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Dokumentenidentifikation DE102005029937A1 11.01.2007
Titel Verfahren zur Ermittlung der Qualitätsparameter eines Fadens
Anmelder Saurer GmbH & Co. KG, 41069 Mönchengladbach, DE
Erfinder Wassenhoven, Heinz-Georg, 41065 Mönchengladbach, DE
DE-Anmeldedatum 28.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005029937
Offenlegungstag 11.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.01.2007
IPC-Hauptklasse D01H 13/26(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B65H 67/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 63/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D01H 13/32(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Ermittlung von Qualitätsparametern eines Fadens (9), welcher auf einer Arbeitsstelle (1) einer Offenend-Rotorspinnmaschine hergestellt und zu einer Kreuzspule (8) aufgewickelt wird.
Das Verfahren ist erfindungsgemäß durch nachfolgende Verfahrensschritte gekennzeichnet:
Zunächst wird der auf die Kreuzspule (8) aufgelaufene Faden (9) in eine Fadenabzugseinrichtung (27) eingelegt, die den Faden (9) temporär festhält.
Anschließend wird die Kreuzspule (8) durch ihren elektrischen Antriebsmotor (56) in Wicklungsrichtung mit einer vorgegebenen Prüfgeschwindigkeit angetrieben und dadurch eine vorgebbare Mindestzugkraft auf den Faden (9) ausgeübt.
Außerdem werden die elektrischen Kenngrößen des Antriebsmotors (56), wie Drehwinkel des Motorrotors, die Motorspannung und/oder der Motorstrom, erfasst und aus zumindest einer dieser elektrischen Kenngrößen, unter Berücksichtigung der vorliegenden Garnnummer, die Qualitätsparameter des Fadens (9) ermittelt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung von Qualitätsparametern eines Fadens, welcher auf einer Arbeitsstelle einer Textilmaschine gefertigt und zu einer Kreuzspule aufgewickelt wird.

Derartige Kreuzspulen herstellende Textilmaschinen sind in verschiedenen Ausführungsformen bekannt und in zahlreichen Patentschriften ausführlich beschrieben.

In der DE 101 39 075 A1 ist beispielsweise eine Offenend-Rotorspinnmaschine beschrieben, die über eine Vielzahl gleichartiger, in Reihe nebeneinander angeordneter Arbeitsstellen verfügt.

Auf jeder der einzelnen Arbeitsstellen wird ein Faden hergestellt, der anschließend zu einer Kreuzspule aufgewickelt wird.

Die Arbeitsstellen weisen zu diesem Zweck jeweils eine Spinnvorrichtung sowie eine Spulvorrichtung auf.

Außerdem verfügen die Arbeitsstellen dieser Textilmaschinen unter anderem über eine Fadenabzugseinrichtung sowie eine Saugdüse.

Die Arbeitsstellen dieser bekannten Textilmaschine sind insgesamt so ausgebildet, dass jede der Arbeitsstellen autark arbeiten kann.

Ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Untersuchung der Garnqualität eines auf den Spinnstellen einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine hergestellten Fadens ist in der DE 198 41 604 A1 beschrieben.

Mittels eines Wanderautomaten wird dabei von einer Kreuzspule, die im Spulenrahmen einer Arbeitsstelle einer Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine gehalten ist, ein Faden abgezogen und mehrmals einer Reißprüfung unterzogen.

Die bekannte Vorrichtung weist zu diesem Zweck eine Fadenrückhaltevorrichtung, eine Fadenspanneinrichtung sowie einen Messkopf auf.

Der Wanderautomat sucht zunächst mit seiner Saugdüse das auf die Kreuzspule aufgelaufene Fadenende und schwenkt mit dem gefassten Fadenende nach hinten.

Daraufhin wird die Kreuzspule gebremst und der von der Kreuzspule abgewickelte Fadenstrang durch die Fadensaugdüse des Wanderautomaten über einen in den Wanderautomat integrierten Messkopf gezogen.

Der Messkopf erfasst dabei die Fadenspannung, die in einer zugehörigen Anzeigevorrichtung angezeigt wird.

Im Augenblick des Reißens des Fadens springt die Fadenspannung schlagartig auf Null zurück.

Die Größe der auf diese Weise ermittelten Fadenspannung steht in einem proportionalen Verhältnis zur Reißfestigkeit des Fadens.

Aus der Patentschrift DE 39 36 517 C2 ist im Zusammenhang mit einem Kreuzspulautomat außerdem eine Einrichtung bekannt, die eine Überwachung der Funktionsfähigkeit der im Bereich der einzelnen Spulstellen dieser Textilmaschine angeordneten Fadenverbindeeinrichtungen ermöglicht.

Die bekannte Einrichtung ist ebenfalls entlang der einzelnen Arbeitsstellen fahrbar angeordnet und kann nacheinander an jeder beliebigen Spulstelle des Kreuzspulautomaten eine Überwachung der Funktionsfähigkeit der dort installierten Fadenverbindeeinrichtung vornehmen.

Wie vorstehend angedeutet, kann die bekannte Einrichtung die Fadenverbindeinrichtungen der Spulstellen allerdings nur nacheinander kontrollieren.

Das heißt, wenn auf einer der Arbeitsstellen eine Überwachung der Fadenverbindeeinrichtung durchzuführen ist, kann mit der Überwachung einer weiteren Fadenverbindeeinrichtung erst begonnen werden, wenn die Einrichtung die automatische Überwachung an der ersten Arbeitsstelle abgeschlossen hat und sich wieder an der neuen Arbeitsstelle angedockt hat.

Eine gleichzeitige Überwachung der Fadenverbindeeinrichtung von mehreren Arbeitsstellen ist nicht möglich.

Die bekannten verfahrbaren Einrichtungen stellen außerdem zusätzliche, relativ aufwendige und damit kostenintensive mechanische Konstruktionen dar.

Es ist deshalb bereits vorgeschlagen worden (DE 40 04 755 C2), eine Einrichtung zur Überwachung der Funktionsfähigkeit einer Fadenverbindeeinrichtung direkt in jede der einzelnen Spulstellen eines Kreuzspulautomaten zu integrieren.

Das in der DE 40 04 755 C2 beschriebene Verfahren sieht beispielsweise vor, dass von Zeit zu Zeit die Funktionsfähigkeit der einzelnen Fadenverbindeeinrichtungen dadurch überprüft wird, dass auf den in diesen Fadenverbindeeinrichtungen gespleißten Faden innerhalb der Spulstelle eine vorbestimmte Zugkraft ausgeübt wird.

Zu diesem Zweck wird die Kreuzspule durch die Changierwalze der Spulstelle langsam in Aufwickelrichtung gedreht und der Faden gleichzeitig mittels des Fadenspanners der Spulstelle fixiert. Das heißt, auf den Faden und damit auf die Fadenverbindungsstelle wird eine einstellbare Prüfzugkraft ausgeübt.

Wenn es dabei im Bereich der Fadenverbindung zu einem Bruch kommt, ist dies in vielen Fällen ein Indiz dafür, dass die überprüfte Fadenspleißeinrichtung nicht ordnungsgemäß arbeitet.

Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, das es ermöglicht, die Qualitätsparameter eines Fadens direkt auf einer Arbeitsstelle einer Offenend-Spinnmaschine zu ermitteln.

Insbesondere soll dieses Verfahren auf einer vorhandenen, in der DE 101 39 075 A1 beschriebenen Arbeitsstelle einer Offenend-Rotorspinnmaschine durchführbar sein.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, das nach den in Anspruch 1 beschriebenen Verfahrensschritten abläuft.

Vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der Unteransprüche.

Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird in einem ersten Verfahrensschritt der auf der Offenend-Spinnvorrichtung produzierte, auf die Kreuzspule aufgewickelte Faden von der Kreuzspule zurückgeholt und in die Fadenabzugseinrichtung der betreffenden Arbeitsstelle eingelegt.

Das heißt, der zu überprüfende Faden wird zunächst temporär in der Fadenabzugseinrichtung fixiert.

In einem anschließenden Verfahrensschritt wird die Kreuzspule durch ihren elektrischen Antrieb in Wicklungsrichtung gedreht, wodurch eine (steigende) Zugkraft auf den Faden wirkt. Während der Erhöhung der Fadenzugkraft werden gleichzeitig in einem weiteren Verfahrensschritt die elektrischen Kenngrößen des Antriebsmotors der Kreuzspule erfasst.

Bei diesen elektrischen Kenngrößen handelt es sich vorzugsweise um den Drehwinkel des Motorrotors, die Motorspannung und/oder den Motorstrom des Wickelantriebes.

Anhand zumindest einer dieser elektrischen Kenngrößen werden dann, unter Berücksichtigung der Garnnummer, bestimmte Qualitätsparameter des Fadens ermittelt.

Dies erfolgt beispielsweise durch eine mathematische Funktion/Berechnung, einen Algorithmus oder durch Vergleiche mit bekannten Messdaten bzw. Messdatenreihen.

Bei den zu ermittelnden Qualitätsparametern des Fadens handelt es sich beispielsweise um die Reißfestigkeit des Fadens sowie um die maximale Fadendehnung.

Wie im Anspruch 2 dargelegt, wird die Zugkraft wenigstens bis zu einer vorgebbaren Mindestzugkraft erhöht.

Vorzugsweise wird die Fadenzugkraft jedoch, wie im Anspruch 3 beschrieben, soweit erhöht, bis es zu einem Fadenbruch kommt.

Gemäß Anspruch 4 wird die Kreuzspule, nachdem der Faden in die Fadenabzugseinrichtung eingelegt wurde, durch den Spulenrahmen verstärkt auf ihre Antriebstrommel gedrückt. Durch den verstärkten Anpressdruck zwischen der Kreuzspule und ihrer Antriebstrommel kann ein nahezu schlupffreier Antrieb der Kreuzspule gewährleistet werden.

In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens (Anspr. 5) wird der Faden zwischen einer Abzugswalze und einer Klemmrolle einer Fadenabzugseinrichtung festgehalten, die im Normalbetrieb den Faden aus der Spinnvorrichtung zieht oder, nach einer Fadenunterbrechung, das Fadenende zum Wiederanspinnen in die Offenend-Spinnvorrichtung zurückführt.

Die Abzugswalze wird dabei durch ihren Antrieb gebremst, so dass der Faden zwischen der Abzugswalze und der Klemmrolle sicher festgehalten wird.

Das heißt, der Reibschluss zwischen der Abzugswalze und der Klemmrolle wird genutzt, um den Faden temporär festzulegen.

Der Faden ist dabei jederzeit zuverlässig geklemmt, so dass so starke Zugkräfte auf den Faden ausgeübt werden können, dass eine Reißfestigkeitsprüfung stattfinden kann.

Um zu ordnungsgemäßen Messergebnissen für die Qualitätsparameter des Fadens zu gelangen, ist gemäß Anspruch 6 vorgesehen, dass die Prüfgeschwindigkeit, mit der die Kreuzspule angetrieben wird, deutlich unter der normalen Wickelgeschwindigkeit der Kreuzspule liegt.

Das heißt, die Prüfgeschwindigkeit beträgt maximal 10% der normalen Wickelgeschwindigkeit der Kreuzspule.

Auf diese Weise ist es möglich, die auf den Faden einwirkende Fadenzugkraft langsam und kontinuierlich bis zum Erreichen einer vorgebbaren Mindestfadenzugkraft oder bis zum Eintreten eines Fadenbruchs zu erhöhen.

In bevorzugter Ausführungsform wird die Prüfgeschwindigkeit konstant gehalten (Anspr. 7).

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Fadenzugkraft kontinuierlich und ruckfrei erhöht wird, so dass die Messergebnisse reproduzierbar und sehr exakt sind.

Wie im Anspruch 8 dargelegt, wird bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ein vorhandener Fadenwächter dazu eingesetzt, Masseschwankungen des Fadens zu detektieren.

Das heißt, der Fadenwächter wird dazu eingesetzt, Anspinner zu ermitteln, die dann, zwischen Fadenabzugseinrichtung und Kreuzspule in der Messstrecke positioniert und ebenfalls auf ihre Qualitätsparameter hin überprüft werden können.

Die ermittelten Qualitätsparameter des Fadens, werden, wie im Anspruch 9 dargelegt, vorteilhafterweise gespeichert.

Das heißt, in bevorzugter Ausführungsform werden die ermittelten Qualitätsparameter in einem Speicher, der beispielsweise an oder in der Hülse einer Kreuzspule angeordnet ist, abgelegt (Anspruch 10).

Auf diese Weise ist es auch später noch jederzeit möglich, die ermittelten Qualitätsparameter dem zugehörigen Faden zuzuordnen.

Bei einem solchen Speicher kann es sich um einen elektronischen, magnetischen oder optischen Speicher handeln.

Wie im Anspruch 11 dargelegt, haben sich als Speicher zum Ablegen der ermittelten Qualitätsparameter des Fadens, beispielsweise sogenannte RFID-Tag's als vorteilhaft erwiesen.

Wie vorstehend bereits angedeutet, ist man durch die Speicherung der Daten direkt an oder in der Kreuzspule jederzeit in der Lage, die ermittelten Qualitätsparameter des auf die Kreuzspule aufgewickelten Fadens auch nach dem Entfernen der Kreuzspule aus der Spinnmaschine sicher ablesen zu können.

Diese Daten können z. B. im Zuge der Weiterverarbeitung der Kreuzspule ausgelesen und verwertet werden.

Ein solcher, an sich bekannter RFID-Tag kann zum Beispiel geschützt in der Hülse der Kreuzspule angeordnet werden.

Durch solche RFID-Tags ist es möglich, die ermittelten Qualitätsparameter kontaktlos zu speichern und entsprechend kontaktlos auszulesen.

Die Informationsübertragung findet bei derartigen RFID-Tags per Funk statt.

Um die Genauigkeit der ermittelten Qualitätsparameter des Fadens zu gewährleiten, ist es empfehlenswert, das Prüfverfahren an einem Faden mehrfach zu wiederholen (Anspruch 12).

Die Anzahl der einzelnen Wiederholungen kann dabei durch eine vorgegebene Toleranz bestimmt werden, wobei beispielsweise die nacheinander ermittelten Messergebnisse weniger als 10% voneinander abweichen dürfen, damit die Messung als hinreichend genau angesehen werden kann.

Selbstverständlich kann dabei auch die Toleranz auf 5% oder dergleichen festgesetzt werden.

Es ist möglich, eine feste Wiederholungszahl für das Prüfverfahren vorzugeben. Auch durch diese Maßnahme kann die Genauigkeit der den Faden betreffenden Qualitätsparameter erhöht werden.

Wie in den Ansprüchen 13 und 14 darlegt ist, ist zur kostengünstigen technischen Realisierung des Verfahrens vorgesehen, dass der Steuerungs- und/oder Regelungsalgorithmus für das beanspruchte Verfahren in einem Mikroprozessor gespeichert ist, der beispielsweise Bestandteil eines Arbeitsstellenrechners ist.

Auf diese Weise ist es möglich, kostengünstig auf vorhandene Bauteile der Arbeitsstellen der Textilmaschine zurückzugreifen.

Da die relative Luftfeuchtigkeit erhebliche Auswirkungen auf die qualitative Festigkeit eines gesponnenen Fadens haben kann, ist außerdem vorgesehen, gleichzeitig mit der Durchführung der Reißfestigkeitprüfung, auch die relative Feuchtigkeit ebenfalls messtechnisch zu bestimmen und abzuspeichern (Anspr. 15).

Erst durch diese Maßnahme wird ein absoluter Vergleich der jeweiligen ermittelten Qualitätsparameter eines Fadens möglich.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben ist.

Es zeigt:

1 eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Arbeitsstelle einer Offenend-Spinnmaschine,

2 ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens,

In der 1 ist eine Arbeitsstelle 1 einer Offenend-Spinnmaschine dargestellt, die so ausgebildet ist, dass auf dieser Arbeitsstelle das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt werden kann.

Derartige Arbeitsstellen 1 verfügen, wie bekannt und daher nur schematisch dargestellt, unter anderem über eine Offenend-Spinnvorrichtung 2 sowie eine Spulvorrichtung 3.

Der in der Offenend-Spinnvorrichtung 2 hergestellte Faden 9 verlässt während des normalen Spinnbetriebes der Arbeitsstelle 1 die Offenend-Spinnvorrichtung 2 durch ein Fadenabzugsröhrchen 21.

Das heißt, der Faden 9 wird mittels einer Fadenabzugseinrichtung 27 über das Fadenabzugsröhrchen 21 beziehungsweise ein in diesem Bereich angeordnetes Anspinn-Organ 16 aus der Offenend-Spinnvorrichtung 2 herausgezogen. Der Faden 9 passiert auf seinem Weg zur Spuleinrichtung 3 außerdem einen Fadenwächter 26, Fadenspeichereinrichtungen 60 bzw. 61 sowie eine Paraffiniereinrichtung 62, bevor er durch eine Fadenchangiereinrichtung 24 auf eine rotierend angetriebene Kreuzspule 8 aufgewickelt wird.

Vorzugsweise wird die Kreuzspule 8 dabei über ihre Mantelfläche reibschlüssig durch eine Antriebstrommel 23 beaufschlagt, die ihrerseits durch den reversiblen Einzelantrieb 56 angetrieben wird.

Die Kreuzspule 8 ist in der Spulvorrichtung 3 außerdem mittels eines schwenkbar gelagerten Spulenrahmens 22 drehbar gehaltert. Über das Anstellmoment des Spulenrahmens 22 kann dabei der Anpressdruck zwischen der Antriebstrommel 23 und der Kreuzspule 8 eingestellt werden.

Um den Faden 9 beispielsweise zu einer Kreuzspule 8 aufzuwickeln, ist die bereits erwähnte Fadenchangiereinrichtung 24 im Bereich der Antriebstrommel 23 vorgesehen, die durch einen Schrittmotor 57 angetrieben wird. Vor dieser Fadenchangiereinrichtung 24 kann ein schwenkbar gelagertes Zentrierblech 17 mit einer Fadenführungskerbe 18 angeordnet sein, welches im Bedarfsfall durch einen Antrieb 55 definiert in den regulären Fadenlaufweg geklappt werden kann.

Falls es in einer Arbeitsstelle 1, beispielsweise durch einen Fadenbruch, zu einem Störfall kommen sollte, der beispielsweise durch den Fadenwächter 26 detektiert wird, sorgt der Arbeitsstellenrechner 25 dafür, dass sowohl die Spinnvorrichtung 2 der betreffenden Arbeitsstelle 1 als auch die zugehörige Spulvorrichtung 3 stillgesetzt werden.

Das heißt, der Einzelantrieb 56 der Antriebstrommel 23 wird mit einem Bremsstrom beaufschlagt.

Der Arbeitsstellenrechner 25, der zur Steuerung und/oder Regelung der verschiedenen Antriebe der Arbeitsstelle 1 dient, ist über elektrische Leitungen 65 mit diesen Antrieben verbunden.

Zur Behebung eines Störfalls, beispielsweise eines Fadenbruches, wird zunächst das auf die Kreuzspule 8 aufgelaufene Fadenende durch die Saugdüse 4 aufgenommen.

Das heißt, durch die Saugdüse 4, die mittels eines Schrittmotors 6 definiert zwischen einer im Bereich der Spulvorrichtung 3 liegenden Fadenaufnahmestellung und einer im Bereich der Spinnvorrichtung 2 liegenden Fadenübergabestellung verstellbar ist, wird das Fadenende auf der Kreuzspule 8 gesucht, aufgenommen, in die Fadenabzugseinrichtung 27 eingelegt und in das Anspinn-Organ 16 der Spinnstelle eingefädelt.

Die Aufnahme des Fadens 9 von der Oberfläche der Kreuzspule 8 geschieht dabei durch die mit Unterdruck beaufschlagte Ansaugöffnung 19 der Saugdüse 4, an der mittig eine Fadenleitkerbe 20 zur Führung des Fadens 9 vorgesehen ist. Während des Übergangs der Saugdüse 4 von ihrer Fadenaufnahmestellung in die Fadenübergabestellung gleitet der aufgenommene Faden 9 an einer stationären Fadenleiteinrichtung 5 entlang, bis er schließlich in eine nach unten offene Fadenfangkontur 10 der Fadenleiteinrichtung 5 rutscht. Beim Nachuntenschwenken der Saugdüse 4 wird der Faden 9 außerdem in die Funktionselemente der Arbeitsstelle 1 eingefädelt.

Das heißt, der Faden 9 wird unter anderem auch in die Fadenabzugseinrichtung 27 eingelegt.

Des Weiteren wird der Faden mittels des Fadenfangelements 7 in den Bereich der Offenend-Spinnvorrichtung 2 überführt, das Fadenende in das Fadenabzugsröhrchen 21 bzw. das Anspinn-Organ 16 eingesaugt und in der Offenend-Spinnvorrichtung 2 an einen dort rotierenden (nicht dargestellten) Faserring angesponnen.

Auch bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der von der Kreuzspule 8 zurückgeholte Faden 9 zunächst in die Fadenabzugseinrichtung 27 einzufädeln.

Das heißt, der Faden 9 wird in der Fadenabzugseinrichtung 27 zwischen einer einzelmotorisch beaufschlagbaren Abzugswalze 63 und einer schwenkbar gelagerten Klemmrolle 64 positioniert. Die Klemmrolle 64 wird, nachdem der Faden 9 in die Fadenabzugsreinrichtung 27 eingelegt worden ist, an die Abzugswalze 63, die über einen Antrieb 59 antreibbar ist, herangeschwenkt, so dass der Faden 9 in der Fadenabzugseinrichtung 27 zwischen der Abzugswalze 63 und der Klemmrolle 64 geklemmt und damit temporär festgelegt ist.

Anschließend wird der fixierte Faden 9 mit einer Zugkraft beaufschlagt.

Das heißt, der Einzelantrieb 56 rotiert über die Antriebstrommel 23 die Kreuzspule 8 in Wickelrichtung und sorgt dafür, dass auf den in der Fadenabzugseinrichtung festgelegten Faden 9 eine Zugkraft wirkt, die in bevorzugter Ausführungsform schließlich zum Fadenbruch führt.

Während des Betriebes des Antriebes 56 werden dessen elektrische Kenngrößen, zum Beispiel der Drehwinkel des Motorrotors, die Motorspannung und/oder der Motorstrom, erfasst. Aus wenigstens einer der erfassten Kenngrößen werden anschließend, unter Berücksichtigung der Garnnummer, verschiedene Qualitätsparameter des Fadens 9 bestimmt.

Sowohl die Ansteuerung bzw. Regelung des erfindungsgemäßen Verfahrens als auch die Bestimmung der Qualitätsparameter des Fadens anhand der elektrischen Kenngrößen können durch ein Computer-Programm realisiert werden.

Dieses Computer-Programm kann beispielsweise auf dem Arbeitsstellenrechner 25 ablaufen.

Der Arbeitsstellenrechner 25 selbst kann dabei in ein Netzwerk integriert sein, so dass die ermittelten Qualitätsparameter des Fadens bei Bedarf auch an anderen Stellen zur Begutachtung bzw. zur Verarbeitung zur Verfügung gestellt werden können.

Des Weiteren können zum Beispiel durch einen Fadenwächter 26 die Fadendicke und damit ein Anspinner ermittelt werden.

Außerdem ist vorteilhafterweise zur Ermittlung der relativen Luftfeuchtigkeit, die bei der Ermittlung der Qualitätsparameter eines Fadens eine nicht unerhebliche Rolle spielt, ein Feuchtigkeitssensor vorhanden.

Die vom Fadenwächter 26 bzw. vom Feuchtigkeitssensor ermittelten Daten werden vorzugsweise im Arbeitsstellenrechner 25 bei der Ermittlung der Qualitätsparameter mit verarbeitet. Die ermittelten Qualitätsparameter des Fadens werden in vorteilhafter Ausführungsform in einem Speicher, der in oder an der Hülse der Kreuzspule 8 vorgesehen ist, gespeichert.

In der 2 ist ein Ablaufdiagramm für das erfindungsgemäße Prüfverfahren dargestellt.

Wie dargestellt, wird der Faden 9 im ersten Verfahrensschritt zunächst in die Fadenabzugseinrichtung 27 eingefädelt und dort temporär festgehalten.

Danach laufen die Verfahrensschritte zwei und drei vorzugsweise simultan ab.

Im Verfahrensschritt zwei wird die Kreuzspule 8 durch den Antriebsmotor 56 in Wickelrichtung angetrieben und dabei die gewünschte Zugkraft auf den Faden 9 ausgeübt.

Gleichzeitig werden im Verfahrensschritt drei die elektrischen Kenngrößen des Antriebsmotors 56 erfasst.

Die Verfahrensschritte zwei und drei werden vorzugsweise solange ausgeführt, bis es zum Fadenbruch kommt.

Der Fadenbruch ist dabei insbesondere aus dem Verlauf der elektrischen Kenngrößen ersichtlich.

Das heißt, im Augenblick des Fadenbruches fällt beispielsweise der benötigte Motorstrom des Antriebes 56 schlagartig ab, was einen klaren Hinweis auf einen eingetretenen Fadenbruch darstellt.

Aus den erfassten elektrischen Kenngrößen des Antriebes 56 lassen sich unter Berücksichtigung der Garnnummer des Fadens 9, beispielsweise mittels geeigneter mathematische Verfahren, leicht die verschiedenen Qualitätsparameter des Fadens 9 ermitteln.

Die derart ermittelten Qualitätsparameter können dann in einem Speicher in oder an der Kreuzspulespule 8 abgelegt werden.

Der eigentliche Prüfvorgang und somit das Verfahren zur Ermittlung der Qualitätsparameter ist damit abgeschlossen.


Anspruch[de]
Verfahren zur Ermittlung von Qualitätsparametern eines Fadens (9), welcher auf einer Arbeitsstelle (1) einer Offenend-Rotorspinnmaschine hergestellt und zu einer Kreuzspule (8) aufgewickelt wird,

gekennzeichnet durch nachfolgende Verfahrensschritte:

der auf die Kreuzspule (8) aufgelaufene Faden (9) wird in eine Fadenabzugseinrichtung (27) eingelegt, die den Faden (9) temporär festhält,

die Kreuzspule (8) wird durch ihren elektrischen Antriebmotor (56) in Wicklungsrichtung mit einer vorgegebenen Prüfgeschwindigkeit angetrieben und dadurch eine vorgebbare Mindestzugkraft auf den Faden 9) ausgeübt, die elektrischen Kenngrößen des Antriebsmotors (56), wie Drehwinkel des Motorrotors, die Motorspannung und/oder der Motorstrom werden erfasst und

aus zumindest einer dieser elektrischen Kenngrößen werden, unter Berücksichtung der vorliegenden Garnnummer, die Qualitätsparameter des Fadens (9) ermittelt.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kreuzspule (8) in Wicklungsrichtung angetrieben wird, bis eine vorgegebene Zugkraft auf den Faden (9) wirkt und dass, sofern kein Fadenbruch eingetreten ist, das Verfahren beendet wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kreuzspule (8) bis zum Eintreten eines Fadenbruches in Wickelrichtung angetrieben wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Einspannen des Fadens (9) in die Fadenabzugseinrichtung (27) die Kreuzspule (8) verstärkt an ihre Antriebstrommel (23) gedrückt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden (9) in der Fadenabzugseinrichtung (27), zwischen einer Klemmrolle (64) und einer durch ihren Antrieb (59) gebremsten Abzugswalze (63) temporär fixiert wird bis der Fadenbruch eintritt. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kreuzspule (8) mit einer Prüfgeschwindigkeit beaufschlagt wird, die maximal 10% der normalen Wickelgeschwindigkeit beträgt. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Prüfgeschwindigkeit der Kreuzspule (8) konstant gehalten wird. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch einen Fadenwächter (26) die Fadendicke ermittelt und dadurch ein Anspinner detektiert wird, der anschließend in der zwischen Fadenabzugseinrichtung (27) und Kreuzspule (8) gegebenen Messstrecke positioniert wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelten Qualitätsparameter des Fadens (9) gespeichert werden. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelten Qualitätsparameter des Fadens (9) in einem Speicher, der an oder in der zugehörenden Kreuzspule (8) angeordnet ist, abgelegt werden. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelten Qualitätsparameter des Fadens (9) in einem RFID-Tag abgelegt werden. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zur Ermittlung der Qualitätsparameter des Fadens (9) mehrfach an dem Faden (9) wiederholt wird, um eine statistische Sicherheit der erhaltenen Ergebnisse zu erzielen. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Mikroprozessor eines Steuer-/Regelungsgerätes ein Steuerungs- und/oder Regelungsalgorithmus für das erfindungsgemäße Verfahren gespeichert ist. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Mikroprozessor ein Arbeitsstellenrechner (25) ist. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich, zeitgleich die relative Luftfeuchtigkeit im Bereich der Spulstelle ermittelt und gespeichert wird.






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