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Dokumentenidentifikation DE102005042110A1 08.03.2007
Titel Vorrichtung und Verfahren zum Ansteuern eines elektromagnetischen Aktors
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Bachmaier, Georg, 80538 München, DE;
Ertl, Michael, 90427 Nürnberg, DE;
Gottlieb, Bernhard, Dr., 81739 München, DE;
Kappel, Andreas, Dr., 85649 Brunnthal, DE;
Mock, Randolf, 85662 Hohenbrunn, DE;
Schwebel, Tim, Dr., 80337 München, DE;
Wallenhauer, Carsten, 01987 Schwarzheide, DE
DE-Anmeldedatum 05.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005042110
Offenlegungstag 08.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.03.2007
IPC-Hauptklasse H01F 7/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Zur Verkürzung der Verzugszeiten beim Schließen eines elektromagnetischen Aktors wird vorgeschlagen, den Abbau des magnetischen Flusses durch Anlegen eines Umkehrstroms (60) zu beschleunigen. Die Dauer des Umkehrpulses (60) wird vorzugsweise so gewählt, dass sich ein Minimum der Magnetkraft ergibt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ansteuern eines elektromagnetischen Aktors, mit der eine Magnetspule des elektromagnetischen Aktors mit einem Schaltstrom beaufschlagbar ist, der einen magnetischen Fluss erzeugt, der einen Stellvorgang eines Magnetankers des elektromagnetischen Aktors hervorruft.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Ansteuern eines elektromagnetischen Aktors.

Elektromagnetische Aktoren kommen unter anderem beim Betätigen von Einspritzventilen zum Einsatz. Moderne Verbrennungsmotoren, die einen möglichst geringen Verbrauch und eine möglichst niedrige Emission aufweisen sollen, verlangen nach einer Kraftstoffzumessung für einen einzelnen Verbrennungsvorgang in mehreren Teilmengen mit sehr kurzer zeitlicher Abfolge. Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Einspritzvorgängen liegen typischerweise zwischen 200 &mgr;s und 400 &mgr;s. Dabei kommt es auf auch eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Dauer und dem zeitlichen Abstand der Teilmengen an.

Schnellwirkende elektromagnetische Aktoren, die in der Hochdruck-Benzin-Direkteinspritzung zur Anwendung kommen, verfügen über Magnetspulen mit hoher Induktivität. Die hohe Induktivität der Magnetspulen bewirkt, dass der Auf- und Abbau des Magnetfelds beim Öffnen und Schließen des Einspritzventils verhältnismäßig lang verzögert wird. Da die Magnetkraft dem Magnetfeld monoton folgt, zeigt der Verlauf der Magnetkraft ebenfalls einen unerwünschten zeitlichen Versatz gegenüber dem Verlauf des Spulstroms durch die Magnetspule. Durch die Magnetkraft wird aber das Ventilstellglied betätigt, so dass letztendlich die den Dosiervorgang bestimmende Stellung des Ventilstellglieds mit starker Verzögerung dem Spulenstrom durch die Magnetspule folgt.

Abgesehen von möglichst kleinen Verzögerungszeiten sind auch möglichst geringe Flugzeiten zwischen dem geschlossenen und dem offenen Ventilzustand des Ventilstellglieds von Vorteil, da sich während der Flugphase des Ventilstellgliedes kein reproduzierbares Dosierverhalten sowie kein definiertes Strahlbild ergibt.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur verbesserten Ansteuerung eines elektromagnetischen Aktors zu schaffen.

Diese Aufgaben werden durch die Vorrichtung und das Verfahren mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. In davon abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen angegeben.

Bei der Vorrichtung und dem Verfahren wird die Magnetspule beim Abbau des magnetischen Flusses durch eine Steuervorrichtung mit einem der Richtung des Schaltstromes entgegengesetzten und den Abbau des magnetischen Flusses beschleunigenden Umkehrstrom beaufschlagt. Dadurch kann der magnetische Fluss in der Magnetspule wesentlich rascher abgebaut werden als beim Stand der Technik. Dementsprechend verkürzen sich die Abfallzeiten beim Abbau des magnetischen Flusses durch die Magnetspule. Folglich ergeben sich auch deutlich verkürzte Schaltzeiten.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform hält die Steuervorrichtung den Umkehrstrom so lange aufrecht, bis ein Minimum der auf den Magnetanker wirkenden Magnetkraft erreicht ist. Dadurch kann die Schaltzeit des Magnetankers minimiert werden.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Umkehrstrom vor dem ersten Prellkontakt abgeschwächt. Dadurch wird die auf den Magnetanker wirkende Anzugskraft verringert und die Prellbewegung des Magnetankers gedämpft.

Die auf den Magnetanker wirkende Anzugskraft kann vor dem ersten Prellkontakt auch dadurch verringert werden, dass vor dem ersten Prellkontakt ein entsprechend dem Schaltstrom gerichteter Dämpfstrom an den Magnetanker angelegt wird, durch den die Bewegung des Magnetankers abgebremst wird. Dadurch kann die Prellbewegung weiter gedämpft werden.

Da die Verzugszeiten beim Abbau des magnetischen Flusses in der Magnetspule von der Temperatur abhängig sind, wird bei einer bevorzugten Ausführungsform der Verlauf des Umkehrstroms oder des Dämpfstroms entsprechend der jeweils herrschenden Temperatur gesteuert.

Vorzugsweise werden die Vorrichtung und das Verfahren zur Ansteuerung von Einspritzventilen verwendet. Da zur Motorsteuerung ebenfalls unterschiedliche temperaturabhängige Einspritzprofile verwendet werden, können die temperaturabhängigen Stromprofile des Umkehrstroms und des Dämpfungsstroms bei der Gestaltung der Einspritzprofile berücksichtigt werden.

Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachfolgenden Beschreibung hervor, in der Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung im Einzelnen erläutert werden. Es zeigen:

1 einen Querschnitt durch einen elektromagnetischen Aktor zusammen mit einer Steuerung;

2 bis 7 den zeitlichen Verlauf der Spannung, des Stromes, des Nadelhubs, der Magnetkraft, des magnetischen Flusses sowie der Wirbelstromverluste und der ohmschen Spulenverluste eines elektromagnetischen Aktors von der in 1 dargestellten Art;

8 bis 11 die Ergebnisse einer Simulationsrechnung, insbesondere den eingeprägten Strom, den magnetischen Fluss, die Magnetkraft und den Nadelhub bei lang andauerndem Umkehrstrom;

12 bis 15 die Ergebnisse einer Simulationsrechnung, insbesondere den eingeprägten Strom, den magnetischen Fluss, die Magnetkraft und den Nadelhub bei Umkehrstrompulsen mit unterschiedlichen Amplituden;

16 bis 19 die Ergebnisse von Simulationsrechnungen, insbesondere den eingeprägten Strom, den magnetischen Fluss, die Magnetkraft und den Nadelhub bei Umkehrstrompulsen unterschiedlicher Dauer;

20 ein Diagramm, in dem die Verzugszeit in Abhängigkeit von der Umkehrpulsdauer dargestellt ist;

21 einen Nadelhub und ein Stromprofil mit Dämpfungsstrom;

22 bis 24 die Ergebnisse von Simulationsrechnungen, insbesondere die Verlustleistung, die Magnetkraft und der Nadelhub bei unterschiedlichen Temperaturen; und

25 die radiale Verteilung der axialen Komponente des Magnetfelds im Magnetanker.

1 zeigt einen Querschnitt durch ein elektromagnetisches Schaltventil 1, mit dem sich Kraftstoff in einen nicht dargestellten Brennraum einspritzen lässt. Das Einspritzen des Kraftstoffs in den Brennraum erfolgt dabei durch einen Ventilsitz 2, der eine zentrale Ventilöffnung 3 aufweist. Die Ventilöffnung 3 kann mit einer Ventilnadel 4 passgenau geschlossen werden. Die Ventilnadel 4 ist an einem Magnetanker 5 angebracht, der zusammen mit einem Ventilkern 6 und einem Gehäusejoch 7 einen magnetischen Kreis bildet, in dem der von einer Magnetspule 8 erzeugte magnetische Fluss fließen kann.

Der Magnetanker 5 wird in Ruhestellung von einer im Inneren des Magnetankers 5 und des Ventilkerns 6 angeordneten Rückstellfeder 9 gegen den Ventilsitz 2 gedrückt. Dabei liegt zwischen dem Ventilkern 6 und dem Magnetanker 5 ein Zwischenraum 10 mit einer typischen Breite von etwa 25 &mgr;m vor. Dementsprechend kurz ist der Stellweg der Ventilnadel 4 und des Magnetankers 5. Insofern kann auch von einem Kurzhub-Schaltventil gesprochen werden.

Der Zwischenraum 10 ist nach außen hin durch einen Dichtmanschette 11 abgedichtet, die von einer Dichthülse 12 gehalten ist, die im Bereich der Ventilnadel 4 ein Nadelrohr 13 hält.

Die Rückstellfeder 9, die im Inneren des Ventilkerns 6 angeordnet ist, liegt mit der Außenseite an der Innenwand einer Kraftstoffleitung 14 an und ist von einem Einsatzrohr 15 abgestützt.

Der Ventilkern 6 verfügt schließlich über einen Kraftstoffeinlass 16, in den ein Kraftstofffilter 17 eingesetzt ist. Vom Kraftstoffeinlass 16 gelangt der Kraftstoff durch die Kraftstoffleitung 14 in den Bereich des Magnetankers 5, wo er in den Außenraum eintreten kann und an der Ventilnadel 4 vorbei zu der Ventilöffnung 3 gelangt.

Das Schaltventil 1 wird von einer Steuerung 18 in Abhängigkeit von Motorparametern 19 und vorgegebenen Steuerprofilen 20 gesteuert. Beispielsweise können die Einspritzzeit und die Einspritzmenge von der Motortemperatur abhängen.

Schaltventile 1 von der in 1 dargestellten Art weisen Magnetspulen 8 mit großer Induktivität auf. In 2 ist ein typischer Spannungsverlauf 21 eines Schaltzyklus 22 dargestellt, während in 3 ein typischer Stromverlauf 23 dargestellt ist.

Es sei angemerkt, dass die Spannung an die Magnetspule 8 in gepulster Form angelegt wird.

Der Schaltzyklus 22 beginnt, wie in 3 dargestellt, mit einem Vormagnetisieren 24. Daran schließt sich ein Öffnen 25 und ein Halten 26 an, bis der Schaltzyklus 22 mit einem Schließen 27 beendet wird.

Während des Vormagnetisierens 24 wird zunächst eine Dauerspannung 28 angelegt, während der der Stromverlauf 23 entsprechend der zunehmenden Magnetisierung des Magnetkreises langsam ansteigt. An die Dauerspannung 28 schließt sich eine Pulsfolge 29 an, durch die die Vormagnetisierung auf konstantem Niveau gehalten wird.

Während des Öffnens 25 wird ein Spannungspuls 30 an die Magnetspule 8 angelegt, dessen Amplitude aufgrund der sich beim Öffnen 25 verringernden Induktivität der Magnetspule 8 langsam abfällt. Durch einen Gegenpuls 31 wird schließlich Energie aus der Magnetspule 8 zurückgewonnen. Während des Haltens 26 liegt wiederum eine Pulsfolge 32 an der Magnetspule 8 an, der beim Schließen 27 ein Umkehrpuls 33 folgt, durch den die in der Magnetspule 8 erzeugte induzierte Spannung kompensiert wird.

Gemäß 3 steigt der Stromverlauf 23 während des Vormagnetisierens zunächst langsam an, um schließlich während des Öffnens 25 steil anzusteigen. Damit kann beispielsweise eine Übermagnetisierung des Magnetkreises erreicht werden, durch die das Öffnen 25 beschleunigt wird. Nach dem Ende des Spannungspulses 30 fällt der Stromverlauf 23 erneut ab und kehrt nach dem Gegenpuls 31 auf ein mittleres Niveau zurück, bis zu Beginn des Schließens 27 der Stromverlauf 23 auf Null abfällt.

In 4 ist ein zugehöriger Nadelhub 34 dargestellt. 5 zeigt einen Magnetkraftverlauf 35, der im Wesentlichen dem in 6 dargestellten Verlauf 36 des magnetischen Flusses durch den Magnetkreis folgt. 7 zeigt schließlich eine Verteilung 37 der Wirbelstromverluste und eine Verteilung 38 der ohmschen Spulenverluste über den Schaltzyklus 22 hinweg.

Da die Bewegung der Ventilnadel 4 erst dann einsetzt, wenn die in 5 dargestellte Magnetkraft größer als die Federkraft der Rückstellfeder 9 ist, setzt sich die Ventilnadel 4 beim Öffnen 25 mit einem Verzug 39 in Bewegung. Auch beim Schließen 27 des Schaltventils 1 tritt ein Verzug 40 auf, da die Bewegung der Ventilnadel 4 erst dann einsetzt, wenn die Magnetkraft kleiner als die Federkraft ist. Ferner sei auf Prellvorgänge 41 und 42 hingewiesen, die sich an die Flugphase der Ventilnadel 4 anschließen. Insbesondere der Prellvorgang 42 nach einem ersten Prellkontakt 43 ist besonders ausgeprägt.

Der Verzug 39 und der Verzug 40 betragen typischerweise jeweils etwa 100 &mgr;s. Auch die Prellsprünge können 100 &mgr;s dauern. Andererseits muss bei Brennverfahren, die zugleich einen möglichst geringen Verbrauch und eine möglichst niedrige Emission aufweisen sollen, die Kraftstoffzumessung für einen einzelnen Verbrennungsvorgang in mehreren Teilmengen mit sehr kurzer zeitlicher Abfolge mit Pulsabständen von 200 &mgr;s bis etwa 400 &mgr;s erfolgen. Der Verzug 39 und der Verzug 40 beschränken daher den möglichen minimalen Pulsabstand.

Hinzu kommt, dass insbesondere der Prellvorgang 42 ein unkontrolliertes Öffnen des Schaltventils 1 mit sich bringt. Dieses Öffnen kann den Dosiervorgang erheblich verfälschen.

Das dynamische Verhalten von Schaltventilen 1 wurde daher mit Hilfe dynamischer Finite-Elemente-Simulationen analysiert. Dabei wurde sowohl die Dynamik des elektromagnetischen Feldes als auch das mechanische Verhalten des Schaltventils 1 während des Schließens 27 untersucht. Insbesondere wurde auch ein Modell für den Prellvorgang 42 entwickelt.

Die durchgeführten Simulationen haben gezeigt, dass die Schließzeit &Dgr;T des Schaltventils 1 erheblich verkürzt werden kann, wenn die Steuerung 18 die Magnetspule 8 mit einem Umkehrstrom begrenzter Dauer beaufschlagt. Unter Schließzeit soll dabei die Zeitspanne zwischen dem Zeitpunkt, zu dem der Strom durch die Magnetspule 8 den Wert Null annimmt, und dem Zeitpunkt des ersten Prellkontakts 43 verstanden werden.

Dies soll nunmehr anhand der folgenden Zeichnungen näher erläutert werden.

In den 8 bis 11 sind jeweils Stromverläufe 44, Magnetflussverläufe 45 sowie Magnetkraftverläufe 46 und Nadelhübe 47 eingezeichnet.

Die Stromverläufe 44 zeichnen sich dadurch aus, dass nach dem Nulldurchgang Umkehrströme 48 unterschiedlicher Stärke an die Magnetspule 8 angelegt werden. Die Stärke der Umkehrströme wurde mit der Maßzahl 0, x0,5, x1 und x2 bezeichnet. In 10, in der der Verlauf der Magnetkraft dargestellt ist, zeigt eine waagrechte Linie schließlich das Niveau der Federvorspannung 49 an.

Bereits anhand der 8 bis 11 ist erkennbar, dass die Umkehrströme 48 eine Verkürzung der Schließzeiten &Dgr;T bewirken. Allerdings führt ein permanenter Umkehrstrom 48 dazu, dass sich im Magnetkreis erneut ein magnetischer Fluss aufbaut, der zum Anzug des Magnetankers 5 führt. Dementsprechend wird das Ventil unter Umständen erneut geöffnet. Beim Umkehrstrom 48 mit der Maßzahl x2 kommt es beispielsweise gar nicht zu einem vollständigen Schließen des Schaltventils 1. Bei den Umkehrströmen 48 mit den Maßzahlen x1 und x0,5 dagegen ist das Schaltventil 1 wenigstens zeitweise geschlossen.

Dieses Verhalten kann bei dicht aufeinander folgenden Schließvorgängen ausgenutzt werden, indem aufeinander folgende Schließvorgänge jeweils mit entgegen gerichteten Schaltströmen 50 ausgeführt werden, wobei die Umkehrströme 48 zwischen den Schaltströmen 50 jeweils zum Verkürzen der Schließzeiten &Dgr;T und zum Vormagnetisieren für den nachfolgenden Schaltzyklus dienen.

Eine weitere Möglichkeit, mit Umkehrströmen zu arbeiten, ist in den 12 bis 15 dargestellt, in denen jeweils entsprechend den 8 bis 11 Stromverläufe 51, Magnetflussverläufe 52, Magnetkraftverläufe 53 sowie Ventilhübe 54 dargestellt sind.

Die Stromverläufe 51 unterscheiden sich jeweils hinsichtlich der Amplitude und der Dauer von Umkehrpulsen 55. In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass die Flankensteilheit der Umkehrpulse 55 nicht beliebig steil gewählt werden kann, da die Steuerelektronik der Steuerung 18 nicht beliebig steile Stromtransienten liefern kann. Außerdem ist die Diffusionsgeschwindigkeit des magnetischen Feldes im magnetischen Kreis begrenzt. Dies hat zur Folge, dass auch bei einer idealen sprunghaften Stromumkehr aufgrund der induzierten Wirbelströme und deren Diffusionen der Abfall des magnetischen Flusses allmählich erfolgt.

15 lässt sich jedenfalls entnehmen, dass die Schließzeit &Dgr;T umso kleiner ist, je größer die Amplitude und die Dauer des Umkehrpulses 55 ist.

In den 16 bis 19 sind schließlich Stromverläufe 56, Magnetflussverläufe 57, Magnetkraftverläufe 58 und Nadelhübe 59 dargestellt.

Bei den Stromverläufen 56 werden jeweils Umkehrpulse 60 mit gleicher Amplitude aber unterschiedlicher Dauer an die Magnetspule 8 angelegt. Aus 19 geht hervor, dass durch Umkehrpulse 60 längerer Dauer eine Verkürzung der Schließzeit &Dgr;T erreicht wird.

Es sei angemerkt, dass in 17 nicht der Betrag des magnetischen Flusses, sondern ein Vorzeichen behafteter magnetischer Fluss eingetragen ist. Anhand 17 wird deutlich, dass mit zunehmender Dauer der Umkehrpulse 60 der Betrag des magnetischen Flusses erneut zunimmt. Dementsprechend steigt auch die Magnetkraft nach dem ersten Prellkontakt erneut an. Bei ungünstiger Wahl der Länge der Umkehrpulse 60 können dadurch sogar Prellsprünge vergrößert werden.

Um eine geeignete Pulsdauer für die Umkehrpulse 60 zu ermitteln, kann beispielsweise die ermittelten Schließzeiten &Dgr;T gegen die Dauer &Dgr;t der Umkehrpulse aufgetragen wird. 20 zeigt ein entsprechendes Diagramm. Ein Datenpunkt 61 gibt die Schließzeit &Dgr;T ohne Umkehrstrom an. Ein weiterer Datenpunkt 62 entspricht einer Schließzeit &Dgr;Tmin bei einer Dauer &Dgr;tmin eines Umkehrpulses 60. Der Datenpunkt 62 stellt ein Minimum für die Schließzeit &Dgr;T dar. Dadurch ergibt sich gegenüber dem Datenpunkt 61 eine Verkürzung 63 der Schließzeit &Dgr;T.

In 21 ist schließlich ein Stromverlauf 64 dargestellt, bei dem zwar zunächst ein Umkehrpuls 65 angelegt wird, dem aber noch vor dem ersten Prellkontakt 43 ein Dämpfstrompuls 66 folgt. Durch den Dämpfstrompuls 66 wird die Bewegung des Magnetankers 5 vor Erreichen des ersten Prellkontakts abgebremst, so dass der Prellvorgang 42 gedämpft wird. Allerdings müssen in diesem Fall der Zeitpunkt und die Zeitdauer des Dämpfstrompulses 66 in Abhängigkeit von der Temperatur des Schaltventils gewählt werden, da ein Dämpfstrompuls 66 zum falschen Zeitpunkt den Prellvorgang 42 verstärken kann.

In den 22 bis 24 sind Wirbelstromverluste 67 sowie Magnetkraftverläufe 68 und Nadelhübe 69 in Abhängigkeit von der Zeit für verschiedene Temperaturen dargestellt. Anhand der in 24 dargestellten, für unterschiedliche Temperaturen berechneten Nadelhübe 69 wird deutlich, dass der Verzug 40 temperaturabhängig ist.

Das Anlegen eines Umkehrstroms führt in der Regel unabhängig von der Temperatur zu einer Verkürzung des Verzugs 40. Wenn jedoch ein mit dem Schaltstrom gleichgerichteter Dämpfstrom angelegt wird, kommt es auf den Zeitpunkt des Dämpfstrompulses 66 an.

In 25 ist eine radiale Magnetfeldverteilung 70 der axialen Komponente des Magnetfelds und eine Wirbelstromverteilung 71 dargestellt. Anhand von 25 ist erkennbar, dass beim Schließen 27 im Magnetanker Wirbelströme angeworfen werden, die zunächst ein inneres Magnetfeld 72 aufrechterhalten. Durch die Wirbelströme wird allerdings auch ein äußeres Magnetfeld 73 erzeugt, das dem inneren Magnetfeld 72 entgegengesetzt ist. Das äußere Magnetfeld 73 dringt während des Schließens 27 langsam vom äußeren Rand des Magnetankers 5 in das Innere des Magnetankers 5 vor. Wenn der vom inneren Magnetfeld 72 erzeugte innere magnetische Fluss gleich dem vom äußeren Magnetfeld 73 erzeugten äußeren magnetischen Fluss ist, erreicht die Magnetkraft ihr Minimum. Dieser Vorgang kann durch das Anlegen eines Umkehrstroms, der das äußere Magnetfeld 73 verstärkt, beschleunigt werden.


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Ansteuern eines elektromagnetischen Aktors (1), mit der eine Magnetspule des elektromagnetischen Aktors (1) mit einem Schaltstrom (50) beaufschlagbar ist, der einen magnetischen Fluss erzeugt, der einen Stellvorgang eines Magnetankers (5) hervorruft, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetspule (8) durch die Vorrichtung beim Abbau des magnetischen Flusses mit einem der Richtung des Schaltstroms (50) entgegengesetzten und den Abbau des magnetischen Flusses beschleunigenden Umkehrstrom (48, 55, 60, 65) beaufschlagbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung den Umkehrstrom (55, 60, 65) den Umkehrstrom über eine Zeitspanne aufrechterhält, die die Magnetkraft in dem Bereich eines Minimums (62) bringt. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung den Umkehrstrom vor dem ersten Prellkontakt abschwächt. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung vor dem ersten Prellkontakt (43) einen mit dem Schaltstrom (50) gleichgerichteten Dämpfstrom (66) an die Magnetspule (8) anlegt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer des Umkehrstroms (55, 65) temperaturabhängig ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der elektromagnetische Aktor ein Einspritzventil (1) ist. Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Information zum Erzeugen des Umkehrstroms (48, 55, 60, 65) in vorbestimmten Werten für Parameter der Motorsteuerung enthalten sind. Verfahren zum Ansteuern eines elektromagnetischen Aktors (1), bei dem eine Magnetspule (8) des elektromagnetischen Aktors (1) mit einem Schaltstrom (50) beaufschlagt wird, von dem ein magnetischer Fluss erzeugt wird, durch den ein Magnetanker (5) bewegt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetspule (8) beim Abbau des magnetischen Flusses mit einem der Richtung des Schaltstroms entgegengesetzten und den Abbau des magnetischen Flusses beschleunigenden Umkehrstrom (48, 55, 60, 65) beaufschlagt wird. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Umkehrstrom (55, 60, 65) angelegt wird, bis die Magnetkraft minimiert worden ist. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Umkehrstrom vor dem ersten Prellkontakt (43) abgeschwächt wird. Verfahren nach Annspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegung des Magnetankers (5) vor dem ersten Prellkontakt (43) durch einen mit dem Schaltstrom (50) gleichgerichteten Dämpfstrom (66) abgebremst wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer des Umkehrstroms (55, 60, 65) in Abhängigkeit von der Temperatur des elektromagnetischen Aktors (1) gewählt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Einspritzventil (1) als elektromagnetischer Aktor verwendet wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass Stellvorgänge des Einspritzventils (1) entsprechend vorbestimmten Werten für die Motorsteuerung gesteuert wird.






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