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Dokumentenidentifikation DE202005012049U1 18.01.2007
Titel Teleskopierbarer Schiebeholm
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202005012049
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 18.01.2007
Registration date 14.12.2006
Application date from patent application 01.08.2005
IPC-Hauptklasse F16B 7/10(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E02F 9/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B66C 23/78(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen teleskopierbaren Schiebeholm, wie er allgemein bei Arbeitsmaschinen, vorzugsweise bei Autokranen oder Bagger anwendbar ist.

Gerade im Bereich der Autokrane oder auch Bagger gibt es eine Vielfalt an hydraulischen Abstützungsmöglichkeiten, die zur Verbesserung der Tragfähigkeit und Standsicherheit dienen. Hier sind beispielsweise einfache teleskopierbare Schiebeholme, doppelt teleskopierbare Schiebeholme, Klappholme oder auch Kombinationen von Klappholmen und Schiebeholmen bekannt.

Für den sicheren Arbeitsbetrieb sind je nach den örtlichen Gegebenheiten in Abhängigkeit der erforderlichen Tragfähigkeit unterschiedliche Ausfahrzustände der seitlich vom Fahrgestell abgehenden Schiebeholme erforderlich, bei denen die Lasteinleitung in die Schiebeholme aus statischen Gründen über definierte Lasteinleitungsstellen erfolgen muss. Die Lasteinleitungsstellen müssen in allen Ausfahrzuständen jederzeit reproduzierbar angefahren werden können.

Es ist bereits bekannt, doppelt teleskopierbare Schiebeholme vorzusehen, wobei die Systeme beim Austeleskopieren bzw. Wiedereinfahren der Schiebeholme unterschiedlich aufgebaut sein können. Hier können beispielsweise vorgesehene Hydraulikzylinder und Seilausschubsysteme miteinander kombiniert sein. Anstelle dieser Systeme sind auch Hydraulikzylinder mit Kettenausschub bereits eingesetzt worden. Eine Alternative besteht darin, zwei Hydraulikzylinder, jeweils einen für jeden Schiebeholm, einzusetzen oder aber auch einen einzigen Zweistufenzylinder zu verwenden.

Beim bekannten Ausschubsystem mit einem Hydraulikzylinder und einem Seil- bzw. Kettenausschub erfolgt der Teleskopiervorgang der Schiebeholme wie folgt:

Zunächst wird der erste Schiebeholm mittels eines hydraulischen Zylinders zwischen Schiebeholmkasten und Schiebeholm ausgeschoben. Der Ausschub vom zweiten Schiebeholm erfolgt synchron, da dieser mechanisch mit dem ersten Schiebeholm über ein Flaschenzugsystem aus Seilen bzw. Ketten verbunden ist. Grundsätzlich ist durch die mechanische Verbindung von beiden Schiebeholmen und die fixe Länge der Seile bzw. Ketten ein definiertes, jeder Zeit reproduzierbares Teleskopieren der Schiebeholme bis zu den jeweiligen Lasteinleitungsstellen aller Ausfahrzustände möglich.

Bei einem Ausschubsystem mit zwei Hydraulikzylindern oder einem Zweistufenzylinder erfolgt der Teleskopiervorgang der Schiebeholme wie folgt:

Hierzu kann auf die 1 verwiesen werden, die den prinzipiellen Aufbau eines entsprechenden teleskopierbaren Schiebeholms nach dem Stand der Technik zeigt. Ein Schiebeholmkasten 10 nimmt einen ersten Schiebeholm 12 und einen zweiten Schiebeholm 14 auf. Schiebeholmkasten, erster Schiebeholm und zweiter Schiebeholm sind jeweils über zwei gleichzeitig mit hydraulischem Druck beaufschlagte Hydraulikzylinder 16 und 18 oder einen hier in der 1 bzw. 2 nicht dargestellten Zweistufen-Hydraulikzylinder miteinander verbunden. Bei Beaufschlagen der Zylinder mit hydraulischem Druck setzt sich zunächst der Schiebeholm mit dem geringsten mechanischen Widerstand in Bewegung. Während des Teleskopiervorgangs erhöht sich der Widerstand in der Lagerung des sich bewegenden Schiebeholms. Übersteigt der mechanische Widerstand des sich bewegenden Schiebeholms den des noch stehenden Schiebeholms, stoppt dieser und der bis dahin stehende Schiebeholm setzt sich in Bewegung. Dieser Bewegungswechsel wird zwischen den beiden Schiebeholmen während eines Teleskopiervorganges mehrfach willkürlich ausgeführt. Durch die sich ändernden mechanischen Widerstände in der Lagerung der Schiebeholme und dem dementsprechenden lastabhängigen Teleskopieren der Schiebeholme kann bei reduzierten Ausfahrzuständen kein definiertes Teleskopieren der Schiebeholme bis zu den jeweiligen Lasteinleitungsstellen erfolgen.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen gattungsgemäßen teleskopierbaren Schiebeholm derart weiterzubilden, dass er reproduzierbar austeleskopierbar bzw. wieder einfahrbar ist, wobei insbesondere vorher festgelegte Lasteinleitungsstellen bei reduzierten Ausfahrzuständen gezielt anfahrbar sind.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Demnach ist ein teleskopierbarer Schiebeholm mit einem Schiebeholmkasten und mindestens einem ersten und einem zweiten Schiebeholm vorgesehen, die ineinander teleskopierbar sind, wobei der erste Schiebeholm im Schiebeholmkasten austeleskopierbar gelagert ist. Erfindungsgemäß ist zunächst der erste Schiebeholm bis zu einem gewünschten Punkt und dann der zweite Schiebeholm austeleskopierbar, während beim umgekehrten Einfahren zunächst der zweite Schiebeholm bis zu einem gewünschten Punkt einfahrbar ist und anschließend erst der erste Schiebeholm einfahrbar ist. Die erfindungsgemäße Lösung ist dabei nicht auf zwei Schiebeholme beschränkt. Nach diesem Lösungsprinzip könnten auch mehr als zwei Schiebeholme den teleskopierbaren Schiebeholm bilden.

Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch anschließenden Unteransprüchen.

Demnach sind zum Austeleskopieren bzw. Einziehen der Schiebeholme Hydraulikzylinder vorgesehen.

Besonders vorteilhaft ist eine Druckfolgesteuerung für die Hydraulikzylinder vorgesehen. Mittels dieser wird zunächst der erste Schiebeholm im ersten Hydraulikzylinder kontrolliert ausgefahren, wobei danach der zweite Schiebeholm über einen zweiten Hydraulikzylinder ausgefahren wird. Beim Einfahren wiederum wird zunächst der zweite Schiebeholm über den zweiten Hydraulikzylinder kontrolliert eingefahren, wonach der erste Schiebeholm über den ersten Hydraulikzylinder eingefahren wird.

Die Druckfolgesteuerung kann vorteilhaft durch entsprechend in den Hydraulikleitungen, die zur Versorgung der Hydraulikzylinder dienen, versehene Ventile realisiert werden.

Besonders vorteilhaft lassen sich die teleskopierbaren Schiebeholme in Arbeitsmaschinen, vorzugsweise Fahrzeugkranen und Baggern, einsetzen. Daher betrifft die vorliegende Erfindung auch entsprechende Arbeitsmaschinen, vorzugsweise Fahrzeugkrane und Bagger, mit mindestens einem, vorteilhaft aber vier entsprechenden teleskopierbaren Schiebeholmen.

Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den sich in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:

1: eine perspektivische Darstellung eines teleskopierbaren Schiebeholms nach dem Stand der Technik,

2: eine Darstellung gemäß 1, jedoch geschnitten,

3: ein Hydraulikkreis, mit dem eine Druck-Folgesteuerung realisiert ist,

47: teleskopierbare Schiebeholme nach der vorliegenden Erfindung in unterschiedlichen Ausfahrzuständen.

Die 1 und 2 zeigen einen teleskopierbaren Schiebeholm 5 im prinzipiellen Aufbau, wie er schon aus dem Stand der Technik bekannt war. Der teleskopierbare Schiebeholm 5 besteht im wesentlichen aus einem fest mit dem Fahrgestell eines hier nicht näher dargestellten Fahrzeugkrans verbundenen Schiebeholmkasten 10, in welchem ein erster Schiebeholm 12 in Längsrichtung verschiebbar aufgenommen ist, wobei er über den ersten Hydraulikzylinder 16 mit dem Schiebeholmkasten verbunden ist. Ein zweiter Schiebeholm 14 ist, in Längsrichtung verschiebbar, im Schiebeholm 12 gelagert und über einen zweiten Hydraulikzylinder 18 mit dem Schiebeholm 12 verbunden.

Gemäß der vorliegenden Erfindung sind nun die Ölanschlüsse der Hydraulikzylinder über eine Druck-Folgesteuerung, die entweder in die Hydraulikzylinder (in den 1 und 2 nicht dargestellt) integriert oder extern in einem separaten Steuerblock (auch in den 1 und 2 nicht dargestellt) ausgeführt ist, miteinander verbunden. Dabei ist die Reihenfolge, in der die Hydraulikzylinder aus- bzw. einfahrbar sind, durch entsprechende konstruktive Maßnahmen und aufgrund der Belegung der entsprechenden Ölanschlüsse frei wählbar.

Eine Druckfolgesteuerung, die eine Austeleskopier- bzw. Einfahrbewegung gemäß der vorliegenden Erfindung ermöglicht, ist beispielhaft in der 3 gezeigt. Dort sind die Zylinder 16 und 18 schematisch dargestellt. Über eine erste Ölleitung 20, über die der Hydraulikdruck zum Ausfahren des teleskopierbaren Schiebeholms zur Verfügung gestellt wird, wird der Hydraulikzylinder 16 zunächst bis zu einem gewünschten Ausfahrzustand ausgefahren. In dieser Zeit ist ein Hydraulikventil 22, welches zwischen dem ersten Hydraulikzylinder 16 und dem zweiten Hydraulikzylinder 18 angeordnet ist, geschlossen. Hierdurch wird ein kontrolliertes Ausfahren des ersten Hydraulikzylinders 16 und damit des Schiebeholms 12 bewirkt. Zusammen mit dem Schiebeholm 12 wird selbstverständlich der in diesem angeordnete Schiebeholm 14 aus dem Schiebeholmkasten 10 geschoben. Die Relativbewegung zwischen dem Schiebeholm 12 und dem Schiebeholm 14 beträgt in diesem Ausfahrzustand null, da die Verbindung zum Hydraulikzylinder 18 durch das Ventil 22 gesperrt ist. Diese Ausfahrbewegung ist in 4 dargestellt, in welcher die eingezogene Position des teleskopierbaren Schiebeholms sowie die ausgefahrene Position des Schiebeholms 12 dargestellt ist.

Sobald der Hydraulikzylinder 16 seine Endlage erreicht hat, steigt der hydraulische Systemdruck an. Wird ein am Ventil 22 voreingestellter Grenzdruck erreicht, öffnet dieses Ventil. Der Hydraulikzylinder 18 wird anschließend mit Hydrauliköl versorgt und fährt aus. Hierdurch wird der Schiebeholm 14 aus dem Schiebeholm 12 geschoben. Hier beträgt nun die Relativbewegung zwischen Schiebeholm 12 und Schiebeholmkasten 10 null, da der Hydraulikzylinder 16 bereits voll ausgefahren ist. Diese Situation ist in der 5 gezeigt, wobei in der oberen Darstellung die Ausgangsposition vor dem Austeleskopieren des zweiten Schiebeholms 14 und im unteren Bild dann die Situation bei vollständig ausgeschobenen Schiebeholmen 14 dargestellt ist.

Beim Einfahren wird nun zunächst der Hydraulikzylinder 18 über die Hydraulikleitung 24 beaufschlagt, wobei hier die Verbindung zum Zylinder 16 durch ein Ventil 26 (vgl. 3) gesperrt wird.

Der Zylinder 18 fährt ein und der Schiebeholm 14 wird in den Schiebeholm 12 gezogen, wie sich aus dem Vergleich der oberen und unteren Darstellung der 6 leicht nachvollziehen lässt. Die Relativbewegung zwischen dem Schiebeholm 12 und dem Schiebeholmkasten 10 beträgt null, da die Verbindung zu dem Hydraulikzylinder 16 immer noch durch das Ventil 26 gesperrt ist.

Anschließend erfolgt ein kontrolliertes Einfahren des Hydraulikzylinders 16, wobei die Schiebeholme 12 und 14 in den Schiebeholmkasten 10 eingefahren werden. Dies wird dadurch erreicht, dass nach Erreichen der Endlage des Hydraulikzylinders 18 der hydraulische Systemdruck ansteigt. Wird nun ein am Ventil 26 voreingestellter Druck erreicht, öffnet dieses Ventil. Darauf hin wird der Zylinder 16 mit Öl versorgt und fährt ein. Durch diese Einfahrbewegung des Hydraulikzylinders wird der Schiebeholm 12 gemeinsam mit dem Schiebeholm 14 in den Schiebeholmkasten 10 gezogen. Die Relativbewegung zwischen dem Schiebeholm 12 und dem Schiebeholm 14 beträgt null, da der Zylinder 18 bereits voll eingefahren ist.


Anspruch[de]
Teleskopierbarer Schiebeholm mit einem Schiebeholmkasten und mindestens einem ersten und einem zweiten Schiebeholm, die ineinander teleskopierbar sind, wobei der erste Schiebeholm im Schiebeholmkasten austeleskopierbar gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst der erste Schiebeholm und nach dessen Austeleskopieren bis zu einem gewünschten Punkt der zweite Schiebeholm austeleskopierbar ist, während beim umgekehrten Einfahren zunächst der zweite Schiebeholm bis zu einem gewünschten Punkt einfahrbar ist und dass anschließend der erste Schiebeholm einfahrbar ist. Teleskopierbarer Schiebeholm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Austeleskopieren bzw. Einziehen der Schiebeholme Hydraulikzylinder vorgesehen sind. Teleskopierbarer Schiebeholm nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch eine Druck-Folgesteuerung für die Hydraulikzylinder, mittels der der erste Schiebeholm über den ersten Hydraulikzylinder zunächst kontrolliert ausfahrbar ist, wobei danach der zweite Schiebeholm über einen zweiten Hydraulikzylinder ausfahrbar ist, während beim Einfahren zunächst der zweite Schiebeholm über den zweiten Hydraulikzylinder kontrolliert einfahrbar ist, wonach der erste Schiebeholm über den ersten Hydraulikzylinder einfahrbar ist. Teleskopierbarer Schiebeholm nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfolgesteuerung durch entsprechende Hydraulikventile realisiert ist. Arbeitsmaschine, vorzugsweise Fahrzeugkran oder Bagger, mit mindestens einem teleskopierbaren Schiebeholm nach einem der vorangehenden Ansprüche.






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