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Dokumentenidentifikation DE102004053364B4 22.02.2007
Titel Verbundlenkerachse
Anmelder Benteler Automobiltechnik GmbH, 33102 Paderborn, DE
Erfinder Zuber, Armin, 74909 Meckesheim, DE
Vertreter Bockermann, Ksoll, Griepenstroh, 44791 Bochum
DE-Anmeldedatum 02.11.2004
DE-Aktenzeichen 102004053364
Offenlegungstag 24.08.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.02.2007
IPC-Hauptklasse B60G 21/055(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60G 21/10(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B60G 3/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verbundlenkerachse mit einem einen rinnenförmigen Querschnitt aufweisenden Querträger.

Eine Verbundlenkerachse oder auch Twistbeam-Achse umfasst einen Querträger, der sich zwischen radführenden Längsträgern erstreckt. Das Profil des Querträgers wird im eingebauten Zustand einer Biege- und Torsionsbelastung ausgesetzt. Durch geometrische Variation und Veränderung der Lage des Profilquerschnitts gegenüber der Belastungsrichtung und zusätzliche Querrohrverbindungen unterschiedlicher Wanddicken und Außendurchmesser kann die Biege- und Torsionssteifigkeit einer Verbundlenkerachse eingestellt werden.

Aus der EP 0 974 477 A1 ist es bekannt, die Torsionssteifigkeit eines Stabilisators aktiv an unterschiedliche Fahrsituationen anzupassen. Hierzu wird eine Fluidkupplung mit einem elektrorheologischen Fluid vorgeschlagen.

Durch die JP 2000-31 32 18 A zählt eine Verbundlenkerachskonstruktion zum Stand der Technik, bei welcher innerhalb eines rohrförmigen Querträgers ein Dämpfungselement angeordnet ist, um die Torsionssteifigkeit des innerhalb des Querträgers verlaufenden Stabilisators zu beeinflussen. Zwar wird bei dieser Ausführungsform der vorhandene Bauraum effektiv ausgenutzt, allerdings ist eine aktive Einstellung des Dämpfers in Anpassung auf die jeweilige Fahrsituation nicht möglich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verbundlenkerachse mit einem einen rinnenförmigen Querschnitt aufweisendem Querträger bereit zu stellen, welche bei gleich bleibendem Querschnitt des Querträgers hinsichtlich der Torsions- und Biegesteifigkeit an unterschiedliche Fahrzeuge und Fahrwerkbelastungen und insbesondere an unterschiedliche Fahrsituationen anpassbar ist.

Diese Aufgabe ist bei einer Verbundlenkerachse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Wesentlich ist, dass die Biege- und Torsionssteifigkeit des Querträgers in Abhängigkeit von der jeweiligen Fahrsituation aktiv einstellbar ist. Aktive Einstellbarkeit im Sinne der Erfindung bedeutet, dass Einstellmittel vorhanden sind, welche gezielt auf die Biege- und Torsionssteifigkeit des Querträgers wirken, ohne die Geometrie des Querträgers selbst zu verändern. Auf diese Weise wird eine Verbundlenkerachse bereitgestellt, welche sowohl den vorgebbaren Anforderungen an den Fahrkomfort als auch fahrsicherheitstechnischen Aspekten gerecht wird.

Wichtig ist, dass die Mittel zur aktiven Einstellung der Biege- und Torsionssteifigkeit wenig Bauraum erfordern und gleichzeitig möglichst leicht sind, um nicht negativ auf das Fahrzeuggesamtgewicht zu wirken. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass durch Wegfall eines parallel zum Querträger verlaufenden Querrohrs und eine gleichzeitig verbesserte Ausnutzung des Werkstoffpotentials im mittleren Bereich des Querträgers eine Gewichtsreduzierung erreicht werden kann. Durch die aktive Einstellbarkeit der Biege- und Torsionssteifigkeit ist eine adaptive Verlagerung des Schubmittelpunkts in Richtung der Mittellängsachse des Querträgers möglich. Dadurch wird die Torsionssteifigkeit ohne Erhöhung der Wanddicke oder Veränderung der Geometrie des Querträgers gesteigert.

In der Ausführungsform des Patentanspruchs 1 ist mindestens partiell ein aktivierbares Element in den offenen Kanalbereich des Querträgers eingegliedert. Bei dieser Anordnung wird außerhalb des rinnenförmigen, insbesondere U- oder V-förmigen, Querschnitts des Querträgers kein zusätzlicher Bauraum im Bereich der Verbundlenkerachse beansprucht. Das aktivierbare Element kann über die gesamte Länge oder zumindest über größere Längenbereiche, wie beispielsweise über wenigstens 75% der Gesamtlänge des Querträgers in den rinnenförmigen Querschnitt eingegliedert sein. Je nach Zielvorgaben der Verbundlenkerachse kann auch eine abschnittsweise, das heißt mindestens partielle Eingliederung aktivierbarer Elemente ausreichend sein.

Das aktivierbare Element ist in einer ersten Alternative durch ein elektrorheologisches Fluid gebildet, das sich in einer an den Innenquerschnitt des Querträgers angepassten Kammer befindet.

Elektrorheologische Fluide sind kolloidale Suspensionen, deren Viskosität sich durch Anlegen einer hochfrequenten elektrischen Wechselspannung von flüssigen bis hin zum gelartigen festen Zustand kontinuierlich erhöhen lässt, wobei sich das Maß der Viskositätserhöhung, das heißt der Verfestigung direkt über die Höhe der zugeführten elektrischen Energien steuern lässt. Die Zustandsänderungen sind vollständig reversibel und können beliebig oft erfolgen. Von Vorteil ist, dass elektrorheologische Fluide sehr kurze Reaktionszeiten aufweisen, so dass schlagartige Übergänge vom flüssigen zum festen Zustand und umgekehrt realisierbar sind.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.

Das aktivierbare Element kann in vorteilhafter Weiterbildung in einer Wände aus einem Elastomer aufweisenden Kammer vorgesehen sein, wobei die Stirnwände und die Deckwand der Kammer durch starre Platten verstärkt sein können. Eine solche Kammer ist hinreichend flexibel, um den fortwährenden dynamischen Belastungen des Querträgers standzuhalten. Die starren Platten dienen dabei zum Schutz vor Umwelteinflüssen und insbesondere zum Schutz vor Beschädigungen durch mechanische Einwirkungen im Bereich des Querträgers. Bei den starren Platten handelt es sich bevorzugt um Metallplatten, die auf die Wände aufvulkanisiert sein können. Die Verwendung von Kunststoffen hinreichender Steifigkeit und eine klebetechnische Verbindung ist ebenfalls denkbar. Innerhalb der Kammer kann wenigstens ein Querschott vorgesehen sein, welches das aktivierbare Element in einzelne Segmente unterteilt. Das Querschott kann wenigstens einen Durchbruch aufweisen.

Die Ansteuerung der aktivierbaren Elemente erfolgt durch eine Steuereinheit. Die Steuereinheit empfängt Sensorsignale des Kraftfahrzeugs, welche von einer Recheneinheit des Steuergeräts in Steuersignale umgesetzt werden. Über diese Steuersignale werden die aktivierbaren Elemente angesteuert. Es handelt sich hierbei um elektrische Impulse, die z.B. an die Wände der Kammer weitergeleitet werden oder an Kontakte, die elektrisch leitend mit dem elektrorheologischen Fluid bzw. dem aktivierbaren Element in Verbindung stehen.

Als aktivierbares Element im Sinne der Erfindung kann als zweite Alternative auch ein elektrorheologischer (ER) Festkörper zum Einsatz kommen. Hierunter sind Elastomere zu verstehen, in welche z.B. polarisierbare Partikel eingebettet sind. Die Steifigkeit eines solchen ER-Festkörpers kann durch Anlegen einer Spannung oder eines elektrischen Feldes verändert werden. Der Vorteil von ER-Festkörpern ist, dass das Risiko von Leckagen von elektrorheologischen Fluiden nicht besteht. Der konstruktive Aufwand ist bei Verwendung von ER-Festkörpern grundsätzlich geringer.

Es ist möglich, dass ein solches aktives Element in diskreten Längenabschnitten des Querträgers angeordnet ist oder aber sich über die gesamte Länge des Querträgers erstreckt. Das aktive Element in dieser Bauform ist vorzugsweise an den Profilquerschnitt des Querträgers angepasst und füllt den Profilquerschnitt vorzugsweise über die gesamte Querschnittsfläche vollständig aus. Dadurch wird ein maximaler Kontakt zwischen dem aktivierbaren Element und den Innenseiten des Querträgers geschaffen, so dass hier ein Bereich einstellbarer Torsions- und Biegesteifigkeit geschaffen wird. Durch mehrere solcher diskreter Bereiche kann das Torsionsverhalten des Querträgers und damit die Fahrwerksabstimmung differenzierter und über einen größeren Wirkungsbereich eingestellt werden.

Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird auch bei einer Verbundlenkerachse mit den Merkmalen des Patentanspruchs 6 gelöst. Danach ist vorgesehen, dass die im Abstand zueinander verlaufenden Längskantenbereiche des Querträgers zumindest abschnittsweise über Verbindungslaschen miteinander gekoppelt sind, wobei die Kopplung unter Eingliederung eines aktivierbaren Elements erfolgt. Das aktivierbare Element ist in diesem Fall vorzugsweise ein ER-Festkörper. Ein solcher ER-Festkörper kann in einer ersten Ausführungsform zwischen die Enden einer U-förmigen Verbindungslasche und den Längskantenbereichen des Querträgers eingegliedert sein, wobei die U-förmige Lasche die Längskantenbereiche übergreift. Mehrere solcher U-förmigen Verbindungslaschen können über die Längserstreckung des Querträgers verteilt angeordnet sein. Die Verbindungslasche bildet lokal einen offenen dünnwandigen Hohlquerschnitt in einen geschlossenen dünnwandigen Hohlquerschnitt um. Da geschlossene dünnwandige Hohlquerschnitte eine höhere Torsionssteifigkeit besitzen als offene dünnwandige Hohlquerschnitte, wird durch Ansteuerung des aktivierbaren Elements gezielt darauf Einfluss genommen, mit welcher Steifigkeit die Längskantenbereiche des Querträgers miteinander gekoppelt werden. Hierbei sind verschiedene konstruktive Ausführungsformen denkbar, die im Rahmen der Erfindung auf zwei zweckmäßige Grundformen zurückgeführt werden. In der ersten Grundform steht das aktivierbare Element unmittelbar im Kontakt mit einem Längskantenbereich. Dabei schließt sich an das aktivierbare Element eine Verbindungslasche an, die sich zum gegenüber liegenden Längskantenbereich erstreckt. Auch an dem gegenüber liegenden Längskantenbereich kann zwischen der Verbindungslasche und dem Längskantenbereich ein weiteres aktivierbares Element angeordnet sein.

Die zweite Grundform besteht darin, die Verbindungslaschen unmittelbar mit den Längskantenbereichen zu verbinden und das aktivierbare Element zwischen den einander zugewandten Enden der Verbindungslaschen einzugliedern. Da sich die einander zugewandten Enden der Verbindungslaschen bei einer Tordierung des Querträgers relativ zueinander bewegen, kann das aktivierbare Element z.B. in Form eines die Verbindungslaschen durchsetzenden Bolzens aus einem ER-Festkörper die Relativbewegung zulassen oder gezielt hemmen. Eine andere Möglichkeit ist es, das aktivierbare Element parallel zu den Laschenenden sandwichartig zwischen diesen einzugliedern, um auf diese Weise die gegenläufigen Schubbewegungen der Laschenenden zu beeinflussen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in schematischen Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:

1 in der Draufsicht eine schematische Darstellung einer Verbundlenkerachse;

2 eine perspektivische Darstellung eines Querträgers der Verbundlenkerachse;

3 eine perspektivische Darstellung eines Ausschnitts des Querträgers einer Verbundlenkerachse mit einem aktivierbaren Element;

4 einen Querschnitt entlang der Linie IV in 3 einschließlich einem Blockschaubild der Ansteuerung des aktivierbaren Elements;

5 eine weitere Ausführungsform eines aktivierbaren Elements in einer Darstellung wie in 3;

6 einen Querschnitt entlang der Linie VI in 5 einschließlich einem Blockschaubild zur Verdeutlichung der Ansteuerung des aktivierbaren Elements;

7 in perspektivischer Darstellung einen Querträger mit mehreren im Abstand zueinander angeordneten aktivierbaren Elementen;

8 in perspektivischer Darstellung einen Querträger mit einem einzigen aktivierbaren Element;

9 in perspektivischer Darstellung einen Abschnitt eines Querträgers mit einem aktivierbaren Element und einer U-förmigen Verbindungslasche;

10 eine weitere Ausführungsform eines aktivierbaren Elements an einem Querträger und

11 eine weitere Ausführungsform eines aktivierbaren Elements an einem Querträger.

1 zeigt eine Verbundlenkerachse 1 mit einem rinnenförmigen Querträger 2. Dieser Querträger ist in 2 vergrößert dargestellt. In diesem Ausführungsbeispiel hat der Querträger 2 einen V-förmigen Querschnitt, wobei die Längskanten 3, 4 der Schenkel 5, 6 des Querträgers 2 abgewinkelt sind und den Mündungsbereich des V-förmigen Querträgers 2 verkleinern.

An den Querträger 2 greifen während der Fahrt des Kraftfahrzeugs durch unterschiedliches Einfederungsverhalten der Räder Torsionsmomente M an, die zu einer Tordierung des Querträgers 2 führen. Beispielhaft sind an den Punkten A und A' an den Längskanten 3 und 4 Vektoren u, u', v und v' eingezeichnet, die verdeutlichen, in welche Richtung der Punkt A bzw. A' bei einer Tordierung verlagert wird. Da es sich um ein offenes dünnwandiges Hohlprofil handelt, würde die gezielte adaptive Hemmung oder Verhinderung der Relativbewegungen der Längskanten zu einer angepassten Erhöhung der Torsions- und Biegesteifigkeit führen.

3 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung mit einem aktivierbaren Element 7, das in den offenen Kanalbereich des Querträgers 2 eingegliedert ist. Der Kanalbereich wird von den Schenkeln 5, 6 und den Längskanten 3, 4 begrenzt. Das aktivierbare Element 7 umfasst ein elektrorheologisches Fluid (ER-Fluid), das in einer Kammer 9 aufgenommen ist (4). Die geschlossene Kammer 9 ist an den Innenquerschnitt des Querträgers 2 angepasst und besitzt Wände aus einem Elastomer. Die Stirnwände 10, 11 und die Deckenwand 12 sind durch Metallplatten gebildet, die auf das Elastomer aufvulkanisiert sind. Aus 4 ist erkennbar, dass die Kammer 9 durch ein Querschott 13 in Teilkammern 9a, 9b unterteilt ist. An den Metallplatten der Stirnwände 10, 11 ist jeweils eine Steuerleitung 14 angeschlossen, die mit einer Steuereinheit 15 gekoppelt ist. Die Steuereinheit 15 sendet unter Zwischenschaltung eines Leistungsverstärkers 16 elektrische Signale an das aktivierbare Element 7, um die Viskosität des elektrorheologischen Fluids 8 innerhalb der Kammer 9 gezielt zu verändern und damit die Torsionseigenschaften des Querträgers 2 zu steuern. Hierzu werden der Steuereinheit 15 Sensorsignale zugeführt, welche die aktuelle Fahrsituation wiederspiegeln. Die Sensorsignale werden in einem der Steuereinheit vorgeschalteten Filter 17 gefiltert, anschließend in einem Leistungsverstärker 18 verstärkt und in einer Recheneinheit 19 mit angeschlossenem Speicher 20 ausgewertet und in entsprechende Steuersignale zur Ansteuerung des aktivierbaren Elements 7 umgesetzt.

Die Ausführungsform der 5 und 6 unterscheidet sich von derjenigen der 3 und 4 dadurch, dass ein Anschluss 21 zur Flüssigkeitszu- oder -abfuhr vorgesehen ist. Der Anschluss 21 umfasst ein nicht näher dargestelltes Steuerventil, das von der in 4 bereits beschriebenen Steuereinheit 15 angesteuert wird. Die Steuerleitung 14' dient zur Ansteuerung des Steuerventils. Durch den Anschluss 21 kann das Füllvolumen des aktivierbaren Elements 7a verändert werden. Wenn eine erhöhte Torsionssteifigkeit des Querträgers 2 gewünscht wird, sollte die Kammer 9 eine geringe Nachgiebigkeit haben. Eine Mindeststeifigkeit wird einerseits durch das vorgesehene Querschott 13 innerhalb des aktivierbaren Elements 7a erzielt sowie durch die Stirnwände 10, 11, andererseits aber auch durch einen entsprechenden Füllgrad bzw. Druck innerhalb der Kammer 9. Je höher der Druck bzw. der Füllgrad, desto unnachgiebiger ist die Kammer 9. Bei Verwendung eines elektrorheologischen Fluids kann das Ein- oder Ausströmverhalten durch den Anschluss 21 durch Anlegen einer elektrischen Spannung gesteuert werden. Wenn keine Spannung anliegt, kann das elektrorheologische Fluid 8 im wesentlichen ungehindert durch den Anschluss 21 ausströmen, so dass die Torsionssteifigkeit des Querträgers durch das elektrorheologische Fluid 8 nicht beeinflusst wird. Wenn höhere Torsionsmomente an dem Querträger 2 angreifen, kann eine elektrische Spannung an den Anschluss 21 gelegt werden, um die Viskosität des Fluids 8 zu erhöhen und um ein rasches Ausströmen zu verhindern. Grundsätzlich ist es denkbar, dass eine Ausgleichskammer zur Aufnahme ein- und ausströmenden elektrorheologischen Fluids im Innenraum des Querträgers angeordnet ist, wobei ein Durchbruch zwischen den Fluid aufnehmenden Kammern mit einer elektrischen Spannung beaufschlagbar ist, um auf diese Weise das Strömungsverhalten des elektrorheologischen Fluids innerhalb des Durchbruchs zu beeinflussen. Hinsichtlich der Funktion der Steuereinheit wird auf die Beschreibung zu 4 verwiesen.

In der Ausführungsform der 7 sind mehrere aktivierbare Elemente 22, 23, 24 im offenen Kanalbereich des Querträgers 2 angeordnet. Die aktivierbaren Elemente 22, 23, 24 sind in dieser Ausführungsform elastomere Festkörper, deren Steifigkeit durch Anlegen einer elektrischen Spannung veränderbar ist. Wesentlich ist, dass mehrere solcher aktivierbaren Elemente 22, 23, 24 in unterschiedlichen Abständen und auch in unterschiedlichen Abmessungen innerhalb des Querträgers 2 im Abstand zueinander angeordnet sein können. Grundsätzlich kann auch der gesamte Querträger 2 oder zumindest ein Großteil des Querträgers 2 mit einem einzigen durchgehenden aktivierbaren Element 25 versehen sein, wie es in 8 dargestellt ist.

Die Ausführungsform der 9 unterscheidet sich von der vorhergehenden dadurch, dass das aktivierbare Element nicht in den offenen Kanalbereich des Querträgers 2 eingeliedert ist, sondern außerhalb des Kanalbereichs. Hierbei ist eine Verbindungslasche 26 vorgesehen, die analog zu der Ausführungsform der 7 mehrfach an dem Querträger 2 befestigt sein kann. Die Verbindungslasche 26 übergreift die Längskanten 3, 4 des Querträgers 2 außenseitig, so dass diese quasi miteinander verklammert werden. Zwischen den abgekröpften Enden 27, 28 der Verbindungslasche 26 und den umgriffenen Bereichen der Längskanten 3, 4 ist ein aktivierbares Element 29 eingegliedert. In diesem Zusammenhang kommt ein Elastomer aktiv veränderbarer Steifigkeit zum Einsatz. Durch Anlegen einer Spannung können im Elastomer vorhandene Partikel polarisiert werden, wodurch sich das Steifigkeitsverhalten des Elastomers und damit das Torsionsverhalten des Querträgers 2 ändert.

Abwandlungen dieser Bauform werden in den 10 und 11 dargestellt. 10 zeigt eine Anordnung, bei der eine zweiteilige Verbindungslasche 30 zum Einsatz kommt. Die Verbindungslasche 30 umfasst einen Gabelteil 31, welcher der einen Längskante 4 des Querträgers 2 zugeordnet ist. Ein Laschenteil 32 greift mit seinem einen Ende in das maulförmig gestaltete Ende des Gabelteils 31 ein und umgreift mit seinem anderen Ende die Längskante 3 des Querträgers 2. Der Unterschied gegenüber der Ausführungsform der 9 besteht darin, dass die Verbindungslasche 30 in unmittelbarem Kontakt mit dem Querträger steht, wobei der Gabelteil 31 und der Laschenteil 32 über ein aktivierbares Element 33 miteinander verbunden sind. Das aktivierbare Element 33 ist in diesem Ausführungsbeispiel ein den Gabelteil 31 und das Laschenteil 32 quer durchsetzendes bolzenförmiges Element 33 aus einem aktivierbaren Elastomer. Je nach eingestellter Steifigkeit des aktivierbaren Elements 33 ist eine unterschiedliche Relativbewegung des Gabelteils 31 gegenüber dem Laschenteil 32 und damit eine davon abhängige Torsionssteifigkeit des Querträgers 2 möglich.

Die Ausführungsform der 11 zeigt eine Variante, bei welcher eine zweiteilige Verbindungslasche 34 zum Einsatz kommt. Die Laschenhälften 35, 36 der Verbindungslasche 34 umgreifen wiederum die Längskanten 3, 4 des Querträgers 2, wobei ihre sich überlappenden Enden über Querbolzen 37 miteinander gekoppelt sind. Dem Kanalbereich des Querträgers 2 zugewandt ist unterhalb der Querbolzen 37 ein aktivierbares Element 38 in Form eines Elastomers befestigt. Die Querbolzen 37 greifen in das aktivierbare Element 38 ein. Bei Aktivierung des aktivierbaren Elements 38 werden die Querbolzen 37 einschließlich der in der Bildebene oben liegenden Laschenhälfte 35 gegen die untere Laschenhälfte 36 gezogen, so dass durch die Klemmung eine Relativbewegung der Laschenhälften 35, 36 behindert wird. Wie auch im Ausführungsbeispiel der 10 dient das aktivierbare Element 38 als mechanische Kupplung.

1
Verbundlenkerachse
2
Querträger
3
Längskante v. 2
4
Längskante v. 2
5
Schenkel v. 2
6
Schenkel v. 2
7
aktivierbares Element
7a
aktivierbares Element
8
elektrorheologisches Fluid
9
Kammer
9a
Teilkammer v. 9
9b
Teilkammer v. 9
10
Stirnwand v. 9
11
Stirnwand v. 9
12
Deckenwand v. 9
13
Querschott in 9
14
Steuerleitung
14'
Steuerleitung
15
Steuereinheit
16
Leistungsverstärker
17
Filter
18
Leistungsverstärker
19
Recheneinheit
20
Speicher
21
Anschluss
22
aktivierbares Element
23
aktivierbares Element
24
aktivierbares Element
25
aktivierbares Element
26
Verbindungslasche
27
Ende v. 26
28
Ende v. 26
29
aktivierbares Element
30
Verbindungslasche
31
Gabelteil v. 30
32
Laschenteil v. 30
33
aktivierbares Element
34
Verbindungslasche
35
Laschenhälfte v. 34
36
Laschenhälfte v. 34
37
Querbolzen
38
aktivierbares Element
M
Torsionsmoment
A
Punkt an 3
A'
Punkt an 4
u
Vektor in A
u'
Vektor in A'
v
Vektor in A
v'
Vektor A'


Anspruch[de]
Verbundlenkerachse mit einem einen rinnenförmigen Querschnitt aufweisenden Querträger (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Biege- und Torsionssteifigkeit des Querträgers (2) in Abhängigkeit von der jeweiligen Fahrsituation aktiv einstellbar ist, wobei in den offenen Kanalbereich des Querträgers (2) mindestens partiell ein aktivierbares Element (7, 7a, 2225) eingegliedert ist, wobei das aktivierbare Element (7, 7a) entweder durch ein elektrorheologisches Fluid (8) gebildet ist, das sich in einer an den Innenquerschnitt des Querträgers (2) angepassten Kammer (9) befindet, oder durch einen elektrorheologischen Festkörper gebildet ist. Verbundlenkerachse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer (9) durch wenigstens ein Querschott (13) unterteilt ist. Verbundlenkerachse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das aktivierbare Element (7, 7a) in Form eines elektrorheologischen Fluids in einer Wände aus einem Elastomer aufweisenden Kammer (9) vorgesehen ist. Verbundlenkerachse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnwände und die Deckenwand der Kammer (9) durch starre Platten verstärkt sind. Verbundlenkerachse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die starren Platten Metallplatten (10, 11, 12) sind, die auf die Stirnwände und die Deckenwand der Kammer (9) aufvulkanisiert sind. Verbundlenkerachse mit einem einen rinnenförmigen Querschnitt aufweisenden Querträger (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Biege- und Torsionssteifigkeit des Querträgers (2) in Abhängigkeit von der jeweiligen Fahrsituation aktiv einstellbar ist, wobei die im Abstand zueinander verlaufenden Längskantenbereiche des Querträgers (2) zumindest abschnittsweise über Verbindungslaschen (26, 30, 34) miteinander gekoppelt sind, wobei die Kopplung unter Eingliederung eines aktivierbaren Elements (29, 33, 38) erfolgt. Verbundlenkerachse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass beide Längskantenbereiche durch mindestens eine U-förmige Verbindungslasche (26) übergriffen und zwischen den Längskantenbereichen sowie den Enden der Verbindungslasche (26) aktivierbare Elemente (29) eingegliedert sind. Verbundlenkerachse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungslasche (30, 34) zweiteilig aufgebaut ist, wobei jeweils ein Teil (31, 32; 35, 36) der Verbindungslasche (30, 34) mit den Längskantenbereichen des Querträgers (2) verbunden ist und die einander zugewandte Enden der Teile (31, 32; 35, 36) unter Eingliederung eines aktivierbaren Elements (33, 38) miteinander koppelbar sind. Verbundlenkerachse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das aktivierbare Element (7, 7a, 2225, 29, 33, 38) unter den Einfluss einer durch die jeweilige Fahrsituation sensibilisierbaren Steuereinheit (15) gestellt ist.






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