PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102006034542A1 01.02.2007
Titel Schalungskonstruktion zur Erzeugung eines geänderten Lichtraumprofils unter der Zwischendecke eines Tunnels
Anmelder Ed. Züblin AG, 70567 Stuttgart, DE
DE-Anmeldedatum 26.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006034542
Offenlegungstag 01.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.02.2007
IPC-Hauptklasse E21D 11/00(2006.01)A, F, I, 20060726, B, H, DE
Zusammenfassung Die Schalung für die Zwischendecke weist seitlich im Bereich der Konsolen der Tunnelwand, auf denen die Zwischendecke ruht, um ein Gelenk bewegliche Seitenteile auf, die mittels Spindeln und Schlagkeilen, Feststellschrauben oder Exzentersystemen an die Konsolen der Tunnelwand angepreßt werden, wobei Dichtungsgummis Toleranzen ausgleichen und ein Auslaufen des Betons nach Verfüllen der Schalung verhindern.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft die Herstellung einer Zwischendecke im Tunnelbau.

Im Tunnelbau ist es bisweilen üblich, eine Zwischendecke einzuziehen, wobei der Luftraum oberhalb der Zwischendecke als Luftabzug, auch im Brandfall, Verwendung findet.

Die Zwischendecke wird im allgemeinen auf einer Zwischendeckenschalung aus selbstverdichtendem Beton hergestellt. Der selbstverdichtende Beton nimmt, wie Wasser, eine horizontale Ausrichtung an, die Zwischendecke verläuft daher waagerecht, wenn keine Gegenschalung an der Oberseite das Fließen des Betons verhindert. Normaler Beton gestattet die Herstellung auch geneigter Zwischendecken.

Die Konsolen an der Tunnelwand, auf denen die spätere Zwischendecke ruht, befinden sich herstellungsbedingt häufig auf gleicher Höhe. Andererseits erfordert die Fahrbahn im Tunnel bisweilen eine Neigung, vor allem in Kurven. An den Stellen, an denen die Fahrbahn erhöht ist, wäre das Lichtraumprofil über der Fahrbahn verringert, wenn die Zwischendecke auf den standardmäßigen Konsolen aufläge.

Abhilfe hierfür schaffen Spezialschalungen aus Stahl, die den Lichtraum über der Fahrbahn vergrößern, aber zeitaufwendig einjustiert werden müssen. Aber auch, wenn die Höhe der Konsolen an der Tunnelwand einer Neigung der Fahrbahn angepaßt ist, ist der Aufwand, die Zwischendeckenschalung an diese Konsolen anzupassen erhöht.

Aufgabe der Erfindung

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Zwischendeckenschalung anzugeben, die eine schnelle und unkomplizierte Anpassung an Abweichungen vom Standardzustand ermöglicht, wie sie auftreten, wenn z.B. die Fahrbahn unter der Zwischendecke eine andere Form aufweist, oder auch, wenn Toleranzen auftreten, die durch Anpassung der Schalung an die lokalen Gegebenheiten ausgeglichen werden müssen.

Darstellung der Erfindung

Die Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Wesentliche Kennzeichen der Erfindung sind

  • – um ein Gelenk schwenkbare und damit an die Konsolen anlegbare Seitenteile an der Zwischendeckenschalung
  • – Spindeln zur Feineinstellung der Neigungen dieser Seitenteile
  • – Schlagkeile oder Feststellschrauben in Langlöchern der Spindelvorrichtung oder Exzentersysteme zur Schnellanpassung der Seitenteile an die Konsolen der Tunnelwand und
  • – Dichtungsgummis zum Ausgleich von Unebenheiten und Toleranzen.

Eine Vergrößerung des Lichtraumprofils unter der Zwischendecke über einer geneigten Fahrbahn bei unveränderter Konsolenhöhe wird z.B. dadurch erreicht, daß die Zwischendeckenschalung über der darunterliegenden Fahrbahn angehoben wird und hierzu die beweglichen Seitenteile der Zwischendeckenschalung, die an den Konsolen anliegen und das Ausfließen von Beton verhindern sollen, etwas senkrechter gestellt werden als üblich. Die Seitenteile müssen hierzu lang genug sein, damit der dichtende Bereich, in dem das Seitenteil über den dichtenden Gummi an der Konsole anliegt, nicht zu kurz ist. Der dichtende Bereich sollte daher mindestens etwa 3 Zentimeter breit sein.

Die notwendige horizontale Neigung der Seitenteile, um einer gekrümmten Tunnelwand folgen zu können, kann schon vorher durch die Spindeln eingestellt werden. Die Seitenteile sind etwas flexible, um sich den großradigen Krümmungen eines Tunnels etwas anpassen zu können. Damit die Abweichungen (vor allem in Kurven) zwischen Schalung und Tunnelwand beim Aufbau der Schalung nicht zu groß werden, ist die Zwischendeckenschalung in Längsrichtung bevorzugt in kurze Abschnitte unterteilt. Eine sinnvolle Länge dieser Abschnitte ist ungefähr zwei Meter. Auch die beweglichen Seitenteile haben nur diese Länge. Der Polygonzug der Schalung ist dannfein genug, um einer Tunnelkrümmung folgen zu können.

Wenn die Schalung dann aufgebaut ist, werden die Seitenteile einfach und schnell an die Konsole angelegt und durch Schlagkeile, Feststellschrauben in Langlöchern oder ein Exzentersystem angepreßt und gesichert. Die Seitenteile weisen dabei zur Konsole gewandt dicke Gummiteile auf, die ausgleichend auf Unebenheiten und Toleranzen wirken.

Das Ausschalen erfolgte ebenfalls sehr schnell und leicht durch Entfernen der Schlagkeile, Lösen der Feststellschrauben oder des Exzentersystems, wodurch sich die beweglichen Seitenteile von der Konsole leicht lösen.

Die Figuren zeigend beispielhaft eine mögliche Ausführung der Erfindung.

1 zeigt die erfindungsgemäße Konstruktion im Einsatz bei der Erstellung der Zwischendecke.

2 zeigt die Konstruktion wie in 1, aber detaillierter.

3 zeigt die Konstruktion am Ort von 2, aber beim Ausschalen.

4 zeigt eine Prinzipskizze eines Schlagkeils, der seitlich in ein Langloch geschlagen wird und Anpreßkraft über die Spindeln auf die beweglichen Seitenteile ausübt.

1
Tunnelwand
2
Konsole
3
Zwischendecke
4
Zwischendeckenschalung
5
Schalungsgelenk
6
Schlagkeil
7
Gummidichtung
8
Langloch
9
Spindel
10
Seitenteil
11
im Langloch verschiebbare Achse der Spindel


Anspruch[de]
Schalung für die Erstellung einer auf Konsolen der Tunnelwand ruhenden Zwischendecke im Tunnelbau mit einer Basisfläche für den Großteil der Fläche der Zwischendecke,

dadurch gekennzeichnet, daß sie

a.) bewegliche Seitenteile aufweist, die an die Konsolen der Tunnelwand angelegt werden,

b.) Spindeln besitzt, mit denen diese beweglichen Seitenteile der ungefähren Form der an der Tunnelwand befindlichen Konsolen anpaßbar sind,

c.) Gummidichtungen auf der den Konsolen zugewandten Flächen der beweglichen Seitenteile aufweist, um Unebenheiten und Toleranzen auszugleichen,

d.) über Langlöcher in den Abstützungen für die Seitenteile und über Schlagkeile passend für diese Langlöcher verfügt, mit Hilfe derer die beweglichen Seitenteile an die Konsolen angepreßt und in dieser Stellung arrettiert werden,

oder über Langlöcher in den Abstützungen für die Seitenteile und über Feststellschrauben in diesen Langlöchern verfügt, mit Hilfe derer die beweglichen Seitenteile an die Konsolen angepreßt und in dieser Stellung arrettiert werden

oder über ein Exzentersystem verfügt, mit Hilfe dessen die beweglichen Seitenteile an die Konsolen angepreßt und in dieser Stellung arretiert werden.
Schalung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie in Tunnellängsrichtung zur besseren Anpassung an mögliche Längskrümmungen des Tunnels eine Länge von etwa 2 Metern aufweist. Verfahren zur Herstellung einer Zwischendecke im Tunnelbau mit Hilfe der Schalung nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2,

dadurch gekennzeichnet, daß

a.) die Schalung in Sollhöhe der Zwischendecke errichtet wird,

b.) die Neigung der beweglichen Seitenteile in Längsrichtung des Tunnels durch Spindeln eingestellt wird,

c.) die beweglichen Seitenteile an die Konsolen angeklappt werden,

d.) zum Anpressen Schlagkeile in die Langlöcher getrieben werden, die über die Spindeln die Seitenteile an die Konsolen anpressen und in dieser Stellung arrettieren,

oder Feststellschrauben in den Langlöchern nach dem Anklappen an die Konsolen zur Arrettierung angezogen werden,

oder Exzentersysteme die Seitenteile an die Konsolen anpressen und arrretiert werden,

e.) anschließend die Zwischendecke betoniert wird,

f.) nach dem hinreichenden Erhärten des Betons die Schlagkeile entfernt oder die Feststellschrauben oder die Exzentersysteme gelöst werden,

g.) die beweglichen Seitenteile von der Konsole abgeklappt werden, und

h.) die restliche Schalung abgebaut oder versetzt wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com