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Dokumentenidentifikation DE60029898T2 08.03.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001097909
Titel Verfahren zur Aufbereitung von Schlämmen oder Erde unter Anwendung von Branntkalk mit einer Mobilen Anlage
Anmelder Traitement Valorisation Décontamination, Heillecourt, FR
Erfinder Lionnet, Michel, 54260 Longuyon, FR;
Chemin, Jean-Louis, 94230 Cachan, FR;
Renat, Jean-Christophe, 54000 Nancy, FR
Vertreter Scheffler, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 30171 Hannover
DE-Aktenzeichen 60029898
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 03.10.2000
EP-Aktenzeichen 004700175
EP-Offenlegungsdatum 09.05.2001
EP date of grant 09.08.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.03.2007
IPC-Hauptklasse C02F 11/18(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse C02F 11/14(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Behandlung kontaminierter Schlämme oder Böden zur Ausrottung von Legionellen, Amöben, Bakterien und/oder anderer pathogener Stoffe, bei dem das zu behandelnde Produkt der Wirkung von Ätzkalk unterworfen wird.

Es ist bereits bekannt, Schlämme mit Kalk zu behandeln, um pathogene Keime zu entfernen. Die auf diese Weise behandelten Schlämme können zum Ausbringen von Böden wiederverwendet werden.

Die zum Einsatz dieses Verfahrens vorgeschlagenen Vorrichtungen sind von komplexer Konzeption und insbesondere für feste Einrichtungen vorgesehen.

Es ist ebenso bekannt, Schlämme durch Zugabe von Kalk nach dem Verfahren zu behandeln, das in der Patentschrift EP-A-0524245 beschrieben und beansprucht wird.

Das in dieser Patentschrift beschriebene Verfahren gebietet es, den Schlamm, dem bereits Kalk zugemischt wurde, einer zusätzlichen Wärmezufuhr zu unterwerfen.

Es besteht daher ein Bedarf an einfachen Vorrichtungen, die ein wirksames Kalken von Schlämmen erlauben, um daraus die verschiedenen pathogenen Keime zu entfernen, wobei die Vorrichtung beweglich und somit nacheinander an verschiedenen Orten durch zahlreiche Anwender verwendbar ist. Der Stand der Technik erwähnt das Dokument – Patent Abstracts of Japan – Vol. 1999, Nr. 10 (1999-08-01) sowie JP111400904A.

Dieses beschreibt eine Vorrichtung, die kontinuierlich funktioniert und zu einer kurzen Behandlung zur Verbesserung des Bodens (small recycle treatment) geeignet ist, die jedoch das Problem der Ausrottung von Bakterien nicht löst.

Der Stand der Technik erwähnt ferner das Dokument US-A-4,487,507.

Dieses betrifft eine Vorrichtung zur Behandlung flüssiger Produkte, welche zur Verfestigung oder wenigstens zur Verdichtung im Mischer durch Zugabe eines geeigneten Produkts bestimmt sind. Eine solche Vorrichtung funktioniert kontinuierlich.

Die Nachteile des Stands der Technik und die Probleme der Anpassung des Batch-Verfahrens werden durch die vorliegende Erfindung gelöst, welche aus einem Verfahren zur Behandlung kontaminierter Schlämme oder Böden zur Ausrottung von Legionellen, Amöben, Bakterien und/oder anderer pathogener Stoffe besteht, bei dem das zu behandelnde Produkt einer physikalisch-chemischen Behandlung durch Ätzkalk unterzogen wird,

dadurch gekennzeichnet, dass es in einer beweglichen Anlage durchgeführt wird, im Wesentlichen bestehend aus:

  • – einem Wägetrichter zur Lagerung und Versorgung mit Kalk;
  • – einer Entnahmevorrichtung mit Förderband, die den am Ausgang des Trichters zugeführten Kalk aufnimmt, um ihn zu und in einen Mischer zu leiten;
  • – einer Schlammwaage, die eine gegebene Menge an zu behandelndem Schlamm aufnimmt, um diesen zu dem Mischer zu leiten;
  • – einen Mischer, der den zu behandelnden Schlamm und den Kalk aufnimmt;
  • – eine Rinne zur Entnahme der behandelten Schlämme aus den Mischern am Ende des Behandlungszyklus und dadurch gekennzeichnet, dass die zu behandelnden Schlämme sequentiell in die Schlammwaage geleitet werden und dadurch gekennzeichnet, dass der Mischer die Kalkmenge aufnimmt, die an die Trockenheit des Schlammes, den er aufnimmt, angepasst ist.

Die Erfindung wird besser verständlich durch die anschließende Beschreibung, die an Hand eines nicht einschränkenden Beispiels in einer Einsatzweise ausgeführt ist, mit Hinweis auf den angefügten einzigartigen Entwurf, der eine Aufsicht auf die seitliche Ausdehnung einer erfindungsgemäßen Einrichtung darstellt.

Die im Verfahren der Erfindung verwendete Einrichtung, allgemein mit (1) bezeichnet, ist im allgemeinen auf einem Fahrgestell (2) angeordnet, welches sie beweglich macht, wobei das Fahrgestell an eine Zugmaschine (3) angehängt und von dieser gezogen werden kann. Zur Überwachung der Funktionsweise der Vorrichtung und zur Gewährleistung der unterschiedlichen aufeinander folgenden manuellen und visuellen Arbeitsgänge, wird eine versetzbare äußere Schnittstelle (4) hinzugefügt.

Die erfindungsgemäße Einrichtung umfasst im Wesentlichen:

  • – einen Wägetrichter (5) zur Lagerung und Versorgung mit Kalk,
  • – eine Entnahmevorrichtung (6) mit Förderband,
  • – eine Schlammwaage (7)
  • – einen Mischer (8),
  • – eine Rinne (11) zur Entnahme der behandelten Schlämme.

In der Folge wird jede Stelle der verwendeten Einrichtung beschrieben.

Der Wägetrichter (59) ist zur Aufnahme des zur Behandlung der Schlämme dienenden Ätzkalks bestimmt.

Er weist beispielsweise ein Volumen von 2 m3 auf und ist mit einem abnehmbaren gegliederten Deckel versehen. Er umfasst ein Schutzgitter auf der oberen Öffnung. Der Trichter ist ferner mit einem an sich bekannten Unwuchtunterbrecher versehen, um jegliche Abdichtung zu vermeiden.

Der Trichter (5) ist dazu vorgesehen, den Kalk aufzunehmen, der stromabwärts die Behandlung der Schlämme erlaubt.

Der vorzugsweise verwendete Kalk weist die folgenden Eigenschaften auf:

  • – eine Granulometrie von 1/50 mm, hauptsächlich vom Typ 5/17–5/22,
  • – Magnesium-Ätzkalk zu +/–20% MgO,
  • – durchschnittliche Siedetemperatur: +/–700°C,
  • – er umfasst etwaige an sich bekannte chemische Zusätze.

Beim Ausgang des Trichters (5) fällt der Kalk auf die Entnahmevorrichtung mit glattem Band, die klassischerweise durch einen Motor (9) angetrieben wird.

Die Menge des beförderten Kalks beträgt annähernd 15 bis 35 Gew.-% des zu behandelnden Schlammes, in Abhängigkeit von dessen Trockenheit.

Am Ende des Förderbandes wird der Kalk durch eine Rinne (10) in den Mischer (8) eingespeist.

Die zu behandelnden Schlämme werden sequentiell in eine Schlammwaage (7) geleitet.

Die in der Waage aufgenommenen Schlämme weisen die folgenden Eigenschaften auf:

  • – Trockenheit von 0 bis 100%, vorzugsweise und üblicherweise 5 bis 20%,
  • – Homogenisierung durch Vorbehandlung,
  • – Granulometrie 50 &mgr;m bis 20 mm.

Der Mischer nimmt die zu behandelnden Schlämme und die angemessene Menge an Kalk auf.

Die Eigenschaften der durchgeführten physikalischchemischen Behandlung sind bei einer Batch-Funktion die folgenden:

  • – Reaktionstemperatur zwischen 70°C und 110°C ohne Wärmezufuhr, wobei die Erhöhung der Wärme nur auf die Exothermie der Reaktion zurückgeht;
  • – exotherme Reaktionszeit:
  • – 2' bis 1 h 30 und mehr bei Temperaturen nahe 70°C,
  • – 2' bis 15' oder mehr bei Temperaturen nahe 110°C
  • – Mischzeit: 5 bis 10 Minuten.

Nach der Behandlung im Mischer findet die Reifung entweder in Mieten oder in Behältern statt, im Anschluss an die Entnahme des behandelten Produkts am Ausgang des Mischers.

Zur Ausrottung von Legionellen beträgt die erforderliche Reifung mehr als 1 h bei Temperaturen oberhalb von 70°C.

Zur Ausrottung von Amöben beträgt die erforderliche Reifung mehr als 15' bei Temperaturen oberhalb von 95°C.

Die durch die Rinne (11) entleerten behandelten Schlämme weisen die folgenden Eigenschaften auf:

  • – Abwesenheit von Legionellen, Amöben, Bakterien und anderen Pathogenen,
  • – Trockenheit oberhalb von 35%,
  • – Schwermetalle werden hydroxyliert, anschließend carboniert, somit in unlöslicher Form gebunden,
  • – Arsen und Cyanide werden neutralisiert,
  • – sie können in klassischen Deponien der Klasse 2 oder 3 nach geltenden Vorschriften gelagert werden

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind die folgenden:

  • – schneller Zyklus
  • – kein flüssiger Verwurf (es gibt kein Filtrat)
  • – keine Vorwärmung der Schlämme
  • – völlig selbständige bewegliche Einheit

Es versteht sich, dass das Fahrgestell, auf dem sich die Einrichtung befindet, mit klassischen elektrischen und informatischen Periphergeräten ausgestattet ist und zwar Schalt-, Mess- und Kontrolltafeln sowie Zufluss- und Kreislaufschnittstellen.


Anspruch[de]
Verfahren zur Behandlung der kontaminierten Schlämme oder Böden zur Ausrottung der Legionellen, der Amiben, der Bakterien und/oder anderen pathogenen Stoffe, bei dem das zu behandelnde Produkt einer physikalischchemischen Behandlung durch Ätzkalk unterzogen wird,

dadurch gekennzeichnet, dass es in einer beweglichen Anlage durchgeführt wird, im Wesentlichen bestehend aus:

– einem Wägetrichter (5) zur Lagerung und Versorgung mit Kalk;

– einer Entnahmevorrichtung (6) mit Förderband, die den am Ausgang des Trichters zugeführten Kalk aufnimmt, um ihn zu und in einen Mischer (8) zu leiten;

– einer Schlammwaage (7), die eine gegebene Menge an zu behandelndem Schlamm aufnimmt, um diesen zu dem Mischer (8) zu leiten;

– einen Mischer (8), der den zu behandelnden Schlamm und den Kalk aufnimmt,

– eine Rinne (11) zur Entnahme der behandelten Schlämme aus den Mischern (8) am Ende des Behandlugnszyklus,

und dadurch gekennzeichnet, dass die zu behandelnden Schlämme sequentiell in die Schlammwaage (7) geleitet werden, und dadurch gekennzeichnet, dass der Mischer die Kalkmenge aufnimmt, die an die Trockenheit des Schlammes, die er aufnimmt, angepasst ist.
Verfahren für den Einsatz der Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Kalk mit folgenden Eigenschaften verwendet wird:

– Granulometrie 1/50 mm, hauptsächlich vom Typ 5/17–5/22

– Magnesium-Ätzkalk zu ±20% MgO,

– durchschnittliche Siedetemperatur: ±700°C.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zu behandelnden Schlämme sequentiell in eine Schlammwaage (7) geleitet werden und die folgenden Eigenschaften aufweisen:

– Trockenheit von 0 bis 100%, vorzugsweise und üblicherweise 5 bis 20

– Homogenisierung durch Vorbehandlung,

– Granulometrie 50 &mgr;m bis 20 mm.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Merkmale der durchgeführten physikalisch-chemischen Behandlung bei einer Batch-Funktion folgende sind:

– Reaktionstemperatur zwischen 70°C und 110°C ohne Wärmezufuhr, wobei die Erhöhung der Wärme nur auf die Exothermie der Reaktion zurückgeht;

– exotherme Reaktionszeit:

– 2' bis 1 h 30 und mehr bei Temperaturen nahe 70°C

– 2' bis 15' oder mehr bei Temperaturen nahe 110°C

– Mischzeit: 5 bis 10 Minuten.






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