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Dokumentenidentifikation DE102005020751B3 22.02.2007
Titel Verfahren zur Herstellung eines Bandlappens und Bandlappen
Anmelder Dr. Hahn GmbH & Co. KG, 41189 Mönchengladbach, DE
Erfinder Steinfeld, Ingo, 40764 Langenfeld, DE
Vertreter Kluin, J., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 40597 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 02.05.2005
DE-Aktenzeichen 102005020751
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.02.2007
IPC-Hauptklasse B21D 53/40(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23P 13/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E05D 5/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Verfahren zur Herstellung eines Bandlappens (13), der ein Scharnierteil (14) und ein Befestigungsteil (15) aufweist, bei dem das Scharnierteil (14) aus einem Flachmaterial geformt wird, derart, dass zwei Ränder (5 a, 5 b) des Flachmaterials nach dem Formen in einen Verbindungsbereich (16) einander zugewandt sind, und dass das Befestigungsteil (15) in dem Verbindungsbereich stoffschlüssig mit dem Scharnierteil (14) verbunden wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bandlappens, der ein Scharnierteil und ein Befestigungsteil aufweist, sowie einen Bandlappen, der insbesondere nach diesem Verfahren hergestellt ist.

Derartige Bandlappen dienen zur scharniergelenkigen Befestigung eines Flügels, beispielsweise eines Tür- oder Fensterflügels, an einem Rahmen. Die Bänder weisen hierzu mindestens zwei Bandlappen auf, wobei einer der Bandlappen mit seinem Befestigungsteil an dem Flügel, der andere Bandlappen mit seinem Befestigungsteil an dem Rahmen angebracht ist. Die beiden Bandlappen sind über einen Bandbolzen, der in die Scharnierteile der Bandlappen eingreift, um eine durch den Bandbolzen definierte Scharnierachse schwenkbeweglich miteinander verbunden.

Derartige Bandlappen sind in vielfachen Ausführungsformen bekannt. Sie umfassen beispielsweise aus Strang gepressten Profilen bestehende Grundkörper, die sowohl das Scharnierteil als auch das Befestigungsteil umfassen.

Nachteilig ist, dass die Herstellung der benötigten Strangpressprofile aufwendig und damit kostenintensiv ist.

Aus der DE 27 35 424 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Bandlappens bekannt, der ein Scharnierteil und ein Befestigungsteil aufweist, wobei das Scharnierteil aus einem Flachmaterial geformt wird. Hierzu wird ein Abschnitt des Flachmaterials auf einem Teil seiner Länge zunächst auf einen Teil seiner Materialstärke durch Kaltprägen verjüngt. Anschließend wird der verjüngte Bereich zu dem Scharnierteil eingerollt und das freie Ende mit dem Befestigungsteil verschweißt. Nachteilig ist bei diesem Verfahren, dass durch das Kaltprägen die mechanischen Eigenschaften des Flachmaterials negativ beeinflusst werden können und das Scharnierteil durch die reduzierte Materialstärke geschwächt ist.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren bereitzustellen, mittels welchem die vorgenannten Nachteile verbessert werden und Bandlappen kostengünstiger herstellbar sind. Ferner bezieht sich die Erfindung auf einen besonders kostengünstig hergestellten Bandlappen.

Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Scharnierteil aus einem Flachmaterial derart geformt, dass zwei Ränder des Flachmaterials nach dem Formen in einen Verbindungsbereich einander zugewandt sind. Das Formen des Scharnierteils kann einen oder mehrere Walzvorgänge und/oder einen oder mehrere Ziehvorgänge umfassen.

Nach dem Formen des Scharnierteils wird das Befestigungsteil in dem Verbindungsbereich stoffschlüssig, beispielsweise durch Verschweißen oder durch Verkleben, mit dem Scharnierteil verbunden.

Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich somit durch wenige und technisch einfach zu vollziehende Verfahrensschritte aus, so dass es besonders kostengünstig durchführbar ist.

Das Scharnierteil wird vorzugsweise so aus dem Flachmaterial geformt, dass nach dem Formen ein rohrförmiges Bauteil entstanden ist. Durch diese Maßnahme kann ein Bandbolzen ggfs. zusammen mit gesonderten Lagerbuchsen, in denen sich der Bandbolzen um die Scharnierachse drehen kann, in das Scharnierteil eingeführt werden.

Diese Lagerbuchsen können eine besonders einfach herzustellende äußere Form mit einem kreisrunden Querschnitt aufweisen, wenn das Flachmaterial in ein rohrförmiges Bauteil mit einem kreisrunden Innenquerschnitt geformt wird, wodurch die Kosten für nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Bandlappen nochmals reduziert werden.

Die stoffschlüssige Verbindung zwischen dem Befestigungsteil und dem Scharnierteil in dem Verbindungsbereich kann in beliebiger Weise erfolgen. So ist es beispielsweise möglich, das Scharnierteil aus dem Flachmaterial so zu formen, dass die beiden Ränder des Flachmaterials nach dem Formen aneinander anliegen, so dass nach dem Formen bereits ein vollständig geschlossenes Rohr vorliegt. Das Befestigungsteil würde dann im Verbindungsbereich von außen auf das Scharnierteil aufgesetzt oder zumindest in dessen Nähe gebracht, so dass zusammen mit der Herstellung der stoffschlüssigen Verbindung zwischen Befestigungsteil und Scharnierteil auch eine stoffschlüssige Verbindung bewirkt wird, die die beiden Ränder zueinander fixiert. Handelt es sich bei dem Befestigungsteil und dem Scharnierteil um miteinander verschweißbare Materialien, so kann die stoffschlüssige Verbindung beispielsweise dadurch erzeugt werden, dass Schweißnähte beidseitig vom Befestigungsteil angebracht werden, die eine stoffschlüssige Verbindung zwischen dem Befestigungsteil und dem Scharnierteil bewirken.

Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei der das Scharnierteil derart geformt wird, dass die Ränder in dem Verbindungsbereich zwischen sich einen Schlitz bilden. Die Breite des Schlitzes wird vorzugsweise an die Dicke des Befestigungsteils angepasst, so dass das Befestigungsteil in den Schlitz eingeführt werden kann. Die stoffschlüssige Verbindung kann dann wiederum für den Fall, dass die für das Scharnierteil und das Befestigungsteil verwendeten Materialien miteinander verschweißbar sind, durch das Anbringen von Schweißnähten beidseitig des Befestigungsteils erfolgen. Da das Befestigungsteil bei dieser Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens nach dem Einführen in den Schlitz bereits zwischen den einander zugewandten Rändern des Scharnierteils positioniert ist, wird zuverlässig verhindert, dass die Schweißnähte zusammen mit dem Befestigungsteil seitlich aus der gewünschten Befestigungsrichtung heraus verlaufen, ohne dass es hierzu besonderer, das Herstellungsverfahren aufwendiger gestaltender Führungsmaßnahmen bedarf.

Das Befestigungsteil kann – wie besonders bevorzugt – vor der Bewirkung der stoffschlüssigen Verbindung mit dem Scharnierteil profiliert werden. Hierdurch ist es möglich, den erfindungsgemäß hergestellten Bandlappen bereits während der Herstellung an bestimmte Flügel- und Rahmenverhältnisse anzupassen. Die Profilierung des Befestigungsteils vor der Herstellung der stoffschlüssigen Verbindung mit dem Scharnierteil ist deshalb besonders bevorzugt, da sie mit einfacheren Mitteln und damit kostengünstiger bewirkt werden kann, bevor die Verbindung hergestellt wird.

Besonders bevorzugt ist eine Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei der das Formen des Scharnierteils und die Herstellung der stoffschlüssigen Verbindung von Scharnierteil und Befestigungsteil kontinuierlich erfolgt. Auf diese Weise ist es möglich, das erfindungsgemäße Verfahren mit hoher Geschwindigkeit durchzuführen und die Herstellungskosten für einen mit Hilfe dieses Verfahrens hergestellten Bandlappen weiter zu senken.

Nach der Herstellung der stoffschlüssigen Verbindung können dann Abschnitte einer vorbestimmten Länge abgetrennt werden. Bei diesen Abschnitten kann es sich um sog. „Meterware" handeln, von denen dann in einem späteren Verfahrensschritt Bandlappen einer gewünschten Länge abgetrennt werden. Die Länge der Abschnitte kann jedoch auch sogleich der gewünschten Länge der Bandlappen entsprechen.

Der erfindungsgemäße Bandlappen eines Bandes zur scharniergelenkigen Befestigung eines Flügels an einem Rahmen, der ein Scharnierteil und ein Befestigungsteil umfasst, zeichnet sich dementsprechend dadurch aus, dass das Scharnierteil die Form eines längs geschlitzten Rohres aufweist und das Befestigungsteil im Bereich des Schlitzes stoffschlüssig mit dem Scharnierteil verbunden ist, wobei das Befestigungsteil vorzugsweise in den Schlitz hineinragt und stoffschlüssig mit den Rändern des Schlitzes verbunden ist.

In der Zeichnung sind – schematisch – Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie ein erfindungsgemäßer Bandlappen dargestellt.

Es zeigen:

1 eine erste Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens;

2 eine zweite Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens;

3 Ausschnitt III in 1 in vergrößerter Darstellung sowie

4 einen erfindungsgemäßen Bandlappen in einer perspektivischen Darstellung.

Bei dem in 1 schematisch dargestellten Verfahren wird ein Flachmaterial 1 kontinuierlich einer Mehrzahl von Umformwalzen 2 zugeführt, von denen in 1 nur ein Teil der tatsächlich vorhandenen dargestellt ist, um Details dieser Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens beschreiben zu können.

Die Umformwalzen 2 umfassen paarweise angeordnete Walzen 3 und 3', von denen die Walze 3 einen balligen und die Walze 3' einen konkaven Arbeitsumfang umfasst, und solche eine kreissegmentförmige Einschnürung aufweisende Walzen 4. Die Paare der Walzen 3 und 4 sind in dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel derart angeordnet, dass ihre Walzenachsen senkrecht verlaufen, so dass das in Richtung des Pfeiles P1 zugeführte Flachmaterial 1 zu einem Rohr 6 umgeformt wird, welches einen Längsschlitz 5 umfasst, der von den Rändern 5a, 5b des Flachmaterials 1 seitlich begrenzt ist und einen Verbindungsbereich 16 bildet.

Von in der Zeichnung nicht dargestellten Mitteln geeigneter Bauart wird dem vorlaufenden Rohr 6 ein vorprofiliertes Flachmaterial 7 zugeführt, derart, dass das Flachmaterial 7 mit einem Längsbereich 8 in den Längsschlitz 5 hineinragt.

Mittels beidseitig des Längsschlitzes 5 angeordneter Schweißeinrichtungen 9, beispielsweise von Schweißelektroden, wird beidseitig des Flachmaterials 7 eine stoffschlüssige Verbindung 10 hergestellt, von der in der Zeichnung nur die dem Betrachter zugewandte angedeutet ist.

Bei der in 2 schematisch dargestellten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Formen des Rohres 6 mit dem Längsschlitz 5 dadurch, dass das Flachmaterial 1 durch eine Mehrzahl von Matrizen 11 gezogen und/oder gedrückt wird, die in 2 schematisch im Schnitt dargestellt sind. Da weitere Unterschiede zu dem im 1 dargestellten Verfahren nicht bestehen, soll ansonsten auf die diesbezüglichen, vorstehenden Ausführungen verwiesen werden.

Wie insbesondere aus 3 erkennbar ist, erfolgt bei beiden Verfahren die Zufuhr des profilierten Flachmaterials 7 in Richtung des Pfeiles P2 mit einer der Zufuhr des Flachmaterials 1 in Richtung des Pfeiles P1 entsprechenden Geschwindigkeit derart, dass der in den Längsschlitz 5 hineinragende Längsbereich 8 des Flachmaterials 7 nicht in den Innenquerschnitt 12 des Rohres 6 hineinragt.

Wie anhand von 4 sinnfällig wird, können aus dem nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Bauteil Abschnitte abgelängt werden, die als Bandlappen 13 Verwendung finden können. Dabei bildet der Abschnitt des Rohres 6 das Scharnierteil 14 und der Abschnitt des vorprofilierten Flachmaterials 7 das Befestigungsteil 15 des Bandlappens 13.

1
Flachmaterial
2
Umformwalzen
3
ballige Walzen
4
Walzen mit Einschnürung
5
Längsschlitz
5a, 5b
Ränder
6
Rohr
7
Flachmaterial
8
Längsbereich
9
Schweißeinrichtungen
10
stoffschlüssige Verbindung
11
Matrizen
12
Innenquerschnitt
13
Bandlappen
14
Scharnierteil
15
Befestigungsteil
16
Verbindungsbereich
P1
Pfeil
P2
Pfeil


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines Bandlappens (13), der ein Scharnierteil (14) und ein Befestigungsteil (15) aufweist,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Scharnierteil (14) aus einem Flachmaterial (1) geformt wird, derart, dass zwei Ränder (5a, 5b) des Flachmaterials (1) nach dem Formen in einem Verbindungsbereich (16) einander zugewandt sind, und

dass das Befestigungsteil (15) in dem Verbindungsbereich (16) stoffschlüssig mit dem Scharnierteil (14) verbunden wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung des Scharnierteils aus dem Flachmaterial (1) ein rohrförmiges Bauteil (6) geformt wird. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Flachmaterial zu einem rohrförmigen Bauteil mit einem kreisrunden Innenquerschnitt geformt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnierteil (14) derart geformt wird, dass die Ränder (5a, 5b) in den Verbindungsbereich (16) zwischen sich einen Längsschlitz (5) bilden. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsteil (15) in den Längsschlitz (5) eingeführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsteil (15) vor der Verbindung mit dem Scharnierteil (14) profiliert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die stoffschlüssige Verbindung (10) durch Verschweißen hergestellt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Formen des Scharnierteils (14) mindestens einen Walzvorgang umfasst. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Formen mindestens einen Ziehvorgang umfasst. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Formen des Scharnierteils (14) und die stoffschlüssige Verbindung von Scharnierteil (14) und Befestigungsteil (15) kontinuierlich erfolgen. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Herstellung der stoffschlüssigen Verbindung (10) Abschnitte einer vorbestimmten Länge abgetrennt werden. Bandlappen (13) eines Bandes zur scharniergelenkigen Verbindung eines Flügels an einem Rahmen,

mit einem Scharnierteil (14) und mit einem Befestigungsteil (15),

dadurch gekennzeichnet,

dass das Scharnierteil (14) die Form eines längs geschlitzten Rohres (6) aufweist, und das Befestigungsteil (15) im Bereich des Schlitzes (5) stoffschlüssig mit dem Rohr (6) verbunden ist.






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