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Dokumentenidentifikation DE102004024694B4 15.02.2007
Titel Karosserie für ein Fahrzeug
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Grimm, Alexander, 06114 Halle, DE
DE-Anmeldedatum 19.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004024694
Offenlegungstag 15.12.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2007
IPC-Hauptklasse B60R 3/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60R 7/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Karosserie für ein Fahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Es ist bereits eine Fahrerkabine für Lastkraftwagen mit einer Seitentür mit einem Staufach aus der DE 102 44 796 B3 bekannt. Die Seitenwand der Fahrerkabine ist in Wandabschnitte unterteilt. Der Innenbereich der Tür trägt eine Türblende, während der Innenbereich des Wandabschnitts eine Wandblende trägt. Die Tür- oder Wandblende enthält einen Staukasten. Solche Staufächer oder -kästen dienen im Allgemeinen dazu, Ladegut wie Verpflegung oder Kartenmaterial oder Accessoires in Griffnähe des Fahrers oder Beifahrers zu verstauen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Karosserie mit der Seitentür und der Türblende derart auszubilden und anzuordnen, dass das Staufach platzsparend angeordnet ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Karosserie mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Es ist vorteilhaft, dass die zur Seitentür hin offene Trittstufenaussparung durch die Seitentür verschließbar ist. Die sonst üblicherweise unterhalb der Seitentür angeordnete Trittstufenaussparung wird zusammen mit der Einstiegsöffnung durch die Seitentür verschlossen. Das in der Seitentür angeordnete Staufach verschwenkt beim Schließen der Seitentür in die Trittstufenaussparung hinein.

Eine bevorzugte Möglichkeit ist es, dass wenigstens zwei Trittstufenaussparungen und wenigstens zwei Trittstufen vorgesehen sind, wobei zwei Trittstufen jeweils eine Trittstufenaussparung bilden und die oberste Trittstufenaussparung nach oben hin offen ist. Die nach oben hin offene Trittstufe hat den Vorteil, dass das oberste Staufach durch die Anordnung in der obersten Trittstufenaussparung somit auch bei geschlossener Seitentür von oben zugänglich ist. Durch die Vielzahl der Trittstufenaussparungen können zahlreiche Staufächer untergebracht werden.

Ferner ist es vorteilhaft, dass jede Trittstufenaussparung jeweils ein Staufach aufnimmt. Dadurch wird erreicht, dass alle Trittstufenaussparungen als Aufnahmevolumen für ein Staufach dienen und somit weiterer Stauraum zur Verfügung steht.

Entsprechend ist es vorteilhaft, dass mindestens zwei Staufächer durch eine Trittstufenaussparung aufgenommen werden. Durch die vergrößerte Anzahl von Staufächern wird die Flexibilität des nutzbaren Stauraums erhöht.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung ist schließlich vorgesehen, dass das Staufach mit der Türblende ein Bauteil bildet. Türblenden werden als einteilige Formteile hergestellt. In einem solchen Fertigungsprozess lässt sich ein erfindungsgemäßes Staufach gleichzeitig mit dem Formkörper der Türblende in einem Arbeitsprozess herstellen.

Von besonderer Bedeutung ist für die vorliegende Erfindung, dass das Staufach eine äußere Kontur aufweist, die im Wesentlichen der Form der Trittstufenaussparung entspricht. Dadurch wird der durch die Trittstufenaussparung verfügbare Stauraum bestmöglich ausgenutzt.

Vorteilhaft ist es ferner, dass das Staufach aus einem Behälter gebildet ist, der über einen Deckel verschließbar ist. Der Deckel hat den Vorteil, dass das Staufach bei geöffneter Seitentür verschlossen werden kann.

Im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Ausbildung und Anordnung ist es von Vorteil, dass der Deckel eine Blende aufweist, die verhindert, dass der Deckel bei geschlossener Seitentür geöffnet werden kann. Dadurch wird erreicht, dass das Staufach verschlossen ist, wenn die Seitentür verschlossen ist, da der Deckel indirekt durch den Verriegelungsmechanismus der Seitentür verschlossen ist. Der Deckel kann ausschließlich bei geöffneter Seitentür geöffnet werden.

Außerdem ist es vorteilhaft, dass die Karosserie einen Fahrzeuginnenboden aufweist und der Deckel mit dem Fahrzeuginnenboden bei geschlossener Seitentür eine ebene Trittfläche bildet. Die Ausgestaltung des Deckels als Trittfläche verhindert, dass ein Insasse bei geschlossener Seitentür in die Trittstufenaussparung hineintritt und sich verletzt.

Die erfindungsgemäße Anordnung der Staufächer in den Trittstufenaussparungen ist auch dann möglich, wenn die Trittstufen versetzt zueinander angeordnet sind. Die Staufächer sind entsprechend dem Versatz der Trittstufen und entsprechend dem Versatz der Trittstufenaussparungen ebenfalls versetzt zueinander angeordnet oder sind unterschiedlich tief ausgebildet, sodass der durch die Trittstufenaussparungen vorhandene Raum bestmöglich ausgenutzt wird.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind in der Beschreibung erläutert und in den Figuren dargestellt.

Dabei zeigen:

1 eine perspektivische Darstellung eines nur teilweise dargestellten Omnibusses mit Ansicht auf die geöffnete Seitentür;

2 eine Schnittansicht des Staufachs bestehend aus einem Behälter und einem Deckel;

3 eine Schnittansicht einer Seitentür mit zwei in jeweils einer Trittstufenaussparung angeordneten Staufächern.

In 1 ist eine Karosserie 1 eines Omnibusses mit geöffneter Seitentür 2 dargestellt. Die Karosserie 1 besteht aus einem Dach 1.8 und einer rechten Seitenwand 1.9 und einer linken Seitenwand, von denen nur die rechte Seitenwand 1.9 vereinfacht dargestellt ist. Die rechte Seitenwand 1.9 weist ein teilweise dargestelltes Seitenfenster 1.11 auf.

Im vorderen Bereich der Karosserie 1 ist vor einem Vorderrad 1.7 eine Einstiegsöffnung 1.1 vorgesehen, über die die Insassen und der Fahrer in den Omnibus einsteigen und aus dem Omnibus aussteigen können. Im Bereich der Einstiegsöffnung 1.1 ist ein Armaturenbrett 1.6 angeordnet. Das Armaturenbrett 1.6 mit einem Lenkrad 1.10 ist direkt vor einer Frontscheibe 1.5 angeordnet.

Im unteren Bereich der Einstiegsöffnung 1.1 sind drei Trittstufen 1.3, 1.3', 1.3'' angeordnet. Jeweils zwei Trittstufen 1.3, 1.3' bilden eine Trittstufenaussparung 1.2', 1.2''. Die oberste Trittstufenaussparung 1.2 ist nach oben hin offen ausgebildet. Die Trittstufenaussparungen 1.2, 1.2', 1.2'' sind vertikal übereinander angeordnet und durch die Trittstufen 1.3, 1.3' beabstandet. Zur offenen Seite der Trittstufenaussparungen 1.2, 1.2' hin sind die Trittstufen 1.3, 1.3' fluchtend mit der Stirnfläche angeordnet und erstrecken sich über die gesamte Breite der Einstiegsöffnung 1.1. An die der obersten Trittstufe 1.3 zugeordnete Trittstufenaussparung 1.2 schließt in Richtung des Innenraums ein Fahrzeuginnenboden 1.4 an.

Die Einstiegsöffnung 1.1 wird durch die Seitentür 2 mit einer Seitenscheibe 2.7 verschlossen. Die Seitentür 2 ist hierzu über Scharniere 2.8 an der Karosserie 1 schwenkbar angelenkt. Die Außenfläche der geschlossenen Seitentür 2 schließt bündig mit der Oberfläche der Karosserie 1 ab. Eine Innenseite 2.2 der Seitentür 2 weist eine Türblende 2.3 als Innenverkleidung auf. Die Türblende 2.3 ist dem Fahrgastraum zugewandt.

Im unteren Bereich der Türblende 2.3 ist gemäß 1 und 3 ein Staufach 2.1 angeordnet, das zur Aufnahme von Werkzeug, einem Warndreieck oder einem Verbandskasten dient. Das Staufach 2.1 ist wie in 2 näher dargestellt durch einen in der Türblende 2.3 integrierten Behälter 2.4 gebildet. Der Behälter 2.4 ist mit einem Deckel 2.5 verschließbar, der über ein Scharnier 2.6 am Behälter 2.4 angelenkt ist. Der Deckel 2.5 weist eine Blende 2.10 auf, die als umlaufender Rand am Deckel 2.5 ausgebildet ist.

Die Blende 2.10 dient dazu, den Deckel 2.5 bei geschlossener Seitentür 2 zu verschließen. Wie in 3 zu erkennen ist, füllt das Staufach 2.1 die Trittstufenaussparung 1.2 fast vollständig aus. In dieser Position des Staufachs 2.1 schlägt der Deckel 2.5 dann an eine an den Fahrzeuginnenboden 1.4 anschließende, im Wesentlichen vertikal verlaufende Fläche 1.12 der Trittstufenaussparung 1.2 an, wenn er geöffnet wird. Somit ist der Deckel 2.5 bei geschlossener Seitentür 2 mittelbar über die Seitentür 2 verschlossen.

Das Staufach 2.1 beziehungsweise der Behälter 2.4 ist in seiner Außenkontur an die Form der Trittstufenaussparung 1.2 angepasst. Das Staufach 2.1 wird während des Schließens der Seitentür 2 in die Trittstufenaussparung 1.2 eingeschwenkt und während des Öffnens der Seitentür 2 aus der Trittstufenaussparung 1.2 herausgeschwenkt. Dadurch ist das Staufach 2.1 bei geöffneter Seitentür 2 insbesondere dann sehr gut erreichbar, wenn die Seitentür 2 um einen Winkel von ca. 90° geöffnet ist. Das Staufach 2.1, das der obersten Trittstufenaussparung 1.2 zugeordnet ist, befindet sich in etwa 100 cm Höhe oberhalb der Standfläche des Omnibusses und ist somit gut erreichbar.

Bei geschlossener Tür bildet der Deckel 2.5 des Staufachs 2.1 mit dem Fahrzeuginnenboden 1.4 eine Trittfläche, sodass ein im Omnibus stehender Insasse sowohl auf dem Fahrzeuginnenboden 1.4 als auch auf dem Deckel 2.5 stehen kann. Zwischen dem Fahrzeuginnenboden 1.4 und dem Deckel 2.5 ist ein geringfügiger Spalt gebildet. Es besteht somit nicht die Gefahr, dass der Insasse unabsichtlich in die Trittstufenaussparung 1.2 hineintritt.

Wie in 1 und 3 dargestellt ist, sind zwei weitere Trittstufen 1.3', 1.3'' und zwei weitere Trittstufenaussparungen 1.2', 1.2'' unterhalb der ersten Trittstufe 1.3 vorgesehen. Bei manchen Nutzfahrzeugen sind aufgrund der reduzierten Fahrzeughöhe nur zwei Trittstufen 1.3, 1.3' vorgesehen.

Wie in 3 dargestellt, ist neben dem obersten Staufach 2.1 ein weiteres Staufach 2.1' in der Türblende 2.3 der Seitentür 2 angeordnet. Dieses zweite Staufach 2.1' ist ebenso wie das darüber angeordnete obere Staufach 2.1 bei geschlossener Seitentür 2 in einer Trittstufenaussparung, in diesem Fall in der mittleren Trittstufenaussparung 1.2' angeordnet.

Das zweite Staufach 2.1' ist somit bei geschlossener Seitentür 2 durch die Trittstufe 1.3 vollständig abgedeckt und ausschließlich bei geöffneter Seitentür 2 zugänglich. Die in den Trittstufenaussparungen 1.2 angeordneten Staufächer 2.1 sind weniger dazu geeignet, als Ablage während der Fahrt zu dienen. Diese Staufächer 2.1 dienen bevorzugt als Ablage von Gegenständen, die nicht während der Fahrt benötigt werden. Beide Staufächer 2.1 weisen einen Deckel 2.5, 2.5' mit jeweils einem Scharnier 2.6, 2.6' auf, über das der Deckel 2.5, 2.5' verschwenkbar ist.

Die Seitentür 2 kann nach unten hin beliebig verlängert werden, um alle drei Trittstufenaussparungen 1.2, 1.2', 1.2'' abzudecken. Dadurch lassen sich bis zu drei Staufächer 2.1 erfindungsgemäß in den Trittstufenaussparungen anordnen.

Zwischen der Seitentür 2 beziehungsweise Türblende 2.3 und der Stirnseite der Trittstufen 1.3 ist eine Dichtung 2.9 vorgesehen, sodass das Staufach 2.1 vor Spritzwasser und Staub geschützt ist. Dadurch lassen sich auch empfindliche Gegenstände wie Verbandskästen oder elektrisches Zubehör in dem Staufach 2.1 lagern.

Je nach Ausgestaltung der Einstiegsöffnung 1.1 sind die Trittstufen 1.3 zueinander versetzt angeordnet. Die versetzten Trittstufen 1.3 bieten dem Fahrgast einen bequemeren Ein- und Ausstieg. Die Staufächer 2.1 sind bei versetzt angeordneten Trittstufen 1.3 ebenfalls zueinander versetzt angeordnet und je nach Größe der Trittstufenaussparung 1.2 verschieden tief ausgebildet.


Anspruch[de]
Karosserie (1) für ein Fahrzeug mit mindestens einer im unteren Bereich einer Einstiegsöffnung (1.1) durch wenigstens eine Trittstufe (1.3) gebildeten, sich in das Innere des Fahrzeugs erstreckenden ersten Trittstufenaussparung (1.2) und einer mit Hilfe einer Seitentür (2) verschließbaren Einstiegsöffnung (1.1) und einer an einer Innenseite (2.2) der Seitentür (2) angeordneten Türblende (2.3) und mit mindestens einem an der Türblende (2.3) angeordneten Staufach (2.1), dadurch gekennzeichnet, dass die Trittstufenaussparung (1.2) derart ausgeformt ist, dass das Staufach (2.1) beim Schließen der Seitentür (2) in die Trittstufenaussparung (1.2) einschwenkbar ist. Karosserie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Seitentür (2) hin offene Trittstufenaussparung (1.2) durch die Seitentür (2) verschließbar ist. Karosserie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Trittstufenaussparungen (1.2, 1.2') und wenigstens zwei Trittstufen (1.3, 1.3') vorgesehen sind, wobei zwei Trittstufen (1.3, 1.3') jeweils eine Trittstufenaussparung (1.2') bilden und die oberste Trittstufenaussparung (1.2) nach oben hin offen ist. Karosserie nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Trittstufenaussparung (1.2, 1.2') jeweils ein Staufach (2.1, 2.1') aufnimmt. Karosserie nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Staufächer (2.1) durch eine Trittstufenaussparung (1.2) aufgenommen werden. Karosserie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Staufach (2.1) mit der Türblende (2.3) ein Bauteil bildet. Karosserie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Staufach (2.1) eine äußere Kontur aufweist, die im Wesentlichen der Form der Trittstufenaussparung (1.2) entspricht. Karosserie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Staufach (2.1) aus einem Behälter (2.4) gebildet ist, der über einen Deckel (2.5) verschließbar ist. Karosserie nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (2.5) eine Blende (2.10) aufweist, die verhindert, dass der Deckel (2.5) bei geschlossener Seitentür (2) geöffnet werden kann. Karosserie nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Karosserie (1) einen Fahrzeuginnenboden (1.4) aufweist und der Deckel (2.5) mit dem Fahrzeuginnenboden (1.4) bei geschlossener Seitentür (2) eine ebene Trittfläche bildet.






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