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Dokumentenidentifikation DE102004016386B4 22.02.2007
Titel Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeugs, insbesondere eines Kraftfahrzeugs sowie Vorrichtung zur Durchführung eines derartigen Verfahrens
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Odendall, Bodo, 86633 Neuburg, DE;
Budack, Ralf, Dr., 85057 Ingolstadt, DE;
Pfalzgraf, Bernhard, 85051 Ingolstadt, DE
DE-Anmeldedatum 02.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004016386
Offenlegungstag 27.10.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.02.2007
IPC-Hauptklasse F02D 13/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse F01N 9/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeugs, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung eines derartigen Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 14.

Zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Abgasnormen ist es beim Betreiben einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs allgemein bekannt, den der Brennkraftmaschine nachgeschalteten Abgaskatalysator möglichst schnell auf dessen Betriebstemperatur zu erwärmen. Im betriebswarmen Zustand liegen die Konvertierungsraten der Abgaskatalysatoren bei knapp 100 %. Dies bedeutet wiederum, dass ein Großteil der Emissionen in der Warmlaufphase bzw. Kaltstartphase entstehen. In der Zeit, die für die Aufheizung des Katalysators auf die sog. Light-Off-Temperatur als Katalysator-Anspringtemperatur benötigt wird, hat somit der Katalysator keine Konvertierungsleistung, d. h. die Schadstoffe werden in diesem Zeitraum nicht konvertiert und werden daher ungereinigt in die Umgebung entlassen.

Die Verkürzung der Aufheizphase eines Katalysators während des Kaltstartes einer Brennkraftmaschine ist daher besonders wichtig, um die Schadstoffemissionen zu minimieren. Gemäß einem allgemein bekannten Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeugs mit einem der Brennkraftmaschine nachgeschalteten Abgaskatalysator, wird bei einem Kaltstart der Brennkraftmaschine der Abgaskatalysator auf Katalysator-Betriebstemperatur aufgeheizt. Bei dieser Katalysator-Betriebstemperatur werden die zusammen mit einem Abgasstrom über wenigstens ein Auslassventil aus einem Brennraum eines Zylinders der Brennkraftmaschine ausströmenden Schadstoffe in dem Abgaskatalysator konvertiert. Konkret ist hier als Abgaskatalysator ein elektrischer Heizkatalysator vorgesehen, bei dem der Abgaskatalysator durch den Einsatz zusätzlicher elektrischer Heizelemente auf seine Katalysator-Betriebstemperatur erwärmt wird. Die hierfür benötigte hohe elektrische Leistung vor oder während des Starts der Brennkraftmaschine wird vom Bordnetz bereitgestellt, was insbesondere unter Berücksichtigung eines beim Kaltstart niedrigen Motorwirkungsgrades und damit auch einem schlechten Generatorwirkungsgrades bei einer üblichen Bordnetzspannung nachteilig ist.

Daneben ist es auch bekannt, den Abgaskatalysator durch die Einblasung von Sekundärluft in den Abgasstrang durch die Verbrennung der brennbaren Abgasbestandteile zu erwärmen. Die Sekundärluft kann z. B. mittels einer elektrischen Pumpe in die Auslasskanäle der Brennkraftmaschine eingeblasen werden. Auch dieser Aufwand zur schnellen Aufheizung des Abgaskatalysators auf Katalysator-Betriebstemperatur ist relativ aufwendig.

Weiter ist aus der DE 102 50 121 A1 ein Verfahren zur Erhöhung der Temperatur in einer Abgasnachbehandlungsvorrichtung bekannt, bei dem ein Auslassventil im Zylinder während eines Kompressionshubs eines Zylinders betätigt wird, so dass während dieses Kompressionshubs aus dem Zylinder unverbrannter Kraftstoff und Luft entweichen kann. In der Abgasnachbehandlungsvorrichtung oxidiert der freigesetzte Kraftstoff mit der Luft und bewirkt die Freisetzung von Wärme, was zu einer Temperaturerhöhung in der Abgasnachbehandlungsvorrichtung führt.

Darüber hinaus ist auch aus der DE 102 59 052 B3 ein Verfahren zum Aufheizen eines Abgaskatalysators einer mit Kraftstoff-Direkteinspritzung arbeitenden Brennkraftmaschine bekannt, bei der nach Erkennen eines Kaltstarts der Ventilhub und die Ventilüberschneidung der Gaswechselventile sowie die Stellung einer im Ansaugkanal der Brennkraftmaschine angeordnete Drosselklappe derart eingestellt werden, dass ein positives Druckgefälle zwischen Einlass- und Auslassseite der Brennkraftmaschine auftritt. Dadurch wird zumindest ein Teil der von der Aufladevorrichtung geförderten Luft als Spülluft direkt von der Einlass- zur Auslassseite der Brennkraftmaschine in den Abgaskanal befördert, wodurch sich optimale Reaktionsbedingungen im Abgaskatalysator ergeben.

Weiter ist aus der DE 101 49 745 C1 ein Verfahren zum Aufheizen eines Katalysators im Abgassystem einer Brennkraftmaschine mit Kraftstoff-Direkteinspritzung bekannt, bei dem während eines Expansionstaktes bzw. eines Ausschiebetaktes ein Einspritzventil geöffnet und dadurch eine Kraftstoffmenge in einen Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt wird. Dadurch soll die Einspritzung einer relativ geringen Kraftstoffmenge über einen relativ großen Zeitraum während des Expansions- bzw. Ausschiebetaktes der Brennkraftmaschine erstreckt werden.

Zur Reduzierung der Schadstoffemissionen einer Brennkraftmaschine in der Kaltstart- und Warmlaufphase ist es ferner aus der US 5,930,992 bekannt, beginnend in der Kaltstartphase bis in die Warmlaufphase die Zufuhr von Kraftstoff nur zu einem Teil der Zylinder erfolgen zu lassen, so dass diese Zylinder dann als „Motor" arbeiten, während die Zufuhr von Kraftstoff zum anderen Teil der Zylinder abgeschaltet wird, so dass diese dann als „Verdichter" arbeiten und die in diesen Zylindern durch den Kompressionsvorgang aufgeheizte Luftmenge über die Auslassvorrichtung in das Abgassystem zur Nachreaktion der Abgase eingeleitet wird.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeugs, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung eines derartigen Verfahrens zu schaffen, mit dem bzw. mit der beim Kaltstart einer Brennkraftmaschine eine schnelle Aufheizung des Abgaskatalysators auf Katalysator-Betriebstemperatur möglich ist und mit dem beim Kaltstart der Brennkraftmaschine zudem auch die Schadstoffemissionen reduziert werden können.

Diese Aufgabe wird bezüglich des Verfahrens mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 wird die Öffnung der Zylinder-Auslassventile während der Kaltstartphase gegenüber einer Auslassventil-Basiseinstellung bezogen auf den oberen Totpunkt (OT) bzw. bezogen auf Grad Kurbelwinkel in Richtung spät verschoben, so dass dadurch insbesondere der durch die Zylinder-Auslassventile ausströmende Abgasstrom eine höhere Abgastemperatur aufweist als ein Abgasstrom in der Auslassventilöffnungs-Basiseinstellung der Zylinder-Auslassventile. Dabei kann das Schließen der Zylinder-Auslassventile bezogen auf den oberen Totpunkt (OT) bzw. bezogen auf Grad Kurbelwinkel in etwa gegenüber einer Auslassventilöffnungs-Basiseinstellung konstant gehalten werden, so dass sich dadurch eine kurze Auslassventil-Öffnungsdauer einstellt. Alternativ dazu kann, wie dies mit Anspruch 3 beansprucht ist, das Schließen der Zylinder-Auslassventile während der Kaltstartphase gegenüber der Auslassventil-Basiseinstellung bezogen auf den oberen Totpunkt (OT) bzw. bezogen auf Grad Kurbelwinkel verändert werden, vorzugsweise so in Richtung früh (z. B. ca. 10 bis 15°) oder spät verschoben werden, dass in Verbindung mit der in Richtung spät verschobenen Öffnung der Zylinder-Auslassventile eine gegenüber der Auslassventil-Basiseinstellung kürzere Gesamtventilöffnungszeit mit den zuvor erwähnten erfindungsgemäßen Vorteilen erreicht wird. Besonders bevorzugt ist dabei nach Anspruch 4 ein Schließen der Zylinder-Auslassventile spätestens bei Erreichen des OT, wobei dann entsprechend das Öffnen der Zylinder-Auslassventile vorzugsweise bei 20 bis 100, höchst bevorzugt bei 30 bis 50 Grad Kurbelwinkel vor OT erfolgt.

Alternativ oder zusätzlich wird der Ventilhub der Zylinder-Auslassventile nach Anspruch 1 während der Kaltstartphase gegenüber einer Auslassventilhub-Basiseinstellung verkleinert. Dadurch kann wiederum insbesondere erreicht werden, dass die Verweilzeit der heißen Abgase und der Schadstoffe im Brennraum des Zylinders nach der Expansion zur Verringerung der Rohemissionen erhöht wird.

Im Sinne der erwünschten Katalysatorbeheizung während der Kaltstartphase erhöht sich durch das späte Öffnen der Auslassventile die Ladungswechselarbeit in erheblichem Maße, was wiederum eine Erhöhung des Energieumsatzes zur Kompensation dieser erheblich erhöhten Ladungswechselarbeit erfordert und eine Anhebung der Abgastemperatur im Brennraum des Zylinders bewirkt. Weiterhin wird durch diese bewusste Verschlechterung des Motorwirkungsgrades bei einer geforderten konstanten Leistungsabgabe des Motors der Abgasmassendurchsatz des Motors deutlich erhöht. Zusammenfassend wird somit die Abgastemperatur und der Abgasmassenwärmestrom deutlich erhöht.

Grundsätzlich können die beiden Maßnahmen auch unabhängig voneinander alleine vorgenommen werden. Besonders bevorzugt ist jedoch deren Kombination, d. h., dass gleichzeitig mit einer Verschiebung der Öffnung der Auslassventile in Richtung spät auch eine Verkleinerung des Hubs der Auslassventile vorgenommen wird.

Gemäß einer besonders bevorzugten Verfahrensführung nach Anspruch 2 ist vorgesehen, dass die Länge der Öffnung der Zylinder-Auslassventile 20 bis 100 Grad Kurbelwinkel, bevorzugt 30 bis 50 Grad Kurbelwinkel bezogen auf einen Ventilhub von 1 mm beträgt. Die Verkürzung der Öffnungsdauer bedingt hierbei in der Regel eine Verringerung des Ventilhubes im Vergleich zum Basisventilhub, insbesondere aufgrund der Ventiltriebskinematik.

Nach Anspruch 5 ist vorgesehen, dass die Kaltstart-Ventilüberschneidung der Öffnung der Zylinder-Auslassventile und der Zylinder-Einlassventile während der Kaltstartphase gegenüber einer Ventilüberschneidungs-Basiseinstellung reduziert ist. Besonders bevorzugt ist die Überschneidung der Öffnung von Einlass- und Auslassventilen dabei sehr gering, da ansonsten die Erhöhung des Restgasgehaltes eine gute Verbrennung bzw. die Frischgasbefüllung behindern könnte. Die Länge der Ventilöffnung sollte dabei gerade so lang sein, dass das Restgas sicher ausgespült werden kann. Dies ist bei den zuvor in Verbindung mit Anspruch 2 beschriebenen ca. 20 bis 100, bevorzugt 30 bis 50 Grad Kurbelwinkel der Fall.

Entsprechend Anspruch 6 kann dabei bei einer Mehrventil-Brennkraftmaschine eines oder aber auch mehrere der Auslassventile geschlossen bleiben, z. B. nur eines der Auslassventile geöffnet werden.

Bei einer gemäß Anspruch 7 vorgesehenen maximalen Befüllung des Brennraumes des Zylinders während der Kaltstartphase mit einer maximal möglichen Menge an Frischgas bzw. Frischgas-Kraftstoffgemisch erhöht sich der Abgaswärmestrom deutlich gegenüber einer zu dieser Drehzahl gehörenden Volllast, so dass die den Zylinder verlassenden Abgase eine sehr hohe Temperatur aufweisen, was für die schnelle Aufheizung des Abgaskatalysators auf Betriebstemperatur von erheblichem Vorteil ist. Dies beruht insbesondere darauf, dass nur ein kleiner Teil der maximal umsetzbaren Gesamtenergie in mechanische Arbeit umgewandelt wird, so dass der Rest der zur Verfügung stehenden Energie als Wärmeenergie an das Abgas abgegeben werden kann. Besonders bevorzugt ist hierbei nach Anspruch 8 der Zündwinkel während der Kaltstartphase gegenüber einer Zündwinkel-Basiseinstellung in Richtung spät verlagert, wobei der Zündwinkel nach Anspruch 9 möglichst soweit in Richtung spät verlagert wird, bis der Brennraum mit der maximalen Frischgasmenge beschickt ist.

Bezüglich des Ventilhubs ist nach Anspruch 10 in einer konkreten Verfahrensführung vorgesehen, dass dieser bei den Zylinder-Auslassventilen vorzugsweise während der Kaltstartphase lediglich 0,5 bis 5 mm, bevorzugt 1 bis 2 mm beträgt, so dass sich gegenüber herkömmlichen Ventilhüben von bis zu 12 mm eine deutliche Reduzierung mit den zuvor in Verbindung mit dem Anspruch 1 genannten Vorteilen ergibt.

Besonders bevorzugt wird nach Anspruch 11 zur Änderung der Auslassventil-Basiseinstellungen in die Auslassventil-Kaltstarteinstellungen eine Nockenwellenverstellung vorgenommen. Eine derartige Nockenwellenverstellung kann auf einfache Weise ggf. mit ohnehin vorhandenen Bauteilen eines Nockenwellen-Verstellsystems lediglich durch steuerungstechnische Maßnahmen durchgeführt werden.

Besonders bevorzugt erfolgt hierbei die Nockenwellenverstellung in Abhängigkeit von der Katalysatortemperatur. So können bei Erreichen der Katalysator-Betriebstemperatur mittels einer Nockenwellenverstellung die Kaltstarteinstellungen wieder rückgängig gemacht werden und wieder die Auslassventil-Basiseinstellungen eingestellt werden. Bevorzugt wird dabei nach Anspruch 13 gemäß einer konkreten Verfahrensführung die Nockenwelle mittels einer Steuereinrichtung vor oder während eines Kaltstarts so verstellt, dass zum Kaltstart die Auslassventil-Kaltstarteinstellungen eingestellt werden.

Die Aufgabe wird bezüglich der Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst.

Gemäß Anspruch 14 ist vorgesehen, dass zur Verstellung der Auslassventil-Basiseinstellungen in die Auslassventil-Kaltstarteinstellungen und auch wieder zurück eine Nockenwellen-Verstelleinrichtung vorgesehen ist, mit der eine Verstellung der den Auslassventilen zugeordneten Nockenwelle durchführbar ist.

Wie dies bereits zuvor ausführlich erläutert worden ist, ist eine derartige Nockenwellen-Verstelleinrichtung vorteilhaft durch ein ggf. bereits vorhandenes Nockenwellen-Verstellsystem gebildet.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert.

Die einzige Figur zeigt schematisch Ventilerhebungskurven, wobei hier der Ventilhub über Grad Kurbelwinkel aufgetragen ist.

Eine hier nicht dargestellte Brennkraftmaschine weist Zylinder auf, die jeweils Zylinder-Einlass- und Auslassventile aufweisen, die in Abhängigkeit von vorgegebenen Steuerungsparametern entsprechend geöffnet und geschlossen werden. Die in der 1 strichliert eingezeichnete Kurve 1 zeigt die Öffnung der Zylinder-Auslassventile eines Zylinders der Brennkraftmaschine gemäß einer Auslassventil-Basiseinstellung, gemäß der das Zylinder-Auslassventil bei Erreichen des unteren Totpunktes (UT) öffnet und anschließend bei Erreichen des oberen Totpunktes (OT) wieder schließt.

Wie dies der 1 weiter zu entnehmen ist, wird die Öffnung der Zylinder-Auslassventile während der Kaltstartphase gegenüber der Auslassventil-Basiseinstellung bezogen auf Grad Kurbelwinkel in Richtung spät verschoben und zudem der Ventilhub hK der Zylinder-Auslassventile gegenüber der Auslassventilhub-Basiseinstellung hB verkleinert, wie dies beispielhaft durch die Kurve 2 in 1 dargestellt ist.

Durch diese Maßnahmen beim Kaltstart der Brennkraftmaschine wird erreicht, dass der durch die Zylinder-Auslassventile ausströmende Abgasstrom eine höhere Abgastemperatur aufweist als ein Abgasstrom in der Auslassventilöffnungs-Basiseinstellung der Zylinder-Auslassventile. Zudem wird hierdurch auch die Verweilzeit der heißen Abgase und damit der Schadstoffe im Brennraum des Zylinders zur Verringerung der Rohemissionen erhöht.

Bevorzugt beträgt die Länge der Öffnung der Zylinder-Auslassventile zwischen 30 bis 50 Grad Kurbelwinkel, wobei das Öffnen der Zylinder-Auslassventile bevorzugt bei 30 bis 50 Grad Kurbelwinkel vor OT erfolgt.

Der Ventilhub hK der Zylinder-Auslassventile während der Kaltstartphase beträgt vorzugsweise zwischen 1 bis 2 mm.

Zur Änderung der Auslassventil-Basiseinstellungen in die Auslassventil-Kaltstarteintellungen, d. h. zum Übergang von der Kurve 1 in die Kurve 2 im Diagramm der 1 wird mittels bekannten Nockenwellen-Verstellsystemen eine Nockenwellenverstellung vorgenommen.

Sobald der Abgaskatalysator nach der Kaltstartphase auf seine Betriebstemperatur aufgeheizt worden ist, d. h. der Abgaskatalysator seine Light-Off-Temperatur erreicht hat, kann dann wiederum von der Steuereinrichtung entsprechend von den Auslassventil-Kaltstarteinstellungen gemäß Kurve 2 auf die Auslassventil-Basiseinstellungen der Kurve 1 als Standardeinstellungen übergewechselt werden.

In der 1 sind mit 2' und 2'' noch alternative Kurvenverläufe bezüglich des Öffnens, des Schließens und des Ventilhubs der Auslassventile gezeigt, mit denen die erfindungsgemäßen Vorteile ebenfalls besonders bevorzugt erreicht werden.

Insgesamt lässt sich mit einer derartigen erfindungsgemäßen Verfahrensweise somit ein schnelles Aufheizen des Abgaskatalysators auf dessen Betriebstemperatur bei gleichzeitig verminderter Rohemission an Schadstoffen erzielen.


Anspruch[de]
Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine eines Fahrzeugs, insbesondere eines Kraftfahrzeugs, mit einem der Brennkraftmaschine nachgeschalteten Abgaskatalysator, der bei einem Kaltstart der Brennkraftmaschine auf Katalysator-Betriebstemperatur aufgeheizt wird, bei der die zusammen mit einem Abgasstrom über wenigstens ein Auslassventil aus einem Brennraum eines Zylinders der Brennkraftmaschine ausströmenden Schadstoffe in dem Abgaskatalysator konvertiert werden,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Öffnung der Zylinder-Auslassventile während der Kaltstartphase gegenüber einer Auslassventil-Basiseinstellung bezogen auf den oberen Totpunkt (OT) bzw. bezogen auf Grad Kurbelwinkel in Richtung spät verschoben wird, und/oder

dass der Ventilhub der Zylinder-Auslassventile während der Kaltstartphase gegenüber einer Auslassventilhub-Basiseinstellung verkleinert wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Öffnung der Zylinder-Auslassventile 20 bis 100 Grad Kurbelwinkel, bevorzugt 30 bis 50 Grad Kurbelwinkel beträgt. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließen der Zylinder-Auslassventile während der Kaltstartphase gegenüber der Auslassventil-Basiseinstellung bezogen auf den oberen Totpunkt (OT) bzw. bezogen auf Grad Kurbelwinkel verändert wird, vorzugsweise so in Richtung früh oder spät verschoben wird, dass in Verbindung mit der in Richtung spät verschobenen Öffnung der Zylinder-Auslassventile eine gegenüber der Auslassventil-Basiseinstellung kürzere Gesamtventilöffnungszeit erreicht wird. Verfahren nach Anspruch 2 und Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,

dass das Schließen der Zylinder-Auslassventile spätestens bei Erreichen des OT vorgenommen wird, und

dass das Öffnen der Zylinder-Auslassventile bei 20 bis 100 Grad Kurbelwinkel, vorzugsweise bei 30 bis 50 Grad Kurbelwinkel vor OT erfolgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kaltstart-Ventilüberschneidung der Öffnung der Zylinder-Auslassventile und der Zylinder-Einlassventile während der Kaltstartphase gegenüber einer Ventilüberschneidungs-Basiseinstellung reduziert ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Mehrventil-Brennkraftmaschine wenigstens eines der Auslassventile geöffnet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Brennraum des Zylinders während der Kaltstartphase mit einer maximal möglichen Menge an Frischgas bzw. Frischgas-Kraftstoffgemisch beschickt wird. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Zündwinkel während der Kaltstartphase gegenüber einer Zündwinkel-Basiseinstellung in Richtung spät verlagert wird. Verfahren nach Anspruch 7 und Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Zündwinkel so weit in Richtung spät verlagert wird, bis der Brennraum mit der maximalen Frischgasmenge beschickt ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilhub (hK) der Zylinder-Auslassventile während der Kaltstartphase 1 bis 2 mm beträgt. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Änderung der Auslassventil-Basiseinstellungen in die Auslassventil-Kaltstarteinstellungen eine Nockenwellenverstellung vorgenommen wird. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Nockenwellenverstellung in Abhängigkeit von der Katalysatortemperatur erfolgt dergestalt, dass bei Erreichen der Katalysator-Betriebstemperatur mittels einer Nockenwellenverstellung die Kaltstarteinstellungen wieder rückgängig gemacht werden und die Auslassventil-Basiseinstellungen wieder eingestellt werden. Verfahren nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Nockenwelle mittels einer Steuereinrichtung vor oder während eines Kaltstarts so verstellt wird, dass zum Kaltstart die Auslassventil-Kaltstarteinstellungen eingestellt werden. Vorrichtung zur Durchführung eines der Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 13, mit einer Ventil-Steuereinrichtung zur Steuerung wenigstens eines Auslassventils eines Zylinders einer Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verstellung der Auslassventil-Basiseinstellungen in die Auslassventil-Kaltstarteinstellungen und zurück eine Nockenwellen-Verstelleinrichtung vorgesehen ist, mit der eine Verstellung der den Auslassventilen zugeordneten Nockenwelle durchführbar ist.






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