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Dokumentenidentifikation DE202004021089U1 18.01.2007
Titel Ozonisiertes, stabilisiertes Oliven- und Rizinusöl zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen
Anmelder Kaczmarek, André, Dr.med.dent., 66333 Völklingen, DE
DE-Aktenzeichen 202004021089
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 18.01.2007
Registration date 14.12.2006
Application date from patent application 01.04.2004
File number of patent application claimed 10 2004 015 968.8
IPC-Hauptklasse A61K 36/00(2006.01)A, F, I, 20060629, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61K 8/38(2006.01)A, L, I, 20060629, B, H, DE   A61K 8/97(2006.01)A, L, I, 20060629, B, H, DE   A61Q 11/00(2006.01)A, L, I, 20060629, B, H, DE  

Beschreibung[de]

Zusammenfassung: Ein ozonisiertes und stabilisiertes Oliven- und Rizinusöl zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen, welches die Zugabe eines nicht ozonisierten pflanzlichen Öls zu dem ozonisierten Öl nach Ende des Ozonisierungsprozesses erfordert und durch die Druckeinwirkung und den Zeitfaktor eine Stabilisierung des ozonisierten Öls für 12 Monate erzeugt und klinische Anwendbarkeit für die Zahnfleischbehandlung sichert.

Stand der Technik

Die mit Ozon angereichten Pflanzenöle, die nach Patent DE 199 32 570 hergestellt werden, weisen nach einer Applikation in der Zahnfleischtasche bzw. in den Zwischenräumen und auf der Zahnfleischoberfläche eine 24 – 48 stündige, milde antimikrobielle Wirkung auf. Bei der Zugabe von Polyäthylenglykol von einer Molekülgroße von 400 bis 6000 kann zwar die gewünschte Konsistenz erreicht werden, aber die Stabilität und damit die Anwendbarkeitsdauer ist nur bis zu 6 Monate gewährleistet. Die Aufbewahrung dieses Mittels im Kühlschrank bei einer Temperatur von 5 – 7°C kann zwar die Anwendbarkeitsdauer um einige Monate verlängern, aber nicht 12 Monate lang eine routinemäßige klinische Anwendung sichern.

Aufgabestellung

Der Erfindung lag deshalb zugrunde, ein Mittel zu entwickeln, das die mit Ozon angereichten Pflanzenöle stabilisiert und dadurch Folgendes erreicht:

  • 1. klinische Anwendbarkeitsdauer für die Behandlung von Zahnfleischentzündungen bis zu 12 Monate sichert.
  • 2. Verbesserung der Stabilität des Produktes bei Temperaturschwankungen.
  • 3. Einregulierung der Viskosität mit Polyethylenglykol 400 bis 6000, die für die Zahnheilkunde die Anwendbarkeit des Präparates ermöglicht, entfällt und wird durch die gezielt ausgewählte Viskositätsregulierung der Polymerisationsprozesse bei der Ozonisierung erreicht.
  • 4. das Anbringen eines Zahnfleischverbandes, um die Einwirkungsdauer, Wirksamkeit und Effizienz zu erhöhen, wird ebenfalls nicht benötigt. Der bei der Ozonisierung gezielt ausgewählte Viskositätsgrad, der auf die Polymerisation des Produktes zurückzuführen ist, erzeugt eine verstärkte Haftfähigkeit des Produktes, die sich in den Zahnfleischtaschen, in den Zwischenräumen und auf der Zahnfleischoberfläche deutlich bemerkbar macht. Durch den o.g. Stabilisierungsprozess zersetzt sich das Produkt jetzt langsamer als vorheriges und setzt nunmehr längere Zeit Sauerstoff frei, der bei der Ozonisierung aufgenommen wurde. Der zusätzlich aufgenommene bzw. gelöste Sauerstoff kann durch den Stabilisierungsprozess chemisch gebunden werden und wird durch Peroxidzahl (POZ) – Steigerung von 380 auf 390 in 48 Std. feststellbar.

Um die o.g. Eigenschaften reproduktiv zu sichern, ist es notwendig präzise Peroxidzahlmessungen (POZ) durchzuführen, die unter gleichen Bedingungen stattfinden und eine vollständige Auflösung des hochviskösen Präparates bei der POZ-Bestimmung voraussetzen. Bei dem mit Ozon angereicherten Pflanzenöl, das stabilisiert wurde, ist die POZ nach einem Jahr um 2,56% gefallen. Die POZ bei einem Viskositätswert 12,4 – 12,6 PaS beträgt nach der Ozonisierung 380 (in dem Fall eine Mischung von Rizinus- und Olivenöl). Nach dem Stabilisierungsverfahren beträgt die POZ 390 und die Viskosität bis 12,4 PaS. Nach einem Jahr beträgt die POZ bei Aufbewahren bei einer Temperatur von ca. 5 – 7°C noch 380. Dagegen ohne Stabilisierungsverfahren betrug die POZ nach der Ozonisierung (in dem Fall eine Mischung von Rizinus- und Olivenöl) 380 und nach 1 Monat 360, nach 3 Monaten 330, nach 5 Monaten 240. Die Messungen nach 5 Monaten wurden wegen schlechten Ergebnisse aufgegeben.

Bei einer Probe, die nach der Ozonisierung (in dem Fall eine Mischung von Rizinus- und Olivenöl) vor dem Stabilisierungsverfahren durchgeführt wurde, betrug die POZ, wie bereits erwähnt, 380. Die gleiche Probe nach 48 Std. der Stabilisierungsverfahren betrug POZ 390. Nach 1 Monat Aufbewahrung bei der Temperatur von 5 – 7°C betrug die POZ 390, nach 3 Monaten 385, nach 5 Monaten 380 nach 7 Monaten 380, nach 9 Monaten 380 und nach 12 Monaten betrug die POZ 380.

Die durch Erhitzung ausgelöste thermische Zersetzung des Produktes begann bei dem nicht stabilisierten und stabilisierten Produkt bei der gleicher Temperatur von ca. 70°C, wodurch das fast gleiche Volumen von Sauerstoff freigesetzt wurde. Das bedeutet, dass durch das Stabilisierungsverfahren Sauerstoffreisetzungsfähigkeit nicht blockiert oder beeinträchtigt wird.

Die erfinderische Leistung beruht auf dem spezifischen Herstellungsprozess des ozonisierten Pflanzenöles, was eine ständige Kontrolle des Viskositätswertes bei der Ozonisierung (die bei 25°C erfolgt), voraussetzt, um den Grad der Polymerisation des Pflanzenöls festzustellen, der für die Behandlung von Zahnfleischentzündungen geeignet ist. Am Ende des Ozonisierungsprozesses (in dem Fall eine Mischung von Rizinus- und Olivenöl) bei dem Viskositätswert von 12,4 – 12,6 PaS wird die Ozonzufuhr unterbrochen und zu den ozonisierten Pflanzenölen wird nicht ozonisiertes pflanzliches Öl (in dem Fall Olivenöl) in einem Volumen von 5 – 25% des ozonisierten Öls zugegeben und mit dem ozonisierten Pflanzenöl homogenisiert. Dadurch wird die Viskosität bis zu 8,90 – 9,73 PaS gesenkt.

Das Präparat ist strukturviskös, d.h. die Viskosität ändert sich mit der Scherrate. Es wurde daher ein Programm unter Veränderung der Scherrate gewählt, um die Viskosität zu ermitteln. Nach der Homogenisierung wird das Produkt in ein Druckgefäß abgefüllt und unter einem Druck von 0,1 bis 5 Bar von 1 Stunde bis 150 Std. bei einer Temperatur von 5 – 7°C aufbewahrt. Dabei wird die Stabilität des Produktes in einer Relation zum Druckniveau und zum Zeitfaktor stehen. Es ist von Bedeutung, dass das spätere Erwärmen langsam erfolgt und über 6 Stunden bei einer Temperatur von über 20°C unter o.g. Druckeinwirkung bleibt. Bei diesem Stabilitätsverfahren steigt die POZ, wie erwähnt auf 390 und der Viskositätswert bis auf 12,4 PaS.

Das nach Patent 1 hergestellte Produkt hat den Vorteil, dass es über eine höhere Stabilität verfügt, weniger auf Temperaturschwankungen reagiert und sich über ein Jahr bei einer Temperatur von 5 – 7°C aufbewahren lässt. Durch die o.g. Stabilisierungsmaßnahmen wird die Sauerstofffreisetzungsfähigkeit, die für den Heileffekt verantwortlich ist, nicht beeinträchtigt. Das Produkt weist die gleiche spontane Zersetzungsreaktion bei erhitzen auf ca.70°C auf und setzt fast die gleiche Sauerstoffmenge frei, wie das nicht stabilisierte ozonisierte Öl.


Anspruch[de]
Ozonisiertes, stabilisiertes Oliven- und Rizinusöl zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen, dadurch gekennzeichnet, dass am Ende der Ozonisierung bei erreichtem Viskositätswert von 12,4 – 12,6 PaS der Ozonisierungsprozess unterbrochen wird und zu dem ozonisierten Öl nicht ozonisiertes pflanzliches Öl, z.B. Olivenöl, zugegeben wird und das nach der Homogenisierung einer Druckeinwirkung ausgesetzt wird. Ozonisiertes, stabilisiertes Oliven- und Rizinusöl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass 5 – 25 Vol.-% nicht ozonisiertes Öl zugegeben wird. Ozonisiertes, stabilisiertes Oliven- und Rizinusöl nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Homogenisierung ein Druck von 0,1 – 5 Bar während 5 bis 150 Stunden angewandt wird. Ozonisiertes, stabilisiertes Oliven- und Rizinusöl nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass es bei 5 – 7°C aufbewahrt und vor der Anwendung zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen mindestens 6 Stunden, bei einem Druck vom 0,1 bis 5 Bar bis auf über 20°C erwärmt wird. Ozonisiertes, stabilisiertes Oliven- und Rizinusöl nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Viskositätsmessung bei 25°C erfolgt.






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