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Dokumentenidentifikation DE102004023760B4 01.03.2007
Titel Erntemaschine zum Aufnehmen von landwirtschaftlichem Erntegut
Anmelder Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH, 48480 Spelle, DE
Erfinder Krone, Bernard, Dr.-Ing.e.h., 48480 Spelle, DE;
Bassen, Alois van, 49832 Freren, DE
DE-Anmeldedatum 11.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004023760
Offenlegungstag 15.12.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.2007
IPC-Hauptklasse A01F 15/10(2006.01)A, F, I, 20060925, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A01D 90/04(2006.01)A, L, I, 20060925, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Erntemaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Eine gattungsgemäße Erntemaschine ist der vorgenannten Art beispielsweise aus der EP 0 074 533 A1 bekannt, in der ein Ladewagen für Halmgut offenbart ist. Der dort vorgesehene Förderkanalboden mit den zum Teil darin befindlichen Messern ist mittels eines Hebelgestänges absenkbar. Durch die Absenkung des in Fahrtrichtung hinteren Teils des Förderkanalbodens wird der Förderkanal selbst vergrößert, so dass etwa festsitzendes Material leichter weitertransportiert werden kann. Nachteilig ist hierbei, dass das im Bereich des vorderen Teils des Förderkanals angesammelte Material aufgrund der dort nicht auftretenden Größenänderung des Förderkanals häufig nicht wirksam entfernt werden kann.

Die DE 199 28 521 A1 offenbart ein Erntefahrzeug in Form einer Aufsammelballenpresse zur Herstellung von quaderförmigen Erntegutballen. Dieses Erntefahrzeug ist in seinem vorderen Bereich mit einem Förderrotor und einer nachgeordneten Zuführeinrichtung zur Förderung des Erntegutes in den Presskanal versehen. Unterhalb des Förderrotors befindet sich ein einteiliger Förderkanalboden, während die Zuführeinrichtung durch einen Zuführkanalboden nach unten begrenzt ist. Der Förderkanalboden und der Zuführkanalboden können gemeinsam aus ihrer Arbeits- und Betriebsstellung abgesenkt werden, um etwaige Verstopfungen im Übergangsbereich vom Förderrotor auf die Zuführeinrichtung zu beseitigen. Aufgrund der einteiligen Ausbildung des Förderkanalbodens kann jedoch im vorderen Bereich des Förderkanalbodens keine Erweiterung des Durchgangsquerschnittes herbeigeführt werden, so dass hier eine Beseitigung von Verstopfungen nur erschwert möglich ist.

Aus der DE 69 09 018 U ist eine Fördervorrichtung für landwirtschaftliche Transportfahrzeuge bekannt geworden, bei der das dem Förderaggregat vorgeordnete Aufnahmeaggregat aus einer bodennahen Arbeitsstellung in eine erhöhte Transportstellung ausgehoben werden kann, wobei das mehrteilig ausgebildete Kanalblech zusammengeklappt wird. Eine Erweiterung des Durchgangsquerschnittes des Förderkanals zum Zwecke der Beseitigung von Verstopfungen ist hier jedoch nicht vorgesehen.

Die DE 19 74 948 U zeigt und beschreibt einen Selbstladewagen, bei dem unterhalb von einen Förderrotor eine Aufnehmertrommel angeordnet ist, wobei durch eine zweiteilig ausgeführte Wand der Förder- und Presskanal gebildet ist. Der obere Teil dieser Wand ist schwenkbar mit dem Fahrzeugrahmen verbunden, damit beim Ausheben der Aufnehmertrommel in die Transportstellung dieser obere Teil selbsttätig nach hinten schwenken kann und somit eine Behinderung des Aushebens damit vermieden ist. Maßnahmen zur Beseitigung von Verstopfungen dagegen werden hier nicht vorgeschlagen.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Erntemaschine zu schaffen, bei der etwaige Verstopfungen und/oder Erntegutstauungen wirksam zu entfernen sind.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Erntemaschine mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, bei der der Förderkanalboden zumindest zweigeteilt ist, die einzelnen Teile des Förderkanalbodens um eigene Schwenkachsen verschwenkbar sind, sich die Förderkanalbodenteile zumindest teilweise überlappen und das Förderkanalbodenteil durch Verschwenkung des Erntegutaufnehmers relativ zum Förderkanalbodenteil verlagerbar ist. Muss der Förderkanalboden abgesenkt oder geöffnet werden, um Verstopfungen zu entfernen, kann dieses erfindungsgemäß variabler und wirkungsvoller erfolgen als dieses bislang im Stand der Technik möglich war. So können leichtere Verstopfungen z. B. bereits nur durch Anheben des Erntegutaufnehmers beseitigt werden, ohne daß der Förderkanalboden als Ganzes abgesenkt werden muss.

Die einzelnen Teile des Förderkanalbodens sind um eigene Schwenkachsen verschwenkbar ausgebildet, so daß mit den schwenkbaren Teilen relativ zum bisherigen Förderkanalboden größere Winkel bestrichen werden können, was wiederum für einen besseren Erntegutfluss sorgt.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Zeichnung sowie der nachfolgenden Beschreibung. In der Zeichnung zeigt:

1 Einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Erntemaschine,

2 einen Längsschnitt durch die Aufnahmevorrichtung der Erntemaschine nach 1 in einer Betriebsstellung,

3 den Gegenstand nach 2 in einer Betriebsstellung mit erweitertem Förderkanal,

4 den Gegenstand nach 3 in einer weiteren Betriebsstellung mit erweitertem Förderkanal.

Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Erntemaschine 1 zum Aufnehmen von landwirtschaftlichem Erntegut weist eine Ballenformeinrichtung 2 auf, die in einer Wickelkammer 3 befindlich ist. Die Wickelkammer 3 besitzt eine Einlaßöffnung 4, durch die allgemein mit einer Aufnahmevorrichtung 6 aufgenommenes Erntegut wie beispielsweise He oder Stroh in die Wickelkammer 3 befördert werden kann. Eine Antriebsrolle 7 unterteilt die Ballenformeinrichtung 2 in einen dem Ballen zugewandtem Abschnitt 8 und einen dem Ballen abgewandten Abschnitt 9. Beidseits der Einlaßöffnung 4 angeordnete Walzen 11 begrenzen zusätzlich die Wickelkammer 3. Zu Beginn eines Ballenformvorgangs liegt der Abschnitt 8 der Ballenformeinrichtung 2 weiterhin an eine Startkammer ausbildenden Führungsvorrichtungen 12 an. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Führungsvorrichtungen 12 als Umlenkrollen ausgebildet. Es kann sich hierbei jedoch auch um eine oder mehrere Führungsflächen handeln.

Die Ballenformeinrichtung 2 wird mit Hilfe eines Kraftspeichers 13 des Speichers 14 unter Spannung gehalten. Dadurch liegen die zwischen der Antriebsrolle 7 und einer Umlenkrolle 16 befindlichen Teile des Abschnitts 8 zu Beginn des Erntegutballenformvorgangs annähernd parallel zu den Seitenkanten 17 der die Wickelkammer 3 begrenzenden Führungsseitenwände. Der Speicher 14 umfaßt im wesentlichen einen mit einer Umlenkrolle 18 versehenen Spannarm 19, an den der als Federelement ausgebildete Kraftspeicher 13 angreift. Füllt sich die Wickelkammer 3, so wird von dem Erntegut ein nach außen gerichteter Druck auf den Abschnitt 8 ausgeübt und das Federelement 13 wird gestaucht. Dabei ändert sich die zwischen den Umlenkrollen 21 befindliche Länge der Ballenformeinrichtung 2 und die Erntegutballenvergrößerung geht einher mit einer Vergrößerung der Wickelkammer 3.

Der Speicher 14 weist ein mit 22 bezeichnetes Stellmittel auf, welches ein Begrenzungselement 23 und ein Widerlager 24 als gehäusefeste Abstützung umfaßt.

In der in 1 dargestellten Wirkstellung des Stellmittels 22 greift eine Ausnehmung am unteren Ende des Begrenzungselements 23 in das Widerlager 24 ein. Hierdurch wird die weitere Freigabe von Länge der Ballenformeinrichtung 2 aus dem Speicher 14 verhindert, so daß es zur Ausbildung eines minimalen Erntegutballens kommt. Die vorher von dem Kraftspeicher 13, der hier ein Federelement ist, auf den Wickelboden 2 ausgeübte Spannung wirkt nun nur noch zusätzlich, da das Stellmittel die weitere Kontraktion des Kraftspeichers weitestgehend verhindert.

Bei einer geringfügig geänderten Position des Begrenzungselements 23, welches verschwenkbar bezüglich des Spannarms 19 ist, kann das Widerlager 24 in Eingriff mit einem weiter oben befindlichen Bereich des Begrenzungselements 23 gelangen. Entsprechend kann der Kraftspeicher 13 weiter kontraktieren und der Speicher 14 gibt mehr Wickelboden frei, so daß ein größerer Erntegutballen in der Wickelkammer 3 gebildet werden kann.

Nach der Aufnahme von Erntegut mittels eines nicht näher beschriebenen Erntegutaufnehmers 5 wird das aufgenommene Material durch den Förderkanal 26 in Richtung Einlaßöffnung 4 transportiert. Dieser Weitertransport wird durch die Förderzinken 27 des Förderaggregates bewirkt.

Bei eventuell in den Förderkanal 26 eingeschwenkten Messern 28 einer Schneideinrichtung wird dabei das Erntegut gleichzeitig geschnitten.

Da es insbesondere bei Einsatz vieler Schneidmesser 28 zu Verstopfungen im Förderkanal kommen kann, weist die erfindungsgemäße Erntemaschine 1 einen Förderkanalboden auf, der aus zwei jeweils um eigene Achsen 32, 33 schwenkbaren Förderkanalbodenteilen 29 und 31 besteht. Der Förderkanalbodenteil 29 ist hierbei um eine Achse 32 verschwenkbar, während die Messer 28 um eine Achse 32.1 verschwenkbar sind. Der Förderkanalbodenteil 31 besitzt eine Schwenkachse 33.

Ersichtlich überlagern sich die einzelnen Teile 29 und 31 des Förderkanalbodens. Damit ist eine gute Weiterführung des angesammelten Ernteguts gewährleistet, da kein Erntegut in zwischen den Förderkanalbodenteilen vorhandene Öffnungen fallen kann. Hierbei ist es auch von Vorteil, daß das Ende des Förderkanalbodenteils 31, das am der Schwenkachse 33 entgegengesetzten Ende befindlich ist, parallel zu Bereichen des Förderkanalbodenteils 29 verläuft.

Die Anstellung des Förderkanalbodenteils 29 gegen den Förderkanalbodenteil 31 mit einem Winkel, der im Bereich der Schwenkachse 32 zu einer Beabstandung des Förderkanalbodenteils 31 von dem Förderkanalbodenteil 29 führt, hat besondere Vorteile. Bei der Überführung des hinteren Förderkanalbodenteils 29 in die in 3 gezeigte Position, vergrößert sich nicht nur der Bereich zwischen den Förderzinken 27 bzw. deren Achse 34 und dem Förderkanalbodenteil 29, sondern aufgrund der vorherigen Anstellung vergrößert sich der Förderkanal 26 ebenfalls in dem Bereich des Förderkanalbodenteils 31.

Die Formgebung des Förderkanalbodenteils 31 sorgt in der Betriebsstellung in 2 für eine gute Ergreifung des Ernteguts durch die Förderzinken 27, da der Förderkanal 26 entsprechend verengt ist. Bei Absenkung des in Gutflußrichtung hinteren Förderkanalbodenteils 29 senkt sich auch der vordere Teil 31 und insgesamt wird somit mehr Platz im Förderkanal 26 freigegeben als im Stand der Technik. Verstopfungen können entsprechend besser beseitigt werden, da bei der erfindungsgemäßen Erntemaschine 1 der Förderkanal 26 durch den zumindest zweigeteilten Förderkanalboden in Gutflussrichtung nicht nur nach hinten erweiterbar ist, sondern insgesamt und insbesondere auch im Bereich der Schwenkachse 32 des hinteren Förderkanalbodenteils 29 im Querschnitt vergrößert wird.

Vorteilhafterweise weisen beide Förderkanalbodenteile 29, 31 sich überdeckende Ausnehmungen auf, durch die beispielsweise die Messer 28 der Schneidvorrichtung geführt werden können.

Die in 4 gezeigte Betriebsstellung ergibt sich aus der Verschwenkung des Erntegutaufnehmers 5 der Aufnahmevorrichtung 6 mit Hilfe eines Zylinders 36. Auch in diesem Fall wird der zwischen Förderkanalbodenteil 31 und der Rotorachse 34 befindliche Raum vergrößert, indem das der Schwenkachse 33 entgegengesetzte Ende des Förderkanalbodenteils 31 aus seiner in 2 gezeigten Position in Richtung der Schwenkachse 32 und über diese hinaus zum Ende 37 des Förderkanalbodenteil 29 verlagert wird. Da das Förderkanalbodenteil 29 im Bereich seiner Schwenkachse 32 nicht konzentrisch zur Achse 34 angeordnet ist, sondern sich in Richtung seines Endes 37 immer weiter von der Rotorachse 34 entfernt, entfernt sich somit auch das Förderkanalbodenteil 31 von der Rotorachse 34 und vergrößert den von Verstopfungen zu reinigenden Förderkanal 26.

Bei der in 4 gezeigten Betriebsstellung, die gleichzeitig der Transportstellung entspricht, ist es besonders vorteilhaft, daß durch das Anheben der Pick up bzw. des Erntegutaufnehmers 5, der Förderkanal 26 vergrößert wird, gleichzeitig aber kein Verlust von Erntegut auftritt, da der Förderkanal 26 insgesamt geschlossen bleibt. So können leichte Verstopfungen während des Betriebs durch ein kurzes Anheben der Pick up 5 möglicherweise bereits beseitigt werden, ohne daß dazu der Förderkanal mit seinen Bodenteilen die in 3 gezeigte Stellung gebracht werden muß, was auch mit Hilfe eines Stellmittels erfolgen kann, jedoch zu Verlust von Erntegut führt.


Anspruch[de]
Erntemaschine zum Aufnehmen von landwirtschaftlichem Erntegut mit einer Aufnahmevorrichtung (6), welche ein Förderaggregat mit einem Förderkanal (26) umfasst, durch den das Erntegut transportiert wird und dessen Querschnitt mittels eines absenkbaren Bodens in Förderrichtung erweiterbar ist, wobei der Förderkanalboden zumindest zweigeteilt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Teile (29, 31) des Förderkanalbodens um eigene Schwenkachsen (32, 33) verschwenkbar sind, dass sich die Förderkanalbodenteile (29, 31) zumindest teilweise überlappen und dass das Förderkanalbodenteil (31) durch Verschwenkung des Erntegutaufnehmers (5) relativ zum Förderkanalbodenteil (29) verlagerbar ist. Erntemaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die quer zur Längsrichtung der Erntemaschine (1) angeordneten Förderkanalbodenteile (29, 31) an zur Fahrtrichtung gesehen gleichen Längsseiten schwenkbeweglich gelagert sind. Erntemaschine (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Teile (29, 31) des Förderkanalbodens zumindest teilweise in einem Winkel gegeneinander angestellt sind. Erntemaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Teile (29, 31) des Förderkanalbodens in der Betriebsstellung sich zumindest teilweise deckende Ausnehmungen aufweisen. Erntemaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des Förderkanals (26) durch den zumindest zweigeteilten Förderkanalboden insgesamt erweiterbar ist. Erntemaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Förderkanal (26) bei Verschwenkung eines Teils (29, 31) des Förderkanalbodens ebenfalls im Bereich eines anderen Teils (29, 31) des Förderkanalbodens erweiterbar ist. Erntemaschine (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Stellmittel zur Verschwenkung zumindest eines Teils (29; 31) des Förderkanalbodens vorgesehen ist.






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