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Dokumentenidentifikation DE202006014753U1 25.01.2007
Titel Drehbarer Verbindungsadapter
Anmelder medi GmbH & Co. KG, 95448 Bayreuth, DE
Vertreter Schuhmann, A., Rechtsanw., 90461 Nürnberg
DE-Aktenzeichen 202006014753
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 25.01.2007
Registration date 21.12.2006
Application date from patent application 22.09.2006
IPC-Hauptklasse A61F 2/76(2006.01)A, F, I, 20060922, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A61F 2/50(2006.01)A, L, I, 20060922, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen drehbaren Verbindungsadapter insbesondere als prothetisches Passteil mit integrierter Rotationsverstellmöglichkeit für künstliche Gliedmaßen wie Prothesen, bestehend aus mindestens einem Anschlussteil und einem Verbindungsteil, wobei ein weiteres prothetisches Passteil mit dem Verbindungsadapter so zusammengeführt wird, dass es bezüglich des Anschlussteiles verdrehbar ist aber auch in einer definierten Position fixiert werden kann.

Es sind unterschiedliche Variationen von Adaptern für prothetische Passteile zum Zusammenführen bekannt. Einige dieser Adapter sind reine Fixier-Adapter und andere lassen sich durch Verdrehen einstellen und der geforderten Anwendung anpassen, bzw. können diese auf die Bedürfnisse einer tragenden Person eingestellt werden.

In der G 86 20 674.5 U1 wird z.B. ein reiner Verbindungsadapter vorgestellt, welchem aber eine Verdrehmöglichkeit fehlt.

Adapter der genannten Art, welche auf der einen Seite eine Klemmvorrichtung, wie z.B. einen Pyramidenkopf aufweisen und welche in einer Halterung geführt ist, die nach Ausrichtung der beiden prothetischen Passteile zueinander verschraubt oder verklemmt werden, sind ebenfalls bekannt.

Bei diesen System wird im allgemeinen eine Einstellung, bzw. Rotation der beiden prothetischen Passteile zueinander durch das Lösen der Schrauben mit welchem das untere, nicht mit der Klemmeinrichtung versehene Teil auf dem z.B, Prothesenstumpf angeschraubt oder fest gepresst ist, gelöst und die gewünschte Ausrichtung eingestellt.

Ein Nachteil hierbei ist, dass stets alle Schrauben auf dem Anschlussteil geöffnet werden müssen und somit die Verbindung meist bei einer nur kleinen gewünschten Änderung der axialen Ausrichtung der Anschlussteile neu justiert werden muss.

Ein Orthopädietechniker muss hierzu die gesamte Prothese wieder in die Werkstatt nehmen und diese wird dort von ihm neu eingestellt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es einen drehbaren Adapter zu schaffen, welcher die bekannten Nachteile umgeht und welcher eine einfache Einstellung, bzw. Änderung der Einstellung ermöglicht.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Fortbildungen und vorteilhafte Ausführungen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen umfasst.

Erfindungsgemäß ist ein drehbarer Verbindungsadapter insbesondere als prothetisches Passteil mit integrierter Rotationsverstellmöglichkeit für künstliche Gliedmaßen wie Prothesen, bestehend aus mindestens einem Anschlussteil und einem Verbindungsteil, wobei ein weiteres prothetisches Passteil mit dem Verbindungsadapter so zusammengeführt wird, dass es bezüglich des Anschlussteiles verdrehbar ist aber auch in einer definierten Position fixiert werden kann, wobei das Anschlussteil eine axiale Durchgangsbohrung, sowie eine auf der Unterseite zusätzliche coaxiale Senk- oder Sackbohrung größeren Durchmessers aufweist, in welche ein Verbindungselement eingreift, welches an einem Ende über einen, wenigstens teilweise umlaufenden, nicht selbst klemmenden Rand geringerer Höhe als die Tiefe der Senk- oder Sackbohrung verfügt und welcher einen Durchmesser kleiner als die Senk- oder Sackbohrung, aber größer als die Durchgangsbohrung durch das Anschlussteils aufweist, wobei das Verbindungselement auf der dem umlaufenden Rand gegenüberliegenden Seite, eine axial ausgerichtete, zwischen dem Verbindungsteil und dem weiteren prothetischen Passteil wirkende Spannvorrichtung zum Fixieren des Verbindungsadapters an einem weiteren prothetischen Passteil aufweist, welche unter Spannung auch die Verdrehbarkeit zwischen dem Verbindungsadapter und einem weiteren prothetischen Passteil unterbindet.

Nach einer bevorzugten Ausführung ist das Verbindungsstück auf der dem umlaufenden, nicht selbst klemmenden Rand gegenüberliegenden Seite mit einem, vierseitigen Pyramidenkopf versehen, bei welchem die Pyramidenspitze in Richtung des umlaufenden Randes zeigt und die Pyramidengrundfläche das Ende dieses Verbindungsstücks bildet.

Ebenfalls bevorzugte Ausführungen der Erfindung sind je nach Einsatzfall und Art der zu verbindenden prothetischen Passteile die Ausführung als Voll- oder Hohlzylinder mit seitlichen Eingriffen oder Bohrungen, Kugelkopf oder Kalotte auf der dem umlaufenden Rand gegenüberliegenden Seite, für das Verbindungsstück. Bei den Ausführungen mit einem Pyramidenkopf, Kugelkopf oder Kalotte ergeben sich an dem Verbindungsstück, auf der dem umlaufenden Rand gegenüberliegenden Seite Flächen, wie z.B. die vier Seitenflächen eines vierseitigen Pyramidenkopfs.

Bei Verwendung eines Voll- oder Hohlzylinder als Verbindungsstück weist das Verbindungsstück auf der dem umlaufenden Rand gegenüberliegenden Seite einen Zylinder mit in der Zylinderwand eingebrachten, seitlichen Bohrungen, ggf. mit Gewinde auf. Ein an das Verbindungsstück anzubringendes, bzw. zu befestigendes weiteres prothetisches Passteil weist ebenfalls Bohrungen an seinem bevorzugten ebenfalls zylindrischen Umlauf auf, welche mit den Bohrungen in dem Verbindungsstück in Eingriff zu bringen sind.

Nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist der Verbindungsadapter, bzw. das Verbindungsadapter System mit vier Schrauben an der beschriebenen Klemmung ausgeführt, welche durch Anziehen eine starre Verbindung zwischen dem Verbindungsstück und dem prothetischen Passteil ermöglichen, indem der Umlaufende Rand des Verbindungsstückes gegen die Senk- oder Sackbohrung im Anschlussteil geklemmt wird.

Mit den Klemmschrauben, welche vorteilhafter Weise leicht geneigt zur Verbindungsachse beider prothetischer Passteile ausgeführt ist wird eine Kraft, wirkend auf das Verbindungsstück und das weitere prothetische Passteil, erzeugt, welche das Verbindungsstück entlang der Durchgangsbohrung im Anschlussteil in Richtung des weiteren Prothetischen Teils zieht.

Durch diese, sich aus der Klemmung ergebende Zugkraft wird der umlaufende Rand des Verbindungsstückes gegen den Umlauf der Senk- oder Sackbohrung im Anschlussteil gepresst, wodurch eine Klemmung an dieser Stelle erfolgt.

Die Klemmung zwischen dem umlaufenden Rand des Verbindungsstückes und des Umlaufes der Senk- oder Sackbohrung im Anschlussteil, hervorgerufen durch die Klemmverschraubungen zwischen dem Verbindungsstück und dem weiteren prothetischen Passteil, erzeugen eine starre Verbindung der Passteile und unterbinden die Verdrehung dieser gegeneinander, idealer Weise bis zu einem axial auf diese wirkendes Drehmoment von mindestens 50 Nm.

Diese genannte, bevorzugte Verklemmung ist nach einer wünschenswerten Ausführung nicht selbst klemmend, sondern gibt die Verdrehbarkeit der beiden Teile wieder frei, sobald auch die Klemmung auf der gegenüber liegenden Seite zwischen dem Verbindungsstück und dem weiteren prothetischen Passteil gelockert wird. In einer bevorzugten Ausführung genügt es dabei, wenn an der Klemmung zwischen dem Verbindungsstück und dem weiteren prothetischen Passteil nur zwei der bevorzugt angeordneten vier Schrauben gelöst werden um die Verdrehbarkeit zwischen dem Anschlussteil und dem Verbindungsstück wieder freizugeben.

Die Möglichkeit, die Verdrehbarkeit der mit dem drehbaren Verbindungsadapter verbundenen prothetischen Passteile durch lockern von nur zwei Klemmschrauben herzustellen erlaubt eine sehr einfache Änderung und Anpassung der Lagen von prothetischen Passteilen zueinander um z.B. das Laufbild eines Prothesenträgers zu optimieren oder besser auf dessen Bedürfnisse einzustellen.

Die verwendeten, beschriebenen Schrauben zur Erzeugung der genannten Klemmung werden bevorzugt als Madenschrauben ausgeführt.

In der bevorzugten Ausführung der Erfindung ist die Fläche des umlaufenden Randes auf der dem Anschlussteil zugewandten Seite und/oder der Umlauf der Senk- oder Sackbohrung in dem Anschlussteil mit einer Verzahnung, Rändelung, Rasterung oder erhöhten Rauhtiefe ausgeführt. Dies erhöht zum einen die sich bei aktivierter Klemmung an dieser Stelle einstellende Klemmkraft zwischen dem Anschlussteil und dem Verbindungsstück und erlaubt zum anderen sehr exakte, reproduzierbare Veränderungen der Verdrehung zwischen den prothetischen Passteilen, was die Handhabung und Einstellung dieses Adapters für den Anwender erleichtert.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen beispielhaft näher beschrieben. Dabei zeigen:

1 eine erste Ausführung eines Verbindungsadapters.

2 eine andere Ansicht des in 1 gezeigten Verbindungsadapters.

3 eine weitere Ausführung eines Verbindungsadapters.

4 eine andere Ansicht des in 3 gezeigten Verbindungsadapters.

Der Verbindungsadapter 1 in der Ausführung von 1 und 2 besteht aus dem Verbindungsstück 3 und dem Anschlussteil 2. In der hier gezeigten Ausführung weist das Anschlussteil auf seiner oberen Seite eine gewölbte Fläche auf, auf welcher ein prothetisches Passteil zum Anschluss aufliegt, welches über eine Aufnahme für den Pyramidenkopf mit seinen Flächen 8 des Verbindungsstücks 3 aufweist.

Beim Verspannen des Pyramidenkopfs im weiteren prothetischen Passteil durch Verschraubung und Klemmung auf die Pyramidenflächen 8, wird das Verbindungsstück 3 durch die axiale Durchgangsbohrung 6 nach oben gezogen und der umlaufende zylindrische Rand 4 wird mit seiner Oberfläche gegen die Nut in der coaxialen Sackbohrung 5 des Anschlussteils gezogen, wodurch die beiden Teile gegeneinander verspannt werden und die Verdrehbarkeit der beiden Teile zueinander unterbunden wird.

In 3 und 4 ist eine Variante mit einem als Hohlzylinder ausgeführten Verbindungsstück 7 zur Verbindung mit einem solchen weiteren prothetischen Passteil dargestellt. Die Klemmung zwischen dem Verbindungsteil 7 und dem Anschlussteil 2 erfolgt auch hier durch das Heranziehen des Randes 4 des Verbindungsstückes 7 an die Nut der Sackbohrung 5, wobei die beiden Teile gegen einander geklemmt werden und die Verdrehbarkeit zueinander unterbunden wird. Durch die eingebrachte Rasterung 10 ist eine reproduzierbare, exakte Verstellung des Winkels um welchen die beiden Teile gegeneinander verdreht werden erleichtert.

Nachdem bevorzugte Ausführungen der Erfindung in Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben wurden, ist festzuhalten, dass die Erfindung nicht auf diese genauen Ausführungen beschränkt ist und dass verschiedene Änderungen und Modifizierungen daran von einem Fachmann ausgeführt werden können, ohne dass vom Umfang der Erfindung, wie er in den beiliegenden Ansprüchen definiert ist abgewichen wird.


Anspruch[de]
Drehbarer Verbindungsadapter (1) insbesondere als prothetisches Passteil mit integrierter Rotationsverstellmöglichkeit für künstliche Gliedmaßen wie Prothesen, bestehend aus mindestens einem Anschlussteil (2) und einem Verbindungsteil (3), wobei ein weiteres prothetisches Passteil mit dem Verbindungsadapter (1) so zusammengeführt wird, dass es bezüglich des Anschlussteiles (2) verdrehbar ist aber auch in einer definierten Position fixiert werden kann, dadurch gekennzeichnet dass das Anschlussteil (2) eine axiale Durchgangsbohrung (6), sowie eine auf der Unterseite zusätzliche coaxiale Senk- oder Sackbohrung (5) größeren Durchmessers aufweist, in welche ein Verbindungselement (3) eingreift, welches an einem Ende über einen, wenigstens teilweise umlaufenden, nicht selbst klemmenden Rand (4) geringerer Höhe als die Tiefe der Senk- oder Sackbohrung (5) verfügt und welcher einen Durchmesser kleiner als die Senk- oder Sackbohrung, aber größer als die Durchgangsbohrung (6) durch das Anschlussteils (2) aufweist, wobei das Verbindungselement (3) auf der dem umlaufenden Rand gegenüberliegenden Seite, eine axial ausgerichtete, zwischen dem Verbindungsteil (3) und dem weiteren prothetischen Passteil wirkende Spannvorrichtung zum Fixieren des Verbindungsadapters (1) an einem weiteren prothetischen Passteil aufweist, welche unter Spannung auch die Verdrehbarkeit zwischen dem Verbindungsadapter (1) und einem weiteren prothetischen Passteil unterbindet. Drehbarer Verbindungsadapter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass das Verbindungsstück (3) auf der dem umlaufenden Rand (4) gegenüberliegenden Seite als vierseitiger Pyramidenkopf (8) ausgeführt ist. Drehbarer Verbindungsadapter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass das Verbindungsstück (3) auf der dem umlaufenden Rand (4) gegenüberliegenden Seite als Voll- oder Hohlzylinder (7) ausgeführt ist und über seitliche Eingriffe oder Bohrungen (9) verfügt. Drehbarer Verbindungsadapter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass das Verbindungsstück (3) auf der dem umlaufenden Rand (4) gegenüberliegenden Seite als Kugelkopf oder Kalotte ausgeführt ist. Drehbarer Verbindungsadapter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass das Verbindungsstück (3) auf der dem umlaufenden Rand (4) gegenüberliegenden Seite Flächen (8) aufweist, auf die sich Schrauben eines weiteren prothetischen Passteils verspannen lassen. Drehbarer Verbindungsadapter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass das Verbindungsstück (3) auf der dem umlaufenden Rand (4) gegenüberliegenden Seite eine Klemmvorrichtung mit Schrauben zum fixierten Verbinden eines prothetischen Passteils mit dem Verbindungsadapter (1) aufweist. Klemmvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet dass die Klemmvorrichtung vier Schrauben aufweist, mittels derer ein anderes prothetisches Passteil, das einen auf einer Kugelkalotte befindlichen vierseitigen Pyramidenkopf aufweist, mit dem drehbaren Verbindungsadapter, durch Anziehen der Schrauben, starr verbunden wird. Klemmvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet dass die Klemm-Verschraubung geneigt zur Verbindungsachse beider prothetischer Passteile (1, 2') ausgeführt ist. Klemmvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet dass die aktive Klemm-Verschraubung ein starre, nicht verdrehbare Verbindung der beiden prothetischen Passteile, bis zu einem axial wirkenden Drehmoment von 50 Nm aufweist. Klemmvorrichtung nach Anspruch 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet dass die Schrauben für die Klemm-Verschraubung Madenschrauben sind. Drehbarer Verbindungsadapter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass die sich in der Sackbohrung ergebende Umlaufnut und/oder die Unterplatte des Verbindungsteils (3) mit einer Verzahnung, Rändelung, Rasterung oder erhöhten Rauhtiefe (10) ausgeführt ist. Drehbarer Verbindungsadapter nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet dass die Verzahnung, Rändelung oder Rasterung (10) eine definierte und reproduzierbare Veränderung des Dreh-Winkels erlaubt.






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