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Dokumentenidentifikation DE102005040855A1 01.03.2007
Titel Seefahrzeug mit einem System zur Erzeugung von Trinkwasser
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
DE-Anmeldedatum 29.08.2005
DE-Aktenzeichen 102005040855
Offenlegungstag 01.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.2007
IPC-Hauptklasse B63J 1/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B67C 3/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft das Abfüllen und Verpacken von auf einem Seefahrzeug (1), z.B. ein Schiff, produziertem Wasser, vorzugsweise kohlensäurefreies Wasser, direkt auf dem Seefahrzeug (1) in Wasserflaschen. Dazu weist das Seefahrzeug (1) neben einem System (2) zur Erzeugung von Trinkwasser, vorzugsweise nach dem Prinzip der Umkehrosmose, eine Getränkeabfüll- und Verschließanlage auf. Die Automatisierung dieser Getränkeabfüll- und Verschließanlage ist in die Automatisierung der Entsalzungsanlage und darüber hinaus auch in die übergeordnete Schiffsautomatisierung integriert.
Der kommerzielle Verkauf der auf dem Schiff abgefüllten Flaschen bildet eine Ergänzung zur herkömmlichen Wasserübergabe, da beim Verkauf in Flaschen ein höherer Preis als bei Einspeisung in ein Wassernetzwerk erzielt werden kann. Bei Katastropheneinsätzen in Gebieten mit beschädigter oder unzureichender bzw. nicht vorhandener Infrastruktur ist erfindungsgemäß eine schnellere, einfachere und auch hygienischere Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in diesen Gebieten möglich.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Seefahrzeug mit einem System zur Erzeugung von Trinkwasser, welches mindestens einen Tank zum Speichern von Meerwasser, eine Einrichtung zur Trinkwasseraufbereitung und mindestens einen Tank zum Speichern von Trinkwasser aufweist.

Aus der GB 22 56 377 A ist eine mobile Entsalzungsanlage mit einer Entsalzungseinrichtung an Bord eines Schiffes bekannt. Das in der GB 22 56 377 A beschriebene Schiff weist einen oberen Laderaum für die Entsalzungseinrichtung auf und einen unteren Laderaum der als Frischwassertank dient. Meerwasser, das zur Verarbeitung bestimmt ist, wird aufgenommen und durch die Entsalzungseinrichtung gepumpt. Das Meerwasser kommt dabei aus einem Meerwasserschott an der Unterseite des Schiffs, wobei der Pegel des Meerwasserschotts sich in Abhängigkeit des Tiefgangs des Schiffs ändert. Gemäß der GB 22 56 377 A wird das erzeugte Trinkwasser in einem Sammeltank bis zu seiner Übergabe an eine Landstation gesammelt.

Das beispielsweise wie in der GB 22 56 377 A auf einem Seefahrzeug erzeugte Trinkwasser kann auf verschiedenen Wegen, z.B. unter zur Hilfenahme einer Trinkwasseraufnahmeboje, unter zur Hilfenahme von Barges und/oder anderer Zwischenspeicher an Häfen bzw. an geeigneten Anlegestellen übergeben werden. Von dort wird das übergebene Trinkwasser in das an Land befindliche Wassernetz eingespeist.

Aufgabe der Erfindung ist es, Trinkwasser derart auf einem Seefahrzeug herzustellen, dass eine einfachere Übergabe und Verteilung des Trinkwassers ermöglicht wird.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Seefahrzeug der eingangs genannten Art, wobei das Seefahrzeug eine Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in handelsübliche Getränkeverpackungen und Lagerfläche für Voll- und Leergut aufweist. Derart wird das auf dem Seefahrzeug gewonnene Trinkwasser in einer Form bereitgestellt, die insbesondere bei fehlender oder unzureichender Infrastruktur an Land eine einfache Verteilung des Trinkwassers an den Handel und/oder an Hilfsorganisationen zur weiteren Verteilung bzw. gegebenenfalls auch unmittelbar an die Bevölkerung ermöglicht.

Mit Vorteil ist die Einrichtung zur Trinkwasseraufbereitung als Einrichtung zur Erzeugung von Trinkwasser aus Meerwasser nach dem Prinzip der Umkehrosmose ausgebildet. Diese Art der Trinkwasseraufbereitung erweist sich insbesondere zur See als besonders wirtschaftlich.

In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist ein gemeinsames Automatisierungssystem für das System zur Erzeugung von Trinkwasser und für die Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers vorgesehen. Derart wird ein sicheres und wirtschaftliches Arbeiten des Gesamtsystems gewährleistet.

Mit Vorteil weist das Automatisierungssystem zur Sicherstellung der Stabilität des Schiffes ein Steuerungsmodul auf, das zur Steuerung der Entnahme von Meer- bzw. Trinkwasser aus den Tanks ausgebildet ist. In dem die Entnahme von Trinkwasser aus dem Tank zum Speichern von Trinkwasser und/oder die Entnahme von Meerwasser aus dem Tank zum Speichern von Meerwasser gesteuert – vorzugsweise nach einer vorgegebenen Entnahmeprozedur – erfolgt, wird die notwendige Stabilität des Schiffes insbesondere auch bei schädlichen Einflüssen wie Wetter oder Seegang sichergestellt.

Mit Vorteil ist das Automatisierungssystem die Nutzung der mindestens einen Lagerfläche für Voll- bzw. Leergut überwachend ausgebildet. Derart können die Stabilität des Schiffes beeinflussende Ungleichverteilungen von Material bzw. Materialbewegungen auf der mindestens einen Lagerfläche erkannt und im Rahmen der Automatisierung berücksichtigt werden.

Mit Vorteil ist das Automatisierungssystem die Nutzung der mindestens einen Lagerfläche steuernd ausgebildet. Derart kann insbesondere zur Wahrung der Schiffsstabilität Material gezielt auf der mindestens einen Lagerfläche abgelegt bzw. dieser entnommen werden.

Mit Vorteil ist das Automatisierungssystem für das System zur Erzeugung von Trinkwasser und für die Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers als Hardware in das Schiffsautomatisierungssystem integriert.

Mit Vorteil ist das Automatisierungssystem für das System zur Erzeugung von Trinkwasser und für die Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers regelungstechnisch in das Schiffsautomatisierungssystem integriert. Derart können z.B. durch Meldungen und/oder Regeleingriffe wechselseitige Beeinflussungen und/oder Auswirkungen des eigentlichen Betriebs des Seefahrzeugs, der Trinkwassererzeugung und der Trinkwasserabfüllung bei den Regelungen der Teilsysteme und bei der übergeordneten Regelung bzw. Steuerung berücksichtigt werden.

Mit Vorteil sind das System zur Erzeugung von Trinkwasser und die Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers an das Energieversorgungssystem des Seefahrzeugs angeschlossen.

Mit Vorteil ist die Verrohrung des Systems zur Erzeugung von Trinkwasser in das Seefahrzeug integriert.

Mit Vorteil ist die Verrohrung der Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in das Seefahrzeug integriert.

Mit Vorteil ist die Verrohrung von und zu dem mindestens einem Tank zum Speichern von Trinkwasser in das Seefahrzeug integriert.

Mit Vorteil sind das Seefahrzeug, das System zur Erzeugung von Trinkwasser und die Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers als industrielle Einheit ausgebildet.

Mit Vorteil ist die Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers auf dem Deck des Seefahrzeugs angeordnet.

Mit Vorteil weist das Seefahrzeug eine Einrichtung zum Herstellen von Getränkeverpackungen auf.

Mit Vorteil ist die Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers als Einrichtung zum Abfüllen in Getränkeflaschen ausgebildet.

Mit Vorteil weist das Seefahrzeug eine Einrichtung zum Reinigen von Getränkeflaschen zum anschließenden Befüllen mittels der Einrichtung zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in Getränkeflaschen auf.

Mit Vorteil weist das Seefahrzeug eine Einrichtung zum Blasen von Plastik-Getränkeflaschen auf.

Mit Vorteil weist das Seefahrzeug eine Einrichtung zum Bepacken der befüllten handelsüblichen Getränkeverpackungen in Gebinde auf.

Mit Vorteil weist das Seefahrzeug eine Einrichtung zum Palletieren der Gebinde auf.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert, aus denen, ebenso wie aus den Unteransprüchen weitere erfinderische Einzelheiten und auch Vorteile der Erfindung entnehmbar sind. Es zeigen:

1 schematisch ein Beispiel für ein erfindungsgemäßes Seefahrzeug,

2 abstrahiert das Zusammenwirken der Teile des erfindungsgemäßen Seefahrzeugs,

3 schematisch eine Einrichtung zum Abfüllen von Trinkwasser,

4 ein Flussdiagramm der Erzeugung von Trinkwasser aus Meerwasser nach dem Prinzip der Umkehrosmose.

1 zeigt ein als Schiff ausgebildetes Seefahrzeug 1 mit einem System 2 zur Erzeugung von Trinkwasser, welches mindestens einen Tank 3 zum Speichern von Meerwasser, mindestens eine Einrichtung 4 zur Trinkwasseraufbereitung und mindestens einen Tank 5 zum Speichern von Trinkwasser aufweist. Im gezeigten Beispiel ist auf dem Deck 11 des als Schiff ausgebildeten Seefahrzeugs 1 eine Einrichtung 6 zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers angeordnet. Die Einrichtung 4 zur Trinkwasseraufbereitung ist im gezeigten Beispiel ebenfalls auf dem Deck 11 angeordnet. Auf dem Deck 11 befindet sich im gezeigten Beispiel auch eine Lagerfläche 7 für Voll- und/oder Leergut. Das Voll- und/oder Leergut kann alternativ oder zusätzlich aber auch im Rumpf des Schiffes gelagert werden. Auch die übrigen gezeigten Einrichtungen 4, 6 und Tanks 3, 5 können in anderer Weise als im gezeigten Beispiel auf, an und/oder in dem Schiff bzw. Seefahrzeug 1 angeordnet sein.

2 zeigt das Seefahrzeug 1 in schematisch abstrahierter Form. Das Seefahrzeug 1 weist ein System 15 zur Erzeugung elektrischer Energie auf. Von diesem System 15 zur Erzeugung elektrischer Energie werden unterschiedliche Verbraucher 16 auf dem Seefahrzeug gespeist. Bei einem elektrisch angetriebenen Schiff ist auch der Schiffsmotor ein Verbraucher 16 elektrischer Energie. Elektrische Energie wird auf dem Schiff mittels des Energieversorgungssystems 10 verteilt. An das Energieversorgungssystem 10 des Schiffs bzw. des Seefahrzeugs 1 sind sowohl das System 2 zur Erzeugung von Trinkwasser als auch die Einrichtung 6 zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers angeschlossen.

Das System 2 zur Erzeugung von Trinkwasser weist einen Tank 3 zum Speichern von Meerwasser auf, wobei das Meerwasser vorzugsweise durch einen Rüssel aus dem Meer in den Tank 3 gelangt. Der Tank 3 zum Speichern von Meerwasser ist mit der Einrichtung 4 zur Trinkwasseraufbereitung und diese wiederum mit einem Tank 5 zum Speichern von Trinkwasser durch Rohre bzw. durch ein Rohrsystem verbunden. Die Verrohrung ist dabei in das Seefahrzeug 1 Konstruktiv zumindest weitestgehend fest integriert. Das aufbereitete Trinkwasser gelangt durch ein oder mehrere Rohre bzw. durch ein Rohrsystem von dem mindestens ein Tank 5 zum Speichern von Trinkwasser in die Einrichtung 6 zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers. Auch diese Verrohrung ist vorzugsweise fest in die Konstruktion des Seefahrzeugs 1 integriert. Auch die Verrohrung der Einrichtung 6 zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers ist vorzugsweise zumindest im Wesentlichen in das Seefahrzeug 1 integriert. Die genannten Rohre, Rohrsysteme bzw. diese Verrohrung sind in 2 nicht näher dargestellt.

Der Einrichtung 6 zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in handelsüblichen Getränkeverpackungen produktionstechnisch nachgeordnet ist im gezeigten Beispiel eine Einrichtung 13 zum Packen der befüllten Getränkeverpackungen in Gebinde. Diese Gebinde werden vorzugsweise mit Hilfe einer Einrichtung 14 zum Palletieren auf Paletten gepackt. Die handelsüblichen Getränkeverpackungen werden vorzugsweise auf dem Seefahrzeug 1 hergestellt. Dazu weist das Seefahrzeug 1 beispielsweise eine Einrichtung 12 zum Blasen von Plastik-Getränkeflaschen, vorzugsweise PET-Getränkeflaschen, auf.

Das Seefahrzeug 1 weist ein Automatisierungssystem 8 auf, mit dessen Hilfe das System 2 zur Erzeugung von Trinkwasser und die Einrichtung 6 zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers gesteuert, geregelt und/oder überwacht werden. Dieses Automatisierungssystem 8 ist bei einem als Schiff ausgebildeten Seefahrzeug 1 vorzugsweise identisch mit dem Schiffsautomatisierungssystem bzw. ist vorzugsweise Teil des Schiffsautomatisierungssystems. Das Automatisierungssystem 8 ist vorzugsweise als Hardware in das Schiffsautomatisierungssystem integriert. Derart können Up-dates, Reparatur und/oder Austauscharbeiten an dem Automatisierungssystem 8 bzw. an dem Schiffsautomatisierungssystem einfacher und zuverlässiger durchgeführt werden. Das Automatisierungssystem 8 ist vorzugsweise regelungstechnisch in das Schiffsautomatisierungssystem integriert. Dabei tauschen das Automatisierungssystem 8 und das Schiffsautomatisierungssystem Meldungen und/oder Regel- bzw. Steuersignale aus.

Vorzugsweise sind die Ventile, Mess- und/oder Regeleinrichtungen der Einrichtung 4 zur Trinkwasseraufbereitung in das Seefahrzeug 1 integriert. Vorzugsweise sind die Ventile, Mess- und/oder Regeleinrichtungen der Einrichtung 6 zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in das Seefahrzeug 1 integriert.

Das Automatisierungssystem 8 weist in dem in 2 dargestellten Beispiel ein Steuerungsmodul 9 auf, das zur Steuerung der Entnahme von Trinkwasser aus dem Tank 5 zum Speichern von Trinkwasser vorzugsweise gemäß einer festgelegten Entnahmeprozedur ausgelegt ist. Derart wird die Stabilität des Seefahrzeugs 1 auch während des Abfüllprozesses gewährleistet. Mit Hilfe des Steuerungsmoduls 9 wird vorzugsweise auch die Entnahme von Meerwasser aus dem Tank 3 zum Speichern von Meerwasser gesteuert. Das Steuerungsmodul 9 dient vorzugsweise auch zur Überwachung der in 1 und 2 dargestellten Lagerflächen 7, 7a, 7b. Es ist möglich, ein oder mehrere Lagerflächen 7b für Leergut und ein oder mehrere Lagerflächen 7a für Vollgut vorzusehen. Die Nutzung der mindestens einen Lagerfläche 7a, 7b bzw. 7 (siehe 1) wird vorzugsweise mit Unterstützung des Automatisierungssystems 8, vorzugsweise mit Unterstützung des Steuerungsmoduls 9 gesteuert. Das Automatisierungssystem 8 kann beispielsweise Fahranweisungen an, auf dem Seefahrzeug 1 mobile Transporteinrichtungen (in 2 nicht näher dargestellt) geben.

Im gezeigten Beispiel beziehen nicht nur Verbraucher 16 des Seefahrzeugs 1 ihre Energie über das Energieversorgungssystem 10 des Seefahrzeugs 1 von dem System 5 zur Erzeugung elektrischer Energie, sondern insbesondere auch das System 2 zur Erzeugung von Trinkwasser und die Einrichtung 6 zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers. Über das Energieversorgungssystem 10 werden auch die Einrichtung 12 zum Blasen von Plastik-Getränkeflaschen, die Einrichtung 13 zum Packen der Getränkeverpackungen, insbesondere der Plastik-Flaschen, in Gebinde sowie die Einrichtung 14 zum Palletieren der Gebinde mit Energie versorgt.

Das Trinkwasser kann auf dem Seefahrzeug 1 in Getränkeflaschen vorzugsweise Plastik-Flaschen aber auch in andere handelsübliche Getränkeverpackungen abgefüllt werden. Die zu befüllenden Getränkeverpackungen können an Land produziert werden und nur zur Befüllung auf das Schiff verladen werden. Alternativ oder auch zusätzlich ist es möglich, die Getränkeverpackungen auf dem Seefahrzeug 1 herzustellen. Vorzugsweise werden Plastik-Flaschen, insbesondere PET-Flaschen auf dem Schiff geblasen. Die abgefüllten Flaschen können beispielsweise zu Gebinden von jeweils 6 Flaschen, sogenannten Sixpacks, geschrumpft und anschließend palletiert werden. Die Paletten können auf dem Schiff beispielsweise mit Hilfe einer Transporteinrichtung, z.B. ein Stapler in Container verladen werden.

Der Ablauf der erfindungsgemäßen Flaschenabfüllung ist in 3 schematisch dargestellt. Von einer Lagerfläche 7b für Leergut werden die Flaschen einer sogenannten Leerflaschenbereitstellung 17 zugeführt. Die Leerflaschenbereitstellung 17 kann auch Teil der Lagerfläche 7b für Leergut sein. Der Leerflaschenbereitstellung 17 ist ein Flaschenaufrichter 18 nachgeordnet. Vom Flaschenaufrichter 18 werden die Flaschen vorzugsweise mit Hilfe eines Lufttransportbands 19 über eine Pufferstrecke, die vorzugsweise länger als ca. 5 m, insbesondere länger als ca. 15 m ist, einem Verarbeitungsmodul 20 zugeführt. Mit Hilfe des Verarbeitungsmoduls 20 werden die Flaschen gespült, befüllt und verschlossen. Das Verarbeitungsmodul 20 weist vorzugsweise eine Füllhöhenkontrolle auf. Über ein Flaschentransportband 21a werden die Flaschen dann einem Etikettierer 22, der vorzugsweise eine Datierungseinheit zum Aufbringen eines Abfüll- und/oder Haltbarkeitsdatums aufweist, zugeführt. Vom Etikettierer 22 werden die Flaschen über ein weiteres Flaschentransportband 21b einer Einrichtung 13 zum Packen der befüllten, handelsüblichen Getränkeverpackungen in Gebinde zugeführt. Diese Einrichtung 13 ist vorzugsweise als Sixpack-Packanlage mit Schrumpftunnel ausgebildet. Die Gebinde werden dann mittels eines Gebindetransportbands 23 einer Einrichtung 14 zum Palletieren der Gebinde zugeführt. Die Einrichtung 14 zum Palletieren der Gebinde weist vorzugsweise einen Palletierroboter 24, ein Palettentransportband 26 und einen Palettenwickler 25 auf. Die Paletten werden anschließend auf eine Lagerfläche 7a für Vollgut transportiert.

4 zeigt ein beispielhaftes Flussdiagramm für die Trinkwasseraufbereitung mittels einer Einrichtung zur Erzeugung von Trinkwasser aus Meerwasser nach dem Prinzip der Umkehrosmose. Der Eintritt des Meerwassers ist mit 35 bezeichnet. Die Entnahme des Meerwassers erfolgt aus Wasserschichten unter dem erfindungsgemäßen Seefahrzeug 1 und in einem Bereich, in dem eine normale Salzkonzentration des Meerwassers vorliegt. Das Meerwasser gelangt z.B. durch eine Pumpe mit einer Leistung von 3500 m3/h in einem Zwischentank 36. Aus dem Bereich des Zwischentanks 36 gelangt das Meerwasser in den Vorfiltrationsbereich 37 und von dort in den Ultrafiltrationsbereich 38, wo eine erste Zugabe von Chemikalien erfolgt, was durch die Pfeile 28 verdeutlicht wird. Die physikalischen und chemischen Vorgänge in einer Umkehrosmoseanlage sind bekannt und nicht Gegenstand dieser Erfindung. Das gleiche gilt auch für die Zugabe von Chemikalien.

Aus der Ultrafiltrationsstufe 38 gelangt das Wasser in einen Zwischentank 39 und von dort direkt oder über einen Ionentauscher 30 in den Umkehrosmosebereich 31. Anschließend an die Umkehrosmose durchläuft das Wasser eine als Lime-Filtration bezeichnete Stufe 32 vorzugsweise in einen Trinkwassertank 33, aus dem das Trinkwasser gegebenenfalls über die Förderpumpe 34 und über flexible Rohrleitungen oder ähnliche Einrichtungen in die Tanks 5 (siehe 1 bzw. 2) zum Speichern von Trinkwasser gelangt.

Rückstände der Ultrafiltrationsstufe 38 werden einer Neutralisation 29 zugeführt bevor sie ins Meer 27 gelangen.

Ein für die Erfindung wesentlicher Gedanke lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Die Erfindung betrifft das Abfüllen und Verpacken von auf einem Seefahrzeug 1, z.B. ein Schiff, produziertem Wasser, vorzugsweise kohlensäurefreies Wasser, direkt auf dem Seefahrzeug 1 in Wasserflaschen. Dazu weist das Seefahrzeug 1 neben einem System 2 zur Erzeugung von Trinkwasser, vorzugsweise nach dem Prinzip der Umkehrosmose, eine Getränkeabfüll- und Verschließanlage auf. Die Automatisierung dieser Getränkeabfüll- und Verschließanlage ist in die Automatisierung der Entsalzungsanlage und darüber hinaus auch in die übergeordnete Schiffsautomatisierung integriert.

Der kommerzielle Verkauf der auf dem Schiff abgefüllten Flaschen bildet eine Ergänzung zur herkömmlichen Wasserübergabe, da beim Verkauf in Flaschen ein höherer Preis als bei Einspeisung in ein Wassernetzwerk erzielt werden kann. Bei Katastropheneinsätzen in Gebieten mit beschädigter oder unzureichender bzw. nicht vorhandener Infrastruktur ist erfindungsgemäß eine schnellere, einfachere und auch hygienischere Trinkwasserversorgung der Bevölkerung in diesem Gebieten möglich.


Anspruch[de]
Seefahrzeug (1) mit einem System (2) zur Erzeugung von Trinkwasser, welches mindestens einen Tank (3) zum Speichern von Meerwasser, eine Einrichtung (4) zur Trinkwasseraufbereitung und mindestens einen Tank (5) zum Speichern von Trinkwasser aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Seefahrzeug (1) eine Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in handelsübliche Getränkeverpackungen und Lagerfläche (7, 7a, 7b) für Voll- und Leergut aufweist. Seefahrzeug (1) nach Anspruch 1, wobei die Einrichtung (4) zur Trinkwasseraufbereitung als Einrichtung zur Erzeugung von Trinkwasser aus Meerwasser nach dem Prinzip der Umkehrosmose ausgebildet ist. Seefahrzeug (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei ein gemeinsames Automatisierungssystem (8) für das System (2) zur Erzeugung von Trinkwasser und für die Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers vorgesehen ist. Seefahrzeug (1) nach Anspruch 3, wobei das Automatisierungssystem (8) zur Sicherstellung der Stabilität des Schiffes ein Steuerungsmodul (9) aufweist, das zur Steuerung der Entnahme von Meer- bzw. Trinkwasser aus den Tanks (3, 5) ausgebildet ist. Seefahrzeug (1) nach Anspruch 3 oder 4, wobei das Automatisierungssystem (8) die Nutzung der mindestens einen Lagerfläche (7, 7a, 7b) für Voll- bzw. Leergut überwachend ausgebildet ist. Seefahrzeug (1) nach Anspruch 5, wobei das Automatisierungssystem (8) die Nutzung der mindestens einen Lagerfläche (7, 7a, 7b) steuernd ausgebildet ist. Seefahrzeug (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 6 mit einem Schiffsautomatisierungssystem, wobei das Automatisierungssystem (8) für das System (2) zur Erzeugung von Trinkwasser und für die Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers als Hardware in das Schiffsautomatisierungssystem integriert ist. Seefahrzeug (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 7 mit einem Schiffsautomatisierungssystem, wobei das Automatisierungssystem (8) für das System (2) zur Erzeugung von Trinkwasser und für die Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers regelungstechnisch in das Schiffsautomatisierungssystem integriert ist. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem Energieversorgungssystem (10), wobei das System (2) zur Erzeugung von Trinkwasser und die Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers an das Energieversorgungssystem (10) des Seefahrzeugs (1) angeschlossen sind. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Verrohrung des Systems (2) zur Erzeugung von Trinkwasser in das Seefahrzeug (1) integriert ist. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Verrohrung der Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in das Seefahrzeug (1) integriert ist. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Verrohrung von und zu dem mindestens einem Tank (5) zum Speichern von Trinkwasser in das Seefahrzeug (1) integriert ist. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Seefahrzeug (1), das System (2) zur Erzeugung von Trinkwasser und die Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers als industrielle Einheit ausgebildet sind. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einem Deck (11), wobei die Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers auf dem Deck (11) des Seefahrzeugs (1) angeordnet ist. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einer Einrichtung zum Herstellen von Getränkeverpackungen. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers als Einrichtung zum Abfüllen in Getränkeflaschen ausgebildet ist. Seefahrzeug (1) nach Anspruch 16, wobei das Seefahrzeug (1) eine Einrichtung (12) zum Reinigen von Getränkeflaschen zum Befüllen mittels der Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in Getränkeflaschen aufweist. Seefahrzeug (1) nach Anspruch 16 oder 17, wobei das Seefahrzeug (1) eine Einrichtung (12) zum Blasen von Plastik-Getränkeflaschen zum Befüllen mittels der Einrichtung (6) zum Abfüllen des erzeugten Trinkwassers in Getränkeflaschen aufweist. Seefahrzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einer Einrichtung (13) zum Packen der befüllten, handelsüblichen Getränkeverpackungen in Gebinde. Seefahrzeug (1) nach Anspruch 19, wobei das Seefahrzeug (1) eine Einrichtung (14) zum Palettieren der Gebinde aufweist.






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