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Dokumentenidentifikation DE102005031867A1 25.01.2007
Titel Rumpforthese
Anmelder Otto Bock HealthCare IP GmbH & Co. KG, 37115 Duderstadt, DE
Erfinder Vollbrecht, Matthias, 37412 Herzberg, DE;
Lehmann, Anke, Norrköping, SE;
Mühlenberend, Andreas, 04103 Leipzig, DE
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER GbR, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 05.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005031867
Offenlegungstag 25.01.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.01.2007
IPC-Hauptklasse A61F 5/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Eine Rumpforthese mit einer zum Umschließen des Rumpfes eines Patienten (10) ausgebildeten Bandage (1) und mit einer mit der Bandage (1) verbundenen Stützeinrichtung (5, 5') lässt sich dadurch flexibel ausbilden und anwenden, dass die Stützeinrichtung (5, 5') durch eine Vielzahl von nebeneinander zugeordneten, in Längsrichtung der Wirbelsäule ausgerichteten und direkt miteinander verbundenen Fingerstäben (6, 26) gebildet ist, die aus einem flexiblen Kunststoff bestehen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Rumpforthese mit einer zum Umschließen des Rumpfes eines Patienten ausgebildeten Bandage und mit einer mit der Bandage verbundenen Stützeinrichtung.

Es ist bekannt, Rumpforthesen zur Stützung und Entlastung der Lendenwirbelsäule einzusetzen. Bekannt ist ferner, dass dabei ganz unterschiedliche Funktionen der Orthese erforderlich werden können. So kann es geboten sein, den Lordosenbereich der Wirbelsäule vollständig zu entlasten, indem er durch die Stützeinrichtung überbrückt wird. Hierbei wird eine weitgehende Immobilisierung der Wirbelsäule bewirkt.

Ferner ist es bekannt, den Lumbalbereich bzw. lumbosakralen Bereich der Wirbelsäule während einer eingeschränkten Beweglichkeit zu stützen. In einer weitergehenden Rehabilitationsphase kann es ggf. nur noch erforderlich sein, eine gewisse Stützwirkung mittels einer Bandage oder einer geringfügig verstärkten Bandage auszuüben.

Durch DE 202 04 747 U1 ist eine Rumpforthese der eingangs erwähnten Art bekannt, die auf eine vielseitige Einsetzbarkeit für die verschiedenen Anwendungsfälle und auf die Anpassung an unterschiedliche Patienten ausgerichtet ist. Neben einem Aufbau der Bandage aus zwei überlappenden Teilbandagen, die eine Anpassung der Bandagenhöhe an den jeweiligen Patienten ermöglichen soll, sind für die Bandage unterschiedliche Stützeinrichtungen vorgesehen. Außer in vorgesehene Taschen einschiebbaren Stützstäben können an der Bandagenanordnung unterschiedliche Stützeinrichtungen in Form eines Rückenstützrahmens zur Überbrückung des Lordosenbereichs (Entlordosierung) oder eine Rückengliederpelotte zur Stabilisierung des bewegbaren Lordosenbereichs befestigt werden. Ggf. kann diese Wirbelsäulenorthese durch eine schalenförmige Bauchpelotte ergänzt werden. Die unterschiedlichen Stützeinrichtungen können dabei mittels Klettbandverschlüssen an der Bandage befestigt und somit in einfacher Weise ausgewechselt werden.

Nachteilig an dem bekannten Rumpforthesensystem ist, dass für eine Orthese ganz unterschiedliche Stützeinrichtungen für die verschiedenen Einsatzzwecke vorgehalten und benutzt werden müssen.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Rumpforthese der eingangs erwähnten Art so auszubilden, dass sie möglichst flexibel einsetzbar ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Rumpforthese der eingangs erwähnten Art dadurch gelöst, dass die Stützeinrichtung durch eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten, in Längsrichtung der Wirbelsäule ausgerichteten und direkt miteinander verbundenen Fingerstäbe gebildet ist, die aus einem flexiblen Kunststoff bestehen.

Bei der erfindungsgemäßen Rumpforthese ist somit die Stützeinrichtung durch ein mittels der Fingerstäbe aufgebautes Gliedersystem gebildet, das eine hohe Flexibilität in mehrfacher Weise ermöglicht. Bevorzugt sind die Fingerstäbe so ausgebildet, dass ihre Länge von der Mitte zu den Enden der Bandage hin abnimmt. Dabei sind wenigstens drei zum Ende der Bandage hin letzte Fingerstäbe gleich lang ausgebildet. Dies ermöglicht die Anpassung der Rumpforthese an unterschiedliche Rumpfumfänge dadurch, dass eine geeignete Anzahl der gleich langen Fingerstäbe von den Enden der Stützeinrichtung abgetrennt werden, um die Orthese für geringere Rumpfumfänge anzupassen. Für diese Anwendung ist es vorteilhaft, wenn die Verbindung der wenigstens drei letzten Fingerstäbe leicht trennbar ausgebildet ist.

Vorzugsweise wird die Verbindung der Fingerstäbe miteinander durch schmale Stege gebildet, die eine gewisse Beweglichkeit der Fingerstäbe zueinander ermöglichen, andererseits jedoch eine ausreichende Festigkeit der Stützeinrichtung auch in Umfangsrichtung des Rumpfes gewährleisten.

Die Stützeinrichtung wird bezüglich der Länge der Fingerstäbe für eine vorgegebene Körpergröße des Patienten ausgewählt. Durch die flexiblen Fingerstäbe selbst kann eine Lordosenstützung unter Beibehaltung einer gewissen Beweglichkeit der Lordose erzielt werden.

Die erfindungsgemäße Rumpforthese kann in einfacher Weise zur Überbrückung des Lordosenbereichs (Delordosierung) umfunktioniert werden, wenn wenigstens die in der Mitte der Bandage ausgebildeten Fingerstäbe Befestigungseinrichtungen für entsprechend fingerartig ausgebildete Versteifungsstäbe aufweisen. Die Versteifungsstäbe sind dabei vorzugsweise aus einem geeigneten steifen Kunststoff gebildet und auf die aus Kunststoff bestehenden Fingerstäbe aufschnappbar oder aufschraubbar.

Für eine Therapie nach einem Lumbal-Bandscheibenvorfall kann es somit zweckmäßig sein, zunächst eine weitgehende Immobilisierung durch Überbrückung des Lordosenbereichs vorzunehmen. Bessert sich das Krankheitsbild, können die Versteifungsstäbe unproblematisch entfernt werden, sodass die erfindungsgemäße Rumpforthese mit demselben Aufbau der Fingerstäbe dann zur Stützung des im eingeschränkten Umfang mobilen Lordosenbereichs dienen.

Bei einer weitgehenden Überwindung der Schmerzen kann es dann vorteilhaft sein, die durch die Fingerstäbe gebildete Stützeinrichtung vollständig von der Bandage zu entfernen und eine vorbeugende Reststabilisierung nur noch mit der Bandage selbst vorzunehmen, wobei diese ggf. durch eingebrachte Verstärkungsmittel eine noch etwas erhöhte Stabilisierungswirkung ausüben kann.

Um die durch die Fingerstäbe gebildete Stützeinrichtung unproblematisch von der Bandage entfernen zu können, ist es zweckmäßig, wenn die Fingerstäbe lösbar an der Bandage angebracht sind, vorzugsweise mittels Klettverbindungen.

Da die durch die Fingerstäbe gebildete Stützeinrichtung vorzugsweise außen an der Bandage angebracht ist, kann ein Spanngurt für die Bandage vorzugsweise an den Fingerstäben selbst geführt sein, wenn diese mit Führungseinrichtungen für den Spanngurt versehen sind. Die Führungseinrichtungen können einstückig mit den Fingerstützen verbunden sein, also bereits beim Spritzvorgang für die Fingerstäbe mit vorgesehen werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Fingerstäbe über ihre Länge eine Form auf, mit der sie sich beidseitig, ausgehend von einer Mitte, nach außen verjüngen, dann ein verbreitertes freies Ende für ein komfortables Anliegen der Enden am Körper aufweisen. Die Verjüngung dient der Erhöhung der Elastizität und der Anpassbarkeit an die Lordosenkrümmung, wenn die Versteifungsstäbe nicht eingesetzt sind. Bei eingesetzten Versteifungsstäben findet eine Anpassung an die Lordosenkrümmung nicht statt, da der Lordosenbereich in diesem Fall überbrückt wird.

Die Anpassbarkeit der Stützeinrichtung kann – im Bereich außerhalb der mittigen Fingerstäbe – dadurch verbessert werden, dass die Fingerstäbe durch Federelemente miteinander verbunden sind, die eine Variation der Abstände der Fingerstäbe zueinander – in den Seitenbereichen der Stützeinrichtung – ermöglichen. Wenn für die Verbindung der Fingerstäbe jeweils zwei Federelemente vorgesehen sind, kann auch eine gezielte Schrägstellung der Fingerstäbe zueinander erreicht werden. Demgegenüber können die mittleren Fingerstäbe starr miteinander verbunden sein und ein einheitliches Mittelstück bilden, das keine Variation des Abstandes der Fingerstäbe zueinander ermöglicht. In analoger Weise können die fingerartig ausgebildeten Versteifungsstäbe zu einem einstückigen Versteifungsteil miteinander verbunden sein.

In einer weiterhin bevorzugten Ausführungsform ist die Bandage mehrteilig mit einem die Stützeinrichtung tragenden Mittelstück und mit zwei miteinander zum Schließen der Bandage verbindbaren Endstücken gebildet. Dabei können zum Einsatz zwischen Mittelstück und den Endstücken Zwischenstücke unterschiedlicher Länge vorgesehen sein, die eine Anpassung der Länge der Bandage an den Rumpf des jeweiligen Patienten ermöglichen. Die erforderliche zugfeste Verbindung zwischen den Teilen der Bandage erfolgt vorzugsweise mittels Klettverschlüssen, wobei die miteinander verbindbaren Enden als flaches, beidseitig mit Klettverschlusselementen versehenes Ende einerseits und maulartig mit das flache Ende beidseitig übergreifenden Innenseiten, das mit entsprechenden Klettverschlussgegenelementen versehen ist, ausgebildet sein können.

Die Erfindung soll im Folgenden anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. Es zeigen:

1 eine Draufsicht auf eine flachliegende Rumpforthese mit Verstärkungselementen für eine Überbrückung des Lordosenbereichs

2 eine schematische Darstellung der Verwendung der Rumpforthese gemäß 1

3 eine Ansicht der flachgelegten Rumpforthese gemäß 1 ohne Verstärkungsstäbe

4 eine schematische Darstellung der Verwendung der Rumpforthese gemäß 3

5 eine Ansicht der flachliegenden Bandage der Rumpforthese gemäß 1 und 3 nach der Abnahme der durch die Fingerstäbe gebildeten Stützeinrichtung

6 eine schematische Darstellung der Anwendung der Bandage gemäß 5

7 eine perspektivische Darstellung einer flachliegenden mehrteiligen (nicht zusammengefügten) Bandage einer Rumpforthese nach einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung

8 eine Darstellung gemäß 7 für eine für eine geeignete Länge zusammengefügte Bandage

9 die Darstellung gemäß 8 mit einer aufgebrachten Stützeinrichtung mit einem durch die Stützeinrichtung geführten Spanngurt

10 die Darstellung gemäß 9 für die durch ein Versteifungsteil mittig versteifte Stützeinrichtung.

Die in 1 dargestellte Rumpforthese besteht aus einer Bandage 1, die einen mittleren Bereich 2 größerer Höhe aufweist, der in zur Umschlingung des Rumpfes vorgesehene schmalere Endbereiche 3, 4 übergeht, die im ventralen Bereich des Rumpfes überlappend miteinander verbindbar sind, insbesondere durch Klettverbindungen.

Auf der Bandage 1 befindet sich eine Stützeinrichtung 5, die durch parallel zur Wirbelsäule und parallel zueinander und nebeneinander angeordnete Fingerstäbe 6 unterschiedlicher Länge gebildet ist, die über (nicht dargestellte) Stegverbindungen miteinander verbunden sind. In der Mitte der Bandage 1 befindet sich wenigstens ein Fingerstab 6, vorzugsweise zwei Fingerstäbe 6, größter Länge, an den sich zu den Enden 3, 4 hin Fingerstäbe 6 mit abnehmenden Längen anschließen. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die drei letzten Fingerstäbe 6' gleich lang ausgebildet und über die Verbindungsstege zueinander leicht voneinander trennbar, sodass die Länge der Stützeinrichtung 5 auf den jeweiligen Rumpfumfang des Patienten angepasst werden kann.

1 lässt erkennen, dass die sechs mittleren Fingerstäbe 6'' der größten Länge durch an den Fingerstäben befestigte Versteifungsstäbe 7 verstärkt sind, wobei die Versteifungsstäbe 7 eine an die Länge des zugehörigen Fingerstabs 6'' angepasste (geringere) Länge aufweisen. Ferner ist die Formgebung der Versteifungsstäbe 7 an die Form der Fingerstäbe 6'' angepasst.

Die Fingerstäbe 6, insbesondere die Fingerstäbe der größten Länge 6'' weisen eine Form auf, die bezüglich ihrer Länge ein breites Mittelstück 61 bildet, das in einen sich verjüngenden Abschnitt 62 übergeht, an das sich dann ein wieder verbreitertes freies Endstück 63 anschließt. Demgemäß weisen auch die Versteifungsstäbe ein breites Mittelstück 71 und ein sich daran anschließendes verjüngtes Endstück 72 auf.

Die Anbringung der Bandage 1 am Rumpf kann durch einen Spanngurt 8 unterstützt werden, der mittels an die Fingerstäbe 6 angespritzten Führungshaken 9 über die Länge der Bandage 1 im Bereich der Stützeinrichtung 5 geführt wird. Die Führungshaken 9 sind zweckmäßigerweise beim Spritzen der Fingerstäbe 6 einstückig mit diesen hergestellt.

2 zeigt, dass die in 1 dargestellte Rumpforthese, die mit den im Mittelbereich durch Versteifungsstäbe 7 verstärkten Fingerstäben 6 gebildet ist, zur Überbrückung des Lordosenbereichs gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung eines Patienten 10 verwendet wird, wobei Anlagekräfte gemäß den dargestellten Pfeilen oberhalb und unterhalb des Lordosenbereichs und im Bauchbereich ausgeübt werden.

3 zeigt die Rumpforthese gemäß 1 ohne Versteifungsstäbe 7. Durch das Fehlen der Versteifungsstäbe entfällt die Überbrückungsfunktion für den Lordosenbereich, sodass sich die flexiblen Fingerstäbe 6 der Krümmung der Wirbelsäule im Lordosenbereich anpassen können, was durch den Spanngurt 8 unterstützt wird. Eine stützende Krafteinleitung erfolgt somit in die Wirbelsäule direkt im Lordosenbereich und in den Bauchbereich, wie dies in 4 angedeutet ist.

5 zeigt die Bandage 1 nach dem Entfernen der durch die Fingerstäbe 6 gebildeten Stützeinrichtung 5, beispielsweise durch Lösen einer Klettverbindung. Die Bandage 1 kann dann in ihrer ursprünglichen Form oder ggf. mit eingebrachten oder integrierten Verstärkungselementen für eine generelle Stabilisierung des Patienten 10 im Lumbalbereich verwendet werden, um beispielsweise die Gefahr eines erneuten Bandscheibenvorfalls zu reduzieren (6).

Die dargestellte Rumpforthese ist somit in gewissen Maße an den Patienten anpassbar und darüber hinaus in unterschiedlichen Funktionen verwendbar, ohne dass hierfür unterschiedliche Stützeinrichtungen verwendet werden müssten.

In den 7 bis 10 ist ein zweites Ausführungsbeispiel einer Rumpforthese dargestellt, dabei ist gemäß 7 die Bandage 1 mehrstückig ausgebildet, wobei ein Mittelstück 12 den breiteren mittleren Bereich 2 und Endstücke 13, 14 die Endbereiche 3, 4 bilden. Zwischen dem Mittelstück 12 und den Endstücken 13, 14 ist ein Zwischenstück 15, 15' einsetzbar, wobei Zwischenstücke 15, 15' unterschiedlicher Länge zur Verfügung stehen, um unterschiedliche lange Bandagen 1 zu ermöglichen. In 7 ist zum rechten Endstück 13 ein eingesetztes und mit dem Mittelstück 2 und dem Endstück 13 verbundenes Zwischenstück 15 dargestellt, während auf der linken Seite die zur Verbindung möglichen Zwischenstücke 15, 15' unterschiedlicher Länge einzeln gezeigt sind.

Wenn das zum Bauchumfang des Patienten 10 passende Zwischenstück 15, 15' geeigneter Länge ausgewählt ist, wird es mit dem zugehörigen Endstück 13, 14 und dem Mittelstück 2 zugfest verbunden.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt die zugfeste Verbindung zwischen dem Zwischenstück 15, 15' und dem Endstück 14 dadurch, dass das Zwischenstück 15, 15' ein zum Endstück 13, 14 zeigendes flaches Ende 16 aufweist, das beidseitig mit Klettverschlusselementen versehen ist. Die Endstücke 13, 14 weisen zu den Zwischenstücken 15, 15' zeigende maulartige Enden 17 auf, die das flache Ende 16 des Zwischenstücks 15, 15' beidseitig übergreifen und mit entsprechenden Klettverschlussgegenelementen versehen sind, sodass beidseitig des flachen Endes 16 eine Klettverschlussverbindung mit den Endstücken 13, 14 hergestellt wird.

In entsprechender Weise ist das Mittelstück 2 mit flachen Enden 16 ausgebildet, die mit zum Mittelstück 12 zeigenden maulartigen Enden 17 des Zwischenstücks 15, 15' zur Herstellung einer zugfesten Klettverbindung 16, 17 zusammenwirken.

7 lässt noch erkennen, dass die Endstücke 13, 14 an ihrer (in der Darstellung oberen) Außenseite eine aufgesetzte Tasche 18 aufweisen, in die der Patient 10 mit seinen Händen eingreifen kann, um die Bandage 1 um seinen Rumpf herum mit einem gewissen Zug zu befestigen.

8 zeigt die nach Auswahl des geeigneten Zwischenstücks 15, 15' zusammengestellte gebrauchsfertige Bandage 1.

Selbstverständlich kann die Bandage 1 bei geringen Körperumfängen auch ohne ein Zwischenstück 15, 15' zusammengestellt werden, indem die Endstücke 13, 14 unmittelbar an dem Mittelstück 12 befestigt werden.

Die in 8 dargestellte Bandage 1 erfüllt die anhand der 6 dargestellte Funktion.

Zur Bereitstellung der Funktion gemäß 4 wird auf die Bandage 1 eine Stützeinrichtung 5' aufgebracht, die aus nebeneinander angeordneten Fingerstäben 26 bestehen, die durch einstückig mit den Fingerstäben ausgebildete Federelemente 27 miteinander verbunden sind. Die Federelemente 27 sind U-förmig ausgebildet, wobei die freien Enden des U als Federschenkel mit dem jeweils benachbarten Fingerstab 26 verbunden ist, sodass eine Variation des Abstandes der benachbarten Fingerstäbe 26 durch ein mehr oder weniger großes Aufspreizen der Schenkel des U-förmigen Federelements 27 ermöglicht wird. Nicht durch Federelemente 27, sondern starr miteinander verbunden sind vier mittlere Fingerstäbe 26', die somit eine in ihrer Längsausrichtung starre Einheit bilden.

Zum Anpressen der Stützeinrichtung 5' an den Lordosenbereich des Patienten 10 dient ein Spanngurt 18, der aus Endelementen 19 an seinen beiden Enden und die beiden Endelemente 19 verbindenden Kunststoff-Drähten 20 besteht, die in einem Laschenstück 21 enden. Die Endelemente 19 sind über Klettverschlüsse mit den Endstücken 13, 14 der Bandage 1 verbindbar. Eine Spannfunktion wird dadurch erreicht, dass die streifenförmigen Endelemente 19 durch eine schlitzförmige Öffnung des zugehörigen Laschenendstücks 21 geführt und um 180 ° umgelenkt sind. In der gespannten Stellung ist das umgelenkte Ende des Endelements 19 ebenfalls mit Hilfe eines Klettverschlusses festlegbar, sodass mit dem Endelement 19 der Spanngurt 18 in einer gewünschten Spannung gehalten wird.

Die parallel verlaufenden Kunststoffdrähte 20 durchlaufen Durchgangsöffnungen in vorstehenden Rippen der Fingerstäbe 26, wobei die mittleren Fingerstäbe 26' ein gemeinsames Mittelstück ausbilden, durch das die Kunststoffdrähte 20 hindurchlaufen. Die beiden parallel zueinander verlaufenden Kunststoffdrähte 20 können im Übrigen durch einen einzigen Kunststoffdraht 20 gebildet sein, der durch die Durchgangsöffnungen der Fingerstäbe 26, 26' gefädelt und in den Laschenendstücken 21 um 180 ° umgelenkt wird, wobei die beiden Enden des Kunststoff-Drahts 20 dann, vorzugsweise mit einem (nicht dargestellten) Verbindungsstück miteinander verbunden werden.

Die in 9 dargestellte Rumpforthese erlaubt eine wirksame Verstärkung des Lordosenbereichs mit einer guten Anpassungsfähigkeit der Stützeinrichtung 5' an die Form des Lordosenbereichs. Hierzu sind insbesondere auch die Fingerstäbe 26, 26' mit einem längeren oberen Ende und einem kürzeren unteren Ende ausgebildet. Im Übrigen entspricht die Formgebung der Fingerstäbe 26, 26' prinzipiell der anhand der 1 erläuterten Formgebung, wobei die verbreiterten Endstücke 63 dazu dienen, einen möglichst großflächige Anlage am Rumpf des Patienten 10 zu ermöglichen.

10 zeigt die zweite Ausführungsform der Erfindung mit einem Versteifungsteil 22, das mittels Verbindungsschrauben 23 auf das mit den mittleren Fingerstäben 26' gebildete Mittelstück der Stützeinrichtung 5' fest aufgebracht ist. Das Versteifungsteil 22 weist an die Form der mittleren Fingerstäbe 26' angepasste Versteifungsstäbe 7' auf, von denen im dargestellten Ausführungsbeispiel vier Versteifungsstäbe 7' vorgesehen sind.

Mit dem Versteifungsteil 22 wird eine elastische Anpassung der Stützeinrichtung 5' an die Lordosenwölbung unterbunden, sodass mit der so gebildeten Rumpforthese gemäß 10 die Stützfunktion gemäß 2 ausgeführt wird, bei der die Lordosenwölbung durch die Rumpforthese überbrückt wird.

Die in den 7 bis 10 dargestellte zweite Ausführungsform der Erfindung ermöglicht somit die anhand der 2, 4 und 6 dargestellten Einsatzzwecke, wobei durch den mehrteiligen Aufbau der Bandage 1 eine bequeme Längenanpassung für die Rumpforthese an den Rumpf des Patienten möglich ist und durch den nachträglich befestigbaren Spanngurt ein Andrücken der Stützeinrichtung 5' an den Lordosenbereich unabhängig von der Länge der Bandage 1 ermöglicht wird. Darüber hinaus erlauben die Federelemente 27 eine gute Anpassung der Stützeinrichtung 5'an den Rumpf des Patienten 10 und im Bedarfsfall auch eine gewisse Schrägstellung der Fingerstäbe 26 außerhalb des durch die Fingerstäbe 26' gebildeten mittleren Bereichs.


Anspruch[de]
Rumpforthese mit einer zum Umschließen des Rumpfes eines Patienten (10) ausgebildeten Bandage (1) und mit einer mit der Bandage (1) verbundenen Stützeinrichtung (5, 5'), dadurch gekennzeichnet, dass die Stützeinrichtung (5, 5') durch eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten, in Längsrichtung der Wirbelsäule ausgerichteten und direkt miteinander verbundenen Fingerstäben (6, 26) gebildet ist, die aus einem flexiblen Kunststoff bestehen. Rumpforthese nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Fingerstäbe (6, 26) von der Mitte (2) zu den Enden (3, 4) der Bandage (1) abnimmt. Rumpforthese nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens drei zum Ende (3, 4) der Bandage (1) hin letzte Fingerstäbe (6') gleich lang ausgebildet sind. Rumpforthese nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der wenigstens drei letzten Fingerstäbe (6') leicht trennbar ausgebildet ist. Rumpforthese nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Fingerstäbe (6, 26) miteinander durch schmale Stege gebildet ist. Rumpforthese nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens in der Mitte (2) der Bandage (1) ausgebildete Fingerstäbe (6'', 26') Befestigungseinrichtungen für entsprechend fingerartig ausgebildete Versteifungsstäbe (7, 7') aufweisen. Rumpforthese nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteifungsstäbe (7, 7') aus Metall gebildet sind. Rumpforthese nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung der Fingerstäbe (6, 26) lösbar an der Bandage (1) befestigt ist. Rumpforthese nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung der Fingerstäbe (6, 26) mittels Klettverbindungen an der Bandage (1) befestigt ist. Rumpforthese nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Fingerstäbe (6, 26) mit Führungseinrichtungen (9) für einen Spanngurt (8, 18) versehen sind. Rumpforthese nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtungen (9) einstückig mit den Fingerstäben (6, 26) verbunden sind. Rumpforthese nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Spanngurt (18) mittels wenigstens zweier parallel verlaufender Drähte (20) durch die Führungseinrichtungen (9) geführt ist. Rumpforthese nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Spanngurt (18) Endelemente (19) aufweist, die mit der Bandage (1) lösbar verbindbar sind. Rumpforthese nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Endelemente (19) mittels Klettverschlüssen an der Bandage (1) festlegbar sind. Rumpforthese nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die die Fingerstäbe (26) verbindenden schmale Stege als Federelemente (27) ausgebildet sind, die eine Variation des Abstands zwischen den Fingerstäben (26) ermöglichen. Rumpforthese nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Federelemente (27) einstückig mit den Fingerstäben (26) ausgebildet sind. Rumpforthese nach einem der Ansprüche 6 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die fingerartig ausgebildeten Versteifungsstäbe (7, 7') zu einem einstückigen Versteifungsteil (20) miteinander verbunden sind. Rumpforthese nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Bandage (1) mehrteilig mit einem die Stützeinrichtung (5') tragenden Mittelstück (12) und mit zwei miteinander zum Schließen der Bandage verbindbaren Endstücken (13, 14) gebildet ist. Rumpforthese nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Mittelstück (12) und einem Endstück (13, 14) jeweils ein Zwischenstück (15, 15') einsetzbar und mit dem Mittelstück (12) und Endstück (13, 14) zugfest verbindbar ist. Rumpforthese nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass unterschiedlich lange Zwischenstücke (15, 15') zum Einsatz zwischen Mittelstück (12) und Endstück (13, 14) vorgesehen sind. Rumpforthese nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen Teilen der Bandage (1) mittels Klettverschlüssen erfolgt. Rumpforthese nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung einer zugfesten Verbindung ein Teil der Bandage (1) ein flaches Ende (16) mit beidseitig angebrachten Klettverschlusselementen und der zu verbindende andere Teil ein das flache Ende (16) beidseitig übergreifendes maulartiges Ende (17) mit Klettverschlussgegenelementen auf den an dem flachen Ende (16) anliegenden Innenseiten aufweist.






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