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Dokumentenidentifikation DE10348037B4 08.02.2007
Titel Verfahren zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn
Anmelder Huang, Tsu-Ming, Hua Tan Hsiang, Changhua, TW
Erfinder Huang, Tsu-Ming, Hua Tan Hsiang, Changhua, TW
Vertreter Patentanwälte Reichel und Reichel, 60322 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 15.10.2003
DE-Aktenzeichen 10348037
Offenlegungstag 25.05.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.02.2007
IPC-Hauptklasse D02G 3/44(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D02G 3/36(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D06B 1/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D01H 13/30(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 71/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D02J 3/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn.

Gewebeprodukte aus Zwirn zum Wischen oder Tragen müssen eine gute Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit aufweisen. Beim herkömmlichen Verfahren zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn handelt es sich um eine Veränderung der Eigenschaft des Gewebes oder eine Imprägnierung des Gewebes oder des Zwirnes mit einem feuchtigkeitsaufnehmendem Mittel.

Bei der Imprägnierung wird der Zwirn (vor dem Weben) oder das Gewebe (nach dem Weben) mit dem feuchtigkeitsaufnehmenden Mittel besprüht oder in ihm getränkt. Diese Behandlung enthält den Transport des Zwirnes (oder des Gewebes), die Imprägnierung und die Trocknung und erfordert einen besonderen Arbeitsraum. Daher ist diese Behandlung sehr zeit- und kostenaufwendig.

Die Besprühung kann zwar feuchtigkeitsaufnehmendes Mittel sparen, jedoch keine hohe Gleichmäßigkeit und Haftfähigkeit erreichen, so daß die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit schlecht ist. Daher wird die Besprühung mit feuchtigkeitsaufnehmendem Mittel selten verwendet.

Bei der Tränkung kann das feuchtigkeitsaufnehmende Mittel in das Innere des Gewebes (oder des Zwirnes) eintreten, was zu einer Gewichterhöhung und einer Erhöhung der Steifigkeit des Gewebes führt. Zudem werden die Herstellungskosten erhöht, da eine hohe Menge des feuchtigkeitsaufnehmenden Mittels und eine lange Trocknungszeit erforderlich sind.

Ein Beispiel für derartige Verfahren ist in DE 101 04 290 A1 offenbart. Zur temporären Ausrüstung von Textilien wird durch Tränken oder Besprühen auf die textile Oberfläche zur Steigerung des Wasseraufnahmevermögens ein Hydrogel aufgebracht. Anschließend werden die so behandelten Textilien getrocknet.

DE 34 23 942 C2 offenbart ein Verfahren, bei dem Fäden vor dem Aufwinden auf die Spule zunächst mit Schlichteflotte behandelt werden und anschließend ein fließfähiges Antihaftmittel mit Hilfe von Auftragswalzen aufgebracht wird. Dieses Verfahren dient dazu, ein Verhaften benachbarter Fadenwindungen beim Aufwinden auf Spulen etc. zu verhindern.

AT 175 965 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Zwirnen aus Fäden, die einem unterteilten Streckprozeß bei verschiedenen Temperaturen und Feuchtigkeitsgraden und einem Waschprozeß unterzogen werden. Die Fäden werden dabei zunächst in einem fortlaufenden Arbeitsgang unter Behandlung mit heißem Dampf vorverstreckt und gleichzeitig gewaschen. Anschließen werden sie bei etwa 190–200°C nachverstreckt und getrocknet, unter Spannung aufgespult und schließlich in einem besonderen Arbeitsgang einmalig gezwirnt und fertiggestellt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn zu schaffen.

Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird Zwirn aus Polypropylenfasern einer oder mehreren Bürstenwalzen zugeführt, wodurch ein aufgerauhter Zwirn gewonnen wird, der einer oder mehreren Rillenwalzen zugeführt wird, in deren Rillen ein flüssiges feuchtigkeitsaufnehmendes Mittel gefüllt ist, das durch Drehen der Rillenwalzen in den Spalten des aufgerauhten Zwirnes eintritt und dort festhaftet, so daß ein feuchtigkeitsaufnehmender Zwirn gewonnen wird.

Da die Imprägnierung mit dem feuchtigkeitsaufnehmenden Mittel in dem Zwirnvorgang integriert ist, können die Kosten der Imprägnierung erheblich reduziert werden.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren haftet das feuchtigkeitsaufnehmende Mittel nur auf der Oberfläche des Zwirnes und dringt nicht in dieses ein, so daß die verbrauchte Menge des feuchtigkeitsaufnehmenden Mittels gering ist und das Gewebe aus diesem Zwirn leicht und weich ist.

Im folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung der herkömmlichen Imprägnierung,

2 eine schematische Darstellung eines Verfahrens zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn,

2-A eine vergrößerte Schnittdarstellung der Bürstenwalzen,

3 eine vergrößerte Schnittdarstellung der Rillenwalzen,

3-A eine Seitenansicht der Rillenwalzen aus 3,

3-B eine vergrößerte Darstellung des imprägnierten aufgerauhten Zwirnes,

4 eine vergrößerte Schnittdarstellung der weiteren Rillenwalzen,

4-B eine Seitenansicht der Rillenwalzen aus 4,

5 eine schematische Darstellung der Imprägnierung.

Nach 2 enthält ein erfindungsgemäßes Verfahren folgende Schritte:

Aus den Polypropylenfasern wird ein Garn R gewonnen, das dann der Zwirnmaschine 1 zugeführt und dort gezwirnt wird. Der Zwirn R1, der durch die Antriebswalze 11 und die Druckwalze 12 transportiert wird, wird einer oder mehreren Bürstenwalzen 2 zugeführt und wird dadurch aufgerauht (2-A). Der aufgerauhte Zwirn R2 wird einer oder mehreren Rillenwalzen 3 zugeführt und dann von einer oder mehreren Zwirnführungswalzen 4 gestreckt. In die Rillen 31 der Rillenwalzen 3 (3 und 3-A) ist ein feuchtigkeitsaufnehmendes Mittel P eingefüllt, das durch das Walzen in den Spalten des aufgerauhten Zwirnes R2 eintritt (3-B), wodurch ein feuchtigkeitsaufnehmender Zwirn R3 gewonnen wird. Nach dem Strecken und Trocknen durch die eine oder mehreren Zwirnführungswalzen 4 haftet das feuchtigkeitsaufnehmende Mittel P fest auf der Oberfläche des aufgerauhten Zwirnes R2 an.

Das Gewebe aus diesem Zwirn kann Feuchtigkeit aufnehmen, so daß eine hohe Schweißaufnahmefähigkeit erreicht wird.

Wie aus 3, 3-A und 3-B ersichtlich ist, wird das flüssige feuchtigkeitsaufnehmende Mittel P kontinuierlich in die Rillen 31 der Rillenwalzen 3 gefüllt, so daß der aufgerauhte Zwirn R2 durch Drehen der Rillenwalzen 3 kontinuierlich mit dem feuchtigkeitsaufnehmenden Mittel P beschichtet wird.

Wie aus 4 und 4-A ersichtlich ist, sind die Böden der Rillen 31 der Rillenwalzen 3 jeweils mit mehreren Löchern 321 versehen, und die Einfüllungsöffnungen 32 des feuchtigkeitsaufnehmenden Mittels P sind in den Achsen der Rillenwalzen 3 vorgesehen. Das feuchtigkeitsaufnehmende Mittel P fließt beim Drehen der Rillenwalzen 3 in die Rillen 31, so daß der aufgerauhte Zwirn R2 durch Drehen der Rillenwalzen 3 kontinuierlich mit dem feuchtigkeitsaufnehmenden Mittel P beschichtet wird.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn, das Polypropylenfasern als Rohstoff verwendet, wobei das Verfahren folgende Schritte enthält:

– Zuführen eines Garns (G) aus Polypropylenfasern zu einer Zwirnmaschine (1);

– Transportieren von Zwirn (R1) mit Hilfe einer Antriebswalze (11) und einer Druckwalze (12);

– Zuführen des Zwirns (R1) zu einer oder mehreren Bürstenwalzen (2),

– Zuführen des aufgerauhten Zwirns (R2) zu einer oder mehreren Rillenwalzen (3), wobei in mindestens eine Rille (31) einer Rillenwalze (3) ein flüssiges feuchtigkeitsaufnehmendes Mittel (P) eingefüllt ist, das durch das Walzen auf der Oberfläche des aufgerauhten Zwirns (R2) haftet; und

– Strecken und Trocknen des aufgerauhten Zwirns (R2) durch eine oder mehrere Zwirnführungswalzen (4), wodurch das flüssige feuchtigkeitsaufnehmende Mittel (P) fest auf der Oberfläche des aufgerauhten Zwirngarns (R2) haftet.
Verfahren zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn nach Anspruch 1, wobei das flüssige feuchtigkeitsaufnehmende Mittel (P) kontinuierlich in die mindestens eine Rille (31) eingefüllt wird, so daß das aufgerauhte Zwirn (R2) durch Drehen der Rillenwalzen (3) koninuierlich mit dem feuchtigkeitsaufnehmenden Mittel (P) beschichtet wird. Verfahren zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige feuchtigkeitsaufnehmende Mittel (P) kontinuierlich von außen in die Rillen (31) der Rillenwalze (3) gefüllt wird. Verfahren zur Herstellung von feuchtigkeitsaufnehmendem Zwirn nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein Boden der mindestens einen Rille (31) mit mehreren Löchern (321) versehen ist, und

eine Einfüllungsöffnung (32) für das feuchtigkeitsaufnehmende Mittel (P) in einer Achse der entsprechenden Rillenwalze (3) vorgesehen ist, wobei das feuchtigkeitsaufnehmende Mittel (P) durch Drehen der Rillenwalze (3) durch die Löcher (321) in die Rille (31) fließt.






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