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Dokumentenidentifikation DE102005035609A1 29.03.2007
Titel Vorrichtung und Verfahren zum Umhüllen einer Haarsträhne
Anmelder Wella AG, 64295 Darmstadt, DE
Erfinder Gürth, Ineke, 71272 Renningen, DE;
Hölzer, Anja, 64572 Büttelborn, DE;
Weiner, Stefan, 76227 Karlsruhe, DE;
Zethoff, Martin, Dr., 65779 Kelkheim, DE
DE-Anmeldedatum 29.07.2005
DE-Aktenzeichen 102005035609
Offenlegungstag 29.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.03.2007
IPC-Hauptklasse A45D 19/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A45D 19/18(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   
Zusammenfassung Um in einfacher und leichtgängiger Weise eine Haarsträhne (5) mittels eines Schlauches (1) umhüllen zu können, wird eine Vorrichtung vorgeschlagen, bestehend aus einer Hülse (2), einem auf die Hülse (2) aufsteckbaren, deformierbaren Schlauch (1) sowie einem durch die Hülse (2) führbaren Greifelement (8), welches länger als die Hülse (2) ist, wobei das Greifelement (8) einerseits einen Haken (4) zum Ergreifen einer Haarsträhne (5) und andererseits einen Griff (3) zum manuellen Erfassen des Greifelementes (8) aufweist.
Um einen Schlauch (1) auf eine Haarsträhne (5) zu bringen, wird der Schlauch (1) zunächst in zylindrischer Form über die Hülse (2) gezogen. Dann wird die Haarsträhne (5) unter Nutzung des Hakens (4) ergriffen und durch die Hülse (2) gezogen. Anschließend werden die Hülse (2) und das Greifelement (8) von der Haarsträhne (5) entfernt und aus dem Schlauch (1) gezogen.

Beschreibung[de]

Der Anmeldegegenstand betrifft Friseure bzw. Friseursalons und dort den Bereich Strähnenbehandlung, sowohl bzgl. Dauerwellung als auch bzgl. Färbung oder Tönung von Haar.

Es ist bekannt, dass Haarsträhnen zunächst separiert und dann mit einer Umhüllung versehen werden, um sie in der Umhüllung einem Haarbehandlungsmittel auszusetzen. So werden z. B. einzelne Haarsträhnen auf jeweils eine Alufolie gelegt, mit einer Haarfarbe benetzt und schließlich von der Alufolie ummantelt. Die Alufolien verbleiben sodann für eine bestimmte Zeit als Umhüllung an den Haarsträhnen, um das übrige Haar nicht mit Haarfarbe zu benetzen.

Aus der EP 1 168 940 B1 ist bekannt, dass ein Schlauch auf eine Haarsträhne gebracht wird. Ein Greifelement mit einem Haken dient dabei einem Eingreifen in den Schlauch. Der Schlauch ist als elastisch federnd vorgespannte Röhre ausgebildet, welche in eine gewellte Form gebracht werden kann. Der Schlauch ist als Netz ausgestaltet, um durch Aussparungen im Schlauch ein Dauerwellmittel auf die Haarsträhne zu bringen.

Die bekannten Vorrichtungen und Verfahren haben den Nachteil, dass eine Haarsträhne nicht in einfacher Weise in einen Schlauch gezogen werden kann.

Es liegt die Aufgabe zugrunde, diesen Nachteil zu beseitigen.

Gelöst ist die Aufgabe gemäß den Ansprüchen 1 und 6. Die vorgeschlagene Vorrichtung (Anspruch 1) dient zum Umhüllen einer Haarsträhne mittels eines Schlauches und besteht aus einer Hülse, einem auf die Hülse steckbaren, deformierbaren Schlauch sowie einem durch die Hülse führbaren Greifelement, welches länger als die Hülse ist, wobei das Greifelement einerseits der Hülse einen Haken zum Ergreifen einer Haarsträhne und andererseits der Hülse einen Griff zum manuellen Erfassen des Greifelementes aufweist.

Beim vorgeschlagenen Verfahren zum Umhüllen einer Haarsträhne mittels eines Schlauches (Anspruch 6), wird der Schlauch der Vorrichtung zunächst in zylindrischer Form über die Hülse gezogen. Dann wird eine Haarsträhne unter Nutzung des Hakens ergriffen und durch die Hülse gezogen. Anschließend werden die Hülse und das Greifelement von der Haarsträhne entfernt.

Die Erfindung hat den Vorteil, dass in zuverlässiger und leichtgängiger Weise ein Schlauch über eine Haarsträhne gezogen werden kann.

Die Hülse dient zum Aufnehmen des Schlauches. Dieser kann über die Hülse gespannt oder lediglich von der Hülse gehalten werden. Durch die Hülse wird das Greifelement bewegt. Ist eine Haarsträhne vom Haken ergriffen, so werden das Greifelement an seinem dem Haken gegenüber liegenden Griff erfasst und die Haarsträhne durch die Hülse gezogen. Danach werden die Hülse und das Greifelement aus dem Schlauch entfernt, wobei sich die Haarsträhne vom Haken löst. Die vom Schlauch umfasste Haarsträhne kann sodann, je nach Art des Schlauches, in unterschiedlicher Weise mit einem Haarbehandlungsmittel versehen werden.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der vorgeschlagenen Neuerung sind in den Ansprüchen 2 bis 5 und 7 bis 9 beschrieben.

Ist gemäß Anspruch 2 der Schlauch als elastisch federnd vorgespannte, verdrehbare Röhre ausgebildet, so erlaubt diese Vorspannung einerseits eine zylindrische Röhrenform, in welcher der Schlauch auf die Hülse gespannt wird. Zum anderen genügt ein geringes auslösendes Moment, um den Schlauch in eine verdrehte Form zu bringen. Dadurch wird eine in ihm enthaltene Haarsträhne ebenso verdreht, z. B. gewendelt. Ein auf die Haarsträhne appliziertes Dauerwellmittel führt sodann zu einer Dauerwellung der Haarsträhne. Insbesondere eine in den Schlauch eingeprägte Spiralform eignet sich für eine relativ natürliche Wellung. Das Dauerwellmittel kann durch eine Vielzahl an Aussparungen im Schlauch in dessen Innenraum und damit auf eine Haarsträhne gebracht werden (Anspruch 3). Dabei eignet sich eine netzartige Schlauchform für ein gleichmäßiges Aufbringen des Dauerwellmittels.

Hat der Schlauch dagegen eine dichte Mantelfläche (Anspruch 4), so eignet er sich sowohl für ein Dauerwellmittel als auch für eine Haarfarbe. Der dichte Schlauchmantel verhindert ein Benetzen des an eine zu färbende Haarsträhne angrenzenden Haares.

Eine leichtgängige Nutzung der vorgeschlagenen Vorrichtung wird erreicht, wenn gemäß Anspruch 7 nach dem Entfernen des Greifelementes und der Hülse zunächst der Schlauch in eine Spiralform manipuliert wird, und schließlich ein Dauerwellmittel durch die Aussparungen auf die Haarsträhne gebracht wird.

Ein anderes, leicht anwendbares Verfahren zum Nutzen der Vorrichtung liegt vor, wenn zunächst der Schlauch in zylindrischer, geraffter Form auf die Hülse gebracht wird, und nach dem Entfernen des Greifelementes und der Haarsträhne, sowie vorzugsweise einem Aufbringen eines Dauerwellmittels oder eines Haarfärbemittels, der Schlauch entrafft und dabei über die Haarsträhne gezogen wird (Anspruch 8).

Um beim Entfernen des Greifelementes von einer Haarsträhne in einfacher Weise die Hülse ebenfalls zu entfernen, wird gemäß Anspruch 5 vorgeschlagen, dass an einer Innenfläche der Hülse ein Anschlag vorgesehen ist, gegen den ein mit dem Greifelement verbundenes Anschlagelement wirkt, um derart beim Entfernen des Greifelementes von einer Haarsträhne die Hülse mitnehmen und aus dem Schlauch ziehen zu können.

Der Schlauch kann mittels eines Klemmelementes an der Haarsträhne befestigt werden (Anspruch 9).

Im folgenden wird die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispiele darstellenden Figuren näher beschrieben. Es zeigt:

1 ein Ergreifen einer Haarsträhne mittels eines Hakens eines Greifelementes, wobei eine Hülse einen mit Aussparungen versehenen Schlauch aufspannt, und das Greifelement durch die Hülse geführt ist;

2 den Gegenstand der 1, jedoch mit etwas vom Schlauch entferntem Greifelement, welches die Hülse aus dem Schlauch zieht;

3 den Gegenstand der 2, jedoch mit vollständig entferntem Greifelement und mitgenommener Hülse, wobei die Haarsträhne den Schlauch durchsetzt, welcher in eine spiralförmige Form gebracht wurde;

4 in einem zweiten Ausführungsbeispiel einen mittels einer Vorrichtung gemäß 1 auf eine Haarsträhne aufgebrachten, gerafften Schlauch, sowie

5 den Gegenstand der 4, jedoch mit entrafftem Schlauch und mit zwei Klemmelementen zum Festklemmen des Schlauches an der Haarsträhne.

Eine Vorrichtung zum Umhüllen einer Haarsträhne 5 mittels eines Schlauches 1 besteht aus einer Hülse 2, einem auf die Hülse 2 steckbaren, deformierbaren Schlauch 1 sowie einem durch die Hülse 2 führbaren Greifelement 8, welches länger als die Hülse 2 ist (1). Das Greifelement 8 weist einerseits einen Haken 4 zum Ergreifen der Haarsträhne 5 auf und andererseits einen Griff 3 zum manuellen Erfassen des Greifelementes 8.

Der Schlauch 1 ist als elastisch federnd vorgespannte, verdrehbare Röhre ausgebildet, welche durch die Hülse 2 daran gehindert wird, in eine Spiralform zu gelangen. Der Schlauch 1 wurde in zylindrischer Form auf die Hülse 2 gespannt. Er weist eine Vielzahl an Aussparungen 10 auf. Die Haarsträhne 4 wird unter Nutzung des Hakens 4 ergriffen und durch die Hülse 2 gezogen. Daran anschließend werden die Hülse 2 und das Greifelement 8 von der Haarsträhne 5 entfernt, wobei der Schlauch 1 manuell festgehalten wird (2). An der Innenfläche der Hülse 2 ist ein Anschlag 7 vorgesehen, gegen den ein mit dem Greifelement 8 verbundenes Anschlagelement 6 wirkt, um derart beim Entfernen des Greifelementes 8 von einer Haarsträhne 5 die Hülse 2 mitnehmen und aus dem Schlauch 1 ziehen zu können.

Nach dem Entfernen des Greifelementes 8 und der Hülse 2 stellt sich der Schlauch selbsttätig elastisch in eine Spiralform zurück und verbleibt in dieser Form an der ausgewählten Haarsträhne 5 (3). Schließlich wird ein Dauerwellmittel durch die Aussparungen 10 auf die Haarsträhne 5 gebracht, um diese dauerhaft zu wellen.

Beim Ausführungsbeispiel der 4 und 5 wird ein Schlauch 1 mit einer dichten Mantelfläche zum Färben einer Haarsträhne 5 genutzt. Dabei wird der Schlauch 1 zunächst in zylindrischer, geraffter Form auf eine Hülse 2 einer Vorrichtung gemäß 1 gebracht. Nach dem Entfernen des Greifelementes 8 und der Haarsträhne 5, sowie einem Aufbringen eines Haarfärbemittels, wird der Schlauch 1 entrafft und dabei über die Haarsträhne 5 gezogen. Durch Raffen des Schlauches 1 am Haaransatz wird dieser ebenfalls gefärbt. Danach wird der Schlauch 1 wieder entrafft und mittels zweier Klemmelemente (Haarspangen) 9 an der Haarsträhne 5 fixiert.

Bei einer weiteren Ausführungsform könnten Sollbruchstellen in einem Schlauch mit dichter Mantelfläche vorgesehen sein. Eine ungefärbte Haarsträhne könnte partiell gefärbt werden, indem die Sollbruchstellen durchstoßen werden und durch die somit erzielten Aussparungen mittels einer röhrenartigen Applikationseinrichtung, welche ein Haarfärbemittel abgibt, dieses Mittel auf die Haarsträhne gebracht werden. Aus einer Vielzahl perforierter Sollbruchstellen werden nur soviel durchstoßen wie es für ein entsprechendes Färbeergebnis von Vorteil ist.

1
Schlauch
2
Hülse
3
Griff
4
Haken
5
Haarsträhne
6
Anschlagelement
7
Anschlag
8
Greifelement
9
Klemmelement
10
Aussparung


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Umhüllen einer Haarsträhne (5) mittels eines Schlauches (1), bestehend aus einer Hülse (2), einem auf die Hülse (2) steckbaren, deformierbaren Schlauch (1), sowie einem durch die Hülse (2) führbaren Greifelement (8), welches länger als die Hülse (2) ist, wobei das Greifelement (8) einerseits der Hülse (2) einen Haken (4) zum Ergreifen einer Haarsträhne (5) und andererseits der Hülse (2) einen Griff (3) zum manuellen Erfassen des Greifelementes (8) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch (1) als elastisch federnd vorgespannte, verdrehbare Röhre ausgebildet ist, die vorzugsweise eine Spiralform hat. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch (1) eine Vielzahl an Aussparungen (10) aufweist, und insbesondere als Netz ausgestaltet ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch (1) eine dichte Mantelfläche hat. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Innenfläche der Hülse (2) ein Anschlag (7) vorgesehen ist, gegen den ein mit dem Greifelement (8) verbundenes Anschlagelement (6) wirkt, um derart beim Entfernen des Greifelementes (8) von einer Haarsträhne (5) die Hülse (2) mitnehmen und aus dem Schlauch (1) ziehen zu können. Verfahren zum Umhüllen einer Haarsträhne (5) mittels eines Schlauches (1), wobei der Schlauch (1) der Vorrichtung gemäß Anspruch 1 zunächst in zylindrischer Form über die Hülse (2) gezogen wird, dann eine Haarsträhne (4) unter Nutzung des Hakens (4) ergriffen und durch die Hülse (2) gezogen wird, sowie daran anschließend die Hülse (2) und das Greifelement (8) von der Haarsträhne (5) entfernt werden. Verfahren nach Anspruch 6 unter Nutzung einer Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Entfernen des Greifelementes (8) und der Hülse (2) zunächst der Schlauch (1) in eine Spiralform manipuliert wird, und schließlich ein Dauerwellmittel durch die Aussparungen (10) auf die Haarsträhne (5) gebracht wird. Verfahren nach Anspruch 6 unter Nutzung einer Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst der Schlauch (1) in zylindrischer, geraffter Form auf die Hülse (2) gebracht wird, und dass nach dem Entfernen des Greifelementes (8) und der Haarsträhne (5), sowie vorzugsweise einem Aufbringen eines Dauerwellmittels oder eines Haarfärbemittels, der Schlauch (1) entrafft und dabei über die Haarsträhne (5) gezogen wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlauch (1) mittels mindestens eines Klemmelementes (9) an der Haarsträhne (5) befestigt wird.






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