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Dokumentenidentifikation DE69931245T2 11.01.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001055698
Titel Verstreckte Polyester-Schaumstoffplatten sowie derart hergestellte Behälter
Anmelder Cobarr S.p.A., Anagni, Frosinone, IT
Erfinder Al Ghatta, Hussein, 03014 Fiuggi (Frosinone), IT;
Cobror, Sandro, 86077 Pozzilli (Isernia), IT;
Severini, Tonino, 00034 Colleferro (Roma), IT
Vertreter Weickmann & Weickmann, 81679 München
DE-Aktenzeichen 69931245
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 27.12.1999
EP-Aktenzeichen 991259516
EP-Offenlegungsdatum 29.11.2000
EP date of grant 10.05.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.01.2007
IPC-Hauptklasse C08J 9/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse B65D 1/28(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   B32B 27/36(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   
IPC additional class C08L 67/02  (2006.01)  A,  L,  N,  20051017,  B,  H,  EP

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft verstreckte Polyesterharz-Schaumstoffplatten, die heißsiegelbar und für die Herstellung von Getränke- und Lebensmittelbehältern geeignet sind und in welche durch Pressen ein Muster gestanzt werden kann, aus dem durch Falten die Form des Behälters herausgebildet werden kann.

Die Erfindung umfasst die Behälter, die aus einer solchen Platte erhalten werden. Sie betrifft insbesondere verstreckte Platten, die Gasbarriereeigenschaften aufweisen, welche für die Herstellung von Behältern für Getränke wie z.B. Fruchtsäfte, Milch von mittlerer Haltbarkeit, Tee und ähnliches geeignet sind.

Die Materialien, die bisher zur Herstellung von Getränke- und Lebensmittelbehältern, wie z.B. Behältern für Fruchtsäfte, Milch oder anderes, verwendet wurden, umfassen im Wesentlichen eine funktionelle Schicht aus Karton, welche dem Behälter mechanische Eigenschaften, insbesondere Steifheit, verleiht, und in manchen Fällen eine an den Karton angeklebte dünne Schicht aus Aluminiumblech; welche auf der mit dem Getränk oder Lebensmittel in Kontakt geratenden Seite mit einer Polyethylenfolie oder einem ähnlichen Polymermaterial überzogen ist.

Behälter, die mit solchen Mehrschichtmaterialien hergestellt wurden, sind aufgrund der unterschiedlichen chemischen Beschaffenheit der verschiedenen Schichten schwierig wiederzuverwerten.

Die Wiederverwertbarkeit des einen Lebensmittel- oder Getränkebehälter bildenden Materials ist eine höchst wichtige Voraussetzung sowohl vom Standpunkt der Einsparungen, die durch eine Wiederverwertung ermöglicht werden, als auch von einem ökologischen Gesichtspunkt aus betrachtet.

Die Möglichkeit, ein wiederverwertbares Material zu haben, ist auf dem Gebiet ein äußerst wichtiges Thema.

Aus Polymermaterialien hergestellte Behälter für Getränke und Flüssigkeiten existieren, bieten jedoch keine Festigkeitseigenschaften, die mit jenen aus Karton vergleichbar wären, und erweisen sich aus diesem Grund als nicht geeignet für die Herstellung von steifen Behältern. Die Behälter, die durch solche Materialien erhalten werden, sind in der Klasse der kleinen Säcke (Beutel) zusammengefasst.

Der Versuch, unter Verwendung von Polymermaterialien Behälter mit der notwendigen Steifheit zu erhalten, ist bisher fehlgeschlagen.

Die Steifheit der Behälter ist eine Funktion der Dicke der Wand und verändert sich genauer gesagt mit der dritten Potenz der Wanddicke.

Die Verwendung eines Polymermaterials, wie z.B. von Polyolefinen, für die Herstellung von Behältern mit ausreichender Steifheit würde eine Dicke voraussetzen, die nicht wirtschaftlich ist und darüber hinaus aufgrund der Schwierigkeiten, die sich in der Phase des Verschließens des Behälters beim Falten ergeben, nicht verarbeitbar ist.

Ein anderes Material wie z.B. geschäumtes Polystyrol ist aufgrund seiner Zerbrechlichkeit, wenn es zu dünnen Schichten geformt wird, nicht einsetzbar.

Aus der Patentliteratur (USP 5,000,991) sind steife Laminate bekannt, die zur Herstellung von thermogeformten Behältern für Esswaren verwendet werden, welche aus einer Platte aus Polyesterschaumstoffmaterial und einer Folie von derselben Beschaffenheit wie die Platte oder aus einem anderen Polymermaterial gebildet werden. Aus der EP-A-836937 sind halbsteife Laminate mit einer Dicke von 0,5 bis 1,5 mm bekannt, welche eine Schicht aus Polyesterharzschaumstoff mit einer Dichte von 0,7 bis 1 g/cm3 umfassen, an der eine Schicht mit Gasbarriereeigenschaften angeklebt ist, die aus einem Polymermaterial gefertigt ist, das sich von jenem der Schicht aus Polyesterschaumstoff unterscheidet.

Die Laminate werden für die Herstellung von Verpackungsgegenständen durch Thermoformung verwendet.

Materialien, die eine Schicht aus Polyesterschaumstoff umfassen, der gefalzt werden kann, um durch Falten gemäß dem auf das Material gepressten Muster die Form des Behälters zu bilden, sind in der Patentliteratur nicht bekannt.

Die Fähigkeit eines einlagigen oder mehrlagigen Polymerschaumstoffmaterials, ein Muster eingefalzt zu bekommen, welches bestimmt ist, durch Falten die Form eines Behälters auszubilden, und die Faltfähigkeit des Materials gemäß einem solchen Muster bilden unverzichtbare Bedingungen für die Herstellung von Getränke- und Lebensmittelbehältern bei Anwendung der Falz- und Falttechnik.

Ein Material ist zum Falzen geeignet, wenn das ihm aufgepresste Muster über die Zeit hinweg stabil bleibt und wenn beim Stanzen eines solchen Musters kein Bruch auftritt, welcher die Möglichkeit eines Faltens des Materials beeinträchtigen könnte.

Überdies muss das Material heißsiegelbar sein, um das Verschließen des Behälters zu ermöglichen.

Es wurden nun unerwarteterweise aromatische Polyesterharz-Schaumstoffplatten gefunden, welche für die Herstellung von Getränke- und Lebensmittelbehältern geeignet sind, wobei sie die obenstehend erwähnten Falzbedingungen erfüllen, und welche eine Steifheit, die für das Ersetzen von Karton ausreichend ist, und eine hohe Stoßfestigkeit aufweisen.

Die erfindungsgemäßen Platten sind monoaxial oder biaxial verstreckte Schaumstoff platten, weisen eine solche Kristallisationsgeschwindigkeit des Harzes auf, dass die Kristallinität bei 5-minütigem Erhitzen bei 120°C 15% nicht übersteigt, und haben ein Muster aufgepresst, aus dem durch Falten ein Behälter ausgebildet werden kann.

Das zur Herstellung der verstreckten Schaumstoffplatten vorzugsweise verwendete Polyesterharz ist ein Copolyethylenterephthalat, bei dem 2 bis 20 Mol% Terephthalsäureeinheiten durch von Isophthal- und/oder Naphthalindicarbonsäuren abgeleitete Einheiten ersetzt sind.

Vorzugsweise umfasst das Copolyethylenterephthalat 4 bis 10% von Isophthalsäure abgeleitete Einheiten.

Die innere Viskosität des Harzes ist höher als 0,8 dl/g (gemessen bei 25°C in einer 60/40-Gewichtsprozent-Lösung von Phenol und Tetrachlorethan gemäß ASTM D 4603-86).

Die Schmelzfestigkeit ist bei 280°C höher als 1 cN und beträgt vorzugsweise 10 bis 100 cN, und die Schmelzviskosität beträgt bei 280°C zumindest 1200 Pa·s, extrapoliert auf eine Nullscherrate von vorzugsweise 2000-20.000 Pa·s.

Vorzugsweise wird das Harz erhalten, indem das Harz mit einer I.V. von weniger als etwa 0,7-0,75 dl/g bei einer Temperatur von 160°C bis 210°C verbessert wird, wobei der Arbeitsvorgang in Gegenwart eines Dianhydrids einer aromatischen Tetracarbonsäure, vorzugsweise in Gegenwart von Pyromellithsäuredianhydrid, das in einer Menge von 0,04 bis 2 Gew.% verwendet wird, erfolgt. Die Herstellung der Schaumstoffplatten erfolgt gemäß bekannten Verfahren.

Ein bevorzugtes Verfahren ist in der USP 5.362.763 geoffenbart.

Die Schmelzfestigkeit und die Schmelzviskosität werden gemäß den nachstehend detailliert dargelegten Verfahren gemessen.

Die Schmelzfestigkeit des die Platte bildenden Harzes weist Werte auf, die geringer sind als jene des Harzes, das zur Herstellung der Platte verwendet wird.

Die verstreckten Schaumstoffplatten der vorliegenden Erfindung werden durch Verstrecken von Schaumstoffplatten, die eine Schüttdichte von 50 bis 700 kg/m3, vorzugsweise von 60 bis 500 kg/m3 und noch bevorzugter von 200 bis 400 kg/m3, und eine Dicke von 0,5 bis 5 aufweisen, gemäß bekannten Verfahren erhalten.

Die Dicke der verstreckten Platten verringert sich in Abhängigkeit von dem angewandten Streckverhältnis und reicht im Allgemeinen von 0,2 bis 3 mm, vorzugsweise von 0,6 bis 1,2 mm.

Die Dichte der biaxial orientierten Platten ist im Allgemeinen höher als jene der Platten vor dem Verstrecken.

Die Dichte nimmt ab, wenn das verwendete Schaumerzeugungsmittel ein flüssiger Kohlenwasserstoff ist.

Die monoxial verstreckten Platten haben eine Dichte, die geringer als vor dem Verstrecken ist (die geringere Dichte beruht auf dem unterschiedlichen Apparat, der für das monoxiale Verstrecken verwendet wird und sich von jenem unterscheidet, der beim biaxialen Verstrecken verwendet wird).

Das sowohl beim monoaxialen als auch beim biaxialen Verstrecken anwendbare Streckverhältnis reicht von 1,1:1 bis 5:1.

Im Falle der monoaxial verstreckten Platten reicht ein Streckverhältnis von 1,2:1 aus, um die gewünschten mechanischen Eigenschaften, insbesondere die erhöhte Stoßfestigkeit, zu verleihen.

Die mit der niedrigen Dichte kombinierten guten Stoßeigenschaften machen die monoaxial verstreckten Platten besonders geeignet für die Herstellung von Behältern für Getränke und Lebensmittel.

Das biaxiale Verstrecken (in Richtung der Maschine und quer dazu) kann gleichzeitig oder aufeinanderfolgend durchgeführt werden.

Die Strecktemperatur beträgt im Allgemeinen 80°C bis 120°C.

Die Verweilzeit reicht von wenigen Sekunden bis 60 oder mehr Sekunden.

Das monoaxiale Verstrecken kann mit einer Reihe von Walzen durchgeführt werden, die bei 95°C-110°C erhitzt werden und sich mit verschiedenen Umfangsgeschwindigkeiten drehen.

Das monoaxiale Verstrecken kann in Richtung der Maschine oder quer dazu durchgeführt werden.

In vielen Fällen ist es zweckmäßig, die verstreckten Platten bei Temperaturen, die im Allgemeinen 160°C bis 220°C betragen, einer Thermofixierung zu unterziehen.

Die Thermofixierung hat die Wirkung, die Platten dimensional zu stabilisieren (die Schrumpfung ist auffallend reduziert) und die mechanischen Eigenschaften zu verbessern.

Mit dem Ziel, die Gasbarriereeigenschaften der Schaumstoffplatte zu verbessern, kann diese mit einer Polyesterharzfolie oder mit einem anderen Material, das Gasbarriereeigenschaften aufweist, überzogen werden.

Falls die Platte mit einer Polyesterfolie bedeckt ist, werden die Barriereeigenschaften der letzteren dadurch verliehen, dass die Folie einer Oberflächenbehandlung unterzogen wird, welche ihr Barriereeigenschaften verleiht, oder durch das Auftragen von Materialien mit Barriereeigenschaften wie z.B. Aluminium und Aluminium- und Siliciumoxiden (Al2O3 und SiOx).

Eine repräsentative Oberflächenbehandlung besteht im Lackieren der Folie mit einer Schicht aus Lithium- oder Kaliumpolysilikat. Die Behandlung ermöglicht die Verwirklichung sehr langsamer Sauerstoffdurchlässigkeitsraten, die 0,3 ml/m2/24h/atm oder weniger betragen können.

Das Auftragen von Schichten aus Aluminium und Al- und/oder Si-Oxiden wird gemäß bekannten Verfahren durchgeführt.

Die Oberflächenbehandlungen und die Ablagerung von Barrierematerialien werden in einer solchen Weise ausgewählt und durchgeführt, um der Polyesterfolie Sauerstoffdurchlässigkeitseigenschaften zu verleihen, die im Allgemeinen niedriger als 70 ml/m2/24h/atm sind (ASTM 1434). Im Falle einer mit Al metallisierten oder mit Al- und/oder Si-Oxiden beschichteten Folie kann die Sauerstoffdurchlässigkeitsrate auf Werte unter 0,3 ml/m2/24h/atm gesenkt werden. Werte unter 10 ml/m2/24h/atm werden bevorzugt.

Mit Aluminium metallisierte Polyesterfolien sind unter dem Namen Nu Roll bei Nurol S.p.A. kommerziell erhältlich (Nu Roll ist eine eingetragene Marke von Nurol S.p.A.).

Falls eine Folie mit Barriereeigenschaften an der Platte anhaftet, ist die unbehandelte Seite dieser Folie jene, die mit dem Getränk oder Lebensmittel im Inneren des Behältern in Kontakt gerät.

Es ist auch möglich, und dies hängt von den verschiedenen Anforderungen wie z.B. dem Bedrucken mit Druckfarben oder etwas anderem ab, eine Folie, die den obenstehenden Anforderungen entspricht, als Außenschicht zu verwenden, wobei die Schaumstoffplatte, an welcher die Folie anhaftet, die Innenschicht ist.

Das Ankleben der Folie mit Barriereeigenschaften oder einer anderen Folie an der Schaumstoffplatte kann gemäß bekannten Verfahren durch Leimen oder Thermolaminierung oder durch Coextrusion erfolgen.

Es ist auch möglich, die Polyesterschaumstoffplatte mit einer Schicht aus einem heißsiegelbaren Polymer, das sich vom Polyesterharz unterscheidet, zu bedecken.

Die Steifheit der verstreckten Schaumstoffplatten hängt von ihrer Dicke ab: sie nimmt (nicht proportional) mit der Dicke zu. Die Verwendung anorganischer Füllstoffe (verwendbar bis zu etwa 20 Gew.%) ermöglicht eine Erhöhung der Plattensteifheit. Beispiele für Füllstoffe sind Siliciumdioxid, Aluminiumoxid, Titandioxid, Calciumcarbonat und ähnliches.

Die Herstellung der Behälter erfolgt gemäß bekannten Verfahren durch Falten nach einem durch Falzen auf die Platte gepressten Muster, welches bestimmt ist, die Form des Behälters auszubilden.

Die Behälter können gemäß ihrem Einsatzzweck verschiedene Formen und Volumen haben. Würfelförmige, längliche oder pyramidenartige Formen können verwendet werden. Im Allgemeinen beträgt das Volumen der Behälter für Getränke und Fruchsäfte zwischen 0,2 und 2 Litern.

Die Oberflächeneigenschaften der verstreckten Schaumstoffplatten machen diese für eine leichte Färbbarkeit geeignet.

Die hohe Stoßfestigkeit der verstreckten Platten macht die Behälter für die Verwendung unter Bedingungen geeignet, bei denen die Stoßfestigkeit eine erforderliche Eigenschaft ist.

Das zur Herstellung von erfindungsgemäßen verstreckten Schaumstoffplatten verwendete Polyesterharz, das die obenstehend dargelegten Eigenschaften aufweist, ist durch Polykondensation einer aromatischen Bicarbonsäure, vorzugsweise Terephthalsäure, mit einem Diol von 2-12 Kohlenstoffatomen, wie z.B. Ethylenglycol, 1,4-Butandiol, oder durch Umesterung eines Dimethylesters der aromatischen Bicarbonsäure mit einem Diol und Polykondensation des Hydroxyesters erhältlich.

Vorzugsweise ist das Harz aus den Polyethylenterephthalatcopolymeren ausgewählt, bei denen bis zu 20 Mol% von Terephthalsäure abgeleitete Einheiten durch von Isophthalsäure und/oder Naphthalindicarbonsäure abgeleitete Einheiten ersetzt sind.

Das für die Herstellung der verstreckten Schaumstoffplatten verwendete Harz kann mit 1-10 Gew.% Polyamid vermischt werden.

Um den Schaumstoffplatten biologische Abbaubarkeit und/oder Kompostierbarkeit zu verleihen, wird das zur Herstellung der Platten verwendete Polyesterharz mit 10-35 Gew.% biologisch abbaubarem aliphatischem Polyesterharz vermischt, und die Mischung wird in Gegenwart eines vorzugsweise aromatischen Tetracarbonsäuredianhydrids einer Festphasen-Polyadditionsreaktion unterzogen.

Pyromellithsäureanhydrid ist das bevorzugte Dianhydrid und wird in einer Menge von 0,05 bis 2 Gew.%, bezogen auf die Gesamtmenge an Harz, verwendet.

Die Festphasen-Polyadditionsreaktion wird bei einer Temperatur von etwa 150 bis 220°C durchgeführt, und zwar für Zeiträume und mit einer Dianhydridkonzentration, die ausreichen, um innere Viskositätswerte des Harzes zu erhalten, die höher als 0,7 dl/g sind (Viskosität, gemessen bei 25°C in einer 60/40-Gewichtsprozent-Mischung von Phenol und Tetrachlorethan), sowie Schmelzfestigkeitswerte, die hoch genug sind, um ein Schäumen des Harzes zu ermöglichen.

Die innere Viskosität beträgt im Allgemeinen zwischen 0,8 und 1,2 dl/g.

Geeignete Schmelzfestigkeitswerte sind höher als 8 Centinewton und vorzugsweise höher als 20 Centinewton.

Das aliphatische Polyesterharz wird durch Polykondensation einer Hydroxysäure mit 2-22 Kohlenstoffatomen oder ihres Lactons oder Lactids erhalten, oder durch Polykondensation einer aliphatischen Bicarbonsäure mit 2-22 Kohlenstoffatomen mit einem aliphatischen oder aromatischen Diol mit 2-22 Kohlenstoffatomen. Polycaprolacton ist der bevorzugte Polyester. Die obenstehenden Polyester weisen die Eigenschaft auf, biologisch abbaubar zu sein.

MESSVERFAHREN

Die rheologischen Messungen werden unter Verwendung eines Goeffert-Rheometers bei 280°C gemäß ASTM D 3835 durchgeführt.

Die Schmelzfestigkeit wird bestimmt, indem die Kraft, die zum Verstrecken des aus der Kapillare eines Goeffert-Rheometers 2002 extrudierten Materials notwendig ist, in cN gemessen wird.

Für die Bestimmung wird ein Rheotens-Apparat am Ausgang einer Kapillare eines Goeffert-Rheometers 2002 angebracht.

Die Extrusionsbedingungen sind wie folgt: Geschwindigkeit der Kolben 0,2 mm/sec Düsendurchmesser 2 mm Länge der Kapillare 30 mm Testtemperatur 280°C Eingesetzte Beschleunigung 2,4 cm/sec2

Jeder Test wird zweimal wiederholt, und bei dem angegebenen Wert handelt es sich um den Mittelwert der beiden Ergebnisse.

Die Kristallinität wird gemäß dem ATR-Verfahren (alternierende Totalreflexion) aus dem Verhältnis zwischen trans- und gauche-Konfiguration gemessen. Das ATR-Instrument wurde an einem Perkin Modell 2000 FT-IR angebracht. Die Absorption bei 1410 cm–1 wurde als Referenzbande eingesetzt.

Die nachfolgenden Beispiele sind dazu vorgesehen, die Erfindung zu veranschaulichen, aber nicht einzuschränken.

BEISPIEL 1

In eine monoaxial verstreckte (Streckverhältnis von 1,1:1) Platte aus geschäumtem COPET (Copolyethylenterephthalat, enthaltend 4 Gew.% Isophthalsäure) mit einer solchen Kristallisationsgeschwindigkeit, dass die Kristallinität bei einem 5-minütigen Erhitzen bei 120°C 15% nicht übersteigt, einer Dicke von 0,7 mm und einer Dichte von 375 kg/m3 wird ein Muster gefalzt, das dazu geeignet ist, nach dem Falten einen Behälter in Parallelepipedform auszubilden.

Die verstreckte Platte wurde aus einer Schaumstoffplatte mit einer Dichte von 450 kg/m3, einer Dicke von 1,1 mm und einem mittleren Durchmesser der Zellen von 300 Mikrometern sowie einem Kristallinitätsanteil von 8% erhalten.

Die unter Verwendung eines Franctovis-Ceast-Stoßapparats bestimmte Gesamt schlagenergie betrug 0,41 J; die Energie betrug nach dem Verstrecken (Streckverhältnis von 1,2:1) 0,59 J.

Die Schaumstoffplatten wurden aus COPET mit einer Schmelzfestigkeit von 150 cN bei 280°C, einer Schmelzviskosität von 1800 PAS bei 300°C und 10 rad/Sekunde und einer inneren Viskosität von 1,24 dl/g erhalten und durch Verbesserung des COPET mit einer I.V. von 0,7 dl/g bei 210°C in Gegenwart von 0,4 Gew.% Pyromellithsäuredianhydrid hergestellt.

Der Behälter wird durch Heißsiegeln verschlossen. Der Verschluss wird hermetisch abgedichtet und ist durch Aufreißen oder Aufschneiden oder durch andere Verfahren leicht zu öffnen.

BEISPIEL 2

Eine monoaxiale Schaumstoffplatte mit den in Beispiel 1 angeführten charakteristischen Eigenschaften wird unter Verwendung eines Klebstoffs, der mit der Wiederverwertbarkeit des Behälters vereinbar ist, an einer metallisierten Nu Roll-Folie von Nurol S.p.A. mit einer Dicke von 15 Mikrometern angebracht.

Die Platte wird zur Herstellung von Behältern für Flüssigkeiten verwendet.

BEISPIEL 3

Eine biaxial verstreckte Schaumstoffplatte (Streckverhältnis von 3:1 in beiden Richtungen), die aus einer Schaumstoffplatte erhalten wird, welche aus Copolyethylenterephthalat, enthaltend 4% Isophthalsäureeinheiten, hergestellt wird, die mit 10 Gew.% Polycaprolacton UC PCL 787 von Union Carbide vermischt und danach einer Festphasen-Polyaddition bei 180°C unterzogen wird, bis eine innere Viskosität von 0,85 dl/g erhalten wird, die eine Dicke von 1,2 mm, eine Dichte von 180 kg/m3 und eine solche Kristallisationsgeschwindigkeit des Harzes aufweist, dass die Kristallinität bei einem 5-minütigen Erhitzen bei 120°C keine Werte höher als 15% erreicht, wird gemäß einem Muster gepresst, dass dazu bestimmt ist, durch Falzen einen Behälter in Parallelepipedform auszubilden.

Die gefalzte Platte wird zur Herstellung von Behältern für Milch von mittlerer Haltbarkeit und für Fruchtsäfte verwendet.

Die Behälter werden durch Heißsiegeln verschlossen. Der Verschluss wird luftdicht gehalten und ist durch Aufreißen, Aufschneiden oder durch andere Verfahren leicht zu öffnen. Die Behälter, die unter den normalen, bei Kompostierverfahren angewandten Betriebsbedingungen einer Kompostierung unterzogen werden, erweisen sich als kompostierbar.

BEISPIEL 4

Eine PET-Schaumstoffplatte mit den charakteristischen Eigenschaften des Beispiels 3 wird durch Leimen mit einem Klebstoff, der mit der Wiederverwertbarkeit des Behälters vereinbar ist, an einer metallisierten Nu Roll-Folie von Nurol S.p.A. mit einer Dicke von 15 Mikrometern angebracht.

Die Platte wird zur Herstellung von Behältern für Flüssigkeiten verwendet, welche Barriereeigenschaften aufweisen.


Anspruch[de]
Mono- oder biaxial verstreckte Schaumstoffplatte aus einem aromatischen Polyesterharz, welche für die Herstellung von Getränke- und Lebensmittelbehältern geeignet ist, eine Dichte von 50 bis 700 kg/m3 aufweist und auf der ein Muster aufgepresst ist, aus dem durch Falten ein Behälter ausgebildet werden kann, wobei die Kristallisationsgeschwindigkeit des die Platte bildenden Harzes solcherart ist, dass die Kristallinität bei 5-minütigem Erhitzen der Platte bei 120°C 15% nicht übersteigt. Platte gemäß Anspruch 1, wobei die Platte aus einem Copolyethylenterephthalat erhalten ist, welches 2 bis 20 Mol% von Isophthalsäure und/oder Naphthalindicarbonsäuren abgeleitete Einheiten enthält. Platte gemäß den Ansprüchen 1 und 2, wobei die Platte in einem Verhältnis von 1,1 bis 5:1 verstreckt ist. Platte gemäß den Ansprüchen 1 bis 3, wobei das Polyesterharz eine Schmelzfestigkeit von mehr als 1 cN, gemessen bei 280°C, und eine innere Viskosität von 0,8 bis 1,2 dl/g aufweist. Platte gemäß den Ansprüchen 1 bis 4, wobei das Polyesterharz mit 1 bis 10 Gew.% Polyamid vermischt ist. Platte gemäß den Ansprüchen 1 bis 5, wobei eine Polyesterfolie angeklebt ist, welche Polyesterfolie eine Sauerstoffdurchlässigkeitsrate unter 70 ml/m2/24h/atm aufweist (Messung gemäß ASTM 1434). Platte gemäß Anspruch 6, wobei die Polyesterfolie mit Aluminium metallisiert oder mit einer Schicht aus Aluminium- oder Siliciumoxid oder mit Kalium- oder Lithiumpolysilikaten überzogen ist. Platte gemäß den Ansprüchen 1 bis 5, wobei eine Folie mit Gasbarriereeigenschaften durch Verwendung von Klebstoffen oder durch Thermolaminierung an der verstreckten Schaumstoffplatte haftend gemacht wird. Platte gemäß den Ansprüchen 1 bis 8, wobei die Schaumstoffplatte vor dem Verstrecken eine Dichte im Bereich zwischen 60 und 500 kg/m3 aufweist. Platte gemäß Anspruch 9, wobei die Schaumstoffplatte vor dem Verstrecken eine Dichte von 200 bis 400 kg/m3 aufweist. Platte gemäß den Ansprüchen 1 bis 10, welche eine Dicke von 0,2 bis 3 mm aufweist. Platte gemäß Anspruch 11, welche eine Dicke von 0,6 bis 1,2 mm aufweist. Platte gemäß den Ansprüchen 1 und 11, umfassend einen anorganischen Füllstoff Platte gemäß den Ansprüchen 1 und 13, erhalten aus einem aromatischen Polyesterharz, gemischt mit 10-35 Gew.% aliphatischem Polyesterharz. Platte gemäß den Ansprüchen 1 bis 14, welche monoaxial verstreckt ist. Getränke- oder Lebensmittelbehälter, welcher aus den Platten gemäß den Ansprüchen 1 bis 15 hergestellt ist. Behälter gemäß Anspruch 16, welcher einen durch Heißsiegeln geschaffenen Verschluss aufweist. Behälter für Fruchtsäfte oder sterilisierte Milch, welcher unter Verwendung einer Platte gemäß den Ansprüchen 1 bis 17 gefertigt wird, wobei eine Folie dazu gebracht wird, an dieser zu haften, welche Folie Sauerstoffbarriereeigenschaften aufweist, die Durchdringungsrate-Werten von weniger als 70 ml/m2/24h/atm entsprechen. Behälter gemäß Anspruch 18, wobei die an der Platte anhaftende Folie eine Sauerstoffdurchlässigkeitsrate von weniger als 10 ml/m2/24h/atm aufweist.






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