PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005018476B4 15.02.2007
Titel Vorrichtung zum Zerstören von Landminen
Anmelder K.A. Tauber Spezialbau GmbH & Co. KG, 48157 Münster, DE
Erfinder Tauber, Herbert, 48268 Greven, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Anmeldedatum 21.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005018476
Offenlegungstag 26.10.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2007
IPC-Hauptklasse F41H 11/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zerstören von Landminen.

Aus der Praxis ist es bekannt, den zu behandelnden Boden bis 50 cm Tiefe aufzufräsen und dabei den Bewuchs – z. B. Gräser oder Sträucher – zu mulchen. Bei der Bodenauffräsung erfolgt eine mechanische Zerstörung der Minen, indem diese zur Detonation gebracht werden. Dabei ist nachteilig, dass jede Detonation eine erhebliche Beschädigungsgefahr für die rotierende Fräseinrichtung darstellt. Die grundsätzlich mit diesem Verfahren verbundenen, vergleichsweise hohen Werkstoffkosten durch den Verschleiß des rotierenden Fräswerkzeuges werden durch derartige Beschädigungen noch einmal erheblich gesteigert.

Weiterhin ist es aus der Praxis bekannt, die Geländeoberfläche mit Ketten zu striegeln. Dabei wird durch den Bodendruck, den die Ketten ausüben, die Detonation der Bodenminen bewirkt mit dem Nachteil, dass Kettenglieder abgerissen werden können, die dann mit erheblicher Energie durch die Luft geschleudert werden. Auch kann ein die Ketten in Drehung versetzender Rotor, an dem die Ketten befestigt sind, bei den Detonationen erheblich beschädigt werden.

Schließlich ist es aus der Praxis bekannt, mit an einem Rotor befestigten Klöppeln auf den Boden einzuschlagen, um auf diese Weise die Detonation der Bodenminen zu bewirken. Auch hier kann die Detonation erhebliche Beschädigungen am Rotor bewirken.

Aus der DE 601 04 997 T2 ist eine Vorrichtung zum Räumen eines verminten Geländes bekannt, bei dem mehrere, einzeln mittels eines nichtkompressiblen Fluids angetriebene, vergleichsweise lange Stangen vorgesehen sind, um Schläge bzw. Vibrationen auf den Boden zu übertragen. Die Länge der Stagen macht diese bei auftretenden Explosionen der aufgefundenen Minen gegenüber möglichen Beschädigungen und Verbiegungen empfindlich. Zudem ist eine Abdichtung jeder Stange zu dem Antriebsfluid hin erforderlich, die nicht nur den impulsartigen Beschleunigungen der jeweiligen Stange ausgesetzt ist, sondern auch den durch die eventuell erfolgenden Explosionen auftretenden Belastungen. Abgesehen von dem vergleichsweise komplizierten und dementsprechend kostenträchtigen Aufbau der Vorrichtung wird deren Wirtschaftlichkeit durch deren Reparaturanfälligkeit beeinträchtigt.

Aus der DE 196 19 135 C2 ist ein unbemanntes gepanzertes Minenräumfahrzeug bekannt, welches eine Vielzahl von Stäben aufweist, die jeweils eine im hülsenartigen Stabkörper federbeweglich gelagerte und nach unten gerichtete Stabspitze aufweisen. Über Exzenterantriebe wird jeweils eine Gruppe von Stäben gemeinsam angehoben, abgesenkt, und horizontal bewegt. Die Vielzahl der verwendeten und zu einander relativbeweglichen Bauteile beeinträchtigt die Wirtschaftlichkeit dieser Vorrichtung sowohl bei deren Herstellung als auch hinsichtlich möglicher Beschädigungen im Betrieb, insbesondere bei eventuell erfolgenden Explosionen der aufgefundenen Minen.

Aus der WO 99/49273 A1 ist eine Anordnung zum Minenräumen bekannt, bei der an einem handelsüblichen Fahrzeug – wie einem Radlader – ein Vorsatzgerät befestigt wird, welches einen höhenbeweglichen Minenauslöser an einem Arm horizontal führt. Bei Explosion einer Mine kann daher der Minenauslöser angehoben werden, ohne Kräfte auf den Arm zu übertragen. Der Arm kann ein Führungsgestänge aus mehreren Stangen umfassen, an denen jeweils einer oder mehrere Minenauslöser befestigt sind. Gegebenenfalls kann auch der gesamte Arm aufwärts schwenkbar gelagert sein, um bei heftigen Explosionen nachgeben und angehoben werden zu können. Die Führung der Minenauslöser am Arm erfolgt mittels Gleitführungen, die als federbelastete Kolben-Zylinder-Einheiten ausgestaltet sein können. Die Vielzahl der verwendeten und zu einander relativbeweglichen Bauteile beeinträchtigt die Wirtschaftlichkeit dieser Vorrichtung sowohl bei deren Herstellung als auch hinsichtlich möglicher Beschädigungen im Betrieb, insbesondere bei eventuell erfolgenden Explosionen der aufgefundenen Minen.

Aus der US 5 706 899 A ist ein fahrbares Gerät zum Entfernen von in Mulden vergrabenen Minen bekannt, welches nach einem grundsätzlich anderen Prinzip arbeitet als die vorgenannten Einrichtungen: es weist eine Vielzahl von Blattfedern auf, die nebeneinander an einem gemeinsamen Träger angeordnet sind, durch Vorspannung auf dem Boden aufliegen und so Bodenunebenheiten folgen, wie z. B. Mulden. Bei Anlage an einer Mine verbiegen und spannt sich die betreffende Blattfeder gegen die Fahrtrichtung. Wenn sich aufgrund der weiteren Vorwärtsbewegung des Fahrzeugs eine ausreichend starke Spannung aufgebaut hat, schnappt die betreffende Blattfeder zurück und schleudert die Mine aus dem Boden.

Aus der JP-2000 097 598 A ist ein Fahrzeug bekannt, das am Ende eines Ausleger-Arms einen Nadelkopf mit mehreren unter einer Trägerplatte befestigten nadelartig angespitzten Stäben. Bei Explosionen der Minen verbogene Stäbe machen Reparaturen erforderlich und beeinträchtigen die Wirtschaftlichkeit dieser Vorrichtung.

Aus der JP-2004 020 127 A ist ein Fahrzeug bekannt, welches nach einem grundsätzlich anderen Prinzip arbeitet als die vorgenannten Einrichtungen: am Ende eines teleskopierbaren Ausleger-Arms ist eine Haube vorgesehen, unter der die Mine aufgenaommen und mitsamt der Haube angehoben wird. Anschließend wird die Haube fallengelassen und bringt beim Aufprall auf den Boden die Mine zu Explosion.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung anzugeben, die eine möglichst preiswerte und für den Anwender sichere Zerstörung der Minen ermöglicht und möglichst preisgünstig zu betreiben ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, als Werkzeug eine so genannte Hammerplatte zu verwenden, die eine Vielzahl von Hämmern trägt. Die Hämmer sind höhenbeweglich an der Hammerplatte gelagert, so dass sich über der von der Hammerplatte abgedeckte Fläche die Hämmer der Bodenmorphologie anpassen können. Die Hammerplatte befindet sich zunächst in einem angehobenen Zustand und wird dann schlagartig auf die Bodenoberfläche abgesenkt, so dass sie mit einem Impuls auf die Bodenoberfläche auftrifft. Dabei werden Druckwellen im Boden ausgelöst, welche die Bodenminen zur Detonation bringen. Die auf den Boden einwirkende Energie resultiert aus der Erdbeschleunigung der schlagartig abgesenkt – also in etwa fallenden – Hammerplatte samt Hämmern, so dass eine sehr einfache und dementsprechend robuste sowie wirtschaftlich vorteilhafte Vorrichtung resultiert, die ohne eigene Antriebe der einzelnen Hämmer auskommt.

Die Hammerplatte stellt eine Art Matrix dar, innerhalb welcher die Vielzahl von nebeneinander und hintereinander angeordneten Hämmern gehalten ist.

Die Höhenbeweglichkeit der Hämmer erfolgt in einfacher und robuster Weise dadurch, dass die Hammerplatte eine Vielzahl von Durchbrechungen aufweist, durch welche sich die Schäfte der Hämmer erstrecken, wobei die Hämmer jeweils oberhalb eines derartigen Schaftes einen so genannten Kopf aufweisen, der eine Durchrutschsicherung für den Schaft darstellt und beispielsweise eine größere Querschnittsfläche aufweist als der Schaft selbst.

Die Hammerplatte wird vorzugsweise nicht kontinuierlich über die Bodenfläche bewegt, sondern abgesenkt, angehoben, weiter bewegt und erneut abgesenkt. Die Hammerplatte dient dabei erstens dem mechanischen Zusammenhalt der einzelnen Hämmer, wobei sowohl die einzelnen Hämmer als auch die Hammerplatte im Vergleich zu Ketten bzw. Kettengliedern eine erheblich größere Stabilität ermöglichen und gegen eventuelle Beschädigungen unempfindlich sind. Zweitens trägt die Hammerplatte mit ihrem eigenen Gewicht zusätzlich zu dem der einzelnen Hämmer dazu bei, dass der auf den Boden einwirkende Impuls ausreicht, um die Detonation der Minen auszulösen.

Es kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Hammerplatte von einem Fahrzeug aus gehalten wird, welches beispielsweise mittels einer Fernbedienung gesteuert werden kann, so dass sich der Anwender in einem Sicherheitsbereich von der Stelle entfernt befindet, die momentan bearbeitet wird. Zur Vereinfachung der Handhabung des Fahrzeugs kann vorgesehen sein, dass das Fahrzeug kontinuierlich fährt, mit einer vergleichsweise langsamen Geschwindigkeit, und dass während der kontinuierlichen Fahrt des Fahrzeugs die Hammerplatte wie vorbeschrieben zyklisch bewegt wird. Hierzu kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Hammerplatte gelenkig bzw. pendelbeweglich am Fahrzeug aufgehängt ist, oder an einer Halterung, die in Fahrtrichtung des Fahrzeugs hin und her längsbeweglich ist, so dass jedenfalls während der Weiterbewegung des Fahrzeugs die Hammerplatte für einen Moment ortsfest auf dem Boden aufliegen kann.

Eine besonders gute Beweglichkeit der Hammerplatte sowie ein besonders guter mechanischer Schutz des Fahrzeugs wird dadurch ermöglicht, dass die Hammerplatte vorteilhaft an einem Ausleger angeordnet ist, der sich vom Fahrzeug aus erstreckt.

Das Fahrwerk kann sich demzufolge in einem Sicherheitsabstand von der untersuchten und bearbeiteten Bodenoberfläche befinden, und damit in einem Abstand zu möglicherweise detonierenden Bodenminen, so dass Beschädigungen und Ausfälle des Fahrzeugs unwahrscheinlicher werden.

Um eine zuverlässige Bearbeitung der Bodenoberfläche zu ermöglichen kann vorgesehen sein, vor dem Einsatz der Hammerplatte Bewuchs von der Bodenoberfläche zu entfernen, beispielsweise indem mit Hilfe eines Mähwerkzeugs ein Bewuchs wie z. B. Gräser oder Sträucher zunächst abgeschlagen und gemulcht werden kann.

Falls Teile der Bodenoberfläche durch größere Gegenstände abgedeckt sind, wie beispielsweise durch Schutt oder Schrott, so kann auch vorgesehen sein, vor der Verwendung der Hammerplatte den zu bearbeitenden Boden zunächst zu räumen.

Sowohl beim Einsatz eines dazu geeigneten Räumwerkzeugs als auch beim Einsatz des vorgenannten Mähwerkzeugs kann vorteilhaft vorgesehen sein, diese jeweiligen Werkzeuge anstelle der Hammerplatte zu befestigen, so dass in preisgünstiger Ausgestaltung des Verfahrens nicht zwei oder drei spezialisierte Fahrzeuge erforderlich sind, sondern ein und dasselbe Fahrzeug nacheinander zum Räumen, Mähen sowie anschließend zum Zerstören der Bodenminen eingesetzt werden kann.

Vorteilhaft kann zugunsten einer zuverlässigen Abarbeitung bestimmter Bodenareale automatisch erfasst und protokolliert werden, an welchen Stellen die Hammerplatte abgesenkt worden ist, welche Bodenabschnitte also bearbeitet worden sind. Dies kann vorzugsweise durch eine GPS-gestützte Ortserfassung erfolgen, wobei die relevanten Daten digital abgespeichert werden können, beispielsweise genaue Ortskoordinaten und ggfs. Uhrzeit-/Datumsangaben und/oder Angaben zur Geschwindigkeit des Fahrzeugs.

Dabei kann vorgesehen sein, den GPS-Empfänger am Ende des Auslegers zu befestigten, also oberhalb der vom Ausleger gehaltenen Hammerplatte, so dass die Daten des GPS-Empfängers die tatsächliche Position der Hammerplatte über dem Boden wiedergeben. Alternativ kann vorgesehen sein, den GPS-Empfänger am Fahrzeug, beispielsweise am Fahrzeugaufbau anzuordnen, so dass eine Differenz zwischen der Ortsangabe des GPS-Empfängers und der tatsächlichen Position der Hammerplatte vorliegt. Diese Differenz kann rechnerisch kompensiert werden, wenn beispielsweise die Ausrichtung und die Länge des Auslegers sensorisch erfasst werden und dementsprechend die Position der Hammerplatte im Verhältnis zum Fahrzeugchassis berechnet werden kann.

Der Schaft eines Hammers ist so lang bemessen, dass sich das untere Ende des Hammers im Abstand unterhalb von der Hammerplatte selbst befindet, so dass sich hierdurch die Möglichkeit ergibt, Vertiefungen in der Bodenoberfläche auszugleichen, wenn die Hammerplatte auf die Bodenoberfläche auftrifft. Die einzelnen Hämmer werden nämlich nach oben gedrückt, wobei an den Stellen, an denen Bodenvertiefungen vorhanden sind, die Hämmer entsprechend weiter nach unten aus der Hammerplatte ragen können.

Der vorliegende Vorschlag geht davon aus, dass der auf den Boden einwirkende Impuls ausreicht, um die Detonation der Minen nicht nur jeweils unmittelbar unterhalb der einzelnen Hämmer auszulösen, sondern dass im Boden Druckwellen erzeugt werden, die zur Detonation der Bodenminen führen. Da sich die Druckwellen allseitig ausbreiten, geht die Wirkung der Hammerplatte in einem gewissen Maß auch seitlich über die jeweiligen Stellen hinaus, an denen die Hämmer auf die Bodenoberfläche treffen. Durch die matrixartige Anordnung der Hämmer in der Hammerplatte gilt daher die gesamte von der Hammerplatte bedeckte Bodenfläche zuverlässig als „bearbeitet" im Sinne des vorliegenden Vorschlages, nämlich insofern, als dort eine Detonation von Bodenminne sichergestellt werden kann.

Aus demselben Grund gilt auch in einem Randbereich, der sich seitlich über die Abmessungen der Hammerplatte hinaus erstreckt, der Boden nach dem Einsatz der Hammerplatte als „bearbeitet", d. h. in diesem „bearbeiteten" Bodenbereich war die Druckwelle ausreichend stark, um dort vorhandene Bodenminen zur Detonation zu bringen.

Die Hammerplatte kann vorsichtshalber auf unmittelbar aneinander anschließende Bodenabschnitte abgesenkt werden oder sogar derart, dass die von der Hammerplatte abgedeckten Bodenabschnitte einander überlappen. Für eine zuverlässige Wirkungsweise kann es allerdings möglicherweise ausreichen, dass die von der Hammerplatte abgedeckten Bodenbereiche Abstände zueinander aufweisen, da die „bearbeitete" Bodenoberfläche größer ist als die von der Hammerplatte unmittelbar abgedeckte Oberfläche, so dass ein besonders schneller Arbeitsfortschritt möglich ist.

Vorteilhaft können die Hämmer jeweils einen Fuß aufweisen, der unten an den Schacht anschließt und der eine größere Querschnittsfläche aufweist als der Schaft, so dass beim Auftreffen der Hammerplatte auf die Bodenoberfläche zuverlässig verhindert wird, dass die Hämmer oben aus der Hammerplatte austreten, so dass durch den Kopf einerseits und den Fuß andererseits eine beidseitige Durchrutschsicherung geschaffen ist, mit welcher die Hämmer zuverlässig an der Hammerplatte gehalten sind.

Vorteilhaft kann der Fuß ein höheres Gewicht aufweisen als der Kopf, so dass automatisch eine Lage der Hämmer in der Hammerplatte erreicht wird, bei der die Hämmer nach unten aus der Hammerplatte heraushängend ausgerichtet sind, sobald die Hammerplatte vom Boden angehoben wird.

Eine robuste Konstruktion und eine zuverlässige Funktionstüchtigkeit derart, dass die Hämmer zuverlässig frei beweglich innerhalb der Hammerplatte gelagert sind, kann vorteilhaft dadurch erzielt werden, dass die Schäfte jeweils mit radialem Spiel in den Durchbrechungen der Hammerplatte geführt sind.

Das schlagartige Absenken der Hammerplatte kann mittels eines Greifers erfolgen, durch den die Hammerplatte angehoben und von dem sie in ihrer angehobenen Stellung gelöst wird, so dass sie im freien Fall auf den Erdboden prallt. Das anschließende erneute Ankoppeln des Greifers an die Hammerplatte kann beispielsweise durch einen Führungstrichter oder vergleichbare Führungselemente erleichtert werden, die an der Hammerplatte vorgesehen sind und den Greifer zu einem Haken, einer Öse oder einem sonstigen an der Hammerplatte vorgesehenen Kupplungselement führt.

Das schlagartige Absenken der Hammerplatte kann mittels einer Winde erfolgen, die freigegeben wird, wenn sich die Hammerplatte in ihrem angehobenen Zustand befindet. Dabei kann erstens vorgesehen sein, die Hammerplatte komplett von der Winde zu lösen, wobei der vorerwähnte Greifer beispielsweise am Ende eines auf der Winde befindlichen Seils vorgesehen sein kann. Zweitens kann vorgesehen sein, dass die Hammerplatte mit dem Seil der Winde verbunden bleibt, jedoch eine Sperre der Winde gelöst wird, so dass die Hammerplatte, das Seil von der Winde abspulend, im freien Fall auf den Erdboden prallt.

Falls ein Ausleger vorgesehen ist, kann die Winde an einem der Hammerplatte gegenüberliegenden Ende des Auslegers angeordnet sein. Vorteilhaft kann sie jedoch mitsamt der Hammerplatte an demselben Ende des Auslegers angeordnet sein. Umlenkungen und Führungen des Seils werden dadurch reduziert, so dass ein möglichst schnelles, ungebremstes, verlustarmes Abspulen des Seil von der Winde möglich ist, falls die Hammerplatte bei ihrer Absenkbewegung mit dem Seil der Winde verbunden bleibt. Zudem kann die Hammerplatte einfacher mitsamt der Winde demontiert werden, so dass bei Arbeiten, bei denen die Hammerplatte nicht benötigt wird, Verschmutzungen und Beschädigungen des Seils bzw. der Winde vermieden werden.

Gegebenenfalls kann eine windenlose Konstruktion zur Handhabung der Hammerplatte vorgesehen sein, so dass eine besonders robuste Konstruktion mit möglichst wenigen bewegten Elementen geschaffen wird. Bei der Ausgestaltung des bereits erwähnten Fahrzeuges, welches die Hammerplatte mittels eines Auslegers trägt, kann hierzu vorteilhaft vorgesehen sein, dass der Ausleger nicht starr sondern beweglich am übrigen Fahrzeug befestigt ist.

So kann beispielsweise der Ausleger auf- und abweglich sein, um beispielsweise die Hammerplatte anheben und absenken zu können, wobei der gesamte Ausleger ggf. schlagartig abgesenkt wird, so dass sich die Hammerplatte, obwohl mit dem Ausleger verbunden, letztlich im freien Fall befindet. Alternativ kann vorgesehen sein, den erwähnten Greifer am Ausleger anzuordnen und die Hammerplatte vom Ausleger regelrecht auszuklinken, so dass die Hammerplatte im freien Fall und vom Ausleger getrennt auf die Bodenoberfläche auftrifft.

Vorteilhaft kann der Ausleger zudem um eine aufrechte Achse verschwenkbar sein. So ist es beispielsweise möglich, den Ausleger seitlich neben das Fahrzeug zu verschwenken, so dass eine Bodenbarbeitung parallel zur Fahrtrichtung des Fahrzeugs erfolgen kann. Dies ist beispielsweise insbesondere vorteilhaft, wenn zunächst ein Streifen der Bodenoberfläche gemäht oder geräumt werden soll.

Die anschließende Bearbeitung der Bodenoberfläche mittels der Hammerplatte kann demgegenüber vorteilhaft jeweils in Fahrtrichtung vor dem Fahrzeug erfolgen, so dass der Boden zuverlässig von Bodenminen befreit ist, wenn das Fahrzeug mit seinem Fahrwerk einen bestimmten Bodenabschnitt befährt.

Dabei kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Hammerplatte wenigstens so breit ist wie die Spurweite des Fahrzeugs, so dass dort, wo das Fahrzeug mit seinem Fahrwerg auf dem Boden aufsteht, der Boden zuverlässig bearbeitet und von Bodenminen befreit ist.

Wenn vor der Bodenbearbeitung ein Räumgerät eingesetzt wird, um die Bodenoberfläche von groben Verunreinigungen wie Schutt oder Schrott zu befreien, so kann dieses Räumgerät ähnlich wie eine Baggerschaufel, ein Räumschild oder dergleichen ausgestaltet sein und erfordert keinen eigenen Antrieb.

Bei dem Einsatz eines Mähgerätes ist demgegenüber jedoch der Antrieb des entsprechend vorgesehenen Mähwerkzeugs erforderlich. Dabei kann vorteilhaft sein, das Mähgerät möglichst leichtgewichtig auszugestalten und gleichzeitig einen möglichst starken Antrieb des Mähgerätes zu ermöglichen. Der Antrieb des Mähgerätes kann zu diesem Zweck vorteilhaft durch das Fahrzeug selbst erfolgen, wobei beispielsweise hydraulische, elektrische oder pneumatische Leitungen bis zum Mähgerät verlaufen, z. B. entlang dem Ausleger.

Alternativ kann vorteilhaft sein, das Mähwerkzeug mittels eines autarken Antriebs auszugestalten, beispielsweise in Form eines Verbrennungsmotors mit am Mähgerät vorgesehenen Kraftstoffvorrat, so dass die Ausgestaltung des Fahrzeugs und des Auslegers möglichst frei von Versorgungsleitungen gehalten werden kann, die ansonsten ggf. im rauen Einsatz des Fahrzeugs beschädigt werden könnten.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der rein schematischen Darstellungen nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt

1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Fahrzeugs zum Auffinden und zum Zerstören von Bodenminen,

2 in gegenüber 1 vergrößertem Maßstab und teilweise geschnitten eine Ansicht auf eine Hammerplatte, und

3 ein Ausführungsbeispiel ähnlich dem der 1, jedoch mit einem angebauten Mähwerkzeug, und

4 eine Seitenansicht auf ein Fahrzeug zum Auffinden und zum Zerstören von Bodenminen, mit einem in zwei Stellungen dargestellten Ausleger.

In den Zeichnungen ist mit 1 insgesamt ein Fahrzeug bezeichnet, welches zum Auffinden und Zerstören von Bodenminen dient. Das Fahrzeug 1 weist ein Fahrwerk 2 auf und einen Aufbau 3, der in an sich bekannter Weise drehbar auf dem Fahrwerk 2 angeordnet ist, und der einen teleskopierbaren Ausleger 4 trägt. Der Ausleger 4 ist um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar, so dass sein freies Ende auf diese Weise auf und ab beweglich ist. Das freie Ende des Auslegers 4 trägt mittels eines Tragseils eine Hammerplatte 5 mit einer Vielzahl von Hämmern 6.

2 zeigt den Aufbau der Hammerplatte 5 näher: Die Hammerplatte 5 weist eine Vielzahl von Durchbrechungen 7 auf, wobei sich die höhenbeweglich gelagerten Hämmer 6 jeweils mit einem Schaft 8 durch eine Durchbrechung 7 erstrecken. In der Oberseite der Hammerplatte 5 sind Vertiefungen 9 vorgesehen, in denen Köpfe 10 der Hämmer 6 aufgenommen sind. Durch die sich nach unten, zu den Durchbrechungen 7 hin verjüngende Form der Vertiefungen 9 einerseits und der Köpfe 10 andererseits sind die Köpfe 10 derart in den Vertiefungen 9 gehalten und geführt, dass eine parallele Ausrichtung der einzelnen Hämmer zueinander automatisch bewirkt wird, wenn die Hammerplatte 5 angehoben wird und jeder Kopf 10 in seinen „Sitz" in Form der zugehörigen Vertiefung 9 gelangt.

An das untere Ende des Schaftes 8 schließt sich bei jedem Hammer 6 ein Fuß 11 an, der einen größeren Durchmesser aufweist als die Durchbrechung 7, so dass auf diese Weise jeder Hammer 6 nach oben und unten gegen ein Durchrutschen durch die Hammerplatte 5 gesichert ist. Die Füße 11 weisen ein höheres Gewicht auf als die Köpfe 10, so dass hierdurch automatisch sichergestellt wird, dass die Hämmer 6 bei angehobener Hammerplatte 5 nach unten hängend angeordnet und mit ihren Köpfen 10 in den Vertiefungen 9 ausgerichtet gehalten sind. Abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel kann vorgesehen sein, den Übergang vom Schaft 8 zum Fuß 11 weniger konisch auszugestalten, so dass zuverlässig ein Klemmsitz des Hammers 6 in der Hammerplatte 5 ausgeschlossen ist und die freie Beweglichkeit der Hämmer 6 relativ zu der Hammerplatte 5 sichergestellt ist.

3 zeigt das Fahrzeug 1 von 1, wobei statt der Hammerplatte 5 bei diesem Ausführungsbeispiel ein Mähgerät 12 am Ausleger 4 vorgesehen ist. Das Mähgerät 12 weist ein Mähwerkzeug 14 in Form einer Fräse auf, mit deren Hilfe Gräser, Sträucher und ähnlicher Bewuchs an der Bodenoberfläche entfernt werden kann, bevor diese so vorbereitete Bodenoberfläche mit Hilfe der Hammerplatte 5 bearbeitet wird. Da dieser Bewuchs die Wirkung der Hammerplatte in einem Maße beeinträchtigen würde, dass die Zerstörung der Minen nicht sichergestellt werden könnte, ist auch der Arbeitsschritt des Mähens bei entsprechenden Boden- bzw. Bewuchsverhältnissen ein wesentlicher Schritt bei der Arbeit zum Auffinden und Zerstören von Landminen.

Einen Ausschnitt aus einem derartigen Vorgang zeigt 4: Zunächst ist das Fahrzeug mit angehobenem Ausleger dargestellt, wobei sich die Hammerplatte 5 im Abstand oberhalb des Bodens befindet. Anschließend wird – wie durch den gebogenen Pfeil angedeutet – der Ausleger 4 abgesenkt, so dass die Hammerplatte 5 auf die Bodenoberfläche trifft und die Hämmer 6, die zunächst in der Hammerplatte 5 hängend angeordnet waren, nun auf dem Boden aufstehen und mit ihren Köpfen 10 nach oben über die Hammerplatte 5 hinausstehen.

Da der Ausleger 4 nicht nur – wie in 4 angedeutet – um eine horizontale Achse auf und ab schwenkbar ist und mitsamt dem ganzen Aufbau 3 um eine aufrechte Achse drehbar bzw. schwenkbar gelagert ist, sondern da der Ausleger 4 auch in seiner Längsrichtung teleskopierbar ausgestaltet ist, sind komplexe Bewegungsabläufe des Auslegers problemlos steuer- bzw. programmierbar.

So kann durch die entsprechende Koordination von Teleskopier- und Schwenkbewegungen des Auslegers 4 bewirkt werden, dass diese Hammerplatte 5 nacheinander derart auf die Bodenoberfläche aufgesetzt wird, dass trotz der zyklischen, diskontinuierlichen Arbeitsweise der Hammerplatte 5 eine lückenlose Bearbeitung der Bodenoberfläche auch bei einer kontinuierlichen Vorwärtsfahrt des Fahrzeugs 1 ermöglicht wird.

Alternativ kann das Fahrzeug 1 jedes Mal zum Stillstand gebracht werden, wenn die Hammerplatte 5 abgesenkt wird, so dass ein möglichst großer Sicherheitsabstand zwischen ggfs. detonierenden Bodenminen und dem Fahrwerk 2 bzw. dem Aufbau 3 des Fahrzeugs 1 eingehalten werden kann.

Rein beispielhaft ist bei dem dargestellten Fahrzeug 1 keine Fahrerkabine vorgesehen, sondern es ist vielmehr vorgesehen, das Fahrzeug mittels einer Fernsteuerung zu führen, so dass ein optimaler Schutz für das Bedienungspersonal gewährleistet ist.


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Zerstören von Bodenminen,

mit einer Hammerplatte (5), an welcher eine Vielzahl von hintereinander und nebeneinander angeordneten Hämmern (6) höhenbeweglich gelagert ist

wobei die Hammerplatte (5) eine Vielzahl von Durchbrechungen (7) aufweist, durch welche sich jeweils ein Hammer (6) erstreckt,

wobei die Hämmer (6) jeweils einen schmalen Schaft (8) aufweisen, der sich durch die Hammerplatte (5) erstreckt, und einen Kopf (10), der oberhalb der Durchbrechung (7) angeordnet ist und eine Durchrutschsicherung für den Schaft (8) bildet.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hämmer (6) jeweils unterhalb des Schaftes (8) einen Fuß (11) aufweisen, der eine größere Querschnittsfläche aufweist als der Schaft (8). Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Fuß (11) ein größeres Gewicht aufweist als der Kopf (10). Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schäfte (8) jeweils mit radialem Spiel in den Durchbrechungen (7) angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–4, gekennzeichnet durch ein Fahrzeug (1), an dem die Hammerplatte (5) auswechselbar befestigt ist. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Hammerplatte (5) an einem Ausleger (4) des Fahrzeugs (1) vorgesehen ist. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger (4) auf- und abbeweglich an dem Fahrzeug (1) gelagert ist. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger (4) um eine aufrechte Achse schwenkbeweglich am Fahrzeug (1) gelagert ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6–8, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger (4) teleskopierbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–9, dadurch gekennzeichnet, dass die Hammerplatte (5) anhebbar und in der angehobenen Stellung auslösbar am Fahrzeug (1) befestigt ist. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mähgerät (12) vorgesehen ist, welche anstelle der Hammerplatte (5) am Fahrzeug (1) befestigbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Mähgerät (12) ein vom Fahrzeug (1) angetriebenes Mähwerkzeug (14) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Mähgerät (12) einen autarken Antrieb für das Mähwerkzeug (14) aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1–13, dadurch gekennzeichnet, dass die Hammerplatte (5) wenigstens so breit ist wie die Spurweite des Fahrzeugs (1).






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com