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Dokumentenidentifikation DE60029185T2 28.12.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001108417
Titel Haarfärbezusammensetzung
Anmelder DSM IP Assets B.V., Heerlen, NL
Erfinder Hickling, Maurice Raymond, Pertenhall, Bedfordshire MK 44 2AT, GB
Vertreter Lederer & Keller, 80538 München
DE-Aktenzeichen 60029185
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 07.12.2000
EP-Aktenzeichen 001268101
EP-Offenlegungsdatum 20.06.2001
EP date of grant 05.07.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.12.2006
IPC-Hauptklasse A61Q 5/10(2006.01)A, F, I, 20060530, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A61K 8/34(2006.01)A, L, I, 20060530, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von Phytantriol in einer Haarfärbezusammensetzung zur Verbesserung der Waschechtheit.

Phytantriol wird chemisch als 3,7,11,15-Tetramethyl-1,2,3-hexadecantriol bezeichnet, und ist kommerziell zum Beispiel von F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, Schweiz erhältlich.

US Patent 5,776,443 beschreibt eine Haarpflegezusammensetzung, umfassend 0,001 bis 1 Gew.-% Phytantriol; 0,001 bis 10 Gew.-% einer Silikonverbindung und einen Träger.

US Patent 5,834,013 beschreibt eine kosmetische oder dermatologische Zusammensetzung in Form einer wässerigen und stabilen Dispersion aus kubischen Gelteilchen, basierend auf Phytantriol und die Verwendung hiervon zur Hydratisierung der Haut. Die Zusammensetzung umfaßt im wesentlichen: (a) 0,1 bis 15 Gew.-% Phytantriol und (b) 0,1 bis 3 Gew.-% eines Dispersions- und Stabilisierungsmittels, zum Beispiel Tween 20.

Die oben genannten Patentveröffentlichungen geben keine Wirkung von Phytantriol hinsichtlich der Waschechtheit von Haarfarbstoffen an.

Nunmehr ist herausgefunden worden, daß die Zugabe von Phytantriol zu einer Haarfärbezusammensetzung die Waschechtheit des Haarfarbstoffes signifikant verbessert, das heißt, die Farbhaltbarkeit des Farbstoffes auf dem Harr bei der Wäsche signifikant verbessert.

Demgemäß bezieht sich die vorliegende Erfindung auf die Verwendung von Phytantriol in einer Haarfärbezusammensetzung zur Verbesserung der Waschechtheit von gefärbtem Haar.

Genauer gesagt bezieht sich die vorliegende Erfindung auf die Verwendung von Phytantriol in einer Haarfärbezusammensetzung, umfassend

etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% Phytantriol, bevorzugt etwa 0,2 bis etwa 1 Gew.-%;

etwa 0,1 bis etwa 3 Gew.-% eines Dispergiermittels, bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew.-%, und

etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% eines Haarfarbstoffes, bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew-%;

wobei der Rest der Zusammensetzung im wesentlichen ein Träger ist, der herkömmlicherweise in Haarfärbezusammensetzungen verwendet wird, geeigneterweise ein wässeriger Träger, zur Verbesserung der Waschechtheit des gefärbten Haares.

Das Dispergiermittel, das in den vorliegenden Zusammensetzungen gemäß der Erfindung vorhanden ist, kann irgendein Dispergiermittel (oberflächenaktives Mittel) sein, das herkömmlicherweise in Haarfärbezusammensetzungen verwendet wird, wie anionische, kationische, nicht-ionische, amphotere, zwitterionische (Betain) oberflächenaktive Mittel und Gemische davon.

Geeignete Dispergiermittel werden zum Beispiel aus:

  • (1) Polyolalkyl- oder Alkenylethern oder -estern,
  • (2) N-acylierten Aminosäuren und Derivaten davon und N-acylierten Peptiden mit einem Alkyl- oder Alkenylrest und Salzen davon,
  • (3) Alkyl- oder Alkenylether- oder -estersulfaten und Derivaten und Salzen davon,
  • (4) polyoxyethylenierten Alkyl- oder Alkenylfettethern oder -estern,
  • (5) polyoxyethylenierten Alkyl- oder Alkenylcarbonsäuren und Salzen davon,
  • (6) N-Alkyl- oder N-Alkenylbetainen,
  • (7) Alkyltrimethylammonium oder Alkenyltrimethylammonium und Salzen davon und Gemischen der obigen Dispergiermittel ausgewählt.

In den oben aufgelisteten Verbindungen weisen die Alkenylreste geeigneterweise 8 bis 22 Kohlenstoffatome auf.

Bevorzugte Dispergiermittel sind Polyolalkyl- oder -Alkenylether oder -ester. Von diesen können insbesondere Sorbitanalkyl- oder -alkenylester genannt werden, die mit zumindest 20 Einheiten Ethylenoxid polyoxyethyleniert sind, wie Sorbitanpalmitat 20 EO oder Polysorbat 40, vermarktet unter dem Markennamen Montanox 40 DF von der Firma Seppic, und Sorbitanlaurat 20 EO oder Polysorbate 20, vermarktet unter dem Markennamen Tween 20 von der Firma ICI. Besonders bevorzugt ist Tween 20.

Beispiele geeigneter Farbstoffe umfassen alle herkömmlichen Haarfarbstoffe, insbesondere Permanenthaarfarbstoffe, Halbpermanenthaarfarbstoffe und temporäre Haarfarbstoffe (oder Haarfärbespülungen). Permanent- (oder oxidative) Haarfarbstoffe umfassen eine Komponente, die ein Oxidationsmittel zur Bildung von Farbe erfordert (wobei die Komponente auch als primäres Zwischenprodukt, Entwickler oder Präkursor bezeichnet wird), für gewöhnlich ein p-Phenylendiamin, 2,5-Diaminotoluol oder 4-Aminophenol, und eine zweite Komponente (zweites Zwischenprodukt oder Kuppler), z. B. m-Phenylendiamin, 3-Aminophenol, 5-Amino-2-methylphenol oder 1-Naphthol, wie insbesondere zum Beispiel in WO 00/07550 offenbart. Halbpermanenthaarfarbstoffe umfassen Verbindungen mit einem Chromophorsystem, wie es in der Farbstoffchemie üblich ist, wie Nitro, Azo, Anthrachinon, Triphenylmethan und Azomethin, die als disperse Farbstoffe, kationische (basische) Farbstoffe, anionische (saure) Farbstoffe und Metallkomplexfarbstoffe verwendet werden können, siehe auch Ullmanns Encyclopedia of Industrial Chemistry Bd. A 12, S. 584 bis 586 und die darin zitierten Referenzen. Von besonderem Interesse sind zum Beispiel Anthrachinonfarbstoffe, insbesondere die, die eine Dialkylaminoalkylamino (DAAA)-Gruppe aufweisen. Spezielle Beispiele umfassen die folgenden Verbindungen, die unter dem Markennamen ARIANOR® von Warner Jenkinson Ltd.; ARIANOR Straw Yellow, ARIANOR Mahagony, ARIANOR Steel Blue, ARIANOR Madder Red, ARIANOR Ebony und ARJANOR Sienna Brown erhältlich sind. Weitere Beispiele für Haarfarbstoffe zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung sind die, die in der "Verordnung über kosmetische Mittel", Bundesgesetzblatt (Deutschland) I, 2410, 29. Änderung vom 14.6.2000, Teil A, S. 846 aufgelistet sind.

Es können jedoch auch irgendwelche anderen Haarfarbstoffe verwendet werden. Beispielsweise können auch halbpermanente (direkte) Haarfarbstoffe wie die, die kommerziell unter den Markennamen Irgalan-, Cibalan-, Vialon-, Ortalan- und Capracyl-Farbstoffe erhältlich sind, verwendet werden. Natürliche direkte Farbstoffe wie Henna, Kamille, Krappwurzel, Sandelholz oder Walnuß können ebenso verwendet werden.

Die Formulierung kann zum Beispiel in Form einer Flüssigkeit, eines Gels oder einer Mousse vorliegen. Spezielle Beispiele für solche Formulierungen umfassen ein Shampoo, einen Konditioner, eine Stylingmousse, ein Stylingspray, ein Stylinggel, ein konditionierendes Stylinggel oder eine Gelmousse. Diese Formulierungen können zusätzlich zu einer Haarfarbe Mittel enthalten, die herkömmlicherweise in solchen Formulierungen verwendet werden, wie amphotere oberflächenaktive Mittel, Verdickungsmittel, Konditionierungsmittel, Maskierungsmittel (um Schwermetalle zu entfernen), Konservierungsstoffe, Duftstoffe und deionisiertes Wasser.

Die Zusammensetzungen werden geeigneterweise durch das Auflösen einer geeigneten Menge Phytantriol in einer geeigneten Menge an Dispergiermittel, und Zugabe des Gemisches zu einer im wesentlichen wässerigen Haarpflegeformulierung, wie einer Lösung aus Haarfarbstoff, einer Stylingmousse, einem Gel oder Spray, oder einem Shampoo oder einem Konditioner, hergestellt. Es ist nicht erforderlich, daß die Zusammensetzungen irgendeine bevorzugte molekulare Ausrichtung des Phytantriols umfassen.

Ist der Haarfarbstoff ein Permanent- (oder oxidativer) Haarfarbstoff, umfaßt die Zusammensetzung geeigneterweise ein Kit aus separat verpacktem primärem Zwischenprodukt und sekundärem Zwischenprodukt und gegebenenfalls Oxidationsmittel, wobei zumindest eine der separaten Packungen Phytantriol und ein Dispergiermittel in einer Menge, die zuvor definiert wurde, enthält. Beispiele für Oxidationsmittel sind Wasserstoffperoxid und organische Peroxyverbindungen wie Peressigsäure, die in einer Menge verwendet werden kann, die einem Fachmann bekannt ist, zum Beispiel in einer Menge von 0,001 bis 0,05 mol pro 100 g der Zusammensetzung. Daher bezeiht sich die Erfindung ebenso auf die Verwendung von Phytantriol in einem Haarfärbekit, umfassend

etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% Phytantriol, bevorzugt etwa 0,2 bis etwa 1 Gew.-%;

etwa 0,1 bis etwa 3 Gew.-% eines Dispergiermittels, bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew.-%, und

etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% eines Haarfarbstoffes, bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew-%;

wobei der Haarfarbstoff aus separat verpacktem primärem und sekundärem Zwischenprodukt besteht, und worin das Phytantriol und das Dispergiermittel zumindest in einer der separaten Verpackungen vorhanden ist,

zur Verbesserung der Waschechtheit des gefärbten Haares.

Die Zusammensetzung kann auf das Haar durch herkömmliche Techniken, die in dieser Technik verwendet werden, aufgetragen werden, zum Beispiel mit einer Bürste, einem Schwamm oder anderen Kontaktmitteln wie das Gießen der Zusammensetzung direkt auf das Haar bis zur Sättigung und/oder manuelle Massage oder Kneten des Haares.

Die Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden aus den nachstehend dargestellten Beispielen ersichtlich.

Beispiel 1 Herstellung der Haarfärbezusammensetzung

0,2 g Phytantriol wurden in 0,8 g Dispergiermittel (Tween 20) gelöst und das Gemisch wurde zu 99,0 g einer 0,5%igen wässerigen Lösung des Haarfarbstoffes zugegeben.

Beispiel 2

Die Färbezusammensetzung wurde auf ungefähr 10 cm lange Haarproben für 10 Minuten aufgetragen. Die Haarproben wurden dann mit Wasser gewaschen und konnten an der Luft trocknen. Dieser Kreislauf wurde 5 Mal und 10 Mal wiederholt.

Beispiel 3 Farbmessung

Die Haarfärbezusammensetzungen, die 0,1 Gew.-% oder 0,2 Gew.-% Phytantriol enthalten, sind gemäß Beispiel 1 hergestellt und gemäß Beispiel 2 aufgetragen worden.

Die Haarfarben können unter Verwendung der Leuchtdichte (L), gemäß des colorimetrischen Koordinatensystems (L, a, b) der C.I.E (Comite International de l'Eclairage; International Lighting Committee) definiert werden.

Bei diesem Farbmeßverfahren wird die Farbe entlang von drei gegenseitig senkrechten Achsen photometrisch gemessen und die Farbunterschiede zwischen der Ausgangsprobe des Haars vor dem Waschen und der Proben nach 5 und 10 Wäschen werden verglichen.

Der Unterschied zwischen zwei Proben in dem CIELAB-Raum wird durch angegeben.

  • &Dgr;E ist der Farbunterschied
  • &Dgr;a ist der Farbunterschied entlang der a-Achse
  • &Dgr;b ist der Farbunterschied entlang der b-Achse
  • L ist der Unterschied in der Leuchtdichte

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse:

Die obige Tabelle zeigt deutlich, daß der Haarfarbstoff waschechter ist, wenn die Haarfärbebehandlung unter Verwendung einer Haarfärbezusammensetzung vorgenommen wird, die Phytantriol enthält, insbesondere in einer Menge von zumindest 0,2 Gew.-%.


Anspruch[de]
Verwendung von Phytantriol in einer Haarfärbezusammensetzung, umfassend

etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% Phytantriol, bevorzugt etwa 0,2 bis etwa 1 Gew.-%;

etwa 0,1 bis etwa 3 Gew.-% eines Dispergiermittels, bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew.-%, und

etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% eines Haarfarbstoffes, bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew-%;

zur Verbesserung der Waschechtheit des gefärbten Haares.
Verwendung nach Anspruch 1, wobei das Dispergiermittel ein Polyolalkyl- oder -Alkenylether oder -ester ist. Verwendung nach Anspruch 2, wobei das Dispergiermittel Polysorbat 20 ist. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Haarfarbstoff ein Permanentfarbstoff ist. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Haarfarbstoff ein Halbpermanentfarbstoff ist. Verwendung nach Anspruch 5, wobei der Farbstoff ein Anthrachinonfarbstoff ist. Verwendung nach Anspruch 6, wobei der Anthrachinonfarbstoff eine Dialkylaminoalkylaminogruppe enthält. Verwendung von Phytantriol in einem Haarfärbekit, umfassend eine Zusammensetzung aus:

etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% Phytantriol, bevorzugt etwa 0,2 bis etwa 1 Gew.-%;

etwa 0,1 bis etwa 3 Gew.-% eines Dispergienmittels, bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew.-%, und

etwa 0,1 bis etwa 5 Gew.-% eines Haarfarbstoffes, bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 1 Gew-%;

wobei der Haarfarbstoff aus separat verpacktem primärem und sekundärem Zwischenprodukt besteht, und worin das Phytantriol und das Dispergiermittel zumindest in einer der separaten Verpackungen vorhanden ist,

zur Verbesserung der Waschechtheit des gefärbten Haares.






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