PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202005016763U1 04.01.2007
Titel Facettengelenkfräser und Fräsersatz
Anmelder joimax GmbH, 76227 Karlsruhe, DE
Vertreter Lichti + Partner GbR, 76227 Karlsruhe
DE-Aktenzeichen 202005016763
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 04.01.2007
Registration date 30.11.2006
Application date from patent application 26.10.2005
IPC-Hauptklasse A61B 17/16(2006.01)A, F, I, 20051026, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61B 17/00(2006.01)A, L, I, 20051026, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Facettengelenk-Fräser mit einem Fräser-Schaft und einer an dessen distalen Ende ausgebildeten Fräser-Zähnung sowie einen Facettengelenk-Fräsersatz bestehend aus vorgenannten Fräsern.

Ein gattungsgemäßer Facettengelenkfräser ist aus der DE 699 17 683 T2 bekannt. Der bekannte Fräser weist einen hohlen zylindrischen Schaft, an seinem rückwärtigen, proximalen Ende einen Handgriff und an seinem stirnseitigen Ende eine Zähnung auf.

Ein derartiger Fräser wird zum Ausfräsen von Wirbelbestandteilen im Bereich eines seitlichen Fortsatzes eines Wirbelsäulen-Wirbels eingesetzt, um einen postero-lateralen Zugang zu eingeklemmten Nervenwurzeln des zentralen Nervensystems zu schaffen. Durch diesen Zugang werden dann Nucleus-Pulposus-Gewebe und andere Gewebearten (Kapselgewebe, Narbengewebe, Annulus-Gewebe) entfernt, da diese auf die Nervenwurzeln drücken. Der fragliche Fortsatz eines Wirbels bildet mit einem benachbarten Fortsatz eines benachbarten Wirbels das sogenannte Facettengelenk.

Die einen gattungsgemäßen Facettengelenk-Fräser einsetzende mikroinvasive Operationsmethode zur Dekompression von eingeklemmten Nervenwurzeln ist höchst erfolgreich.

Es hat sich allerdings herausgestellt, dass mit den bekannten Fräsern das Arbeiten noch relativ schwierig ist, da ein hoher Krafteinsatz zum Fräsen erforderlich ist bzw. die Schneidwirkung bei nicht optimalem Krafteinsatz nicht hinreichend ist. Auch besteht die Gefahr, dass die Präzision des Arbeitens leidet.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile verbesserte Fräser zu schaffen.

Die genannte Aufgabe wird bei einem Facettengelenk-Fräser der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Wandungsstärke weniger als 0,7 mm beträgt.

Durch die gegenüber dem Stand der Technik geringeren Wandstärken wird ein präzises Arbeiten mit geringerem Kraftaufwand, verbesserter Schneidwirkung unter Sicherstellung einer hohen Materialbeständigkeit und Festigkeit der einzelnen Fräser erreicht, wobei insbesondere die Wandungsstärke im Bereich von etwa 0,4 bis etwa 0,5 mm optimal ist.

Um die Präzision des Arbeitens zu verbessern, sieht eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung einen Facettengelenk-Fräsersatz der eingangs genannten Art vor, der dadurch gekennzeichnet ist, dass der Durchmesserunterschied zwischen Fräser mit aufeinander folgendem Durchmesser weniger als 1,0 mm beträgt.

In bevorzugter Weiterbildung ist dabei vorgesehen, dass der Durchmesserunterschied zwischen benachbarten Fräsern weniger als 0,8 mm beträgt, wobei insbesondere der Durchmesserunterschied 0,5 mm beträgt.

Höchst vorzugsweise erfolgt eine Abstimmung von Wandstärke und Abstand von Fräsern mit aufeinanderfolgendem Durchmesser dahingehend, dass der Durchmesserabstand etwa der Wandstärke der einzelnen Fräser entspricht.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus der nachfolgenden Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen im einzelnen erläutert ist. Dabei zeigt:

1a1d einen Facettengelenk-Fräsersatz mit fünf Fräsern unterschiedlichen Durchmessers, nämlich 7,5, 6,5, 5 und 4 mm Außendurchmesser des Schaftes mit vollumfänglichen Fräserkurven;

2a2d einen Facettengelenk-Fräsersatz mit fünf Fräsern unterschiedlichen Durchmessers, nämlich 7,5, 6,5, 5 und 4 mm Außendurchmesser des Schaftes mit vollumfänglichen Fräserkurven

2 eine Rückansicht zweier benachbarter Lendenwirbel der menschlichen Wirbelsäule; und

3 eine teilweise geschnitten dargestellte Ansicht der spinalen Bandscheiben zwischen den beiden Wirbeln gemäß 2.

Der in den 1a–d dargestellte Fräsersatz besteht im dargestellten Ausführungsbeispiel aus vier Fräsern 1 mit unterschiedlichen Durchmessern. Die Außendurchmesser der Schäfte betragen bei dem Fräser der 1a 7,5 mm, bei dem Fräser 1 der 1b 6,5 mm, bei dem Fräser 1 der 1c 5 mm und bei dem Fräser 1 der 1d 4 mm.

Die Wandstärke d liegt bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel für die Fräser mit 4 und 5 mm Außendurchmesser bei 0,4 mm, für die Fräser mit 6,5 und 7,5 Außendurchmesser bei 0,5 mm. Grundsätzlich kann die Wandstärke etwa den halben Durchmesser zweier Fräser mit aufeinanderfolgenden Durchmessern entsprechen.

Die Fräser 1 sind an ihrem distalen Ende 3 mit einer Aufweitung versehen und derart im Bereich des freien Endes der Zähnung 4 aufgeweitet, und zwar um weniger als 0,5 mm.

Der Fräsersatz kann zu geringeren Durchmessern, insbesondere bis zu einem Außendurchmesser von 2 mm und zu größeren Durchmessern, bis zu einem Außendurchmesser von 10 mm erweitert sein, wobei der Abstand der Durchmesser der gleiche wie vorstehend beträgt, also bei 0,5 mm liegt.

Bei der Ausgestaltung der 1a1d erstreckt sich die Zähnung 4 um den gesamten Umfang des Fräsers 1.

Die Fräser können – wie dies in 2a2d dargestellt ist – in bevorzugter Ausgestaltung derart ausgestaltet sein, dass die Zähnung 4 sich nicht über den gesamten Umfang, sondern nur über einen Teilumfang erstreckt, während über einen anderen Teil des Umfangs, vorzugsweise im Bereich von 140 bis 160°, insbesondere 150°, die Fräser an ihrem distalen Ende 3 mit einer sich axial erstreckenden Lippe 7 versehen sind. Diese bildet einen Schutz des Nervs beim Arbeiten am Gelenkknochen. Der Operateur kann wählen, ob er Fräßer mit umlaufender Zähnung oder mit einer solchen Lippe einsetzt.

Insbesondere bei Fräsern mit geringerem Durchmesser kann auch die Wandstärke reduziert sein.

Die Ausgestaltung der Fräser mit Wandstärken von 0,4 bzw. 0,5 mm ermöglicht ein präzises und zielgenaues Arbeiten mit geringem Kraftaufwand, dennoch hohe Schneidwirkung und Materialbeständigkeit. Weiterhin bleibt dennoch die notwendige Stabilität des Fräsers, der eine Schaftlänge in der Größenordnung von 200 bis 220 mm hat, gegeben.

Der erfindungsgemäße Fräser wird in der im Folgenden unter Bezug auf die 2 und 3 beschriebenen Weise eingesetzt.

Die 2 zeigt beispielhaft den vierten und fünften Lendenwirbel L4, L5 und zwischen diesen eine Bandscheibe 30 mit einer Einklemmung 33 am Faserknorpelring 31 (Annulus fibrosus) unmittelbar zur Rechten der Mittelachse der Wirbelsäule mit einer Extrusion 34 von Nucleus pulposus-Gewebe in den Canalis vertebralis.

Im Inneren des Wirbelkanals 12 (Canalis vertebralis) sind schematisch Nervenstrukturen 13, 14, 15 dargestellt. Jeder Wirbel L4, L5 weist einen Dornfortsatz 20 und einen linken und rechten Querfortsatz 22, linke und rechte untere, ein Gelenk bildende Fortsätze 23 sowie linke und rechte obere, ein Gelenk bildende Fortsätze 24 auf, wobei das linke und das rechte Gelenk zwischen dem oberen und dem unteren Lendenwirbel L4, L5, das als Facettengelenk 26 bezeichnet wird, durch jeweils die unteren Fortsätze 23 des oberen Wirbels L4 und die oberen Fortsätze 24 des unteren Wirbel L5 gebildet ist.

Das Arbeiten mit dem erfindungsgemäßen Fräser gestaltet sich in der folgenden Weise:

Zunächst wird eine Hohlnadel mit einem Außendurchmesser in der Größenordnung von 1,25 mm in eine der Einklemmung benachbarten Position vorgeschoben. Sodann wird ein Führungsdraht durch das Lumen geschoben, bis sein distales Ende das Ende der Hohlnadel etwas überragt. Anschließend wird die Hohlnadel entnommen, wogegen der Führungsdraht am Ort verbleibt. Es wird sodann ein Führungsstab mit Außendurchmesser 2,5 mm (ausgebildet auch als Dilatator) über den Führungsdraht vorgeschoben, bis dann das konische Ende des Führungsstabes (AD 2,5 mm) sich an dem Facettengelenk 26 befindet. Über den Führungsstab wird nun noch eine Führungshülse (AD 3,8 mm), am distalen Ende konisch, zur weiteren Gewebedilatation und zur Fräserführung geschoben. Unter Halten des Führungsstabs mit Führungshülse in dieser Position wird ein erfindungsgemäßer Fräser mit einem geringen Durchmesser in der Größenordnung von Innendurchmesser 4,2 mm, Außendurchmesser 5,0 mm über den Führungsstab und die Führungshülse 52 vorgeschoben, bis das distale Ende des Fräsers an der Oberfläche des Facettengelenks 26 zur Anlage kommt.

Nun dreht der Operateur an dem ihm nahen (proximalen) Ende des Fräsers den dort vorgesehenen Handgriff, beispielsweise von Hand, vorzugsweise oszillierend, so dass im Vorsprung 23 des Wirbels L4 ein Kanal erzeugt wird. Dieser Schritt wird mit Führungsstäben, Führungshülsen und Fräsern größeren Durchmessers wiederholt, bis ein hinreichender Durchmesser des Kanals erreicht ist, um eine Arbeitskanüle mit einem Lumen aufzunehmen, das hinreichend groß ist, um nicht nur ein Zangenwerkzeug, sondern auch ein Endoskop hindurchführen zu können. Anschließend wird mit dem Zangenwerkzeug, gegebenenfalls unter Endoskopbeobachtung, die Einklemmung entfernt.

1
Fräser
3
distales Ende
4
Zähnung
7
Lippe
12
Wirbelkanal
13, 14, 15
Nervenstrukturen
20
Dornfortsatz
22
Querfortsatz
23
untere, ein Gelenk bildende Fortsätze
24
obere, ein Gelenk bildende Fortsätze
26
Facettengelenk
30
Bandscheibe
31
Faserknorpelring
33
Einklemmung
34
Extrusion
L4, L5
Wirbel
52
Führungshülse


Anspruch[de]
Facettengelenk-Fräser mit einem Fräser-Schaft und einer an dessen distalen Ende ausgebildeten Fräser-Zähnung, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungsstärke weniger als 0,7 mm beträgt. Fräser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungsstärke im Bereich von etwa 0,4 bis etwa 0,5 mm liegt. Facettengelenk-Fräser-Satz, bestehend aus mindestens drei Fräsern, insbesondere nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesserunterschied zwischen Fräser mit aufeinander folgendem Durchmesser höchstens 1,5 mm beträgt. Fräsersatz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesserunterschied zwischen benachbarten Fräsern 1,0 mm beträgt. Fräsersatz nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesserunterschied zwischen aufeinander folgenden Fräsern in der Größenordnung der Wandstärke der Fräser liegt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com