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Dokumentenidentifikation DE10334395B4 07.12.2006
Titel Röntgeneinrichtung sowie Verfahren zur Artefaktverhinderung bei der Bildaufnahme mit einer Röntgeneinrichtung
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Spahn, Martin, Dr., 91054 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 28.07.2003
DE-Aktenzeichen 10334395
Offenlegungstag 03.03.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 07.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.12.2006
IPC-Hauptklasse H05G 1/60(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61B 6/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G01N 23/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G03B 42/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Röntgeneinrichtung umfassend eine Strahlungsquelle und einen diese betreibenden Generator, einen digitalen Festkörperstrahlungsdetektor sowie eine den Betrieb der Einrichtung steuernde Steuerungseinrichtung sowie ein Verfahren zur Artefaktverhinderung. Seit Jahren verändern digitale Röntgendetektoren die klassische Radiographie beziehungsweise Fluoroskopie, Angiographie und Cardangiographie. Zu diesen digitalen Technologien zählen unter anderem Bildverstärker-Kamerasysteme basierend auf Fernseh- oder CCD-Kameras, Speicherfoliensysteme mit integrierter oder externer Ausleseeinheit, Systeme mit optischer Ankopplung der Konverterfolie an CCD's oder CMOS-Chips, Selen-basierte Detektoren mit elektrostatischer Auslesung und Festkörperdetektoren mit aktiven Auslesematritzen mit direkter oder indirekter Konversion der Röntgenstrahlung.

Insbesondere Festkörperdetektoren spielen eine große Rolle. Solche Detektoren basieren auf aktiven Auslesematrizen, z.B. aus amorphem Silizium (a-Si). Die Bildinformation wird in einem Röntgenkonverter, z.B. Cäsium Jodid (CsI) zunächst in Licht und anschließend in den Photodioden der Matrix in elektrische Ladung gewandelt und dort gespeichert. Verwandte Technologien verwenden ebenfalls eine aktive Auslesematrix aus amorphem Silizium, jedoch einen Konverter, der direkt elektrische Ladung generiert (z.B. Selen), welche Ladung anschließend auf einer Elektrode gespeichert wird. In jedem Fall wird die gespeicherte Ladung anschließend über ein aktives Schaltelement mit einer dedizierten Elektronik ausgelesen und analog-digital gewandelt und vom Bildsystem weiterverarbeitet.

Flachbilddetektoren auf Basis amorpher Materialien oder Halbleiter-Materialien (z.B. Flachbilddetektoren mit indirektem Konversionsprozess mittels Szintillator und einer Matrix aus amorphem Silizium oder auch Detektoren mit direktkonvertierenden Materialien wie Selen, Bleioxid, Bleijodid, Cadmiumtellurid) besitzen physikalische Eigenschaften, die zu Geistbildartefakten führen können. Unter Geistbildern versteht man Bilder, die ein remineszentes Signal einer früheren Aufnahme enthalten und das aktuelle Signal (sei dies nun ein Röntgensignal von einem Patienten oder eines anderen Objekts oder auch ein Dunkelsignal). Dieser remineszente Signalanteil verfälscht das eigentliche Bildsignal unter Umständen erheblich und kann zu fehlerhafter Interpretation des aktuellen Bildes führen. Es ist daher anzustreben, das Geistbildsignal auf ein nicht mehr wahrnehmbares und damit störendes Niveau zu verringern.

Hierzu bestehen grundsätzlich mehrere Möglichkeiten. Eine erste Möglichkeit sieht die Verwendung eines Rücksetzlichts vor, was z.B. bei Flachbilddetektoren aus amorphem Silizium verwendet wird. Hierbei wird die Detektormatrix kurzzeitig vollständig mit Licht beleuchtet und so die einzelnen pixelweise gespeicherten Ladungen auf ein einheitliches Niveau angehoben. Jedoch führt dies nicht zu einer vollständigen Reduktion eines Artefakts. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung geeigneter Softwareverfahren zur Reduzierung der Artefakte, das heißt, diese werden rechnerisch im Rahmen der nachgeschalteten Bildverarbeitung "herausgerechnet". In der Praxis jedoch haben sich solche Modellrechnungen als ungeeignet erwiesen.

Aus DD 137 649 A ist eine Einrichtung zum Schutz einer Röntgenröhre bekannt. Dabei soll bei einer Röntgenröhre bei der Durchführung von Aufnahmeserien ein optimaler Schutz derselben gewährleistet werden, indem die erforderlichen Pausenzeiten zwischen den Aufnahmen mit möglichst geringem Aufwand automatisch gesteuert werden. Die Pausenzeitermittlung erfolgt dabei über ein mAs-Relais, wobei ein dem Röhrenstrom entsprechender Strom über einen Umschalter einem Integrator zugeführt wird und dessen Ausgangsspannung mit einer Referenzspannung durch einen Komparator verglichen wird. Über ein Relais wird die nachfolgende Röntgenaufnahme blockiert, die Referenzspannung wird abgeschaltet und ein Umschalter betätigt, so dass der Integrator nach Beendigung der Aufnahme mit einem von den Aufnahmedaten der vorangehenden Aufnahme abhängigen entgegengesetzt gepolten Hilfsstrom beaufschlagt ist, bis der im Integrator gespeicherte Wert gelöscht und damit die nächste Aufnahme freigegeben ist. Es handelt sich hierbei also um eine Überlastungsschutzeinrichtung für eine Röntgenröhre, damit die Röhre nicht beschädigt wird.

Aus DE 36 06 587 A1 ist eine Röntgendiagnostikeinrichtung mit Zeitrechner bekannt. Auch hier wird ein Wert für eine Wartezeit ermittelt, so dass ein optimaler Schutz des Röntgenstrahlers gewährleistet wird. Damit ist auch hier letztlich ein Überlastschutz für den Röntgenstrahler beschrieben.

DE 100 11 294 A1 beschreibt schließlich eine Röntgenröhre mit einem thermionischen Emitter und einer Warneinrichtung, wobei durch Messung einer elektrischen Eigenschaft des thermionischen Emitters und Auswertung des Messwerts ein Signal erzeugt wird, wenn die elektrische Eigenschaft auf einen bevorstehenden Ausfall des thermionischen Emitters hinweist.

Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, eine Röntgeneinrichtung anzugeben, die einen verbesserten Bildaufnahmebetrieb im Hinblick auf eine möglichst artefaktfreie Aufnahme ermöglicht.

Zur Lösung dieses Problems ist bei einer Röntgeneinrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Steuerungseinrichtung zur Artefaktverhinderung bei der Bildaufnahme zum Ermitteln einer Wartezeit zwischen zwei aufeinander folgenden Bildaufnahmen in Abhängigkeit von wenigstens einem steuerungs- oder generatorseitig eingestellten Betriebsparameter für die Strahlungsquelle mittels wenigstens einer in der Steuerungseinrichtung abgelegten Korrelationstabelle mit vorgegebenen Wartezeiten ausgebildet ist.

Geistbildartefakte sind vor allem durch die applizierte Dosis und die verstrichene Zeit definiert. Ein Artefakt folgt zeitlich einer fallenden Kurve, das heißt, mit der Zeit klingt die gespeicherte Reminiszenzladung und damit der Geistbildartefakt ab. Je mehr Zeit also zwischen zwei Aufnahmen liegt, um so weiter ist ein möglicher Artefakt abgeklungen. Da sich ein Artefakt als lokaler Kontrast darstellt, ist er insbesondere durch das mit Röntgenstrahlung aufgenommene Objekt oder Organ definiert. Bei Organen wie z. B. dem Thorax, dem Becken oder der seitlichen Wirbelsäule treten z. B. erhebliche unterschiedliche lokale Dosen unterhalb bzw. seitlich des Organs auf dem Detektor auf. In den Bereichen der Direktstrahlung (weder Abschattung durch das Organ noch durch die röhrenseitigen Blenden) können bis zu einem Faktor 100 oder mehr höhere Dosispegel auftreten wie unterhalb bzw. innerhalb des Objekts oder Organs. Ist beispielsweise aufgrund der physikalischen Eigenschaften des Detektors der Geistbildartefakt nach einer gegebenen Zeit auf einen Wert von 1 % abgeklungen, dann wäre der Signalwert im direkt bestrahlten Bereich immer noch so groß wie das Signal unterhalb des Objekts bei der nächsten Aufnahme.

Zwar besteht die Möglichkeit, zwischen zwei Aufnahmen einfach solange zu warten, bis in jedem Fall unabhängig davon, welches Untersuchungsobjekt aufgenommen wurde und ob ein Direktstrahlungsbereich vorliegt etc., ein möglicher Artefakt abgeklungen ist. Eine solche für jegliche Art der Strahlungsbildaufnahme konstante Wartezeit ist jedoch unwirtschaftlich.

Erfindungsgemäß wird nun vorgeschlagen, keine konstante und für alle Aufnahmearten gleiche Wartezeit zu wählen, sondern eine Wartezeit seitens der Steuerungseinrichtung zu bestimmen, und zwar in Abhängigkeit von wenigstens einem steuerungs- oder generatorseitig eingestellten Betriebsparameter für die Strahlungsquelle, wobei als Betriebsparameter insbesondere die Betriebsspannung, also der kV-Wert und/oder der Betriebsstrom der Strahlungsquelle dient. Das heißt, die Wartezeit wird in Abhängigkeit von den eingestellten Röhrenbetriebsparametern und damit in Abhängigkeit von der erzeugten Strahlung definiert. Erst wenn diese Wartezeit abgelaufen ist, wird die nächste Aufnahme freigegeben. Die Erfindung macht sich vorteilhaft eine Korrelation zu Nutze, die zwischen aufzunehmendem Organ und dem oder den voreingestellten Betriebsparametern, insbesondere den Generatordaten besteht. Dabei ist der Artefakteffekt bei Organen besonders hoch, die auch mit hohen kV-Werten aufgenommen werden. Dies sind genau die Organe, die eine hohe Absorption bedingen, wie z. B. die Lunge, das Becken oder die Lendenwirbelsäule, und bei denen auch im allgemeinen eine große Diskrepanz zwischen den vom Detektor gemessenen Signalwerten unterhalb des Organs, also im Volumen und neben dem Organ (insbesondere dem Direktstrahlungsbereich) auftritt. Während beispielweise Lungenaufnahmen mit 125 kV erstellt werden, damit man auch die Lungenstruktur hinter den Rippen erkennen kann, erfordert die Aufnahme des "knöchernen Thorax" lediglich eine Röhrenspannung von ca. 66 kV, um die Knochenstruktur diagnostizieren zu können.

Zur Ermittlung der für die gegebene Situation zweckmäßigsten Wartezeit ist es vorteilhaft, wenn in der Steuerungseinrichtung wenigstens eine Korrelationstabelle mit vorgegebenen Wartezeiten abgelegt ist, aus der die Wartezeit gewählt wird. In der Tabelle sind zu den unterschiedlichen einstellbaren Betriebsparametern, z.B. den Spannungswerten entsprechende Wartezeiten eingetragen. Selbstverständlich können auch mehrere Korrelationstabellen vorgesehen sein, die zusätzlich entsprechenden Parametern beispielsweise des Filters oder der Elektrizitätsmengen- oder Dosiskammerwerte zugeordnet sind.

Die Erfindung erreicht also eine Optimierung der Wartezeit dadurch, dass nicht wie eingangs beschrieben eine allgemeine, maximale "sichere" Verzögerungszeit, die für alle Organe, die untersucht werden, definiert wird, verstreichen muss, bevor das System die nächste Aufnahme erlaubt. Vielmehr macht sich die Erfindung die Erkenntnis zu Nutze, dass verschiedene Organe zu verschieden starken Geistbildartefakten aufgrund der für ihre Untersuchung erforderlichen Aufnahmeparameter führen und daher die Verzögerungszeiten für diese Organe jeweils unterschiedlich sein können. Es wird also aus den eingestellten Betriebsparametern auf die Art des aufzunehmenden Organs geschlossen, was wiederum ein Maß für das mögliche Auftreten eines Artefakts ist, dessen Intensität wiederum von der Dosis der Aufnahme wie auch der nach Beendigung der Aufnahme verstrichenen Zeit ist. Hieraus kann eine Wartezeit bestimmt werden, die bezogen auf die tatsächlichen Aufnahmebedingungen der Voraufnahme und damit auf den möglicherweise tatsächlich vorliegenden Bildartefakt abgestellt ist, und nicht auf einen abstrakten "maximalen" Artefakt, der bei einer aufnahmeunabhängigen Wartezeit zugrundegelegt ist. Auf diese Weise kann also der Bildaufnahmebetrieb den tatsächlichen Aufnahmebedingungen angepasst werden, so dass ein wirtschaftliches Erstellen der Bilder möglich ist, gleichwohl aber ein weitgehend artefaktfreier Aufnahmebetrieb möglich ist.

Wie beschrieben, können als Betriebsparameter, in deren Abhängigkeit die Wartezeit bestimmt wird, die Betriebsspannung und/oder der Betriebsstrom der Strahlungsquelle verwendet werden. Weiterhin kann die Steuerungseinrichtung zum Ermitteln der Wartezeit zusätzlich in Abhängigkeit von wenigstens einem Parameter eines im Strahlengang angeordneten Filters ausgebildet sein. Bei Röntgenaufnahmen wird häufig ein Filter im Strahlengang angeordnet, um auf diese Weise die Strahlung beziehungsweise das Spektrum zu beeinflussen. Hierüber wird auch die applizierte Dosis beeinflusst, die wie eingangs ausgeführt einer der die Intensität eines Artefaktes bestimmenden Faktoren ist. Ist nun ein solcher Filter in den Strahlengang gebracht, so kann dies im Rahmen der Ermittlung der Wartezeit berücksichtigt werden. Denkbar ist hierbei, dass die Wartezeit zusätzlich in Abhängigkeit von der Filterart, vom Filtermaterial, von der Filtergröße oder von der Filterform bestimmt wird.

In Weiterbildung des Erfindungsgedankens kann vorgesehen sein, dass die Steuerungseinrichtung zusätzlich zum Ermitteln der Wartezeit in Abhängigkeit von einem voreingestellten Elektrizitätsmengenwert ausgebildet ist. Da sowohl der Röhrenstrom als auch die Belichtungszeit die applizierte Dosis proportional beeinflussen, wird in der Aufnahmetechnik die Elektrizitätsmenge, das sogenannte "mAs-Produkt" für ein zu untersuchendes Objekt eingestellt. Im Rahmen der sogenannten "mAs-Schaltung" ist eine Belichtungsautomatik realisiert, mit welcher nach Einschalten der Röhrungsspannung der Röhrenstrom gemessen und über die Aufnahmedauer integriert wird. Hierüber wird das mAs-Produkt ermittelt. Erreicht dieses den vorgegebenen mAs-Wert, so wird die Röhrenspannung und damit die Strahlung unverzüglich abgeschaltet. Dieser mAs-Wert ist also ein Maß für die applizierte Dosis und damit ein Maß für die Intensität eines möglicherweise auftretenden Artefaktes. Der Elektrizitätsmengenwert kann, wie erfindungsgemäß vorgesehen ist, ebenfalls im Rahmen der Wartezeitermittlung berücksichtigt werden, entweder ausschließlich zusammen mit dem zentralen Betriebsparameter der Strahlungsquelle, oder gegebenenfalls auch in Verbindung mit dem vorher beschriebenen Filterparameter.

Alternativ oder zusätzlich zu dem Elektrizitätsmengenwert kann im Rahmen der Zeitermittlung auch ein voreingestellter, ein Maß für die applizierte Strahlungsdosis darstellender Wert einer im Strahlengang angeordneten Dosismesskammer verwendet werden. Eine solche Dosismesskammer dient ebenfalls der Zeitsteuerung der Belichtung. Die Dosismesskammer befindet sich direkt im Strahlengang. Über sie wird die tatsächlich applizierte Dosis bestimmt. Erreicht das Kammersignal einen voreingestellten Wert, so wird die Belichtung beendet. Auch hierüber kann also vom Benutzer die für die gewünschte Aufnahme benötigte Dosis, die ihrerseits abhängig vom aufzunehmenden Organ ist, definiert werden, auch über diesen Parameter kann also ein Rückschluss auf das aufgenommene Organ, mithin also auch auf das Auftreten beziehungsweise die Intensität eines möglichen Artefakts gezogen werden und unter noch weiterer Annäherung an die tatsächlichen Gegebenheiten die Wartezeit bestimmt werden.

Weiterhin kann die Steuerungseinrichtung zum Ermitteln der Wartezeit in Abhängigkeit davon, ob die nachfolgende Bildaufnahme eine Strahlungsbildaufnahme oder eine Dunkelbildaufnahme, also ein Offset-Bild ist, ausgebildet sein. Wird nach der Voraufnahme ein weiteres Strahlungsbild vom Untersuchungsobjekt aufgenommen, so sollte sichergestellt sein, dass der Artefakt weitestgehend abgeklungen ist. Wird ein Dunkel- oder Offset-Bild aufgenommen, das im Rahmen der nachfolgenden Verarbeitung eines oder mehrerer vorher aufgenommener Strahlungsbilder berücksichtigt wird, so kann die gewählte Warte- oder Abklingzeit abhängig davon sein, wie das Offset-Bild im Rahmen der Bildverarbeitung berücksichtigt wird. Wird es beispielsweise nur zu einem Prozent im Rahmen der Bildverarbeitung der Voraufnahmen berücksichtigt, geht es also kaum ein, so muss nicht allzu sehr auf ein weitgehendes Abklingen Wert gelegt werden, das heißt, die Dunkelbildaufnahme kann relativ schnell erfolgen. Spielt das Dunkelbild im Rahmen der Verarbeitung jedoch eine wichtige Rolle, so sollte auch hier länger gewartet und ein weitgehendes Abklingen angestrebt werden.

Schließlich ist es zweckmäßig, wenn die Steuerungseinrichtung ein Zeitglied aufweist, das mit Beendigung der vorangehenden Strahlungsbildaufnahme angestoßen wird und das den Ablauf der bestimmten Wartezeit erfasst, wonach der Bildaufnahmebetrieb freigegeben wird.

Daneben betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Artefaktverhinderung bei der Bildaufnahme mit einer Röntgeneinrichtung umfassend eine Strahlungsquelle und einen diese betreibenden Generator, einen digitalen Festkörperstrahlungsdetektor sowie eine den Betrieb der Einrichtung steuernde Steuerungseinrichtung, das sich dadurch auszeichnet, dass die Steuerungseinrichtung eine Wartezeit für das Abklingen eines detektorseitigen reminiszenten Signals zwischen zwei aufeinander folgenden Bildaufnahmen in Abhängigkeit von wenigstens einem steuerungs- oder generatorseitig eingestellten Betriebsparameter für die Strahlungsquelle ermittelt, wobei die nächste Aufnahme nach Ablauf der Wartezeit freigegeben wird.

Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den abhängigen Unteransprüchen beschrieben.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:

1 eine Prinzipskizze einer erfindungsgemäßen Röntgeneinrichtung,

2 ein Diagramm zur Darstellung des Zusammenhangs zwischen der Röhrenspannung und der Artefakt-Abklingzeit, und

3 eine Prinzipdarstellung betreffend die Ermittlung der Wartezeit.

1 zeigt eine erfindungsgemäße Röntgeneinrichtung 1, umfassend eine Strahlungsquelle 2 mit vorgeschalteter Tiefenblende 3, die im gezeigten Ausführungsbeispiel an einem Stativ 4 angeordnet sind. Hierüber wird ein Objekt 5 mit Röntgenstrahlung belegt. Die transmittierte Röntgenstrahlung, wie auch nicht durch das Objekt 5 laufende Strahlung trifft zunächst auf ein Streustrahlenraster 6 und anschließend auf einen digitalen Festkörper-Bilddetektor 7, der ebenfalls an einem Stativ 8 angeordnet ist. Weiterhin ist ein optional im Strahlengang anordnenbarer Filter 13 sowie eine die applizierte Dosis messende Dosismesskammer 14 vorgesehen.

Die Steuerung der gesamten Röntgeneinrichtung erfolgt über eine Steuerungseinrichtung 9, die einen Generator 10 ansteuert, über den wiederum die Strahlungsquelle 2 betrieben wird. Vorgesehen ist ferner ein Bildverarbeitungsrechner 11, wie ein Monitor 12, an dem aufgenommene Bilder ausgegeben werden können.

Die Steuerungseinrichtung 9 ist zur Ermittlung einer Wartezeit ausgebildet, die zwischen einer Voraufnahme und einer nachfolgenden Aufnahme verstreichen muss, um sicherzustellen, dass ein etwaiger aus der Voraufnahme resultierender Artefakt hinreichend abgeklungen ist. Die Bestimmung der Wartezeit erfolgt dabei grundsätzlich in Abhängigkeit von einem Betriebsparameter der Strahlungsquelle, nachdem dieser Betriebsparameter das entscheidende Kriterium dafür ist, ob und in welcher Intensität ein Artefakt auftritt, zusammen mit der hierüber applizierten Dosis. Der Zusammenhang zwischen Röhrenspannung und Abklingzeit ergibt sich prinzipiell aus 2. Längs der Ordinate ist die Röhrenspannung in kV aufgetragen, längs der Abszisse die relative Abklingzeit, die hier nur allgemein mit "kurz", "mittel" und "lang" angegeben ist.

2 setzt die für die jeweiligen Untersuchungen typischen Röhrenspannungen in Beziehung zu typischen Abklingzeiten für dabei erhaltene Geistbildartefakte. Gezeigt sind fünf Bereiche I, II, III, IV und V, die Röhrenspannungsbereiche angeben, die zur Aufnahme bestimmter Körperteile oder Organe eingestellt werden. Der Bereich I mit Spannungen zwischen ca. 40 kV – 65 kV wird für Aufnahmen einer Hand oder eines Fußes eingestellt. Spannungen zwischen ca. 55 kV und 75 kV, wie durch den Bereich II definiert, werden für Knie- und Ellenbogenaufnahmen eingestellt. Bereich III definiert einen Spannungsbereich von ca. 65 kV – 85 kV, dieser wird für Schulter- und Schädelaufnahmen eingestellt, während der Bereich IV einen Spannungsbereich von ca. 75 kV – 95 kV für Beckenaufnahmen definiert. Schließlich beschreibt der Bereich V einen Spannungsbereich von ca. 115 kV – 155 kV für Thorax-Aufnahmen.

Ersichtlich ergeben sich zu den jeweiligen Untersuchungsbereichen unterschiedliche Abklingzeiten, wobei eindeutig ein quasi-linearer Zusammenhang zwischen der Höhe der Röhrenspannung und der Länge der Abklingzeit besteht. Je höher die Spannung, desto länger die Abklingzeit und umgekehrt.

Nachdem der Steuerungseinrichtung die eingestellte Generatorspannung, über die die Röhre betrieben wird, bekannt ist, kann sie bereits hieraus grob die Abklingzeit eines Geistbildartefaktes ermitteln und hierauf basierend eine einzuhaltende Wartezeit bestimmen, nach welcher erst eine weitere Aufnahme zugelassen wird. Zur weiteren Verfeinerung und Optimierung der Bestimmung der Wartezeit ist es möglich, nicht nur die eingestellte Röhrenspannung, sondern z.B. einen den Filter 13, der möglicherweise im Strahlengang angeordnet ist, beschreibenden Parameter zu berücksichtigen, wobei der Filter, der unmittelbar die Strahlung beziehungsweise das Spektrum beeinflusst, Auswirkungen auf die applizierte Dosis und damit auf die Intensität des Artefakts hat. Entsprechend berücksichtigt werden können beispielsweise ein der Belichtungssteuerung dienender Elektrizitätsmengenwert oder ein Wert der ebenfalls der Belichtungssteuerung dienenden Dosiskammer 14, beides voreingestellte Werte, die also bereits für die Voraufnahme eingestellt wurden und die ebenfalls einen Einfluss auf die Intensität eines Artefakts haben.

3 zeigt schließlich ein Schema zur Darstellung der Regenerierung des Zeitintervalls beziehungsweise der Wartezeit aus den Generatordaten der letzten Strahlungsbildaufnahme. Wie dargestellt werden in der Steuerungseinrichtung 9 die verwendeten Generatoreinstellungen, also insbesondere der kV-Wert oder aber der Röhrenstrom, erfasst und anhand dieser und gegebenenfalls weiterer Werte (wie durch die gestrichelte Linie angegeben, konkret ein Filterparameter, der mAs-Wert oder ein Dosiskammerwert) die notwendige Warte- oder Verzögerungszeit bestimmt.

Ist die einzuhaltende Verzögerungszeit bestimmt – was bereits während der Erstellung der letzten Röntgenaufnahme erfolgt – wird der Zeitpunkt der letzten Röntgenaufnahme erfasst. Mit der Beendigung derselben beginnt ein nicht näher gezeigtes Zeitglied zu laufen, das die Wartezeit erfasst. Erst wenn die vorbestimmte, von den genannten Parametern abhängige Wartezeit abgelaufen ist, erfolgt die Freigabe der nächsten Aufnahme.


Anspruch[de]
Röntgeneinrichtung umfassend eine Strahlungsquelle (2) und einen diese betreibenden Generator (10), einen digitalen Festkörperstrahlungsdetektor (7) sowie eine den Betrieb der Einrichtung steuernde Steuerungseinrichtung (9), dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (9) zur Artefaktverhinderung bei der Bildaufnahme zum Ermitteln einer Wartezeit zwischen zwei aufeinander folgenden Bildaufnahmen in Abhängigkeit von wenigstens einem steuerungs – oder generatorseitig eingestellten Betriebsparameter für die Strahlungsquelle (2) mittels wenigstens einer in der Steuerungseinrichtung abgelegten Korrelationstabelle mit vorgegebenen Wartezeiten ausgebildet ist. Röntgeneinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Betriebsparameter die Betriebsspannung und/oder der Betriebsstrom der Strahlungsquelle (2) ist. Röntgeneinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (9) zum Ermitteln der Wartezeit zusätzlich in Abhängigkeit von wenigstens einem Parameter eines im Strahlengang angeordneten Filters (13) ausgebildet ist. Röntgeneinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (9) zum Ermitteln der Wartezeit zusätzlich in Abhängigkeit von einem voreingestellten Elektrizitätsmengenwert ausgebildet ist. Röntgeneinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (9) zum Ermitteln der Wartezeit zusätzlich in Abhängigkeit von einem voreingestellten, ein Maß für. die applizierte Strahlungsdosis darstellenden Wert einer im Strahlengang angeordneten Dosismesskammer (14) ausgebildet ist. Röntgeneinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (9) zum Ermitteln der Wartezeit ferner in Abhängigkeit davon, ob die nachfolgende Bildaufnahme eine Strahlungsbildaufnahme oder eine Dunkelbildaufnahme ist, ausgebildet ist. Röntgeneinrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (9) ein Zeitglied aufweist, das mit Beendigung der vorangehenden Strahlungsbildaufnahme angestoßen wird und das den Ablauf der bestimmten Wartezeit erfasst, wonach der Bildaufnahmebetrieb freigegeben wird. Verfahren zur Artefaktverhinderung bei der Bildaufnahme mit einer Röntgeneinrichtung umfassend eine Strahlungsquelle und einen diese betreibenden Generator, einen digitalen Festkörperstrahlungsdetektor sowie eine den Betrieb der Einrichtung steuernde Steuerungseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung eine Wartezeit für das Abklingen eines detektorseitigen reminiszenten Signals zwischen zwei aufeinander folgenden Bildaufnahmen in Abhängigkeit von wenigstens einem steuerungs- oder generatorseitig eingestellten Betriebsparameter für die Strahlungsquelle ermittelt, wobei die nächste Aufnahme nach Ablauf der Wartezeit freigegeben wird. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Betriebsparameter die Betriebsspannung und/oder der Betriebsstrom der Strahlungsquelle dient. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung die Wartezeit zusätzlich in Abhängigkeit von wenigstens einem Parameter eines im Strahlengang angeordneten Filters ermittelt. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung die Wartezeit zusätzlich in Abhängigkeit von eine voreingestellten Elektrizitätsmengenwert ermittelt. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung die Wartezeit zusätzlich in Abhängigkeit von wenigstens einem voreingestellten, ein Maß für die applizierte Strahlungsdosis darstellenden Wert einer im Strahlengang angeordneten Dosismesskammer ermittelt. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung die Wartezeit ferner in Abhängigkeit davon ermittelt, ob die nachfolgende Bildaufnahme eine Strahlungsbildaufnahme oder eine Dunkelbildaufnahme ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuerungseinrichtung wenigstens eine Korrelationstabelle mit vorgegebenen Wartezeiten abgelegt ist, aus der die Wartezeit gewählt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zeitglied der Steuerungseinrichtung mit Beendigung der vorangehenden Strahlungsbildaufnahme angestoßen wird und den Ablauf der bestimmten Wartezeit erfasst, wonach der Bildaufnahmebetrieb freigegeben wird.






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