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Dokumentenidentifikation DE202006015267U1 11.01.2007
Titel PD-Stab zur parallaxenfreien Messung der horizontalen Zentrierdaten in der Brille
Anmelder Rodenstock GmbH, 80469 München, DE
Vertreter Müller-Boré & Partner, Patentanwälte, European Patent Attorneys, 81671 München
DE-Aktenzeichen 202006015267
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 11.01.2007
Registration date 07.12.2006
Application date from patent application 05.10.2006
IPC-Hauptklasse A61B 3/11(2006.01)A, F, I, 20061005, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegenden Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bestimmung von Zentrierdaten einer Brille, insbesondere zur Bestimmung von Abständen und/oder Positionen von Zentrierpunkten von Brillengläsern einer Brille.

Zur Messung der Zentrierpunkte einer Brille werden üblicherweise die gleichen Vorrichtungen wie zum Messen einer Pupillendistanz der Augen eines Patienten verwendet. Solche Vorrichtungen sind insbesondere Pupillometer, Video-Zentriersysteme und herkömmliche PD-Lineale. Weiterbildungen von PD-Linealen können als Messschieber ausgestaltet sein. Für eine Vermessung von Zentrierpunkten von Brillen insbesondere mit durchgebogenen Fassungen oder mit großem Fassungsscheibenwinkel sind die bekannten PD-Lineale allerdings nur eingeschränkt geeignet. Aufgrund des Abstands der Zentrierpunkte der Brillengläser vom PD-Lineal führt eine Abweichung der Blickrichtung von der frontalen Visierrichtung beim Anvisieren der Zentrierpunkte zu Ableseungenauigkeiten. Diese sogenannten Parallaxenfehler sind um so größer je größer der Abstand des jeweiligen Zentrierpunkts vom PD-Lineal ist. In speziellen Videosystemen können solche Parallaxenfehler durch telezentrische Strahlengänge vermieden werden. Allerdings sind solche Videosysteme meist sehr komplex, aufwendig zu bedienen und teuer.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine kostengünstige Vorrichtung bereitzustellen, welche bei einfacher Handhabung eine verbesserte Messung von Zentrierdaten einer Brille ermöglicht.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Somit stellt die vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung zur Bestimmung von Zentrierdaten einer Brille, insbesondere zur Bestimmung von Positionen und/oder Abständen von Zentrierpunkten von Brillengläsern der Brille bereit, wobei die Vorrichtung umfasst:

  • – zumindest eine erste Messskala zur Längenmessung in zumindest einer Messrichtung der Vorrichtung, wobei die erste Messskala einen ersten linken und einen ersten rechten Skalenabschnitt zum Anvisieren eines linken bzw. rechten Brillenglases der Brille in zumindest einer Visierrichtung der Vorrichtung umfasst; und
  • – eine Visiereinrichtung mit zumindest einem linken und einem rechten Visiermarkierungsabschnitt, wobei der linke bzw. rechte Visiermarkierungsabschnitt in der Visierrichtung jeweils von dem ersten linken bzw. ersten rechten Skalenabschnitt beabstandet ist und in Projektion parallel zur Visierrichtung zumindest teilweise mit dem ersten linken bzw. ersten rechten Skalenabschnitt überlappt.

Damit lässt sich direkt während des Ablesens von Zentrierdaten aus der Messskala der Vorrichtung beim Anvisieren beispielsweise der Zentrierpunkte von Brillengläsern einer Brille über die Messskala und die Visiereinrichtung feststellen, ob die für eine parallaxenfreie Messung erforderliche Visierrichtung eingehalten wird. Vorzugsweise weisen die Messskala und die Visiereinrichtung Markierungen auf, zwischen denen eine Korrelation genau dann erkennbar ist, wenn eine erforderliche Visierrichtung eingehalten wird. Als solche Markierungen könnten beispielsweise Visierkreuze, -linien, -ringe, -punkte oder andere geeignete Markierungen verwendet werden. Besonders bevorzugt werden für die Visiereinrichtung Skalierungsmarkierungen ähnlich den Markierungen der ersten Skalenabschnitte verwendet. Durch eine feste Position der Visiereinrichtung relativ zur Messskala ist dabei die Visierrichtung der Vorrichtung genau festgelegt und für den Benutzer direkt während des Ablesen von Zentrierdaten überprüfbar. Dies vereinfacht und verbessert die Bestimmung von Zentrierdaten einer Brille. Insbesondere verbesserte die erfindungsgemäße Vorrichtung ein parallaxenfrei es Vermessen der einzelnen Zentrierpunkte von Brillen, insbesondere von Brillen mit großem Fassungsscheibenwinkel, wie z.B. von Sportbrillen.

Als Messskala kann dabei eine Skala mit Markierungen nach Art eines Lineals in einer Richtung, insbesondere der Messrichtung vorgesehen sein. Hier kann die Messskala insbesondere eine Vielzahl vorzugsweise äquidistanter, paralleler Linien umfassen. Die Messskala kann auch zur Längenmessung in zwei verschiedenen Richtungen ausgelegt sein. Beispielsweise könnte sie neben einer Skalierung in Messrichtung auch eine Skalierung in einer Richtung senkrecht dazu aufweisen. Insbesondere könnte die Messskala ein Liniengitter umfassen. In einer bevorzugten Ausführungsform sind der linke und der rechte Skalenabschnitt in Messrichtung voneinander beabstandet. In einer alternativen Ausführungsform können sie auch eine durchgängige Skalierung bilden, also direkt aneinander angrenzen. Vorzugsweise ist die zumindest eine Messrichtung im wesentlichen senkrecht zu der zumindest einen Visierrichtung.

Vorzugsweise umfasst die Visiereinrichtung eine zweite Messskala mit einem zweiten linken und einem zweiten rechten Skalenabschnitt, wobei der zweite linke bzw. der zweite rechte Skalenabschnitt den linken bzw. rechten Visiermarkierungsabschnitt umfasst.

In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung einen zumindest teilweise für sichtbares Licht transparenten Vorrichtungskörper mit einer zumindest bereichsweise im wesentlichen planaren ersten Fläche und einer zumindest bereichsweise im wesentlichen planaren zweiten Fläche, wobei die erste Messskala an der ersten Fläche und der rechte und linke Visiermarkierungsabschnitt an der zweiten Fläche angeordnet sind. Insbesondere sind somit vorzugsweise der zweite linke und der zweite rechte Skalenabschnitt an der zweiten Fläche angeordnet. Die erste Fläche ist vorzugsweise zumindest bereichsweise parallel zur zweiten Fläche angeordnet.

Vorzugsweise bildet der Vorrichtungskörper im wesentlichen einen Quader, dessen Quaderlänge sich in Messrichtung erstreckt und dessen Quaderbreite den Abstand zwischen den Visiermarkierungsabschnitten und den Skalenabschnitten, insbesondere den Abstand zwischen erster und zweiter Fläche festlegt. Vorzugsweise liegt der Abstand der ersten Messskala von der Visiereinrichtung in Visierrichtung im Bereich zwischen 2 mm und 50 mm, vorzugsweise zwischen 5 mm und 20 mm, am meisten bevorzugt bei etwa 10 mm. Insbesondere weisen die erste und zweite Fläche vorzugsweise einen gegenseitigen Abstand im Bereich zwischen 2 mm und 50 mm, besonders bevorzugt zwischen 5 mm und 20 mm am meisten bevorzugt etwa 10 mm auf. Dieser Abstand entspricht dabei vorzugsweise der Quaderbreite. Vorzugsweise liegt die Länge des Vorrichtungskörpers, insbesondere die Quaderlänge, in einem Bereich zwischen 80 mm und 150 mm, noch mehr bevorzugt zwischen 100 mm und 120 mm.

In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die erste und/oder zweite Messskala eine Millimeterskala.

Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung eine Brillenanlagefläche, in der ein Nasenvorsprung zum zentrierten Anlegen einer Nasenaussparung einer Brille ausgebildet ist. Dabei weist die Brillenanlagefläche eine vorzugsweise eine Anlagenormalenrichtung auf, wobei der Nasenvorsprung vorzugsweise von einem Nasensegment gebildet wird, das einen trapezförmigen oder kreisabschnittsförmigen Querschnitt senkrecht zur Anlagenormalenrichtung aufweist. In einer anderen bevorzugten Ausführungsform könnte der Querschnitt des Nasensegments senkrecht zur Anlagenormalenrichtung auch eine andere Form aufweisen. Insbesondere könnte der Querschnitt dreiecksförmig oder elliptisch sein. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Nasensegment einstückig mit dem Vorrichtungskörper ausgebildet. Das Nasensegment bildet vorzugsweise ein Zentrierstück zur Flucht der Lineale mit der Mittelachse der Brille.

Vorzugsweise weist die Vorrichtung eine Symmetrieebene derart aufweist, dass der erste linke Skalenabschnitt und/oder der linke Visiermarkierungsabschnitt bezüglich der Symmetrieebene symmetrisch zum ersten rechten Skalenabschnitt bzw. zum rechten Visiermarkierungsabschnitt ausgebildet ist und/oder der Nasenvorsprung symmetrisch zur Symmetrieebene ist.

Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung ein Stativ mit zumindest einem Stativbein und zumindest einem Stativfuß. Damit kann die Vorrichtung als Tischgerät eingesetzt werden und muss während des Messvorgangs nicht von Nutzer gehalten werden.

Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf begleitende Zeichnungen bevorzugter Ausführungsformen beispielhaft beschrieben. Dabei zeigen:

1: eine seitliche Ansicht einer Vorrichtung gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zusammen mit einer zu vermessenden Brille;

2: eine Draufsicht der Ausführungsform vom 1;

3: eine Frontansicht der Ausführungsform von 1 und 2 parallel zur Visierrichtung;

4: eine Frontansicht der Ausführungsform von 1 bis 3 aus einer zur Visierrichtung leicht verkippten Richtung; und

5: eine seitliche Ansicht einer Vorrichtung gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zusammen mit einer zu vermessenden Brille.

1 zeigt eine Vorrichtung 10 gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. In dieser Ausführungsform umfasst die Vorrichtung 10 einen quaderförmigen Vorrichtungskörper 12. Der Vorrichtungskörper 12 weist eine planare erste Fläche 14 und eine dazu parallele zweite Fläche 16 auf. Die erste Fläche 14 und die zweite Fläche 16 bilden dabei eine Vorderfläche bzw. Rückfläche des Quaders. Wie nachfolgend in den weiteren Figuren noch genauer erkennbar wird, ist beispielsweise in einem Randbereich der ersten Fläche 14 eine erste Meßskala 18 ausgebildet. Der ersten Meßskala 18 gegenüberliegend ist in einem Randbereich der zweiten Fläche 16 eine Visiereinrichtung 20 angeordnet.

Die zweite Fläche 16 bildet zumindest teilweise eine Brillenanlagefläche zum Anlegen einer Brille 22. In dieser Brillenanlagefläche ist eine Stufe ausgebildet, die einen Nasenvorsprung 24 bildet. Dazu ist an den Vorrichtungskörper 12 und insbesondere an die Rückfläche 16 des Vorrichtungskörpers 12 ein Nasensegment 26 angeordnet. In einer bevorzugten Ausführungsform kann das Nasensegment 26 einstückig mit dem Vorrichtungskörper 12 ausgebildet sein. Beim Anlagen der Brille 22 an die Brillenanlagefläche der Vorrichtung 10 greift das Nasensegment 26 in eine Nasenaussparung der Brille 22 ein. Insbesondere lässt sich ein Steg bzw. eine Brücke und/oder eine Nasenpolsterung der Brille 22 an den Nasenvorsprung 24 der Brillenanlagefläche, also an die Stufe in der Brillenanlagefläche anordnen. Die Brillenanlagefläche weist eine Anlagenormalenrichtung DN auf. Wie in 2 dargestellt, weist das Nasensegment 26 in der gezeigten Ausführungsform einen trapezförmigen Querschnitt senkrecht zur Anlagenormalenrichtung DN auf.

Die Brille 22 umfasst eine Brillenfassung 30, deren Fassungsoberkante 32 parallel zu einer Längskante des Vorrichtungskörpers 12 und insbesondere parallel zu einer Oberkante 34 des Vorrichtungskörpers 12 ausgerichtet werden kann.

Wie in 2 dargestellt, umfasst die erste Messskala 18 einen ersten linken Skalenabschnitt 36 zum Anvisieren eines linken Brillenglases und insbesondere eines linken Zentrierpunkts 40 des linken Brillenglases 38 der Brille 22 in zumindest einer Visierrichtung DV der Vorrichtung 10. Außerdem umfasst die erste Messskala 18 einen ersten rechten Skalenabschnitt 42 zum Anvisieren eines rechten Brillenglases 44 und insbesondere eines rechten Zentrierpunkts 46 des rechten Brillenglases 44 der Brille 22 in der Visierrichtung DV. Der erste linke Skalenabschnitt 36 und der erste rechte Skalenabschnitt 42 weisen dabei jeweils eine Skaleneinteilung in Zentimeter und Millimeter auf. Vorzugsweise umfasst zumindest eine der ersten oder zweiten Messskala außerdem eine Skalierungsbeschriftung. Insbesondere umfassen die ersten Skalenabschnitte 36, 42 Skalierungsmarkierungen zur Längen- bzw. Positionsmessung in zumindest einer Meßrichtung DM. Damit lassen sich insbesondere die Positionen und/oder Abstände der Zentrierpunkte 40, 46 der Brille 22 bestimmen. Die Markierungen der ersten Messskala und/oder der Visiereinrichtung sind vorzugsweise in geeigneter Weise durch Aufkleben und/oder Aufdrucken und/oder Eingravieren in bzw. an der ersten bzw. zweiten Fläche 14, 16 angeordnet.

In der gezeigten bevorzugten Ausführungsform umfasst die Visiereinrichtung 20 einen zweiten linken Skalenabschnitt 48 und einen zweiten rechten Skalenabschnitt 50, die jeweils vom ersten linken 36 bzw. rechten Skalenabschnitt 42 um eine in 1 dargestellte Quaderbreite b beabstandet sind. Vorzugsweise sind der zweite linke Skalenabschnitt 48 und der zweite rechte Skalenabschnitt 50 im wesentlichen gleichartig bzw. identisch zum ersten linken Skalenabschnitt 36 bzw. den ersten rechten Skalenabschnitt 42 ausgebildet, d.h. sie weisen vorzugsweise im wesentlichen die gleiche Skalenorientierung, -ausdehnung und/oder -unterteilung auf. Die zweiten Skalenabschnitte 48, 50 sind somit vorzugsweise parallel zu den ersten Skalenabschnitten 36, 42 angeordnet.

In der gezeigten Ausführungsform weist die Vorrichtung 10 eine Symmetrieebene ES derart auf, dass sowohl das Nasensegment 26 als auch die erste Messskala 18 und die Visiereinrichtung 20 symmetrisch bezüglich der Symmetrieebene ES ausgebildet sind. Obwohl in der gezeigten Ausführungsform sowohl die erste Messskala 18 als auch die Visiereinrichtung 20 jeweils zwei getrennte Skalenabschnitte, nämlich jeweils einen linken und einen rechten Skalenabschnitt, aufweisen, können diese Skalenabschnitte in einer anderen bevorzugten Ausführungsform auch direkt aneinander angrenzen und eine durchgehende erste bzw. zweite Meßskala bilden.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform könnte die Visiereinrichtung 20 anstelle einer zur ersten Messskala 18 im wesentlichen gleich ausgebildeten zweiten Messskala oder zusätzlich dazu auch andere bzw. weitere Visiermarkierungen aufweisen. Beispielsweise könnten anstelle einer Millimeterskalierung lediglich Zentimeter-Markierungen und/oder 0,5 cm-Markierungen in den Visiermarkierungsabschnitten 48, 50 vorgesehen sein. Vorzugsweise umfasst die Visiereinrichtung 20 Markierungen, welche mit Markierungen der ersten Meßskala und insbesondere mit Skalierungsstrichen der ersten Meßskala 18 korreliert sind. Dabei wird die Korrelation beim Anvisieren der Brillengläser 38, 44 über die erste Meßskala 18 und die Visiereinrichtung 20 genau dann erkennbar, wenn die Richtung des Anvisierens in einer Visierrichtung DV der Vorrichtung 10 erfolgt. Die Korrelation wird dabei vorzugsweise dadurch erkennbar, dass Markierungen der ersten Messskala mit Markierungen der Visiereinrichtung zumindest teilweise zusammenfallen oder "auf Lücke" stehen.

Insbesondere wenn die Längenmessung bzw. Positionsmessung nur in einer Messrichtung DM erfolgen soll, kann die Vorrichtung eine Vielzahl von Visierrichtungen DV aufweisen, welche vorzugsweise in Ebenen senkrecht zur Messrichtung DM liegen. Diese Visierrichtungen DV bilden dabei Visierebenen, die vorzugsweise parallel zur Symmetrieebene ES sind. Insbesondere könnte sich beispielsweise auch die in 1 dargestellte Anlagenormalenrichtung DN als Visierrichtung der Vorrichtung 10 eignen.

3 und 4 zeigen eine Vorrichtung 10 gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zusammen mit einer Brille 22 während einer Messung der Zentrierpunktpositionen bzw. der Zentrierpunktabstände in der Messrichtung DM für den linken 40 bzw. rechten Zentrierpunkt 46 des linken 38 bzw. rechten Brillenglases 44. 3 zeigt dabei eine Situation in der die Zentrierpunkte 40, 46 genau in einer Visierrichtung DV der Vorrichtung 10 über die erste Messskala 18 und die Visiereinrichtung 20 anvisiert werden. Die Brille 22 ist dabei mit der Brillenfassung 30 im Bereich der Nasenaussparung an den Nasenvorsprung 24 der Vorrichtung 10 angeordnet und die Fassungsoberkante 32 ist parallel zur Vorrichtungslängskante 34 ausgerichtet. Beim Anvisieren des linken Zentrierpunkts 40 des linken Brillenglases 38 über den ersten linken Skalenabschnitt 36 und den zweiten linken Skalenabschnitt 48 in genau einer Visierrichtung DV der Vorrichtung 10 kommen in der gezeigten Ausführungsform die beiden linken Skalenabschnitte 36, 48 genau zur Deckung. Dies gilt analog für den ersten und zweiten rechten Skalenabschnitt 42, 50 beim Anvisieren des rechten Zentrierpunkts 46 des rechten Brillenglases 44 in einer Richtung parallel zur Visierrichtung DV der Vorrichtung 10.

Werden die Zentrierpunkte 40, 46 über eine andere Richtung als eine Visierrichtung DV der Vorrichtung 10 anvisiert, so kommen, wie in 4 dargestellt, die jeweiligen Skalenabschnitte der ersten und zweiten Meßskala nicht zur Deckung. Damit kann bereits während des Messung in einfacher Weise sichergestellt werden, dass das Anvisieren der Messpunkte der Brille 22 genau in einer Richtung parallel zur Visierrichtung DV der Vorrichtung 10 erfolgt. Damit können Parallaxenfehler in der Messung vermieden werden.

5 zeigt eine Vorrichtung zur Bestimmung von Zentrierdaten einer Brille gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. In dieser Ausführungsform umfaßt die Vorrichtung 10 ein Stativ mit einem Stativbein 52 und einem Stativfuß 54. In dieser bevorzugten Ausführungsform ist die Vorrichtung somit als Tischgerät ausgeführt. Dadurch muß ein Bediener nicht mehr die Vorrichtung 10 und die Brillenfassung 30 gleichzeitig halten.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung verbessert somit insbesondere eine parallaxenfreie Vermessung von Zentrierpunkten in Bezug auf die Mittelachse einer Brille. Parallaxenfreiheit wird dabei vorzugsweise durch die Fixierung der Zentrierpunkte mittels zweier transparenter Lineale in Koinzidenz erreicht. Damit ist eine genaue und einfache Kontrolle der Zentrierpunktabstände in der Brille möglich. Die Zentrierpunktabstände entsprechen dabei den Pupillendistanzen bei einem Brillenträger und sind für ein optimales Sehen wichtig.

Somit bietet die Erfindung insbesondere eine Vorrichtung zur parallaxenfreien Vermessung von Zentrierpunkten in Bezug auf die Mittelachse einer Brille. Dazu wird die Vorrichtung zentriert an die Brillenfassung angelegt und gezielt die zuvor markierten Zentrierpunkte der Brille durch beide Lineale anvisiert. Die Abstände der Zentrierpunkte können dann an den Skalen rechts (für die PD rechts) und links (für die PD links) parallaxenfrei abgelesen werden.

10
Vorrichtung
12
Vorrichtungskörper
14
erste Fläche, Vorderfläche
16
zweite Fläche, Rückfläche
18
erste Messskala
20
Visiereinrichtung
22
Brille
24
Nasenvorsprung
26
Nasensegment
28
Fassungsoberkante
30
Brillenfassung
32
Fassungsoberkante
34
Vorrichtungslängskante
36
erster linker Skalenabschnitt
38
linkes Brillenglas
40
linker Zentrierpunkt
42
erster rechter Skalenabschnitt
44
rechtes Brillenglas
46
rechter Zentrierpunkt
48
zweiter linker Skalenabschnitt
50
zweiter rechter Skalenabschnitt
52
Stativbein
54
Stativfuß
DV
Visierrichtung
DM
Messrichtung
DN
Anlagenormalenrichtung
ES
Symmetrieebene
l
Länge
b
Breite


Anspruch[de]
Vorrichtung (10) zur Bestimmung von Zentrierdaten einer Brille (22) umfassend:

– zumindest eine erste Messskala (18) zur Längenmessung in zumindest einer Messrichtung (DM) der Vorrichtung (10), wobei die erste Messskala (18) einen ersten linken Skalenabschnitt (36) und einen ersten rechten Skalenabschnitt (42) zum Anvisieren eines linken Brillenglases (38) bzw. eines rechten Brillenglases (44) der Brille (22) in zumindest einer Visierrichtung (DV) der Vorrichtung (10) umfasst; und

– eine Visiereinrichtung (20) mit zumindest einem linken Visiermarkierungsabschnitt und einem rechten Visiermarkierungsabschnitt, wobei der linke bzw. rechte Visiermarkierungsabschnitt in der Visierrichtung (DV) jeweils von dem ersten linken bzw. ersten rechten Skalenabschnitt (36, 42) beabstandet ist und in Projektion parallel zur Visierrichtung (DV) zumindest teilweise mit dem ersten linken bzw. ersten rechten Skalenabschnitt (36, 42) überlappt.
Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Visiereinrichtung (20) eine zweite Messskala mit einem zweiten linken Skalenabschnitt (48) und einem zweiten rechten Skalenabschnitt (50) umfasst, wobei der zweite linke bzw. der zweite rechte Skalenabschnitt (48, 50) den linken bzw. rechten Visiermarkierungsabschnitt umfasst. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Vorrichtung (10) einen zumindest teilweise für sichtbares Licht transparenten Vorrichtungskörper (12) mit einer zumindest bereichsweise im wesentlichen planaren ersten Fläche (14) und einer zumindest bereichsweise im wesentlichen planaren zweiten Fläche (16) umfasst, wobei die erste Messskala (18) an der ersten Fläche (14) und der rechte und linke Visiermarkierungsabschnitt an der zweiten Fläche (16) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 3, wobei die erste Fläche (14) zumindest bereichsweise parallel zur zweiten Fläche (16) angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 4, wobei der Vorrichtungskörper (12) im wesentlichen einen Quader bildet, dessen Quaderlänge (l) sich in Messrichtung (DM) erstreckt und dessen Quaderbreite (b) den Abstand zwischen der ersten Fläche (14) und der zweiten Fläche (16) festlegt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei die erste und zweite Fläche (14, 16) einen gegenseitigen Abstand im Bereich zwischen 2 mm und 50 mm vorzugsweise zwischen 5 mm und 20 mm am meisten bevorzugt etwa 10 mm aufweisen. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die erste und/oder zweite Messskala eine Millimeterskala umfasst. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, welche eine Brillenanlagefläche umfasst, in der ein Nasenvorsprung (24) zum zentrierten Anlegen einer Nasenaussparung der Brille (22) ausgebildet ist. Vorrichtung nach Anspruch 8, wobei die Brillenanlagefläche eine Anlagenormalenrichtung (DN) aufweist und der Nasenvorsprung (24) von einem Nasensegment (26) gebildet wird, das einen trapezförmigen oder kreisabschnittsförmigen Querschnitt senkrecht zur Anlagenormalenrichtung (DN) aufweist. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, welche eine Symmetrieebene (ES) derart aufweist, dass der erste linke Skalenabschnitt (36) und der linke Visiermarkierungsabschnitt bezüglich der Symmetrieebene (ES) symmetrisch zum ersten rechten Skalenabschnitt (42) bzw. zum rechten Visiermarkierungsabschnitt ausgebildet ist und/oder der Nasenvorsprung (24) und/oder das Nasensegment (26) symmetrisch zur Symmetrieebene (ES) ist. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, welche ein Stativ mit zumindest einem Stativbein (52) und zumindest einem Stativfuß (54) umfasst.






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