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Dokumentenidentifikation DE102005029906B3 11.01.2007
Titel Synchronmechanik
Anmelder BOCK 1 GmbH & Co. KG, 92353 Postbauer-Heng, DE
Erfinder Bock, Hermann, 90602 Pyrbaum, DE
Vertreter Schneider, A., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 92318 Neumarkt
DE-Anmeldedatum 26.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005029906
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.01.2007
IPC-Hauptklasse A47C 1/032(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Synchronmechanik für eine korrelierte Sitz-Rückenlehnen-Bewegung eines Bürostuhls, mit einem auf einer Stuhlsäule plazierbaren Basisträger (1), einem Sitzträger (3) und einem Rückenlehnenträger (4). Um eine Synchronmechanik bereitzustellen, bei der ein Einstellen einer Federkraft zur Veränderung des "Schwenkwiderstandes" der Rückenlehne nicht erforderlich ist, wird vorgeschlagen, daß der um eine Querachse schwenkbare Rückenlehnenträger (4) einerseits über einen ersten Lenker (7) mit dem Basisträger (1) und andererseits über einen zweiten Lenker (25) mit dem Sitzträger (3) verbunden ist, derart, daß eine Schwenkbewegung der Rückenlehne nach hinten eine Anhebebewegung des rückwärtigen Bereichs (32) des Sitzträgers (3) induziert und daß der Sitzträger (3) mit dem Basisträger (1) verbunden ist, derart, daß zugleich eine Anhebebewegung des vorderen Bereichs (37) des Sitzträgers (3) erfolgt. Eine grundlegende Idee der Erfindung besteht darin, daß der Benutzer des Bürostuhls sich durch eine Belastung der Rückenlehne selbst nach oben "hebt".

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Synchronmechanik für eine korrelierte Sitz-Rückenlehnen-Bewegung eines Bürostuhles, mit einem auf einer Stuhlsäule plazierbaren Basisträger, einem Sitzträger und einem Rückenlehnenträger.

Unter der Bezeichnung „Synchronmechanik" werden Baugruppen im Sitzunterbau eines Bürostuhles verstanden, die für eine miteinander gekoppelte, eine bestimmte Relativbewegung von Sitz- und Rückenlehne zueinander mit sich bringende Kinematik sorgen. Auf dem Sitzträger ist der in aller Regel mit einer gepolsterten Sitzfläche versehene Sitz des Bürostuhles montiert. Der Rückenlehnenträger, der sich in gängiger Weise von der eigentlichen Synchronmechanik nach hinten erstreckt, trägt an einem nach oben verlaufenden Ausleger die Rückenlehne des Bürostuhles. Sitzträger und Rückenlehnenträger sind üblicherweise derart gelenkig gekoppelt, daß eine Schwenkbewegung der Rückenlehne nach hinten – wie sie beispielsweise durch ein Anlehnen des Stuhlbenutzers an die Rückenlehne hervorgerufen werden kann – eine Absenkbewegung der Hinterkante des Sitzes nach unten induziert.

Zur Änderung des „Schwenkwiderstandes" der Rückenlehne weisen derartige Synchronmechaniken zumeist eine Federanordnung zum Vorspannen der Synchronmechanik auf. Die Stärke der Vorspannung hängt dabei unter anderem von dem Gewicht des Stuhlbenutzers ab.

Aus der deutschen Offenlegungsschrift 2026 929 ist ein Stuhl mit sich automatisch anpassender Rückenlehne bekannt, bei der sich der hintere Teil der Sitzplatte anhebt, wenn sich der Benutzer an die Rückenlehne anlehnt und diese damit nach hinten verschwenkt. Dies wird dadurch erreicht, daß ein als Drücker ausgebildetes Hebel-Ende des Rückenlehnenträgers ständig an der Unterseite der Sitzplatte anliegt. Bei einem Absenken der Sitzplatte bewegt sich die Rückenlehne nach vorne. Lehnt sich der Benutzer an die Rückenlehne an, wird der hintere Teil des Sitzes angehoben.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Synchronmechanik bereitzustellen, bei der ein Einstellen einer Federkraft zur Veränderung des „Schwenkwiderstandes" der Rückenlehne nicht erforderlich ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Synchronmechanik nach Anspruch 1 gelöst. Danach ist es vorgesehen, daß der um eine Querachse schwenkbare Rückenlehnenträger einerseits über einen ersten Lenker mit dem Basisträger und andererseits über einen zweiten Lenker mit dem Sitzträger verbunden ist derart, daß eine Schwenkbewegung der Rückenlehne nach hinten eine Anhebebewegung des rückwärtigen Bereichs des Sitzträgers induziert. Zugleich ist der Sitzträger mit dem Basisträger derart verbunden, daß eine Anhebebewegung des vorderen Bereiches des Sitzträgers erfolgt.

Eine grundlegende Idee der Erfindung besteht darin, daß der Benutzer des Bürostuhles sich durch eine Belastung der Rückenlehne selbst nach oben „hebt". Mit anderen Worten arbeitet der Benutzer beim Betätigen der Synchronmechanik durch Zurückdrücken der Rückenlehne gegen sein eigenes, auf dem Sitz aufliegendes Gewicht. Der gewünschte „Schwenkwiderstand" stellt sich somit quasi selbsttätig aufgrund des Gewichtes des Benutzers ein. Aus dem Stand der Technik bekannte Federkrafteinstellungen mit aufwendigen Einstellmechanismen (Schneckengetriebe, Zahnräder, Gewindestangen usw.) sind nicht erforderlich. Hierdurch verringern sich die Herstellungskosten der Synchronmechanik erheblich. Zugleich erhöht sich die Ausfallsicherheit.

Dadurch, daß der Sitzträger nicht nur in seinen rückwärtigen Bereich angehoben wird, sondern das gleichzeitig auch ein Anheben des vorderen Bereichs des Sitzträgers erfolgt, erfolgt ein synchrones Mitführen des Sitzes in einem definierten Verhältnis zur Rückenlehne nach hinten oben.

Vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Basisträger mit dem vorderen Endbereich des Sitzträgers über eine Linearführung verbunden ist. In diesem Fall erfolgt eine lineare Synchronbewegung des Sitzes mit der Rückenlehne. Neben Führungen mit geradlinigen Führungsbahnen sind selbstverständlich auch andere Führungsbahnen möglich. Durch die Ausgestaltung der Führung, der Lage der Führung (beispielsweise dem Neigungswinkel der Führung zur Waagerechten) usw. kann die Synchronbewegung des Sitzträgers individuell angepaßt werden. So ist es beispielsweise möglich, daß sich der Sitzträger völlig ohne ein „Kippen" absolut linear synchron mit der Rückenlehne bewegt. Durch eine entsprechende Ausgestaltung der Führung ist jedoch auch ein „Kippen" möglich. Weitere Varianten lassen sich dadurch erzielen, daß der Verbindungspunkt zwischen Basisträger und Sitzträger mehr oder weniger weit entfernt von der vorderen Sitzkante angebracht ist.

Die für die „selbsteinstellende" Mechanik der vorliegenden Erfindung erforderliche Hebelgeometrie wird durch die Anordnung und Ausgestaltung der beiden Lenker erreicht, wobei vorzugsweise der erste Lenker mit einem Schwenklager versehen ist zur Herstellung einer Schwenkverbindung mit dem Basisträger, und wobei das eine Lenkerende mit dem Sitzträger und das gegenüberliegende Lenkerende mit dem Rückenlehnenträger gelenkig verbunden ist. Die relative Bewegung von Sitzträger und Rückenlehnenträger zueinander wird somit durch die Lage der insgesamt vier durch die Enden der beiden Lenker verlaufenden Gelenkachsen definiert. Gleichzeitig wird die Verschiebung des Sitzträgers zum Basisträger einerseits durch die Linearführung im vorderen Bereich des Sitzträgers und andererseits durch Lage und Funktion des Schwenklagers am ersten Lenker definiert.

Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn der erste Lenker und/oder der zweite Lenker nach außen hin von einem Teil des Rückenlehnenträgers und/oder einem Teil des Sitzträgers abgedeckt sind. Durch eine solche verdeckte Anordnung „im Inneren" der Synchronmechanik können Verschmutzungen und Beschädigungen des Schwenkmechanismus verhindert werden.

Verglichen mit den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen wird erfindungsgemäß ein konstruktiv vergleichsweise einfacher Schwenkmechanismus vorgestellt, mit dem der sogenannte „Hemdauszieheffekt" deutlich verringert ist. Anders ausgedrückt wird ein besonders hoher Sitzkomfort erreicht, ohne daß auf aufwendigere und teure Lösungen zurückgegriffen werden muß.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Hierbei zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht einer Synchronmechanik von schräg hinten,

2 eine Seitenansicht der Synchronmechanik in der Grundstellung und

3 eine Seitenansicht der Synchronmechanik in einer nach hinten verschwenkten Stellung.

Sämtliche Figuren zeigen die Synchronmechanik lediglich schematisch mit den für die Erfindung wesentlichen Bestandteilen.

Die Synchronmechanik weist einen Basisträger 1 auf, der mittels einer Konusaufnahme 2 auf das obere Ende einer Stuhlsäule (nicht abgebildet) gesetzt ist, siehe 1. Darüber hinaus umfaßt die Synchronmechanik einen im wesentlichen rahmenförmigen Sitzträger 3 und einen in Draufsicht gabelförmigen Rückenlehnenträger 4, dessen Wangen 5, 6 zu beiden Seiten des Basisträgers 1 angeordnet sind. Der Sitzträger 3 ist zur Aufnahme oder Montage einer vorzugsweise gepolsterten Sitzfläche (nicht abgebildet) vorgesehen. Die Montage erfolgt mit Hilfe nicht näher dargestellter Befestigungselemente auf übliche Art und Weise. Am Rückenlehnenträger 4 ist eine nicht näher dargestellte Rückenlehne angebracht, die bei modernen Bürostühlen höhenverstellbar ist. Die Rückenlehne kann mit dem Rückenlehnenträger 4 auch einstückig verbunden sein.

Wie aus den Figuren deutlich wird, ist die gesamte Synchronmechanik bezüglich der Mittellängsebene M, was die eigentliche Kinematik betrifft, spiegelsymmetrisch aufgebaut. Insoweit ist bei der folgenden Beschreibung immer von beiderseits paarweise vorhanden Konstruktionselementen der eigentlichen Schwenkmechanik auszugehen.

In den 1 und 2 ist die Grundposition gezeigt, bei welcher der Rückenlehnenträger 4 eine im wesentlichen senkrechte Lage einnimmt. 3 zeigt die Synchronmechanik in einer nach hinten geschwenkten Stellung.

Der um eine Querachse in Schwenkrichtung S schwenkbare Rückenlehnenträger 4 ist über einen ersten Lenker 7 mit dem Basisträger 1 verbunden. Dabei ist der erste Lenker 7 mit einem Schwenklager 8 versehen zur Herstellung einer Schwenkverbindung mit dem Basisträger 1. Der Lenker 7 ist mit Hilfe eines Lagerzapfens 9 an einem sich in Richtung Sitzhinterkante 10 erstreckenden Seitenschenkels 11 des Basisträgers 1 angelenkt. Das eine freie Ende 12 des ersten Lenkers 7 ist über ein Gelenk 13 mit einem sich in Richtung Sitzhinterkante 10 erstreckenden Seitenarm 14 des Sitzträgers 3 gelenkig verbunden. Das gegenüberliegende freie Ende 15 des Lenkers 7 ist über ein Gelenk 16 mit einer sich in Richtung Sitzvorderkante 17 erstreckenden Wange 5, 6 des Rückenlehnenträgers 4 gelenkig verbunden. Der Seitenarm 14 des Sitzträgers 3 verläuft dabei ebenso parallel zu dem Seitenschenkel 11 des Basisteils 1 wie zu der Wange 5, 6 des Rückenlehnenträgers 4. Während Seitenarm 14 und Wange 5, 6 jedoch im wesentlichen fluchtend angeordnet sind, verläuft der Seitenschenkel 11 in Richtung Stuhlmitte M versetzt zu dem Seitenarm 14. Der erste Lenker 7 verläuft also zwischen dem Seitenschenkel 11 des Basisträgers 1 einerseits und dem Seitenarm 14 des Sitzträgers 3 bzw. der Wange 5, 6 des Rückenlehnenträgers 4 andererseits.

Die durch die Anlenkung des unteren Endes 15 des Lenkers 7 an dem Rückenlehnenträger 4 definierte erste Gelenkachse 18 ist in Stuhllängsrichtung 19 gesehen hinter der durch die Anlenkung des oberen Endes 12 des Lenkers 7 an den Sitzträger 3 definierten zweiten Gelenkachse 20 angeordnet. Dabei beträgt der Winkel &agr; des ersten Lenkers 7 zur Horizontalen in der Grundstellung etwa 5°. Auch in einer maximal nach hinten verschwenkten Stellung der Synchronmechanik ändert sich diese Reihenfolge der Anordnung der Gelenkachsen 18, 20nicht. In der nach hinten verschwenkten Stellung, wie sie in 3 dargestellt ist, zeigt der erste Lenker 7 ebenfalls schräg nach vorn, jedoch schließt er dann mit der Vertikalen einen Winkel &bgr; von etwa 12° ein. Die erste Gelenkachse 18 verläuft zudem in vertikaler Richtung gesehen stets unterhalb der zweiten Gelenkachse 20.

Das Schwenklager 8 ist außerhalb der Lenkermitte angeordnet, nämlich leicht in Richtung zu der zweiten Gelenkachse 20 hin versetzt. Die durch das Schwenklager 8 verlaufende Schwenkachse 21 verläuft dabei parallel zu den beiden Gelenkachsen 18, 20. Entsprechend dem Verlauf der Gelenkachse 18 sind die beiden unteren Enden 15 der zwei ersten Lenker 7 der Synchronmechanik mit einer Halteachse 22 verbunden, deren als Lagerzapfen ausgebildeten Enden zur Ausbildung der Gelenke 16 dienen. Zugleich wird dadurch eine definierte Verschwenkung des ersten Lenkers 7 gesichert und ein Verkanten des Lenkers 7 vermieden.

An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, daß die Bauteile der Schwenkmechanik jeweils doppelt vorhanden sind. Jedoch ist beispielsweise in 1 nur der auf der rechten Seite 23 des Sitzes angeordnete erste Lenker 7 dargestellt, während der auf der linken Seite 24 des Sitzes vorhandene erste Lenker durch die Wange 6 des Rückenlehnenträgers 4 verdeckt wird.

Darüber hinaus ist der Rückenlehnenträger 4 über einen zweiten Lenker 25 mit dem Sitzträger 3 verbunden. Der erste Lenker 7 ist geringfügig länger als der zweite Lenker 25. Das Längenverhältnis zwischen dem (hinteren) ersten Lenker 7 und dem (vorderen) zweiten Lenker 25 beträgt etwa 1,07:1. Das eine freie Ende 26 des zweiten Lenkers 25 ist dabei wiederum über ein Gelenk 27 mit dem Seitenarm 14 des Sitzträgers 3 und das gegenüberliegende freie Ende 28 des Lenkers 25 über ein Gelenk 29 mit der Wange 5, 6 des Rückenlehnenträgers 4 gelenkig verbunden. Die durch die Anlenkung des unteren Endes 28 des zweiten Lenkers 25 an dem Rückenlehnenträger 4 definierte dritte Gelenkachse 30 ist in Stuhllängsrichtung 19 hinter der durch die Anlenkung des oberen Endes 26 des Lenkers 25 an den Sitzträger 3 definierten vierten Gelenkachse 31 angeordnet. Das bedeutet, daß auch der zweiten Lenker 25 in der Grundstellung der Synchronmechanik eine Schrägstellung von hinten unten nach vorn oben aufweist, vgl. 2. Dabei beträgt der Winkel &ggr; des zweiten Lenkers 25 zur Horizontalen etwa 52°. In der nach hinten verschwenkten Stellung, wie sie in 3 dargestellt ist, zeigt der zweite Lenker 25 jedoch schräg nach hinten, nämlich in einem Winkel &dgr; von etwa 24° zur Vertikalen, während der erste Lenker 7 immer noch schräg nach vorn zeigt. Mit anderen Worten ist die vierte Gelenkachse 31 in dieser Stellung hinter die Lage der dritten Gelenkachse 30, also weiter in Richtung Stuhlhinterkante 10 verschoben.

Die vertikale Anordnung der Gelenkachsen 30, 21 des zweiten Lenkers 25 entspricht dem Prinzip nach der vertikalen Anordnung der Gelenkachsen 18, 20 bei dem ersten Lenker 7. Die dritte Gelenkachse 30 verläuft demnach in vertikaler Richtung gesehen stets unterhalb der vierten Gelenkachse 31.

Die vertikale Anordnung der vier Gelenkachsen 18, 20, 30, 31 des ersten und zweiten Lenkers 7, 25 ist wie folgt: die zweite und vierte Gelenkachse 20, 31 befinden sich sowohl in der Grundstellung als auch in der verschwenkten Stellung im wesentlichen auf einer Höhe. Die Schwenkachse 21 des ersten Lenkers 7 verläuft stets zwischen der Höhe der zweiten bzw. vierten Gelenkachsen 20, 31 und der Höhe der ersten und dritten Gelenkachsen 18, 30. Die erste Gelenkachse 18 liegt in der Grundstellung zwischen der Schwenkachse 21 und der dritten Gelenkachse 30 und in der verschwenkten Stellung unterhalb der vierten Gelenkachse 31.

Durch den beschriebenen Schwenkmechanismus wird gewährleistet, daß der Rückenlehnenträger 4 mit der Rückenlehne um eine Schwenkachse in Schwenkrichtung S verschwenkt werden kann. Zugleich induziert die Schwenkbewegung S der Rückenlehne nach hinten eine Anhebebewegung H1 des rückwärtigen Bereichs 32 des Sitzträgers 3, vgl. 3. Bei einer Verschwenkung der Rückenlehne nach hinten unten erfolgt mit anderen Worten eine Verschiebung des Sitzträgers 3 nach hinten und nach oben, während der Basisträger 1 mit dem Schwenklager 9 positionsfest bleibt.

In dem Bereich der ersten und zweiten Lenker 7, 25, in dem sich die Wange 5, 6 des Rückenlehnenträgers 4 und der Seitenarm 14 des Sitzträgers 3 begegnen, liegt die von hinten oben nach vorn unten verlaufende Unterkante des Seitenarms 14 an der ebenso verlaufenden Oberkante 34 der Wange 5, 6 in einem definierten Kontaktbereich auf und sichert damit die Grundstellung der Synchronmechanik. An die Schräge fügt sich nach hinten ein Bereich an, in dem sich das im wesentlichen vertikal verlaufende Freiende 35 des Seitenarms 14 und die entsprechend ausgebildete Stirnfläche 36 der Wange 5, 6 gegenüberstehen. Durch diese Anordnung wird eine geschlossene Abdeckung gebildet, welche die dahinterliegende Hebelkonstruktion vor Verschmutzung schützt. Durch eine einfache zusätzliche Abdeckung, beispielsweise in Form einer Verlängerung der Wangen 5, 6 des Rückenlehnenträgers 4 nach oben, kann darüber hinaus erreicht werden, daß auch im verschwenkten Zustand ein Durchgriff in die Schwenkmechanik sicher ausgeschlossen werden kann. Damit kann ein hohes Maß an Sicherheit bei der Handhabung des Bürostuhles geschaffen werden.

Zugleich ist der Sitzträger 3 mit dem Basisträger 1 verbunden derart, daß mit einer Verschwenkung des Rückenlehnenträgers 4 eine Anhebebewegung H2 des vorderen Bereichs 37 des Sitzträgers 3 erfolgt. Im Ausführungsbeispiel ist die Synchronmechanik dabei derart ausgeführt, daß der rückwärtige Bereich 32 des Sitzträgers 3 etwas mehr angehoben wird als der vordere Bereich 37 des Sitzträgers 3 (H1 > H2), so daß sich aus der im wesentlichen ebenen Position des Sitzträgers 3 in der Grundstellung eine leicht nach vorn geneigte Stellung des Sitzträgers 3 in der verschwenkten Position ergibt. Dadurch werden ungewollte Einschnürungen oder Druck auf die Unterseite der Oberschenkel beim Verschwenken vermieden. In der verschwenkten Stellung ist der Rückenlehnenträger 4 um einem Schwenkwinkel &egr; von etwa 24° zum Basisträger 1 verschwenkt, während der Sitzträger 3 nahezu parallel angehoben wird. Im Ausführungsbeispiel (H1 > H2) wird die hintere Bereich 32 des Sitzträgers 3 gegenüber dem vorderen Bereich 37 des Sitzträgers 3 um einen Winkel ϕ von etwa 2° angehoben.

Der Basisträger 1 ist mit dem Sitzträger 3 über eine Linearführung nach Art einer langlochartigen Kulisse 38 verbunden, die im vorderen Bereich 37 des Sitzträgers 3 angeordnet ist. Der Basisträger 1 weist zwei seitlich angeordnete und in Richtung Sitzvorderkante 17 verlaufende Schwingen auf (nicht dargestellt). Diese sind miteinander über eine Lagerachse verbunden. Die Lagerachse ist parallel zu den Gelenkachsen 18, 20, 30, 31, der Schwenkachse 21 und der Halteachse 22 angeordnet. Die beiden als Lagerzapfen 39 ausgebildeten Enden der Lagerachse liegen jeweils von innen her in der Kulisse 38 ein, die als linearen Gleitführung dient. Die Kulisse 38 ist in einem Seitenelement 40 des Sitzträgers 3 eingeformt, das sich in Richtung der Sitzvorderkante 17 erstreckt. Die Kulisse 38 verläuft dabei schräg von vorn unten nach hinten oben und schließt mit der Horizontalen in der verschwenkten Stellung einen Winkel &eegr; von etwa 42° ein (Grundstellung ca. 40°). In der Grundstellung der Synchronmechanik liegen die Enden 39 der Lagerachse an dem oberen Anschlag der Kulisse 38 an. Die Lagerachse befindet sich dann etwa in einer Höhe mit der zweiten und vierten Gelenkachse 20, 31. Bei einem Verschwenken erfolgt durch das Anheben des Sitzträgers 3 eine Verschiebung der Lagerachse in Richtung auf das gegenüberliegende untere Ende der Kulisse 38. Die Lagerachse befindet sich dann etwa in einer Höhe mit der Schenkachse 21.

Aufgrund dieser Konstruktion vollführt nicht nur der rückwärtige Bereich 32 des Sitzträgers 3 eine Anhebebewegung H1, wenn die Rückenlehne belastet wird und der Rückenlehnenträger 4 eine Schwenkbewegung in Schwenkrichtung S nach hinten unten vollführt. Darüber hinaus wird auch der vordere Bereich 37 des Sitzträgers 3 auf synchrone Art und Weise linear angehoben (Anhebebewegung H2). Mit anderen Worten erfolgt eine gleichzeitige Hubbewegung des vorderen und des hinteren Endes der Sitzfläche. Der Sitz in seiner Gesamtheit wird angehoben.

Darüber hinaus umfaßt die Synchronmechanik ein in der Grundposition im wesentlichen waagerecht im Sitzträger 3 angeordnetes Federelement in Form einer Zugfeder 41, welche einerseits mit der Lagerachse des Basisträgers 1 und andererseits mit einer weiteren quer liegenden Halteachse 42 am Sitzträger 3 verbunden ist. Die Zugfeder 41 ist mit ihrem vorderen Ende an der Lagerachse und mit ihrem hinteren Ende an der Halteachse 42 eingehängt. Die Zugfeder ist zur Grundstellung der Synchronmechanik hin vorgespannt. In der Grundstellung befindet sich die zwischen den Seitenschenkeln 11 des Basisträgers 1 angeordnete Halteachse 42 in etwa auf der Höhe der Lagerachse und der zweiten und vierten Gelenkachse 20, 31. In der verschwenkten Stellung wird die Halteachse 42 mit dem Sitzträger 3 mit nach hinten und oben mitgenommen und befindet sich dann ebenfalls etwa auf der Höhe der zweiten und vierten Gelenkachse 20, 31. Dabei vergrößert sich der Abstand zwischen Lagerachse und Halteachse 42 und die dann schräg nach hinten oben verlaufende Zugfeder 41 wird weiter gespannt. Mit dieser Federspannung wird die Rückholung der Rückenlehne aus der verschwenkten Stellung in die Grundstellung unterstützt. Anstelle einer einzelnen Zugfeder 41 können, je nach Art der vorgesehenen Belastung des Stuhles, auch mehrere Zugfedern parallel oder andere Federelemente verwendet werden. Zur Feststellung der Rückenlehnenneigung ist ein nicht näher erläuterter Mechanismus vorgesehen, der mit Hilfe eines Betätigungshebels (nicht abgebildet) bedient werden kann.

1
Basisträger
2
Konusaufnahme
3
Sitzträger
4
Rückenlehnenträger
5
Wange
6
Wange
7
erster Lenker
8
Schwenklager
9
Lagerzapfen
10
Sitzhinterkante
11
Seitenschenkel
12
Freiende
13
Gelenk
14
Seitenarm
15
Freiende
16
Gelenk
17
Sitzvorderkante
18
erste Gelenkachse
19
Stuhllängsrichtung
20
zweite Gelenkachse
21
Schwenkachse
22
Halteachse
23
rechte Seite
24
linke Seite
25
zweiter Lenker
26
Freiende
27
Gelenk
28
Freiende
29
Gelenk
30
dritte Gelenkachse
31
vierte Gelenkachse
32
rückwärtiger Bereich
33
Unterkante
34
Oberkante
35
Freiende
36
Stirnfläche
37
Vorderer Bereich
38
Kulisse
39
Zapfen
40
Seitenelement
41
Zugfeder
42
Halteachse


Anspruch[de]
Synchronmechanik für eine korrelierte Sitz-Rückenlehnen-Bewegung eines Bürostuhles, mit einem auf einer Stuhlsäule plazierbaren Basisträger (1), einem Sitzträger (3) und einem Rückenlehnenträger (4), wobei der um eine Querachse schwenkbare Rückenlehnenträger (4) einerseits über einen ersten Lenker (7) mit dem Basisträger (1) und andererseits über einen zweiten Lenker (25) mit dem Sitzträger (3) verbunden ist derart, daß eine Schwenkbewegung der Rückenlehne nach hinten eine Anhebebewegung (H1) des rückwärtigen Bereichs (32) des Sitzträgers (3) induziert und wobei der Sitzträger (3) mit dem Basisträger (1) verbunden ist derart, daß zugleich eine Anhebebewegung (H1) des vorderen Bereichs (37) des Sitzträgers (3) erfolgt. Synchronmechanik nach Anspruch 1, wobei der Basisträger (1) mit dem Sitzträger (3) über eine Führung (38), insbesondere eine Linearführung, verbunden ist, die vorzugsweise im vorderen Bereich (37) des Sitzträgers (3) angeordnet ist. Synchronmechanik nach Anspruch 1 oder 2, wobei der erste Lenker (7) mit einem Schwenklager (8) versehen ist zur Herstellung einer Schwenkverbindung mit dem Basisträger (1), und wobei das eine Lenkerende (12) mit dem Sitzträger (3) und das gegenüberliegende Lenkerende (15) mit dem Rückenlehnenträger (4) gelenkig verbunden ist. Synchronmechanik nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der erste Lenker (7) und/oder der zweite Lenker (25) nach außen hin von einem Teil des Rückenlehnenträgers (4) und/oder einem Teil des Sitzträgers (3) abgedeckt sind.






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