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Dokumentenidentifikation DE102005028877A1 28.12.2006
Titel Verfahren zum Betreiben einer Lithotripsie-Einrichtung und mit diesem Verfahren betriebene Lithotripsie-Einrichtung
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Mahler, Matthias, 91058 Erlangen, DE;
Tauber, Herbert, 91058 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 22.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005028877
Offenlegungstag 28.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2006
IPC-Hauptklasse A61B 17/225(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61B 6/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Betreiben einer Lithotripsie-Einrichtung, bei dem an einen zu behandelnden Patienten (12) eine Stoßwellenquelle (2) angekoppelt wird, die eine in einem Fokus (S) fokussierte Stoßwelle erzeugt, wird eine beim Ankoppeln verursachte Verformung einer die Stoßwellenquelle (2) tragenden Tragkonstruktion (3) erfasst und ausgewertet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben einer Lithotripsie-Einrichtung und auf eine mit diesem Verfahren betriebene Lithotripsie-Einrichtung.

Bei der Lithotripsie handelt es sich um eine therapeutische Methode, bei der ein im Körper eines Patienten befindliches Konkrement ohne operativen Eingriff mit Hilfe einer fokussierten Stoßwelle zerstört wird. Hierzu wird an den Patienten mechanisch eine Stoßwellenquelle angekoppelt, indem diese mit einem so genannten fluidgefüllten Koppelbalg auf die Körperoberfläche aufgesetzt wird. Um die Stoßwelle möglichst verlustarm in den Patienten einzukoppeln, ist es notwendig, dass sich der Koppelbalg frei von Hohlräumen an die Körperoberfläche anschmiegt.

Um eine solche verlustarme akustische Kopplung sicherzustellen, ist es bekannt, die Kraft, mit der die Stoßwellenquelle auf die Körperoberfläche des Patienten aufgesetzt oder angekoppelt wird, mit Hilfe des im Koppelbalg herrschenden Fluiddruckes zu regeln. Je nach Anatomie des Patienten und der zur Behandlung notwendigen Eindringtiefe der Stoßwellen kann es aber vorkommen, dass Ankoppelkräfte wirken, die durch eine Druckregelung, wie sie beispielsweise aus der DE 197 48 071 A1 bekannt ist, nicht mehr ausgeglichen werden können. Darüber hinaus wirkt auch in den Fällen, in denen der Fluiddruck auf einen vorgegebenen Sollwert geregelt ist, nicht immer dieselbe Kraft zwischen Stoßwellenquelle und Körperoberfläche, da diese von der Auflagefläche und der Auflagegeometrie abhängig ist.

Die auf die Stoßwellenquelle beim Ankoppeln ausgeübte Kraft bewirkt nun eine Verformung der die Stoßwellenquelle tragenden Teile, die zur Folge hat, dass der Fokus der Stoßwelle aus seiner Sollposition auswandern kann. Diese Sollposition fällt in der Regel mit dem Bildzentrum einer zur Ortung des Konkrements verwendeten Röntgeneinrichtung zusammen. Diese Situation ist in 4 näher dargestellt. Gemäß dieser Figur ist eine Stoßwellenquelle 2 über eine Tragkonstruktion 3, im Beispiel ein Tragarm 4, der schwenkbar auf einem C-Bogen 6 angeordnet ist, an einer nur schematisch angedeuteten Konsole 8 gelagert. Die Stoßwellenquelle 2 weist einen Koppelbalg 10 auf, mit dem sie auf die Körperoberfläche eines Patienten 12 aufgesetzt und akustisch angekoppelt wird. Im Idealfall, d.h. bei kleinen auf die Stoßwellenquelle 2 wirkenden Kräften F fällt der Fokus S der Stoßwelle mit seiner Solllage C, im Beispiel das Isozentrum des C-Bogens 6, zusammen. Diese Solllage C ist zugleich auch das Bildzentrum einer in der Figur nicht dargestellten und zur Ortung des Konkrements verwendeten Röntgeneinrichtung. In der Figur ist nun gestrichelt eine Situation eingezeichnet, die sich ergibt, wenn auf die Stoßwellenquelle 2 in Richtung ihrer Mittenachse 14 durch das Ankoppeln an den Patienten 12 eine Kraft F ausgeübt wird. In diesem Fall stellt sich in der Regel eine elastische, reversible Verformung der aus Tragarm 4 und C-Bogen 6 bestehenden Tragmechanik ein, die bewirkt, dass der Fokus S der Stoßwelle aus seiner Solllage C in eine Ist-Lage C' auswandert.

Eine solche Auswanderung des Fokus S führt, falls sie nicht erkannt und berücksichtigt wird, zu einem verschlechterten Therapieerfolg und zu einer unnötigen Belastung des Patienten.

Um dies zu vermeiden, ist es im Stand der Technik bekannt, die entstehenden Verformungen dadurch auszugleichen, dass der Fokus S der Stoßwelle in Abwesenheit von auf die Stoßwellenquelle 2 wirkenden Kräften sich außerhalb der Solllage C befindet. Wird dann die Stoßwellenquelle 2 an die Körperoberfläche des Patienten 12 angekoppelt, bewirkt dann im Idealfall die damit einhergehende Verformung, dass der Fokus S mit Solllage C übereinstimmt. Diese Situation ist in 5 gestrichelt dargestellt. Da jedoch die Kraft, mit der die Stoßwellenquelle 2 an den Patienten 12 angekoppelt wird, von Anwendung zu Anwendung verschieden ist, ist auch durch diese Maßnahme nicht immer sichergestellt, dass der Fokus S mit der Solllage C übereinstimmt.

Die anhand einer an einem C-Bogen angeordneten Stoßwellenquelle erläuterten Probleme treten in gleicher Weise auch bei Lithotripsie-Einrichtungen mit anderen Tragkonstruktionen auf. Eine solche andere Lithotripsieeinrichtung ist exemplarisch in 6 dargestellt. Dort ist der die Stoßwellenquelle 2 an seinem freien Ende aufnehmende Tragarm 4 schwenkbar um eine horizontale Achse 4a am freien Ende eines Auslegers 15 angeordnet, der schwenkbar um eine vertikale Achse 4b in einer in der Figur nicht dargestellten Konsole gelagert ist. Durch die Einwirkung der Ankoppelkraft F entstehen in erster Linie Verformungen im Tragarm 4, die an seinem freien Ende aufgrund der Hebelwirkung der Ankoppelkraft F maximal sind. Die Ankoppelkraft F führt zu einer Auslenkung des freien Endes des Tragarmes 4 und damit ebenfalls zu einem Auswandern des Fokus S aus seiner Solllage C in die Ist-Lage C', wie es gestrichelt in der Figur angedeutet ist. Da die Ankoppelkraft F nicht zwangsläufig parallel zur Mittenachse 14 der Stoßwellenquelle wirkt, können zusätzlich zu einer Durchbiegung in der von der dem Tragarm 4 und der Mittenachse 14 aufgespannten Ebene auch Torsionen auftreten.

Neben der anhand 4 bis 6 erläuterten reversiblen Verschiebung der Lage des Fokus S können außerdem bei gewollt oder ungewollt wirkenden großen Kräften auch irreversible Verformungen auftreten, die zur dauerhaften Auswanderung des Fokus S aus der Solllage C führen und ein erhebliches Risiko für den Patienten darstellen.

Dabei nehmen die vorstehend erläuterten Probleme zwangsläufig mit der Anzahl der mechanischen Freiheitsgrade, mit der die Stoßwellenquelle positioniert werden kann, zu.

Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben einer Lithotripsie-Einrichtung anzugeben, mit dem die vorstehend genannten Probleme vermieden werden können. Außerdem liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine mit diesem Verfahren betreibbare Lithotripsie-Einrichtung anzugeben.

Hinsichtlich des Verfahrens wird die genannte Aufgabe gemäß der Erfindung gelöst mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 1. Bei dem Verfahren zum Betreiben einer Lithotripsie-Einrichtung wird an einen zu behandelnden Patienten eine Stoßwellenquelle angekoppelt, die eine in einem Fokus fokussierte Stoßwelle erzeugt und es wird eine beim Ankoppeln verursachte Verformung einer die Stoßwellenquelle tragenden Tragkonstruktion erfasst und ausgewertet.

Durch diese Maßnahme wird dem Anwender ermöglicht, während der Behandlung zu beurteilen, ob ein Auswandern des Fokus stattgefunden hat, das eine Unterbrechung oder einen Abbruch der weiteren Behandlung und eine Neupositionierung des Fokus erforderlich macht.

Die Verformung der Tragkonstruktion kann dabei durch Messung einer Weg- oder Winkeländerung zwischen einem Bezugsort bzw. einer Bezugsachse, die mechanisch an die Tragkonstruktion oder die Stoßwellenquelle gekoppelt ist, und einem ortsfesten Bezugsort bzw. einer ortsfesten Bezugsachse außerhalb der Tragkonstruktion oder durch Messung einer Weg- oder Winkeländerung zwischen zwei an der Tragkonstruktion befindlichen Bezugsorten bzw. Bezugsachsen erfasst werden.

Je nach Gerätetyp kann es dabei ausreichend sein, die Verformung durch Messung einer Weg- oder Winkeländerung in einer Achse bzw. Ebene zu erfassen. Bei komplexen Krafteinleitungen kann es jedoch zweckmäßig sein, die Weg- oder Winkeländerungen in mehreren Achsen bzw. Ebenen zu erfassen.

Insbesondere wird die erfasste Verformung zum Ermitteln einer Ist-Lage des Fokus und zum korrekten Positionieren der Stoßwellenquelle herangezogen. Ist nämlich die Verformung der Tragkonstruktion der Stoßwellenquelle, d.h. der sie tragenden Lagerteile bekannt, kann aus dieser anhand anlagenspezifischer Größen, beispielsweise experimentell verifizierter Look-up-Tabellen die Ist-Lage, d.h. die tatsächliche Lage des Fokus ermittelt werden.

In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung befindet sich der mechanisch an die Tragkonstruktion gekoppelte Bezugsort an der Stoßwellenquelle. Durch diese Maßnahme kann die erfasste Verformung besonders einfach und genau zur Bestimmung der Ist-Lage des Fokus der Stoßwellenquelle ausgewertet werden, da sich an diesem Ort alle Teilverformungen der Tragkonstruktion summieren.

Wenn die Ist-Lage des Fokus in einem Röntgenbild des Patienten angezeigt wird, ist ein korrektes Positionieren des Fokus der Stoßwelle vereinfacht. Hierzu kann insbesondere die Röntgeneinrichtung entweder durch mechanische Positionierung oder durch elektronische Bildkorrektur so eingestellt werden, dass die Bildmitte des Röntgenbildes wieder mit dem Fokus der Stoßwellenquelle übereinstimmt.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens wird die gemessene Verformung mit einem oberen Grenzwert verglichen und ein Überschreiten dieses oberen Grenzwertes angezeigt. Durch diese Maßnahme wird eine unbeabsichtigte dauerhafte Schädigung der Lithotripsie-Einrichtung aufgrund einer von einer zu hohen Kraft verursachten irreversiblen Verformung vermieden.

Wenn außerdem ein Überschreiten des oberen Grenzwertes eine die Verformung verringernde automatische Ausgleichsbewegung auslöst, ist sichergestellt, dass auch im Falle einer Unachtsamkeit des Anwenders eine irreversible Beschädigung vermieden wird.

Hinsichtlich der Lithotripsie-Einrichtung wird die Erfindung gelöst mit den Merkmalen des Patentanspruches 9. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Lithotripsie-Einrichtung sind in den diesem Patentanspruch zugeordneten Unteransprüchen angegeben. Die Vorteile der auf die Lithotripsie-Einrichtung bezogenen Patentansprüche ergeben sich sinngemäß aus den Vorteilen der diesen jeweils zugeordneten Verfahrensansprüche.

Zur weitere Erläuterung der Erfindung wird auf das Ausführungsbeispiel der Zeichnung verwiesen. Es zeigen:

1 eine Lithotripsie-Einrichtung gemäß der Erfindung in einer schematischen Prinzipdarstellung,

2 ein schematisches Röntgenbild, in dem die Ist-Lage des Fokus der Stoßwelle angezeigt ist,

3 einen Tragarm einer Lithotripsie-Einrichtung, in dem gemäß der Erfindung ein Messaufnehmer angeordnet ist,

4 bis 6 jeweils schematisch die sich beim Ankoppeln einer Stoßwellenquelle an einen zu behandelnden Patienten ergebenden Verformungen jeweils anhand jeweils schematisch dargestellter Lithotripsie-Einrichtungen.

Gemäß 1 ist, wie auch bereits anhand der 4 und 5 erläutert, die Stoßwellenquelle 2 in einer Tragkonstruktion 3 getragen, die einen Tragarm 4 umfasst, der an einem C-Bogen 6 schwenkbar um die Solllage C des Fokus der Stoßwellenquelle 2, im Beispiel das Isozentrum des C-Bogens 6, gelagert ist. Die Solllage C des Fokus der Stoßwellenquelle 2 liegt in der Bildmitte einer bildgebenden Röntgeneinrichtung 18, im Beispiel eine C-Bogen-Röntgenanlage, bei der ein Röntgenempfänger 20 und eine Röntgenröhre 22 an einem Röntgen-C-Bogen 16 angeordnet sind, dessen Isozentrum mit der Solllage C des Fokus zusammenfällt. Röntgenempfänger 20 und Röntgenröhre 22 können gemeinsam um diese Solllage C geschwenkt werden.

Der zu behandelnde Patient 12 ist auf einem Patientenlagertisch 24 gelagert und die Stoßwellenquelle 2 ist mit ihrem Koppelbalg 10 an die Körperoberfläche des Patienten 12 angekoppelt. In der Figur ist außerdem ein zu zerstörendes Konkrement K angedeutet, das im Idealfall im Isozentrum des Röntgen-C-Bogens 16 positioniert ist.

Eine zentrale Steuer- und Auswerteeinrichtung 26 dient zur Steuerung der Röntgeneinrichtung 18 sowie der Stoßwellenquelle 2, wie dies in der Figur durch Doppelpfeile symbolisch veranschaulicht ist. An die Steuer- und Auswerteeinrichtung 26 sind Bedien- und Anzeigegeräte angeschlossen, die in der Figur ebenfalls symbolisch durch eine Tastatur 28 bzw. einen Monitor 30 veranschaulicht sind. Das im Isozentrum des Röntgen-C-Bogens 16 positionierte Konkrement K erscheint bei einem im Monitor 30 wiedergegebenen Röntgenbild B des Patienten 12 in der Bildmitte.

An der Tragkonstruktion 3, im Beispiel am Tragarm 4, ist zumindest ein Messaufnehmer 31 angeordnet, mit dem deren bzw. dessen Verformung erfasst wird, die durch eine beim Ankoppeln der Stoßwellenquelle 2 an den Patienten 12 auf die Tragkonstruktion ausgeübte Ankoppelkraft entsteht. Durch eine geeignete Auswahl und Anordnung mehrerer Messaufnehmer 31 können grundsätzlich auch mehrachsige Verformungen sowie Torsionen erfasst werden. Grundsätzlich ist es auch möglich, eine lokale Verteilung der Verformungen auf dem Tragarm 4 zu erfassen.

Die Messsignale M der Messaufnehmer 31 werden an die Steuer- und Auswerteeinrichtung 26 weitergeleitet und dort zum Ermitteln der Ist-Lage des Fokus der Stoßwellenquelle 2 ausgewertet. Dies kann beispielsweise durch eine Auswertesoftware erfolgen, die beispielsweise experimentell verifizierte Look-up-Tabellen enthält, in der die Abweichungen des Fokus von der Solllage C in Abhängigkeit von der Position der Stoßwellenquelle 2 und der und von den Messaufnehmern 31 gemessenen Messsignale M gespeichert sind.

Die auf diese Weise ermittelte Ist-Lage wird durch ein geeignetes Symbol 34, im Beispiel ein Fadenkreuz im von der Röntgeneinrichtung 18 erzeugten Röntgenbild B wiedergegeben.

In der Steuer- und Auswerteeinrichtung 26 werden die Messsignale M außerdem dahingehend überprüft, ob ein oberer Grenzwert für die Verformung unter- bzw. überschritten ist. Ein solches Unter- oder Überschreiten wird durch Anzeigeelemente 36 bzw. 38 angezeigt, die auch in die Bildoberfläche des Monitors 30 integriert werden können.

Die Steuer- und Auswerteeinrichtung 26 ist außerdem an einen in der Figur nicht dargestellten Antrieb für den Patientenlagertisch 24 angeschlossen und löst ein automatisches Wegfahren – veranschaulicht durch einen Pfeil 40 – des Patientenlagertisches 24 aus, wenn die von den Messaufnehmern 31 gemessene Verformung den oberen Grenzwert überschreitet.

Die Steuer- und Auswerteeinrichtung 26 enthält außerdem eine Speichereinrichtung 42 zum Speichern der während der Behandlung jeweils gemessenen Verformung und weiterer zugehöriger patienten- und behandlungsspezifischer Daten D.

Gemäß 3 ist das Konkrement K in der Bildmitte des von der Röntgeneinrichtung erzeugten Röntgenbildes B positioniert. Im Idealfall fällt die Bildmitte mit der Solllage C des Fokus der Stoßwellenquelle zusammen, wenn auf diese keine äußere Kraft ausgeübt wird. Beim Ausüben einer äußeren Kraft auf die Stoßwellenquelle wandert der Fokus der Stoßwellenquelle aus der Solllage C in eine Ist-Lage C', die für den Anwender anhand des Symbols 34 angezeigt wird. Im dargestellten Beispiel erkennt der Anwender, dass sich die Ist-Lage C' des Fokus nicht mehr innerhalb des Konkrements K befindet, so dass eine Stoßwelle nicht ausgelöst werden darf. Der Anwender kann dann entweder durch Verringern der beim Ankoppeln ausgeübten Kraft oder durch eine nach Verlagerung des Patienten erneut vorgenommenen Ankopplung erreichen, dass die im Röntgenbild B angezeigte Ist-Lage C' auf dem Konkrement K positioniert oder das Konkrement K in die Ist-Lage C' verlagert wird. Ergänzend hierzu kann auch die Bildmitte des Röntgenbildes auf den Fokus ausgerichtet werden. Dies kann entweder durch Neupositionierung der Röntgeneinrichtung oder durch elektronische Bildkorrektur erfolgen. In diesem Fall wandert das Konkrement K aus der Bildmitte aus.

Im Ausführungsbeispiel gemäß 3 ist als Messaufnehmer 31 eine optische Einrichtung vorgesehen, bei der die Verformung des Tragarms 4 durch Messung einer Änderung der Relativposition zweier an den Tragarm 4 mechanisch gekoppelter Bezugsorte P1, P2 erfolgt. Hierzu ist am Bezugsort P1 im Tragarm 4 im Bereich des Lagerendes eine Lichtquelle 50, beispielsweise eine Laserdiode angeordnet, die einen Lichtstrahl LS emittiert der sich entlang einer der Lichtquelle zugeordneten ersten Bezugsachse A1 ausbreitet. Dieser wird von einem im Tragarm 4 angeordneten Umlenkspiegel 52 zu einem am Bezugsort p2 im Bereich des freien Endes des Tragarmes 4 angeordneten Lichtempfänger 54 umgelenkt. Eine im Strahlengang angeordnete Blende 56 dient zur Strahlbegrenzung. Eine durch die Ankoppelkraft F verursachte Verformung des Tragarmes 4 führt nun zu einer Lageänderung des Lichtempfängers 54 und damit zu einer Auswanderung des Lichtstrahls LS aus der Empfangsfläche des Lichtempfängers 54, so dass dieser ab dem Überschreiten eines oberen Grenzwertes der Verformung keinen Lichtstrahl LS mehr empfängt. Dies indiziert, dass die Verformung ein Ausmaß angenommen hat, das eine Unterbrechung oder einen Abbruch der Therapie erforderlich macht. Mit anderen Worten: Bei Ausbleiben eines vom Lichtempfänger 54 weitergeleiteten Messsignals kann automatisch die Stoßwellenauslösung unterbrochen werden.

Wird als Lichtempfänger 54 ein aus mehreren Einzelmpfängern bestehendes lineares Array, beispielsweise ein CCD-Sensor, verwendet, können die Verformung, d. h. die Auslenkung des freien Endes, und die damit korrespondierende Verlagerung des Fokus von seiner Solllage auch quantitativ erfasst werden.

Alternativ zu der in der Figur dargestellten Ausführungsform ist es auch möglich, am Ort des Lichtempfängers 54 einen Spiegel zu positionieren und Lichtquelle 50 und Lichtempfänger 54 in einer Baueinheit zu integrieren. In dieser Anordnung führt bereits eine Änderung der Winkellage des Spiegels, d.h. der durch seine Normale festgelegten und mechanisch an die Tragkonstruktion, im Beispiel der Tragarm 4, gekoppelten zweiten Bezugsachse A2 zu einem veränderten Messsignal am Lichtempfänger 54 da dann die optische Achse des Lichtstrahls LS und die Normale nicht mehr parallel zueinander sind.

Grundsätzlich ist es auch möglich, die Verformung des Tragarmes 4 durch eine unmittelbare Messung der Verformung relativ zu einem Bezugsort P1 zu erfassen, der bezogen auf den Röntgen-C-Bogen ortsfest ist, indem beispielsweise Lichtsender und Lichtempfänger außerhalb des Tragarmes 4 angeordnet sind. Dies kann beispielsweise durch einen auf Triangulationsbasis arbeitenden optischen Abstandssensor 31a erfolgen, der wie in der Figur gestrichelt angedeutet, an einem ortsfesten Bezugsort P1 außerhalb des Tragarmes 4 angeordnet und nicht mit diesem mechanisch verbunden ist und den Abstand zu einer Reflexionsfläche an einem mechanisch mit dem Tragarm 4 gekoppelten Bezugsort P2 erfasst. Abstandssensor 31a und Reflexionsfläche können auch vertauscht zueinander angeordnet sein. Außerdem kann ein solcher Abstandssensor 31a sowie die ihm zugeordneten Reflexionsfläche auch innerhalb des Tragarms 4 angeordnet und mit diesem mechanisch verbunden sein, so dass eine relative Wegänderung zwischen Strukturelementen des Tragarms 4 erfasst. Mit einem solchen innerhalb oder außerhalb des Tragarmes 4 angeordneten Abstandssensor 31a kann nicht nur erfasst werden, ob die Verformung einen vorgegebenen oberen Grenzwert überschritten hat, sondern es kann auch das Ausmaß der Verformung und damit auch die Abweichung der Ist-Lage des Fokus von der Soll-Lage erfasst und entsprechend angezeigt werden.

Die Messung einer Verformung der Tragkonstruktion kann auch durch Messung der Winkeländerung zwischen einer Bezugsachse A1 an der Tragkonstruktion und einer ortsfesten Bezugsachse A2 erfolgen. Ein hierzu geeigneter Messaufnehmer ist beispielsweise ein so genanntes Kompassmodul 31b, mit dem der Winkel zwischen der Bezugsachse A1 an der Tragkonstruktion und der Richtung des Erdmagnetfeldes (Bezugsachse A2) gemessen wird. Im Ausführungsbeispiel ist das Kompassmodul an der Stoßwellenquelle 2 angeordnet. Eine solche absolute Winkeländerung kann auch mit Neigungssensoren relativ zum Schwerefeld gemessen werden.

Zur Messung einer Winkeländerung sind insbesondere Winkelsensoren geeignet, deren Messprinzip darauf beruht, dass eine Winkeländerung eine Widerstandsänderung hervorruft, und die Winkeländerungen relativ zu ein, zwei oder drei Raumachsen erfassen.

Alternativ oder ergänzend zu den genannten Messaufnehmern können kapazitive oder induktive Messaufnehmer eingesetzt werden, die eine absolute oder relative Wegänderung, d. h. eine Wegänderung zwischen einem ortsfesten Bezugsort und einem Bezugsort an der Tragkonstruktion bzw. zwischen zwei Bezugsorten an der Tragkonstruktion erfassen. Zur Messung einer Wegänderung können auch Positionssensoren, die nach dem Messseilprinzip arbeiten, eingesetzt werden.

Ebenso ist es möglich die mechanische Verformung der Tragkonstruktion mit unmittelbar mit einem oder mehreren an ihr angeordneten Dehnungssensoren 31c zu erfassen, mit denen ebenfalls eine relative Wegänderung innerhalb der Tragkonstruktion gemessen wird. Mit induktiven Messaufnehmern können auch relative Drehwinkel erfasst werden.

Grundsätzlich ist es auch möglich, die Verformung der Tragkonstruktion durch Messung einer Weg- oder Winkeländerung zu erfassen, bei der sich ein oder mehrere ausgewählte Bezugsorte oder Bezugsachsen auf der Stoßwellenquelle selbst befinden, wie dies in der Figur am Beispiel des Kompassmoduls 31b dargestellt ist. Bei einer solchen Vorgehensweise können die Messsignale besonders einfach mit der Abweichung der Ist-Lage des Fokus von der Solllage korreliert werden.


Anspruch[de]
Verfahren zum Betreiben einer Lithotripsie-Einrichtung, bei dem an einen zu behandelnden Patienten (12) eine Stoßwellenquelle (2) angekoppelt wird, die eine in einem Fokus (S) fokussierte Stoßwelle erzeugt, und bei dem eine beim Ankoppeln verursachte Verformung einer die Stoßwellenquelle (2) tragenden Tragkonstruktion (3) erfasst und ausgewertet wird. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Verformung durch Messung einer Weg- oder Winkeländerung zwischen einem Bezugsort (p1, p2) bzw. einer Bezugsachse (A1, A2), die mechanisch an die Tragkonstruktion oder die Stoßwellenquelle (2) gekoppelt ist, und einem ortsfesten Bezugsort (P1, P2) bzw. einer ortsfesten Bezugsachse (A1, A2) außerhalb der Tragkonstruktion (3) erfasst wird. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Verformung durch Messung einer Weg- oder Winkeländerung zwischen zwei an der Tragkonstruktion (3) befindlichen Bezugsorten (P1, P2) bzw. Bezugsachsen (A1, A2) erfasst wird. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, bei dem sich der mechanisch an die Tragkonstruktion (3) gekoppelte Bezugsort (P1, P2) bzw. die mechanisch an die Tragkonstruktion (3) gekoppelte Bezugsachse (A1, A2) an der Stoßwellenquelle (2) befindet. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die erfasste Verformung zum Ermitteln einer Ist-Lage (C') des Fokus (S) und zur korrekten Positionierung der Stoßwellenquelle (2) herangezogen wird. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem die Ist-Lage (C') des Fokus (S) in einem Röntgenbild (B) des Patienten (12) angezeigt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die gemessene Verformung mit einem oberen Grenzwert verglichen und ein Überschreiten dieses oberen Grenzwertes angezeigt wird. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem ein Überschreiten des oberen Grenzwertes eine die Verformung verringernde Ausgleichsbewegung auslöst. Lithotripsie-Einrichtung mit einer Stoßwellenquelle (2) zum Erzeugen einer in einem Fokus (S) fokussierten Stoßwelle, sowie mit zumindest einem Messaufnehmer (31, 31a–c) zum Messen einer beim Ankoppeln verursachten Verformung einer die Stoßwellenquelle (2) tragenden Tragkonstruktion (3). Lithotripsie-Einrichtung nach Anspruch 9, bei der der Messaufnehmer (31, 31a–c) zum Messen einer Weg- oder Winkeländerung zwischen einem Bezugsort (P1, P2) bzw. einer Bezugsachse (A1, A2), die mechanisch an die Tragkonstruktion (3) oder die Stoßwellenquelle (2) gekoppelt ist, und einem ortsfesten Bezugsort (P1, P2) bzw. einer ortsfesten Bezugsachse (A1, A2) außerhalb der Tragkonstruktion (3) vorgesehen ist. Lithotripsie-Einrichtung nach Anspruch 9, bei der der Messaufnehmer (31, 31a–c) zum Messen einer Weg- oder Winkeländerung zwischen zwei an der Tragkonstruktion befindlichen Bezugsorten (P1, P2) bzw. Bezugsachsen (A1, A2) vorgesehen ist. Lithotripsie-Einrichtung nach Anspruch 10 oder 11, bei der sich der mechanisch an die Tragkonstruktion (3) gekoppelte Bezugsort (P1, P2) bzw. die mechanisch an die Tragkonstruktion (3) gekoppelte Bezugsachse (A1, A2) an der Stoßwellenquelle (3) befindet. Lithotripsie-Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, mit einer Steuer- und Auswerteeinrichtung (26) zum Ermitteln einer Ist-Lage (C') des Fokus (S) aus der gemessenen Verformung. Lithotripsie-Einrichtung nach Anspruch 13, mit einer Röntgeneinrichtung (18) zum Erzeugen und Wiedergeben eines Röntgenbildes (B) vom Patienten (12) und zum Anzeigen der Ist-Lage (C') des Fokus (S) im Röntgenbild (B). Lithotripsie-Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, bei der die Steuer- und Auswerteeinrichtung (26) automatisch Ausgleichsbewegung einleitet, wenn die gemessene Verformung einen vorgegebenen oberen Grenzwert überschreitet. Lithotripsie-Einrichtung nach Anspruch 15, bei der die Ausgleichsbewegung durch ein von der Steuer- und Auswerteeinrichtung ausgelöstes Wegfahren eines Patientenlagertisches (24) ist, auf dem der zu behandelnde Patient (12) gelagert ist.






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