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Dokumentenidentifikation DE10001886B4 15.02.2007
Titel Aus einer Rohrwaffe verschießbares Geschoss mit einem durch Treibladungsgase beaufschlagten, auf eine den Zünder aktivierende Einrichtung einwirkenden Übertragungselement
Anmelder Rheinmetall Waffe Munition GmbH, 40880 Ratingen, DE
Erfinder Unterstein, Klaus, 29345 Unterlüß, DE;
Heitmann, Thomas, 29345 Unterlüß, DE;
Niemeyer, Torsten, 29229 Celle, DE;
Schiller, Wolfgang, 40699 Erkrath, DE
Vertreter Thul Patentanwaltsgesellschaft mbH, 40476 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 19.01.2000
DE-Aktenzeichen 10001886
Offenlegungstag 26.07.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2007
IPC-Hauptklasse F42C 15/30(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F42C 5/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F42C 11/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein aus einer Rohrwaffe verschießbares Geschoss mit einem Zünder.

Bei Sprenggeschossen wird üblicherweise ein unbeabsichtigtes Betätigen des Zünders durch zwei unabhängig voneinander wirkende mechanische Sicherungen erreicht. Zur Betätigung dieser Sicherungen bzw. zur Aufhebung ihrer Sicherungswirkung werden häufig die auf das Geschoss wirkende Beschleunigung und die aufgrund des Dralles auf das Geschoss wirkende Fliehkraft herangezogen. Sofern die Geschosse aus einer Waffe mit einem Glattrohr verschossen werden, tritt allerdings bei den fliehkraftabhängigen Sicherungen bzw. Entsicherungssystemen eine Wirkung erst ein, wenn während der Flugphase des Geschosses ein bestimmter Drall (etwa durch Anstellung der Stabilisierungsflügel) vorhanden ist.

Die US 2,674,946 beschreibt eine Überwachungsvorrichtung einer elektrischen Zündung, welche mittels Gasdruck ausgelöst wird. Dazu wirkt auf eine in der Gaszufuhr befindliche flexible Membran ein Gasdruck, die ihrerseits eine Platte mit den Zündkontakten gegen die gehäuseseitigen Kontaktstifte drückt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein aus einer Rohrwaffe verschießbares Geschoss mit einem einfach aufgebauten Entsicherungssystem anzugeben, welches unabhängig von dem auf der Geschossbeschleunigung beruhenden Sicherungs- bzw. Entsicherungssystem auch dann eine Entsicherung des Zünders bewirkt, wenn das Geschoss aus einer Glattrohrwaffe verschossen wird und keinen nennenswerten Drall besitzt, wobei die Aktivierung des Zünders mittels der Treibladungsgase erfolgen sollen, ohne dass die Treibladungsgase in das Geschoss eintreten können.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.

Die Erfindung beruht im Wesentlichen auf dem Gedanken, den beim Abschuss im Waffenrohr auf das Geschoss wirkenden Gasdruck der Treibladungsgase für die Entsicherung des Zünders heranzuziehen. Hierzu ist in dem heckseitigen Teil des Geschosses ein in einem Langloch zum Zünder hin verschiebbar angeordnetes Übertragungselement vorgesehen, derart, dass das dem Zünder abgewandte Ende des Übertragungselementes direkt von dem beim Abschuss auf das heckseitige Teil des Geschosses wirkenden Gasdruck der Treibladungsgase beaufschlagt und zum Zünder hin verschoben wird und dass das dem Zünder zugewandte Ende des Übertragungselementes auf eine den Zünder aktivierende Einrichtung einwirkt.

Bei der den Zünder aktivierenden Einrichtung kann es sich beispielsweise um einen elektrischen Umschalter oder um einen durch das Übertragungselement angestochenen Zündsatz handeln. Ferner kann es sich bei der zu aktivierenden Einrichtung um ein vorgespanntes System handeln, welches durch das Verschieben des Übertragungselementes freigegeben wird und dann auf den Zünder einwirkt.

Das Übertragungselement ist auf seinem dem Geschossheck zugewandten Ende mit einem stempelförmig ausgebildeten erweiterten Druckaufnahmebereich, z.B. aus Kunststoff, versehen, der das Langloch gegen die beim Abschuss auf das Geschoss wirkenden Treibladungsgase abdichtet. Der dem heckseitigen Teil des Geschosses zugewandte äußere Randbereich des Druckaufnahmebereiches, der bei Abschuss des Geschosses abscherbar ist, liegt zunächst dichtend an dem Geschoss an. Da das Langloch im Bereich des heckseitigen Endes des Geschosses einen größeren Durchmesser aufweist als im Inneren des Geschosses, trifft der nicht abgescherte Randbereich des Druckaufnahmebereiches beim Abschuss des Geschosses nach einer vorgegebenen axialen Verschiebung auf den durch die unterschiedlichen Durchmesser definierten Übergangsbereich des Langloches, der eine weitere Verschiebung des Übertragungselementes dann verhindert.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das Übertragungselement stangenförmig ausgebildet und ist zwischen dem Zünder und dem Geschossheck in einem Langloch des Geschosses verschiebbar angeordnet, so dass der beim Abschuss auf das Geschossheck wirkende Gasdruck das stangenförmige Übertragungselement zum Zünder hin verschiebt.

Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn der durch die unterschiedlichen Durchmesser definierte Übergangsbereich des Langloches und der diesem Bereich zugewandte Wandbereich des Druckaufnahmebereiches des Übertragungselementes konusförmig ausgebildet sind, da in diesem Fall eine besonders gute Gasabdichtung des zünderseitigen Langlochbereiches nach dem Verschieben des Übertragungselementes erfolgt.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden anhand von Figuren erläuterten Ausführungsbeispiel. Es zeigen:

1 den Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Geschoss vor seinem Abschuss;

2 eine vergrößerte Darstellung des in 1 mit II bezeichneten heckseitigen Bereiches des Geschosses;

3 den in 2 dargestellten heckseitigen Bereich des Geschosses nach dem Abschuss des entsprechenden Geschosses und während dessen Beschleunigung im Waffenrohr;

In 1 ist mit 1 ein Geschoss mit einem heckseitig angeordneten Klappleitwerk bezeichnet, welches eine Sprengladung 2 und einen Zünder 3 zur Zündung der Sprengladung 2 enthält. Zwischen dem Zünder 3 und dem Geschossheck 4 ist ein aus Kunststoff oder Metall bestehendes stangenförmiges Übertragungselement 5 in einem Langloch 6 des Geschosses 1 verschiebbar angeordnet. Auf seinem dem Geschossheck 4 zugewandten Ende 7 ist das stangenförmige Übertragungselement 5 mit einem stempelförmig ausgebildeten Druckaufnahmebereich 8 versehen, dessen Rückseite 9 über das heckseitige Ende des Geschosses 1 hervorsteht (2). Die dem Geschossheck 4 zugewandte Seite 18 des äußeren Randbereiches 10 des Druckaufnahmebereiches 8 liegt dichtend an dem Geschoss 1 an und wird beim Abschuss des Geschosses 1 durch den dann auf den Druckaufnahmebereich 8 wirkenden Gasdruck der Treibladungsgase abgeschert.

Das Langloch 6 weist im Bereich des Geschosshecks 4 einen Bereich 11 mit einem größeren Durchmesser auf. Die Länge 12 dieses Bereiches 11 ist derart gewählt, dass der nach Abschuss des Geschosses 1 nicht abgescherte Randbereich 13 des Druckaufnahmebereiches 8 (3) nach einer vorgegebenen axialen Verschiebung auf den durch die unterschiedlichen Durchmesser definierten Übergangsbereich 15 des Langloches 6 trifft, der eine weitere Verschiebung des Übertragungselementes 5 verhindert. Die axiale Verschiebung des Übertragungselementes 5 reicht dabei aus, damit das Ende 17 des Übertragungselementes 5 (1) eine den Zünder 3 aktivierende Einrichtung 14 betätigt.

Der Übergangsbereich 15 des Langloches sowie der diesem Bereich zugewandte Wandbereich 16 des Druckaufnahmebereiches 8 sind konusförmig ausgebildet, so dass nach dem Verschieben des Übertragungselementes 5 eine gute Gasabdichtung des zünderseitigen Bereiches 11 des Langlochs 6 erfolgt.

Ferner muss das Übertragungselement 5 nicht zwangsläufig einstückig ausgebildet sein. Vielmehr kann z.B. der Druckaufnahmebereich 8 als separates Teil hergestellt und anschließend mit dem restlichen Teil des Übertragungselementes 5 verbunden werden. Eine derartige Ausführungsform bietet sich insbesondere dann an, wenn der Druckaufnahmebereich 8 aus einem anderen Material (z.B. Kunststoff) als der restliche Teil (z.B. Metall) des Übertragungselements 5 bestehen soll.

Sofern der Zünder 3 über eine elektrische Leitung mit dem Feuerleitrechner der entsprechenden Rohrwaffe verbunden ist, kann diese Leitung axial durch das Übertragungselement 5 hindurchgeführt werden. Dabei können die vom Zünder 3 und von der Patronenhülse kommenden elektrischen Leitungen über Steckanschlüsse im Bereich der Enden des Übertragungselementes 5 mit der durch das Übertragungselement 5 hindurch geführten Leitung verbunden werden. Besteht das Übertragungselement 5 aus Kunststoff, so kann es gleichzeitig die elektrische Isolierung der entsprechenden Leitung gegen das in der Regel aus Metall bestehende Geschossheck 4 übernehmen.

1
Geschoss
2
Sprengladung
3
Zünder
4
Geschossheck, heckseitiger Bereich
5
Übertragungselement
6
Langloch
7
Ende
8
Druckaufnahmebereich
9
Rückseite
10
äußerer Randbereich
11
Bereich (Langloch)
12
Länge
13
Randbereich
14
Einrichtung
15
Übergangsbereich
16
Wandbereich
17
Ende
18
Seite (Randbereich)
20
heckseitiges Teil


Anspruch[de]
Aus einer Rohrwaffe verschießbares Geschoss (1) mit einem Zünder (3), wobei im heckseitigen Teil (20) des Geschosses (1) ein in einem Langloch (6) zum Zünder (3) hin verschiebbar angeordnetes Übertragungselement (5) vorgesehen ist, derart, dass das dem Zünder (3) abgewandte Ende des Übertragungselementes (5) direkt von dem beim Abschuss auf das heckseitige Teil (20) des Geschosses (1) wirkenden Gasdruck der Treibladungsgase beaufschlagt und zum Zünder (3) hin verschoben wird und das dem Zünder (3) zugewandte Ende (17) des Übertragungselementes (5) auf eine den Zünder (3) aktivierende Einrichtung (14) einwirkt, dadurch gekennzeichnet, dass

– das Übertragungselement (5) auf seinem dem Geschossheck (4) zugewandten Ende mit einem erweiterten Druckaufnahmebereich (8) versehen ist und

– die beim Abschuss des Geschosses (1) den Treibladungsgasen zugewandte Rückseite (9) des Druckaufnahmebereiches (8) bei einem im Ausgangszustand befindlichen Geschoss (1) heckseitig über das Geschoss (1) hervorsteht,

– der dem Geschossheck (4) zugewandte äußere Randbereich (10) des Druckaufnahmebereiches (8) an dem Geschoss (1) dichtend anliegt und

– dieser äußere Randbereich (10) des Druckaufnahmebereichs (8) abscherbar ausgebildet ist.
Geschoss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Zünder (3) und dem Geschossheck (4) ein stangenförmiges Übertragungselement (5) in dem Geschoss (1) axial verschiebbar angeordnet ist. Geschoss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Langloch (6) im Bereich (11) des Geschosshecks (4) einen größeren Durchmesser aufweist als im Inneren des Geschosses (1) und dass die Länge (12) des Bereiches (11) mit vergrößertem Durchmesser derart gewählt ist, dass der nach Abschuss des Geschosses (1) verbleibende Randbereich (13) des Druckaufnahmebereiches (8) nach einer vorgegebenen axialen Verschiebung auf einen durch die unterschiedlichen Durchmesser definierten Übergangsbereich (15) des Langloches (6) trifft und eine weitere Verschiebung des Übertragungselementes (5) verhindert. Geschoss nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergangsbereich (15) des Langloches (6) und der diesem Bereich zugewandte Wandbereich (16) des Druckaufnahmebereiches (8) konusförmig ausgebildet sind. Geschoss nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragungselement (5) aus Kunststoff besteht. Geschoss nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass der Druckaufnahmebereich (8) des Übertragungselementes (5) als separates Teil herstellbar ist, welches mit dem restlichen Teil des Übertragungselementes (5) verbindbar ist.






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