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Dokumentenidentifikation DE102005012043B4 29.03.2007
Titel Tremolo für eine Elektrogitarre
Anmelder Gölsdorf, Dieter, 30173 Hannover, DE
Erfinder Gölsdorf, Dieter, 30173 Hannover, DE
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER GbR, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 16.03.2005
DE-Aktenzeichen 102005012043
Offenlegungstag 28.09.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.03.2007
IPC-Hauptklasse G10D 3/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Tremolo für E-Gitarren mit einem schwenkbaren Saitenaufnahmeteil, an dem eine Mehrzahl von Saiten befestigbar ist und einem federbelasteten, mit dem Saitenaufnahmeteil in Verbindung stehenden Tremolo-Hebel, wobei zwischen dem Tremolo-Hebel und dem Saitenaufnahmeteil eine Hebelübersetzung angeordnet ist.

Ein solches Tremolo ist beispielsweise aus der DE 198 83 012 T1 bekannt.

Tremolos bzw. Vibratoren dienen dazu, die Spannung der Saiten eines Saiteninstrumentes, insbesondere einer Elektro-Gitarre, zu verändern und damit die Tonfrequenzen zu erhöhen oder zu erniedrigen bzw. beides in schnellem, stetigen Wechsel. Das bewirken beispielsweise die aus der Hawai- und Country-Musik bekannten Vibrator- oder Tremolo-Effekte.

Diese Tremolos besitzen ein beweglich gelagertes Saitenaufnahmeteil mit daran gelagertem Hebel oder eine am Saitenaufnahmeteil fest angebrachte Verlängerung, an der ein Hebelarm angebracht ist. An dieser Verlängerung sind Zug- oder Druckfedern angebracht, die dem Saitenzug entgegenwirken und so das Saitenaufnahmeteil samt Saiten in der vom Spieler festgelegten Spannung konstant halten. Wird der Hebel betätigt, ändert sich die Saitenspannung und sie wird je nach Betätigungsrichtung erhöht oder reduziert.

Die Länge des Hebels und der Angriffspunkt der Feder an der Verlängerung haben Einfluss auf die Gängigkeit des Systems. Durch die Abmessungen des Instrumentes und Spielgewohnheiten verschiedener Spieler sind hier jedoch Grenzen gesetzt.

Wenn eine Saite bei einem schwebenden System reißt, verstimmt sich die Gitarre aufgrund des verringerten Saitenzuges gegenüber der Federspannung. Die restlichen Saiten verstimmen sich nach oben, weil durch den erhöhten Zug der Federn die Schwingfrequenz der Saiten steigt. Der gegenteilige Effekt tritt je nach Tremolo-System auf, wenn auf eine Saite eine erhöhte Spannung wirkt, z. B. durch einen sogenannten Bent. Hierbei wird die Schwingfrequenz der anderen Saiten abgesenkt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Gängigkeit des eingangs erläuterten Tremolos zu verbessern und den Einfluss einer gerissenen Saite auf die Veränderung der Frequenz der übrigen Saiten zu reduzieren.

Zur Problemlösung zeichnet sich das gattungsgemäße Tremolo dadurch aus, dass die Hebelübersetzung aus einer mit dem Tremolo-Hebel verbundenen Schwenkwelle, einem auf der Schwenkwelle angeordneten Exzenter-Nocken sowie einem mit dem Saitenaufnahmeteil verbundenen Schwenkglied besteht und mittels des Exzenter-Nockens das Schwenkglied verschwenkbar ist.

Durch die Hebelübersetzung kann die Betätigungskraft zum Verschwenken des Saitenaufnahmeteils und damit das Verändern der Saitenfrequenz reduziert werden. Die Leichtgängigkeit des Tremolos wird also erhöht. Sollte eine Saite reißen, ist der Einfluss der fortfallenden Spannkraft auf den Tremolo-Hebel um das Übersetzungsverhältnis geringer, so dass eine entsprechend geringe oder keine Verstimmung der Gitarre erfolgt.

Die Übersetzung ermöglicht es außerdem, dass eine weichere Feder zum Einsatz kommen kann, was die Leichtgängigkeit des Systems begünstigt. Durch die Wahl der Steifigkeit der Feder kann die Gängigkeit des Tremolos an die Bedürfnisse des Spielers angepasst werden.

Neben der leichteren Gängigkeit des Systems lässt sich auch eine kompakte Bauweise erzielen. Reibungsprobleme, die bei herkömmlichen Tremolos durch die Direktheit der anliegenden Kräfte oft zu Ungenauigkeiten und Verstimmung der Saiten führen, können eliminiert werden.

Durch diese Ausgestaltung können relativ hohe Kräfte bei geringem Hebelweg erzielt werden.

Die Kompaktheit des Tremolos kann erhöht werden, wenn die Schwenkwelle parallel zum Saitenaufnahmeteil angeordnet ist.

Die Leichtgängigkeit des Tremolos kann weiter erhöht werden, wenn der Exzenternocken über ein Wälzlager auf dem Schwenkglied aufliegt, da dann die Reibungskräfte beim Betätigen des Schwenkgliedes reduziert werden, in dem das Wälzlager sich dreht.

Vorteilhaft ist es, wenn das Übersetzungsverhältnis der Hebelübersetzung einstellbar ist. Eine einfache Ausgestaltung für das System wird erreicht, wenn das Schwenkglied eine Blattfeder ist.

Um das Tremolo an den Spieler anpassen zu können, ist es vorteilhaft, wenn die Länge des Tremolo-Hebels einstellbar ist.

Das Saitenaufnahmeteil kann so ausgestaltet sein, dass es gleichzeitig auch die Funktion des Steges übernimmt, also die Funktion des Bauteiles, an dem die Schwingung der Saiten beginnt.

Vorzugsweise ist zumindest ein Teil des Tremolo-Hebels einstückig mit der Schwenkwelle ausgebildet. Die Schwenkwelle und der Exzenter-Nocken können einteilig ausgebildet sein.

Wenn der Tremolo-Schwenkhebel oder zumindest ein Teil von ihm, die Schwenkwelle und der Exzenter-Nocken einstückig ausgebildet sind, wird die benötigte Zeit zur Montage minimiert.

Mit Hilfe einer Zeichnung soll ein Ausführungsbeispiel der Erfindung nachfolgend näher erläutert werden. Es zeigt:

1 die perspektivische Darstellung des Tremolos mit eingespannten Saiten;

2 einen schematischen Längsschnitt des Tremolos in Höhe des Nockens.

Das Tremolo besteht aus dem um seine Längsachse verschwenkbaren Saitenaufnahmeteil 1, in dem die sechs Saiten 13 einer Gitarre befestigt sind, der Schwenkwelle 3, auf der mittig ein Nocken 4 über eine Madenschraube 14 festgesetzt ist, dem Betätigungshebel 9, der in Längsrichtung verstellbar an dem auf der Schwenkwelle 3 befestigten Hebelbefestigungsteil angeordnet ist und dem Schwenkglied 2, das mit der Unterseite des Saitenaufnahmeteils 1 mittels Schrauben oder Nieten 15 verbunden ist.

Das Saitenaufnahmeteil 1 und die Schwenkwelle 3 sind in zwei sich gegenüberliegenden Lagerböcken 11a, 11b gelagert. Die Lager 6, 7 können Wälzlager oder Gleitlager sein. Zwischen dem Hebelfestigungsteil 10 und dem Lagerbock 11b stützt sich eine Druckfeder 8 ab, durch die eine Vorspannkraft auf die Drehwelle 3 bzw. über den Nocken 4 auf das Schwenkglied 2 aufgebracht wird. Im exzentrischen Teil des Exzenternockens 4 ist ein Wälzlager 5 drehbar gelagert, das beim Verschwenken des Hebels 9 auf dem Schwenkglied 2 abrollt. Die Druckfeder 8 stützt sich mit ihrem vom Hebelbefestigungsteil 10 abgewandten Ende auf einem Schraubfuß 16 ab, mit dem durch Ein- bzw. Ausschrauben in das im Lagerbock 11b vorgesehene Gewinde die Vorspannung der Druckfeder 8 erniedrigt bzw. erhöht werden kann, so dass die notwendige Betätigungskraft am Hebel 9 beeinflusst werden kann.

Das Tremolo ist ein einziges Bauteil. Die Lagerböcke 11a, 11b sind an ihrem, dem Saitenaufnahmeteil 1 abgewandten Ende miteinander verbunden (nicht gezeigt).

1
Saitenaufnahmeteil
2
Schwenkglied
3
Schwenkwelle
4
Exzenternocken
5
Wälzlager
6
Lager
7
Lager
8
Druckfeder
9
Hebel
10
Hebelbefestigungsteil
11a
Lagerbock
11b
Lagerbock
12
Federaufnahme
13
Saite
14
Madenschraube
15
Schraube/Niet
16
Schraubfuß


Anspruch[de]
Tremolo für E-Gitarren mit einem schwenkbaren Saitenaufnahmeteil (1), an dem eine Mehrzahl von Saiten (13) befestigbar ist und einem federbelasteten, mit dem Saitenaufnahmeteil (1) in Verbindung stehenden Tremolo-Hebel (9, 10), wobei zwischen dem Tremolo-Hebel (9, 10) und dem Saitenaufnahmeteil (1) eine Hebelübersetzung angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Hebelübersetzung aus einer mit dem Tremolo-Hebel (9, 10) verbundenen Schwenkwelle (3), einem auf der Schwenkwelle (3) angeordneten Exzenter-Nocken (4) sowie einem mit dem Saitenaufnahmeteil (1) verbundenen Schwenkglied (2) besteht und mittels des Exzenter-Nockens (4) das Schwenkglied (2) verschwenkbar ist. Tremolo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkwelle (3) parallel zum Saitenaufnahmeteil (1) angeordnet ist. Tremolo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Exzenter-Nocken (4) über ein Wälzlager (5) auf dem Schwenkglied (2) aufliegt. Tremolo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Übersetzungsverhältnis der Hebelübersetzung einstellbar ist. Tremolo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkglied (2) eine Blattfeder ist. Tremolo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die auf den Tremolo-Hebel (9, 10) wirkende Federkraft einstellbar ist. Tremolo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tremolo-Hebel (9, 10) mehrteilig ausgebildet ist. Tremolo nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Tremolo-Hebels (9, 10) einstellbar ist. Tremolo nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tremolo-Hebel (9, 10) unmittelbar auf der Schwenkwelle (3) befestigt ist. Tremolo nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkwelle (3) und das Saitenaufnahmeteil (1) in zwei gemeinsamen Lagerböcken (11a, 11b) gelagert sind. Tremolo nach Anspruch 1 und 7 dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil (10) des Tremolohebels einstückig mit der Schwenkwelle (3) ausgebildet ist. Tremolo nach Anspruch 1 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkwelle (3) und der Exzenter-Nocken (4) einstückig ausgebildet sind.






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