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Dokumentenidentifikation DE112005000407T5 01.03.2007
Titel Schließanordnung aus gemischten Metallen und Verfahren
Anmelder General Motors Corp. (n.d.Ges.d. Staates Delaware), Detroit, Mich., US
Erfinder Krajewski, Paul E., Sterling Heights, Mich., US;
Schroth, James G., Troy, Mich., US;
Kim, Chongnim, Bloomfield Township, Mich., US
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner GbR, 80336 München
DE-Aktenzeichen 112005000407
Vertragsstaaten AE, AG, AL, AM, AT, AU, AZ, BA, BB, BG, BR, BW, BY, BZ, CA, CH, CN, CO, CR, CU, CZ, DE, DK, DM, DZ, EC, EE, EG, ES, FI, GB, GD, GE, GH, GM, EP, HR, HU, ID, IL, IN, IS, JP, KE, KG, KP, KR, KZ, LC, LK, LR, LS, LT, LU, LV, MA, MD, MG, MK, MN, MW, MX, MZ, NA, NI, NO, NZ, OM, PG, PH, PL, PT, RO, RU, SC, SD, SE, SG, SK, SL, SM, SY, TJ, TM, TN, TR, TT, TZ, UA, UG, US, UZ, VC, VN, YU, ZA, ZM, ZW, BW, GH, GM, KE, LS, MW, MZ, NA, SD, SL, SZ, TZ, UG, ZM, ZW, AM, AZ, BY, KG, KZ, MD, RU, TJ, TM, AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LT, LU, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR, BF, BJ, CF, CG, CI, CM, GA, GN, GQ, GW, ML, MR, NE, SN, TD, TG, BF, BJ, CF, CG, CI, CM, GA, GN, GQ, GW, ML, MR, NE, SN, TD, TG
WO-Anmeldetag 25.02.2005
PCT-Aktenzeichen PCT/US2005/006260
WO-Veröffentlichungsnummer 2005084247
WO-Veröffentlichungsdatum 15.09.2005
Date of publication of WO application in German translation 01.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.03.2007
IPC-Hauptklasse E04B 1/00(2006.01)A, F, I, 20060922, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04C 2/34(2006.01)A, L, I, 20060922, B, H, DE   E04G 21/00(2006.01)A, L, I, 20060922, B, H, DE   E04G 23/00(2006.01)A, L, I, 20060922, B, H, DE   

Beschreibung[de]
QUERVERWEIS AUF ZUGEHÖRIGE ANMELDUNG

Diese Anmeldung beansprucht den Nutzen der am 27. Februar 2004 eingereichten vorläufigen US-Anmeldung Nr. 60/548,358, die durch Verweis in ihrer Gesamtheit hiermit einbezogen ist.

TECHNISCHES GEBIET

Diese Erfindung bezieht sich auf eine optimierte leichte Tafelanordnung einer Fahrzeugschließvorrichtung, die aus gemischten Blechen besteht.

HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Eine Schließanordnung eines Fahrzeugs wie zum Beispiel eine Tür umfasst typischerweise ein Außenblech bzw. eine Außentafel, eine Innentafel und zahlreiche Verstärkungen wie zum Beispiel eine Gelenkverstärkung, eine Riegelverstärkung und einen Aufprallholm. Fahrzeugtüren bestehen typischerweise aus gestanztem Stahl. Diese Erfindung ermöglicht die Herstellung von leichten Tafeln einer Schließanordnung mit einer Auswahl von Materialien, die so optimiert sind, dass sie eine ausreichende Formbarkeit für jede Komponente der Schließanordnung aufweisen, während sie die notwendigen Funktionsstandards bei einem geringeren Gewicht erfüllen.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

In einem Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Herstellen einer leichten Fahrzeugschließanordnung aus mehreren Tafeln mit einer verstärkten strukturellen Integrität geschaffen, mit den Schritten: Formen einer ersten Tafel aus Blech, das aus einer nachhärtbaren Aluminimumlegierung besteht, Formen einer zweiten Tafel aus einem Blech, das aus Magnesium besteht, Formen einer dritten Tafel aus Blech, das aus einer Aluminiumlegierung mit hoher Festigkeit besteht, und Zusammenbauen der ersten, zweiten und dritten Blechtafel in eine Fahrzeugschließanordnung.

In einem anderen Aspekt der Erfindung wird eine Schließanordnung für ein Fahrzeug geschaffen mit einem Innenblech bzw. einer Innentafel, einer Außentafel, die mit der Innentafel so wirksam verbunden ist, dass die Innentafel und die Außentafel dazwischen einen Hohlraum definieren. Eine einteilige Verstärkungstafel ist an der Innentafel und der Außentafel und innerhalb des Hohlraums dazwischen angebracht. Die Innentafel, die Außentafel und/oder die einteilige Verstärkungstafel sind/ist aus einem ersten Blech hergestellt, und zumindest eine andere der Innentafel, Außentafel oder einteiligen Verstärkungstafel ist aus einem zweiten Blech hergestellt.

In einem anderen Aspekt der Erfindung ist das erste Blech ein Blech aus nachhärtbarem Aluminium oder ein Blech aus einer nachhärtbaren Aluminiumlegierung. In einem anderen Aspekt der Erfindung ist das zweite Metall Magnesiumblech, das von Druckgussmagnesium unterschieden werden kann.

In einem anderen Aspekt der Erfindung ist die Außentafel aus einem Blech der Aluminiumlegierung AA6111 oder AA5083 geschaffen. Die Innentafel ist aus einem Blech der Magnesiumlegierung AZ31 geschaffen. Die einteilige Verstärkungstafel ist aus einem Blech einer Aluminiumlegierung in der Reihe 7XXX oder 2XXX hergestellt. In einem anderen Aspekt der Erfindung besteht die einteilige Verstärkungstafel aus Blech der Aluminiumlegierung AA5083 oder einer superplastischen geformten oder schnell-plastischen geformten Magnesiumlegierung.

Die Materialien sind so gewählt, dass sie eine ausreichende Formbarkeit für jede Komponente aufweisen, während eine verbesserte strukturelle Integrität und andere Funktionsstandards bei einem geringeren Gewicht geliefert werden.

Die obigen Merkmale und Vorteile und andere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung sind aus der folgenden detaillierten Beschreibung des besten Verfahrens zum Ausführen der Erfindung leicht ersichtlich, wenn sie in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen vorgenommen wird.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

1 ist eine schematische Veranschaulichung in auseinandergezogener Ansicht einer Türanordnung aus gemischten Metallen.

BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN

Die Erfindung bezieht sich auf eine Schließanordnung eines Fahrzeugs, die aus gemischten Blechen besteht. Die Schließanordnung, die hierin beschrieben wird, ist eine Fahrzeugtür. Innerhalb des Umfangs der Erfindung kann die Schließanordnung eine Heckklappe, Motorhaube oder andere Schließanordnung in einem Fahrzeug sein. Bezugnehmend auf 1 ist eine Türanordnung 100 aus gemischten Metallen in auseinandergezogener Ansicht dargestellt. Die Türanordnung 100 umfasst ein Türaußenblech bzw. eine Türaußentafel 102, eine einteilige Verstärkungstafel 104 und eine Türinnentafel 106. Die Türanordnung 100 besteht aus einer Vielzahl von Blechen, die mit geeigneter Formbarkeit gewählt werden, um erwünschte Produkteigenschaften wie zum Beispiel strukturelle Integrität und Energieabsorptionseigenschaften bei einem geringeren Gewicht zu liefern.

Die Türaußentafel 102 ist ein Blech, das aus einer Aluminiumlegierung (AA) geschaffen ist. Die Außentafel 102 kann durch eine Vielzahl von Verfahren geformt werden. Zunächst kann Stanzen oder Fluid-Hydroformen verwendet werden. In diesen Fällen kann eine nachhärtbare Legierung wie zum Beispiel die Aluminiumlegierung AA6111 verwendet werden. Nachhärtbare Legierungen liefern eine vorteilhafte Güte hinsichtlich Beulensteifigkeit. Zweitens kann superplastisches Formen (SPF) oder schnell-plastisches Formen (QPF) genutzt werden, um die Außentafel der Tür unter Verwendung einer Legierung wie zum Beispiel AA5083 oder einer anderen geeigneten Legierung herzustellen (die Aluminiumlegierung AA5083 hat eine typische Zusammensetzung nach Gewicht von etwa 4 % bis 5 % Magnesium, 0,3 bis 1 % Mangan, maximal 0,25 % Chrom, etwa 0,1 % Kupfer, bis etwa 0,3 % Eisen, bis etwa 0,2 % Silizium und der gesamte Rest im Wesentlichen Aluminium). Drittens kann thermisches Hydroformen oder Warmformen unter Verwendung einer Legierung der Reihe 5XXX wie zum Beispiel 5182 genutzt werden. Eine Reihe von Aluminiumblechlegierungen wurde früher entwickelt, welche aufgrund des Vorhandenseins von abgeschiedenen, fein zerkleinerten härtenden Partikel fest und hart sind. Eine solche Reihe ist die Reihe AA2XXX, in der zum Beispiel geringe Mengen Kupfer und Magnesium der Aluminiumlegierung hinzugefügt sind, um zur Ausbildung härtender Partikel beizutragen. Eine andere Reihe ist die Reihe AA6XXX, bei der Silizium, Magnesium und Kupfer zum Härten hinzugefügt sind. Eine dritte Reihe ist die Reihe AA7XXX, bei der Zink, Magnesium und Kupfer zum Beispiel als härtende Bestandteile hinzugefügt sind. Diese Legierungen sind allgemein bekannt und im Handel erhältlich.

Die Türinnentafel 106 ist ein Blech, das aus Blechmagnesium hergestellt ist, das von Druckgussmagnesium unterschieden werden kann. Da die Komponentensteifigkeit eine Haupteigenschaft ist, die für eine Türinnentafel gewünscht wird, liefert das Magnesiumblech eine Lösung mit geringem Gewicht. Die Innentafel 106 kann durch eine Vielzahl von Verfahren geformt werden. Zum Beispiel kann die Innentafel 106 unter Verwendung eines schnell-plastischen Form- (QPL), superplastischen Form- (SPF) oder warm formenden Prozesses geformt werden. Eine Magnesiumlegierung wie zum Beispiel AZ31 ist geeignet. Wie man in 1 erkennen kann, hat die Türinnentafel 106 eine komplizierte Form, die eine Vielzahl von Öffnungen 108 einschließt, durch die verschiedene Tür-Hardware montiert wird.

Die Verstärkungstafel 104 ist ein aus einem einzigen Blatt geformtes Blech. Die Verstärkungstafel 104 sorgt für einen Intrusionswiderstand der Tür und kann aus einer Aluminiumlegierung mit hoher Festigkeit zum Beispiel der Legierung der Reihe 7XXX (beispielsweise 7475) oder der Reihe 2XXX (beispielsweise 2004) hergestellt sein. Die Verstärkungstafel 104 kann auch mit einer Aluminiumlegierung AA5083 oder mit einer Magnesiumlegierung hergestellt werden, die SPF-geformt oder QPF-geformt wird. Die Verstärkungstafel 104 weist mehrere verstärkende Riffelungen 110 auf. Eine Seitenwand 112 geht von einem Umfang der Tafel 104 aus, um eine Verstärkung am Bereich der (nicht dargestellten) Türklinke zu schaffen. Zusätzlich oder alternativ dazu kann eine (nicht dargestellte) ähnliche Seitenwand an der gegenüberliegenden Seite der Platte ausgebildet sein, um die vordere Scharnierposition zu verstärken. Die Verstärkungstafel 104 wird an die Türinnentafel 106 und die Türaußentafel 102 geschweißt, mit ihnen klebend verbunden oder auf andere Weise mechanisch angebracht. Das am 16. Juli 1996 an Rashid et al. erteilte und gemeinsam General Motors übertragene US-Patent Nr. 5,536,060, das in seiner Gesamtheit durch Verweis hiermit einbezogen ist, beschreibt eine Verstärkungstafel, die in der Türanordnung 100 verwendet werden kann.

Die Öffnung 108 für Hardware in der Türinnentafel 106 kann alternativ dazu nach dem Formprozess gestanzt oder lasergeschnitten werden. Zusätzliche Tür-Hardware oder Verstärkungen wie zum Beispiel eine Scharnierverstärkung 114, eine Gurtverstärkung 116 und eine Halteeinrichtung 118 können in der Türanordnung 100 vorgesehen werden. Diese Verstärkungen 114, 116, 118 können aus einer Vielzahl von Metallen und/oder durch eine Vielzahl von Prozessen hergestellt werden und mittels einer Vielzahl von Verbindungstechniken an der Innentafel 106, der Außentafel 102 und/oder der Verstärkungstafel 104 angebracht werden.

Mehrere anwendbare Formtechniken werden hierin diskutiert.

Einzelblech-QPF

In dem am 03. Juli 2001 an Rashid et al. erteilten und gemeinsam General Motors übertragenen US-Patent Nr. 6,253,588, das in seiner Gesamtheit durch Verweis hiermit einbezogen ist, ist ein schnell-plastisches Formen (QPF) beschrieben. Für ein schnell-plastisches Formen ist eine bevorzugte Legierung die Aluminiumlegierung 5083. Im Allgemeinen wird die Legierung auf eine Dicke von etwa ein bis etwa vier Millimeter zuerst heiß- und dann kaltgewalzt. Bei den Legierungen AA5083 ist die Mikrostruktur durch eine Hauptphase einer festen Lösung von Magnesium in Aluminium mit gut verteilten, fein dispergierten Partikel intermetallischer Verbindungen gekennzeichnet, die die untergeordneten Legierungsbestandteile wie zum Beispiel Al6Mn enthalten.

Unter Anwendung von QPF kann ein großes Blechmaterial aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung vom Typ AA5083 in eine komplizierte dreidimensionale Form mit Zonen hoher Dehnung, wie ein superplastisches geformtes (SPF) (unten diskutiertes) Teil, bei überraschend höheren Produktionsraten als jenen geformt werden, die durch SPF-Verfahren erreicht werden. Das magnesiumhaltige Aluminiumblech wird auf eine Formtemperatur im Bereich zwischen etwa 400°C und 510°C (750°F und 950°F) erhitzt. Das Formen kann oft bei einer Temperatur von 460°C oder niedriger durchgeführt werden. Das erhitzte Blech wird gegen ein Formwerkzeug und in Anpassung an die Formfläche des Werkzeugs durch Luft- oder Gasdruck gegen die Rückseite des Blechs gestreckt. Der Fluiddruck wird vorzugsweise kontinuierlich oder schrittweise von 0 bar (0 psi) Überdruck bei einer anfänglichen Druckbeaufschlagung auf einen Enddruck von etwa 17 bis 34 bar (250 bis 500 psi) (Überdruck, das heißt oberhalb Atmosphärendruck) oder höher erhöht. Während der ersten paar Sekunden bis etwa beispielsweise eine Minute einer Erhöhung der Druckbeaufschlagung passt sich das Blech selbst an die Werkzeugoberfläche an. Nach dieser Anfangsperiode einer Druckbeaufschlagung, um ein Strecken des Blechs einzuleiten, kann der Druck dann mit einer noch schnelleren Rate erhöht werden. In Abhängigkeit von der Größe und Komplexität der Tafel, die geformt werden soll, kann ein derartiges Formen normalerweise in einer Zeitspanne von etwa zwei bis zwölf Minuten erheblich schneller als beim superplastischen Formen realisiert wird, abgeschlossen werden. Folglich werden, indem ein geeignet fein gekörntes Aluminiumlegierungsblech bei signifikant niedrigeren Temperaturen und kontinuierlich erhöhten, höheren Gasdrücken als typische SPF-Verfahren verarbeitet wird, signifikant schnellere und praktischere Formzeiten für die hierin beschriebenen Teile und ihre Äquivalente erreicht. Dieser in dem US-Patent Nr. 6,523,588 beschriebene besondere QPF-Prozess kann als "Einzelblech"-QPF bezeichnet werden.

Superplastisches Formen

Ist die Zeit nicht von Bedeutung, können die Blechtafeln auch durch superplastisches Formen (SPF) geformt werden, wie es in dem am 02. November 1996 an Saunders et al. erteilten und gemeinsam an General Motors übertragenen US-Patent Nr. 5,974,847 beschrieben ist, welches in seiner Gesamtheit durch Verweis hiermit einbezogen ist. Wenn bestimmte Legierungszusammensetzungen von Stahl oder Aluminium geeignet verarbeitet werden (wie zum Beispiel mit einer sehr feinkörnigen Mikrostruktur), zeigen sie bei bestimmten erhöhten Temperaturen superplastisches Verhalten. Wenn bei diesen Temperaturen verformt wird, übersteigt die Duktilität (oder Dehnung vor der Streckgrenze oder dem Bruch) mehrere hundert Prozent. Solch hohe Pegel der Duktilität können eine Fertigung sehr komplexer Strukturen in einem einzigen Blech ermöglichen.

Materialien

Bekanntlich zeigen zusätzlich zu verschiedenen Stählen und Aluminiumlegierungen andere Strukturmaterialien wie zum Beispiel Zink, Messing, Magnesium, Titan und ihre Legierungen superplastisches Verhalten. Diese Materialien und andere Metallmatrixverbundstoffe könnten ebenfalls verwendet werden, um komplexe Formen herzustellen.

In einem Beispiel eines superplastischen Formens wird ein Rohteil, das heißt ein Blech, an seinen Enden zwischen komplementäre Oberflächen gegenüberliegender Modellformelemente festgeklemmt. Zumindest eines der Modellformelemente weist einen Hohlraum mit einer formenden Oberfläche auf, die einer Seite der Tafel gegenüberliegt. Die andere, der anderen Seite des Blechs gegenüberliegende Modellform bildet eine Druckkammer mit dem Blech als eine Wand, um das Arbeitsgas für den Formschritt aufzunehmen. Die Modellformen und das Blech werden auf einen geeigneten SPF-Zustand für die Legierung erhitzt. Für SPF-Aluminiumlegierungen liegt diese Temperatur typischerweise im Bereich zwischen 400°C und 550°C. Elektrische Widerstandsheizelemente befinden sich in Drucktiegeln oder sind manchmal in Keramik- oder Metalldruckplatten eingebettet, die sich zwischen den Modellformelementen und den Tiegeln befinden. Ein geeignetes, unter Druck gesetztes Gas wie zum Beispiel Argon oder Luft wird allmählich in die Modellformkammer auf einer Seite des Blechs eingeführt, und das heiße, verhältnismäßig duktile Blech wird mit einer geeigneten Rate gestreckt, bis es gegen die formende Oberfläche der gegenüberliegenden Metallform bleibend bzw. dauerhaft umgeformt ist. Die Rate einer Druckbeaufschlagung wird so gesteuert, dass die im gerade verformten Blech induzierten Spannungsraten mit der geforderten Dehnung für das Formen des Teils verträglich sind. Geeignete Spannungsraten sind gewöhnlich 0,0001 bis 0,01 s-1. Während der Verformung des Blechs wird Gas aus der formenden Modellformkammer entlüftet.

Das '847-Patent liefert ein Streckverfahren, das ein duktiles Blech in eine komplexe Form verformt, was mit einer signifikanten Verformung verbunden ist, ohne das Blechmaterial abzudünnen und ohne es zu zerreißen. Das Verfahren ist besonders anwendbar auf das Streckformen superplastischer Legierungen, die auf eine superplastische Formtemperatur erhitzt werden. In dem Verfahren wird zusätzliches Material von dem anfangs flachen Blechrohteil in den formenden Hohlraum zum Streckformen gezerrt bzw. gezogen. Das zusätzliche Material reduziert signifikant das Abdünnen oder Zerreißen in dem geformten Teil.

Das Verfahren trägt zu einer Einheitlichkeit der Dicke in einer mittels SPF streckgeformten Komponente bei, indem ein gesteuertes Einziehen von Blechmaterial in die Formkammer vor einer Beaufschlagung mit Gasdruck genutzt wird. In einem veranschaulichenden Verfahren wird eine Vorform ähnlich einem stationären Steckdorn auf dem formenden Drucktiegel platziert, der dem Modellformhohlraum gegenüberliegt. Ein Aluminiumrohteil wird zum Beispiel über dem Einsatz platziert und auf eine geeignete SPF-Temperatur für die Legierung erhitzt. Die Modellform wird dann in Richtung auf ihre geschlossene Stellung gegen den Tiegel bewegt. Bei ihrer Schließbewegung kommt die Modellform in Eingriff mit den Rändern des Aluminiumblechs. Das erhitzte Metall wird über und um den Einsatz gezogen, und somit findet ein Einziehen von Rohmaterial statt. Dies hat die größere Metallmenge in dem Modellformhohlraum vor einem SPF-Blasformen zur Folge. Die Menge des zusätzlichen Metalls kann durch Auslegung der Größe, Form und Lage der Vorform auf dem Tiegel oder des komplementären Modellformelements beeinflusst werden. Das zusätzliche Metall in dem Modellformhohlraum reduziert aber den Betrag der erforderlichen Spannung und daher den Umfang einer Abdünnung, um eine gewünschte Geometrie zu schaffen, verglichen mit herkömmlichem SPF.

Durch die vernünftige Nutzung einer geeigneten, Raum einnehmenden Blechvorform auf einem Modellform- oder Tiegelelement gegenüber der formenden Modellform wird somit zusätzliches Metall während der Schließung der Modellform leicht in den Hohlraum gezogen, ohne den Aufwand der Werkzeugbestückung signifikant zu erhöhen. Sorgfalt wird auf die Auslegung der Vorform verwendet, um eine übermäßige Faltenbildung des eingezogenen Metalls zu vermeiden und eine dichte Gasdichtung am Umfang des Blechs bei vollständigem Schluss der Modellform aufrechtzuerhalten. Die Gleichmäßigkeit der Dicke des streckgeformten Teils wird verbessert. Die Masse des geformten Teils kann reduziert werden, weil der Designer nicht auf dickere Rohteile zurückgreifen muss, um die Qualität der Teile sicherzustellen. Mit Ausnahme der einfachen Vorform gibt es auch keine Zunahme des Aufwands der Werkzeugbereitstellung für SPF.

Obgleich die besten Verfahren zum Ausführen der Erfindung im Detail beschrieben wurden, erkennt der Fachmann für die Technik, auf die sich diese Erfindung bezieht, verschiedene alternativen Entwürfe und Ausführungen, um die Erfindung innerhalb des Umfangs der beigefügten Ansprüche in die Praxis umzusetzen.

Zusammenfassung

Die Herstellung leichter Schließanordnungen mit einer Auswahl von Materialien, die dahingehend optimiert sind, dass sie eine ausreichende Formbarkeit für jede Komponente der Schließanordnung aufweisen, während die notwendigen Funktionsstandards bei einem geringeren Gewicht geliefert werden. Eine Fahrzeugschließanordnung aus gemischten Metallen mit einer inneren Tafel und einer äußeren Tafel, die wirksam miteinander so verbunden sind, dass sie dazwischen einen Hohlraum definieren. Die Schließanordnung enthält eine einteilige Verstärkungstafel, die an der inneren und äußeren Tafel und innerhalb des Hohlraums dazwischen angebracht ist. Die innere, äußere und/oder einteilige Verstärkungstafel bestehen/besteht aus einem ersten Blechtyp, und zumindest eine andere der verbleibenden inneren, äußeren oder einteiligen Verstärkungstafel besteht aus einem zweiten Blechtyp.


Anspruch[de]
Verfahren zum Herstellen einer Fahrzeugschließanordnung mit mehreren Tafeln aus Metall, mit den Schritten:

Formen einer ersten Tafel aus Blech, das aus einer nachhärtbaren Aluminiumlegierung besteht;

Formen einer zweiten Tafel aus einem Blech, das aus Magnesium besteht;

Formen einer dritten Tafel aus einem Blech, das aus einer Aluminiumlegierung mit hoher Festigkeit besteht; und

Zusammenbauen der ersten, zweiten und dritten Blechtafel in eine Schließanordnung eines Fahrzeugs.
Schließanordnung für ein Fahrzeug, mit:

einer inneren Tafel;

einer äußeren Tafel, die mit der inneren Tafel so wirksam verbunden ist, dass die innere Tafel mit der äußeren Tafel dazwischen einen Hohlraum definieren;

einer einteiligen Verstärkungstafel, die an der inneren Tafel und der äußeren Tafel und innerhalb des Hohlraums angebracht ist;

wobei die innere, die äußere und/oder die einteilige Verstärkungstafel aus einem ersten Blechtyp hergestellt ist; und

wobei mindestens eine andere der inneren, der äußeren oder der einteiligen Verstärkungstafel aus einem zweiten Blechtyp hergestellt ist.
Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei das erste Blech ein nachhärtbares Aluminiumblech oder ein Blech einer nachhärtbaren Aluminiumlegierung ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei das zweite Blech ein Magnesiumblech ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die äußere Tafel aus Aluminiumblech hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die äußere Tafel aus einem Blech der Aluminiumlegierung AA6111 hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die äußere Tafel aus einem Blech der Aluminiumlegierung AA5083 hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die innere Tafel aus Magnesiumblech hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die innere Tafel aus einem Blech der Magnesiumlegierung AZ31 hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2,

wobei die einteilige Verstärkungstafel durch verstärkende Riffelungen gekennzeichnet ist und mehrere Durchbrüche zum Montieren von Hardware definiert;

wobei die einteilige Verstärkungstafel mindestens teilweise eine Seitenwand definiert, die lateral vom Umfang der einteiligen Verstärkungstafel ausgeht; und

wobei die einteilige Verstärkungstafel zumindest teilweise eine zweite Seitenwand auf der gegenüberliegenden Seite der einteiligen Verstärkungstafel definiert.
Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, ferner mit einer Tür-Hardware, die mit der inneren Tafel an den mehreren Durchbrüchen wirksam verbunden ist und sich zumindest teilweise innerhalb des Hohlraums befindet. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2,

wobei die innere Tafel und die äußere Tafel zumindest teilweise eine Fensteröffnung definieren; und wobei

die innere Tafel und die äußere Tafel jeweils einen Fensterrahmen einschließen, der zumindest teilweise die Fensteröffnung definiert.
Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die einteilige Verstärkungstafel aus einem Blech der Aluminiumlegierung in der Reihe 7XXX hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die einteilige Verstärkungstafel aus einem Blech der Aluminiumlegierung in der Reihe 2XXX hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die einteilige Verstärkungstafel aus einem Blech der Aluminiumlegierung AA5083 hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, wobei die einteilige Verstärkungstafel aus einem superplastischen geformten oder schnell-plastischen geformten Blech der Aluminiumlegierung hergestellt ist. Fahrzeugschließanordnung nach Anspruch 2, ferner mit Verstärkungen, die an der inneren, der äußeren und der einteiligen Verstärkungstafel angebracht sind. Schließanordnung für ein Fahrzeug, mit:

einer inneren Tafel;

einer äußeren Tafel, die mit der inneren Tafel so wirksam verbunden ist, dass die innere Tafel und die äußere Tafel dazwischen einen Hohlraum definieren;

einer einteiligen Verstärkungstafel, die an der inneren Tafel und äußeren Tafel und in dem Hohlraum angebracht ist;

wobei die innere, die äußere und/oder die einteilige Verstärkungstafel aus einem ersten Blechtyp hergestellt sind;

wobei zumindest eine andere der inneren, der äußeren oder der einteiligen Verstärkungstafel aus einem zweiten Blechtyp hergestellt ist;

wobei das erste Blech ein nachhärtbares Aluminiumblech oder ein Blech aus einer nachhärtbaren Aluminiumlegierung ist;

wobei das zweite Blech ein Magnesiumblech ist;

wobei die äußere Tafel aus Aluminiumblech hergestellt ist;

wobei die innere Tafel aus einem Blech der Magnesiumlegierung AZ31 hergestellt ist; und

wobei die einteilige Verstärkungstafel aus einem Blech der Aluminiumlegierung in der Reihe 7XXX hergestellt ist.






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