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Dokumentenidentifikation DE102005037300A1 15.02.2007
Titel Gassack für ein Kraftfahrzeug
Anmelder TAKATA-PETRI AG, 63743 Aschaffenburg, DE
Erfinder Kraus, Günter, Dipl.-Ing., 63773 Goldbach, DE
Vertreter Maikowski & Ninnemann, Pat.-Anw., 10707 Berlin
DE-Anmeldedatum 02.08.2005
DE-Aktenzeichen 102005037300
Offenlegungstag 15.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.02.2007
IPC-Hauptklasse B60R 21/23(2006.01)A, F, I, 20061006, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Gassack (5) für ein Kraftfahrzeug mit einer Innenseite (5a, 5b) des Gassackes (5), die einen mit Gas befüllbaren Innenraum des Gassackes (5) zugewandt ist, und einem flächig ausgebildeten Fangband (7) zur Begrenzung einer Ausdehnung des sich beim Befüllen mit Gas entfaltenden Gassackes (5) entlang einer Begrenzungsrichtung (B), welches einen in Begrenzungsrichtung (B) erstreckten Fangarm (7b) aufweist, auf den beim Entfalten des Gassackes (5) Zugkräfte einwirken, und über den Fangarm (7b) miteinander verbundene Befestigungsbereiche (7c), die zueinander beabstandet an der Innenseite (5a, 5b) des Gassackes (5) festgelegt sind, wobei erfindungsgemäß der Fangarm (7b) einen Entlastungsbereich (8) aufweist, durch den hindurch beim Entfalten des Gassackes (5) keine Zugkräfte übertragen werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Gassack für ein Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Ein solcher Gassack weist zumindest eine Innenseite auf, die einem mit Gas befüllbaren Innenraum des Gassackes zugewandt ist, sowie ein flächig ausgebildetes Fangband zur Begrenzung einer Ausdehnung des sich entfaltenden Gassackes entlang einer Begrenzungsrichtung. Hierbei wird das zum Entfalten des Gassackes in den Gassack eingeleitete Gas durch einen Gasgenerator bereitgestellt, der eine zum Aufblasen des Gassackes benötigtes Gasmenge freisetzt. Das der Begrenzung dienende Fangband weist über einen Fangarm miteinander verbundene Befestigungsbereiche auf, die zueinander beabstandet an der Innenseite des Gassackes befestigt sind, so dass der Fangarm beim Entfalten des Gassackes Zugkräfte aufnimmt.

Aus der DE 43 15 142 C3 ist ein derartiger Gassack für ein Kraftfahrzeug bekannt, mit einem entlang einer Begrenzungsrichtung erstreckten Fangarm eines Fangbandes, wobei der Fangarm zwei freie Enden aufweist, die sich jeweils einteilig an zwei Befestigungsbereiche anschließen, mittels derer das Fangband an einander gegenüberliegenden Innenseiten des Gassackes festgelegt ist. Die Befestigungsbereiche sind hierbei mittels einer Naht an der jeweiligen Innenseite des Gassackes befestigt.

Beim Entfalten des Gassackes wird der Fangarm entlang der Begrenzungsrichtung unter Spannung versetzt, da die beiden einander gegenüberliegenden Innenseiten, die über den Fangarm miteinander verbunden sind, beim Entfalten des Gassackes so lange in Begrenzungsrichtung auseinander streben, bis der Fangarm vollständig entlang der Begrenzungsrichtung erstreckt ist und ein weiteres Auseinanderstreben der beiden Innenseiten verhindert. Hierbei erweist es sich als nachteilig, dass die über den Fangarm auf die Nähte übertragenen Zugkräfte, mit denen der Fangarm über die Befestigungsbereiche mit den einander gegenüberliegenden Innenseiten des Gassackes verbunden ist, die Nahtlöcher der Nähte stark aufweiten, was im Extremfall zu Rissen im Gassack führt.

Der Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, einen Gassack zu schaffen, bei dem eine Beanspruchung einer Verbindung zwischen Fangband und Innenseite des Gassackes durch die beim Entfalten wirkenden Zugkräfte reduziert ist.

Dieses Problem wird durch einen Gassack mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Danach weist der Fangarm des Fangbandes einen Entlastungsbereich auf, durch den hindurch beim Entfalten des Gassackes keine Zugkräfte übertragen werden können.

Dies löst das erfindungsgemäße Problem auf vorteilhafte Weise, da auf Grund des Entlastungsbereiches die entlang des Fangarmes in Begrenzungsrichtung übertragenen Zugkräfte nicht auf einen dem Entlastungsbereich in Begrenzungsrichtung gegenüberliegenden Bereich einer Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich und der Innenseite des Gassackes konzentriert werden, sondern quer zur Begrenzungsrichtung und von jenem Bereich beabstandet in den Gassack eingeleitet werden. Bei einem solchen Bereich einer Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich des Fangbandes und der Innenseite des Gassackes, kann es sich beispielsweise um einen Abschnitt einer Naht handeln, mittels derer der Befestigungsbereich an der Innenseite des Gassackes befestigt ist.

Bevorzugt ist der Entlastungsbereich benachbart zu einem der Befestigungsbereiche angeordnet, wobei vorzugsweise der Entlastungsbereich an einen der Befestigungsbereiche angrenzt. Hierdurch wird verhindert, dass die Zugkräfte in Begrenzungsrichtung zwischen Entlastungsbereich und Befestigungsbereich quer zur Begrenzungsrichtung zusammen geführt werden, so dass sie nicht überwiegend an einem einzigen Bereich der Verbindung zwischen Fangband und Innenseite des Gassackes in den Gassack eingeleitet werden.

In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der eine Befestigungsbereich an einer Innenseite eines Teiles des Gassackes befestigt, dessen dem Innenraum des Gassackes abgewandte Außenseite eine Aufprallfläche für einen Fahrzeuginsassen bildet. Hierbei kann es sich bei dem Gassack beispielsweise um einen Gassack für ein Fahrerairbagmodul handeln, welches in einem Lenkrad des Kraftfahrzeuges angeordnet ist.

Der Entlastungsbereich ist vorzugsweise flächig ausgebildet und weiterhin bevorzugt durch einen Ausschnitt des Fangarmes gebildet. Der Fangarm kann also beispielsweise ebenso wie der Gassack selbst aus einem textilen Flächengewebe hergestellt sein, mit einem durch einen Ausschnitt gebildeten Entlastungsbereich.

Es ist hierbei denkbar, eine Schnittkante, die den Ausschnitt umrandet, zusätzlich zu versiegeln oder mit einer umlaufenden Naht abzusichern.

In einem alternativen Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der Entlastungsbereich derart ausgeformt, dass er im entfalteten Zustand des Gassackes nicht unter einer Spannung steht, die durch die entlang des Fangarmes übertragenen Zugkräfte bedingt ist. Vorzugsweise weist der Entlastungsbereich hierbei senkrecht zur Begrenzungsrichtung eine Auswölbung auf und ist bevorzugt mittels einer Naht mit dem Fangarm verbunden. Bei einem solchen Entlastungsbereich kann es sich also beispielsweise um einen Ausschnitt in dem Fangarm handeln, der mit einem flexiblen Flächengebilde abgedeckt ist, wobei das Flächengebilde eine Auswölbung derart aufweist, dass keine Zugkräfte durch das Flächengewölbe übertragen werden können. Es ist hierbei natürlich ebenso denkbar, einen solchen ausgewölbten Entlastungsbereich einstückig an den Fangarm anzuformen oder alternativ über eine Klebung oder eine Schweißnaht mit dem Fangarm zu verbinden.

In einer bevorzugten Variante der Erfindung ist der Entlastungsbereich senkrecht zur Begrenzungsrichtung mittig am Fangarm angeordnet. Hierdurch sind die den Entlastungsbereich quer zur Begrenzungsrichtung flankierenden Abschnitte des Fangarmes im Wesentlichen von gleicher Breite (senkrecht zur Begrenzungsrichtung) und weisen daher beim Entfalten des Gassackes, d.h., bezüglich des Übertragens von Zugkräften, ein gleichartiges Verhalten auf.

Bevorzugt ist der Quotient aus einer größten Breite des Fangarmes senkrecht zur Begrenzungsrichtung (Zähler des Quotienten) und einer größten Breite des Entlastungsbereiches (Nenner des Quotienten) senkrecht zur Begrenzungsrichtung betragsmäßig größer als drei. Auf diese Weise wird eine Hauptbeanspruchung der Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich und der Innenseite des Gassackes an einem Bereich, der dem Entlastungsbereich in Begrenzungsrichtung gegenüberliegt, vermieden, wobei gleichzeitig die den Entlastungsbereich senkrecht zur Begrenzungsrichtung flankierenden Bereiche des Fangarmes eine hinreichende Breite aufweisen, so dass die Stabilität des Fangarmes durch den Entlastungsbereich, beispielsweise in Form eines Ausschnittes in dem Fangarm, nicht gemindert wird.

Die Breite des Entlastungsbereiches nimmt vorzugsweise senkrecht zur Begrenzungsrichtung in Begrenzungsrichtung (zu dem einen Befestigungsbereich hin) zu. Hierdurch wird erreicht, dass die Zugkräfte, die in Begrenzungsrichtung beidseitig entlang des Entlastungsbereiches verlaufen, in einer Richtung senkrecht zur Begrenzungsrichtung voneinander beabstandet in den Befestigungsbereich des Fangbandes eingeleitet werden.

In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Fangarm im Wesentlichen Y-förmig ausgebildet und weist dementsprechend zwei freie Schenkel auf, die von einem Hauptschenkel abgehen. Bevorzugt ist der Entlastungsbereich hierbei von einem Rand des Befestigungsbereiches und den beiden freien Schenkeln, die jeweils über ein freies Ende mit jenem Rand verbunden sind, eingerahmt.

In einer weiteren Variante der Erfindung ist der Entlastungsbereich kreisförmig ausgebildet. Alternativ zur Y-förmigen Ausprägung des Fangarmes ist der Fangarm weiterhin vorzugsweise rechteckförmig ausgebildet. D. h., der Fangarm kann beispielsweise aus einem rechteckförmigen Streifen eines flexiblen Flächengebildes, beispielsweise einem Gewebe, hergestellt sein. Die Befestigungsbereiche können hierbei einstückig an dem Fangarm angeformt sein, d. h., das aus dem Fangarm und den beiden Befestigungsbereichen bestehende Fangband kann als ein einheitlicher, einstückiger Zuschnitt vorliegen. Der Entlastungsbereich kann hierbei als ein Ausschnitt ausgebildet sein, der in den Fangarm gestanzt oder geschnitten wird. Weiterhin ist denkbar, dass das rechteckförmige Fangband im entfalteten Zustand des Gassackes senkrecht zur Begrenzungsrichtung eine Krümmung aufweist und daher beispielsweise wie ein Teil einer Mantelfläche eines Zylinders ausgeformt ist (die Zylinderachse fällt hierbei mit der Begrenzungsrichtung zusammen). Weiterhin kann ein rechteckförmiger Fangarm natürlich ebenso mit nicht kreisförmigen Entlastungsbereichen, beispielsweise einem trapezförmigen Entlastungsbereich, kombiniert werden.

Bevorzugt liegt der eine Befestigungsbereich im entfalteten Zustand des Gassackes im Wesentlichen vollständig an der Innenseite des Teiles des Gassackes an, dessen dem Innenraum des Gassackes abgewandte Außenseite eine Aufprallfläche für einen Fahrzeuginsassen bildet. Hierzu kann der Befestigungsbereich beispielsweise mit einem den Befestigungsbereich umgebenen Randbereich an der Innenseite des Gassackes festgelegt sein. Eine solche Verbindung kann als eine Klebeverbindung, eine Schweißverbindung oder aber auch eine Naht ausgebildet sein. Es kann hierbei zweckmäßig sein, eine Beabstandung zwischen dieser Verbindung und einem Rand des Befestigungsbereiches vorzusehen, so dass der Befestigungsbereich einen freien Randbereich aufweist, der nicht direkt mit der Innenseite verbunden ist. Ein solcher freier Randbereich ist insbesondere zum Anbinden eines Fangarmes an den Befestigungsbereich geeignet.

Vorzugsweise ist der Befestigungsbereich kreisförmig ausgebildet, wobei bevorzugt der Fangarm im entfalteten Zustand des Gassackes von einem Randbereich des Befestigungsbereiches entlang der Begrenzungsrichtung absteht. Dies ist vorteilhaft, da auf diese Weise der Befestigungsbereich besonders einfach, nämlich einstückig am Fangarm ausbildbar ist.

In einer besonders bevorzugten Variante der Erfindung fällt die Begrenzungsrichtung mit einer Hauptentfaltungsrichtung des Gassackes zusammen, entlang derer sich der Gassack beim Entfalten in Richtung einer zu schützenden Person ausdehnt.

Bevorzugt liegt der Entlastungsbereich in Begrenzungsrichtung einem Bereich einer Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich des Fangbandes und der Innenseite des Gassackes gegenüber, der beim Entfalten des Gassackes den größten Zugkräften ausgesetzt ist. Bei einem solchen Bereich einer Verbindung kann es sich beispielsweise um einen Abschnitt einer Naht handeln, der zumindest ein Nahtloch der Naht umfasst, mittels derer der Befestigungsbereich an der Innenseite des Gassackes festgelegt ist, wobei sich das Nahtloch unter einer Zugkraftbeaufschlagung zum Nachteil der Stabilität des Gassackes aufweiten oder sogar einreißen kann. Dies wird durch die erfindungsgemäße Anordnung des Entlastungsbereiches verhindert.

Ein weiterer Gedanke der Erfindung ist die Bereitstellung eines Airbagmoduls für ein Kraftfahrzeug mit einem erfindungsgemäßen Gassack. Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Airbagmodul für ein Lenkrad eines Kraftfahrzeuges handeln. Das Airbagmodul kann aber auch bei entsprechender Auslegung des Gassackes und eventuell weitere Komponenten an anderer Stelle in oder am Kraftfahrzeug zum Schutz einer Person aktiviert werden.

Die dargestellten Merkmale und Vorteile der Erfindung sollen anhand der nachfolgenden Beschreibungen von Figuren von Ausführungsbeispielen verdeutlicht werden.

Es zeigen:

1 eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung eines erfindungsgemäßen Gassackes mit einem Fangband,

2 eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung einer Abwandlung des in der 1 gezeigten Gassackes,

3 eine schematische, perspektivische Ansicht eines Gassackes, der in der 2 gezeigten Art,

4 eine weitere schematische, perspektivische Ansicht eines Gassackes der in der 2 und 3 gezeigten Art,

5 eine schematische Darstellung der funktionalen Abhängigkeit der an einem Bereich einer Verbindung zwischen einem Fangband und einer Innenseite eines Gassackes herrschenden Spannung (Ordinate) und dem Ort (Abszisse) des Bereiches entlang jener Verbindung (Stand der Technik), und

6 eine schematische Darstellung der funktionalen Abhängigkeit zwischen der an einem Bereich einer Verbindung zwischen einem Fangband und einer Innenseite eines Gassackes herrschenden Spannung (Ordinate) und dem Ort (Abszisse) des Bereiches entlang jener Verbindung bei einem erfindungsgemäßen Gassack.

1 zeigt einen schematischen Schnitt eines Airbagmoduls 1 zur Montage in ein Lenkrad eines Kraftfahrzeuges mit einem wannenförmigen Modulträger 2, der in Richtung der z-Achse, die parallel zur Lenkachse des Lenkrades orientiert ist, geöffnet ist. Die Schnittebene verläuft parallel zur z-Achse und liegt in der Papierebene. Der Modulträger 2 wird durch einen senkrecht zur Lenkachse orientierten, flächig ausgeformten Boden 3 sowie durch eine Seitenwand 3a gebildet, die rechtwinklig vom Boden 3 in Richtung der z-Achse absteht. Der Modulträger 2 bildet somit eine Aufnahme für einen Gasgenerator 4, der an einer einem Fahrer zugewandten Innenseite 3b des Bodens 3 des Modulträgers 2 festgelegt ist und zum Aufblasen eines Gassackes 5 dient, der an der Innenseite 3b des Bodens 3 mit einem eine Einströmöffnung des Gassackes 5 berandenden Randbereich des Gassackes 5 über eine Gassackklemmung 6 festgelegt ist. Hierbei ragt der Gasgenerator 4 in Richtung der z-Achse in die Einströmöffnung des Gassackes 5 hinein.

In der 1 ist der Gassack 5 in einem entfalteten Zustand dargestellt. Der Gassack 5 erstreckt sich hierbei ausgehend von der Innenseite 3b des Bodens 3 in einer Hauptentfaltungsrichtung, die parallel zur z-Achse (also parallel zur Lenkachse) verläuft, aus dem wannenförmigen Modulträger 2 heraus, wobei der Gassack 5 in einer senkrecht zur Hauptentfaltungsrichtung orientierten Ebene eine größere räumliche Ausdehnung aufweist, als in der Hauptentfaltungsrichtung. Der Gassack 5 ist im entfalteten Zustand gemäß 1 weiterhin zylindersymmetrisch zur Hauptentfaltungsrichtung ausgeformt.

Benachbart zum Gasgenerator 4 und zur Einströmöffnung des Gassackes 5 ist an einer dem Boden 3 abgewandten Innenseite 5a des Gassackes 5 ein in der 1 nicht dargestellter, sich parallel zur Erstreckungsebene des Bodens 3 (also senkrecht zur Papierebene) erstreckender Befestigungsbereich eines Fangbandes 7 festgelegt, von dem ein flächiger, rechteckförmiger Fangarm 7b des Fangbandes 7 in einer parallel zur z-Achse orientierten, mit der Lenkachse zusammenfallenden Begrenzungsrichtung B absteht. Der Fangarm 7b erstreckt sich entlang der Begrenzungsrichtung B zu einer der Innenseite 5a gegenüberliegenden Innenseite 5b des Gassackes 5, an der der Fangarm 7b über einen flächig ausgebildeten Befestigungsbereich 7c festgelegt ist, der sich im Wesentlichen parallel zum Boden 3 erstreckt (also senkrecht auf der Papierebene steht) und an der Innenseite 5b des Gassackes 5 anliegt.

Der Fangarm 7b dient zur Beschränkung der Ausdehnung des Gassackes 5 in der Begrenzungsrichtung B. Im gefalteten Zustand des Gassackes 5 ist dieser zunächst vollständig in einem Innenraum des wannenförmigen Modulträgers 2 angeordnet, wobei jener Innenraum durch den Modulträger 2 und eine an der Seitenwand 4 festgelegte Abdeckung A gebildet ist. Beim Entfalten des Gassackes 5 durch Aufblasen des Gassackes 5 mittels des Gasgenerators 4 reißt die Abdeckung A entlang einer Aufreißlinie auf und der Gassack 5 entfaltet sich aus dem Innenraum heraus in den das Airbagmodul 1 umgebenden Außenraum. Dabei können sich die beiden in Begrenzungsrichtung B einander gegenüberliegenden Innenseiten 5a und 5b des Gassackes 5 in Begrenzungsrichtung B nur soweit voneinander entfernen, bis der Fangarm 7b vollständig in Begrenzungsrichtung B erstreckt ist und in Folge des Gasdruckes, der in dem Gassack 5 auf Grund des Befüllens mit Gas herrscht, die parallel zur Begrenzungsrichtung B entlang des Fangarmes verlaufenden Zugkräfte aufnimmt.

Auf Grund der Beschränkung der Ausdehnung des Gassackes 5 in der Begrenzungsrichtung B durch das rechteckförmige Fangband 7, ist die Belastung einer Verbindung zwischen Fangband 7 und der der Innenseite 3b des Bodens 3 zugewandten Innenseite 5b des Gassackes 5 in einem Bereich besonders hoch, an dem die über den Fangarm 7b übertragenen Zugkräfte in die Innenseite 5b des Gassackes 5 eingeleitet werden.

Bei einem entfalteten Gassack 5, der wie in der 1 dargestellt, einen zur Lenkachse symmetrischen Querschnitt aufweist, wobei der Fangarm 7b ebenfalls symmetrisch zur Lenkachse entlang der Lenkachse (in Begrenzungsrichtung B) angeordnet ist, ist der Bereich der Verbindung zwischen der Innenseite 5b des Gassackes 5 und dem Befestigungsbereich 7c des Fangbandes 7, der besonders durch eine von Zugkräften erzeugte Spannung S belastet ist, an einem Ort M entlang jener Verbindung lokalisiert, der quer zur Begrenzungsrichtung B an der Mitte des Fangarmes 7b lokalisiert ist.

5 zeigt den qualitativen Verlauf der Spannung S (Ordinate) entlang der senkrecht zur Begrenzungsrichtung B verlaufenden Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich 7c und dem Gassack 5 bei einem bekannten Fangband ohne Entlastungsbereich.

Zur Minimierung der Belastung des Bereiches der Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich 7c und der Innenseite 5b des Gassackes am Ort M, nachfolgend als Verbindungsbereich am Ort M bezeichnet, durch die Spannung S, ist an dem in der 1 dargestellten Fangarm 7b ein Entlastungsbereich in Form eines kreisrunden Ausschnitts 8 ausgebildet, der dem maximal belasteten Verbindungsbereich am Ort M in Begrenzungsrichtung B gegenüber liegt und quer zur Begrenzungsrichtung B mittig und benachbart zum Befestigungsbereich 7c am Fangarm 7b ausgebildet ist.

Durch den Ausschnitt 8 des Fangarmes 7b können keine Zugkräfte entlang des Fangarmes 7b in Begrenzungsrichtung B durch den Ausschnitt 8 hindurch auf die Innenseite 5b des Gassackes 5 übertragen werden, so dass die durch Zugkräfte verursachte Belastung des Verbindungsbereiches am Ort M reduziert ist. Dies wird erreicht, da die in Abwesenheit des Ausschnitts 8 auf den Verbindungsbereich am Ort M konzentrierten Zugkräfte bei Gegenwart eines solchen Ausschnittes 8 senkrecht zur Begrenzungsrichtung B zu beiden Seiten des Verbindungsbereiches am Ort M in beabstandet zueinander an den Orten M und M'' lokalisierte Bereiche der Verbindung zwischen dem Fangband 7 und der Innenseite 5b des Gassackes 5 eingeleitet werden, nachfolgend Verbindungsbereiche an den Orten M' bzw. M'' genannt, so dass im Idealfall die an den Orten M' und M'' wirkenden Spannungen S gegenüber der an dem Verbindungsbereich am Ort M (bei Abwesenheit des Ausschnitts 8) herrschenden Spannung S halbiert sind.

Der qualitative Verlauf der Spannung S (Ordinate) entlang der senkrecht zur Befestigungsrichtung B verlaufenden Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich 7c und der Innenseite 5b des Gassackes 5 bei einem Fangband 7 mit Entlastungsbereich 8, ist in der 6 schematisch dargestellt. Hierbei sind an der Abszisse die ausgewählten Orte M, M' und M'' der einzelnen Verbindungsbereiche gekennzeichnet.

Eine vorteilhafte Reduktion der auf den Verbindungsbereich am Ort M einwirkenden Spannung S bei gleichzeitig hinreichender Reißfestigkeit des Fangarmes 7b, ist gegeben, wenn das Verhältnis der Breite D des Fangarmes 7b quer zur Begrenzungsrichtung B zu der Breite D' des Ausschnitts 8 quer zur Begrenzungsrichtung B betragsmäßig größer ist als drei.

2 zeigt in Zusammenhang mit 3 und 4 eine Abwandlung des in der 1 beschriebenen Fangbandes 7. Im Unterschied zur 1 ist das Fangband 7 der 2 nicht rechteckförmig sondern Y-förmig ausgebildet. Der Fangarm 7b wird hierbei gebildet von einem in Begrenzungsrichtung B erstreckten Hauptschenkel 9, von dem symmetrisch zur Lenkachse zwei freie Schenkel 10 abgehen, die in einem spitzen Winkel auseinander laufen und über ihre beiden freien Enden mit einem kreisrunden, flächigen Befestigungsbereich 7c verbunden sind, der an der der Innenseite 3b des Bodens 3 gegenüberliegenden Innenseite 5b des Gassackes 5 mittels einer entlang eines Randes des Befestigungsbereiches 7c verlaufenden Doppelnaht festgelegt ist. In der 2 erstreckt sich der kreisrunde Befestigungsbereich 7c im Wesentlichen senkrecht zur Papierebene und parallel zum Boden 3, wobei im aufgeblasenen Zustand des Gassackes 5 der Y-förmige Fangarm 7b von dem Befestigungsbereich 7c in Richtung der der Innenseite 5b gegenüberliegenden Innenseite 5a des Gassackes 5 absteht und sich im entfalteten Zustand des Gassackes 5 entlang der Begrenzungsrichtung B zu dieser Innenseite 5a erstreckt.

Im Gegensatz zur 1 ist in der 2 der Entlastungsbereich als ein trapezförmiger Ausschnitt 8 ausgebildet, der von den beiden freien Schenkeln 10 des Y-förmigen Fangarmes 7b und dem sich an die freien Enden der freien Schenkel 10 anschließenden Befestigungsbereich 7c eingerahmt ist.

Auch bei einem trapezförmigen Ausschnitt 8 zur Minimierung der Spannung S, die an dem Verbindungsbereich am Ort M angreift, der dem Ausschnitt 8 in Begrenzungsrichtung B gegenüberliegt, ist der Quotient aus der maximalen Breite D des Fangarmes 7b senkrecht zur Begrenzungsrichtung B und der größten Breite D' des trapezförmigen Ausschnittes 8 senkrecht zur Begrenzungsrichtung B betragsmäßig vorzugsweise größer als drei.

Bei dem in den 1 bis 4 gezeigten Gassack 5 handelt es sich um einen Gassack 5 für ein Fahrerairbagmodul 1. Bei entsprechender Auslegung der einzelnen Elemente des Gassackes 5, insbesondere des Fangbandes 7 kann der Gassack 5 allerdings auch an anderer Stelle in oder an einem Kraftfahrzeug zum Schutz einer Person aufgeblasen und mittels des Fangbandes 7 in seiner räumlichen Ausdehnung beschränkt werden.

1
Airbagmodul
2
Modulträger
3
Boden
3a
Seitenwand
3b
Innenseite
4
Gasgenerator
5
Gassack
5a
Innenseite
5b
Innenseite
6
Gassackklemmung
7
Fangband
7b
Fangarm
7c
Befestigungsbereich
8
Ausschnitt
9
Hauptschenkel
10
Freier Schenkel
Z
z-Achse
B
Begrenzungsrichtung
A
Abdeckung
M
Ort
M'
ort
M''
Ort
D
Breite
D'
Breite
S
Spannung


Anspruch[de]
Gassack für ein Kraftfahrzeug mit

– einer Innenseite des Gassackes, die einem mit Gas befüllbaren Innenraum des Gassackes zugewandt ist, und

– einem flächig ausgebildeten Fangband zur Begrenzung einer Ausdehnung des sich beim Befüllen mit Gas entfaltenden Gassackes entlang einer Begrenzungsrichtung, welches einen in Begrenzungsrichtung erstreckten Fangarm aufweist, auf den beim Entfalten des Gassackes Zugkräfte einwirken, und über den Fangarm miteinander verbundene Befestigungsbereiche, die zueinander beabstandet an der Innenseite des Gassackes festgelegt sind,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Fangarm (7b) einen Entlastungsbereich (8) aufweist, durch den hindurch beim Entfalten des Gassackes (5) keine Zugkräfte übertragen werden.
Gassack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) benachbart zu einem der Befestigungsbereiche (7c) angeordnet ist. Gassack nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich an den einen Befestigungsbereich (7c) angrenzt. Gassack nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Befestigungsbereich (7c) an einer Innenseite (5b) eines Teiles des Gassackes (5) festgelegt ist, dessen dem Innenraum abgewandte Außenseite eine Aufprallfläche für einen Fahrzeuginsassen bildet. Gassack nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) flächig ausgebildet ist. Gassack nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) durch einen Ausschnitt des Fangarmes (7b) gebildet ist. Gassack nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) derart ausgeformt ist, dass er im entfalteten Zustand des Gassackes (5) nicht unter einer durch die Zugkräfte verursachten Spannung steht. Gassack nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) senkrecht zur Begrenzungsrichtung (B) eine Auswölbung aufweist. Gassack nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) mittels einer Naht mit dem Fangarm (7b) verbunden ist. Gassack nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) senkrecht zur Begrenzungsrichtung (B) mittig am Fangarm (7b) ausgebildet ist. Gassack nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis einer größten Breite (D) des Fangarmes (7b) senkrecht zur Begrenzungsrichtung (B) zu einer größten Breite (D') des Entlastungsbereiches (8) senkrecht zur Begrenzungsrichtung (B) vom Betrage her größer ist als drei. Gassack nach Anspruch 4 und einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite des Entlastungsbereiches (8) senkrecht zur Begrenzungsrichtung (B) in Begrenzungsrichtung (B) zu dem einen Befestigungsbereich (7c) hin zunimmt. Gassack nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) die Form eines Trapezes aufweist, mit zwei parallelen, senkrecht zur Begrenzungsrichtung (B) orientierten, unterschiedlich langen Seiten. Gassack nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Fangarm (7b) im Wesentlichen Y-förmig ausgebildet ist, mit zwei freien Schenkeln (10), die von einem Hauptschenkel 9 abgehen. Gassack nach Anspruch 4 und Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) von den beiden freien Schenkeln (10), welche sich mit jeweils einem freien Ende an den einen Befestigungsbereich (7c) anschließen, eingerahmt ist. Gassack nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) kreisförmig ausgebildet ist. Gassack nach einem der Ansprüche 1 bis 13 oder Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Fangarm (7b) rechteckförmig ausgebildet ist. Gassack nach Anspruch 4 und einem der Ansprüche 5 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Befestigungsbereich (7c) im entfalteten Zustand des Gassackes (5) im Wesentlichen vollständig an der Innenseite des Gassackes (5) anliegt. Gassack nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungsbereich (7c) kreisförmig ausgebildet ist. Gassack nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Fangarm (7b) im entfalteten Zustand des Gassackes (5) von einem Randbereich des Befestigungsbereiches (7c) in Begrenzungsrichtung (B) absteht. Gassack nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungsrichtung (B) mit einer Hauptentfaltungsrichtung des Gassackes (5) zusammenfällt, entlang derer sich der Gassack (5) entfaltet. Gassack nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Entlastungsbereich (8) in Begrenzungsrichtung (B) einem Bereich einer Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich (7c) des Fangbandes (7) und der Innenseite (5b) des Gassackes (5) gegenüberliegt, der beim Entfalten des Gassackes (5) den größten Zugkräften ausgesetzt ist. Gassack nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung zwischen dem Befestigungsbereich (7c) und der Innenseite (5b) des Gassackes (5) durch eine Naht gebildet ist. Airbagmodul für ein Kraftfahrzeug mit einem Gassack nach einem der vorangegangenen Ansprüche.






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