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Dokumentenidentifikation DE60212856T2 18.01.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001416074
Titel ALS VERSTÄRKUNG GEEIGNETES VERBUNDGARN UND DESSEN HERSTELLUNG
Anmelder Teijin Ltd., Osaka, JP
Erfinder TAKIUE, Kotaro, Matsuyama-shi, Ehime 791-8041, JP
Vertreter HOFFMANN & EITLE, 81925 München
DE-Aktenzeichen 60212856
Vertragsstaaten BE, DE, FR, GB, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 01.08.2002
EP-Aktenzeichen 027557628
WO-Anmeldetag 01.08.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/JP02/07871
WO-Veröffentlichungsnummer 2003014446
WO-Veröffentlichungsdatum 20.02.2003
EP-Offenlegungsdatum 06.05.2004
EP date of grant 28.06.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.01.2007
IPC-Hauptklasse D02G 3/44(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse D02G 3/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verstärkungsverbundgarn und ein Verfahren zu seiner Herstellung. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Verstärkungsverbundgarn, das im wesentlich aus einem im wesentlichen unverdrillten Verbundgarn besteht, das ein Multifilgarn mit hoher mechanischer Festigkeit und einem hohen Elastizitätsmodul und ein Stapelfasergarn umfaßt, das Stapelfasern unterschiedlicher Faserlänge umfaßt, worin im Stapelfasergarn ein Teil der Stapelfasern in Form einer Windung um den Umfang des Verbundgarns vorhanden sind, um das Verbundgarn zu bündeln, und ein Verfahren zur Herstellung des Verbundgarns.

Das erfindungsgemäße Verstärkungsverbundgarn weist eine ausgezeichnete Verstärkungswirkung auf verschiedene Matrixharze auf.

Stand der Technik

Funktionsfasern mit hoher mechanischer Festigkeit, einem hohen Elastizitätsmodul und hoher Wärmebeständigkeit, zum Beispiel para-aromatische Polyamidfasern, werden weithin als Verstärkungsmaterialien für Harzverbundwerkstoffe, die als Matrix Kautschuke, Epoxidharze oder Phenolharze enthalten, in der industriellen Praxis eingesetzt. Diese Funktionsfasern sind dahingehend nachteilig, daß die Bindungseigenschaft zu den Matrixharzen aufgrund der Tatsache gering ist, daß die Oberflächen der Funktionsfasern eine hohe Glattheit aufweisen und die polymeren Materialien, aus denen die Funktionsfasern gebildet werden, eine schlechte chemische Aktivität aufweisen, und deshalb ist die Verstärkungswirkung der Funktionsfasern nicht so hoch wie aus der hohen mechanischen Festigkeit, zum Beispiel der hohen Zugfestigkeit, der Funktionsfasern erwartet wird.

Es ist bekannt, daß Fasergarne und streckgerissene ("stretch broken") Fasergarne, die aus den Funktionsfasern hergestellt werden, eine ausgezeichnete Bindungseigenschaft zu verschiedenen Typen von Matrixharzen aufgrund ihrer Ankerwirkung haben, die aus dem Flaum bereitgestellt wird, der auf dem Umfang der Garne oder in der Nähe vorhanden ist, und eine gute Verstärkungswirkung auf die Matrixharze aufweisen.

Jedoch werden die Fasergarne und streckgerissenen Fasergarne aus Fasern kurzer Länge gebildet, die durch Schneiden oder Streckreißen von Endlosfilamenten hergestellt werden, und deshalb weisen die resultierenden Fasergarne und streckgerissenen Fasergarne eine signifikant geringere mechanische Festigkeit auf, zum Beispiel Zugfestigkeit, als aus der mechanischen Festigkeit der ursprünglichen Filamente erwartet wird. Deshalb weisen die Fasergarne und die streckgerissenen Fasergarne keine so hohe Verstärkungswirkung wie die aus der mechanischen Festigkeit der ursprünglichen Filamente erwartete auf.

Für den Zweck der Lösung der oben genannten Probleme der herkömmlichen Verstärkungsgarne wurden bereitgestellt: ein Verfahren, in dem funktionelle Gruppen zur Verstärkung der Bindungseigenschaft an verschiedene Typen der Matrixharze in chemische Strukturen der Polymere zur Bildung der Verstärkungsfasern eingeführt werden, und ein Verfahren, in dem die Streckreißlänge der streckgerissenen Faser erhöht wird, um den Beitrag der mechanischen Festigkeit der ursprünglichen Filamente auf die mechanische Festigkeit des resultierenden streckgerissenen Fasergarns zu verstärken.

Im ersteren Verfahren müssen jedoch die Typen der einzuführenden funktionellen Gruppen als Reaktion auf die Typen der Matrixharze variiert werden, und diese Notwendigkeit verursacht nicht nur die Verschlechterung der Produktivität der Verstärkungsgarne, sondern auch eine Zunahme der Kosten der Verstärkungsgarne.

Im letzteren Verfahren kann der Beitrag der mechanischen Festigkeit der ursprünglichen Filamente auf die mechanische Festigkeit des resultierenden streckgerissenen Fasergarns gesteigert werden. Da es jedoch wahr ist, daß die Fasern, die das Garn bilden, Fasern kurzer Länge sind, die durch Streckreißen der Endlosfilamente hergestellt werden, kann ein Verstärkungseffekt, der so hoch wie der aus der mechanischen Festigkeit (Zugfestigkeit) der ursprünglichen Filamente erwartete ist, nicht realisiert werden.

Entsprechend ist ein neuer Typ von Verstärkungsgarn, in dem die mechanische Festigkeit eines Multifilgarns mit hoher Effizienz verwendet wird und die Bindungswirkung an die Matrixharze zufriedenstellend ist und die Produktionskosten relativ gering sind, stark erwünscht.

Zusammenfassung der Erfindung

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verstärkungsverbundgarn, in dem die hohe mechanische Festigkeit eines Multifilgarns mit hoher Effizienz verwendet wird und das eine zufriedenstellende Bindungswirkung an verschiedene Matrixharze aufweist und somit eine ausgezeichnete Verstärkungswirkung für die Matrixharze realisieren kann, und ein Verfahren zu seiner Herstellung bereitzustellen.

Das erfindungsgemäße Verstärkungsverbundgarn besteht im wesentlichen aus einem im wesentlichen unverdrillten Verbundgarn, das wenigstens ein im wenigsten unverdrilltes Multifilgarn umfaßt, das eine Mehrzahl von Endlosfilamenten umfaßt, und gleichläuft mit wenigstens einem im wesentlichen unverdrillten Stapelfasergarn, das eine Mehrzahl von Stapelfasern umfaßt, worin

das Multifilgarn eine Zugfestigkeit von 13 cN/dtex oder mehr und einen Anfangsmodul von 300 cN/dtex oder mehr aufweist;

das Stapelfasergarn einen Stapelfaseranteil mit einer Faserlänge vom 1,5-fachen oder mehr der durchschnittlichen Faserlänge des Stapelfasergarns und einen anderen Stapelfaseranteil mit einer Faserlänge vom 0,5-fachen oder weniger der durchschnittlichen Faserlänge des Stapelfasergarns jeweils mit einem Gehalt von wenigstens 15 Gew.% umfaßt; und

ein Teil der Stapelfasern im Stapelfasergarn in Form einer Windung um den Umfang der gleichlaufenden Verbundgarne vorhanden ist, um dadurch das Multifilgarn mit den Stapelfasergarnen zu einem Verbundgarn zu binden.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn haben die Stapelfasern im Stapelfasergarn bevorzugt eine individulle Faserdicke von 5,5 dtex oder weniger.

Das erfindungsgemäße Verstärkungsverbundgarn hat bevorzugt eine Zugfestigkeit von 11,5 cN/dtex oder mehr.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn hat das Multifilgarn bevorzugt eine Dicke im Bereich, der 10 bis 90 % der Gesamtdicke des Verbundgarns entspricht.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn haben die Endlosfilamente im Multifilgarn bevorzugt eine individuelle Filamentdicke von 0,1 bis 22 dtex.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn sind die Endlosfilamente im Multifilgarn bevorzugt ausgewählt aus Polyparaphenylenterephthalamid-Filamenten, Copolyparaphenylen-3,4'-oxydiphenylenterephthalamid-Filamenten, Polyparaphenylenbenzoxazol-Filamenten, hochfesten Polyethylen-Filamenten, hochfesten Polyvinylalkohol-Filamenten, vollständig aromatischen Polyester-Filamenten und Kohlenstoff-Filamenten.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn haben die Stapelfasern im Stapelfasergarn bevorzugt eine durchschnittliche Faserlänge im Bereich von 35 bis 150 cm.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn sind die Stapelfasern im Stapelfasergarn bevorzugt ausgewählt aus Nylon-6-Stapelfasern, Nylon-66-Stapelfasern, meta-aromatischen Polyamid-Stapelfasern und para-aromatischen Polyamid-Stapelfasern.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn ist bevorzugt ein Hauptteil der individuellen Endlosfilamente in einem Kernabschnitt des Verbundgarns verteilt.

GB-A-2 021 660 offenbart ein Verbundgarn mit einem solchen Aufbau, jedoch ist dann ein Bindefaden um das Garn gewickelt.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn sind bevorzugt wenigstens ein Teil der individuellen Endlosfilamente und wenigstens ein Teil der individuellen Stapelfasern miteinander verschlungen.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns umfaßt:

Gleichlaufenlassen wenigstens eines im wesentlichen unverdrillten Multifilgarns, das eine Mehrzahl von Endlosfilamenten umfaßt, und wenigstens eines im wesentlichen unverdrillten Stapelfasergarns, das eine Mehrzahl von Stapelfasern umfaßt, wobei das Multifilgarn eine Zugfestigkeit von 13 cN/dtex oder mehr und einen Anfangsmodul von 300 cN/dtex oder mehr hat und das Stapelfasergarn wenigstens 15 Gew.% eines Stapelfaseranteils mit einer Faserlänge vom 1,5-fachen oder mehr der durchschnittlichen Faserlänge des Stapelfasergarns und wenigstens 15 Gew.% eines anderen Stapelfaseranteils mit einer Faserlänge vom 0,5-fachen oder weniger der durchschnittlichen Faserlänge des Stapelfasergarns enthält, ohne Verdrillen der gleichlaufenden Garne miteinander; und

Führen des unverdrillten gleichlaufenden Verbundgarns durch einen Luftwirbel, der entlang einer Ebene wirbelt, die die Längsachsenrichtung des gleichlaufenden Verbundgarns schneidet, um dadurch hervorzurufen, daß ein Teil der Stapelfasern im gleichlaufenden Verbundgarn um den Umfang des gleichlaufenden Verbundgarns gewickelt wird, um dadurch das gleichlaufende Verbundgarn damit zu binden.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns haben die Stapelfasern im Stapelfasergarn bevorzugt eine individuelle Faserdicke von 5,5 cN/dtex oder weniger.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns hat das Verbundgarn bevorzugt eine Zugfestigkeit von 11,5 cN/dtex oder mehr.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns hat das Multifilgarn bevorzugt eine Dicke im Bereich, der 10 bis 90 % der Gesamtdicke des Verbundgarns entspricht.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns haben die Endlosfilamente im Multifilgarn bevorzugt eine individuelle Filamentdicke von 0,1 bis 22 dtex.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns sind die Endlosfilamente im Multifilgarn bevorzugt ausgewählt aus Polyparaphenylenterephthalamid-Filamenten, Copolyparaphenylen-3,4-oxydiphenylenterephthalamid-Filamenten, Polyparaphenylenbenzoxazol-Filamenten, hochfesten Polyethylen-Filamenten, hochfesten Polyvinylalkohol-Filamenten, vollständig aromatischen Polyester-Filamenten und Kohlenstoff-Filamenten.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns haben die Stapelfasern im Stapelfasergarn bevorzugt eine durchschnittliche Faserlänge im Bereich von 35 bis 150 cm.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns sind die Stapelfasern im Stapelfasergarn bevorzugt ausgewählt aus Nylon-6-Stapelfasern, Nylon-66-Stapelfasern, meta-aromatischen Polyamid-Stapelfasern, und para-aromatischen Polyamid-Stapelfasern.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns führt das Luftwirbel-Verwirbelungsverfahren bevorzugt dazu, daß ein Hauptteil der individuellen Endlosfilamente in einem Kernabschnitt des Verbundgarns verteilt ist.

Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns führt das Luftwirbel-Verwirbelungsverfahren bevorzugt dazu, daß wenigstens ein Teil der individuellen Endlosfilamente und wenigstens ein Teil der individuellen Stapelfasern miteinander verschlungen werden.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

1 ist eine Photographie, die eine Seitenansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarns zeigt,

2 ist eine Photographie, die eine Seitenansicht einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarns zeigt, und

3 ist ein Flußdiagramm, das eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns zeigt.

Beste Ausführungsform der Erfindung

Das erfindungsgemäße Verstärkungsverbundgarn ist ein gleichlaufendes Verbundgarn aus wenigstens einem Multifilgarn, das eine Mehrzahl von Endlosfilamenten umfaßt, mit wenigstens einem Stapelfasergarn, das eine Mehrzahl von Stapelfasern umfaßt. Das Multifilgarn und das Stapelfasergarn sind jeweils im wesentlichen unverdrillt, und das resultierende gleichlaufende Verbundgarn ist im wesentlichen unverdrillt.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn hat das Multifilgarn eine Zugfestigkeit von 13 cN/dtex oder mehr und einen Anfangsmodul von 300 cN/dtex oder mehr, und das Stapelfasergarn umfaßt Stapelfaseranteile, die sich in der Faserlänge von einander unterscheiden, worin ein Stapelfaseranteil (1) mit einer Faserlänge vom 1,5-fachen der durchschnittlichen Faserlänge der Stapelfasern im Stapelfasergarn und ein anderer Stapelfaseranteil (2) mit einer Faserlänge vom 0,5-fachen oder weniger der durchschnittlichen Faserlänge wie oben erwähnt in einer Menge von jeweils wenigstens 15 Gew.% auf Basis des Gesamtgewichts des Stapelfasergarns enthalten sind.

Ferner ist es im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn wichtig, daß ein Teil der Stapelfasern im Stapelfasergarn in Form einer Windung um den Umfang des gleichlaufenden Verbundgarns vorhanden ist, um dadurch das gleichlaufende Multifilgarn und das Stapelfasergarn zu einem Verbundgarn zu binden.

Bezugnehmend auf 1, und zwar die Photographie, die eine Seitenansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarns zeigt, sind in einem Verbundgarn, das ein Multifilgarn und ein Stapelfasergarn umfaßt, die zueinander gleichlaufen, ein Teil der Stapelfasern in Form von Windungen um den Umfang des Verbundgarns gewunden, um das Multifilgarn und das Stapelfasergarn zu einem Verbundgarn zu binden.

Bezugnehmend auf 2, und zwar die Photographie, die eine Seitenansicht einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarns zeigt, ist ein Teil der Stapelfasern um den Umfang des Verbundgarns gewunden, das ein Multifilgarn und ein Stapelfasergarn umfaßt, die zueinander gleichlaufen, um die zwei Garne miteinander zu binden, und ein Teil der sich windenden Stapelfasern erstreckt sich aus dem Umfang des Verbundgarns nach außen, und dadurch wird das resultierende Verbundgarn mit einem Erscheinungsbild eines voluminösen Garns versehen.

Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des Verstärkungsverbundgarns umfaßt die Schritte des Gleichlaufenlassens wenigstens eines Multifilgarns, das eine Mehrzahl von Endlosfilamenten umfaßt, im wesentlichen unverdrillt, und eine Zugfestigkeit von 13 cN/dtex oder mehr und einen Anfangsmodul von 30 cN/dtex oder mehr hat, und wenigstens eines Stapelfasergarns, das eine Mehrzahl von Stapelfasern umfaßt, im wesentlichen unverdrillt, und einen Stapelfaseranteil mit einer Faserlänge vom 1,5-fachen oder mehr der durchschnittlichen Faserlänger der Stapelfasern im Stapelfasergarn und einen anderen Stapelfaseranteil mit einer Faserlänge vom 0,5-fachen oder weniger der durchschnittlichen Faserlänge wie oben erwähnt hat, jeweils in einer Menge von wenigstens 15 Gew.%, ohne Verdrillen der gleichlaufenden Garne miteinander.

Das unverdrillte, gleichlaufende Verbundgarn gelangt durch einen Luftwirbel, der entlang einer Ebene wirbelt, die die Längsachsenrichtung des gleichlaufenden Verbundgarns schneidet, um dadurch hervorzurufen, daß ein Teil der Stapelfasern im Verbundgarn um den Umfang des gleichlaufenden Verbundgarns gewickelt wird, um dadurch das Verbundgarn zu binden.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann durch die wie zum Beispiel in 3 gezeigte Vorrichtung durchgeführt werden.

In 3 wird ein gestrecktes unverdrilltes Multifilgarn 2 von einer Spule 1 einer Streckreißmaschine zugeführt, die ein Paar von Zufuhrwalzen 3 und ein Paar von Streckreißwalzen 3 umfaßt, die mit zum Beispiel 1000 mm von den Zufuhrwalzen 3 beabstandet sind und mit einer Umfangsgeschwindigkeit von mehr als der Zufuhrgeschwindigkeit der Zufuhrwalzen 3 rotieren; die individuellen Filamente im Garn 2 werden in einem trompetenförmigen Schredder 5 streckgerissen, der zwischen den Zufuhrwalzen 3 und den Streckreißwalzen 4 angeordnet ist, um ein Bündel 2a aus unverdrillten streckgerissenen Stapelfasern mit ungleichen Faserlängen bereitzustellen. In dieser Stufe wird separat ein anderes gestrecktes unverdrilltes Multifilgarn 9 von der Spule 9a abgewickelt und den Streckreißwalzen 4 zugeführt, um das Multifilgarn 9 mit dem Bündel 2a aus den unverdrillten streckgerissenen Stapelfasern gleichlaufen zu lassen, um ein Verbundgarn bereitzustellen, das resultierende gleichlaufende Verbundgarn 10 wird durch eine Falschdrahtluftdüse 7 geführt. In der Falschdrahtluftdüse 7 wird das gleichlaufende unverdrillte Verbundgarn mit einem Luftwirbelstrom behandelt, der um das gleichlaufende unverdrillte Verbundgarn wirbelt, was dazu führt, daß ein Teil der Stapelgarne im gleichlaufenden unverdrillten Verbundgarn um den Umfang des Verbundgarns gewickelt wird, um dadurch das Multifilgarn und das Stapelfasergarn zu einem Verbundgarn zu kombinieren. In dieser Luftwirbelbehandlung ist es durch Steuern der an das Verbundgarn angelegten Spannung oder Entspannung und/oder der Geschwindigkeit des Luftwirbelstroms möglich, den Teil der Stapelfaser dazu zu bringen, sich um den Umfang des Verbundgarns zu wickeln und das Multifilgarn und das Stapelfasergarn zu einem Verbundgarn zu binden, und ferner Teile der sich um das Verbundgarn windenden Stapelfasern nach außen auszudehnen, um dem resultierenden Verbundgarn ein voluminöses garnartiges Erscheinungsbild zu verleihen, und/oder einen Teil der individuellen Stapelfasern und einen Teil der individuellen Filamente miteinander zu umschlingen.

Das mit Stapelfaser umwickelte Verbundgarn wird aus der Falschdrahtluftdüse 7 durch ein Paar von Zugwalzen 8 entnommen und auf einer Aufnahmespule 11 aufgewickelt.

Im gleichlaufenden Verbundgarn aus dem unverdrillten Stapelfasergarn mit dem unverdrillten Multifilgarn kann das Multifilgarn einen Kernabschnitt des Verbundgarns bilden, und das Stapelfasergarn kann so angeordnet sein, um den Kernabschnitt aus Multifilgarn zu umgeben. In diesem Fall wird die Struktur des durch die Stapelfasern umwickelten Verbundgarns eng gemacht, und das resultierende Verbundgarn weist eine gesteigerte Zugfestigkeit und einen gesteigerten Anfangsmodul auf.

Auch wenn wenigstens ein Teil der individuellen Filamente und wenigstens ein Teil der individuellen Stapelfasern im Verbundgarn miteinander verschlungen sind, wird das Auftreten von Schlupf zwischen den individuellen Filamenten und den individuellen Stapelfasern im Verbundgarn verhindert, und das resultierende Verbundgarn weist eine gesteigerte Verstärkungswirkung auf.

Die Teile der Stapelfasern, die den Umfang des Verbundgarn umwickeln und sich aus dem Umfang ausdehnen, weisen eine Ankerwirkung auf, aufgrund derer die Bindungsstärke des Verbundgarns gesteigert ist, wenn das Verbundgarn gebunden wird.

Der Anteil der Stapelfasern, der vom Anteil der Stapelfasern verschieden ist, die sich um das Verbundgarn winden, um das Verbundgarn zu vereinigen, und sich gegebenenfalls aus dem Verbundgarn ausdehnen, muß im wesentlichen unverdrillt sein. Falls er verdrillt ist, gibt es eine Tendenz zur Abnahme der mechanischen Festigkeit des resultierenden Verbundgarns. Falls ferner das Verbundgarn nicht mit dem Teil der Stapelfasern umwunden und vereinigt ist, selbst wenn ein Teil der Stapelfasern und ein Teil der Filamente miteinander verschlungen sind, gleiten die Stapelfasern leicht ab, und Schlupf zwischen den Filamenten und den Stapelfasern tritt leicht auf. Daher kann das resultierende Verbundgarn keine zufriedenstellende Verstärkungswirkung aufweisen.

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn muß das darin enthaltene Multifilgarn eine Zugfestigkeit von 13 cN/dtex oder mehr, bevorzugt 17,5 cN/dtex oder mehr, besonders bevorzugt 26,5 cN/dtex oder mehr besitzen, um eine ausreichende Verstärkungswirkung als Verstärkungsmaterial für verschiedene Matrixharze aufzuweisen. Falls die Zugfestigkeit des Multifilgarns weniger als 13 cN/dtex beträgt, hat das resultierende Verbundgarn eine unzufriedenstellende Zugfestigkeit beim Bruch und weist eine unzureichende Verstärkungswirkung auf, und somit ist die Wirkung der Zunahme der mechanischen Festigkeit des Verbundgarns auf die resultierenden Verbundwerkstoffe aus dem Verbundgarn mit verschiedenen Typen von Matrixharzen unzureichend.

Es gibt keine Obergrenze für die Zugfestigkeit des Multifilgarns, und je höher die Zugfestigkeit ist, desto bevorzugter ist das resultierende Multifilgarn. Wenn jedoch die Zugfestigkeit zu hoch ist, kann das resultierende Multifilgarn eine zu geringe Höchstdehnung aufweisen, und somit kann das resultierende Verbundgarn eine unzufriedenstellende Verstärkungswirkung bei Verwendung als Verstärkungsmaterial aufweisen. Alternativ kann das resultierende Multifilgarn eine zu hohe fibrillierende Eigenschaft aufweisen, und somit kann das resultierende Verbundgarn eine schlechte Haltbarkeit bei der praktischen Verwendung aufweisen. Ferner ist das resultierende Multifilgarn alternativ zu kostspielig und somit wirtschaftlich nachteilig. Entsprechend ist die Zugfestigkeit des Multifilgarns bevorzugt nicht höher als 50 cN/detex, besonders bevorzugt nicht höher als 40 cN/dtex.

Das für das erfindungsgemäße Verbundgarn verwendbare Multifilgarn muß einen Anfangsmodul von 300 cN/dtex oder mehr, bevorzugt 400 cN/dtex oder mehr, besonders bevorzugt 500 cN/dtex oder mehr haben. Der oben genannte Anfangsmodul ermöglicht es den mit dem erfindungsgemäßen Verbundgarn verstärkten resultierenden Verbundwerkstoffen, eine zufriedenstellende Steifigkeit und Formstabilität aufzuweisen. Falls der Anfangsmodul weniger als 300 cN/dtex beträgt, weist das resultierende Verbundgarn eine unzureichende Verstärkungswirkung auf, und die durch das Verbundgarn verstärkten resultierenden Verbundwerkstoffe weisen eine unzufriedenstellende Steifigkeit und eine unzureichende Formstabilität auf.

Es gibt keine spezifische Beschränkung für die individuelle Filamentdicke der Endlosfilamente, aus denen das Multifilgarn aufgebaut ist. Falls jedoch die Dicke zu hoch oder zu niedrig ist, kann die Herstellung des Multifilgarns mit der oben genannten Zugfestigkeit und dem Anfangsmodul schwierig sein, die Stabilität der Verfahren zur Herstellung des Verbundgarns kann abnehmen, und das resultierende Verbundgarn kann schlechte Handhabungseigenschaften aufweisen. Allgemein ist die Dicke der individuellen Filamente des Multifilgarns bevorzugt im Bereich von 0,1 bis 22 dtex.

Es gibt keine Notwendigkeit, den Typ des Polymers spezifisch zu beschränken, aus dem die Filamente für das erfindungsgemäße Verbundgarn gebildet werden, und jeder Typ von Filamenten kann eingesetzt werden, solange das resultierende Filamentgarn die oben genannten Erfordernisse erfüllt. Die Filamente für das Multifilgarn schließen zum Beispiel Polyparaphenylenterephthalamid-Filamente, Copolyparaphenylen-3,4'-oxydiphenylenterephthalamid-Filamente, Polyparaphenylenbenzoxazol-Filamente, hochfeste Polyethylen-Filamente, hochfeste Polyvinylalkohol-Filamente, vollständig aromatische Polyesterfilamente und Kohlenstoff-Filamente ein.

Die für den Aufbau des Stapelfasergarns für das erfindungsgemäße Verbundgarn verwendbaren Stapelfasern haben eine ungleiche Faserlänge. Wenn die Stapelfaser eine durch L dargestelltes durchschnittliche Faserlänge hat, umfaßt das Stapelfasergarn einen Stapelfaseranteil (1) mit einer Faserlänge von 1,5 L oder mehr, einen anderen Stapelfaseranteil (2) mit einer Faserlänge von 0,5 L oder weniger und beide Anteile (1) und (2) sind in einer Menge von 15 Gew.% oder mehr vorhanden, bevorzugt 15 bis 20 %. Falls der Gehalt des Stapelfaseranteils (1) mit einer Faserlänge von 1,5 L oder mehr weniger als 15 Gew.% ist, weist das resultierende Verbundgarn eine unzureichende mechanische Festigkeit auf. Auch wenn der Gehalt des Stapelfaseranteils (2) mit einer Faserlänge von 0,5 L oder weniger weniger als 15 Gew.% beträgt, weisen die Stapelfasern ein unzureichendes Aufbauschen um den Umfang des Verbundgarns auf und können somit keine ausreichende Ankerwirkung aufweisen. Deshalb kann das resultierende Verbundgarn keine ausreichende Verstärkungswirkung aufweisen.

Wenn die durchschnittliche Faserlänge der Stapelfasern zu kurz ist, kann das resultierende Verbundgarn eine geringe mechanische Festigkeit aufweisen. Auch falls die durchschnittliche Faserlänge zu lang ist, kann das dazu führen, daß die Menge des um das resultierende Verbundgarn gebildeten Flaums abnimmt und die Verstärkungswirkung des Verbundgarns abnimmt. Allgemein ist die durchschnittliche Faserlänge der Stapelfasern bevorzugt im Bereich von 35 bis 150 cm.

Wenn die individuelle Faserdicke der Stapelfasern zu hoch ist, wird die Anzahl der Aufbauschungen, die um den Umfang des resultierenden Verbundgarns gebildet werden, zu klein, und die resultierenden Stapelfasern weisen eine hohe Steifigkeit auf und sind schwierig mit den Endlosfilamenten im Verbundgarn zu verschlingen und um den Umfang des Verbundgarns zu wickeln, um es zu vereinigen, und gleiten leicht vom Verbundgarn ab. Wenn deshalb die resultierenden Verbundgarn in einem Matrixharz dispergiert und eingebettet werden, ist die Ankerwirkung der Aufbauschungen auf die Verbundgarne schlecht, und somit ist die Verstärkungswirkung der Verbundgarne unzureichend. Entsprechend ist die individuelle Faserdicke der Stapelfasern bevorzugt 5,5 dtex oder weniger, besonders bevorzugt 1,5 dtex oder weniger, noch mehr bevorzugt 0,8 detex oder weniger. wenn jedoch die individuelle Faserdicke zu gering ist, wird die Herstellung der dünnen Stapelfasern schwierig. Deshalb ist die individuelle Faserdicke bevorzugt nicht weniger als 0,1 dtex.

Es gibt keine Beschränkung für den Polymertyp, aus dem die für das erfindungsgemäße Verbundgarn verwendbaren Stapelfasern gebildet werden, und das Polymer kann aus herkömmlichen Polymeren ausgewählt werden, solange die resultierenden Stapelfasern die oben genannten Erfordernisse erfüllen. Das Polymer für die Stapelfasern kann das gleiche wie das Polymer für die Filamente oder davon verschiedene sein. Entsprechend können die für die vorliegende Erfindung verwendbaren Stapelfasern als Reaktion auf die für das resultierende Verbundgarn erforderlichen Eigenschaften ausgewählt werden, zum Beispiel aus Nylon-6-Stapelfasern, Nylon-66-Stapelfasern, meta-aromatischen Polyamid-Stapelfasern und para-aromatischen Polyamid-Stapelfasern.

Wenn die Stapelfasern aus denjenigen mit einer hohen Bindungseigenschaft für die Matrixharze ausgewählt werden, zum Beispiel thermoplastischen Harzen, wärmehärtenden Harzen und Kautschuken. Zum Beispiel können zur Verwendung in Verstärkungskautschukmaterialen Nylon-6- oder Nylon-66-Stapelfasern signifikant die Verstärkungswirkung des resultierenden Verbundgarns steigern.

Auch für die Verwendung, in der ein Verstärkungsmaterial mit hoher Wärmebeständigkeit erforderlich ist, werden feuerbeständige Stapelfasern, zum Beispiel meta-aromatische Polyamid-Stapelfasern, vorteilhaft eingesetzt. Ferner werden für die Verwendung, in der ein Verstärkungsverbundgarn mit hoher mechanischer Festigkeit und Steifigkeit erforderlich ist, die hochfesten Stapelfasern mit hohem Modul, zum Beispiel para-aromatische Polyamid-Stapelfasern des gleichen Typs wie die Filamente des Multifilgarns, vorteilhaft eingesetzt.

Im erfindungsgemäßen Verbundgarn werden die Mischungsanteile des Multifilgarns und des Stapelfasergarns als Garndicke auf Basis der Gesamtdicke des Verbundgarns berechnet. Bevorzugt ist der Anteil des Multifilgarns im Bereich von 10 bis 90 %, besonders bevorzugt 40 bis 60 %. Wenn der Anteil des Multifilgarns zu gering ist, kann das resultierende Verbundgarn eine unzureichende mechanische Festigkeit aufweisen und somit eine unzufriedenstellende Verstärkungswirkung aufweisen. Wenn der Anteil des Multifilgarns zu hoch ist, kann die Verankerungswirkung der Stapelfasern auf das Verbundgarn unzureichend sein und somit das resultierende Verbundgarn eine unzureichende Bindungseigenschaft zum Matrixharz haben und eine unzufriedenstellende Verstärkungswirkung aufweisen.

Im erfindungsgemäßen Verbundgarn befinden sich die Filamente des Multifilgarns bevorzugt im Kernabschnitt des Verbundgarns, und die Stapelfasern der Stapelfasergarne befinden sich um den Kernabschnitt, der aus den Filamenten gebildet ist, um einen Hüllabschnitt des Verbundgarns zu bilden. In diesem Fall können ein Teil der Filamente und ein Teil der Stapelfasern im Grenzbereich zwischen dem Kernabschnitt und dem Hüllabschnitt miteinander verschlungen sein. Die Verschlingung schränkt den Schlupf zwischen den Filamenten und den Stapelfasern ein, wodurch die Verstärkungswirkung des Verbundgarns gesteigert wird. Falls sich die Filamente im Hüllabschnitt statt im Kernabschnitt befinden, nimmt die Menge des Flaums ab, der signifikant zur Steigerung der Bindungseigenschaft des Verbundgarns zum Matrixmaterial beiträgt, und somit kann nicht nur die Verankerungswirkung der Stapelfasern auf das Verbundgarn abnehmen, sondern das resultierende Verbundgarn kann auch eine unzureichende Zugfestigkeit und einen unzureichenden Anfangsmodul aufweisen. Auch wird die Windungs- und Vereinigungswirkung der Stapelfasern auf das Verbundgarn unzureichend.

Beispiele

Das erfindungsgemäße Verstärkungsverbundgarn und Verfahren zu seiner Herstellung werden ferner durch die folgenden Beispiele veranschaulicht.

Beispiele 1 bis 3

In jedem der Beispiele 1 bis 3 wurde ein Garn, das durch Gleichlaufenlassen von vier aromatischen copolymeren Polyamidmultifilgarnen hergestellt wurde, die jeweils aus 25 mol% einer Paraphenylendiamin-Komponente, 25 mol% einer 3,4'-Diaminodiphenylether-Komponente und 50 mol% einer Terephthalsäure-Komponente hergestellt wurden (Marke: TECHNORA, hergestellt von TEIJIN LTD., jeweils mit einer Zugfestigkeit von 24,7 cN/dtex, einem Anfangsmodul von 520 cN/dtex, einer äußersten Dehnung von 4,6 % und einem Titer von 440 dtex/267 Filamente), der in 1 gezeigten Vorrichtung zugeführt, die individuellen Filamente im Multifilgarn wurden mit einem Streckverhältnis wie in Tabelle 1 gezeigt streckgerissen, und das resultierende streckgerissene Fasergarn (Stapelfasergarn) wurde mit dem gleichen aromatischen copolymerisierten Polyamidmultifilgarn (440 dtex/267 Filamente) wie oben erwähnt durch die Vorrichtung der 1 gleichlaufen gelassen, um ein gleichlaufendes vorläufiges Verbundgarn bereitzustellen. Am Auslaß der Streckreißwalzen 4 hatte das resultierende Vlies eine durchschnittliche Stapelfaserlänge L und umfaßte einen Stapelfaseranteil (1) mit einer Stapelfaserlänge von 1,5 L oder mehr und einen anderen Stapelfaseranteil (2) mit einer Stapelfaserlänge von 0,5 L oder weniger jeweils in der in Tabelle 1 gezeigten Menge. Nachdem das gleichlaufende vorläufige Verbundgarn durch die Falschdrahtluftdüse 7 gelangt war, befanden sich die Filamente des Multifilgarns hauptsächlich in einem Kernabschnitt des resultierenden Verbundgarns. Ein Teil der Filamente und ein Teil der Stapelfasern im Verbundgarn waren miteinander verschlungen, und ein Teil der Stapelfasern war um den Umfang des Verbundgarns gewunden, um das Verbundgarn fest zu binden. Dadurch glitt der um den Umfang des Verbundgarns aus den gewundenen Stapelfasern gebildete Flaum nicht vom Verbundgarn während der praktischen Verwendung ab. Tabelle 1 zeigt die Dicke, Zugfestigkeit, äußerste Dehnung und den Anfangsmodul des Verbundgarns, den Anteil (als Dicke) des Multifilgarns auf Basis der Gesamtdicke des Verbundgarns und den Zugfestigkeitsbeitrag, der den Anteil der Zugfestigkeit des resultierenden Verbundgarns auf Basis der Zugfestigkeit des ursprünglichen Multifilgarns vor der Kombination mit dem Stapelfasergarn bezeichnet, gemäß der vorliegenden Erfindung.

Beispiele 4 und 5

In jedem der Beispiele 4 und 5 wurde ein Verbundgarn durch die gleichen Verfahren wie in Beispiel 1 hergestellt, außer daß das Streckverhältnis im Streckreißverfahren wie in Tabelle 1 gezeigt verändert wurde und als Multifilgarn, das mit dem streckgerissenen Stapelfasergarn gleichlaufen gelassen werden sollte, ein aromatischen copolymeres Polyamidmultifilgarn (Marke: TECHNORA, hergestellt von TEIJIN LTD., mit einer Zugfestigkeit von 24,7 cN/dtex, einem Anfangsmodul von 520 cN/dtex, einer äußersten Dehnung von 4,6 % und einem Titer von 220 dtex/133 Filamente) eingesetzt wurde.

Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 1

Die gleichen Streckreiß- und pneumatischen Falschdrahtverfahren wie in Beispiel 1 wurden durchgeführt, außer daß das dem Streckreißverfahren zugeführte Multifilgarn aus 8 Polyamidmultifilgarnen durch Gleichlaufenlassen hergestellt wurde und das streckgerissene Stapelfasergarn nicht mit dem aromatischen Polyamidmultifilgarn gleichlaufen gelassen wurde. Ein streckgerissenes aromatisches copolymeres Stapelfasergarn wurde erhalten. Das streckgerissene Stapelfasergarn wurde den gleichen Untersuchungen wie in Beispiel 1 unterworfen. Die Untersuchungsergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.

Vergleichsbeispiel 2

Ein Verbundgarn wurde durch die gleichen Verfahren wie in Beispiel 1 hergestellt, außer daß anstelle des Multifilgarns, das mit dem streckgerissenen Stapelfasergarn gleichlaufen gelassen werden sollte, ein Vorband mit einer Dicke von 440 dtex eingesetzt wurde, das aromatische copolymere Polyamidstapelfaser mit einer Faserlänge von 51 mm umfaßte. Das resultierende aromatische copolymere Polyamid-Verbundgarn wurde den gleichen Untersuchungen wie in Beispiel 1 unterworfen. Die Untersuchungsergebnisse sind in Tabelle 1 gezeigt.

[Fußnote]

  • (*)1 – Massenanteil des Stapelfaseranteils (1) mit einer Faserlänge von 1,5 L oder mehr im Stapelfasergarn
  • (*)2 – Massenanteil des Stapelfaseranteils (2) mit einer Faserlänge von 0,5 L oder weniger im Stapelfasergarn
  • (*)3 – Prozentanteil der Zugfestigkeit des Verbundgarns auf Basis der Zugfestigkeit des Multifilgarns vor der Vereinigung mit dem Stapelfasergarn

Dann wurde jedes der Verbundgarne aus Beispiel 1 und Vergleichsbeispiel 1 und 2 einer Haftvermittlerbehandlung unterworfen, in der eine Epoxidharzkomponente auf das Verbundgarn in einem ersten Behandlungsbad aufgetragen wurde und dann eine RFL-Komponente auf das Verbundgarn in einem zweiten Behandlungsbad aufgetragen wurde. Die Gesamtmenge der aufgetragenen Harzkomponenten betrug etwa 2,5 Gew.%.

Dann wurden Probekörper aus jedem der resultierenden, mit Haftvermittler behandelten Schnüre parallel zueinander in einem zentralen Teil einer NR/SBR-Kautschukplatte mit einer Dicke von 4 mm mit Intervallen von 7 mm eingebettet, und die resultierende verstärkte Kautschukplatte wurde in einer Breite von 7 mm parallel zur Längsrichtung der eingebetteten Schnurprobekörper in aufgeteilte Stücke zerschnitten.

In bezug auf die Bindungsfestigkeit der Verstärkungsgarne für die Kautschukmatrix in jedem aufgeteilten Stück wurden die Zugfestigkeit der Schnüre aus der Kautschukmatrix und die Abziehfestigkeit der Schnüre aus der Kautschukmatrix in rechten Winkeln zur Längsrichtung der Schnüre in der Kautschukplatte gemessen. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 gezeigt.

Gewerbliche Anwendbarkeit

Im erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn laufen in im wesentlichen unverdrilltes Multifilgarn und ein im wesentlichen unverdrilltes Stapelfasergarn zueinander parallel ohne Verdrillung, und ein Teil der Stapelfasern im Stapelfasergarn sind um den Umfang des Verbundgarns gewunden, um das Multifilgarn und das Stapelfasergarn damit fest zu binden, und dadurch sind die Festigkeitsbeiträge des Multifilgarns und des Stapelfasergarns auf das Verbundgarn (als Zugfestigkeit) hoch. Auch bildet der Teil der Stapelfasern Flaum um den Umfang des Verbundgarns, und dadurch weist der Flaum eine hohe Verankerungswirkung für das Verbundgarn im zu verstärkenden Matrixmaterial auf. Dadurch ist die Verstärkungswirkung des Verbundgarns für das Matrixmaterial weiter gesteigert. Entsprechend weist das erfindungsgemäßen Verstärkungsverbundgarn eine hohe Verstärkungswirkung auf das zu verstärkende Matrixmaterial (zum Beispiel Harz- oder Kautschukmaterial) auf und ist somit nützlich in der Praxis.


Anspruch[de]
Verstärkungsverbundgarn, das im wesentlichen aus einem im wesentlichen unverdrillten Verbundgarn (10) besteht, das wenigstens ein im wesentlichen unverdrilltes Multifilgarn (9) umfaßt, das eine Mehrzahl von Endlosfilamenten umfaßt, und gleichläuft mit wenigstens einem im wesentlichen unverdrillten Stapelfasergarn (2a), das eine Mehrzahl von Stapelfasern umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß

das Multifilgarn (9) eine Zugfestigkeit von 13 cN/dtex oder mehr und einen Anfangsmodul von 300 cN/dtex oder mehr aufweist;

das Stapelfasergarn (2a) einen Stapelfaseranteil mit einer Faserlänge vom 1,5-fachen oder mehr der durchschnittlichen Faserlänge des Stapelfasergarns und einen anderen Stapelfaseranteil mit einer Faserlänge vom 0,5-fachen oder weniger der durchschnittlichen Faserlänge des Stapelfasergarns jeweils in einer Menge von wenigstens 15 Gew.% umfaßt; und

ein Teil der Stapelfasern im Stapelfasergarn (2a) in Form einer Windung um den Umfang der gleichlaufenden Verbundgarne vorhanden ist, um dadurch das Multifilgarn (9) mit den Stapelfasergarnen (2a) zu einem Verbundgarn (10) zu binden.
Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1, worin die Stapelfasern im Stapelfasergarn eine individuelle Faserdicke von 5,5 dtex oder weniger haben. Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1 mit einer Zugfestigkeit von 11,5 cN/dtex oder mehr. Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1, worin das Multifilgarn eine Dicke im Bereich hat, der 10 bis 90 % der Gesamtdicke des Verbundgarns entspricht. Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1, worin die Endlosfilamente im Multifilgarn eine individuelle Filamentdicke von 0,1 bis 22 dtex haben. Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1, worin die Endlosfilamente im Multifilgarn aus Polyparaphenylenterephthalamid-Filamenten, Copolyparaphenylen-3,4'-oxydiphenylenterephthalamid-Filamenten, Polyparaphenylenbenzoxazol-Filamenten, hochfesten Polyethylen-Filamenten, hochfesten Polyvinylalkohol-Filamenten, vollständig aromatischen Polyester-Filamenten und Kohlenstoff-Filamenten ausgewählt sind. Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1, worin die Stapelfasern im Stapelfasergarn eine durchschnittliche Faserlänge im Bereich von 35 bis 150 cm haben. Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1, worin die Stapelfasern im Stapelfasergarn aus Nylon-6-Stapelfasern, Nylon-66-Stapelfasern, meta-aromatischen Polyamid-Stapelfasern und para-aromatischen Polyamid-Stapelfasern ausgewählt sind. Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1, worin ein Hauptteil der individuellen Endlosfilamente in einem Kernabschnitt des Verbundgarns verteilt ist. Verstärkungsverbundgarn gemäß Anspruch 1, worin wenigstens ein Teil der individuellen Endlosfilamente und wenigstens ein Teil der individuellen Stapelfasern miteinander verschlungen sind. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns, umfassend:

Gleichlaufenlassen wenigstens eines im wesentlichen unverdrillten Multifilgarns (9), das eine Mehrzahl von Endlosfilamenten umfaßt, und wenigstens eines im wesentlichen unverdrillten Stapelfasergarns (2a), das eine Mehrzahl von Stapelfasern umfaßt, wobei das Multifilgarn (9) eine Zugfestigkeit von 13 cN/dtex oder mehr und einen Anfangsmodul von 300 cN/dtex oder mehr hat und das Stapelfasergarn (2a) wenigstens 15 Gew.% eines Stapelfaseranteils mit einer Faserlänge vom 1,5-fachen oder mehr der durchschnittlichen Faserlänge des Stapelfasergarns und wenigstens 15 Gew.% eines anderen Stapelfaseranteils mit einer Faserlänge vom 0,5-fachen oder weniger der durchschnittlichen Faserlänge des Stapelfasergarns enthält, ohne Verdrillen der gleichlaufenden Garne miteinander; und

Führen des unverdrillten gleichlaufenden Verbundgarns durch einen Luftwirbel, der entlang einer Ebene wirbelt, die die Längsachsenrichtung des gleichlaufenden Verbundgarns schneidet, um dadurch hervorzurufen, daß ein Teil der Stapelfasern im gleichlaufenden Verbundgarn um den Umfang des gleichlaufenden Verbundgarns gewickelt wird, um dadurch das gleichlaufende Verbundgarn damit zu binden.
Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin die Stapelfasern im Stapelfasergarn eine individuelle Faserdicke von 5,5 dtex oder weniger haben. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin das Verbundgarn eine Zugfestigkeit von 11,5 cN/dtex oder mehr hat. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin das Multifilgarn eine Dicke im Bereich hat, der 10 bis 90 % der Gesamtdicke des Verbundgarns entspricht. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin die Endlosfilamente im Multifilgarn eine individuelle Filamentdicke von 0,1 bis 22 dtex haben. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin die Endlosfilamente im Multifilgarn aus Polyparaphenylenterephthalamid-Filamenten, Copolyparaphenylen-3,4'-oxidiphenylenterephthalamid-Filamenten, Polyparaphenylenbenzoxazol-Filamenten, hochfesten Polyethylen-Filamenten, hochfesten Polyvinylalkohol-Filamenten, vollständig aromatischen Polyester-Filamenten und Kohlenstoff-Filamenten ausgewählt sind. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin die Stapelfasern im Stapelfasergarn eine durchschnittliche Faserlänge im Bereich von 35 bis 150 cm haben. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin die Stapelfasern im Stapelfasergarn aus Nylon-6-Stapelfasern, Nylon-66-Stapelfasern, meta-aromatischen Polyamid-Stapelfasern und para-aromatischen Polyamid-Stapelfasern ausgewählt sind. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin das Luftwirbel-Verwirbelungsverfahren dazu führt, daß ein Hauptteil der individuellen Endlosfilamente in einem Kernabschnitt des Verbundgarns verteilt ist. Verfahren zur Herstellung eines Verstärkungsverbundgarns gemäß Anspruch 11, worin das Luftwirbel-Verwirbelungsverfahren dazu führt, daß wenigstens ein Teil der individuellen Endlosfilamente und wenigstens ein Teil der individuellen Stapelfasern miteinander verschlungen werden.






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