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Dokumentenidentifikation DE102005030628A1 04.01.2007
Titel Sicherheitsdokument mit integriertem Schaltkreis und einem integrierten Anzeigeelement
Anmelder Bundesdruckerei GmbH, 10969 Berlin, DE
Erfinder Paeschke, Manfred, Dr., 16352 Basdorf, DE;
Muth, Oliver, Dr., 12277 Berlin, DE;
Leopold, André, Dr., 10119 Berlin, DE;
Kuhn, Christian, 10117 Berlin, DE;
Dressel, Olaf, 14641 Wustermark, DE;
Pflughoefft, Malte, Dr., 13347 Berlin, DE;
Hoppe, Andreas, 13347 Berlin, DE;
Kunath, Christian, 14195 Berlin, DE;
Beyer-Meklenburg, Günter, 16816 Neuruppin, DE;
Hecker, Herrmann, Dr., 12159 Berlin, DE
Vertreter FROHWITTER Patent- und Rechtsanwälte, 81679 München
DE-Anmeldedatum 30.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005030628
Offenlegungstag 04.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.01.2007
IPC-Hauptklasse B44F 1/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsdokument mit einem integrierten Schaltkreis zur Kommunikation mit einem externen Lese- und/oder Schreibgerät und mit mindestens einem in das Sicherheitsdokument integrierten Anzeigeelement zur visuellen Darstellung personen- und/oder produktbezogener Daten, wobei das Anzeigeelement bidirektional mit dem integrierten Schaltkreis verbunden ist und derart zugleich vom integrierten Schaltkreis als Speicherfeld genutzt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsdokument mit einem integrierten Schaltkreis und mit einem im Dokument integrierten Anzeigeelement gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1.

Sicherheitsdokumente, wie Identifikationskarten, Reisepässe, Personalausweise, Führerscheine, Kreditkarten, Kunden- oder Fahrausweise und dgl., die personen- und/oder produktbezogene Daten enthalten und deshalb entsprechenden Sicherheitsanforderungen genügen müssen, werden zunehmend mit integrierten Schaltkreiskomponenten (IC) ausgestattet, in denen die personen- und/oder produktbezogene Information gespeichert ist. Im Zuge von Sicherheitsüberprüfungen wird diese Information ausgelesen und zur Authentifikation, d.h. zur Echtheitsüberprüfung des Dokuments und zur Verifikation, d.h. zur Kontrolle der Übereinstimmung mit der das Dokument vorlegenden Person herangezogen. Herkömmlich werden hierzu sowohl kontaktbehaftete als auch kontaktlose sowie Dual-Interface Chipmodule eingesetzt. Sie enthalten hoch integrierte Schaltkreise mit einem entsprechend programmierbaren Speicherelement auf Siliziumbasis. Die programmierbaren Speicherelemente sind typischerweise in der Form eines EEPROM (electrically eraseable programmable read only memory) ausgeführt. Standards und Qualitätsanforderungen für einschlägige Sicherheitsdokumente sind in der ISO 10373 festgehalten.

Abgesehen von der vorgenannten elektronischen Ausstattung werden Sicherheitsdokumente grundsätzlich grafisch gestaltet. Dabei muss die grafische Information mit der elektronischen übereinstimmen. Das elektronische und das grafische Einschreiben von personen- und/oder produktbezogenen Daten wird aus diesem Grunde bevorzugt in einer einzigen Station ausgeführt. Eine derartige Personalisierung erfordert weitgehend neutrale Dokumente, die in dieser Station u.a. grafischen Gestaltungsmethoden, wie Lasergravur, Inkjet- und digitalen Druckverfahren, Thermotransfer- oder Thermodruckverfahren und Prägevorgängen unterworfen werden.

In anderen Fällen werden bereits grafisch vorpersonalisierte Dokumente anschließend elektronisch personalisiert. Dabei muss in einem aufwändigen Verfahren absolut sichergestellt werden, dass das richtige Dokument mit der richtigen zugehörigen elektronischen Information versehen wird.

1 zeigt die typische Architektur einer herkömmlichen Speicherkarte 1 (Klaus Finkenzeller: RFID Handbuch, Carl Hanser Verlag München, Wien 2000). Die Chipmodul-Kontaktfläche 5 ist mit sechs Kontaktflächen dargestellt, wobei VOC die Versorgungsspannung, GND Ground, RST Reset, VPP die Programmierspannung, CLK clock und I/O Input/Output bedeuten. Gebräuchlich sind auch Chipkarten mit acht Kontaktflächen. Symbolhaft ist der I/O Kontakt mit einer bidirektionalen Verbindung 15 zur Adress- und Sicherheitslogik 6 eingezeichnet. Eine birektionale Verbindung besteht ebenso zwischen der Adress- und Sicherheitslogik 6 und dem EEPROM 7, während das ROM 8 unidirektional über Verbindung 14 mit der Adress- und Sicherheitslogik 6 verbunden ist.

2 zeigt die Rechnerarchitektur einer herkömmlichen Mikroprozessorkarte 1 (Klaus Finkenzeller: RFID Handbuch, Carl Hanser Verlag München, Wien 2000). Die Verbindungen zwischen dem I/O-Kontakt und der CPU 9, zwischen CPU 9 und RAM 10 sowie zwischen CPU 9 und der zusammengefassten Einheit aus EEPROM 7 und ROM 8 sind jeweils bidirektional, wobei natürlich das ROM 8 selbst intern wieder unidirektional angesteuert wird.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Technologie der Sicherheitsdokumente weiter zu verbessern.

Erfindungsgemäß wird das gesetzte Ziel durch ein Sicherheitsdokument mit einem integrierten Schaltkreis zur Kommunikation mit einem externen Lese- und/oder Schreibgerät und mindestens einem in das Sicherheitsdokument integrierten Anzeigeelement zur visuellen Darstellung personen- und/oder produktbezogener Daten erreicht, wobei das Anzeigeelement bidirektional mit dem integrierten Schaltkreis verbunden ist und derart zugleich vom integrierten Schaltkreis als Speicherfeld genutzt wird.

Der Erfindung liegt dabei die Erkenntnis zugrunde, dass ein elektronisches Anzeigefeld mit einer bidirektionalen Treiberelektronik neben der visuellen Darstellung gleichzeitig als programmierbarer Speicher für das IC-Element verwendet werden kann. Der Speicher im IC der Chipkarte, üblicherweise eine EEPROM kann auf diese Weise je nach Anwendungsfall gänzlich entfallen oder zumindest teilweise durch das elektronische Anzeigefeld ersetzt werden. In gleicher Weise kann das Anzeigefeld gegebenenfalls auch als ein zumindest teilweiser Ersatz für ein ROM oder EPROM verwendet werden.

Von Vorteil ist, dass das Anzeigeelement ausschließlich über den integrierten Schaltkreis programmierbar und derart personalisierbar ist, wobei unter Personalisierung die dokumentenbezogene Individualisierung verstanden wird. Hierbei werden vorzugsweise biometrische Informationen des Dokumenteninhabers, wie Gesichtsbild, Fingerabdrücke, Unterschriftsprobe, aber auch Name, Geburtsdatum usw. eingeschrieben.

Das Anzeigeelement nach der Erfindung ist bistabil ausgeführt, so dass es im stromlosen Zustand seine Information behält. Derartige Anzeigen sind vorzugsweise als elektrophoretische, ferroelektrische oder cholesterische Flüssigkristall-Anzeigen ausgebildet. Das Anzeigeelement kann auch durch ein passives oder aktives, selbstleuchtendes Anzeigesystem auf der Basis von OLED Elementen gebildet werden. Im Falle von aktiven OLED Elementen wird die Anzeige unter Zuhilfenahme eines Lesegeräts oder über eine eingebaute Energiequelle aktiviert, wodurch die Darstellung dann visuell erkennbar wird.

Der Integrierte Schaltkreis ist vorzugsweise in einem Chipmodul enthalten, der im Dokument so angebracht ist, dass er nicht ohne Zerstörung daraus entfernt werden kann. Das Anzeigeelement wird dann über Außenkontakte des wird in eine ausgefräste Kavität des Dokuments eingesetzt, wobei der Fräsarbeitsgang so geführt wird, dass dabei auch die innenliegenden Anschlüsse freigelegt werden.

In der Ausführung als kontaktlose Chipkarte kann die Programmierung gegebenenfalls mit erhöhter RFID Feldstärken erfolgen, wenn der Vorgang in geschlossener Umgebung unter entsprechender Abschirmung erfolgt. Hierzu können induktiv oder kapazitiv wirkende Kopplungsfelder im Dokument vorgesehen sein, über die jeweils die erhöhte Energie eingebracht wird. Nach erfolgter Programmierung kann ein irreversibler Vorgang ausgelöst werden, der bspw. ein innenliegendes Verdrahtungselement hochohmig macht, unterbricht oder einen Kurzschluss verursacht, so dass eine nochmalige Programmierung und eine Änderung der eingeschriebenen Daten nicht mehr möglich ist.

Das Anzeige- bzw. Speichersystem ist nach Zeilen und Spalten organisiert, die elektrisch angesteuert werden. Hierfür werden Treiber-Schaltkreise benötigt. Da das Anzeigefeld als eine Art EEPROM betrachtet werden kann, wobei die Speicherpunkte die visuell erkennbaren Pixel sind, wird der Treiber erfindungsgemäß bidirektional ausgeführt. Bei Verwendung von bistabilen Anzeigeelementen kann der Treiber nach erfolgter Programmierung irreversibel verändert werden, so dass nur ein Lesen der eingeschriebenen Information möglich ist. Das Anzeigeelement fungiert danach soz. nur noch als ROM.

Der Personalisierungsvorgang kann auch durch Beaufschlagung mit einem Laserimpuls oder mit lokal wirkenden elektrischen und magnetischen Feldern oder bspw. durch Auspolymerisieren vorbestimmter Elemente irreversibel festgeschrieben werden.

Üblicherweise werden die genannten Treiber in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Zeilen- und Spaltenleitungen des Anzeigefeldes angeordnet, um keine langen Wegstrecken überbrücken zu müssen. Der Anzeigentreiber-IC kann aber auch als zusätzlicher integrierter Schaltkreis im Chipmodul untergebracht sein. Vorzugsweise ist er im IC des Chipmoduls selbst ausgebildet. Grundsätzlich ist es auch möglich die Anzeige über einen im Lese-/Schreibgerät befindlichen Anzeigentreiber-IC zu betreiben.

Für das Anzeigefeld können bidirektionale Matrixtreiber ICs in Flip-Chip Technik verwendet werden. Dabei werden relativ feine Verdrahtungsleitungen zur Kontaktierung der IC-Pads benötigt. Hierfür können ätztechnische Feinstleitertechniken mit Leiterbahnabständen im Bereich von 10 &mgr;m bis 30 &mgr;m aber auch spezielle Drucktechniken, bspw. nach dem Ink-Jet Verfahren zum Einsatz kommen.

Die serielle bidirektionale Ansteuerung des Anzeigeelements erfolgt vorzugsweise seriell über zwei oder drei elektrische Verbindungen. Die Zeilen- und Spaltenleitungen sind dabei mit Kapazitäten und gegebenenfalls mit weiteren elektronischen Funktionen, wie Diodenfunktionen ausgestattet. Die serielle bidirektionale Verbindung weist dabei eine Signalleitung und zwei Spannungsversorgungsleitung auf, die direkt mit einem Kontaktchipmodul oder einem Dualinterface Chipmodul innenliegend analog zur Kontaktierung von Antennen verbunden werden können.

Es stehen somit grundsätzlich mehrere Möglichkeiten zu Auswahl:

In einer einfachen Ausführungsform wird das Anzeigeelement über ein kontaktbehaftetes Lesemodul beschrieben. Dazu müssen lediglich die innenliegenden seriellen Steuerleitungen über korrespondierende Chipmodul-Kontaktflächen nach außen geführt werden. In dieser einfachen Ausführung kann ein geringfügig adaptiertes Chipmodul verwendet und die gesamte Ansteuerelektronik im Lese-/Schreibgerät ausgebildet werden.

In der Ausführungsform eines Dual-Interface Dokuments werden zusätzlich die beiden Antennenkontakte angeschlossen.

Als kontaktlos funktionierendes Dokument, bei dem keine externen ohmschen Verbindungen zur Verfügung stehen, muss der gesamte Vorgang der Selbstpersonalisierung, also des Einschreibens der Personen- und/oder produktbezogenen Daten in die grafische Anzeige, ausschließlich über die drahtlose Schnittstelle erfolgen. Hierzu kann es notwendig sein das Dokument mit erhöhter Energie zu beaufschlagen, wobei geeignete Abschirmungen als Schutz eingesetzt werden. Zur Energie- und Informationskopplung kann auch eine lochartige Ausnehmung im Dokument vorgesehen sein, um die eine Spule angeordnet ist. Die Kopplung erfolgt dann über einen in die lochartige Ausnehmung greifenden Induktionskern.

Das Anzeigefeld wird bevorzugt mit biometrischen Daten des Dokumenteninhabers, wie dem Gesichtsbild, Fingerabdrücken und dgl. beschrieben. Die visuelle Darstellung im Anzeigefeld enthält dabei bevorzugt steganographisch versteckte Information, die ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal darstellt, das Missbrauch und Manipulationsversuche weiter erschwert.

Je nach Einsatzgebiet des Sicherheitsdokuments muss das Einschreiben und/oder Verändern der Anzeige des Anzeigesystems unter aufwändigen sicherheitstechnischen Auflagen erfolgen. Derartige, insbesondere kryptographische Methoden, kontrollierte Zugangsberechtigungen, PIN Nummern und dgl. sind im Bereich von Speicher- und Chipkarten üblich. Die diesbezüglich für RFID Systeme vorgesehene Sicherheitsstruktur des Chipmoduls wird dabei für bewusste legale Änderung des Anzeigeinhalts mitverwendet. Auf diese Weise ist es möglich, den Sicherheitsstandard, wie er herkömmlich für Chipkarten gegeben ist, auch für die Sicherheitsdokumente nach der Erfindung zumindest aufrecht zu erhalten.

Ein besonderer Vorteil liegt darin, dass das Anzeigeelement in einem nicht auftrennbaren Laminatverbund des Dokuments drucktechnisch integriert ist. Es können dabei zwei Verdrahtungsebenen in Form von Zeilen- und Spaltenleitungen vorgesehen sein, wobei diese Ebenen innenliegend mit korrespondierenden Kontakten des Chipmoduls verbunden sind. In vorteilhafter Weiterbildung weist das Anzeigesystem auch noch eine dritte Verdrahtungsebene in Form einer transparenten Deckelektrode auf, die ebenfalls innenliegend mit korrespondierenden Kontakten des Chipmoduls verbunden ist. In Ausführung der Erfindung können herkömmliche Verdrahtungstechniken aus der flexiblen Leiterplattenherstellung ebenso wie Polymerelektronik und Verfahren zur drucktechnischen Herstellung elektronischer Schaltungen verwendet werden.

Das erfindungsgemäße Sicherheitsdokument wird in Laminationstechnik als Verbund aus einer Mehrzahl von Folien und/oder flexiblen Leiterplatten hergestellt. Unter flexiblen Leiterplatten werden die aus dem Stand der Technik bekannten löttemperaturbeständigen Kunststofffolien wie bspw. Polyimid (PI), Polyethersulfon (PES) oder Polyetheretherketon (PEEK) sowie gewebte (z.B. FR-4) bzw. nicht-gewebte Substrate (z.B. Aramid = Aromatische Polyamide) verstanden. Diese werden mit einer dünnen Kupferfolie versehen und in Subtrativtechnik mittels Ätzen strukturiert. Mit dieser Technik können auch zweiseitige oder mehrlagige flexible Leiterplatten mit entsprechenden Durchkontaktierungen hergestellt werden. Falls nur eine eingeschränkte Lötbeständigkeit erforderlich ist, können auch Polyesterfolien (PET) in Subtraktivtechnik, also mit geätzter Kupfer- oder Aluminiumfolie verwendet werden. Es können darüber hinaus alle genannten Substrate auch mit der sogenannten Additivtechnik, also bspw. mittels Silber-, Kupfer- oder Carbonpastendruck mit elektrischen Verdrahtungsstrukturen versehen werden. Diese Strukturen werden mittels isotroper oder anisotroper Leitkleber elektrisch kontaktiert. Die elektrische Verbindung kann auch durch einen Crimpvorgang, mittels Ultraschall oder einer ähnlichen Druck-Temperatur-Einwirkung, insbesondere zur Erzeugung einer intermetallischen leitenden Verbindung hergestellt werden.

Neben diesen weitgehend konventionellen Lösungen kann mittels sogenannter Polymerelektronik eine Integration von elektrischen Bauelementen in drucktechnischer Art realisiert werden. Wenngleich hierfür auch eine parallele Treiberlogik möglich ist, wird in Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung eine serielle Ansteuerung der Anzeigefelder bzw. der Speicherelemente bevorzugt.

Zum Schutz gegen direkte Manipulationsversuche des Anzeigefeldes wird dieses in einen Faradaykäfig eingebaut. Bspw. kann rückseitig im Dokument eine dünne, flächig oder rasterförmig aufgebaute elektrisch leitfähige Struktur in Form einer Carbon- oder nanotube-haltigen Paste, einer Silberpaste, einer ITO(Indium-Tin-Oxide)-Paste oder einer intrinsisch leitfähigen Polymerschicht vorgesehen sein, während auf der Vorderseite eine transparente metalloxidische Paste oder eine leitfähige Polymerfolie verwendet wird.

Die neben dem elektronischen Anzeigefeld in üblicher Weise vorgesehene grafische Information kann mit bekannten Druckverfahren und in Hochprägetechnik aufgebracht werden.

Bei dem erfindungsgemäßen Dokument ist gegebenenfalls auch eine Energieversorgungsquelle in Form eines Solarmoduls, einer wiederaufladbaren Batterie oder einer Piezo-Energiequelle vorgesehen. Die Energiequelle ist dabei über einen Taster aktivierbar. Auf diese Weise lassen sich auch selbstleuchtende Anzeigen in Sicherheitsdokumenten realisieren, die nur im Bedarfsfall eingeschaltet werden.

Der Vorgang der Personalisierung kann unter Einbau weiterer Sicherheitskriterien davon abhängig gemacht werden, dass er nur unter bestimmten Umgebungsparametern, bspw. unter Beaufschlagung mit elektromagnetischer Bestrahlung in einem bestimmten Wellenlängenbereich oder unter Anwendung magnetischer Felder oder Laserbelichtung ablaufen kann. Des weiteren können durch derartige Effekte insbesondere durch den Einsatz eines spezifischen Laserstrahlimpulses einzelne Elemente eines Anzeigenfeldes programmiert oder irreversibel beeinflusst werden.

Mit der Erfindung lassen sich somit Anzeigesysteme auf elektronisch unterstützen Dokumenten in drucktechnischer, und damit dünner biegeweicher Ausbildung mit hohem Kontrast, geringen Herstellungskosten und hoher Fälschungssicherheit herstellen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen.

Es zeigen:

3.: Ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sicherheitsdokuments;

4.: Ein Ausführungsbeispiel mit einem DUAL-Interface Chipmodul;

5: Ein Ausführungsbeispiel in Form eines Reisepasses mit einer im Dokument enthaltenen Dipolantenne.

In 3 ist schematisch ein Sicherheitsdokument 1 nach der Erfindung in Form einer Identitätskarte mit einem kontaktbehafteten oder kontaktlos ansteuerbaren Chipmodul 3 auf der Kontaktfläche 5 dargestellt. Das Sicherheitsdokument 1 enthält zumindest ein elektronisches Anzeigefeld 4 in Gestalt eines bistabil einstellbaren cholesterischen Flüssigkristalldisplays, das als Anzeigeinformation 11 das Gesichtsbild des Dokumenteninhabers wiedergibt. Mit dem integrierten Schaltkreis 2 des Chipmoduls 3 ist das elektronische Anzeigefeld 4 über die bidirektionale Verbindung 15 verbunden. Für die bloße Anzeige ist an sich nur eine unidirektionale Ansteuerung erforderlich. Weil das Anzeigefeld hier aber gleichzeitig als Speicherfeld verwendet wird, muss sein Inhalt zugleich auch auslesbar sein.

4 zeigt schematisch eine erfindungsgemäße Identitätskarte 1 mit einem Dual-Interface Chipmodul 3 auf der Chipmodulkontaktfläche 5. Das Dokument 1 enthält eine RFID Antenne in Form einer Spule 13, über die der integrierte Schaltkreis 2 mit einem externen Lese-/Schreibgerät kommunizieren kann. Das Dokument 1 enthält wiederum zumindest ein elektronisches Anzeigefeld 4 mit einem Gesichtsbild 11 oder anderen biometrischen Daten des Dokumenteninhabers. Das Anzeigefeld ist wie zuvor beschrieben zusätzlich als über den IC 2 auslesbarer Speicher konzipiert und deshalb über die bidirektionale Leitung 15 mit dem IC verbunden.

5 zeigt am Beispiel eines Reisepasses 1 dessen Personalisierseite mit dem Anzeigefeld 4, der ICAO Zeile 16 und den Personalisierdaten 17. Der IC 2 kann über die als Dipol 12 ausgebildete Antenne mit einem externen Lese-/Schreibgerät kommunizieren und benützt das Anzeigefeld 4 über die bidirektionale Verbindung 15 als EEPROM-Ersatz. Als Anzeigeinhalte 11 des Anzeigefeldes 4 werden insbesondere biometrische Daten das Dokumenteninhabers angezeigt.

1
Dokument
2
integrierter Schaltkreis (IC)
3
Chipmodul
4
Anzeigeelement-Speicherelement
5
Chipmodul-Kontaktfläche, Kontaktflächenbelegung
6
Adress- und Sicherheitslogik
7
EEPROM
8
ROM
9
CPU
10
RAM
11
Anzeigeinformation
12
Dipolantenne
13
Antennenspule
14
unidirektionale Verbindung
15
bidirektionale Verbindung
16
ICAO Zeile
17
Personalisierdaten


Anspruch[de]
Sicherheitsdokument mit einem integrierten Schaltkreis zur Kommunikation mit einem externen Lese- und/oder Schreibgerät und mit mindestens einem in das Sicherheitsdokument integrierten Anzeigeelement zur visuellen Darstellung personen- und/oder produktbezogener Daten, wobei das Anzeigeelement bidirektional mit dem integrierten Schaltkreis verbunden ist und derart zugleich vom integrierten Schaltkreis als Speicherfeld genutzt wird. Sicherheitsdokument nach Anspruch 1, wobei das Anzeigeelement vom integrierten Schaltkreis als Ersatz eines ROM, EPROM oder EEPROM verwendet wird. Sicherheitsdokument nach Anspruch 1, wobei das Anzeigeelement vom integrierten Schaltkreis als teilweiser Ersatz eines ROM, EPROM Oder EEPROM verwendet wird. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Anzeigeelement nur über den integrierten Schaltkreis programmierbar und derart selbstpersonalisierbar ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Anzeigeelement bistabil einstellbar ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Anzeigeelement als elektrophoretisches Anzeigesystem ausgebildet ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Anzeigeelement als ferroelektrisches Anzeigesystem ausgebildet ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Anzeigeelement als bistabiles cholesterisches Flüssigkristall-Anzeigesystem ausgebildet ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Anzeigeelement als OLED Anzeigesystem ausgebildet ist. Sicherheitsdokument nach Anspruch 9, wobei das Anzeigeelement als aktiv leuchtendes Anzeigesystem ausgebildet ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der integrierte Schaltkreis in einem Chipmodul des Dokuments enthalten ist. Sicherheitsdokument nach Anspruch 11, wobei das Anzeigeelement über Außenkontakte des Chipmoduls beschreibbar ist. Sicherheitsdokument nach Anspruch 11 oder 12, wobei das Anzeigeelement kontaktlos über das Chipmodul beschreibbar ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei der integrierte Schaltkreis einen bidirektionalen Anzeigentreiber enthält. Sicherheitsdokument nach Anspruch 14, wobei der Anzeigentreiber in Form eines Anzeigentreiber-ICs im Chipmodul enthalten ist. Sicherheitsdokument nach Anspruch 14, wobei der Anzeigentreiber im IC des Chipmoduls ausgebildet ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 16, wobei das Anzeigeelement seriell über zwei oder drei elektrische Verbindungen mit Information versorgbar ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 17, wobei das Anzeigeelement Zeilen- und Spaltenleitungen aufweist, die mit Kondensatoren für eine serielle Datenversorgung ausgestattet sind. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 18, wobei das Anzeigefeld mit biometrischen Daten des Dokumenteninhabers beschrieben ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 19, wobei das Einschreiben und/oder Verändern der Anzeige des Anzeigesystems durch sicherheitstechnische Maßnahmen, insbesondere kryptographische Methoden abgesichert ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 20, wobei das Anzeigeelement in einem Laminatverbund des Dokuments drucktechnisch integriert ist. Sicherheitsdokument nach Anspruch 21, wobei das Laminat Folien und/oder flexible Leiterplatten umfasst. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 22, wobei das Anzeigesystem zwei Verdrahtungsebenen in Form von Zeilen- und Spaltenleitungen aufweist und diese Ebenen innenliegend mit korrespondierenden Kontakten des Chipmoduls verbunden sind. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 22, wobei das Anzeigesystem drei Verdrahtungsebenen in Form von Zeilen- und Spaltenleitungen und einer transparenten Deckelektrode aufweist und diese Ebenen innenliegend mit korrespondierenden Kontakten des Chipmoduls verbunden sind. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 24, wobei der integrierte Schaltkreis in einem Chipmodul enthalten ist, der in eine ausgefräste Kavität des Dokuments eingesetzt ist. Sicherheitsdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 25, wobei die visuelle Darstellung im Anzeigefeld steganographisch versteckte Information enthält.






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