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Dokumentenidentifikation DE102005035234B3 22.02.2007
Titel Als Teleskopanordnung ausgestalteter Fahrzeugausleger
Anmelder Theodor Klaas GmbH & Co KG, 59387 Ascheberg, DE
Erfinder Klaas, Ludger, 59387 Ascheberg, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Anmeldedatum 25.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005035234
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 22.02.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.02.2007
IPC-Hauptklasse B66C 23/687(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B66B 9/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E06C 5/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Fahrzeugausleger, welcher als Teleskopanordnung ausgestaltet ist, der mehrere Teleskopelemente aufweist, die in Form eines Grundelementes sowie mehrerer Teleskopschüsse ausgestaltet sind, wobei die Teleskopschüsse relativ zum Grundelement sowie relativ zueinander längsbeweglich sind, und die eine Winde aufweist, sowie mehrere Seile aufweist, welche als Ausschubseil von der Winde zum Grundelement, sowie als Einzugseil von der Winde zu einem Teleskopschuss, an welchem es festgelegt ist, sowie vom Grundelement zu einem Teleskopschuss, und von einem zu einem anderen Teleskopschuss verlaufen, schlägt die Erfindung vor, dass das Ausschubseil von der Winde zum Grundelement verläuft, dort umgelenkt und zum ersten, dem Grundelement benachbarten Teleskopschuss geführt ist, dort wieder umgelenkt und zum Grundelement geführt ist, an welchem es festgelegt ist, und dass das Einzugseil von der Winde zu dem zweiten, zum Grundelement übernächsten Teleskopschuss geführt ist, an welchem es festgelegt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugausleger in Form einer Teleskopanordnung, insbesondere einen Dachdeckerkran, bei dem ein Transportschlitten entlang der Teleskopanordnung verfahrbar ist, oder einen Hubsteiger, dessen Personengondel am Ende des teleskopierbaren Auslegers angeordnet ist, oder eine Leiter, insbesondere Rettungsleiter, die als Ausleger auf einem Fahrzeug angeordnet ist, wobei in den vorgenannten Anwendungsfällen die jeweiligen Teleskopanordnungen stets horizontal und vertikal schwenkbar angeordnet sind sowie entlang ihrer Längsachse teleskopierbar ausgestaltet sind.

Die Teleskopierbarkeit der Ausleger erfolgt üblicherweise mittels Seilen und einer Winde.

Aus der DE-OS 2 040 938 ist ein teleskopischer Kranausleger bekannt, der gattungsgemäß ausgestaltet ist. Ausschub- und Einzugseile sind auf verschiedenen Winden mit unterschiedlichen Durchmessern geführt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Fahrzeugausleger dahingehend zu verbessern, dass dieser möglichst preisgünstig, mit möglichst geringem konstruktiven Aufwand, möglichst wenig Bauteilen und möglichst preisgünstigen Bauteilen herstellbar ist.

Diese Aufgabe wird durch einen Fahrzeugausleger mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung schlägt mit anderen Worten vor, die Verseilung derart vorzunehmen, dass das Einzugseil nicht an den dem Grundelement nächst benachbarten ersten Teleskopschuss angreift, sondern am zweiten Teleskopschuss, und dass das Ausschubseil nicht nur am Grundelement, sondern auch am ersten Teleskopschuss umgelenkt ist und von der Umlenkung am ersten Teleskopschuss zum Grundelement zurückgeführt und dort befestigt ist. Überraschend ergibt sich, dass auch bei einer derartigen Seilführung Einzug- und Ausschubseil synchron geführt werden, so dass problemlos diese beiden Seile auf derselben Winde geführt werden können. Dabei ergibt sich überraschend, dass in Art eines Flaschenzugs die zu übertragenden Kräfte verringert werden. So kann eine einzige Winde verwendet und mit einer deutlich verringerten Zugkraft ausgestaltet sein, und die Seile benötigen einen geringeren Querschnitt. Auf diese Weise können Kosten sowohl bei der Winde als auch bei den Seilen gespart werden. Zudem ergibt sich hierdurch ein verringerter Windendurchmesser sowohl aufgrund des kleineren Antriebsmotors als auch aufgrund der geringeren auf der Winde laufenden Seildurchmesser, so dass die Einbaumöglichkeit der Winde vereinfacht wird und dem Konstrukteur größere Freiheiten ermöglicht werden, diese Winde unterzubringen bzw. den gesamten Ausleger mitsamt der Winde auf einem Fahrzeug zu platzieren. Zudem ist hierduch sichergestellt, dass die Teleskopelemente des Fahrzeugauslegers hierdurch stets gegeneinander verspannt und dementsprechend gesichert sind. Es ist somit auch ohne zusätzliche Seile möglich, die Teleskopschüsse wahlweise auch ins Negative ausfahren zu können, also z. B. eine Rettungsleiter eines Feuerwehrfahrzeugs von einer Brücke aus, auf welcher sich das Feuerwehrfahrzeug befindet, nach unten hin auszufahren.

Weiterhin werden ein Seil sowie die hierzu erforderlichen Befestigungsmittel eingespart, so dass einerseits Kosten gespart und andererseits die Montage des Auslegers vereinfacht wird.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der rein schematischen Darstellungen nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt

1 eine rein schematische Darstellung eines Fahrzeugauslegers mit einer vorschlagsgemäßen Seilführung und

2 eine vergleichbare schematische Darstellung eines Fahrzeugauslegers, allerdings mit einer herkömmlichen Seilführung nach dem Stand der Technik.

In 1 ist mit 1 insgesamt schematisch ein Fahrzeugausleger angedeutet, der beispielsweise auf einem selbst fahrenden Fahrzeug oder auf einem fahrbaren Anhänger montiert sein kann. Dieser Fahrzeugausleger 1 kann beispielsweise als Ausleger eines Dachdeckerschrägaufzugs ausgestaltet sein, an welchem entlang ein Transportschlitten verfahrbar ist. Bei dem Fahrzeugausleger 1 kann es sich alternativ auch um den Ausleger eines Dachdeckerkrans handeln, an dem entlang das Halteseil eines Haltemittels, wie beispielsweise einer Dachziegelzange eines Kranhakens oder dergleichen verläuft. Bei dem Fahrzeugausleger 1 kann es sich allerdings auch um den Ausleger eines Hubsteigers handeln, an dessen Ende eine Personengondel befestigt ist, oder der Fahrzeugausleger 1 kann als Leiter mit mehreren teleskopierbaren Leiterabschnitten ausgestaltet sein.

In sämtlichen Fällen weist der Fahrzeugausleger 1 ein Grundelement 2 auf, welches am Fahrzeug horizontal und vertikal schwenkbar gelagert ist. Gemeinsam mit dem Grundelement 2 ist eine Winde 3 beweglich auf dem Fahrzeug befestigt, wobei von der Winde 3 zwei Seile ablaufen, so dass bei einer Drehung der Winde 3 diese beiden Seile gleichzeitig einerseits auf- und andererseits abgewickelt werden: Es handelt sich dabei um ein Ausschubseil 4, welches von der Winde 3 zu dem der Winde 3 gegenüberliegenden so genannten „vorderen" Ende des Grundelementes 2 verläuft und dort an einem vorderen Umlenkpunkt 5 umgelenkt ist. Das Ausschubseil 4 verläuft von diesem vorderen Umlenkpunkt 5 zu dem nächst benachbarten Teleskopelement. Es handelt sich dabei um das erste gegenüber dem Grundelement 2 bewegliche Teleskopelement, welches als so genannter erster Teleskopschuss 6 bezeichnet ist. Das Ausschubseil 4 verläuft zu einem hinteren Umlenkpunkt 7 an diesem ersten Teleskopschuss 6 und von dort zurück zum Grundelement 2, wo das Ausschubseil 4 vergleichsweise weit vorn, also nahe dem vorderen Umlenkpunkt 5, an einer Befestigungsstelle 8 festgelegt ist.

Wenn das Ausschubseil 4 auf die Winde 3 aufgewickelt wird, zieht sich der erste Teleskopschuss 6 mit seinem hinteren Ende bzw. hinteren Umlenkpunkt 7 in Richtung zum vorderen Ende des Grundelementes 2 bis der hintere Umlenkpunkt 7 der Befestigungsstelle 8 am Grundelement 2 nahe benachbart ist.

Gleichzeitig werden ein zweiter Teleskopschuss 9 und ein dritter Teleskopschuss 10 in ähnlicher Weise ausgeschoben, wobei hierzu in grundsätzlich bekannter Weise Verbindungsseile 11 vorgesehen sind.

Bei der Aufwickelbewegung des Ausschubseiles 4, welches zu einer Verlängerung des Fahrzeugauslegers 1 führt, wird gleichzeitig von derselben Winde 3 ein Einzugseil 12 abgewickelt, welches von der Winde 3 zum zweiten Teleskopschuss 9 verläuft und an dessen hinterem Ende bei einer Befestigungsstelle 8 festgelegt ist.

2 zeigt im Vergleich zu der Seilführung der 1 die Seilführung bei einem grundsätzlich vergleichbaren Fahrzeugausleger 1 mit einem Grundelement 2 und drei Teleskopschüssen 6, 9 und 10. Das Ausschubseil 4 verläuft von der Winde 3 über einen vorderen Umlenkpunkt 5, also insofern bislang vergleichbar mit dem Ausführungsbeispiel der 1, zum hinteren Bereich des ersten Teleskopschusses 6. Dort ist bei dieser herkömmlichen Seilführung gemäß 2 das Ausschubseil 4 allerdings an einer Befestigungsstelle 8 festgelegt.

Unweit dieser Befestigungsstelle 8 befindet sich auch eine Befestigungsstelle 8 für das Einzugseil 12, welches bei dieser herkömmlichen Seilführung der 2 von der Winde 3 zum hinteren Bereich des ersten Teleskopschusses 6 verläuft und nicht etwa, wie beim Ausführungsbeispiel gemäß 1, zum zweiten Teleskopschuss 9.

Dadurch, dass bei der herkömmlichen Seilführung gemäß 2 die beiden Ausschub- und Einzugseile 4 und 12 zu demselben Teleskopschuss, nämlich zum ersten Teleskopschuss 6, geführt und dort an Befestigungsstellen 8 festgelegt sind, ergibt sich zwangsläufig die gleiche Seillänge beim Aufwickeln wie Abwickeln, so dass beide Seile 4 und 12 problemlos auf derselben Winde 3 geführt werden können.

Bei der herkömmlichen Seilführung gemäß 2 werden insgesamt vier Verbindungsseile 11 benötigt im Gegensatz zu den drei Verbindungsseilen 11 der 1, so dass bei der herkömmlichen Seilführung gemäß 2 auch dementsprechend zwei Befestigungsstellen 8 mehr erforderlich sind als bei der vorschlagsgemäßen Ausgestaltung der Seilführung von 1.

Bei den beiden Darstellungen der 1 und 2 ist jeweils aus Übersichtlichkeitsgründen lediglich eine Verseilung dargestellt, wobei die dargestellte Winde 3 tatsächlich als Doppelwindung ausgestaltet ist und auf der in den Zeichnungen jeweils links dargestellten Hälfte dieser Doppelwinde eine weitere Verseilung vorgesehen ist. Die Seilführung dieser zweiten Verseilung entspricht in ihrem Verlauf dem der ersten, dargestellten Verseilung und die zweite Verseilung ist lediglich aus Sicherheitsgründen vorgesehen.


Anspruch[de]
Fahrzeugausleger (1), welcher als Teleskopanordnung ausgestaltet ist,

• mehrere Teleskopelemente aufweist,

– die in Form eines Grundelementes (2) sowie mehrerer Teleskopschüsse (6, 9, 10) ausgestaltet sind,

– wobei die Teleskopschüsse (6, 9, 10) relativ zum Grundelement (2) sowie relativ zueinander längsbeweglich sind,

• eine Winde (3) aufweist,

• sowie mehrere Seile aufweist, von denen jeweils eines

– als Ausschubseil (4) von der Winde (3) zum Grundelement (2) verläuft,

wobei das Ausschubseil (4) von der Winde (3) zum Grundelement (2) verläuft, dort umgelenkt und zum ersten, dem Grundelement (2) benachbarten Teleskopschuss (6) geführt ist, dort wieder umgelenkt und zum Grundelement (2) geführt ist, an welchem es festgelegt ist,

– als Einzugseil (12) von derselben Winde (3) zu einem Teleskopschuss (9) verläuft, an welchem es festgelegt ist,

– vom Grundelement (2) zu einem Teleskopschuss (9) verläuft,

dadurch gekennzeichnet,

• dass ein Seil (11) von einem Teleskopschuss (6) zu einem anderen Teleskopschuss (10) verläuft, und

• das Einzugseil (12) von derselben Winde (3) zu dem zweiten, zum Grundelement (2) übernächsten Teleskopschuss (9) geführt ist, an welchem es festgelegt ist.
Fahrzeugausleger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verseilung redundant ausgestaltet ist, mit jeweils zwei Winden (3) und zwei parallel geführten Seilen, wobei jeweils ein Ausschub- und ein Einzugseil (4, 12) Seil von jeder Winde (3) abläuft. Schrägaufzug, mit einem horizontal und vertikal schwenkbarer Ausleger und einem längs auf dem Ausleger verfahrbaren Transportschlitten, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger als Fahrzeugausleger (1) nach Anspruch 1 oder 2 ausgestaltet ist. Dachdeckerkran, mit einem horizontal und vertikal schwenkbarer Ausleger und einer daran befestigten Hubeinrichtung – wie einem Kranhaken, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger als Fahrzeugausleger (1) nach Anspruch 1 oder 2 ausgestaltet ist. Hubsteiger, mit einem horizontal und vertikal schwenkbarer Ausleger und einer daran befestigten Personengondel, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger als Fahrzeugausleger (1) nach Anspruch 1 oder 2 ausgestaltet ist. Leiter, insbesondere Rettungsleiter, die als horizontal und vertikal schwenkbarer Ausleger auf einem Fahrzeug angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger als Fahrzeugausleger (1) nach Anspruch 1 oder 2 ausgestaltet ist.






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