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Dokumentenidentifikation DE102005031126A1 11.01.2007
Titel Stoßwellenanlage und Verfahren zum Betreiben einer solchen
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Buchholtz, Gerhard, 91054 Erlangen, DE;
Fehre, Jens, 91353 Hausen, DE;
Granz, Bernd, Dr., 90522 Oberasbach, DE;
Hoheisel, Martin, Dr., 91056 Erlangen, DE;
Kruft, Werner, 91056 Erlangen, DE;
Lanski, Markus, 90408 Nürnberg, DE;
Mahler, Matthias, 91058 Erlangen, DE;
Meinert, Christian, 91080 Marloffstein, DE;
Mertelmeier, Thomas, Dr., 91058 Erlangen, DE;
Nanke, Ralf, Dr., 91058 Erlangen, DE;
Rattner, Manfred, 91091 Großenseebach, DE
DE-Anmeldedatum 04.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005031126
Offenlegungstag 11.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.01.2007
IPC-Hauptklasse A61B 17/225(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61B 5/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   A61M 21/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Stoßwellenanlage (2) zur Behandlung eines Patienten (4) umfasst eine Erfassungseinheit (20, 32, 34) zur Erfassung einer mit dem Wohlbefinden des Patienten (4) korrelierten Kenngröße (15, 17, 33, 35), und eine in Abhängigkeit der Kenngröße (15, 17, 33, 35) betreibbare Einrichtung (18, 38, 46, 52) zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten (4).
In einem Verfahren zum Betreiben einer Stoßwellenanlage (2) zur Behandlung eines Patienten (4) wird eine mit dem Wohlbefinden des Patienten korrelierte Kenngröße (15, 17, 33, 35) erfasst, und in Abhängigkeit der Kenngröße (15, 17, 33, 35) wird eine Maßnahme zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten (4) ergriffen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Stoßwellenanlage und ein Verfahren zum Betreiben einer solchen.

Bei den meisten medizinischen Maßnahmen, welche an einem Patienten durchgeführt werden, ist dieser einer körperlichen und psychischen Belastung ausgesetzt. Patienten sind hierbei in der Regel lebende Menschen und Tiere. Die psychische und körperliche Belastung des Patienten ist von vielen Faktoren abhängig und kann individuell sehr unterschiedlich sein. So weisen Patienten z.B. unterschiedliche körperliche und psychische Vorraussetzungen oder kulturelle Unterschiede auf oder besitzen unterschiedliche Vorkenntnisse bzw. Erfahrungen bezüglich medizinischer Maßnahmen.

Psychische und körperliche Belastungen des Patienten stehen außerdem in Wechselwirkung zueinander. Der durch gesteigerte Belastung erzeugte Stress im Patienten führt häufig dazu, dass eine medizinische Maßnahme länger als geplant dauert oder gar unterbrochen werden muss, der Patient nach der Behandlung an vermehrten Nebenwirkungen leidet, usw.

Insbesondere wenn als Maßnahme eine schmerz- bzw. steintherapeutische Behandlung durchgeführt wird, sind die Auswirkungen des Patientenstresses auf die Behandlung besonders ausgeprägt. Dies hat verschiedene Ursachen: Bereits kleinste Bewegungen des Patienten erfordern eine Nachortung seitens der Lithotripsieanlage, also eine Neuausrichtung des Fokuspunktes der Ultraschallstoßwelle auf das Behandlungsziel. Empfindet der Patient bei der Behandlung Schmerzen, unterbricht er eventuell seinerseits die Behandlung oder macht durch erhöhte Unruhe wiederholt die oben genannte Nachortung notwendig. Eine Nachortung, welche in der Regel mit Röntgenstrahlen durchgeführt wird, führt wiederum zu erhöhter Strahlungsexposition des Patienten. Der Patient erfährt unter Umständen eine erhöhte Medikamentengabe von z.B. Schmerz- oder Narkosemitteln, um den Patienten besser ruhig zu stellen.

Besonders nachteilig ist, wenn eine z.B. durch Unruhe des Patienten verursachte Bewegung dessen vom Durchführenden der Stoßwellentherapie unbemerkt bleibt. Zum einen verschlechtert sich die Ankopplung des Stoßwellenkopfes an den Patienten und zum anderen wandert der Fokuspunkt unbemerkt vom Ziel ab. Dies führt dann einerseits zu einer höheren applizierten Energie der Stoßwellen oder einer längeren Behandlungsdauer und andererseits gar zu einer Schädigung des Patienten durch Einstrahlung von Ultraschallstoßwellen an unerwünschten Stellen, nämlich durch Verfehlen des Ziels.

Um die oben beschriebenen unerwünschten Auswirkungen psychischer und körperlicher Belastung des Patienten zu minimieren, ist es bisher bekannt, den Patienten durch adäquate Medikation in Form von Betäubungsmitteln bzw. Schmerzmitteln ruhig zu stellen. Dies ist jedoch mit den bekannten Risiken und Nebenwirkungen einer Medikamentengabe verbunden. Weiterhin ist bekannt, durch eine eingehende Kommunikation zwischen dem Durchführenden der Behandlung, z.B. dem Arzt, und dem Patienten zur Beruhigung des Patienten beizutragen. Hierdurch ist der Arzt jedoch zusätzlich belastet, außerdem hängt ein Effekt stark z.B. von der Sympathie zwischen Arzt und Patient ab.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Stoßwellenanlage und ein verbessertes Verfahren zum Betreiben einer solchen anzugeben.

Die Erfindung nutzt die Erkenntnis, dass z.B. in fernöstlichen Kulturen eine beruhigende Atmosphäre z.B. durch Musik, Düfte usw. generiert wird. Menschen in einer derartigen Atmosphäre erleben ein gesteigertes Wohlbefinden und erfahren Entspannung in psychischer und körperlicher Hinsicht.

Hinsichtlich der Stoßwellenanlage wird die Erfindung deshalb gelöst durch eine Stoßwellenanlage zur Behandlung eines Patienten mit einer Erfassungseinheit zur Erfassung einer mit dem Wohlbefinden des Patienten kordulierten Kenngröße, und mit einer in Abhängigkeit der Kenngröße betreibbaren Einrichtung zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten.

Durch die Erfassungseinheit ist es möglich, zunächst mit Hilfe der Kenngröße tatsächliche bzw. objektive Aussagen über das Wohlbefinden des Patienten zu erfassen. Die Einrichtung zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten kann somit gezielt, nämlich in Abhängigkeit der Kenngröße betrieben werden, um das Wohlbefinden des Patienten zu steigern. Über die Kenngröße ist somit eine Rückkopplung von der Einrichtung zum Patienten bzw. dessen Wohlbefinden gegeben. In der erfindungsgemäßen Stoßwellenanlage kann deshalb das Wohlbefinden des Patienten über die Kenngröße indirekt ermittelt und das Wohlbefinden gezielt gesteigert werden.

Der Arzt ist somit von der Aufgabe entlastet, das Wohlbefinden des Patienten zu überwachen und davon, selbst Maßnahmen zu veranlassen, die das Wohlbefinden des Patienten steigern.

Durch gesteigertes Wohlbefinden des Patienten steigt dessen Therapieakzeptanz und es werden bessere Therapieerfolge in Form kürzerer Therapiezeiten, weniger Nachbehandlung oder weniger Nebenwirkungen erreicht.

Da das Wohlbefinden eines Patienten durch eine Vielzahl von Einflussgrößen beeinflusst ist, ist eine große Vielfalt von verschiedenartigen Erfassungseinheiten denkbar. Die folgende Aufzählung kann somit nur als beispielhaft aufgefasst werden. Natürlich ist die Erfassung eines einzelnen oder mehrere Kennwerte gleichzeitig möglich.

Die Erfassungseinheit kann eine Auswahleinheit zur Auswahl eines Wertes der Kenngröße sein. Die mit dem Wohlbefinden des Patienten korrelierte Kenngröße kann in diesem Zusammenhang z.B. die Bezeichnung seiner Lieblingsfarbe, seiner Lieblingsmusik, seines Lieblingsduftes oder ähnliches sein. Der die Auswahleinheit Bedienende, z.B. der die Stoßwellenanlage betreibende Arzt oder der Patient selbst, weiß also selbst, was das Wohlbefinden des Patienten steigert und gibt einen entsprechenden Kennwert vor.

Eine Auswahleinheit kann in diesem Zusammenhang z.B. ein menügesteuertes Gerät zur Musik-, Farb-, Bild-, Duftauswahl oder ähnlichem sein. Erfassungseinheit könnte auch z.B. ein vom Patienten bedienbarer Joystick, Schieberegler, Maus oder ähnliches sein, mit dem er die oben genannten Kenngrößen vorgibt oder als Kenngröße Lautstärke von Musik, Helligkeit eines Bildes, einer Raumbeleuchtung, oder ähnlichem vorgibt. Auswahleinheit bzw. Erfassungseinheit kann auch z.B. ein elektronischer Anamnesebogen des Arztes oder eine Schnittstelle zur Patientenakte sein, welche entsprechend mit dem Wohlbefinden des Patienten korrelierte Kenngrößen erfassen. Eine derartige Erfassungseinheit könnte z.B. aus der Patientenakte als Kenngröße die anatomischen Gegebenheiten des Patienten erfassen. Die Einrichtung wäre dann eine einstellbare und in ihrer Einstellung auf den Patienten abgestimmten Patientenliege.

In den eben genannten Beispiele werden die Kenngrößen in wesentlichen bewusst vom Patienten oder Arzt gewählt. Somit findet auch eine bewusste bzw. gezielte Steigerung des Wohlbefindens statt. Dies entspricht einer willkürlichen Rückkopplung, oder mit anderen Worten einem Feedback, vom Patienten oder Arzt zur Einrichtung.

Für derartige Auswahleinheiten sind als Einrichtungen zur Steigerung des Wohlbefindens somit Audiogeräte, Beleuchtungen, Temperaturregler für die Raumtemperatur, Lautstärkeregler, Dufterzeuger, oder ähnliches geeignet, welche abhängig von der Kenngröße betrieben werden.

Erfassungseinheit kann aber auch ein einen Messwert am Patienten als Kenngröße erfassender Messwertaufnehmer sein. Hierbei nutzt die Erfindung die Erkenntnis, dass sich physiologische Eigenschaften des Patienten in Abhängigkeit von dessen Wohlbefinden ändern. So ändert sich beispielsweise Hautwiderstand, Hauttemperatur, Muskeltonus, Herzfrequenz, Gehirnströme Blutdruck oder ähnliches. Messwertaufnehmer können entsprechend Puls-, Blutdruck-, Temperatur-, Hautfeuchtigkeitsmessgeräte oder ähnliches sein. Denkbar sind auch Drucksensoren, welche z.B. messen, mit welcher Kraft der Patient einen Griff umschließt.

Hierdurch werden im Gegensatz zu oben im wesentlichen unbewusste Einflussgrößen am Patienten erfasst. Die Einrichtung zur Steigerung des Wohlbefindens wird hierdurch automatisch, also ohne bewusste Eingriffe des Patienten oder Arztes betrieben. Dies entspricht einer unwillkürlichen Rückkopplung von Patient zur Einrichtung.

Wie oben bereits für die Erfassungseinheit erwähnt, sind ebenso für die Einrichtung zur Steigerung des Wohlbefindens mannigfaltige Ausführungsmöglichkeiten denkbar, weshalb die folgende Aufzählung wiederum nur beispielhaft zu verstehen ist. Auch hier sind die genannten Alternativen einzeln oder in Kombination nutzbar.

Die Einrichtung zur Steigerung des Wohlbefindens kann ein Multimediacenter sein. Die Erfindung nutzt die Erkenntnis, dass insbesondere durch Multimedia ein Patient in psychischer Hinsicht besonders stark beeinflusst wird. Multimedia wirkt auf eine Vielzahl von Reizzentren des Patienten, z.B. optisch, akustisch und sensorisch ein. Wegen des Zusammenhangs zwischen Psyche und Physe ist deshalb ein Multimediacenter besonders geeignet, das Wohlbefinden des Patienten zu steigern. In einem Multimediacenter können entsprechende Reize, mit welchen der Patient beaufschlagt wird, besonders gut aufeinander abgestimmt bzw. kombiniert dem Patienten präsentiert werden. Durch ein Multimediacenter können zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten auch Techniken, wie z.B. Hypnose, autogenes Training angewandt werden.

Die Einrichtung zur Steigerung des Wohlbefindens kann eine Vorrichtung zur Applikation von Geruchs- oder Geschmacksstoffen am Patienten sein. z.B. zusätzlich zu einem Multimediacenter kann so einem Patienten zum Beispiel Warmluft oder Frischluft sowie Düfte entsprechend zugeführt werden, um z.B. Höhenluft, die Region einer Meeresküste oder ähnliches zu simulieren. Hält sich der Patient z.B. gerne in den Bergen auf, kann ihm dies durch Multimedia in Verbindung mit einem kühlen Luftzug und entsprechendem Duft verstärkt suggeriert werden. Der Patient erlebt eine Situation, in der er sich wohlfühlt und sein Wohlbefinden steigt.

Die Einrichtung zur Steigerung des Wohlbefindens kann eine Vorrichtung zur physiotherapeutischen Behandlung des Patienten sein. Der Patient kann hierdurch z.B. massiert, mit wärme oder Kälte behandelt werden, mit Wärmestrahlung, Licht, magnetischen oder elektrischen Feldern bestrahlt werden usw.

Die Stoßwellenanlage kann eine Anlagensteuerung zur Beeinflussung der Stoßwellenparameter in Abhängigkeit der Kenngröße umfassen. Hierdurch ist eine Rückkopplung zwischen Patient bzw. dessen Wohlbefinden bzw. der Kenngröße und der Charakteristik der Stoßwellentherapie durch die Beeinflussung der Stoßwellenparameter möglich. Somit kann der Patient willentlich oder unwillkürlich, je nach Erfassung der Kenngröße, wie oben erwähnt, seinem Wohlbefinden entsprechend die Stoßwellentherapie zu seinen Gunsten, bzw. in Richtung seines gesteigerten Wohlbefindens beeinflussen.

Hinsichtlich des Verfahrens wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben einer Stoßwellenanlage zur Behandlung eines Patienten, bei dem eine mit dem Wohlbefinden des Patienten korrelierte Kenngröße erfasst wird und in Abhängigkeit der Kenngröße eine Maßnahme zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten ergriffen wird.

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens wurden bereits ausführlich im Zusammenhang mit der Stoßwellenanlage erläutert.

Weder die Anlage noch das Verfahren sind natürlich auf eine einzige Kenngröße und damit auf eine einzige Erfassungseinheit und auf eine einzige Einrichtung zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten beschränkt.

In Ergänzung zum oben Gesagten sei hinsichtlich des Verfahrens nochmals explizit erwähnt, dass der Patient und/oder der Betreiber der Stoßwellenanlage die Kenngröße händisch vorgeben kann. Somit behalten Patient und/oder Betreiber die Kontrolle über die hinsichtlich des Wohlbefindens des Patienten im Rahmen der Stoßwellentherapie ergriffenen Maßnahmen. Beispiel hierfür wäre die oben erwähnte Musikauswahl durch den Patienten.

Alternativ oder zusätzlich kann die Kenngröße automatisch erfasst werden. Dies ist vor allem für Kenngrößen vorteilhaft, bei welchem die händische Erfassung schwierig oder unmöglich ist. Z.B. die Erfassung eines Messwertes am Patienten, eine zyklische Blutdruckmessung. Die automatische Erfassung der Kenngröße bietet den Vorteil, dass Patient und/oder Betreiber der Stoßwellenanlage von dieser Aufgabe entlastet sind. Eine Auswahl der Maßnahme erfolgt somit ebenfalls automatisch.

Wie oben beschrieben, können als Maßnahme dem Patienten ein Multimediasignal übermittelt, ein Geruchs- und/oder Geschmacksstoff verabreicht, und/oder an diesem eine physioterapeutische Maßnahme ergriffen werden.

Werden als Maßnahme die Stoßwellenparameter verändert, wird z.B. durch höhere Ultraschallleistung eine kürzere Therapiezeit erreicht.

Für eine weitere Beschreibung der Erfindung wird auf die Ausführungsbeispiele der Zeichnung verwiesen. Es zeigt

1 einen Patienten in einer Stoßwellenanlage während der Durchführung einer Lithotripsie.

1 zeigt eine Lithotripsieanlage 2 mit einem Patienten 4, an dem eine Stoßwellenlithotripsie durchgeführt wird. Die Lithotripsieanlage 2 umfasst einen Standfuß 6 mit integrierter Anlagensteuerung 22, an dem eine Liege 8 und ein Stoßwellenkopf 10 an einem Tragarm 12 gelagert sind.

Die Lithotripsieanlage 2 umfasst außerdem ein Multimediacenter 14 mit einer daran angeschlossenen, auf dem Kopf 16 des Patienten platzierten Multimediabrille 18.

Des weitern verfügt das Multimediacenter 14 über eine angeschlossene Eingabeeinheit in Form einer Tastatur 20. Das Multimediacenter 14 ist außerdem zum Datenaustausch mit der Anlagensteuerung 22 verbunden.

Vor Beginn der Stoßwellenlithotripsie am Patienten 4 führt ein die Behandlung durchführender Arzt 24 eine Anamnese am Patienten 4 durch, in 1 dargestellt durch den Pfeil 26. Hierbei ermittelt er unter anderem verschiedene als Kenngrößen Präferenzen des Patienten 4, die nach Aussage des Patienten 4 diesem besonders gut gefallen, und somit dessen Wohlbefinden steigern, also mit diesem korreliert sind.

Im Ausführungsbeispiel sind dies eine Auswahl bestimmter Musikstücke 15, welche dem Patienten 4 besonders gut gefallen und die Aussage, dass er am liebsten am Meer verweilt. Liedtitel und das Stichwort 17 „Meeresumgebung" gibt der Arzt 24, angedeutet durch den Pfeil 28, über die Tastatur 20 als mit dem Wohlbefinden des Patienten korrelierte Kenngrößen in das Multimediacenter 14 ein.

Da sich der Patient 4 gerne am Meer aufhält, wird ihm über die Multimediabrille 18 ein Bild einer Küstenlandschaft angezeigt. Durch Betrachtung des Bildes und Hörens der über die Multimediabrille 18 eingespielten Lieblingsmusik entspannt der Patient 4.

An der Anlagensteuerung 22 ist des weiteren eine am Arm 30 des Patienten befestigten Blutdruckmanschette 32 angeschlossen. Außerdem ist an der Anlagensteuerung 22 ein Handgriff 34 angebracht, welchen der Patient 4 mit seiner Hand 36 umfasst.

Zur weiteren Entspannung bzw. Steigerung des Wohlbefindens des Patienten 4 ist außerdem ein Duftspender 38 über einen Tragarm 40 an der Liege 8 befestigt, aus welchem in Richtung des Pfeils 42 Duftstoffe zur Nase 44 des Patienten ausströmen. Die Duftstoffe, im Beispiel typische Gerüche einer Küstenregion, unterstreichen den visuellen Eindruck des Patienten 4, sich in einer Küstenregion zu befinden. Hierdurch wird das Wohlbefinden des Patienten 4 weiter gesteigert. Die bisherigen Kenngrößen wurden vom Patienten 4 willentlich bzw. händisch vorgegeben.

Über die Blutdruckmanschette 32 werden während der gesamten Stoßwellenlithotripsie als Messgrößen 33 Blutdruck, Puls und Hautfeuchtigkeit des Patienten 4 gemessen, welche in automatischer Weise – im Gegensatz zur obigen händischen Vorgabe – Rückschlüsse auf dessen Wohlbefinden zulassen. Des weiteren sind im Handgriff 34 nicht dargestellte Drucksensoren integriert, welche als Messgröße den Muskeltonus 35 des Patienten 4 beim Umfassen des Handgriffs 34 erfassen. Die erfassten Messgrößen gehen als mit dem Wohlbefinden des Patienten korrelierte Kenngrößen ebenfalls in die Anlagensteuerung 22 ein.

Bei abnehmenden Wohlbefinden des Patienten während der Stoßwellenlithotripsie, festgestellt durch veränderte Werte von Blutdruck, Puls, Hautfeuchtigkeit usw. als Kenngrößen werden von der Anlagensteuerung 22 Maßnahmen eingeleitet, um das Wohlbefinden des Patienten 4 wieder zu steigern. Hierzu wird dem Patienten zunächst stufenweise aus einem Gebläse 46 am Fußende 48 der Liege 8 für den Patienten 4 angenehm warme Luft zugeführt, angedeutet durch den Pfeil 50. Außerdem wird der Patient 4 durch eine auf der Liege 8 befindliche Massageauflage 52, angedeutet durch die Pfeile 54, massiert.

Sinkt das Wohlbefinden des Patienten erneut, z.B. aufgrund der von ihm als zu stark empfundenen, vom Stoßwellenkopf 10 ausgesandten Ultraschallstoßwellen, bewegt der Patient 4 willentlich den Handgriff 34 in Richtung des Pfeils 56 und gibt somit eine Kenngröße vor, um als Stoßwellenparameter 57 die Energiestufe der Ultraschallstoßwellen auf ein für ihn angenehmes bzw. erträgliches Maß zu reduzieren. Bei fortschreitender Steinbehandlung lässt das durch die Ultraschallstoßwellen verursachte Unbehagen im Patienten 4 nach, weshalb dieser entgegen der Richtung des Pfeils 56 den Handgriff 34 bedient, um die Energiestufe der Stoßwellen wieder zu erhöhen und so ein schnelleres Behandlungsende zu erreichen, was ebenfalls sein Wohlbefinden steigert.


Anspruch[de]
Stoßwellenanlage (2) zur Behandlung eines Patienten (4), mit einer Erfassungseinheit (20, 32, 34) zur Erfassung einer mit dem Wohlbefinden des Patienten (4) korrelierten Kenngröße (15, 17, 33, 35), und mit einer in Abhängigkeit der Kenngröße (15, 17, 33, 35) betreibbaren Einrichtung (18, 38, 46, 52) zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten (4). Stoßwellenanlage (2) nach Anspruch 1, bei der die Erfassungseinheit (20, 32, 34) eine Auswahleinheit zur Auswahl eines Wertes der Kenngröße (15, 17, 33, 35) ist. Stoßwellenanlage (2) nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Erfassungseinheit (20, 32, 34) ein als Kenngröße (15, 17, 33, 35) einen Messwert am Patienten (4) erfassender Messwertaufnehmer ist. Stoßwellenanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Einrichtung (18, 38, 46, 52) zur Steigerung des Wohlbefindens ein Multimediacenter ist. Stoßwellenanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Einrichtung (18, 38, 46, 52) zur Steigerung des Wohlbefindens eine Vorrichtung zur Applikation von Geruchs- und/oder Geschmacksstoffen am Patienten (4) ist. Stoßwellenanlage (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Einrichtung (18, 38, 46, 52) zur Steigerung des Wohlbefindens eine Vorrichtung zur physiotherapeutischen Behandlung des Patienten (4) ist. Stoßwellenanlage (2) mit einer Anlagensteuerung (22) zur Beeinflussung der Stoßwellenparameter (57) in Abhängigkeit der Kenngröße (15, 17, 33, 35). Verfahren zum Betreiben einer Stoßwellenanlage (2) zur Behandlung eines Patienten (4), bei dem eine mit dem Wohlbefinden des Patienten korrelierte Kenngröße (15, 17, 33, 35) erfasst wird, und in Abhängigkeit der Kenngröße (15, 17, 33, 35) eine Maßnahme zur Steigerung des Wohlbefindens des Patienten (4) ergriffen wird. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem der Patient (4) und/oder ein Betreiber (24) der Stoßwellenanlage (2) die Kenngröße (15, 17, 33, 35) händisch vorgibt. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, bei dem die Kenngröße (15, 17, 33, 35) automatisch erfasst wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, bei dem als Maßnahme ein Multimediasignal an den Patienten (4) übermittelt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, bei dem als Maßnahme dem Patienten (4) ein Geruchs- und/oder Geschmacksstoff verabreicht wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, bei dem als Maßnahme am Patienten eine physiotherapeutische Maßnahme ergriffen wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, bei dem als Maßnahme die Stoßwellenparameter (57) verändert werden.






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