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Dokumentenidentifikation DE102005043077A1 15.03.2007
Titel Verfahren zur Steuerung eines Warnsignals
Anmelder ADC Automotive Distance Control Systems GmbH, 88131 Lindau, DE
Erfinder Schmitz, Carsten, Dr.-Ing., 88142 Wasserburg, DE
DE-Anmeldedatum 10.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005043077
Offenlegungstag 15.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.03.2007
IPC-Hauptklasse G08G 1/16(2006.01)A, F, I, 20061214, B, H, DE
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zur Steuerung eines Warnsignals eines Abstandswarnsystems in Kraftfahrzeugen, insbesondere in Kraftfahrzeugen mit Abstandsregelsystem, vorgestellt. Das Abstandswarnsystem gibt ein Warnsignal bzw. mehrere Warnsignale, wenn ein vorgegebener Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschritten wird. Warnungen unterbleiben ganz oder teilweise oder werden in ihrer Dringlichkeit abgeschwächt, wenn aus einer Fahrerreaktion erkennbar wird, dass der Fahrer bereits auf die gefährliche Situation aufmerksam geworden ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Warnsignals eines Abstandswarnsystems. Anwendung findet das Verfahren in Kraftfahrzeugen, insbesondere in Kraftfahrzeugen mit Abstandsregelsystem.

Ein Verfahren zur automatischen Abstandsregelung ist z. B. in der Offenlegungsschrift DE 10316313 dargestellt. Auf der Grundlage von Abstandsmesssensoren wird der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug bestimmt und die Übereinstimmung mit einem vorgegebenen Sollabstand geprüft. Stimmen tatsächlicher Abstand und Sollabstand nicht überein, wird die Geschwindigkeit des Fahrzeugs so geregelt, dass der Sollabstand erreicht wird.

Ein weiteres Verfahren zur Regelung des Abstands zwischen fahrenden Kraftfahrzeugen ist in der Patentschrift DE 4209047 angegeben. Das Fahrzeug ist mit Abstandserfassungsmitteln und einer auf die Fahrzeuggeschwindigkeit wirkende Abstandsregelung ausgerüstet, um einen vorgegebenen Sollabstand zu erreichen.

Es ist nahe liegend in einem solchen Abstandsregelsystem auch eine Warnung des Fahrers vorzusehen, wenn ein vorgegebener Mindestsicherheitsabstand unterschritten wird und somit eine kritische Situation eintreten könnte. Unabhängig davon sind auch separate Abstandsmesssysteme mit Warnvorrichtung bekannt, die dem Fahrer signalisieren, wenn ein vorgegebener Mindestabstand unterschritten wird. Ein Beispiel für ein solches System ist die Einparkhilfe auf der Basis von Ultraschallsensoren.

Ein Nachteil eines solchen abstandsabhängigen Warnsignals kann darin liegen, dass trotz bereits eingeleiteter kollisionsvermeidender Maßnahmen, weiterhin ein Warnsignal an den Fahrer ausgegeben wird. Dies wird i. d. R. von einem bereits aufmerksamen Fahrer als störend empfunden und mindert die Aktzeptanz eines solchen Systems beim Kunden.

Die Aufgabe der Erfindung liegt also darin, ein entsprechend verbessertes Verfahren zur Steuerung eines Warnsignals eines Abstandswarnsystems anzugeben.

Diese Aufgabe wird gemäß einer Anordnung nach Patentanspruch 1 gelöst. Die abhängigen Patentansprüche zeigen vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterentwicklungen der Erfindung auf.

Es wird ein Verfahren zur Steuerung eines Warnsignals eines Abstandswarnsystems in Kraftfahrzeugen, insbesondere in Kraftfahrzeugen mit Abstandsregelsystem, vorgestellt. Das Abstandswarnsystem gibt ein Warnsignal aus, sobald ein vorgegebener Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschritten wird. Das hier vorgestellte Verfahren berücksichtigt erfindungsgemäß eine nach dieser ersten Warnung eintretende erkennbare Fahrerreaktion bzw. erkennbare Fahrerabsicht für das weitere Warnverhalten. Wird eine Fahrerreaktion bzw. erkennbare Fahrerabsicht erkannt, wird keine weitere, in ihrer Dringlichkeit höhere Warnstufe aktiviert. Eine Warnstufe höherer Dringlichkeit würde in einem Abstandswarnsystem gemäß dem Stand der Technik z. B. durch einen noch weiter verringerten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug ausgelöst. Denkbar ist auch, dass in einem Abstandswarnsystem gemäß dem Stand der Technik eine Warnstufe höherer Dringlichkeit eingesetzt wird, wenn der Mindestsicherheitsabstand längere Zeit unterschritten wird. Es wird angenommen, dass die Aufmerksamkeit des Fahrers durch eine weniger dringliche Warnstufe nicht geweckt wurde. Warnsignale mit verschieden Dringlichkeitsstufen können z. B. durch verschiedene Signalarten wie z. B. ein optisches, akustisches oder haptisches Signal umgesetzt werden und/oder durch verschiedene Signalstärken, Wiederholfrequenzen, Tonhöhen etc.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass nach einem ersten Warnsignal und einer erkennbaren Fahrerreaktion bzw. erkennbare Fahrerabsicht keine weitere Warnung mehr erfolgt. In einer dritten Ausgestaltung der Erfindung werden nach einem ersten Warnsignal und einer erkennbaren Fahrerreaktion bzw. erkennbare Fahrerabsicht nur noch optische bzw. in ihrer Dringlichkeit gering einzustufende Warnsignale ausgegeben, auch wenn der vorgegebene Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug weiterhin unterschritten wird.

In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung die Betätigung der Bremse ab einem vorgegebenen Schwellwert der Bremskraft als erkennbare Fahrerreaktion gewertet. In einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung beträgt der vorgegebene Schwellwert ca. 40% der maximalen Bremskraft.

Vorzugsweise wird als eine erkennbare Fahrerreaktion bzw. erkennbare Fahrerabsicht die Betätigung der Gaspedals bzw. einer Vorrichtung zur Beschleunigung des Fahrzeugs ab einem vorgegebenen Schwellwert der Beschleunigungskraft erkannt. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung beträgt der vorgegebene Schwellwert ca. 40% der maximalen Beschleunigungskraft. Das beschriebene Fahrerverhalten deutet auf einen geplanten Überholvorgang hin, d. h. der Fahrer hat die Gefahrensituation erfasst und Maßnahmen zur Kollisionsvermeidung eingeleitet. Ein geplanter Überholvorgang kann ebenso durch die Betätigung einer Vorrichtung zur Spurwechselanzeige bzw. durch eine Lenkbewegung des Fahrzeugführers eingeleitet werden. Auch diese Fahrerreaktionen werden in einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung als eine erkennbare Fahrerabsicht gewertet und das Warnsignal entsprechend gesteuert.

Weitere Vorteile und Besonderheiten der Erfindung werden anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Als ein Ausführungsbeispiel der Erfindung werden zwei Fahrzeuge angegeben, die sich hintereinander auf einer Fahrspur mit gleicher Fahrtrichtung bewegen. Das Folgefahrzeug verfügt über ein Abstandsregelsystem, das die Distanz zu einem vorausfahrenden Fahrzeug bestimmt und die Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs der des voran fahrenden Fahrzeugs anpasst.

Zunächst erfolgt eine Zufahrt auf das relevant eingestufte Objekt. Bewegt sich das folgende Fahrzeug mit einer höheren Geschwindigkeit als das voran fahrende Fahrzeug (das relevante Objekt), regelt das Abstandsregelsystem die Fahrzeuggeschwindigkeit auf das Niveau des voran fahrenden Fahrzeugs, wenn der Fahrer nicht in die Abstandsregelung eingreift. Während der Folgefahrt wird ein definierter Sollabstand eingestellt.

Im Falle des Überholwunsches durch den Fahrzeugführer wir dieser das Abstandsregelsystem durch ein eigenes Fahrmanöver, eine Betätigung des Gaspedals, überstimmen. Unterschreitet der Fahrer durch die selbst gewählte Fahrzeuggeschwindigkeit bestimmte Abstandsschwellen zum detektierten Objekt, erfolgen Abstandswarnungen. In einem Abstandsregelsystem nach dem Stand der Technik würden diese Warnungen nach dem Unterschreiten bestimmter Abstandsschwellen erfolgen, z.B. zunächst durch eine optische Symbolanzeige, später durch ein kurzes akustisches Warnsignal und schließlich durch eine dauerhafte akustische Warnung. Nach dem hier angegebenen Verfahren zur Steuerung eines Warnsignals unterbleibt zumindest die dauerhafte akustische Warnung da eine Fahrerabsicht, eine Betätigung des Gaspedals bzw. des Blinkers, erkannt wird.


Anspruch[de]
Verfahren zur Steuerung eines Warnsignals eines Abstandswarnsystems in Kraftfahrzeugen, insbesondere in Kraftfahrzeugen mit Abstandsregelsystem, wobei das Abstandswarnsystem die Ausgabe eines Warnsignal bzw. mehrere Warnsignale vorsieht, wenn ein vorgegebener Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschritten wird,

dadurch gekennzeichnet, dass

bei einer erkennbaren Fahrerreaktion und/oder erkennbarer Fahrerabsicht

– nur Warnsignale mit geringer Dringlichkeit ausgegeben werden und eine höhere Warnstufe nicht aktiviert wird oder

– nach einem ersten Warnsignal keine weiteren Warnsignale oder

– nur optische bzw. in ihrer Dringlichkeit gering einzustufende Warnsignale an den Fahrzeugführer ausgegeben werden oder

– die Ausgabe eines Warnsignals unterdrückt wird

auch wenn der vorgegebene Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug unterschritten wird.
Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass eine erkennbare Fahrerreaktion die Betätigung der Bremse ab einem vorgegebenen Schwellwert der Bremskraft ist. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass der vorgegebene Schwellwert ca. 40% der maximalen Bremskraft beträgt. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass eine erkennbare Fahrerreaktion die Betätigung der Gaspedals bzw. einer Vorrichtung zur Beschleunigung des Fahrzeugs ab einem vorgegebenen Schwellwert der Beschleunigungskraft ist. Verfahren nach Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass der vorgegebene Schwellwert ca. 40% der maximalen Beschleunigungskraft beträgt. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass eine erkennbare Fahrerreaktion die Betätigung einer Vorrichtung zur Spurwechselanzeige und/oder eines Lenkbewegung des Fahrzeugführers ist.






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