PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005026037A1 07.12.2006
Titel Modulares Nahrungsmittelsystem
Anmelder Bernhard Zamek GmbH & Co. KG, 40599 Düsseldorf, DE
Erfinder Zamek, Marcus, 40215 Düsseldorf, DE
Vertreter König Szynka Tilmann von Renesse, 40549 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 03.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005026037
Offenlegungstag 07.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.12.2006
IPC-Hauptklasse A23L 1/05(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A23L 1/0522(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   A23L 1/09(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   A23L 1/221(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Fertignahrungsmittelsystem, umfassend eine Binder-Komponente und mindestens eine Geschmacks-Komponente, wobei die Binder-Komponente und die Geschmacks-Komponente gesondert und verkaufsfertig vorliegen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft den Bereich der Fertignahrungsmittel.

In den Industrieländern kommt innerhalb des Lebensmittelsektors dem Bereich der Fertig- bzw. Teilfertiggerichte (Convenience Food) zunehmend Bedeutung zu. Dies ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß die Verbraucher immer weniger bereit sind, Zeit und auch gedanklichen Aufwand für die Zubereitung von Nahrungsmitteln und den vorherigen Erwerb der dafür benötigten Zutaten einzusetzen. Viel eher wird es von einem immer größer werdenden Anteil der Bevölkerung gewünscht, Fertig- oder Teilfertiggerichte zu erwerben, die eine schnelle Zubereitung und eine einfache Vorratshaltung erlauben. Nur damit kann die gewünschte Kurzfristigkeit und Spontaneität der Lebensmittelzubereitung im eigenen Hause problemlos gewährleitstet werden.

Im Bereich der Großküchen (z. B. Kantinen oder Mensen) besteht seit eh die Notwendigkeit, große Mengen an Nahrungsmitteln zu bevorraten und zudem eine gleichbleibende und verläßliche Qualität der ausgegebenen Gerichte zu garantieren. In Restaurants besteht die besondere Herausforderung zudem darin, ein umfangreiches Angebot und die dafür erforderliche Vorratshaltung mit der Kurzfristigkeit der Bestellungen der Gäste zu kombinieren und auch auf Sonderwünsche der Gäste eingehen zu können. Insbesondere Großküchen müssen bei der Gestaltung ihrer Vorratshaltung und der Versorgung der Gäste auf die Wirtschaftlichkeit ihres Tuns achten. Der Logistik der Vorratshaltung kommt dabei eine wesentliche Rolle zu.

Sowohl im individuellen Bereich als auch im Großverbraucherbereich besteht daher übereinstimmend das Problem, auf der Grundlage einer einfachen Vorratshaltung schnell zuzubereitende Fertig- oder Teilfertiggerichte anzubieten, die gleichwohl den hohen geschmacklichen Anforderungen der Verbraucher gerecht werden.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, ein System für ein Fertig- oder Teilfertignahrungsmittel bereitzustellen, das eine effiziente Vorratshaltung und eine schnelle Zubereitung erlaubt.

Diese Aufgabe wird durch ein Fertignahrungsmittelsystem nach Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterentwicklungen sind Gegenstand entsprechender Unteransprüche sowie der nebengeordneten Ansprüche.

Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, dem Verbraucher die wesentlichen Komponenten eines Fertig- bzw. Teilfertignahrungsmittel jeweils separat als Marktprodukt anzubieten, und es dem Verbraucher selber zu überlassen, diese Komponenten anschließend zu einem Fertig- oder Teilfertiggericht zusammenzufügen. Durch die Zubereitung der verzehrfertigen Speise aus verschiedenen, jeweils fertigen Einzelkomponenten oder "Modulen" durch den Verbraucher wird erreicht, daß der Verbraucher diese Komponenten in Anpassung an seine individuellen Wünsche oder Bedürfnisse kombinieren kann. Die damit erreichten vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten erlauben bereits bei einer an sich begrenzten Anzahl an Einzelkomponenten die Zubereitung eines umfangreichen Angebots an fertigen Speisen. Damit wird es möglich, die Vorratshaltung auf nur wenige Komponenten zu reduzieren und gleichwohl ein reichhaltiges Speiseangebot bereitzuhalten.

Das erfindungsgemäße System hat des weiteren den Vorteil, daß es einerseits einen hohen Grad an "Convenience" aufweist – das heißt, die Speisen sind unkompliziert und einfach zuzubereiten – und andererseits seitens des Verbrauchers gleichwohl eine Einflußnahme auf die geschmackliche Ausrichtung offenhält.

Es ist ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Systems, das es in der Speiseversorgung nach dem sogenannten "Cook and Chill"-Verfahren eingesetzt werden kann. Dabei handelt es sich um ein Versorgungssystem, das zunächst auf der konventionellen Zubereitung der Speisen beruht, die Speisen anschließend jedoch innerhalb einer begrenzten Zeit abgekühlt, bei niedrigeren Temperaturen gelagert und erst unmittelbar vor dem Verzehr wieder regeneriert werden.

Darüber hinaus führt das erfindungsgemäße System zu einer hohen Produktqualität, da es eine hohe geschmackliche Konstanz der damit zubereiteten Fertig- oder Teilfertiggerichte ermöglicht. Dieser Vorteil ist vor allem für den Großküchenbereich von besonderem Nutzen.

Das erfindungsgemäße System umfaßt mindestens eine Binder-Komponente mit einem Bindemittel, das die Basis des Fertignahrungsmittels darstellt. Bei einem Bindemittel handelt es sich um jedes Mittel, das der Eindickung von Flüssigkeiten dient. Als Bindemittel in diesem Sinne können demnach z.B. alle Zutaten verwendet werden, die Wasser binden. Diese Funktion kann allerdings auch von Emulgatoren für Fett und Wasser übernommen werden. So können beispielsweise verschiedene Mehle wie Weizen- oder Maismehl oder auch Kartoffelstärke eingesetzt werden. Darüber können auch Verdickungsmittel wie Guarkernmehl oder Sahne, Eigelb, Gelatine, Cellulose oder Xanthine Verwendung finden.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform enthält die erfindungsgemäß einsetzbare Binder-Komponente geschmacksneutrale Stärken, insbesondere agglomerierte Stärke. Es hat sich gezeigt, daß ein Mengenanteil von 20 bis 50%, insbesondere von 30 bis 40%, besonders vorteilhaft ist.

Es können sowohl native als auch modifizierte Stäken oder Kombinationen verschiedenartiger Stärken eingesetzt werden. Beispiele für dem Fachmann bekannte, erfindungsgemäß einsetzbare modifizierte Stärken sind E1404 (oxidierte Stärke), E1410 (Monostärkephosphat), E1412 (Distärkephosphat), E1413 (phosphatiertes Distärkephosphat), E1414 (acetyliertes Distärkephosphat), E1420 (acetylierte Stärke), E1422 (acetyliertes Distärkeadipat), E1440 (Hydroxypropylstärke), E1442 (Hydroxypropyldistärkephosphat), E1450 (Stärkenatriumoctenylsuccinat), E1451 (acetylierte oxidierte Stärke).

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform enthält die Binder-Komponente darüber hinaus etwa 20 bis 50%, vorzugsweise etwa 25 bis 45%, Füllstoff. Bei Füllstoffen handelt es sich um Zusatzstoffe, die einen Teil des Volumens des Lebensmittels ausmachen, ohne jedoch nennenswert zu dessen Geschmack beizutragen. Die Füllstoffe können ihrerseits einen gewissen Anteil an verwertbarer Energie enthalten, oder aber energetisch – z.B. wie Ballaststoffe – überwiegend neutral sein. Erfindungsgemäß können daher beispielsweise Cellulose, Methylcellulose, Pektine sowie Dextrose, Maltodextrin oder Lactose als Füllstoff eingesetzt werden. In einer weiteren besonders vorteilhaften Ausführungsform enthält die Binder-Komponente etwa 35% an Füllstoff.

Weiterhin hat es sich herausgestellt, daß der Zusatz von 5 bis 35%, vorzugsweise zwischen 10% und 30% Fett zu der Binder-Komponente von Vorteil ist. Das Fett verbessert die Streufähigkeit der übrigen Inhaltstoffe der Binder-Komponente und erleichtert somit seine Handhabung.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fertignahrungsmittelsystems wird eine Basiskomponente (Binder-Komponente) eingesetzt, die zu 20 bis 50%, vorzugsweise 30 bis 40% Stärke, zu 20 bis 50%, vorzugsweise zwischen 25 und 45% Füllstoff und 5 bis 35%, insbesondere 10 bis 30% Fett enthält. Eine derartige Binder-Komponente führt zu einer vorteilhaften Sofort-Löslichkeit der zusammengefügten erfindungsgemäßen Einzelkomponenten, so daß sich die fertige Zusammensetzung leicht sowohl kalt als auch warm zu einer verzehrfertigen Speise verarbeiten läßt.

Das erfindungsgemäße System ist vor allem für die Bereitstellung von Saucen, Suppen oder Süßspeisen geeignet. Für die Bereitstellung von Saucen oder Suppen kann es vorteilhaft sein, der Binder-Komponente durch das Hinzufügen von weiteren Inhaltsstoffen oder Zutaten eine bestimmte "Grundnote" zu verleihen, die ihre Eignung, als Basismaterial für bestimmte Typen von Saucen oder Suppen zu fungieren, noch erhöht. So kann beispielsweise der Binder-Komponente eine größere Menge Tomatenpulver hinzugefügt werden, um damit eine Grundsauce für "rote Saucen" zu erzeugen. Wird der Anteil des Tomatenpulvers dagegen verringert, resultiert daraus eine Binder-Komponente, die als Grundsauce für Saucen anderer Geschmacksrichtungen dienen kann.

Das erfindungsgemäße System enthält des weiteren mindestens eine Geschmacks-Komponente. Diese Geschmacks-Komponente ist dadurch definiert, daß sie mindestens einen Geschmacksstoff enthält. Es kann jedoch auch von Vorteil sein, eine bestimmte Geschmacksrichtung durch eine aufeinander abgestimmte Mischung verschiedener Geschmacksstoffe zu erzeugen. Durch die Kombination der im wesentlichen geschmacksneutralen Binder-Komponente mit der Geschmacks-Komponente erhält das über diese Kombination bereitgestellte Fertignahrungsmittel den Geschmack der Geschmacks-Komponente.

Im Sinne der Erfindung handelt es sich bei Geschmacksstoffen um alle diejenigen Stoffe, die bei dem Verbraucher einen geschmacklichen Eindruck erzeugen. Dabei kann es sich um natürliche, synthetische oder auch naturidentische Substanzen oder Substanzmischungen handeln. Als Geschmacksstoffe werden auch Würzmittel oder Gewürze verstanden. Sie können in unterschiedlicher Form – z.B. frisch, getrocknet, gemahlen, pastös oder als Extrakt vorliegen.

Um dem Verbraucher eine individuelle geschmackliche Gestaltungsmöglichkeit offenzuhalten, ist es von Vorteil, daß die Geschmacks-Komponente lediglich eine allgemeine Geschmacksrichtung festlegt. So kann die Geschmacks-Komponente beispielsweise lediglich die allgemeine Geschmacksrichtung "Huhn", "Gemüse" oder "Braten" aufweisen. Der Verbraucher – entweder der individuelle Endverbraucher oder der Großverbraucher – kann aufbauend auf dieser Geschmackrichtung nach individuellem Empfinden und Bedürfnis weitere Geschmackstoffe oder geschmackgebende Zusätze beimengen.

Diese "erste" Geschmacks-Komponente zur etwaigen Festlegung der Geschmacksrichtung enthält vorteilhafterweise einen gewissen Anteil an Hefeextrakt, Sahne, Gemüse oder Fleisch. Das Gemüse und das Fleisch können auch als Extrakt vorliegen. Dieser Anteil liegt vorteilhafterweise über 5 und unter oder bei 40%.

Die Einzelkomponenten des erfindungsgemäßen Systems liegen vorzugsweise in Pulverform vor und werden mit einer Flüssigkeit, beispielsweise Wasser angerührt. Es ist jedoch auch möglich, alle oder einzelne Komponenten des Systems als Flüssigkeit, Paste oder Granulat vorzuhalten.

In einer vorteilhaften Weiterentwicklung des Systems kann eine zweite Geschmacks-Komponente vorgesehen werden, die die geschmackliche Feinausrichtung des fertigen Nahrungsmittels festlegt. Auch diese Komponente enthält ein oder mehrere Geschmacksstoffe im Sinne der obigen Definition. Die Verwendung dieser Komponente trägt insbesondere zu dem erfindungsgemäßen Vorteil der großen geschmacklichen Konstanz der zubereiteten Speise und daher zu der hohen Produktqualität bei.

Sofern das erfindungsgemäße System für die Zubereitung einer Süßspeise verwendet wird, kann sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Geschmacks-Komponente auf den Zusatz von Fleisch-, Gemüse- oder Hefeextrakt verzichtet werden. Eine solche Verwendung der Erfindung unterscheidet sich von der Verwendung zur Bereitstellung einer Sauce oder Suppe vor allem durch die Auswahl der Geschmacksstoffe sowie der Fette und der Menge und Art des Bindemittels der Binder-Komponente.

Das Fertignahrungsmittel wird hergestellt, indem die Komponenten des erfindungsgemäßen Systems gemischt und verrührt werden.


Anspruch[de]
Fertignahrungsmittelsystem umfassend

– eine Binder-Komponente und

– mindestens eine Geschmacks-Komponente

wobei die Binder-Komponente und die Geschmacks-Komponente gesondert und verkaufsfertig vorliegen.
Fertignahrungsmittelsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschmacks-Komponente Geschmacksstoffe für eine ausgewählte Geschmacksrichtung enthält. Fertignahrungsmittelsystem nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine zweite gesonderte und verkaufsfertige Geschmacks-Komponente. Fertignahrungsmittelsystem, nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Geschmacks-Komponente Geschmacksstoffe zur Verfeinerung des Geschmacks der ersten Geschmacks-Komponente enthält. Fertignahrungsmittel nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Binder-Komponente 20 bis 50%, vorzugsweise 30 bis 40% Bindemittel, vorzugsweise Stärke, enthält. Fertignahrungsmittel nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch mindestens eine agglomerierte Stärke. Fertignahrungsmittel nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch mindestens eine modifizierte Stärke, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe folgender Stärken: E1404 (oxidierte Stärke), E1410 (Monostärkephosphat), E1412 (Distärkephosphat), E1413 (phosphatiertes Distärkephosphat), E1414 (acetyliertes Distärkephosphat), E1420 (acetylierte Stärke), E1422 (acetyliertes Distärkeadipat), E1440 (Hydroxypropylstärke), E1442 (Hydroxypropyldistärkephosphat), E1450 (Stärkenatriumoctenylsuccinat), E1451 (acetylierte oxidierte Stärke). Fertignahrungsmittel nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Binder-Komponente 20 bis 50%, vorzugsweise etwa 25 bis 45% eines Füllstoffs enthält. Fertignahrungsmittel nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Binder-Komponente 5 bis 35%, vorzugsweise 10 bis 30%, Fettanteil aufweist. Fertignahrungsmittel nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sowohl kalt als auch warm sofort löslich ist. Binder-Komponente für die Herstellung von Speisen enthaltend

i. 20 bis 50%, vorzugsweise 30 bis 40% Bindemittel

ii. 20 bis 50%, vorzugsweise 25 bis 45% Füllstoff und

iii. 5 bis 35%, vorzugsweise 10 bis 30% Fett.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com