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Dokumentenidentifikation DE202006018305U1 08.03.2007
Titel Cajon
Anmelder Priel, Gerhard, 73333 Gingen, DE
Vertreter Ruckh, R., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 73277 Owen
DE-Aktenzeichen 202006018305
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.03.2007
Registration date 01.02.2007
Application date from patent application 02.12.2006
IPC-Hauptklasse G10D 13/02(2006.01)A, F, I, 20061202, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Cajon gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Cajons der eingangs genannten Art stellen Perkussions-Instrumente dar, die ursprünglich aus Südamerika stammen. Die im 19. Jahrhundert erstmals eingesetzten Cajons bestanden aus einfachen Transportkisten, die anstelle von Trommeln verwendet und mit den Händen bespielt wurden.

Auch bei heute üblicherweise eingesetzten Cajons handelt es sich im Wesentlichen um Holzkisten mit einer Schlagfläche, wobei in eine Wand einer derartigen Holzkiste ein Schall-Loch eingearbeitet ist.

Zur Bedienung eines Cajons sitzt die jeweilige Person typischerweise auf der Oberseite des kastenförmigen Cajons auf, so dass sie mit beiden Händen die Schlagfläche des Cajons betätigen kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Cajon mit erweiterter Funktionalität bereitzustellen.

Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des Anspruchs 1 vorgesehen. Vorteilhafte Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Das erfindungsgemäße Cajon besteht aus einem Gehäuse. Die Außenseite der Wand des Gehäuses bildet eine Schlagfläche. Auf die Schlagfläche ist eine Kunststoffschicht aufgebracht.

Überaschenderweise werden die Klangeigenschaften des Cajons durch Aufbringen der Kunststoffschicht auf die die Schlagfläche bildende Außenseite der Frontwand des vorzugsweise aus Holz bestehenden Gehäuses signifikant verbessert.

Ein weiterer wesentlicher, sich daraus ergebender Vorteil besteht darin, dass das Gehäuse, insbesondere dessen Frontwand, aus kostengünstigem Sperrholz bestehen kann, so dass das Cajon bei geringen Herstellkosten dennoch gute Klangeigenschaften aufweist.

Die Kunststoffschicht, die bevorzugt in Form einer Kunststofffolie ausgebildet ist, ist selbst kostengünstig herstellbar und kann durch Auflaminieren oder Aufkleben schnell und rationell auf der Außenseite der Frontwand des Cajons aufgebracht werden.

Die Kunststoffschicht kann transparent ausgebildet sein. In diesem Fall ist diese nahezu unsichtbar und beeinflusst so das optische Erscheinungsbild des Cajons nicht.

Weiterhin kann die Kunststoffschicht gezielt bestimmte Musterungen, Motive, Aufschriften und dergleichen aufweisen. In diesem Fall kann die Kunststoff schicht als Design- oder Werbeelement genutzt werden. Hier ist es besonders vorteilhaft, wenn die Kunststoffschicht aus einer Kunststofffolie besteht, die bedruckt werden kann. Durch die Bedruckung der Kunststofffolie kann deren Gestaltung auf kostengünstige Weise variabel vorgegeben werden.

Die Erfindung ist für Cajons unterschiedlichen Typs einsetzbar. Einerseits kann dabei die Schlagfläche des Cajons an der Oberseite des Cajons vorgesehen sein. Besonders vorteilhaft ist die Schlagfläche von der Außenseite der Frontwand des Cajons gebildet. Weiterhin können im Innenraum des Cajons Klangobjekte wie Snareteppichsegmente, Saiten und/oder Glöckchen vorgesehen sein, wobei diese insbesondere in Kontakt mit der Innenseite der Wand stehen, deren Außenseite die Schlagfläche bildet.

Die Erfindung wird im Nachstehenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:

1: Perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Cajons.

2: Draufsicht auf die Rückseite des Cajons gemäß 1.

3: Querschnitt durch die Frontwand des Cajons gemäß 1.

Die 1 bis 3 zeigen ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Cajons 1. Das Cajon 1 weist ein im Wesentlichen quaderförmiges Gehäuse 2 auf. Das Gehäuse 2 besteht im vorliegenden Fall vollständig aus Holz.

Das in den 1 und 2 in einer Gesamtdarstellung gezeigte Cajon 1 wird von einer Person bespielt, die auf diesem Cajon 1 aufsitzt. Dementsprechend bildet die Oberseite 3 des Cajons 1 eine Sitzfläche für die aufsitzende Person.

An der Unterseite des Cajon 1 befinden sich Fußteile 4 zum Aufstellen des Cajons 1 auf einer Unterlage.

Die Außenseite der Frontwand 5 des Gehäuses 2 bildet die Schlagfläche des Cajons 1. Diese Schlagfläche wird von der jeweiligen auf dem Cajon 1 sitzenden Person mit den Händen bespielt.

Wie aus 2 ersichtlich, ist in der Rückwand 6 des Gehäuses 2 ist ein kreisrundes Schall-Loch 7 eingearbeitet. Alternativ kann das Schall-Loch 7 in einer Seitenwand des Gehäuses 2 angeordnet sein.

Vorteilhaft schließt an den Rand des Schall-Lochs 7 an der Innenseite der Rückwand 6 ein nicht dargestelltes hohlzylindrisches Formstück an, welches von der Innenseite der Rückwand 6 hervorsteht und in den Innenraum des Cajons 1 ragt. Die Höhe des Formstücks ist erheblich kleiner als der Abstand zwischen Rückwand 6 und Frontwand 5 des Gehäuses 2. Mit diesem Formstück werden die Bässe des Cajons 1 klanglich stärker betont, wobei die Klangwirkung durch eine geeignete Wahl der Abmessungen des Frontstücks vorgebbar ist.

Im Innenraum des einen Klangkörper bildenden Gehäuses 2 des Cajons 1 können zur Steigerung der Klangvielfalt geeignete Klangobjekte ortsfest angeordnet werden. Hierzu gehören Glöckchen, Saiten und dergleichen, die vorzugsweise im Bereich der Frontwand 3 angeordnet sind. Die Saiten können durch auf die Innenseite der Frontwand 3 aufgeklebte Klettbänder gedämpft werden. Die Glöckchen können an geeigneten Aufnahmen wie zum Beispiel Holmen angeordnet sein.

Als weitere Ausführungsformen von Klangobjekten können Snareteppichsegmente vorgesehen sein, die vorteilhaft in einem vorgegebenen Anstellwinkel an der Innenseite der Frontwand 5 anliegen. Derartige Snareteppichsegmente können aus einer Mehrfachanordnung von parallel laufenden Metallspiralfedern gebildet sein, die an einem Ende an einer Halterung im Innenraum des Gehäuses 2 so befestigt sind, dass deren freie Enden in dem Anstellwinkel auf die Innenseite der Frontwand 5 geführt sind und dort mit einem gewissen Anpressdruck anliegen.

Durch die Anbringung derartiger Snareteppichsegmente im Innenraum des Gehäuses 2 kann mit dem Cajon 1 ein schlagzeugähnlicher Klang erzielt werden.

Weiterhin können im Innenraum des Gehäuses 2 Dämpfungssegmente angeordnet werden, insbesondere an den Innenseiten der Seitenwände, des Bodens, der Decke oder der Rückwand 6 des Gehäuses 2. Die Dämpfungssegmente können aus Schaumstoff oder dergleichen bestehen. Dabei können diese eine strukturierte Oberfläche aufweisen.

Auf die Außenseite der Frontwand 5 des Gehäuses 2 ist eine Kunststoffschicht aufgebracht. Diese Kunststoffschicht besteht, wie in 3 schematisch dargestellt, aus einer Kunststofffolie 8, die auf die Frontwand 5 aufgeklebt ist. Die Kunststofffolie 8 besteht im vorliegenden Fall aus PVC (Polyvinylchlorid) insbesondere aus Polymer PVC. Die Klebeschicht 9 zur Fixierung der Kunststofffolie 8 auf der Außenseite der Frontwand 5 besteht aus Polyacrylat. Alternativ kann eine Kunststoffschicht auf die Frontwand 5 auflaminiert werden.

Die Kunststofffolie 8 erstreckt sich im vorliegenden Fall über die gesamte Fläche der Außenseite der Frontwand 5. Prinzipiell kann die Kunststofffolie 8 nur Teile der Frontwand 5 bedecken.

Die Schichtdicke der Kunststofffolie 8 oder allgemein der Kunststoffschicht ist über deren gesamte Fläche zumindest näherungsweise konstant. Die Schichtdicke liegt typischerweise im Bereich zwischen 0,05mm und 0,1 mm und beträgt vorzugsweise etwa 0,075mm. Insbesondere für den Fall, dass die Kunststoffschicht nur Teile der Frontwand 5 bedeckt, kann die Schichtdicke auch erheblich größer sein.

Durch die Aufbringung der Kunststofffolie 8 auf die Frontwand 5 des Gehäuses 2 werden die Klangeigenschaften des Cajons 1 verbessert. Damit können kostengünstige Sperrholzvarianten zur Ausbildung des Gehäuses 2 verwendet werden, wobei das Cajon 1 dennoch gute Klangeigenschaften aufweist.

Die Kunststofffolie 8 kann generell transparent oder in unterschiedlichen Farben gestaltet sein. Weiterhin ist die Kunststofffolie 8 bedruckbar. Durch die Bedruckung der Kunststofffolie 8 kann die Frontwand 5 mit unterschiedlichen Aufschriften, Graphiken oder sonstigen Motiven versehen werden.

1
Cajon
2
Gehäuse
3
Oberseite
4
Fußteil
5
Frontwand
6
Rückwand
7
Schall-Loch
8
Kunststofffolie
9
Klebeschicht


Anspruch[de]
Cajon mit einem Gehäuse, wobei die Außenseite der Wand des Gehäuses eine Schlagfläche bildet, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Schlagfläche eine Kunststoffschicht aufgebracht ist. Cajon nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand, deren Außenseite die Schlagfläche bildet, aus Holz besteht. Cajon nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Kunststoffschicht über die gesamte Schlagfläche erstreckt. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffschicht zumindest näherungsweise eine konstante Schichtdicke aufweist. Cajon nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke im Bereich von 0,05mm bis 0,1mm liegt. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffschicht aus PVC (Polyvinylchlorid) besteht. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffschicht auf die Schlagfläche auflaminiert ist. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffschicht von einer Kunststofffolie (8) gebildet ist. Cajon nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststofffolie (8) auf die Schlagfläche aufgeklebt ist. Cajon nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststofffolie (8) bedruckbar ist. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite der Frontwand (5) des Gehäuses (2) die Schlagfläche bildet. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite des Gehäuses (2) die Schlagfläche bildet. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) jeweils in einer Ebene verlaufende Seitenwände aufweist. Cajon nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass sich in der Rückwand (6) oder in einer Seitenwand des Gehäuses (2) ein Schall-Loch (7) befindet. Cajon nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass an den Rand des Schall-Lochs (7) ein sich in den Innenraum des Gehäuses (2) erstreckendes rohrförmiges Formstück anschließt. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass im Innenraum des Gehäuses (2) Klangobjekte angeordnet sind. Cajon nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Klangobjekte von Glöckchen und/oder Saiten gebildet sind. Cajon nach einem der Ansprüche 14 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Klangobjekte von Snareteppichsegmenten gebildet sind. Cajon nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Snareteppichsegmente in einem vorgegebenen Anstellwinkel an der Innenseite der Frontwand (5) des Gehäuses (2) anliegen. Cajon nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass an den Innenseiten des Gehäuses (2) Dämpfungssegmente angeordnet sind. Cajon nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungssegmente aus Schaumstoff bestehen. Cajon nach einem der Ansprüche 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungssegmente strukturierte Oberflächen aufweisen.






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