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Dokumentenidentifikation DE102005036794A1 08.02.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Abstellen eines Fahrzeugs an einer Laderampe
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
DE-Anmeldedatum 02.08.2005
DE-Aktenzeichen 102005036794
Offenlegungstag 08.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.02.2007
IPC-Hauptklasse G08G 1/16(2006.01)A, F, I, 20061120, B, H, DE
Zusammenfassung Beim Abstellen von Fahrzeugen an Laderampen kommmt es häufig zu Kollisionen, wobei meistens ein erheblicher Sachschaden sowohl an Fahrzeugen als auch an den Laderampen entsteht. Es wird daher ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abstellen eines Fahrzeugs an einer Laderampe bereitgestellt. Die Vorrichtung umfasst eine Sensoreinheit zur Abstandsmessung zwischen Fahrzeug und Laderampe, eine Einheit zur automatischen Überwachung der Fahrdynamik und eine Steuer- und Regeleinheit zum automatischen Eingreifen in die Fahrdynamik. Im Rahmen des Verfahrens wird der Abstand zwischen dem Fahrzeug und einem definierten Haltepunkt an der Laderampe mittels der Sensoreinheit erfasst. In erfinderischer Weise findet beim Unterschreiten einer vorbestimmten Abstandsposition zwischen dem Fahrzeug und dem Haltepunkt eine automatische Überwachung der Fahrdynamik statt. Falls sich dabei die Fahrdynamik nicht im Bereich von Vorgabeparametern verhält, erfolgt ein von diesen Parametern abgeleiteter automatischer Eingriff in die Fahrdynamik, um das Fahrzeug am Haltepunkt anzuhalten. Mit der Erfindung wird es daher möglich, Kollisionen mit der Laderampe vollständig zu vermeiden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abstellen eines Fahrzeugs an einer Laderampe.

Beim Abstellen von Fahrzeugen an Laderampen kommt es häufig zu Kollisionen, wobei meistens ein erheblicher Sachschaden sowohl an Fahrzeugen als auch an den Laderampen entsteht. Die Ursache für derartige Kollisionen ist dabei nur in seltenen Fällen technischer Art, wobei z.B. die Fahrzeugbremsen nicht einwandfrei funktionieren. In den meisten Fällen ist jedoch menschliches Versagen oder Unachtsamkeit der Hauptgrund dafür, wobei beispielsweise der Fahrer zu spät reagiert oder der Fahrer die Anweisungen einer einweisenden Person fehlinterpretiert. In der Vergangenheit wurden daher bereits Versuche unternommen, die Schwere der Schäden zu begrenzen, indem z.B. Dämpfungselemente an der jeweiligen Laderampe angeordnet wurden. Auch sind beispielsweise Anlagen bekannt, welche den Abstand zwischen dem Fahrzeug und der Laderampe sensieren und dem Fahrer mittels einer im Bereich der Laderampe angeordneten Ampelanlage ein Unterschreiten eines Mindestabstandes optisch anzeigen.

In der DE 10257798 A1 ist eine Sicherheitsvorrichtung für nicht-spurgebundene Fahrzeuge beschrieben, womit Hindernisse in einem Gefahrenraum erkannt werden sollen. Hierbei wird der Gefahrraum mittels eines bildgebenden Sensors überwacht und falls dieser nicht passierbar ist, sodann eine Fahrerwarnung generiert. Dabei können Teile der Sicherheitsvorrichtung, insbesondere der Bildsensor, stationär im Gefahrenraum angeordnet sein, sodass nicht jedes Fahrzeug einen Bildsensor umfassen muss. Die Sicherheitsvorrichtung umfasst weiterhin eine Auswerteeinheit, welche die Signale des Bildsensors empfängt und auswertet, um Hindernisse im Gefahrraum zu ermitteln. Falls ein Hindernis vorhanden ist, wird ein Ausgangssignal generiert und per Funk an das Fahrzeug übermittelt. Aufgrund des Ausgangssignals ist neben einer akustischen, optischen oder haptischen Fahrerwarnung auch ein automatischer Eingriff in die Bremsanlage des Fahrzeugs möglich. Ein automatischer Bremseingriff erfolgt dann, falls der Fahrer nicht rechtzeitig auf eine Fahrerwarnung reagiert, wobei das Fahrzeug vor der Einfahrt in den Gefahrraum abgebremst wird und zum Stillstand kommt. Fahrerreaktionen werden dabei aufgrund der Bedienaktivität festgestellt, insbesondere einer Betätigung der Pedale oder der Lenkhandhabe.

DE 2743281 C3 zeigt ein Führungssystem zum Abstellen von Flugzeugen an einem vorbestimmten Haltepunkt eines Flugzeugstand- und Abstellplatzes. Dabei wird mittels einer in der Umgebung des Abstellplatzes angeordneten Gebereinheit, welche z.B. aus mehreren Drucksensoren oder Photozellen aufgebaut ist, die aktuelle Position des Flugzeugs in Bezug auf den vorbestimmten Haltepunkt erfasst. Zur Eingabe eines in Abhängigkeit des Flugzeugtyps geeigneten Haltepunkts ist ein Bedienelement stationär an der Brücke zum Flughafengebäude angebracht. Die Anzeige der verbleibenden Strecke zwischen der aktuellen Flugzeugposition und dem vorbestimmten Haltepunkt erfolgt mittels einer optischen Anzeigeeinheit, wobei sich die Farbe der optischen Anzeige in Abhängigkeit des Abstands ändert. Dabei ist die Anzeigeeinheit im Bereich des Abstellplatzes oder alternativ dazu in der Führerkabine des Flugzeugs angeordnet. Im letzteren Fall werden die Signale der Gebereinheit und/oder der Betrag der verbleibenden Strecke sodann per Funk in das Flugzeug übertragen. Beim Erreichen des Haltepunkts signalisiert ein rotes Anzeigeelement der Anzeigeeinheit einen Haltebefehl, worauf der Pilot das Flugzeug anhält.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zum Abstellen eines Fahrzeugs an einer Laderampe sowie eine Vorrichtung zur Verwendung des Verfahrens gemäß den Oberbegriffen der Patentansprüche 1 und 12 zu schaffen, welche es dem Fahrer ermöglicht, das Fahrzeug auf einfache und sichere Weise an einer Laderampe abzustellen.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen werden in den Unteransprüchen aufgezeigt.

Gemäß der Erfindung werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abstellen eines Fahrzeugs an einer Laderampe bereitgestellt. Die Vorrichtung umfasst im Wesentlichen eine Sensoreinheit zur Erfassung von Abständen zwischen dem Fahrzeug und einem definierten Haltepunkt an der Laderampe, eine Überwachungseinheit zur automatischen Überwachung der Fahrdynamik und eine Steuer- und Regeleinheit zum automatischen Eingreifen in die Fahrdynamik. Im Rahmen des Verfahrens wird zum Abstellen eines Fahrzeugs an einer Laderampe der Abstand zwischen dem Fahrzeug und einem definierten Haltepunkt an der Laderampe mittels der Sensoreinheit erfasst, wobei das Fahrzeug bei Erreichen des Haltepunktes angehalten wird. In einer erfinderischen Weise findet beim Unterschreiten einer vorbestimmten Abstandsposition zwischen dem Fahrzeug und dem Haltepunkt eine automatische Überwachung der Fahrdynamik statt. Falls sich dabei die Fahrdynamik nicht im Bereich von Vorgabeparametern verhält, erfolgt ein von diesen Parametern abgeleiteter automatischer Eingriff in die Fahrdynamik, um das Fahrzeug am Haltepunkt anzuhalten. Damit wird es für den Fahrer erst möglich, das Fahrzeug auf eine einfache und sichere Weise an einer Laderampe abzustellen. Mit der Erfindung wird es dabei nicht nur möglich die Anzahl und Schwere von Kollisionen mit der Laderampe zu vermindern, sondern in einer besonders gewinnbringender Weise werden Kollisionen mit der Laderampe vollständig vermieden.

Im Zusammenhang mit der Erfindung handelt es sich bei den Vorgabeparametern in einer gewinnbringenden Weise jeweils um die minimale und/oder maximale Geschwindigkeit und/oder Beschleunigung, welche den Abstandspositionen zugeordnet sind. Daher ist dem Fahrzeug idealerweise für jede Abstandsposition oder zumindest einzelnen diskreten Abstandspositionen im Bereich zwischen dem Haltepunkt und der vorbestimmten Abstandsposition eine minimal und/oder maximal zulässige Geschwindigkeit und/oder Beschleunigung vorgegeben. Falls der Fahrer bei der Anfahrt an die Laderampe die Vorgabeparameter nicht einhält und die minimal und/oder maximal zulässige Geschwindigkeit und/oder Beschleunigung unter- oder überschreitet, erfolgt mittels einer Steuer- und Regeleinheit ein automatischer Eingriff in die Fahrdynamik. Dabei ist die Geschwindigkeit im Bereich zwischen der Abstandsposition und dem vorbestimmten Haltepunkt anhand von Vorgabeparametern derart vorgegeben, sodass die Geschwindigkeit beispielsweise zum Haltepunkt hin linear abnimmt. Auch kann in diesem Zusammenhang die Beschleunigung anhand der Vorgabeparameter derart vorgegeben sein, dass beim Unterschreiten der vorbestimmten Abstandsposition eine negative Beschleunigung vorgegeben ist, sodass die Fahrbewegung des Fahrzeugs zum Haltepunkt hin gleichmäßig verzögert wird.

In einer gewinnbringenden Weise erfolgt beim Unterschreiten wenigstens einer weiteren vorbestimmten Abstandsposition zwischen dem Fahrzeug und der Laderampe eine Änderung der Vorgabeparameter. Die Geschwindigkeit wird durch eine Änderung der Vorgabeparameter im Bereich zwischen der vorbestimmten Abstandsposition und dem Haltepunkt dabei in wenigstens zwei Stufen angepasst. Damit kann in gewinnbringender Weise die Anfahrtszeit des Fahrzeugs an die Laderampe verkürzt werden, wobei z.B. beim Unterschreiten der vorbestimmten Abstandsposition zunächst noch eine höhere Geschwindigkeit, beispielsweise im Bereich von einem oder mehreren Metern pro Sekunde, vorgegeben ist und an einer weiteren vorbestimmten Abstandsposition, welche sich z.B. im Abstand von einem halben Meter vom Haltepunkt befindet, nur noch wenige Zentimeter pro Sekunde beträgt. Es sind dabei aber auch mehrere Zwischenschritte bei denen die Geschwindigkeit aufgrund geänderter Vorgabeparameter angepasst wird denkbar, wobei mehrere Abstandspositionen vorbestimmt sind. Gleichsam sind in diesem Zusammenhang neben den anhand von Geschwindigkeiten festgelegten Vorgabeparametern alternativ oder zusätzlich auch mehrere auf Beschleunigungen bezogene Vorgabeparameter möglich.

In einer weiteren gewinnbringenden Weise der Erfindung ist eine automatische Überwachung der Fahrdynamik an jeder beliebigen Position aufgrund einer Fahrereingabe aktivierbar. Dadurch wird eine automatische Überwachung der Fahrdynamik unabhängig vom Unterschreiten der vorbestimmten Abstandsposition möglich. Dies hat sich in den Fällen als besonders vorteilhaft erwiesen, bei denen sich der Anfahrtsweg an die Laderampe seit der Festlegung der Abstandsposition geändert hat. Auch ist eine Aktivierung der automatischen Überwachung aufgrund einer Fahrereingabe von Vorteil, falls der Haltepunkt an eine andere Position, beispielsweise vor die Laderampe, verlegt wird. Auch kann eine erneute Aktivierung der automatischen Überwachung per Fahrereingabe von Vorteil sein, falls die Aktivierung nicht signalisiert wird und der Fahrer sich nicht sicher ist, ob die automatische Überwachung zuvor bereits aktiviert war oder zuvor durch Deaktivierung abgeschaltet wurde. Als Eingabemittel, womit der Fahrer an jeder beliebigen Position eine automatische Überwachung aktivieren kann, eignet sich dabei z.B. ein Bedienelement im Fahrzeugcockpit oder auch eine Spracheingabe. Das Bedienelement kann anstelle oder zusätzlich zur Anbringung im Fahrzeug auch außerhalb des Fahrzeugs vorgesehen sein, beispielsweise im Bereich der Laderampe angeordnet sein.

Weiterhin ist es im Zusammenhang mit der Erfindung von Vorteil, falls der von der Sensoreinheit erfasste Abstand mittels einer Anzeigeeinheit im Bereich der Laderampe optisch angezeigt wird. Hierbei kann die optische Anzeige derart ausgestaltet sein, sodass diese den Abstand direkt anzeigt, z.B. in Längeneinheiten in Metern und Zentimetern. Es kann sich hierbei jedoch auch um ein einfaches optisches Signal handeln, welches mit dem Erreichen der Halteposition oder kurz davor aufleuchtet. Auch ist eine grafische Darstellung denkbar, wobei beispielsweise mittels eines in seiner Länge variierenden Balkens dem Fahrer der Abstand signalisiert wird. Besonders bewährt hat sich jedoch eine Ampeldarstellung, wobei die Ampelanlage die Funktion einer einweisenden Person übernimmt. Dabei signalisiert "grün" eine überwachte Abstandsposition, "gelb" eine Abstandsposition bei der eine erhöhte Aufmerksamkeit gefordert wird und "rot" das Erreichen der Halteposition. Der Fahrer kann beim rückwärtigen Rangieren über die Fahrzeugrückspiegel das Signal der Ampel erfassen und bei einem halbautomatischen Abstellvorgang dementsprechend die Fahrzeuggeschwindigkeit/-beschleunigung anpassen oder bei einem vollautomatischen Abstellvorgang den Eingriff in die Fahrdynamik überwachen.

In einer gewinnbringenden Weise der Erfindung wird der von der Sensoreinheit erfasste Abstand mittels einer Kommunikationseinrichtung an das Fahrzeug übermittelt. Hierzu eignet sich beispielsweise eine Funkverbindung oder ein Kommunikationsmittel, welches optische Signale nutz. Die Sensoreinheit kann dabei entweder selbst einen geeigneten Sender aufweisen oder aber mit einer übergeordneten Basiseinheit, welche einen Sender umfasst, in Verbindung stehen. Der dazugehörige Empfänger ist dabei am Fahrzeug angeordnet und leitet die empfangenen Abstandinformationen entweder direkt an die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Auswertung weiter oder stellt die Abstandsinformationen den mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Verbindung stehenden fahrzeuginternen Systemen zur Verfügung. Bei einem Navigationsgerät handelt es sich dabei beispielsweise um ein fahrzeuginternes System.

In einer weiteren gewinnbringenden Weise der Erfindung wird der von der Sensoreinheit erfasste Abstand mittels einer optischen Anzeigeeinheit im Fahrzeug angezeigt. Hierzu ist anstelle oder zusätzlich zu einer im Bereich der Laderampe angeordneten optischen Anzeige im Fahrzeugcockpit eine optische Anzeige angeordnet. Die Darstellung auf der optischen Anzeige erfolgt dabei gleichsam der Darstellung, wie diese im Zusammenhang mit einer im Bereich der Laderampe angeordneten optischen Anzeige bereits beschrieben wurde. Beispielsweise handelt es sich dabei um ein Multifunktionsdisplay, welches Informationen unterschiedlicher System darstellen kann oder aber um eine eigenständige optische Anzeige. Auch sind in diesem Zusammenhang Headup-Displays und solche optische Anzeigen bekannt, welche in wenigstens einen der Fahrzeugspiegel integriert sind. Der Fahrer kann damit den Abstand zwischen der aktuellen Fahrzeugposition und dem Haltepunkt auf besonders einfache Weise erfassen. Es besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit in Echtzeit Kamerabilder von der Laderampe und deren Umgebungsbereich zu erfassen und auf der optischen Anzeige darzustellen, wie dies beispielsweise bei einem Rückfahrkamerasystem oder einem Kamerabasierten Einparksystem der Fall ist. Die Abstandsinformation kann sodann den Kamerabildern auf einfache Weise überlagert werden.

Weiterhin ist es von großem Vorteil, falls wenigstens ein den Vorgabeparametern entsprechender Steuerbefehl für den automatischen Eingriff in die Fahrdynamik mittels einer Kommunikationseinrichtung an das Fahrzeug übermittelt wird. Hierbei kann es sich sowohl um dieselbe Kommunikationseinrichtung handeln, welche im Zusammenhang mit der Erfindung bei der Übertragung von Abstandswerten genutzt wird oder um eine davon unabhängige Kommunikationseinrichtung. Vorteilhaft ist es dabei, falls die Kommunikationseinrichtung mit dem Bussystem des Fahrzeugs verbunden ist, sodass mittels der Steuerbefehle auf eine einfache Weise in die Bremsanlage, Motorsteuerung oder die Lenkung eingegriffen werden kann. In besonders vorteilhafter Weise muss das Fahrzeug zum Betrieb des erfindungsgemäßen Verfahrens daher lediglich eine Kommunikationseinrichtung, insbesondere einen Empfänger, umfassen und eine Schnittstelle zur Steuerung der Bremsanlage und der Motorsteuerung aufweisen. Dadurch kann wenigstens ein Teil der Komponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung ortsfest, vorzugsweise im Bereich der Laderampe, angeordnet sein.

Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Fahrer eine automatische Überwachung der Fahrdynamik und/oder einen automatischen Eingriff in die Fahrdynamik zu jeder Zeit mittels eines Not-Aus-Tasters abbrechen kann. Der Fahrer kann damit z.B. in Situationen in denen keine Überwachung oder kein automatischer Eingriff durch das System gewünscht ist, manuell eine Deaktivierung des Systems vornehmen. Besonders vorteilhaft erweist sich ein Not-Aus-Taster in Gefahrensituationen, falls z.B. plötzlich Personen im Fahrweg auftauchen kann damit sofort eine Deaktivierung des Systems veranlasst werden. Der Not-Aus-Taster ist dabei im Fahrzeug und zusätzlich oder alternativ dazu außerhalb des Fahrzeugs, vorzugsweise im Bereich der Laderampe angeordnet. Es ist aber auch denkbar, dass es sich bei dem Not-Aus-Taster um eine tragbare Einheit handelt, sodass bei vollautonomen Fahrzeugen eine Bedienung und Not-Abschaltung des Systems durch eine sich außerhalb des Fahrzeugs befindliche Person durchgeführt werden kann.

Beim Unterschreiten eines vorgegebenen Mindestabstandes in Bezug auf den definierten Haltepunkt wird eine optische, akustische und/oder haptische Fahrerwarnung ausgegeben. Die Fahrerwarnung erfolgt dabei so rechtzeitig, dass der Fahrer die Möglichkeit hat, das Fahrzeug am Haltepunkt anzuhalten, bzw. im Falle eines automatischen Eingriffs in die Fahrdynamik noch genügend Zeit für einen manuellen Bremseingriff vor Erreichen des Haltepunkts verbleibt. Im Falle einer optischen Fahrerwarnung kann für die Darstellung z.B. eine optische Anzeigeeinheit im Fahrzeugcockpit herangezogen werden. Akustische Fahrerwarnungen können beispielsweise über die Soundanlage des Fahrzeugs oder einen separaten Lautsprecher ausgegeben werden und im Rahmen einer haptischen Fahrerwarnung erfolgt beispielsweise ein Rütteln am Lenkrad. Auch ist es möglich, dass beim Unterschreiten eines vorgegebenen Mindestabstandes in Bezug auf den definierten Haltepunkt zusätzlich oder alternativ eine optische und/oder akustische Fahrerwarnung außerhalb des Fahrzeugs erfolgt.

In einer weiteren vorteilhaften Weise erfolgt im Rahmen der Erfindung eine automatische Zuordnung des Fahrzeugs zu einer Laderampe, wobei die Zuordnung mittels einer Kommunikationseinrichtung an das Fahrzeug übermittelt wird und/oder im Bereich der Laderampe optisch angezeigt wird. Beispielsweise wird das Fahrzeug bei der Einfahrt in einen Betriebshof erfasst und diesem individuell eine Laderampe zugeordnet, wobei es nicht notwendig ist, dass sich der Fahrer auf eine umständliche Weise an einer Pforte oder einem Empfang anmeldet. Dabei erfolgt die Zuordnung zu einer Laderampe vorzugsweise mittels derselben Kommunikationseinrichtung, welche im Rahmen der Erfindung bereits zur Übermittlung von Abstandswerten bzw. zur Übermittlung von Steuerbefehlen für einen automatischen Eingriff in die Fahrdynamik gezeigt wurde. Die zugeordnete Laderampe wird vorzugsweise auf einer optischen Anzeige im Fahrzeug und an einer weiteren optischen Anzeige im Bereich der Laderampe angezeigt, sodass der Fahrer diese auf einfache Weise finden und anfahren kann. Dabei ist es auch denkbar, dass es sich bei dem Fahrzeug um ein vollautonomes Fahrzeug handelt und dieses selbsttätig zunächst den Bereich der zugeordneten Laderampe und sodann den Haltepunkt der Laderampe anfährt.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Figur. Dabei zeigt die Figur ein Fahrzeug (1) bei der Anfahrt an eine Laderampe (2). An der Laderampe (2) befindet sich hierbei ein Haltepunkt (3), dessen Lage in vertikaler Richtung insbesondere durch die obere Kante der Laderampe (2) definiert ist. In horizontaler Richtung ist Lage des Haltepunkts (3) dabei beispielsweise durch eine der äußeren Eckpunkte oder durch die Mitte der Laderampe (2) definiert. Der Haltepunkt (3) kann dabei auch nichtsichtbar in der Form eines virtuellen Haltepunktes definiert sein. Im unteren Bereich der Laderampe (2) befindet sich in einer geschützten Position ein Abstandsensor (4), hierbei handelt es sich insbesondere um eine Kamera. In der Figur ist beispielhaft eine zweistufige Abstandsmessung dargestellt, wobei beim rückwärtigen heranfahren an die Laderampe (2) an einer vorbestimmten Abstandsposition (5) zunächst eine automatische Überwachung der Fahrdynamik des Fahrzeugs (1) aktiviert wird. Eine an der Laderampe (2) angeordnete optische Anzeige (6) signalisiert dabei mittels eines grünen Leuchtmittels die Aktivierung der automatischen Überwachung. Das Signal der optischen Anzeige (6) wird mittels der Kommunikationseinheit (7) an das Fahrzeug (1) übermittelt und sodann mittels einer hier nicht gezeigten im Fahrzeug (1) angeordneten optischen Anzeige dargestellt. Gleichsam werden mittels der Kommunikationseinheit (7) auch die vom Abstandssensor (4) erfassten Abstandswerte sowie Steuersignale zum automatischen Eingreifen in die Fahrdynamik an das Fahrzeug (1) übermittelt. Ein automatischer Eingriff in die Fahrdynamik erfolgt frühestens beim Erreichen der vorbestimmten Abstandsposition (5), falls die Fahrzeuggeschwindigkeit beim Rückwärtsfahren (VR) den im unteren Teil der 1 gezeigten Verlauf der Vorgabeparameter (12) übersteigt. Der Verlauf der Vorgabeparameter (12) ist dabei derart gewählt, dass an der vorbestimmten Position (5) in einer ersten Stufe eine Absenkung der Fahrzeuggeschwindigkeit vorgesehen ist, wobei das Fahrzeug (1) sodann mit verminderter Geschwindigkeit bis zu einer weiteren vorbestimmten Position (8) bewegt wird und dann in einer zweiten Stufe erneut eine Absenkung der Fahrzeuggeschwindigkeit erfolgt bis das Fahrzeug (1) schließlich an der Halteposition (3) zum stehen kommt, ohne dabei die Laderampe (2) zu berühren. Zur besseren Übersicht wurde die Lage der Positionen (5, 8, 3) im oberen Teil der Figur durch virtuelle Verlängerungslinien (9, 10, 11) in den unteren Bereich der Figur übernommen. Im Bereich zwischen der weiteren Abstandsposition (8) und dem Haltepunkt (3) zeigt die optische Anzeige (6) dem Fahrer mittels eines "orangen" Signals die Erfordernis einer erhöhten Aufmerksamkeit an und bei Unterschreiten eines vorbestimmten Mindestabstandes zur Laderampe (2) zusätzlich ein "rotes" Signal an. Im Zusammenhang mit der Erfindung kann aber auch eine optische Anzeige (6) eingesetzt sein, welche nur zweifarbig ausgestaltet ist. Im Falle eines "roten" Signals wird zudem ein Steuerbefehl an das Fahrzeug (1) übermittelt, welches einen automatischen Eingriff in die Fahrdynamik bewirkt und automatisch eine Bremsung einleitet. Falls dabei mehrere Fahrzeuge (1) gleichzeitig mehrere nebeneinander liegende Laderampen (2) anfahren, erfolgt eine Zuordnung der Steuerbefehle für den automatischen Eingriff über eine individuelle Fahrzeugnummer. Die individuelle Fahrzeugnummer wurde zuvor bei der Einfahrt in den Betriebshof automatisch erfasst.

1
Fahrzeug
2
Laderampe
3
Haltepunkt
4
Abstandssensor
5
vorbestimmte Abstandsposition
6
optische Anzeige
7
Kommunikationseinheit
8
weitere vorbestimmte Abstandsposition
9
virtuelle Verlängerung der Lage vorbestimmten Abstandsposition
10
virtuelle Verlängerung der Lage der weiteren vorbestimmten Abstandsposition
11
virtuelle Verlängerung der Lage des Haltepunkts
12
Vorgabeparameter


Anspruch[de]
Verfahren zum Abstellen eines Fahrzeugs an einer Laderampe,

wobei der Abstand zwischen dem Fahrzeug und einem definierten Haltepunkt an der Laderampe mittels einer Sensoreinheit erfasst wird

und wobei das Fahrzeug bei Erreichen des Haltepunktes angehalten wird,

dadurch gekennzeichnet,

dass beim Unterschreiten einer vorbestimmten Abstandsposition zwischen dem Fahrzeug und dem Haltepunkt eine automatische Überwachung der Fahrdynamik stattfindet,

wobei falls sich die Fahrdynamik nicht im Bereich von Vorgabeparametern verhält, ein von diesen Parametern abgeleiteter automatischer Eingriff in die Fahrdynamik erfolgt, um das Fahrzeug am Haltepunkt anzuhalten.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Vorgabeparametern jeweils um die minimale und/oder maximale Geschwindigkeit oder Beschleunigung handelt, welche den Abstandspositionen zugeordnet sind. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beim Unterschreiten wenigstens einer weiteren vorbestimmten Abstandsposition zwischen dem Fahrzeug und der Laderampe eine Änderung der Vorgabeparameter erfolgt. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine automatische Überwachung der Fahrdynamik an jeder beliebigen Position aufgrund einer Fahrereingabe aktivierbar ist. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der von der Sensoreinheit erfasste Abstand mittels einer Anzeigeeinheit im Bereich der Laderampe optisch angezeigt wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der von der Sensoreinheit erfasste Abstand mittels einer Kommunikationseinrichtung an das Fahrzeug übermittelt wird. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der von der Sensoreinheit erfasste Abstand mittels einer optischen Anzeigeeinheit im Fahrzeug angezeigt wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein den Vorgabeparametern entsprechender Steuerbefehl für den automatischen Eingriff in die Fahrdynamik mittels einer Kommunikationseinrichtung an das Fahrzeug übermittelt wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrer eine automatische Überwachung der Fahrdynamik und/oder einen automatischen Eingriff in die Fahrdynamik zu jeder Zeit mittels eines Not-Aus-Tasters abbrechen kann. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beim Unterschreiten eines vorgegebenen Mindestabstandes in Bezug auf den definierten Haltepunkt eine optische, akustische und/oder haptische Fahrerwarnung ausgegeben wird. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine automatische Zuordnung des Fahrzeugs zu einer Laderampe erfolgt, wobei die Zuordnung mittels einer Kommunikationseinrichtung an das Fahrzeug übermittelt wird und/oder im Bereich der Laderampe optisch angezeigt wird. Vorrichtung zum Abstellen eines Fahrzeugs an einer Laderampe,

wobei mittels einer Sensoreinheit der Abstand zwischen dem Fahrzeug und einem definierten Haltepunkt an der Laderampe erfasst wird

und wobei das Fahrzeug bei Erreichen des Haltepunktes angehalten wird,

dadurch gekennzeichnet,

dass mittels einer Auswerteeinheit beim Unterschreiten einer vorbestimmten Abstandsposition zwischen dem Fahrzeug und dem Haltepunkt eine automatische Überwachung der Fahrdynamik stattfindet,

wobei mittels einer Steuer- und Regeleinheit ein automatischer Eingriff in die die Fahrdynamik erfolgt, falls sich die Fahrdynamik nicht im Bereich von Vorgabeparametern verhält.
Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Eingabemittel vorhanden ist, womit der Fahrer an jeder beliebigen Position eine automatische Überwachung aktivieren kann. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine optische Anzeigeeinheit im Bereich der Laderampe und/oder im Fahrzeug angeordnet ist, womit der mittels der Sensoreinheit erfasste Abstand optisch angezeigt wird. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kommunikationsmittel vorhanden ist, womit der mittels der Sensoreinheit erfasste Abstand an das Fahrzeug übermittelt wird und/oder ein den Vorgabeparametern entsprechender Steuerbefehl für einen automatischen Eingriff in die Fahrdynamik an das Fahrzeug übermittelt wird. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Not-Aus-Taster vorhanden ist, womit der Fahrer eine automatische Überwachung der Fahrdynamik und/oder einen automatischen Eingriff in die Fahrdynamik zu jeder Zeit abbrechen kann. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein optisches, akustisches und/oder haptisches Warnmittel vorhanden ist, womit der Fahrer im Falle eines Unterschreitens eines vorgegeben Mindestabstandes in Bezug auf den definierten Haltepunkt eine Fahrerwarnung ausgegeben wird. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kommunikationsmittel vorhanden ist, womit eine automatische Zuordnung des Fahrzeugs zu einer Laderampe an das Fahrzeug übermittelt wird. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der Komponenten der Vorrichtung im Bereich der Laderampe angeordnet sind.






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