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Dokumentenidentifikation DE202006010693U1 14.12.2006
Titel Wärmedämmplatte
Anmelder thermo-plastic AG, Zug, CH
Vertreter Lorenz und Kollegen, 89522 Heidenheim
DE-Aktenzeichen 202006010693
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 14.12.2006
Registration date 09.11.2006
Application date from patent application 11.07.2006
IPC-Hauptklasse E04B 1/80(2006.01)A, F, I, 20060711, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Wärmedämmplatte, die eine Holzweichfaserplatte aufweist.

Zur Wärmedämmung von Fußböden, Wände und Decken sind die verschiedensten Wärmedämmmaterialien bekannt. Für diesen Zweck werden auch bereits Holzweichfaserplatten wegen ihrer günstigen Wärmeisolierungswerte verwendet. Die Herstellung erfolgt dabei im Allgemeinen aus Restholz im Nassverfahren aus Ligno-Cellulosefasern. Die Bindung der Fasern untereinander beruht auf der Verfilzung der Fasern und deren Verklebung. Neben der Verwendung als Trittschall- oder Luftschalldämmung werden diese Holzweichfaserplatten im Innenbereich - wie erwähnt – auch zur Wärmedämmung eingesetzt, Im Außenbereich oder im Dachbereich, in welchem das Problem besteht, dass hier Feuchtigkeit oder Wasser von außen eindringen kann, konnten Holzweichfaserplatten bisher nicht verwendet werden, da sie gegenüber Feuchtigkeit und Wasser nicht dicht waren. Bei Nässe dringt diese in die Holzweichfaserplatte ein, wodurch – unabhängig von deren langsamen Zerstörung – die Isolierfähigkeit in erheblichem Maße verloren geht.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Wärmedämmplatte aus Holzweichfaserstoffen derart zu verbessern, dass diese auch im Nassbereich eingesetzt werden kann.

Erfindungsgemäß wird dies dadurch gelöst, dass die Holzweichfaserplatte wenigstens auf einer Flachseite mit einer wasserdichten, diffusionsoffenen Abdichtungsbahn versehen ist.

Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung kann die Wärmedämmplatte mit besonderem Vorteil auch im Dachbereich als sekundäres, wasserführendes Unterdach eingesetzt werden. So ist zum Beispiel ein Einsatz möglich zwischen den Sparren oder auch außenseitig auf den Sparren. Auf diese Weise ist ein zusätzlicher Schutz gegen Regen, Schnee, Staub und Ungeziefer gegeben und zwar ohne dass die Holzweichfaserplatte angegriffen wird oder dessen Isolierungsfähigkeit leidet. Gleichzeitig ist jedoch durch die Verwendung einer diffusionsoffenen Abdichtungsbahn gewährleistet, dass eine Atmungsaktivität vorhanden ist.

Nach einer sehr vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Abdichtungsbahn wenigstens auf einer Seite einen über die Holzweichfaserplatte vorstehenden Überstand aufweist.

In vorteilhafter Weise wird man dabei zwei Überstände so vorsehen, dass sie jeweils auf einer Breitseite und einer daran angrenzenden Längsseite vorgesehen sind.

Durch diese erfindungsgemäße Weiterbildung lassen sich die erfindungsgemäßen Wärmedämmplatten absolut regendicht durch die jeweilige Überlappung mit den Überständen verlegen. Ein weiterer Vorteil besteht dabei darin, dass eine flächige Verlegung damit ohne Nut und Feder erfolgen kann, wodurch auf einfache Weise herkömmliche Wärmedämmplatten verwendet werden können, die lediglich erfindungsgemäß mit der diffusionsoffenen Abdichtungsbahn zu versehen ist.

Die Verbindung der Abdichtungsbahn mit der Holzweichfaserplatte kann auf verschiedene Weise erfolgen. In vorteilhafter Weise wird man hierzu die Überstände mit einem Verklebungsglied, z. B. einem Klebeband, versehen, wobei hierfür an sich bekannte zweiseitige Klebebänder verwendet werden können. Auf diese Weise lässt sich eine einfache und schnelle Verlegung in einem Verbund erreichen.

Um die Verlegung von Wärmedämmplatten im dichten Verbund zu erleichtern, kann dabei vorgesehen sein, dass jeweils ein Klebeband auf einer Unterseite eines Überstandes der Abdichtungsbahn und ein Klebeband auf der Oberseite der Abdichtungsbahn angeordnet ist.

Durch diese Ausgestaltung sind die Klebebänder beim Verlegen leicht zugänglich und das Schutzband kann jeweils von außen bzw. oben her abgezogen werden, ohne dass man an der Unterseite der Abdichtungsbahn beim Verlegen manipulieren muss.

Als wasserdichte, diffusionsoffene Abdichtungsbahn lassen sich die verschiedensten Materialien verwenden. In vorteilhafter Weise ist hierfür ein entsprechender Kunststoff, wie z. B. Polypropylen, verwendbar.

Um sehr gute Wärmedämmwerte zu erreichen, kann in einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung vorgesehen sein, dass die Holzweichfaserplatte eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040 bis 0,06 W/mK aufweist. Die Diffusionswiderstandszahl der Holzweichfaserplatte kann dabei zwischen 4 und 9 &mgr; liegen.

Herkömmliche Holzweichfaserplatten werden im Allgemeinen in Längen von 1.000 bis 3.000 mm, Breiten von 500 mm bis 1.500 mm und Dicken von 10 mm bis 300 mm gehandelt. Wenn aus Wärmedämmgründen eine größere Dicke gewünscht wird, kann in einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen sein, dass wenigstens zwei Holzweichfaserplatten übereinander angeordnet sind, wobei die Abdichtungsbahn auf der außenseitigen Holzweichfaserplatte aufgebracht ist.

Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung prinzipmässig beschrieben.

Es zeigt:

1 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Wärmedämmplatte,

2 eine Seitenansicht einer Wärmedämmplatte mit zwei übereinander angeordneten Holzweichfaserplatten,

3 eine Verlegung der Wärmedämmplatte nach den 1 und 2 zwischen zwei Dachsparren,

4 eine Verlegung einer Wärmedämmplatte nach den 1 und 2 außenseitig über Dachsparren.

Eine Wärmedämmplatte weist eine Holzweichfaserplatte 1 auf, die auf einer Flachseite mit einer wasserdichten diffusionsoffenen Abdichtungsbahn 2 versehen ist. Aus Gründen der besseren Darstellung ist die Abdichtungsbahn 2, die z. B. aus einer Polypropylenfolie bestehen kann, wesentlich dicker dargestellt als in Wirklichkeit mit einer möglichen Dicke von z. B. 0,1–2 mm. Selbstverständlich kann die Holzweichfaserplatte 1 auch auf beiden Seiten mit einer wasserdichten, diffusionsoffenen Abdichtungsbahn versehen sein. Im Allgemeinen ist es jedoch ausreichend, wenn nur eine Flachseite mit der Abdichtungsbahn versehen wird, welche der Außenseite bzw. der Seite zugewandt ist, durch die Regen oder Feuchtigkeit eindringen kann. Aus Wärmeisolie-rungsgründen können auch zwei Holzweichfaserplatten 1 übereinander angeordnet sein, wie dies in der 2 gestrichelt dargestellt ist. In diesem Falle ist es ausreichend, wenn nur die Holzweichfaserplatte 1, die der Seite zugewandt ist, von der aus Regen oder Feuchtigkeit eindringen kann, mit der Abdichtungsbahn 2 versehen ist.

Um bei einer Verlegung der Wärmedämmplatte im Verbund, insbesondere bei einer versetzt zueinander verlaufenden Verlegung, eine lückenlose Abdichtung zu erhalten, ist jede Abdichtungsbahn 2 so ausgebildet, dass jeweils ein Überstand 3 auf einer Breitseite 4 und einer daran angrenzenden Längsseite 5 vorgesehen ist.

Zur Verbindung einer Abdichtungsbahn 2 mit einer dazu benachbart liegenden Abdichtungsbahn, die sich auf der nächsten Holzweichfaserplatte 1 befindet, sind an der Abdichtungsbahn 2 Verbindungsglieder, z. B. in Form von zweiseitigen Klebebändern 6 vorgesehen.

Bei der in dem Ausführungsbeispiel beschriebenen Wärmedämmplatte ist ein zweiseitiges Klebeband 6 auf der Oberseite der Abdichtungsbahn 2 in einem Bereich vorgesehen, der sich entlang der Breitseite 4 der Abdichtungsbahn 2 erstreckt. Das andere zweiseitige Klebeband 6 befindet sich an dem Überstand 3 der Abdichtungsbahn 2 an der Längsseite 5 und zwar auf der Unterseite der Abdichtungsbahn 2.

Durch diese Anordnung der zweiseitigen Klebebänder lässt sich eine einfache Verlegung im Verbund erreichen. Nach Aufbringen der Klebebänder auf die Abdichtungsbahn 2, was bereits werkseitig erfolgen kann, ist es somit lediglich erforderlich, vor Ort bei der Verlegung von der äußeren bzw. freien Seite des Klebebandes die Schutzfolie abzuziehen. Der Überstand 3 an der Längsseite 5 mit dem Klebeband 6 auf der Unterseite einer zuerst verlegten Abdichtungsbahn 2 muss damit lediglich auf eine zweite daneben liegende Holzweichfaserplatte auf deren Flachseite, an der die Abdichtungsbahn 2 der zweiten Holzweichfaserplatte mit der Außenseite bündig ist, aufgedrückt werden, womit eine Überlappung und eine gleichzeitige Verklebung mit der Abdichtungsbahn 3 der benachbarten Holzweichfaserplatte 1 erfolgt.

Das andere Klebeband 6 auf der Abdichtungsbahn 2 ist im Bereich der Breitseite 4 angeordnet, an der die Abdichtungsbahn 2 außenseitig bündig mit der Holzweichfaserplatte 1 ist bzw. wo kein Überstand 3 vorhanden ist.

Nach einem einfachen Abziehen des Schutzbandes von diesem Klebeband 6 muss lediglich die nächste Wärmedämmplatte so angelegt werden, dass an dieser Stelle an der Breitseite ein Überstand 3 der Abdichtungsbahn 2 der nächsten Holzweichfaserplatte ist, womit der Überstand lediglich von außen her, z. B. durch einen Druck mit der Hand, mit dem Klebeband 6 der zuvor verlegten Holzweichfaserplatte verbunden wird.

Bei der Verklebung an der Längsseite 5 der Holzweichfaserplatte muss selbstverständlich zuvor – in der 1 rechts daneben liegend – eine andere Holzweichfaserplatte verlegt sein, damit der Überstand 3 entsprechend von oben her zur Verklebung angepresst werden kann.

Aus der 1 ist durch die längs gestrichelt links dargestellte Holzweichfaserplatte ersichtlich, dass eine Verlegung von Wärmedämmplatten im Verbund durchgeführt werden kann, womit eine fugenlose und gegen ein Eindringen von Wasser dichte Verbindung geschaffen wird. Diese Verlegungsart ist insbesondere für eine Verlegung auf Dachsparren geeignet, wie dies nachfolgend anhand der 4 näher beschrieben wird.

Die Anordnung des Klebebandes 6 auf der Oberseite der Abdichtungsbahn 2 im Bereich der Breitseite, an der die Abdichtungsbahn 2 mit der Holzweichfaserplatte 1 bündig ist und die Anordnung an der angrenzenden Längsseite 5 auf der Unterseite des Überstandes 3 ist selbstverständlich nur beispielsweise genannt. In der Praxis lässt sich die umgekehrte Anordnung genauso durchführen, wobei in diesem Falle an der Längsseite 5 kein Überstand 3 vorhanden ist, sondern der Überstand dann an der Breitseite 6 mit dem auf der Unterseite des Überstandes 3 angebrachten Klebeband liegt.

Die 3 zeigt in einer Schnittdarstellung die Anordnung einer Wärmedämmplatte mit einer Holzweichfaserplatte 1 und einer damit verklebten wasserdichten, diffusionsoffenen Abdichtungsbahn 2 auf der dem Dachäußeren zugewandten Seite zwischen zwei Dachsparren 7, zwischen denen die Holzweichfaserplatte 1 eingepasst ist. Der darüber angeordnete Dachaufbau ist von bekannter Bauart. Zur Vereinfachung ist lediglich eine Holzlattung 8 dargestellt.

Die 4 zeigt eine Verlegung von Wärmedämmplatten aus Holzweichfaserplatten 1 im Verbund über den Dachsparren 7. Zur Hinterlüftung ist über den Wärmedämmplatten eine Konterlattung 9 mit einer in üblicher Weise darüber angeordneten Querlattung 10 vorgesehen. An die Querlattung 10 werden in bekannter Weise Dachziegel 11 eingehängt.


Anspruch[de]
Wärmedämmplatte, die eine Holzweichfaserplatte aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Holzweichfaserplatte (1) wenigstens auf einer Flachseite mit einer wasserdichten, diffusionsoffenen Abdichtungsbahn (2) versehen ist. Wärmedämmplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdichtungsbahn (2) wenigstens auf einer Seite einen über die Holzweichfaserplatte (1) vorstehenden Überstand (3) aufweist. Wärmedämmplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Überstand (3) jeweils auf einer Breitseite (6) und einer daran angrenzenden Längsseite (5) vorgesehen ist. Wärmedämmplatte nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Überstände (3) mit einem Verbindungsglied zur Verbindung mit einer Abdichtungsbahn (2) einer benachbart dazu liegenden Holzweichfaserplatte (1) versehen ist. Wärmedämmplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungsglied als Verklebungsglied (6) ausgebildet ist. Wärmedämmplatte nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verklebungsglied als Klebeband (6) ausgebildet ist. Wärmedämmplatte nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Klebeband (6) als zweiseitiges Klebeband ausgebildet ist. Wärmedämmplatte nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Klebeband (6) auf einer Unterseite eines Überstandes (3) der Abdichtungsbahn (2) und ein Klebeband auf der Oberseite der Abdichtungsbahn (2) angeordnet ist. Wärmedämmplatte nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das auf der Oberseite der Abdichtungsbahn (2) angeordnete Klebeband (6) im Bereich einer Seite liegt, an der die Abdichtungsbahn (2) außenseitig mit der Holzweichfaserplatte (1) bündig ist. Wärmedämmplatte nach einem der Ansprüche 1–9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdichtungsbahn (2) auf die Holzweichfaserplatte (1) aufgeklebt ist. Wärmedämmplatte nach einem der Ansprüche 1–10, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdichtungsbahn (2) aus Kunststoff besteht. Wärmedämmplatte nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff Polypropylen ist. Wärmedämmplatte nach einem der Ansprüche 1–12, dadurch gekennzeichnet, dass die Holzweichfaserplatte (1) eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040 bis 0,06 W/mK aufweist. Wärmedämmplatte nach einem der Ansprüche 1–13, dadurch gekennzeichnet, dass die Holzweichfaserplatte (1) eine Diffusionswiderstandszahl von 4–9 &mgr; aufweist, Wärmedämmplatte nach einem der Ansprüche 1–14, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Holzweichfaserplatten (1) übereinander angeordnet sind, wobei die Abdichtungsbahn (2) auf der außenseitigen Holzweichfaserplatte (1) aufgebracht ist. Verbund aus Wärmedämmplatten nach einem der Ansprüche 1–15, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Holzweichfaserplatten (1) versetzt zueinander verlegbar sind.






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