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Dokumentenidentifikation DE102006011355A1 29.03.2007
Titel Montageplatte und Verfahren zur Befestigung von WC-Becken an zu verfliesenden Wänden
Anmelder SANITOOL GmbH, 34560 Fritzlar, DE
Erfinder Krumb, Rüdiger, 64589 Stockstadt, DE
Vertreter Zellentin & Partner, 67061 Ludwigshafen
DE-Anmeldedatum 11.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006011355
Offenlegungstag 29.03.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.03.2007
IPC-Hauptklasse E03D 9/00(2006.01)A, F, I, 20060311, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Montageplatte für die Befestigung von Wand-montierten Wasserklosettbecken (WC), wobei die Platte erfindungsgemäß aus Kunststoff besteht und die Kontur der Rückwand des WCs gerade Kanten aufweist. Die Platte besitzt eine obere Ausnehmung für die Zufuhr des Spülwassers und eine untere Ausnehmung für das Abwasser; an den Seiten der Platte sind Einschnitte angebracht, die dem Durchgriff der Wandverschraubung dienen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Montageplatte sowie ein Verfahren zur Befestigung an WC-Wänden, welche mit Fliesen belegt werden sollen.

Herkömmlich geht man dabei so vor, dass man zunächst die WC-Wände verfliest und Öffnungen für die Zu- und Abwasserleitungen durch entsprechendes Zuschneiden der Fliesen freilässt. Anschließend wird das WC-Becken mit der Wand verschraubt.

Diese Vorgehensweise weist folgende Nachteile auf: Zum einen ist das Zuschneiden der runden Leitungsöffnungen schwierig und zeitraubend. Zum anderen sind die WC-Wände in der Regel uneben. Zieht man die Schrauben des WC-Beckens in den entsprechenden Dübeln zu fest an, können daher die Fliesen reißen. Vermeidet man dagegen bewusst das feste Anziehen der Schrauben, neigt das WC-Becken nach einiger Zeit dazu, sich zu lockern.

Die vorliegende Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, eine Möglichkeit zu schaffen, zum einen das Zuschneiden der Fliesen zu erleichtern und zum anderen das Reißen der Fliesen auch bei sehr festem Anziehen der WC-Befestigungsschrauben sicher zu unterbinden.

Die Lösung dieser Aufgabe gelingt unter Verwendung einer Montageplatte mit den folgenden Merkmalen:

  • a) die Platte besteht aus Kunststoff und weist die Kontur der Rückwand des WCs auf;
  • b) die Platte besitzt eine obere Ausnehmung für die Zufuhr des Spülwassers und
  • c) eine untere Ausnehmung für das Abwasser;
  • d) an den Seiten der Platte sind Einschnitte angebracht, die dem Durchgriff der Wandverschraubung dienen.

Die Befestigung eines WC-Beckens mit Hilfe der erfindungsgemäßen Montageplatte wird folgendermaßen durchgeführt: Zunächst wird die Montageplatte mittels eines geeigneten Klebers, wie zum Beispiel eines Fliesenklebers, mit der Wand verklebt, wobei die (kreisförmigen) Ausnehmungen in der Platte mit den wandseitigen Enden der Zu- und Abwasserrohre fluchten. Die Ausnehmungen sind groß genug bemessen, dass die Leitungsrohre hindurch geführt werden können. Die Einschnitte für die Verschraubung können seitlich offen sein oder die Form von entsprechend angeordneten lochförmigen Öffnungen aufweisen und besitzen ebenfalls ein Übermaß für einen Spielausgleich.

Nach dem Anbringen der Montageplatte werden die Fliesen gegen die Montageplatte gefliest, die eine im Wesentlichen geradkantige, der WC-Beckenrückwand entsprechende Konturlinie aufweist und damit gerade und einfach zu bewerkstellende, an die Wandplattenkanten stoßende Fliesenzuschnitte ermöglicht. Die Dicke der Wandplatte entspricht im Wesentlichen der Fliesendicke oder ist geringfügig größer als diese.

Nach dem Verfliesen der Wand wird das WC-Becken auf der Montageplatte mit der Wand verschraubt. Da die Montageplatte aus Kunststoff gefertigt ist und somit eine gewisse Elastizität aufweist, passt sie sich beim Verschrauben den Wandunebenheiten an und gewährleistet eine sehr hohe Flächenpressung, so dass das WC-Becken wesentlich fester mit der Wand verbunden ist als dies nach dem Stand der Technik der Fall ist.

Um den Ausgleich der Wandunebenheiten weiter zu steigern, sieht die vorliegende Erfindung weiter vor, die der Wand zugekehrte Fläche der Montageplatte mit Vertiefungen in Form eines Stegrasters zu versehen, was überdies den Vorteil mit sich bringt, dass der Kleber auf die Platte gespachtelt werden kann, ohne von dieser abzutropfen, da die viskose Klebermasse von den Stegen gehalten wird.

Als besonders geeignetes Material für die erfindungsgemäße Montageplatte hat sich Polypropylen erwiesen, aus dem die Platte mit Stegen und Ausnehmungen zum Beispiel im Spritzgussverfahren hergestellt werden kann.

Weiterhin wird vorgeschlagen, die Montageplatte gegenüber der WC-Beckenrückwand mit (geringem) Untermaß zu fertigen, um derart eine Nut zum Verfugen, zum Beispiel mit Silikon, zu schaffen.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Figuren näher erläutert. Diese zeigen in

1 die Schnellmontageplatte und in

2 deren Oberflächenprofilierung.

Die in 1 dargestellte erfindungsgemäße Schnellmontageplatte 1 besteht vorzugsweise aus Polypropylen und weist eine trapezoide Kontur mit geraden Außenkanten auf. Die Materialstärke beträgt etwa 4 mm. Die obere, längere Kante hat eine Länge von 230 mm, die untere, kürzere Kante hat eine Länge von 140 mm, der Abstand der Kanten voneinander beträgt 259 mm. In die Platte 1 sind obere und untere Ausnehmungen 2, 3 eingebracht, die der Durchführung der Zu- und Abwasserleitungen dienen. Die Durchmesser der Ausnehmungen betragen 75 mm (Zuwasser) und 125 mm (Abwasser). An den beiden seitlichen Kanten der Platte 1 befinden sich Einschnitte 4, die dem Eingriff der Verschraubung des WC-Beckens mit der Toilettenwand dienen; sie weisen ein Übermaß auf und gestatten Höhen- und Seitenversatz zum Ausgleich von Passungenauigkeiten.

2 zeigt die Oberfläche der Montageplatte 1, die insbesondere beidseitig profiliert ist, da die Platte zu ihrer Hochachse symmetrisch aufgebaut ist. Das Raster besteht aus Stegen 5 einer Breite von etwa 3 mm und einer Tiefe von etwa 2 mm, die damit die Vertiefungen 6 bilden. Beim Anschrauben des WC-Beckens werden die wandseitigen Stege gegen die Wand gepresst, wobei die (meist) vorhandenen Wandunebenheiten dadurch ausgeglichen werden, dass die Stege in die erhabenen Wandstellen hineingedrückt werden und sich gegebenenfalls verformen. Auf diese Weise entsteht eine völlig ebene Anlagefläche für das WC-Becken, das daher mit deutlich höherer Flächenpressung an der Wand gehalten wird und demzufolge auch höher belastbar ist. Das Stegraster 5 ist vorzugsweise quadratisch ausgebildet, mit einer Kantenlänge von etwa 15 mm.

1
Montageplatte
2
Obere Ausnehmung
3
Untere Ausnehmung
4
Seitliche Einschnitte
5
Stegraster
6
Vertiefungen
7
Obere Kante
8
Untere Kante


Anspruch[de]
Montageplatte für die Befestigung von Wand-montierten Wasserklosettbecken (WC) mit den folgenden Merkmalen:

a) die Platte (1) besteht aus Kunststoff und weist die Kontur der Rückwand des WCs mit geraden Kanten auf;

b) die Platte besitzt eine obere Ausnehmung (2) für die Zufuhr des Spülwassers und

c) eine untere Ausnehmung (3) für das Abwasser;

d) an den Seiten der Platte sind Einschnitte (4) angebracht, die dem Durchgriff der Wandverschraubung dienen.
Montageplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die der Wand zugekehrte Oberfläche der Platte ein Stegraster (5) mit Vertiefungen (6) aufweist. Montageplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (1) aus Polypropylen besteht. Montageplatte nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (1) gegenüber der WC-Rückwand ein Untermaß aufweist. Verfahren zur Befestigung von WCs an gefliesten Wänden, dadurch gekennzeichnet, dass man eine die Kontur des WC-Beckens und Durchbrüche für Spül- und Abwasser sowie seitliche Einschnitte aufweisende Montageplatte aus Kunststoff mittels eines auf die Platte aufgebrachten Klebers auf der Wand fluchtend mit den Durchbrüchen für die Wasserzu- und -abfuhr verklebt, wobei die Platte gerade Konturkanten aufweist, danach die Fliesen auf der Wand verklebt, wobei deren Zuschnitte gegen die Plattenkanten stoßen, und danach das WC-Becken mit der Wand verschraubt, wobei die Verschraubungen durch die seitlichen Einschnitte in der Platte durchgeführt werden. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontur der Montageplatte gegenüber den Außenkanten der WC-Becken-Rückwand ein Untermaß aufweist. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Montageplatte ein Stegraster mit Vertiefungen aufweist. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Montageplatte aus Polypropylen besteht.






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