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Dokumentenidentifikation DE102005033200A1 18.01.2007
Titel Einrichtung und Verfahren zum Reinigen und Nachschneiden von Gewinden in Überwurfmuttern
Anmelder Sagmeister, Simon, 82441 Ohlstadt, DE
Erfinder Sagmeister, Simon, 82441 Ohlstadt, DE
Vertreter Mangold, E., Dipl.-Phys.Univ., Pat.-Anw., 82441 Ohlstadt
DE-Anmeldedatum 13.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005033200
Offenlegungstag 18.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.2007
IPC-Hauptklasse B23G 9/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Beschrieben wird eine Einrichtung zum Reinigen und/oder Nachschneiden eines Gewindes einer Überwurfmutter (13), die über eine Leitung (10) gesteckt und von dieser nicht zu entfernen ist, ohne die Leitung (10) oder die Überwurfmutter (13) zu beschädigen. Die Einrichtung hat einen Grundkörper (1), der einen ersten Teilabschnitt (2) umfasst, an dem ein an das Gewinde (13) der Überwurfmutter (13) angepasstes Reinigungs- und/oder Schneidegewinde (6) angebracht ist und der eine innerhalb des Reinigungs- und/oder Schneidegewindes (6) und parallel zur Längsrichtung der Einrichtung (A) verlaufende Bohrung (9) aufweist, in die ein Endstück (16) der Leitung (10) einführbar ist. Die Einrichtung wird insbesondere zur Verwendung bei Reparaturarbeiten an Anlagen, Maschinen und insbesondere Kraftfahrzeugen vorgeschlagen und kann auch als Set mit Zubehör ausgeführt sein.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung und ein Verfahren zum Reinigen und Nachschneiden von Gewinden in Überwurfmuttern, die über eine Leitung gesteckt und von dieser nicht zu entfernen ist ohne die Leitung oder die Überwurfmutter zu beschädigen. Die Anforderung, Gewinde in Überwurfmuttern zu reinigen und nachzuschneiden besteht insbesondere bei der Reparatur von Anlagen, Maschinen, Aggregaten und Kraftfahrzeugen. Überwurfmuttern sind dabei häufig vorzufinden, wenn Leitungen verschiedene Aggregate wie zum Beispiel Hydraulik-Aggregate, Wärme- und/oder Kälteaggregate, Kühlaggregate oder dergleichen miteinander verbinden. Die Überwurfmuttern können beispielsweise durch lange Standzeit oder hohe Beanspruchung wie zum Beispiel Streusalzeinwirkung bei Kraftfahrzeugen verschmutzt sein und in ungünstigen Fällen derart fest sitzen, dass ihr Innengewinde bei der Demontage beschädigt wird. Derartige Beschädigungen oder Verschmutzungen treten besonders häufig auf, wenn die Überwurfmutter, ihr Innengewinde und/oder das Gegengewinde aus verhältnismäßig weichem Material wie zum Beispiel Aluminium besteht.

In Leitungen und Schläuchen der oben genannten Art sind die Überwurfmuttern häufig derart gelagert, dass diese zwar schraubbar und längs der Leitung zumindest über einen gewissen Bereich verschiebbar sind, aber durch entsprechende leitungs- bzw. schlauchseitige Maßnahmen derart gesichert sind, dass sie nicht vollständig von der Leitung bzw. dem Schlauch abgezogen werden können. Dies erleichtert zwar die Montage einer neuen Leitung bzw. eines neuen Schlauches, hat jedoch zur Folge, dass bei beschädigtem Innengewinde der Überwurtmutter die vollständige Leitung der komplette Schlauch ausgetauscht werden muss. Eine Reparatur des Gewindes ist mit herkömmlichen Mitteln nämlich nicht möglich, weil die mittig in der Überwurfmutter verlaufende Leitung den Einsatz herkömmlicher Einrichtungen zum Nachschneiden von Gewinden nicht ermöglicht.

Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Einrichtung und ein Verfahren anzugeben, mit denen ein verunreinigtes oder beschädigtes Gewinde einer Überwurfmutter, die über eine Leitung gesteckt und von dieser nicht zu entfernen ist ohne die Leitung oder die Überwurfmutter zu beschädigen, reinigbar bzw. nachschneidbar ist.

Diese Aufgabe wird durch die in den unabhängigen Ansprüchen angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, zum Reinigen und/oder Nachschneiden eines Gewindes einer Überwurfmutter, die über eine Leitung gesteckt und von dieser nicht zu entfernen ist ohne die Leitung oder die Überwurfmutter zu beschädigen eine Einrichtung vorgeschlagen, die einen Grundkörper umfasst, der an einem ersten Ende einen ersten Teilabschnitt umfasst, an dem ein an das Gewinde der Überwurfmutter angepasstes Reinigungs- und/oder Schneidegewinde angebracht ist und der eine innerhalb des Gewindes und parallel zur Gewinderichtung verlaufende Bohrung aufweist, in die ein Endstück der Leitung einführbar ist. Die Überwurfmutter ist dabei insbesondere schraubbar, aber nur über eine beschränkte Länge entlang der Leitung beweglich und im übrigen fest mit der Leitung verbunden.

Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass durch Vorsehen einer entsprechenden Bohrung in dem ersten Teilabschnitt ermöglicht wird, dass die Leitung darin eingeführt werden kann und somit das Reinigungs- bzw. Schneidegewinde in die Überwurfmutter eindringen kann. Eine weitere Leistung der Erfindung besteht darin, dass sich nicht damit zufrieden gegeben wurde, an sich intakte Leitungen entsorgen zu müssen, wenn lediglich das Gewinde einer Überwurfmutter des Leitungssatzes defekt ist.

Mit der Erfindung wird es einerseits möglich, derart defekte Leitungssätze nachträglich ohne großen Aufwand zu reparieren. Weiterhin ist es insbesondere möglich, einen derartigen Leitungssatz vor Ort im teilweise eingebauten Zustand zu reparieren, in welchem die Leitung lediglich an einem ihrer Enden demontiert und am anderen noch montiert ist. Mit der Erfindung werden somit nicht noch nicht nur Materialkosten bei der Reparatur sondern auch Arbeitszeitkosten für Ein- und Ausbau eingespart.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind im ersten Teilabschnitt entlang des Reinigungs- und/oder Schneidegewindes Vertiefungen vorgesehen, die abgehobenes und/oder entferntes Material aus der Überwurfmutter aufnehmen können.

Der Grundkörper und/oder das Reinigungs- und/oder Schneidegewinde bestehen vorzugsweise aus härterem Material als das Innengewinde der Überwurfmutter, vorzugsweise aus Stahl bzw. aus gehärtetem Stahl.

Um die Aufnahme von abgehobenem und/oder entferntem Material aus der Überwurfmutter noch weiter zu verbessern, kann eine Bohrkrone vorgesehen sein, durch die derartiges Material in das Innere der Bohrung des Grundkörpers fallen kann.

Der Grundkörper weist vorzugsweise eine zylindrische Form auf. Die Länge und/oder der Durchmesser der Bohrung sind insbesondere an die vorstehende Länge der Leitung angepasst, wobei beide insbesondere größer als die entsprechenden Abmessungen der Leitungen sind und die Länge der Bohrung insbesondere gleich der Länge des Grundkörpers sein kann, d. h. den Grundkörper vollständig durchdringen kann. Wenn die Bohrung derart den gesamten Grundkörper durchdringt und eine Bohrkrone wie weiter oben angegeben vorgesehen ist, können durch das Schneidegewinde abgereinigte oder abgehobene Teilchen aus der Überwurfmutter leicht mit einem Docht oder mittels einer Absaugeinrichtung aus der Reinigungs- und Gewindenachschneideeinrichtung entfernt werden.

Der Grundkörper weist in einem zweiten Teilabschnitt vorzugsweise Mittel auf, an die ein Hebel zur Drehung der Einrichtung und zum Reinigen und/oder Schneiden des Gewindes der Überwurfmutter ansetzbar ist. Diese Mittel können insbesondere einen Sechskant zum Ansetzen eines entsprechenden Hebels wie eines Gabelschlüssels oder einer Ratsche mit angesteckter Nuss umfassen. Die Mittel können aber auch eine senkrecht zur Längsrichtung des Reinigungs- und/oder Schneidegewindes verlaufende Bohrung umfassen, durch die eine entsprechende Stange zum Drehen der Einrichtung schiebbar ist.

In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist ein dritter Teilabschnitt am Grundkörper vorgesehen, dessen Ausdehnung und insbesondere Form so angepasst ist, dass er zum manuellen Bedienen und insbesondere zentriert in der Einrichtung auf die Überwurfmutter geeignet ist. Der Grundkörper kann dabei im dritten Teilabschnitt insbesondere gerändelt sein.

Die Erfindung betrifft nicht nur die oben beschriebenen Einrichtung sondern auch die Verwendung einer derartigen Einrichtung zum Reinigen und/oder Nachschneiden des Gewindes einer Überwurfmutter, die an einer Leitung für ein Aggregat einer Anlage, Maschine oder insbesondere eines Kraftfahrzeuges über eine beschränkte Länge entlang der Leitung beweglich ist, aber nicht von dieser zu entfernen ist, ohne die Leitung oder die Überwurfmutter zu beschädigen. Die Leitung ist dabei insbesondere fest mit der Anlage, Maschine oder dem Kraftfahrzeug verbunden. Das Aggregat kann insbesondere ein Hydraulik-Aggregat oder ein Klima-Aggregat sein. Die Einrichtung kann nach einem der Ansprüche ausgebildet sein.

Gemäß einem weiten Aspekt der Erfindung wird zum Reinigen und/oder Nachschneiden eines Gewindes einer Überwurfmutter einer Leitung für ein Aggregat einer Anlage, Maschine oder insbesondere ein Kraftfahrzeug, insbesondere im eingebauten Zustand, vorgeschlagen, wobei die Überwurfmutter über einer beschränkte Länge entlang der Leitung beweglich ist, aber nicht von dieser zu entfernen ist, ohne die Leitung oder die Überwurfmutter zu beschädigen. Die Leitung ist insbesondere mit der Anlage, Maschine oder dem Kraftfahrzeug verbunden. Gemäß diesem Verfahren ist vorgesehen, eine Einrichtung nach einem der Ansprüche mit dem ersten Ende auf die Leitung zu stecken, die Überwurfmutter an das erste Ende anzusetzen und drehsicher zu halten und durch Drehung der Einrichtung das Gewinde der Überwurfmutter zu reinigen und/oder nachzuschneiden. Bei dem Verfahren kann insbesondere vorgesehen sein, mit Hilfe des dritten Teilabschnitts die Einrichtung manuell auf die Überwurfmutter zu zentrieren, bevor der Reinigungs- und/oder Nachschneidevorgang begonnen wird.

In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine Führungsbuchse für eine erfindungsgemäße Einrichtung vorgeschlagen, die in die Bohrung einschiebbar ist und zur Anpassung der Einrichtung an einen zum Bohrungsdurchmesser unterschiedlichen Durchmesser der Leitung dient. Der Innendurchmesser der Führungsbuchse ist dabei an den Leitungsquerschnitt angepasst. Somit läßt sich eine Einrichtung an verschiedene Leitungsquerschnitte anpassen und insbesondere der Ansatz der Einrichtung an die Leitung und das Gewinde der Überwurfmutter zu Beginn des Reinigungs- bzw. Nachschneidevorgangs verbessern. Die Führungsbuchsen können deshalb auch als Ansatzbuchsen bezeichnet werden.

Erfindungsgemäße Einrichtungen können insbesondere als Set zur Verfügung gestellt werden mit unterschiedlichen Schneidegewindedurchmessern, Schneidegewindesteigungen, Schneidegewinderichtungen, Bohrungsdurchmessern, Bohrungslängen, Einrichtungslängen, Teilabschnittskonfigurationen und/oder Werkstoffen sowie wahlweise mit einem entsprechenden Sortiment an Führungsbuchsen verschiedener Innen- und/oder Außendurchmesser, Längen und/oder Werkstoffe.

Weitere Vorteile, Wirkungen und Details der Erfindung werden in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:

1 eine erfindungsgemäße Einrichtung,

2 die Verbindung zweier Klimaaggregate in einem Kraftfahrzeug,

3 den Einsatz einer erfindungsgemäßen Einrichtung in einem Kraftfahrzeug,

4 eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung und

5 ein Einrichtungsset mit einer Absaugevorrichtung.

In 1 ist ein erfindungsgemäßes Werkzeug 1 zum Reinigen und/oder Nachschneiden von Gewinden in Überwurfmuttern dargestellt. Es umfasst einen im wesentlichen hohlzylindrischen Grundkörper 5, der in Längsrichtung gesehen im drei Teilabschnitte 2, 3, 4 gegliedert ist. Im ersten Teilabschnitt 2 ist ein Schneidegewinde 6 vorgesehen, mit dem ein Innengewinde einer Überwurfmutter nachgeschnitten und gereinigt werden kann. Zur Aufnahme von dabei abgehobenem oder aufgenommenem Material sind im ersten Teilabschnitt 2 Spanausschnitte 7a, 7b, 7c, 7d als radiale Vertiefungen im Teilabschnitt 2 vorgesehen, die sich jeweils in Längsrichtung des Werkszeugs 1 erstrecken. Die Spanausschnitte 7a, 7b, 7c und 7d sind über den Umfang des Teilsabschnitts 2 gleichmäßig in 90 Grad-Winkeln verteilt. Teilabschnitt 1 ähnelt herkömmlichen Sackloch-Gewindeschneidern und kann zusätzliche, aus derartigen Gewindeschneidern bekannte Merkmale tragen. Das Schneidegewinde 6 verläuft z.B. entlang des zylindrischen Grundkörpers 5, d.h. es hat keine konische Form. Dadurch ist in Überwurfmuttern ein Sackloch bis zum Mutternboden schneidbar.

Der zweite Teilabschnitt 3 des Werkzeug-Grundkörpers 5 ist als Sechskant ausgebildet, an den ein herkömmlicher Gabelschlüssel angesetzt werden kann. Der dritte Teilabschnitt 4 ist mit einer Rändelung 8 versehen. Er dient zur manuellen Justage des Werkszeugs 1 auf einer Überwurfmutter. Dieser Abschnitt ist zwar vorteilhaft, die Erfindung kann jedoch auch ohne einen solchen Abschnitt ausgeführt werden. Das Werkzeug 1 ist dann um so kompakter.

Entlang der Längsrichtung A des gesamten Werkszeugs 1 erstreckt sich die Bohrung 9, durch die eine Leitung einschiebbar ist. Das Werkzeug 1 ist somit ähnlich einer Hohlschraube ausgebildet. Die jeweiligen Maße des Werkszeug 1 hinsichtlich Länge, Durchmesser, Gewinde-Durchmesser, Durchmesser und Länge der Bohrung 9 und Durchmesser des Sechskants im Teilabschnitt 3 sind der jeweiligen Leitung und Überwurfmutter angepasst. Vorteilhaft ist es, für bestimmte, gängige Leitungs- und Überwurfmutter-Typen Standardwerkzeuge vorzusehen. Nur beispielhaft sei eine Bemaßung eines typischen Werkzeugs genannt: Länge: 120 mm; Gewindedurchmesser: 22 mm; Bohrungsdurchmesser: 18 mm; Gewindelänge: 25 mm; Tiefe der Spanausschnitte: 0,8 mm; Durchmesser des Sechskant-Kopfes: 38 mm.

Das Werkzeug 1 kann vorzugsweise aus V2A-Stahl gefertigt sein.

In 2 ist schematisch eine Klimaanlage eines Kraftfahrzeugs gezeigt. Eine Schlauchleitung 10 verbindet dabei den Klimakompressor 11 mit einem Kühler 12. Die Leitung 10 wird mit der Überwurfmutter 13 an das Festgewinde 14 des Kühlers 12 angeflanscht. Nach langem Gebrauch kann sich die Überwurfmutter 13 auf dem Gewinde 14 derart festsetzten, dass sie ohne Beschädigung nicht mehr von dem Gewinde 14 lösbar ist. Andererseits ist die Überwurfmutter 13 nicht separat austauschbar, weil sie auf der Leitung 10 mit einem wulstartigen Anschlag 15 gesichert ist. Der Anschlag 15 umfasst die Leitung 10 ringförmig und ist derart untrennbar mit der Leitung 10 verbunden, dass diese beschädigt würde, wenn der Anschlag 15 von ihr entfernt würde. Die Überwurtmutter 13 ist auf der Leitung 10 entlang Richtung B aufgrund des Anschlags 15 nur begrenzt verschiebbar. Zum Einbau der Leitung 10 wird diese mit ihrem vorderen Ende 16 entlang Richtung C in den Kühler 12 eingeschoben und die Überwurfmutter 13 auf dem Gewinde 14 angezogen. Das andere Ende der Leitung 10, das an den Kompressor 11 angeschlossen ist, weist ebenfalls einen fest mit der Leitung verbundenen Anschlag auf (nicht gezeigt), wodurch die Überwurfmutter 13 auch an diesem Ende nicht von der Leitung 10 entfernbar ist ohne diese zu beschädigen.

In 3 ist gezeigt wie ein Reinigungs- bzw. Gewindeschneidvorgang an der Leitung 10 an dem dem Kühler 12 zugewandten Ende erfolgt, während das andere Ende am Kompressor 11 in einem PKW angeschlossen bleibt. Die Überwurfmutter 13 ist in einer Anschlagstellung positioniert, bei der der Anschlag 15 der Leitung 10 am Mutternboden 20 im Inneren der Überwurfmutter 13 anliegt. Weiterhin ist das Werkzeug 1 gezeigt, wobei mit gestrichelten Linien auch die Bohrung 9 angedeutet ist. Zum Reinigen und gegebenenfalls Nachschneiden bzw. Reparieren des Gewindes 17 der Überwurfmutter 13 wird das Werkzeug 1 entlang Richtung D zunächst über das vordere Ende 16 der Leitung 10 so geschoben, dass die Leitung 10 in die Bohrung 9 aufgenommen wird. Dieser Vorgang kann insbesondere manuell durch Führung des Werkszeugs 1 mit dem zweiten Teilabschnitt 3 erfolgen. Sobald der erste Teilabschnitt 2 mit dem Gewinde 17 der Überwurfmutter 13 Kontakt hat, kann durch leichtes Drehen des Werkszeugs 1 das Gewinde 6 des Werkszeugs 1 in das Gewinde 17 der Überwurfmutter 13 eingedreht werden. Je nach Schwergängigkeit der Gewinde kann das Drehmoment mit einem Gabelschlüssel geeigneter Größe am Sechskant des zweiten Teilabschnitts 3 zusätzlich erhöht werden. Die Überwurfmutter 13 wird dabei ebenfalls mit einem Gabelschlüssel drehfest gehalten.

Je größer die Länge a zwischen den Anschlägen 15 und dem vorderen Ende 16 der Leitung 10 ist (2) desto besser ist die Führungswirkung der Leitung 10 auf das Werkzeug 1 und um so genauer kann die Reinigung bzw. Reparatur des Gewindes 17 erfolgen.

In 4 ist eine etwas andere Ausführungsform des Werkszeugs 1 dargestellt, bei der zum einen statt der Spanausschnitte eine Bohrkrone 18 vorgesehen ist, deren kreuzartig angeordneten Einschnitte 18a, 18b, 18c, 18d bis in die Bohrung 9 hineinragen. Weiterhin ist statt des Sechskant-Kopfes im dritten Teilabschnitt 3 eine durchgehende Lochbohrung 19 vorgesehen, in die ein Rundstift als Hebelwerkzeug einführbar ist.

In 5 ist ein Set erfindungsgemäßer Werkzeuge 1, 1a mit unterschiedlichen Längen, Bohrungsdurchmessern und Schneidegewindedurchmessern zusammen mit einer Absaugeinrichtung 21 zum Einstecken in die Bohrungslöcher 9, 9a und als Zubehör verschiedenen Führungsbuchsen 22a, 22b, 22c zum Anpassen der Bohrungslöcher 9, 9a an verschiedene Leitungsquerschnitte gezeigt. Beim Einschieben einer Leitung, deren Durchmesser nur geringfügig kleiner als der Innendurchmesser einer Führungsbuchse 22a, 22b, 22c ist, wird die Führungsbuchse 22a, 22b, 22c durch den Anschlag 15 in der Bohrung 9 nach hinten verschoben. Hierdurch wird vorteilhafter Weise erreicht, dass einerseits zum Ansetzen der Werkzeuge 1, 1a eine Führung durch die Leitung 10 gegeben ist, insbesondere, wenn diese aus Metall ausgebildet ist, und andererseits trotz des Anschlags 15 das tiefere Einführen des Werkzeugs 1, 1a und damit das Reinigen bzw. Gewindenachschneiden der Überwurfmutter 13 bis zum Mutternboden 20 ermöglicht.

Die Erfindung wurde anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben. Sie ist insbesondere im Reparaturdienst für Kraftfahrzeuge wie Pkws und LKWs vorteilhaft einsetzbar, weil Überwurfmuttern an Leitungen beliebigen Materials, insbesondere aus Metall und Gummi im zumindest teilweise eingebauten Zustand repariert werden können. Gezeigt wurde eine zylinderförmige Werkzeug-Einrichtung. Die Erfindung ist jedoch nicht auf zylindrische Formen eingeschränkt, es können jederzeit andere Formen angegeben werden, beispielsweise eine Achtkantform ohne zweiten Teilabschnitt.

Die Bohrung 9 muss sich nicht zwangsläufig über das gesamte Werkzeug erstrecken, sondern kann in seiner Tiefe genau an die Länge a des vorstehenden Teils der Leitung 10 angepasst sein.

Die Schneidegewinde und sonstigen Maße können sämtliche metrische oder Zoll-Maße einnehmen. Als Schneidegewinde können auch sämtliche Steigungen sowie Links- oder Rechtsgewinde vorgesehen sein. Es können beliebig viele Spanausschnitte mit beliebigen Formen, z.B. auch spiralförmige Spanausschnitte vorgesehen sein.

1, 1a
Werkzeug
2
erster Teilabschnitt
3
zweiter Teilabschnitt
4
dritter Teilabschnitt
5
Grundkörper
6
Schneidegewinde
7a, 7b, 7c, 7d
Spanausschnitte
8
Rändelung
9
Bohrung
10
Leitung
11
Kompressor
12
Kühler
13
Überwurfmutter
14
Festgewinde
15
Anschläge
16
Vorderes Leitungsende
17
Gewinde der Überwurfmutter
18
Bohrkrone
18a, 18b, 18c, 18d
Bohrkroneneinschnitte
19
Lochbohrung
20
Mutternboden
21
Absaugeinrichtung
22a, 22b, 22c
Führungsbuchsen
A:
Werkzeugrichtung
B:
Schlaurichtung
C:
Einbaurichtung
D:
Reparaturrichtung


Anspruch[de]
Einrichtung zum Reinigen und/oder Nachschneiden eines Gewindes einer Überwurfmutter (13), die über eine Leitung (10) gesteckt und von dieser nicht zu entfernen ist ohne die Leitung (10) oder die Überwurfmutter (13) zu beschädigen, umfassend einen Grundkörper (1), der einen ersten Teilabschnitt (2) umfasst, an dem ein an das Gewinde (13) der Überwurfmutter (13) angepasstes Reinigungs- und/oder Schneidegewinde (6) angebracht ist und der eine innerhalb des Reinigungs- und/oder Schneidegewindes (6) und parallel zur Längsrichtung der Einrichtung (A) verlaufende Bohrung (9) aufweist, in die ein Endstück (16) der Leitung (10) einführbar ist. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei im ersten Teilabschnitt (2) entlang des Reinigungs- und/oder Schneidegewindes (6) Vertiefungen (7a, 7b, 7c, 7d) vorgesehen sind, die abgehobenes und/oder entferntes Material aus der Überwurfmutter (13) aufnehmen können. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der Grundkörper (1) und/oder das Reinigungs- und/oder Schneidegewinde (6) aus Stahl, insbesondere aus gehärtetem Stahl ausgebildet ist. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Reinigungs- und/oder Schneidegewinde (6) eine Bohrkrone (18) aufweist. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Grundkörper (1) im wesentlichen eine zylindrische Form aufweist. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Grundkörper (1) in einem zweiten Teilabschnitt (3) Mittel aufweist, an die ein Hebel zur Drehung der Einrichtung und zum Reinigen und/oder Schneiden des Gewindes der Überwurfmutter (13) ansetzbar ist. Einrichtung nach Anspruch 6, wobei die Mittel zum Ansetzen des Hebels einen Sechskantkopf umfassen. Einrichtung nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Mittel zum Ansetzen des Hebels eine senkrecht zur Längsrichtung des Reinigungs- und/oder Schneidegewindes (6) verlaufende Bohrung (19) umfasst. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein dritter Teilabschnitt (4) vorgesehen ist, dessen Ausdehnung und insbesondere Form so angepasst ist, dass er zum manuellen Bedienen und insbesondere Zentrieren der Einrichtung auf die Überwurfmutter (13) geeignet ist. Einrichtung nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine Rändelung (8) im Bereich des dritten Teilabschnitts (4). Einrichtung nach Anspruch 4, wobei die Bohrung (9) durchlaufend ist und insbesondere an dem zum ersten Teilabschnitt (2) entgegengesetzten Ende eine Absaugvorrichtung (21) vorgesehen ist. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend eine Führungsbuchse (22a, 22b, 22c), die längs in die Bohrung (9) eingeschoben ist zur Anpassung der Einrichtung an einen zum Bohrungsdurchmesser unterschiedlichen Durchmesser der Leitung (10). Führungsbuchse für eine Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die in die Bohrung (9) einschiebbar ist zur Anpassung der Einrichtung an einen zum Bohrungsdurchmesser unterschiedlichen Durchmesser der Leitung (10). Einrichtungsset umfassend mehrere Einrichtungen nach einem der Ansprüche 1 bis 12 mit unterschiedlichen Schneidegewindedurchmessern, Schneidegewindesteigungen, Schneidegewinderichtungen, Bohrungsdurchmessern, Bohrungslängen, Einrichtungslängen, Teilabschnittskonfigurationen und/oder Werkstoffen. Einrichtungsset nach Anspruch 14, umfassend mehrere Führungsbuchsen (22a, 22b, 22c) mit unterschiedlichen Innendurchmessern, Außendurchmessern, Längen und/oder Werkstoffen. Verwendung einer Einrichtung nach einem Ansprüche 1 bis 12 zum Reinigen und/oder Nachschneiden des Gewindes (17) einer Überwurfmutter (13), die an einer Leitung (10) für ein Aggregat (11, 12) eines Kraftfahrzeuges angebracht ist. Verwendung nach Anspruch 16, wobei das Aggregat (11, 12) eine Klimaanlage ist. Verfahren zum Reinigen und/oder Nachschneiden eines Gewindes einer Überwurfmutter (13) einer Leitung (10), wobei die Überwurfmutter (13) über eine beschränkte Länge entlang der Leitung (10) beweglich ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 mit dem schneidegewindeseitigen Ende auf die Leitung (10) gesteckt wird, die Überwurfmutter (13) an das schneidegewindeseitige Ende angesetzt und drehsicher gehalten wird und durch Drehung der Einrichtung das Gewinde (17) der Überwurfmutter (13) gereinigt und/oder nachgeschnitten wird. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (10) in einem Kraftfahrzeug zumindest teilweise eingebaut ist. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, wobei eine Einrichtung gemäß Anspruch 9 oder 10 verwendet wird und mit Hilfe des dritten Teilabschnitts (4) die Einrichtung manuell auf die Überwurfmutter (13) zentriert wird, bevor der Reinigungs- und/oder Nachschneidevorgang begonnen wird.






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