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Bedruckstoff führende Oberfläche mit Mikro-Erhebungen - Dokument DE102006021314A1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102006021314A1 07.12.2006
Titel Bedruckstoff führende Oberfläche mit Mikro-Erhebungen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Helmstädter, Karl-Heinz, 69115 Heidelberg, DE;
Herzbach, Lars Chr., 80939 München, DE;
Hiltwein, Hans-Peter, 68753 Waghäusel, DE
DE-Anmeldedatum 08.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006021314
Offenlegungstag 07.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.12.2006
IPC-Hauptklasse B41F 22/00(2006.01)A, F, I, 20060508, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41N 1/22(2006.01)A, L, I, 20060508, B, H, DE   
Zusammenfassung Zur Verbesserung der Druckqualität, insbesondere im Schön- und -Widerdruck, zeichnet sich eine Bedruckstoff führende Oberfläche mit Mikro-Erhebungen, welche einen mit Druckfarbe versehenen Bedruckstoff (114) kontaktieren, dadurch aus, dass die Oberfläche (122) zumindest teilweise, bevorzugt im Wesentlichen nur die Kuppen (406) der Mikro-Erhebungen (206), mit einem fluiden Hilfsstoff (404) versehen ist. Der fluide Hilfsstoff, insbesondere ein flüssiger, die Druckfarbe verdünnender und/oder die Trocknung der Druckfarbe verzögernder und/oder verlangsamender Hilfsstoff, wird durch die erfindungsgemäße Oberfläche zumindest teilweise auf den Bedruckstoff übertragen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bedruckstoff führende Oberfläche mit Mikro-Erhebungen gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung einer Bedruckstoff führenden Oberfläche mit Mikro-Erhebungen gemäß Anspruch 8.

Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein Druckverfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 9.

Beim Schön-und-Widerdruck, d. h. beim beidseitigen Bedrucken von Bedruckstoff in einem Durchlauf durch eine Druckmaschine, kommt der Bedruckstoff nach einer Wendung des Bedruckstoffs mit einer bereits bedruckten und möglicherweise noch nicht genügend getrockneten Seite auf der jeweiligen Oberfläche der Gegendruckzylinder der Widerdruckwerke zu liegen. Beim Durchlaufen der Druckspalte der Widerdruckwerke wird der Bedruckstoff unter Pressung an die jeweiligen Oberflächen der Gegendruckzylinder angedrückt. Um eine Farbannahme durch die Oberfläche des Gegendruckzylinders, ein Verschmutzen der Oberfläche und eine Farbrückspaltung auf nachfolgende Bedruckstoffe zu vermeiden, wird die Oberfläche üblicherweise strukturiert und dadurch ihr Traganteil verringert und/oder mit einer farbabweisenden Beschichtung versehen.

Die DE 42 07 119 A1 beschreibt ein Bogen führendes Druckzylindermantelprofil für Gegendruckzylinder in Bogendruckmaschinen für Schön-und-Widerdruck. Dabei besteht das Druckzylindermantelprofil aus statistisch gleichmäßig verteilten, die Gegendruckfläche bildenden, planparallel zur Druckzylinderachse und senkrecht zur Druckzylindermantelfläche angeordneten zylindrischen Erhebungen. Das Druckzylindermantelprofil kann dabei in eine Chrombeschichtung des Gegendruckzylinders eingeätzt sein. Eine Beschichtung des Druckzylindermantelprofils oder eine Benetzung mit einer Flüssigkeit sind nicht vorgesehen.

Die DE 102 09 297 A1 beschreibt eine Oberfläche für Bogen führende Zylinder, die mit Druckfarbe in Berührung kommen und dabei verschmutzen können. Dabei weist eine Trägerschicht der Oberfläche Poren auf, in deren Innenraum eine ein- oder mehrschichtige Funktionsbeschichtung hineinreicht. Die Funktionsbeschichtung, die in flüssiger Form aufgetragen wird, dringt in die Poren ein, bevor sie durch Trocknen und anschließendes thermisches Nachbehandeln ausgehärtet wird. Ein zusätzliches Benetzen der Oberfläche mit einer Flüssigkeit ist nicht vorgesehen.

Die DE 195 15 393 B4 beschreibt eine Bedruckstoff führende Oberflächenstruktur für Druckmaschinenzylinder oder deren Aufzüge, vorzugsweise im Schön-und-Widerdruck, mit annähernd gleichmäßig statistisch verteilten erhabenen Strukturelementen und zugeordneten Strukturtälern, wobei der Bedruckstoff sich auf den Strukturelementen abstützt. Die Strukturelemente selbst sind dabei mit einer Vielzahl von ein unregelmäßiges Netzwerk von Spalten, Furchen und Rissen bildenden Vertiefungen ausgestaltet, so dass jede Tragfläche eines Strukturelementes aus einer Vielzahl kleiner Flächen gebildet ist, um die Adhäsionskraft der Druckfarbe zu reduzieren. Eine Beschichtung der Oberflächenstruktur oder eine Benetzung mit einer Flüssigkeit sind nicht vorgesehen.

Die DE-OS 2127 021 beschreibt Druckzylinder, welche einer Wendeeinrichtung folgen, und deren jeweilige Oberfläche mit einer farbabweisenden Schicht versehen ist. Als farbabweisende Schicht wird dabei ein Feuchtigkeitsfilm vorgeschlagen, der sich aus zugeführter feuchter Luft auf der Oberfläche des Druckzylinders niederschlägt. Eine Strukturierung der Oberfläche des Druckzylinders, insbesondere eine Mikrostrukturierung, ist nicht vorgesehen.

Die EP 0 873 867 B1 beschreibt eine Schöndruck-Maschine, bei der ein Lackauftrag auf die Gegenseite eines im Schöndruckverfahren bedruckten Bogens über die Oberfläche eines Lackzylinder-Gegendruckzylinders vollflächig oder abschnittsweise geschieht. Da eine Schöndruck-Maschine beschrieben ist, besteht das Problem des Farbablegens auf der Oberfläche des Lackzylinder-Gegendruckzylinders nicht und entsprechend sind auch keine diesbezüglichen Gegenmaßnahmen vorgesehen.

Die DE 102 27 758 A1 beschreibt eine Bogenrotationsdruckmaschine mit einer Beschichtungseinheit, welche eine stark farbabweisende Beschichtungsflüssigkeit auf die Oberfläche eines Gegendruckzylinders aufträgt, wobei die Beschichtungsflüssigkeit durch Trocknen fixiert wird und im fixierten Zustand eine feste, farbabweisende und/oder Verschleiß hemmende Schicht bildet. Bei Abnutzung der Beschichtung kann durch die Beschichtungseinheit eine wiederholte Beschichtung durchgeführt werden. Eine strukturierte, insbesondere mikrostrukturierte Oberfläche des Gegendruckzylinders ist jedoch nicht vorgesehen. Auch ein zusätzliches Benetzen der Oberfläche mit einer Flüssigkeit ist nicht vorgesehen.

Die DE 197 16 424 A1 beschreibt einen nach einer Wendeeinrichtung angeordneten Zylinder mit einer Mantelfläche, welche eine feste Silikon-Gummischicht aufweist, die als durchgängige, ununterbrochene Fläche ausgebildet ist. Durch die Silikon-Gummischicht wird das Ablegen von Farbe auf der Oberfläche des Zylinders vermieden. Eine Strukturierung, insbesondere eine Mikrostrukturierung der Oberfläche des Zylinders oder der aufgebrachten Schicht und auch eine Benetzung mit einer Flüssigkeit sind nicht vorgesehen.

Da auch die Lösungen des Standes der Technik nicht immer eine zufrieden stellende Druckqualität gewährleisten, und da es insbesondere die Entstehung von so genannten „white dots" (s. 3 und zugehörige Beschreibung) zu verhindern gilt, besteht unverändert der Wunsch nach einer verbesserten Bedruckstoff führenden Oberfläche.

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Bedruckstoff führende Oberfläche zu schaffen, welche eine Steigerung der Druckbildqualität ermöglicht.

Es ist eine weitere oder alternative Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Bedruckstoff führende Oberfläche zu schaffen, welche das Entstehen von so genannten „white dots" verhindert.

Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Druckverfahren zu schaffen, welches es ermöglicht, eine Steigerung der Druckbildqualität herbeizuführen, und welches es insbesondere ermöglicht, der Entstehung von so genannten „white dots" entgegen zu wirken.

Diese Aufgaben werden durch eine erfindungsgemäße Bedruckstoff führende Oberfläche mit den Merkmalen von Anspruch 1, die Verwendung einer Bedruckstoff führenden Oberfläche gemäß den Merkmalen des Anspruchs 8 und durch ein Druckverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.

Eine erfindungsgemäße Bedruckstoff führende Oberfläche mit Mikro-Erhebungen, welche einen mit Druckfarbe versehenen Bedruckstoff kontaktieren, zeichnet sich dadurch aus, dass die Oberfläche zumindest teilweise mit einem fluiden Hilfsstoff versehen ist.

Erfindungsgemäß sind zum einen Mikro-Erhebungen und zum anderen ein fluider Hilfsstoff vorgesehen. Dies führt in vorteilhafter Weise zu einer Steigerung der Druckbildqualität, und insbesondere zum Verhindern des Entstehens der so genannten „white dots". Die von den Mikro-Erhebungen erzeugten so genannten „white dots" werden von dem fluiden Hilfsstoff bzw. durch die Wirkung des fluiden Hilfsstoffs wieder geschlossen und damit im Druckbild für das Auge unsichtbar. Das Zusammenwirken der Mikro-Erhebungen und des fluiden Hilfsstoffs führt somit zu dem überraschenden Ergebnis, dass trotz des Vorsehens von Mikro-Erhebungen so genannte „white dots" vermieden werden können.

Durch das Vorsehen von Mikro-Erhebungen wird zum einen der Traganteil der Oberfläche reduziert und zum anderen eine Mikro-Rauhigkeit geschaffen, welche beim Führen der Bedruckstoffe, insbesondere beim Verhindern von Relativbewegungen zur Oberfläche, dienlich ist. Die Mikro-Erhebungen, welche den Bedruckstoff kontaktieren, können auch in den Bedruckstoff eindringen oder den Bedruckstoff durchdringen und folglich einen Formschluss herstellen. Dadurch wird der Bedruckstoff besser geführt und eine Relativbewegung zur Oberfläche, welche zu Beschädigungen des aufgedruckten Bildes führen kann, besser verhindert.

Das Vorsehen des fluiden Hilfsstoffs auf der Oberfläche führt in vorteilhafter Weise dazu, dass ein Zusammenfließen der Druckfarbe an jenen Stellen, an denen ohne Einsatz der Erfindung so genannte „white dots" entstehen würden, gefördert wird. Mit anderen Worten: der fluide Hilfsstoff wird zumindest an den Kontaktstellen der Mikro-Erhebungen mit dem Bedruckstoff auf den Bedruckstoff übertragen und führt dort zu einem Schließen der so genannten „white dots".

Der fluide Hilfsstoff kann im fluiden Zustand aufgebracht werden/aufgebracht sein und verbleibt auf der Oberfläche vorzugsweise im fluiden Zustand, d. h. es handelt sich bevorzugt um einen auf der Oberfläche nicht härtenden Hilfsstoff. Beispielsweise wird eine Flüssigkeit aufgebracht und diese verbleibt auf der Oberfläche im flüssigen Zustand, in welchem sie auch auf den Bedruckstoff gelangt. Mit anderen Worten: der flüssige Hilfsstoff verbleibt zumindest vom Auftragen auf die Oberfläche bis zum Übertragen auf den Bedruckstoff flüssig.

Bei einer hinsichtlich der Steigerung der Druckbildqualität optimierten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bedruckstoff führenden Oberfläche sind im Wesentlichen nur Kuppen der Mikro-Erhebungen mit dem fluiden Hilfsstoff versehen. Auf diese Weise gelangt der fluide Hilfsstoff gezielt an jene Stellen des Bedruckstoffs, welche ohne Einsatz der Erfindung so genannte „white dots" ausbilden könnten. Des Weiteren wird in vorteilhafter Weise vermieden, dass mehr fluider Hilfsstoff als unbedingt zur Vermeidung von so genannten „white dots" notwendig auf die Schöndruckseite des Bedruckstoffs gelangt. Auf diese Weise kann eine weitere Steigerung der Druckbildqualität erreicht werden.

Eine weitere, hinsichtlich der Steigerung der Druckbildqualität optimierte Bedruckstoff führende Oberfläche zeichnet sich dadurch aus, dass wenigstens eine Anzahl der Kuppen wenigstens eine jeweilige Vertiefung aufweisen, wobei die jeweilige Vertiefung als Reservoir ausgebildet ist, welches den fluiden Hilfsstoff aufnimmt, d. h. zumindest kurzfristig bevorratet und zumindest teilweise an den Bedruckstoff abgibt. Durch das Vorsehen von Vertiefungen kann das Aufbringen und Aufnehmen bzw. Bevorraten des fluiden Hilfsstoffs auf den Kuppen der Mikro-Erhebungen weiter verbessert werden, und darüber hinaus die gezielte Übertragung des fluiden Hilfsstoffs in einer gewünschten Menge auf die Schöndruckseite des Bedruckstoffs erreicht werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann der fluide Hilfsstoff ein flüssiger Hilfsstoff, insbesondere ein von Druckfarbe, Lack oder Feuchtmittel verschiedener Hilfsstoff sein, welcher die Druckfarbe verdünnt und/oder die Trocknung der Druckfarbe verzögert und/oder verlangsamt. Ein erfindungsgemäß eingesetzter fluider Hilfsstoff, welcher die beschriebenen Wirkungen hinsichtlich Verdünnung oder Trocknung von Druckfarbe aufweist, unterstützt in vorteilhafter Weise das Zusammenfließen von Druckfarbe und somit das Verhindern der Entstehung und/oder das Schließen von so genannten „white dots".

Eine weitere, hinsichtlich der Steigerung der Druckbildqualität optimierte Bedruckstoff führende Oberfläche zeichnet sich dadurch aus, dass die Oberfläche zumindest teilweise, insbesondere zwischen den Mikroerhebungen, mit einer farbabweisenden Beschichtung versehen ist. Durch das erfindungsgemäße Vorsehen der farbabweisenden Beschichtung kann in vorteilhafter Weise verhindert werden, dass sich Druckfarbe von der Schöndruckseite des Bedruckstoffs auf der Oberfläche ablegt und zu einer Verringerung der Druckbildqualität durch Rückspaltung auf nachfolgende Bedruckstoffe führt. Des Weiteren unterstützt eine farbabweisende Beschichtung zwischen den Mikro-Erhebungen das gezielte Aufbringen eines fluiden Hilfsstoffs nur im Bereich der Kuppen der Mikro-Erhebungen, sofern der fluide Hilfsstoff farbähnliche Eigenschaften aufweist, so dass das Aufbringen des fluiden Hilfsstoffs nur im Bereich der Kuppen vereinfacht wird.

Sowohl ein Druckmaschinenzylinder, insbesondere ein Gegendruckzylinder, als auch eine Druckmaschine, insbesondere eine Bogenoffsetdruckmaschine für den Schön-und-Widerdruck können sich durch eine Bedruckstoff führende Oberfläche, wie sie oben mit Bezug auf die Erfindung beschrieben ist, auszeichnen.

Weiterhin wird erfindungsgemäß eine Bedruckstoff führende Oberfläche mit rissigen oder porösen Mikro-Erhebungen, welche einen mit Druckfarbe versehenen Bedruckstoff kontaktieren, dazu verwendet, einen fluiden Hilfsstoff auf den Bedruckstoff aufzubringen. Dabei können die Risse oder Poren in den Mikro-Erhebungen in vorteilhafter Weise als Reservoire für den fluiden Hilfsstoff dienen und somit eine gezielte Übertragung des fluiden Hilfsstoffs in einer gewünschten Menge auf die Schöndruckseite des Bedruckstoffs unterstützen.

Ein erfindungsgemäßes Druckverfahren, bei welchem ein auf einer ersten Seite mit Druckfarbe versehener Bedruckstoff mit der ersten Seite eine Mikro-Erhebungen aufweisende Oberfläche kontaktiert, zeichnet sich dadurch aus, dass auf die Oberfläche ein fluider Hilfsstoff aufgebracht wird.

Mit dem erfindungsgemäßen Druckverfahren gehen Vorteile einher, wie sie oben mit Bezug auf eine erfindungsgemäße Bedruckstoff führende Oberfläche beschrieben sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Druckverfahrens wird der fluide Hilfsstoff im wesentlichen nur auf Kuppen der Mikro-Erhebungen aufgebracht, wodurch wiederum das gezielte Übertragen des fluiden Hilfsstoffs nur an den problematischen Kontaktstellen der Oberfläche zum Bedruckstoff ermöglicht wird.

Die Erfindung wird nachstehend mit Bezug zu den Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

1 eine erfindungsgemäße Druckmaschine;

2 eine erfindungsgemäße Bedruckstoff führende Oberfläche;

3 eine vergrößerte Darstellung einer Volltonfläche mit so genannten „white dots";

4 eine vergrößerte Darstellung eines Ausschnitts der erfindungsgemäßen Bedruckstoff führenden Oberfläche aus 2;

5 eine vergrößerte Darstellung einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bedruckstoff führenden Oberfläche; und

6 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Druckmaschine.

1 zeigt eine Bogenoffsetdruckmaschine 100 mit einem Bogenanleger 102, vier Offsetdruckwerken 104, 106, 108 und 110, sowie mit einem Bogenausleger 112. Die Druckmaschine 100 kann im Schön-und-Widerdruck-Modus betrieben werden, d. h. die ersten beiden Druckwerke 104 und 106 bedrucken die erste Seite eines Bedruckstoffbogens 114 und die beiden weiteren Druckwerke 108 und 110 bedrucken die zweite Seite des Bedruckstoffs 114. Hierzu wird der Bedruckstoff 114 von einer Wendeeinrichtung 116 gewendet.

Auf den beiden der Wendeeinrichtung 116 nachgeordneten Gegendruckzylindern 118 und 120 kommt der Bedruckstoff 114 mit der bereits bedruckten ersten Seite zu liegen und durchläuft unter Pressung den jeweiligen Druckspalt der Druckwerke 108 und 110. Um ein Farbablegen und einen Farbaufbau auf der jeweiligen Bedruckstoff führenden Oberfläche der Gegendruckzylinder 118 und 120 zu verhindern und um eine Relativbewegung zwischen dem Bedruckstoff 114 und der jeweiligen Bedruckstoff führenden Oberfläche der Gegendruckzylinder zu verhindern, sind diese Zylinder mit einer mikrorauen und farbabweisenden Oberfläche 122 versehen. Diese Oberfläche 122 kann bevorzugt von einem oder mehreren jeweiligen Zylinderaufzügen gebildet sein.

In 2 ist eine Bedruckstoff führende Oberfläche 122 gezeigt. Diese umfasst einen Träger 200, z. B. aus rostfreiem Stahlblech mit einer Dicke von etwa 0,24 mm bis etwa 0,27 mm, mit einer mikrorauen, eine Mikrostruktur aufweisende Beschichtung 202, z. B. einer plasmagespritzten Oxidkeramik-Schicht, insbesondere aus Aluminium oder Titan. Die mikroraue Beschichtung 202 ist mit einer farbabweisenden Beschichtung 204, z. B. einem Silikon, zumindest in den Vertiefungen der mikrorauen Beschichtung 202, versehen.

Der Bedruckstoff 114 wird während des Transports, d. h. während der Rotation der Gegendruckzylinder 118 und 120, von der Bedruckstoff führenden Oberfläche 122 geführt.

Dabei verhindern die Mikro-Erhebungen 206 eine Relativbewegung zwischen Bogen 114 und Bedruckstoff führender Oberfläche 122 und somit eine Beschädigung des Schöndruck-Druckbildes.

In 3 ist vergrößert eine Volltonfläche 300 eines Druckprodukts gezeigt, in welcher kleine, helle Stellen 302 zu erkennen sind, die das Druckbild stören und die Druckqualität beeinträchtigen können. Die hellen Stellen 302 (die so genannten „white dots") entstehen durch den Kontakt der Mikro-Erhebungen 206 mit dem Bedruckstoff 114, wobei sich Farbe an den Kontaktstellen von dem Bedruckstoff 114 löst. Die hellen Stellen 302, welche keine oder weniger Farbe aufweisen als der umgebende Bereich, entstehen somit an den Kontaktstellen des Bedruckstoffs 114 mit der mikrorauen Oberfläche 122.

In 4 ist ein Ausschnitt A aus 2 vergrößert dargestellt. Auf dem Träger 200 ist die mikroraue Beschichtung 202 aufgebracht. Die Dicke dieser mikrorauen Beschichtung liegt vorzugsweise im Bereich zwischen etwa 40 &mgr;m und 70 &mgr;m. Die mikroraue Beschichtung weist Mikro-Erhebungen auf, welche im Durchschnitt eine Höhe im Bereich von etwa 5 &mgr;m bis etwa 30 &mgr;m haben. Die Rauhigkeit der mikrorauen Beschichtung (d. h. der RZ-Wert) liegt bevorzugt im Bereich von etwa 20 &mgr;m bis etwa 40 &mgr;m. Der Durchmesser der Mikroerhebungen liegt bevorzugt im Bereich von etwa 10 &mgr;m bis etwa 50 &mgr;m.

In 4 ist zu erkennen, wie sich die Mikro-Erhebungen 206 in den mit Druckfarbe 400 versehenen Bedruckstoff 114 eindrücken und Vertiefungen 402 entstehen lassen, die nach Entfernen des Bedruckstoffs 114 von der Oberfläche 122 zu den hellen Stellen 302, den so genannten „white dots", im Schöndruck-Druckbild führen.

Die farbabweisende Beschichtung 204 auf der mikrorauen Beschichtung 202 verhindert die Farbannahme durch die Bedruckstoff führende Oberfläche 122 zumindest im Bereich zwischen den Mikro-Erhebungen 206. Mikro-Erhebungen geringer Höhe können dabei von der farbabweisenden Beschichtung 204 überdeckt sein.

Zum Verhindern von Beschädigungen des Schöndruck-Druckbildes, insbesondere zum Verhindern des Entstehens der hellen Stellen 302, ist erfindungsgemäß vorgesehen, die Bedruckstoff führende Oberfläche 122 zumindest teilweise mit einem fluiden Hilfsstoff 404 zu versehen, z. B. durch Aufwalzen oder Besprühen zu benetzen.

Wie in 1 dargestellt, wird zum Auftragen des fluiden Hilfsstoffs 404 auf die Bedruckstoff führende Oberfläche 122 eine Auftragseinrichtung 124 eingesetzt, welche den fluiden Hilfsstoff 404 in der gewünschten Menge und an den gewünschten Stellen auf die Bedruckstoff führende Oberfläche 122 aufträgt. Die Auftragseinrichtung 124 kann wie dargestellt eine Auftragswalze 126 umfassen. Der Auftrag kann permanent oder getaktet erfolgen, bevorzugt vor jedem Bedruckstoffbogen, bevor dieser auf der Bedruckstoff führenden Oberfläche 122 zu liegen kommt. Die Auftragswalze 126 kann darüber hinaus abgerakelt oder gereinigt werden. Alternativ kann z. B. auch eine permanent oder getaktet angesteuerte Sprüheinrichtung vorgesehen sein.

Bei dem fluiden Hilfsstoff 404 kann es sich z. B. um eine farbverdünnende Flüssigkeit und/oder die Farbtrocknung verzögernde und/oder verlangsamende Flüssigkeit handeln. Alternativ kann es sich auch um eine Druckfarbe handeln.

Als farbverdünnende Flüssigkeit ist beispielsweise eine Flüssigkeit geeignet, die üblicherweise zum Herabsetzen der Zügigkeit von Druckfarben verwendet wird (z. B. das Produkt Paste 900 der Firma Gebr. Schmidt Druckfarben) oder ein Drucköl. Als die Farbtrocknung verzögernde und/oder verlangsamende Flüssigkeit sind beispielsweise Öle aber auch oleophobe Flüssigkeiten geeignet.

Der fluide Hilfsstoff 404 gelangt erfindungsgemäß durch Übertragung von der Bedruckstoff führenden Oberfläche 122 zumindest an den Kontaktstellen der Mikro-Erhebungen 206 zu der Oberfläche des Bedruckstoffs 114 und verhindert in vorteilhafter Weise die Entstehung von hellen Stellen 302. Durch die farbverdünnende und/oder die Farbtrocknung verlangsamende und/oder verzögernde Wirkung des fluiden Hilfsstoffs 404 wird erreicht, dass sich die Kontaktstellen bei oder nach der Trennung des Bogens 114 von der Bedruckstoff führenden Oberfläche 122 und noch vor dem Trocknen der Druckfarbe 400 wieder mit Druckfarbe füllen und somit die Entstehung von hellen Stellen 302 effektiv verhindert werden kann. Mit anderen Worten: die hellen Stellen 302 schließen sich durch ein Zusammenfließen der verdünnten oder bezüglich ihrer Farbtrocknung veränderten Druckfarbe wieder.

Bei Verwendung einer elastischen Auftragswalze 124 kann durch eine geeignete Einstellung der Pressung zum Gegendruckzylinder 118 bzw. 120 erreicht werden, dass der fluide Hilfsstoff 404 nur die Kuppen 406 (Auflagepunkte oder Auflageflächen) der Mikro-Erhebungen 206 benetzt, und auf diese Weise gezielt an die Kontaktstellen der Mikro-Erhebungen 206 zu dem Bedruckstoff 114 gebracht wird. Sofern der fluide Hilfsstoff 404 eine farbähnliche Zusammensetzung aufweist, wird dieser von der farbabweisenden Beschichtung 204 nicht angenommen, was die gezielte Benetzung der Mikro-Erhebungen 206 begünstigt.

Bevorzugt wird die Pressung so gewählt, dass sich die Mikro-Erhebungen im Wesentlichen so weit in die elastische Oberfläche der Auftragswalze 124 eindrücken, wie sie sich auch während des Druckvorgangs in den Bedruckstoff eindrücken.

In 5 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bedruckstoff führenden Oberfläche 122 gezeigt, wobei die Kuppen der Mikro-Erhebungen abgetragen oder als Vertiefungen ausgebildet sind. Die Mikro-Erhebung 500 weist eine abgetragene Kuppe und somit eine im Wesentlichen flache Auflagefläche 502 auf welche mit dem fluiden Hilfsstoff 404 versehen ist. Die Mikro-Erhebung 504 weist dem gegenüber im Bereich der Kuppe eine Vertiefung 506 auf, welche mit dem fluiden Hilfsstoff 404 versehen ist und welche gewissermaßen als Reservoir für den fluiden Hilfsstoff 404 ausgebildet ist. Die Vertiefung kann als im Herstellungsprozess entstehender Riss bzw. Risse oder Poren im Bereich der Kuppe der Mikro-Erhebung 504 vorgesehen sein.

Alternativ kann die Vertiefung 506 auch in die Mikro-Erhebung 504 eingebracht werden. Hierzu kann die Bedruckstoff führende Oberfläche 122 auf eine ebenfalls mikroraue Gegenoberfläche gepresst werden, welche jedoch eine größere Anzahl von Mikro-Erhebungen pro Flächeneinheit und eine größere Härte aufweist, so dass sich die Mikro-Erhebungen der Gegenoberfläche in die Mikro-Erhebungen der Bedruckstoff führenden Oberfläche 122 abformen.

In 6 ist eine zu der 1 gezeigte alternative Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Druckmaschine gezeigt. Die Auftragseinrichtung 124 umfasst in dieser Ausführungsform ein vorzugsweise einfaches Farb- und Feuchtwerk 600, sowie einen Gummituchzylinder 602 und einen Formzylinder 604. Eine solche Auftragseinrichtung kann sowohl einen vollflächigen, einen teilflächigen (z. B. nur im Bereich von Volltonflächen) oder gar einen bildmäßigen Farbauftrag bewirken. Über die Pressung zwischen Gummituchzylinder 602 und Gegendruckzylinder 118 kann ein Farbauftrag nur im Bereich der Kuppen der Mikro-Erhebungen der Bedruckstoff führenden Oberfläche des Gegendruckzylinders erreicht werden. Die Auftragseinrichtung 124 kann sowohl eine Farbe als auch bei Einsatz mehrerer Farbwerke und Formzylinder mehrer Farben auftragen.

100
Druckmaschine
102
Anleger
104
Druckwerk
106
Druckwerk
108
Druckwerk
110
Druckwerk
112
Ausleger
114
Bedruckstoff
116
Wendeeinrichtung
118
Gegendruckzylinder
120
Gegendruckzylinder
122
Bedruckstoff führende Oberfläche
124
Auftragseinrichtung
126
Auftragswalze
200
Träger
202
Mikroraue Beschichtung
204
Farbabweisende Beschichtung
206
Mikro-Erhebungen
300
Volltonfläche
302
Helle Stellen (so genannte „white dots")
400
Druckfarbe
402
Vertiefung
404
Fluider Hilfsstoff
406
Kuppe
500
Mikro-Erhebung
502
Auflagefläche
504
Mikro-Erhebung
506
Vertiefung
600
Farb-/Feuchtwerk
602
Gummituchzylinder
604
Formzylinder


Anspruch[de]
Bedruckstoff führende Oberfläche mit Mikro-Erhebungen, welche einen mit Druckfarbe versehenen Bedruckstoff (114) kontaktieren, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (122) zumindest teilweise mit einem fluiden Hilfsstoff (404) versehen ist. Bedruckstoff führende Oberfläche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Wesentlichen nur Kuppen (406) der Mikro-Erhebungen (206) mit dem fluiden Hilfsstoff (404) versehen sind. Bedruckstoff führende Oberfläche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Anzahl der Kuppen (406) wenigstens eine jeweilige Vertiefung (506) aufweisen, wobei die jeweilige Vertiefung (506) als Reservoir ausgebildet ist, welches den fluiden Hilfsstoff (404) aufnimmt. Bedruckstoff führende Oberfläche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der fluide Hilfsstoff (404) ein flüssiger Hilfsstoff, insbesondere ein von Druckfarbe, Lack oder Feuchtmittel verschiedener Hilfsstoff ist, welcher die Druckfarbe verdünnt und/oder die Trocknung der Druckfarbe verzögert und/oder verlangsamt. Bedruckstoff führende Oberfläche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (122) zumindest teilweise, insbesondere zwischen den Mikro-Erhebungen (206), mit einer farbabweisenden Beschichtung (204) versehen ist. Druckmaschinenzylinder, insbesondere Gegendruckzylinder, gekennzeichnet durch eine Bedruckstoff führende Oberfläche (122) nach einem der vorhergehenden Ansprüche. Druckmaschine, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine für den Schön-und-Widerdruck, gekennzeichnet durch eine Bedruckstoff führende Oberfläche (122) nach einem der Ansprüche 1 bis 5. Verwendung einer Bedruckstoff führenden Oberfläche mit rissigen oder porösen Mikro-Erhebungen, welche einen mit Druckfarbe versehenen Bedruckstoff (114) kontaktieren, zum Aufbringen eines fluiden Hilfsstoffs (404) auf den Bedruckstoff (114). Druckverfahren, bei welchem ein auf einer ersten Seite mit Druckfarbe versehener Bedruckstoff (114) mit der ersten Seite eine Mikro-Erhebungen (206) aufweisende Oberfläche (122) kontaktiert, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Oberfläche (122) ein fluider Hilfsstoff (404) aufgebracht wird. Druckverfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der fluide Hilfsstoff (404) im Wesentlichen nur auf Kuppen der Mikro-Erhebungen (206) aufgebracht wird.






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