PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005042795A1 22.03.2007
Titel Scheibenbremse, insbesondere für ein Nutzfahrzeug
Anmelder Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH, 80809 München, DE
Erfinder Löw, Alfred, 94094 Rotthalmünster, DE
DE-Anmeldedatum 08.09.2005
DE-Aktenzeichen 102005042795
Offenlegungstag 22.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.03.2007
IPC-Hauptklasse F16D 65/52(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
Zusammenfassung Eine Scheibenbremse, insbesondere für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe (1) umfassenden Bremssattel (2), der an einem Bremsträger (8), bezogen auf die Bremsscheibe (1), axial verschiebbar befestigt ist und an dessen einer Seite eine Zuspannvorrichtung (3) angeordnet ist, mit der über Stellspindeln (5a, 5b) zumindest eine Bremsbacke (7) gegen die Bremsscheibe (1) pressbar ist, mit einer Nachstelleinrichtung, mit der eine erste Stellspindel (5a) in Wirkverbindung steht und mit der eine verschleißbedingte Änderung eines Lüftspiels zwischen der Bremsbacke (7) und der Bremsscheibe (1) im Wesentlichen ausgleichbar ist, und mit einer Antriebskette (14), über die die erste Stellspindel (5a) mit zumindest einer weiteren Stellspindel (5b) zur synchronen Übertragung einer Drehbewegung korrespondiert, wobei die zumindest eine weitere Stellspindel (5b) einen Mitnehmer (9) aufweist, mit einem Mitnehmerbolzen (10), einem daran angeordneten Kettenrad (12), einem Lager (11) sowie einer Rückstellscheibe (15), ist so ausgebildet, dass der Mitnehmerbolzen (10), das Kettenrad (12) und die Rückstellscheibe (15) einstückig ausgebildet sind.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Scheibenbremse, insbesondere für ein Nutzfahrzeug, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei einer derartigen Scheibenbremse, wie sie beispielsweise aus der DE 94 22 342 U1 bekannt ist, ist die Zuspannvorrichtung mit einer Traverse gekoppelt, in der zwei Stellspindeln gelagert sind, die jeweils ein Druckstück zur Aufnahme einer Bremsbacke tragen, die im Funktionsfall an eine Bremsscheibe angepresst wird.

Die beiden Stellspindeln sind als Gewindespindeln ausgebildet und in Gewindebohrungen der Traverse eingeschraubt.

Mittels einer Nachstelleinrichtung, die einer ersten Stellspindel zugeordnet ist, und einem Mitnehmer der anderen Stellspindeln wird durch Verdrehen der Stellspindeln in den Gewindebohrungen bei Verschleiß des Bremsbelages die Bremsbacke soweit zugestellt, dass ein Lüftspiel zwischen dem Bremsbelag und der Bremsscheibe im wesentlichen immer gleich bleibt.

Um eine synchrone Verstellung der Stellspindeln und damit der Bremsbacke zu erreichen, sind die beiden Stellspindeln über eine Kette miteinander verbunden, die jeweils ein Kettenrad kämmt. Dabei weist die zweite, nicht direkt angetriebene Stellspindel einen Mitnehmer auf, der verdrehsicher mit einem Stellspindelgehäuse verbunden ist, wozu eine Rückstellscheibe im Inneren der Stellspindel derart gehalten ist, dass eine axiale Verschiebbarkeit der Stellspindel beim Zuspannen ohne weiteres möglich ist.

Zur Lagerung des Mitnehmers in einer Wandung des die Zuspannvorrichtung sowie die Stellspindeln beherbergenden Gehäuses ist ein Mitnehmerbolzen, der die Rückstellscheibe trägt, in einem Lager gehalten, das aus einer Topfscheibe und einem darin eingebetteten Kunststoffkern besteht.

Mit Hilfe einer Klemmscheibe wird das Lager, dessen Kunststoffkern und Topfscheibe getrennt montiert sind, axial gesichert.

Der Mitnehmer besteht somit aus einer Vielzahl von Einzelteilen deren Herstellung und Montage aufwendig und teuer ist.

Insbesondere unter dem Aspekt, dass solche Scheibenbremsen als Serienteile in großen Stückzahlen hergestellt werden, kommt einer optimierten Fertigung, sowohl hinsichtlich der Herstellung wie auch hinsichtlich der Montage, eine besondere Bedeutung zu.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Scheibenbremse der gattungsgemäßen Art so weiter zu entwickeln, dass eine einfachere und kostengünstigere Fertigung und Montage möglich ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Scheibenbremse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Anstelle von sechs einzelnen Teilen, aus denen der Mitnehmer bisher besteht, wird der neue Mitnehmer aus nur noch zwei Teilen gebildet, nämlich der einstückigen Baueinheit Mitnehmerbolzen/Kettenrad/Rückstellscheibe sowie dem Lager, das allerdings ebenfalls als ein Bauteil ausgebildet sein kann und nicht, wie im Stand der Technik aus zwei Teilen besteht.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, die Baueinheit Mitnehmerbolzen/Kettenrad/Rückstellscheibe als Gussteil auszubilden, beispielsweise als Aluminium-Druckgussteil oder Zink-Druckgussteil.

Neben der außerordentlich einfachen und kostengünstigen Herstellung führt auch die daraus sich ergebende einfachere Montage zu einer signifikanten Kostensenkung. Alles in allem ist die Erfindung geeignet, in durchaus bemerkenswerter Weise zu einer optimierten Fertigung der Scheibenbremse insgesamt beizutragen.

Wie erwähnt, ist das Lager vorzugsweise ebenfalls als ein Bauteil ausgebildet, wobei dies dann vollständig aus Kunststoff besteht. Dabei ist die bekannte Topfscheibe integraler Bestandteil des Kunststoff Lagers.

Zur Fixierung des Lagers auf dem Mitnehmerbolzen ist dieser umfänglich in Form eines Kugelabschnitts ausgebildet, der von dem Lager formschlüssig umgriffen wird.

Hierzu besteht das Lager aus zwei Hälften, die vorzugsweise durch ein Filmscharnier miteinander verbunden sind und die nach einem Umschließen des Kugelabschnittes miteinander verrastet sind.

Für diese Verrastung können an der einen Hälfte des Lagers federnde Rasthaken vorgesehen sein, die in geschlossener Stellung des Lagers Raststege der anderen Hälfte sichernd hintergreifen. Lediglich beispielhaft ist die Verrastung mittels Rasthaken und Raststegen anzusehen. Stattdessen sind auch andere Verrastungsmöglichkeiten denkbar, wobei die Herstellung des Lagers aus Kunststoff hier eine große Gestaltungsfreiheit lässt.

Prinzipiell ist anstelle des Formschlusses durch eine kugelabschnittsförmige Ausbildung des Mitnehmerbolzens in Korrespondenz mit einer daran angepassten Ausnehmung des Lagers auch eine andere Formgebung für den Formschluss denkbar. Wesentlich ist, dass eine axiale Sicherung des Mitnehmerbolzens im Lager gewährleistet ist, so dass die auf der Rückstellscheibe geführte Stellspindel ohne Lageveränderung des Mitnehmers axial bewegt werden kann.

Auch ist denkbar, das Lager aus zwei einzelnen nicht miteinander verbundenen Hälften herzustellen, was naturgemäß in der Handhabung bei der Montage, aber auch beim Transport vom Herstellungsort zum Montageort nachteilig ist gegenüber zwei durch das genannte Filmscharnier miteinander verbundene Hälften.

Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben.

Es zeigen:

1 eine erfindungsgemäße Scheibenbremse in einer teilweise geschnittenen Draufsicht

2 eine Einzelheit der Scheibenbremse in einer geschnittenen Seitenansicht

3 eine Einzelheit der 2, ebenfalls in einer geschnittenen Seitenansicht

4 eine Einzelheit nach 2 in verschiedenen Ansichten

5 die Einzelheit nach 4 in einer Vorderansicht

In der 1 ist eine Scheibenbremse, insbesondere für ein Nutzfahrzeug dargestellt, die in ihrem Grundaufbau einen Bremssattel 2 aufweist, der eine innenbelüftete Bremsscheibe 1 umfasst, die an einer nicht dargestellten Achse des Nutzfahrzeuges befestigt ist.

Der Bremssattel 2 ist an einem Bremsträger 8 des Nutzfahrzeuges, bezogen auf die Bremsscheibe 1, axial verschiebbar festgelegt.

Die Bremsscheibe 1 ist mit Bremsbacken 7 zur Abbremsung in Wirkverbindung bringbar, wozu die Bremsbacken 7 bei einer Bremsung gegen die Bremsscheibe 1 gedrückt werden.

Zur Auslösung eines Bremsvorganges ist an einer Seite des Bremssattels 2 eine Zuspannvorrichtung 3 angeordnet, von der im vorliegenden Ausführungsbeispiel nur ein Teil erkennbar ist.

Hier sind in eine Traverse 4 zwei parallel und mit Abstand zueinander verlaufende, ein Außengewinde aufweisende Stellspindeln 5a, 5b eingeschraubt, die an einem Ende jeweils ein Druckstück 6 tragen, an denen eine der beiden Bremsbacken 7 befestigt ist.

Mittels einer nicht dargestellten, mit einer ersten Stellspindel 5a gekoppelten Nachstelleinrichtung wird bei jeder Betätigung der Zuspannvorrichtung 3 erreicht, dass sich das in Folge eines Belagverschleißes ändernde Lüftspiel konstant bleibt, das heißt, die Stellspindeln 5a, 5b werden durch Drehung entsprechend axial verschoben bzw. in sich verlagert.

Dabei wird die durch die Nachstelleinrichtung drehbewirkte Drehung der ersten Stellspindel 5a durch eine Kette 14 auf die andere Stellspindel 5a unter Mitwirkung eines Mitnehmers 9 übertragen, so dass die Stellspindel 5b um den gleichen Winkelbetrag gedreht wird mit der Folge, dass beide Stellspindeln 5a, 5b um exakt die gleiche axiale Strecke verfahren werden.

Der Mitnehmer 9 ist in der als Gewinderohr ausgebildeten Stellspindel 5b derart gelagert, dass die Stellspindel 5b beim Zuspannen der Bremse problemlos durch Verschrauben axial bewegt werden kann, während er andererseits verdrehsicher in der Stellspindel 5b gehalten ist.

Hierzu ist an einem Ende eines Mitnehmerbolzens 10 eine Rückstellscheibe 15 angeordnet, die verdrehsicher in der Stellspindel 5b gehalten ist.

Am anderen Ende des Mitnehmerbolzens 10 ist ein Kettenrad 12 angeformt, auf dem ebenso wie auf einem Kettenrad 13 der ersten Stellspindel 5a die Kette 14 geführt ist.

Erfindungsgemäß sind der Mitnehmerbolzen 10, das Kettenrad 12 und die Rückstellscheibe 15 einstückig ausgebildet.

Zur Lagerung des Mitnehmers 9 in einer Gehäusewandung des die Zuspanneinrichtung 3 und die Traverse 4 aufnehmenden Gehäuses ist ein Lager 11 vorgesehen, das in der Gehäusewandung gesichert einliegt und in dem der Mitnehmerbolzen 10 axial gesichert geführt ist.

Wie insbesondere die 2 und 3 sehr deutlich zeigen, ist an dem dem Kettenrad 12 zugewandten Endbereich des Mitnehmerbolzens 10 ein Kugelabschnitt angeformt, der von dem in den 4 und 5 gezeigten Lager 11 umschlossen ist, wobei dieses Lager 11 neben einer Bohrung 21 zur Durchführung des Mitnehmerbolzens 10 eine Kugelaufnahme 17 aufweist, die in ihrer Abmessung und Kontur der des Kugelabschnittes entspricht.

Das Lager 11 besteht aus zwei Hälften, die durch ein Filmscharnier an einer Seite miteinander verbunden sind und vorzugsweise aus Kunststoff bestehen.

Die eine Hälfte des Lagers 11 weist Raststege 19 auf, die an die Außenwandung des Lagers 11 angeformt sind und sich nach innen erstrecken. Die andere Hälfte des Lagers 11 weist federnde Rasthaken 18 auf, die in der Form mit den Raststegen 19 korrespondieren, dass sie in geschlossener Stellung der beiden Hälften des Lagers 11 die Raststege 19 hintergreifen, so dass das Lager 11 in Gebrauchsstellung, entsprechend der 2, den Kugelabschnitt 16 des Mitnehmerbolzens 10 formschlüssig soweit umschließt, dass der Mitnehmerbolzen 10 axial gesichert im Lager 11 und damit in der Gehäusewandung einliegt.

1
Bremsscheibe
2
Bremssattel
3
Zuspanneinrichtung
4
Traverse
5
Stellspindel
6
Druckstück
7
Bremsbacke
8
Bremsträger
9
Mitnehmer
10
Mitnehmerbolzen
11
Lager
12
Kettenrad
13
Kettenrad
14
Kette
15
Rückstellscheibe
16
Kugelabschnitt
17
Kugelaufnahme
18
Rasthaken
19
Raststeg
20
Filmscharnier
21
Bohrung


Anspruch[de]
Scheibenbremse, insbesondere für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe (1) umfassenden Bremssattel (2), der an einem Bremsträger (8), bezogen auf die Bremsscheibe (1), axial verschiebbar befestigt ist und an dessen einer Seite eine Zuspannvorrichtung (3) angeordnet ist, mit der über Stellspindeln (5a, 5b) zumindest eine Bremsbacke (7) gegen die Bremsscheibe (1) pressbar ist, mit einer Nachstelleinrichtung, mit der eine erste Stellspindel (5a) in Wirkverbindung steht und mit der eine verschleißbedingte Änderung eines Lüftspiels zwischen der Bremsbacke (7) und der Bremsscheibe (1) im wesentlichen ausgleichbar ist, und mit einer Antriebskette (14), über die die erste Stellspindel (5a) mit zumindest einer weiteren Stellspindel (5b) zur synchronen Übertragung einer Drehbewegung korrespondiert, wobei die zumindest eine weitere Stellspindel (5b) einen Mitnehmer (9) aufweist, mit einem Mitnehmerbolzen (10), einem daran angeordneten Kettenrad (12), einem Lager (11) sowie einer Rückstellscheibe (15), dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmerbolzen (10), das Kettenrad (12) und die Rückstellscheibe (15) einstückig ausgebildet sind. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager (11) aus zwei Hälften gebildet ist, deren gemeinsame Trennebene sich in Längsachsrichtung erstreckt und die, den Mitnehmerbolzen (10) unter axialer Sicherung umschließend, miteinander verbunden sind. Scheibenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager (11) formschlüssig mit dem Mitnehmerbolzen (10) verbunden ist. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmerbolzen (10) in einem dem Kettenrad (12) zugewandten Endbereich als Kugelabschnitt ausgebildet ist, der in einer Kugelaufnahme (17) des Lagers (11) axial gesichert einliegt. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kugelabschnitt (16) einstückig an den Mitnehmerbolzen (10) angeformt ist. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmerbolzen (10), das Kettenrad (12), die Rückstellscheibe (15) und/oder der Kugelabschnitt (16) als einstückiges Gussteil ausgebildet sind. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmerbolzen (10), das Kettenrad (12), die Rückstellscheibe (15) und/oder der Kugelabschnitt (16) als Druckgussteil ausgebildet sind, vorzugsweise als Aluminium-Druckgussteil oder Zink-Druckgussteil. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager (11) aus einem Kunststoff besteht. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Hälften des Lagers (11) unter Umschließung des Kugelabschnitts (16) miteinander verrastet sind. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verrastung der beiden Hälften des Lagers (11) eine Hälfte mit Rasthaken (18) versehen ist, die in verrasteter Stellung Raststege (19) der anderen Hälfte hintergreifen. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rasthaken (18) federnd ausgebildet sind. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Hälften des Lagers (11) mit einem Filmscharnier unverlierbar miteinander verbunden sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com