen den Lagen eindringen. Dort wird somit die Oberfläche der Kupferbleche 1.1 bis 1.4 benetzt, aber auch die Oberfläche der Sinterkörper 7, so dass für die gewünschte Kupfersulfatbildung immer ausreichend Ausgangsstoffe ausgewaschen werden können.

Die 2 zeigt eine Reinigungsvorrichtung prinzipiell gleicher Bauart zur Anbringung auf einem ebenen Dachziegel 9, welche ebenfalls vierlagig ausgebildet ist. Dabei ist zwischen der untersten Kupferblechlage 1.1 und der darüberliegenden Kupferblechlage 1.2 ein Vlies 17 aus einem saugfähigen Material, welches mit einer schwefelhaltigen Paste überzogen ist, eingezogen. Während somit in den Zwischenräumen 14 zwischen den drei oberen Lagen die eindringende Feuchtigkeit, bzw. der darin enthaltene Schwefel Kupfer aus den Oberflächen der Kupferblechanlagen 1.2 bis 1.4 auswäscht und zu Kupfersulfat bindet, wird das in den Zwischenraum 14 zwischen der untersten Lage 1.1 und der darüber liegenden Lage 1.2 eindringende Regenwasser von dem Vlies 17 aufgesaugt und somit dort über einen längeren Zeitraum gespeichert. Zusätzlich zu dem durch den in dem natürlichen Regenwasser vorliegenden Schwefel hervorgerufenen Auswaschen von Kupfer aus den Oberflächen der Kupferblechlagen 1.1 und 1.2 gilt hier noch, dass die schwefelhaltige Paste, mit der das Vlies 17 versehen ist, unter Einfluss der Feuchtigkeit zusätzlichen Schwefel abgibt, so dass es zu einer verstärkten Kupfersulfatbildung kommt.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass natürlich auch in den anderen Zwischenräumen ein derartiges Vlies 17 eingebracht sein kann.

Die in den 1 und 2 gezeigten Ausführungsbeispiele sind erfindungsgemäße Weiterbildungen der in der eigenen europäischen Patentschrift EP 1 389 659 B1 in 1 und 3 beschriebenen mehrlagigen Reinigungsvorrichtung. Es versteht sich von selbst, dass auch die anderen dort gezeigten, beschriebenen und beanspruchten Reinigungsvorrichtungen erfindungsgemäß mit dem Schwefelmaterial versehen sein können. Ebenso wäre es denkbar, das in Zusammenhang mit 2 genannte Vlies mit einem Lack mit gebundenem Schwefel zu versehen oder den in Zusammenhang mit 1 genannten Sinterkörper mit Schwefelgaseinpressungen, die langsam ausdampfen. Weiterhin könnten auch mehrlagige Reinigungsvorrichtungen mit zueinander beweglichen Lagen erfindungsgemäß mit Schwefelmaterial versehen werden. Derartige mehrlagige Reinigungsvorrichtungen mit beweglichen Lagen sind beispielsweise in der eigenen deutschen Patentschrift DE 103 52839 B3 gezeigt, beschrieben und beansprucht.

Schließlich zeigt 3 eine erfindungsgemäße Weiterbildung. einer in dem eigenen deutschen Gebrauchsmuster DE 203 21144 21 in 3 gezeigten Reinigungsvorrichtung. Diese Reinigungsvorrichtung weist einen Schlauch aus Kupferfäden 8 auf, der ähnlich der Geflechtschirmung eines Elektrokabels aufgebaut ist. Dieser Schlauch aus Kupferfäden 8, der sich idealerweise über die gesamte Länge des Dachfirsts erstreckt, wird mit Halteschellen 9 am Dach befestigt. Die Halteschellen 9 haben eine ringförmige Öffnung 9.a, in der der Schlauch aus Kupferfäden 8 eingeführt ist. In dem Schlauch aus Kupferfäden 8 ist dabei ein im Querschnitt ring- oder zylinderförmiger, schwefelhaltiger Schwefelmaterialträger aufgenommen.

Als Schwefelmaterialträger eignet sich dabei wiederum ein Sinterkörper mit eingesintertem Schwefelmaterial, ein Körper aus einer schwefelhaltigen Legierung etc., wobei das Kupfergeflecht auch mit Schwefelmaterial beschichtet sein könnte. Auf gleiche Weise könnten die weiteren in der DE 203 21 144 beschriebenen, gezeigten und beanspruchten Ausführungsformen erfindungsgemäß weitergebildet werden.

Selbstverständlich sind Abweichungen und Abwandlungen von den dargestellten Ausführungsformen möglich, ohne den Namen der Erfindung zu verlassen.

So wäre es beispielsweise möglich, anstatt Kupferblechen oder -fäden Zinkorbleche oder Zinkfäden zu verwenden.


Anspruch[de]
Reinigungsvorrichtung für dem Wetter ausgesetzte Oberflächen, insbesondere Dächer, welche zumindest ein Reaktionsmaterial enthält, das im Zusammenwirken mit natürlicher Feuchte oberflächenreinigende Verbindungen erzeugt, welche Bakterien, Algen, Pilze und/oder Flechten abtöten oder deren Wachstum zumindest hemmen und/oder den Umweltschmutz beseitigen, wobei das Reaktionsmaterial so in der Reinigungsvorrichtung enthalten ist, dass es im Lauf der Zeit nach und nach über der dem Wetter ausgesetzte Oberfläche abgegeben wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung Schwefelmaterial enthält, mit dem Reaktionsmaterial zu einer oberflächenreinigenden Sulfatverbindung reagieren kann, wobei die Reinigungsvorrichtung das Schwefelmaterial so enthält, dass es im Lauf der Zeit nach und nach über der dem Wetter ausgesetzte Oberfläche abgegeben wird. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Reaktionsmaterial ein elementares Reaktionsmetall, und/oder eine Verbindung ist, die das Reaktionsmetall enthält, und/oder ein das Reaktionsmetall und/oder die Reaktionsmetallverbindung enthaltendes Stoffgemisch, wobei das Reaktionsmetall vorzugsweise Kupfer und/oder Zink ist, und das Schwefelmaterial elementarer Schwefel und/oder eine sulfid-, sulfit- sulfat- sulfoxid- und/oder organische Schwefelverbindung ist und/oder ein den Schwefel oder die Schwefelverbindung enthaltendes Stoffgemisch. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Reaktionsmaterialträger vorgesehen ist, der das Reaktionsmaterial enthält und zumindest ein Schwefelmaterialträger, der das Schwefelmaterial enthält, wobei die Reinigungsvorrichtung so viel Schwefelmaterial enthält, dass sämtliche Reaktionsmaterialträger und Schwefelmaterialträger zusammen mindestens 0,6 Gewichts% Schwefel enthalten, insbesondere mindestens 5 Gewichts% Schwefel, beispielsweise mindestens 25% Schwefel. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Reaktionsmaterialträger vorgesehen ist, der das Reaktionsmaterial enthält und zumindest ein Schwefelmaterialträger, der das Schwefelmaterial enthält, wobei zumindest einer der Reaktionsmaterialträger und zumindest einer der Schwefelmaterialträger gleichzeitig Reaktionsmaterial- und Schwefelmaterialträger ist, welcher sowohl einen Anteil Reaktionsmaterial als auch einen Anteil Schwefel enthält. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwefel in zumindest einem der Schwefelmaterialträger in festem Aggregatzustand vorliegt, insbesondere als Legierungsbestandteil oder -einschluss, als Salz oder Mineral, beispielsweise gediegen oder als Sulfiderz. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest einer der Sehwefelmaterialträger zumindest einen Anteil einer Legierung enthält, die einen Anteil Reaktionsmaterial und einen Anteil Schwefel enthält, wie beispielsweise Niello, oder eine Kupfer-Schwefel-Legierung, wie beispielsweise CuSP, oder ein Kupfermaterial mit schwefelhaltigen Einschlüssen. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Schwefelmaterialträger zumindest einen Anteil eines Minerals enthält, welches einen Anteil Reaktionsmaterial und einen Anteil Schwefel enthält, beispielsweise eines Kupfererzes. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Schwefelmaterialträger zumindest einen Anteil eines Salzes enthält, welches einen Anteil Reaktionsmaterial und einen Anteil Schwefel enthält, wie beispielsweise Kupfersulfat. Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Schwefelmaterialträger Schwefel in flüssigem Aggregatzustand enthält, insbesondere eine schweflige Lösung, beispielsweise eine schwefelsaure oder Schwefelsäurelösung. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Schwefelmaterialträger zumindest einen Anteil einer Lösung enthält, welche einen Anteil Kupfer und einen Anteil Schwefel enthält, insbesondere eine Kupfersulfid-, -polysulfid- oder eine Kupferhydroxid-Schwefelsäure-Lösung. Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Schwefelmaterialträger in gasförmigem Aggregatzustand vorliegt. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Schwefelmaterialträger neben dem Schwefelmaterial ein Trägermaterial aufweist. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial ein Gebinde, Gewebe, Gestrick, Gewölle, Gewirke, Geflecht oder Vlies ist, wobei beispielsweise das Schwefelmaterial pastenförmig aufgetragen ist. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial ein in Form gesintertes, gewalztes, gestanztes oder gepresstes Bauteil ist, wobei beispielsweise das Schwefelmaterial sandwichartig zwischen zwei Lagen des Trägermaterials gepresst oder in einem Gehäuse aus dem Trägermaterial aufgenommen ist und das Trägermaterial eine genoppte und/oder perforierte Oberfläche aufweist oder beispielsweise in Sinterporen des Trägermaterials eingeschlossen ist und. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 12, 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial ein Bindemittel ist, mit dem das Schwefelmaterial formgebend verbunden ist, wobei beispielsweise das Schwefelmaterial mit dem Bindemittel zu einer Platte verklebt ist. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial zumindest einer der Reaktionsmaterialträger ist, und insbesondere aus Blech ist, vorzugsweise aus Kupferblech oder -folie, besonders bevorzugt aus einem Blech aus Spenglerkupfer. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer der Reaktionsmaterialträger neben dem Reaktionsmaterial ein Trägermaterial aufweist. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial zumindest einen Teil des Reaktionsmaterials und einen Teil des Schwefelmaterials trägt. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwefelmaterial mit dem Trägermaterial verschweißt, verklebt oder mit oder ohne Fremdniet vernietet ist. Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tank zur Aufnahme einer Flüssigkeit vorgesehen ist und eine Berieselungsvorrichtung zum Ausbringen der Flüssigkeit auf dem Reaktionsmaterialträger, wobei die Flüssigkeit vorzugsweise der Schwefelmaterialträger nach Anspruch 9 oder 10 ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com