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Dokumentenidentifikation DE202006013769U1 15.02.2007
Titel Antimikrobielles Mittel zur Behandlung von Holzoberflächen
Anmelder Zeilhofer Schlaf- und Jugendmöbel GmbH, 84130 Dingolfing, DE
Vertreter Benninger und Partner, 93047 Regensburg
DE-Aktenzeichen 202006013769
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 15.02.2007
Registration date 11.01.2007
Application date from patent application 06.09.2006
IPC-Hauptklasse B27K 3/16(2006.01)A, F, I, 20060906, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B27K 3/52(2006.01)A, L, I, 20060906, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein antimikrobielles Mittel zur Behandlung von Holzoberflächen mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

Stand der Technik

Allgemein ist ein Schutz von Polymerisatdispersionen vor mikrobiellem Befall durch Zusatz von antimikrobiell wirksamen Metallionen, insbesondere in Form von Salzen, weit verbreitet. Beispiele hierfür findet man in EP 322 814 B1, dieses Dokument beschreibt Polymerisate, die als u.a. als Beschichtungen verwendet werden. Als antibakterielle Zusatzstoff werden hierbei Salzmischungen aus verschiedenen Metall-/Nichtmetalloxiden eingesetzt. DE 28 09 244 A1 beschreibt ein Material, das ein Polymer mit funktionellen Carboxylgruppen enthält, an welche funghi- und/oder bakteriozide Metallionen binden. JP 04356561 A setzt für die antimikrobielle Wirkung ein saures Polymer aus Aminosäuren ein, welches an den Carboxylatgruppen gebundene Silber-, Kupfer- und/oder Zinkionen aufweist. DE 19707221 A1 beschreibt die Verwendung von Metallionen zusammen mit einem Schutzpolymerisat zum Schutz von Polymerisaten und Polymerisatdispensionen vor bakteriellem Abbau.

Auch die Verwendung von metallischem Silber in Form von Nanoteilchen in Oberflächenbeschichtungen ist bereits bekannt. DE 102 25 324 A1 (bzw. WO 03/103392 A1) offenbart einen antimikrobiellen Beschichtungswerkstoff, der sich unter anderem für die Behandlung von Holzoberflächen eignet. In diesem dienen nanoskalige Teilchen, bspw. nanoskaliges Titandioxid (bzw. allg. ein nanoskaliges, keramikbildendes Pulver wie Oxid-, Sulfid-, Carbid- oder Nitridpulver), als Trägersubstanz für eine antimikrobielle Silber- oder auch Kupferkomponente. Die mit einem Silberionen- oder Kuperionenüberzug versehenen Nanoteilchen werden mittels kolloidchemischer Methoden homogen in einem organischen Lacksystem verteilt. DE 20 2004 019 687 U1 beschreibt eine antibakterielle, nicht humantoxische Beschichtung (einen Klarlack), die Partikel von einem Durchmesser unter 100 nm enthält, deren Oberfläche wenigstens teilweise aus metallischem Silber besteht oder die alternativ ganz aus Silber bestehen. Besonders bevorzugt sind Partikel mit Durchmessern zwischen 40 und 80 nm. Der Beschichtung kann ein Tensid zugesetzt sein, um eine Agglomeration der Silberpartikel zu vermeiden. DE 103 15 720 A1 zeigt Beschichtungen mit antimikrobiellem und schmutzabweisendem Charakter, die eine Lackbase aufweisen und deren Wirksamkeit auf nanoskaligen Silberpartikeln beruht. Die antimikrobielle Wirkung der Silberpartikel wird erfindungsgemäß durch den Zusatz von photokatalytisch aktiven Zusatzstoffen (z.B. Oxide von Silizium, Titan, Aluminium u.a.) unterstützt, indem diese dafür sorgen, das Verschmutzungen an der Oberfläche photokatalytisch entfernt werden, so dass Mikroben tatsächlich mit den Silberpartikeln in Kontakt kommen. Die DE 20 2005 006 784 U1 offenbart eine Beschichtung auf Sol-Gel-Basis, die antibakteriell wirksame Nanopartikel, bspw. Silber enthalten kann. Diese kann bspw. für Schneidebretter verwendet werden. Eine mögliche großflächige Anwendung bspw. auf Möbeln ist in dem Dokument jedoch nicht beschrieben.

Weitere antibakteriell wirksame Oberflächenbeschichtungen sind in den folgenden Dokumenten offenbart: DE 202 15 292 U1 offenbart ein Pflegemittel für Holz- oder Kunststoffoberflächen in Form einer flüssigen Polymerisatdispersion (insbesondere Acrylat- oder Polyurethandispersion), die einen dauerhaft antimikrobiell wirksamen Zusatz aufweist. Als Beispiele für die antimikrobielle Komponente sind ein Chlorphenol, ein Pyrithionzink oder ein Silberoxid genannt. DE 102 38 485 A1 beschreibt ein Verfahren zur Immobilisierung von antimikrobiellen Polymeren unter anderem an Oberflächen von Möbeln und Textilien durch Metallabscheidung. Antimikrobielle Polymere, die in einem Prozessbad homogen verteilt vorliegen, lagern sich gleichmäßig in eine elektrochemisch abgeschiedene Metallbeschichtung (bevorzugt Nickel oder Kupfer, aber auch Silber) ein. Die antimikrobielle Wirkung wird hierbei nicht durch das Metall, sondern durch das Polymer erzeugt.

Die im Stand der Technik beschriebenen antimikrobiellen Mittel bestehen häufig aus mehreren Komponenten bzw. Mischungen verschiedener Ionen, beispielsweise organische Carboxlyate und Metallionen, deren Verträglichkeit für den Menschen und die Umwelt häufig nicht genau bekannt ist. Besonders kritisch sind hierbei Zusätze wie Chlorphenol etc. Diese sollten möglichst nicht bei der Behandlung von Holzgegenständen verwendet werden, vor allem nicht, wenn Kontakt zur menschlichen Haut besteht, wie beispielsweise bei Stühlen etc.

Die beschriebenen Systeme sind weiterhin zumindest teilweise nicht für (große) Holzoberflächen geeignet. Die Verwendung von Klarlack oder anderen synthetischen Mitteln zur Behandlung von Holzoberflächen kann wiederum Probleme darstellen, da diese meist Zusatzstoffe enthalten, die bei einigen Menschen Allergien auslösen oder sogar schlimmstenfalls krebserzeugend, fruchtschädigend etc. sein können.

Ziel der Erfindung

Das Ziel der Erfindung besteht darin, ein antimikrobielles Mittel zur natürlichen Behandlung von Holzoberflächen herzustellen.

Dieses Ziel der Erfindung wird mit dem Gegenstand des unabhängigen Anspruchs erreicht. Merkmale vorteilhafter Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

Lösungsansatz und Beschreibung

Heutzutage legt der Verbraucher immer mehr Wert auf eine natürliche Oberflächenbehandlung seiner Möbel. Aus diesem Grund werden immer mehr Holzoberflächen von Möbeln gewachst, geölt oder mit Schelllack versehen, d.h. es erfolgt eine natürliche Versiegelung der Oberflächen.

Aus diesem Grund werden Holzoberflächen vielfach mit natürlichen Mitteln behandelt, um die Oberfläche zum Schutz vor Feuchtigkeit, Dreck etc. zu versiegeln. Dazu zählen beispielsweise Öle, Wachse und auch Schelllack. Diese Naturstoffe sind anfällig für mikrobiellen Zerfall mit anschließenden Zersetzungsprozessen.

Gerade im Bereich der Kinder- und Jugendmöbel sowie von Holzspielzeug ist mikrobielles Wachstum äußerst unerwünscht. Dies soll durch Zusatz von antimikrobiellen Substanzen verhindert werden.

Aufgrund der bereits angesprochenen Problematik bezüglich Allergien etc. muss es sich dabei um eine Substanz handeln, die ebenfalls natürlich vorkommt und keine Nebenwirkungen beim Menschen hervorruft.

Um mikrobielles Wachstum zu verhindern, wird gemäß vorliegender Erfindung nanopartikuläres Silber eingesetzt. Dieses wird gut mit dem zur Holzbehandlung zu verwendenden Naturstoff vermischt, so dass eine möglichst homogene Verteilung des nanopartikulären Silbers vorliegt. Diese Mischung kann anschließend in verschlossenen Gefäßen bis zur Verwendung aufbewahrt werden und weist eine bessere Haltbarkeit auf als die unbehandelten Wachse, Öle bzw. der Schellack.

Der Zusatz von nanopartikulärem Silber stellt keine Gefahr für den Menschen dar. Die antimikrobielle Wirksamkeit von Mischungen aus Öl, Wachs oder Schelllack mit nanopartikulärem Silber auf Holzoberflächen konnte in ersten Versuchen bereits nachgewiesen werden.


Anspruch[de]
Mittel zur natürlichen Oberflächenbehandlung von Holz, wobei dem Holzschutzmittel eine antimikrobielle Substanz zugesetzt wurde. Mittel nach Anspruch 1, wobei es sich bei der antimikrobiellen Substanz um nanopartikuläres Silber handelt. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, wobei das nanopartikuläre Silber in homogener Suspension im Holzschutzmittel vorliegt. Mittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei es sich bei dem Holzschutzmittel um Schelllack handelt. Mittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei es sich bei dem Holzschutzmittel um ein natürliches Wachs handelt. Mittel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei es sich bei dem Holzschutzmittel um ein natürliches Öl handelt.






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